Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 366 (28.1.1920)
- Date
- 1920-01-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Morgenzeituncs 9tt 366 Wien. MÜwoH" ' dfenvSck üb« den Antrag des Versicherungsunk Hypochekenanstaltausschusses über die Voranschläge der Landes- Hypothekenaustalt für das Hypothekar-- und, Kommunal-Darlehensgeschäft für daS Jahr 1920 und stellt den * Antrag, die Voranschläge der ■ Landesbypothekenanstalt mit einem Gesautterfmdernis von 3,731.383 Kronen Unb mit etster, Gesamtb edeckung von, 3,748.875 Kronen zu zquehmigen, rvatz auch durch. Abstimmung geschieht. Nach einen: Referate des Abgeordneten Rich t«r wird diy Bedeckung der Erfordernisse der Bezirksarmenfonds und des Armenfonds für das Jahr 1919 genehmigt. Abgeordneter Richter beantragt hierauf namens deS BeMaltungSausfchusftS, das Ansuchen des Vereines der Beamten 5er Bezirks-Armenräte um Ernennung zu Landesbamnten abzuweisen. Landesrat Pölzer begründet die Abweisung damit, daß bei einer solchen Ernennung den ArmenratSobmännern jeder Einfluß auf die Beamten genommen würde. Der Antrag des Berwaltungsausschusses wirb angenommen und die Sitzung hierauf geschlossen. Der Linzer Arbeiterrat verlangt ei« scharfes Vorgehen ^egen die Bauern. Linz, 27. Jänner. (Korr.-Bur.) Der Linzer Arbeiterrat hat, wie das «Linzer Tagblatt" meldet, der oberösterreichifchen Landesregierung eine Entschließung überreicht, - in der unter Hinweis auf die Hungersnot und die LieferungSunwilligkeit ländlicher Produzenten die ungesäumte militärische Besetzung der säumigsten Bezirke sowie die Verhaftung und Bestrafung aller jener verlangt wird, welche gegen die Lieferungspflicht agitieren oder sie verletzen. Würde die Arbeiterschaft, heißt es weiter in der Resolution, in ihrem Vertrauen auf den ernstlichen Willen der öberösterreichischen Landesregierung, auch den Schutz der Konsumenten zu übernehmen, getauscht, sy wäre.sie gezwungen, die Negierung durch einen.Massen- Aufmarsch auf ihre. Pflicht aufmerksam zu machen. Schließlich wird auf das Elend der Kriegerwitwen und Waisen, der Altpensionisten und der Gemeindearmen hingewiesen und die Landes- sowie die Staatsregierung aufgefordert, allenur mögliche zur Rettung dieser bedrohten Unglücklichen zu, tu«. Tiroler Landtag« IrrnSbeutk, SS. Jänner. Der Landtag setzte heule seine Beratungen fort. Em Antraa des Abgeordneter Nieder« e g a e r avi Abänderung desWasierrechtsgesetzeS wurde dem DerkekrS- und Wafferbau-Ausschuffe zugewiesen. Unter den Anträgen des Finanzausschusses ist eine Gesetzvorlage betreffend .Einführung einer Lan.deswohnabg abe bei vorübergehendem Aufenthalt nn Lande hervorznheben. DaS Gesetz wurde nach längerer Debatte mit kleine» Abänderungen a »genommen. Telegramme. Der „Figaro" für Oesterreich. Pari-, 26. Jänner. (Korr.-Bur.) Der «Figaro" stellt l« einem langen Artikel die ungeheure Not dar, unter der Wien leidet. Der Artikel beginnt mit den Worten: «Zu Viel, um zu sterben, und nicht genug, um zu leben", und verweist darauf, daß infolge der Kohlennot die ^gesamte Industrie stockt, die Arbeiter feiern müssen, daß her Mittelstand und die Bevölkerung der Vororte unter dem schlimmsten Mangel leiden und daß unter den Wiener Kindern die RhachitiS Verheerungen anrichte. Der einzig mögliche Weg sei eine tätige Politik Frankreichs und der Entente zur Wiederaufrichtung deS wirtschaftlichen Lebens Oesterreichs. Mit Hilfe des österreichischen Volles selbst werde man internationale Einrichtungen Wckfsey. können, die /das Leben Oesterreichs während der UebergangSzeit sicherstellen. In 10 Jahren werden '3 die Wasserkräfte die Kohle ersetzt haben, die Industriebetriebe Wiens werden aufleben und Wien werde wieder die Stadt der Kunst und Musik werden, eine Stadt, die die Fremden «inziehen werde. Die ^^gabe der Entente sei, im Interesse, des europäischen "f p ms diesem neuen Oesterreich, daS die Alliierten in hie Weit gesetzt haben, nun auch Schuh und Beistand zu gewähren. Die bolschsrvikische Gefahr. Bottitt» 87. Jänner. Die Preßinformation meldet aus Bukarest: Die rumänische und die polnische ' Negierung haben einen Hilferuf nach Paris und Lond on ergehen lassen, worin darauf hmaewnsen wird, daß hie b o l s ch e w i k r s ch e G e f a h r von Osten her schlimmer qls le zuvor fei. Sowohl die rumänische wie d t e volnrsche Regierung verlange Truppenuntetz» stützungen ans Frank'eich und England, da die bvlsche- .ynklsche Welle sich unaufhaltsam westwärts auSbreite und Mittelemqpa einer ungeheuren Revolution aussetze. Bolschewrkischer Kampfbericht. , Moskau» 87. Jänner. (Funkspruch.) An der SBfftiiWt. Ansklärungsgefrchte. An der Siidiiont wurde Elisabethtt r a d g r n o m m e », die Rottruvven rücken gegen Westen: vor. An der Südirvnt nähern sich unsere Truppen WoSnef e n § k. Hefnae Kämpfe bei Pereko v. An der Kaukasusfront wird 40 Werst südlich von Kamkorskma um den Ucbergang. über den M a n nts ch gekämpft. Weiter östlich nähern sich bte Nottruppen dem Manytich. , Brpsstlow führt die Sowietarmee gegen Polen. Prag. 87. Jänner. (Tet.-Komp.) Dem «Bmkov* wird aus London gemeldet, daß General B r u s s r l o w daS Kommando Über die Rore Armee führen wird, die bte Offensive ksege« Polen aüszunehmen har. Dl« Avttrnppen haben die persisch-indische Grenze überschritten? Prag» 87. JäNner. <Tel.-Komv.) Nach einer Meldung der Krakauer «Nowa Reform«" aus Warschau habe die bolschewtktsche Armee in Anen bereits di« Grenze von Persien »»dIndien überschritten. _ Pari«, 27. Jänner Eine Meldung des Rmterkchen .PureauS bezeichnet die Nachricht, daß boltchcwckMe Kavallerie ist Indien emgerückt sei, als unrichtig. Bon der indischen Grenze BvWrwiken noch 400 Meilen entfernt. Die verhafteten Verwandten Trotzkis und Sinowjews nach Odeffa gebracht. - Patts» 26. Jänner. Die Aaence HavaS meldet au§ Sem* bergDas in Odessa erscheinende Blatt «Juznoie Dielo" berichtet, das. Kommando der Armee Denik'N habe die lieber fiilirung der in Pobranje veihafteten nahen Verwandten Trotzkis und der in Elisabethgrad verhaftetert Fam-.lke Sitlowjews nach Odessa angeordnet. Die Botschasterkonferenz. Paris» 27. Jänner. Die gestern stattgefundene Botschafter-' konferenz nahm den Plan für die Verteilung der deutschen Kriegsschiffe inner den Alliierten an. Ueder du Frankreich zuaewlesenen fünf Kreuzer und zehn Zerstörer entstand eine längere Debatte, in bereit Verlauf der Vertreter Frankreichs erktärte, daß die Lieferung dieser Einheiten den französischen Adnrralstab nicht befriedige. Ein Entschluß wurde n.cht gefaßt. Die Botschasterkonserrnz wird nächsten Montag wieder zusammentreten. Die türkische Frage. New Bork» 27. Jänner. lTel.-Komp.) «New Aork Sun" meldet aus Paris, daß die Entente sich entschlossen habe, nicht auf der Verlegung des Sitzes dex türkischen Regierung und des Kalifats nach Kleinasien zu bestehen, sondern ihn in Konstantrnopel zu belasten. Die rastlose mohammedanische Propaganda gegen den ursprünglichen Beschluß dürste diese Aenderung herbeigeführt haben. Unruhen in Aegypten. Patts, 27. Jänner. «Daily Expreß" meldet aus Kairo zu den Unruhen in Tenada, nordwestlich von Kairo, vor der Moschee seien stammende patriotische Reden gehalten worden. Vier englische Soldaten seien verwundet, 20 Aegypter getötet und 6b verletzt worden. ° Der Kreuzer „Novara" gesunken. Berlin» 27. Jänner. Der «Vosstschen Zeitung" zufolge meldet «Corriera della Sera", daß der frühere österreichische Panzerkreuzer «Novara", der während deS Krieges mehrere Kremlährten an der italienischen Küste auSgesührt hat. iin Halen von Brindisi gefunken sei. Ueher die Ursache * verlautet bisher noch nichts. Keine allgemeine Mobilisierung in Polen. Krakau, 37. Jänner. (Privat.) Die im Ausland aufgetauchten Gerüchte über eine allgemeine Mobilisierung in Polen sind durchaus unbegründet. Rnhe in Berlin. Berlin, 37. Jänner. Die gestern getroffenen Absperrungsmaßnahmen sind heute wieder aufgehoben worden. Auch in der Nacht haben sich feine Zwischenfälle ereignet. Die Auslieferungslifte. Berlin. 27. Jänner. Nach einer Baseler Meldung des «Acht Uhr-Abendblatt" derichler die «Morning Post" aus P ms: Auf der Ausl'elerungsliste stehen die Namen von 34 deutschen II-Bootkommandanten. Daß L u d e n d o v f f und Hinde nb ü r g von der Liste abgesetzt worden sein sollen, sei in Paris und London nicht bekannt. Die serbische Regiernng hübe beim Obersten Rat die Ausliescrung des Königs Ferdinand von Bulgarien, der sich in Denlschland aufhält, beantragt. Wilhelm wird ausgtliefert? Berlin» 37. Jänner. Ruch einer von der «Kieuzzeilung" wieder gegebenen Meldung der «Times" erklärte 'Lloyd George bei seiner Rückkehr nach England, er bürge dafür, daß Kaiser Wilhelm ausgellesert und verurteilt werde. Das Befinden Erzbergers. Verhör des Attentäters. Berlin, 27. Jänner. Das Befinden des .Neichsfinanz- Mn'sters Erzberger war heute vormittags leidlich. Die Wunde verursacht ihm große Schmerzen. Sw verhindert jede Bewegung d^s Armes, um so mehr, als sich eine Blmgeschwulst gebildet hat. Die Rontgenisierung kann erst heute erfolgen. Der Minister ist siebrrlrei. Im Anschluß an das Verhör deS'Attentäters erfolgte seine eingehende Vernehmung durch den Oberstaatsanwalt. Hierbei hat der Täter im wesenllichcn dieselben Angaben gemacht, die er bereits voiher abaegeheu hatte. Heute vormntags ist er dem Untersuchungsrichter ,m Moabit vorgesührt worden. Berlin, 27. Jänner. Wie der «Lokalanzeiger" meldet, ist heute mittags eine Röntgenaufnahme der veiletzten Schulter ErzbergerS vorgrnvmmen worden. Die Aufnahme' ergab, daß die Kugel ,m Schnlierblatt steckt und Teile de« Schulterknochens zerfplitteit hat. Es hat ein aroßer innerer Bluterguß stattgefunden. An eine Entfernung des Geschosses ist vo läufig nicht zu denken. Der Minister leidet fortgesetzt unter großen Schmerzen. Wenn auch eine Lebensgefahr Nicht besteht, ist doch eine außerordentlich bedenkliche Schwäche vorhanden. Äußer der Schulterwunde hät Erzbel ger noch eine kleine Verletzung am Kopf-erlitten. Wie das „Berliner Tageblatt" berichtet, ist die Temperatur deS Patienten günstig, sie beträgt 36'8. Bedenklich erscheine dagegen der Puls, der noch immer sehr hoch (118) bleibt, Der erste Staatsanwalt am Landgericht I hat gegen Hirschseld dre gerichtliche Vonmtersuchung wegen Mordversuches beaniragt. Parvus aus der Schweiz ausgewiefen. Berlin. 27. Jänner. Die «Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Basel: Das schweizerische politische Departement hat die Ausweisung deS Dr. H e l p h a n d-P a r v u S ans dem Gebiete der Eidgenoffenschast beschlossen. Der amerikanische High Commissioner in Budapest eingetroffen. Bltdapttt, 27. Jänner. Heute vormittags ist der amerikanische High Coinmr'sioner stir Ungarn Mister Grentsmith niit seinem Sekrciär und dem amerikanischen Konsul Charles M. H a t t a w a y jun. in Budapest, eingetroffen, um hier seine Tätigkeit auszunehmcn. Der erste weibliche Senator in der Tfchecho- Slowakei. Prag, 37. Jänner. (Privat.) In parlamentarischen Kreisen wird versichert» daß die weibliche Abgeordnete Fiäulcm Zemin, die 48 Jahre zählt, für den Senat kandidieren wird. Die Schwierigteiten der tschechischen Wehr- Verfassung. Prag, 27. Jänner. (Privat.) Freitag soll das Wehrgesetz vor die Nationalversammlung gebracht werden. Es ist aber zwe stlhast., ob dies möglich sem w»rd. da sich beute neue Schw erigk->ltsn ergeben haben. Die Sozialdemokraten lvi bern den vrcizehnmonatlichcn Präienzdienst, Garantien für einen Ucbergang zupr Milizsysiem und antzeres^ was di? ^age kutifch macht. . 28. Jänner Seite 3 H Die Boraanae in Irland. Nom, 27. Jänner. (Fiinlsvruch.) „Gazette del Popolo* meldet an>^ London, daß in. den letzten Wochen ansehnliche Mengen von Gewehren rrnd Munition nach Irland eingeschmuggelt worden seien. Vor 14 Tagen seien 2000 Gewehre, durchwegs amerikanischer Erzeugung, von den britischen Behörden beschlagnahmt wordeii, ohne daß' in Erfahrung gebracht werden konnte, wo und wie diese Waffen nach Irland gekommen seien. Die irische Nationalanleihe, zur Unterstützung der «Regierung der irischen Republik" bestimmt, habe in Irland 38 Millionen, in Amerika mehr als 100 Millionen Lire ergeben. Eine Krone --- 1.60 Centimes. Gestern stellte sich in Zürich die österreichische Krone auf , ’7*. , . . 1.80 die tschechische Krgne ans ............... 5.80 die Mark auf.. 5.60 Tagesbericht. . Kohle und Bahrrverkeyr. v Die Kohlensituation ist durchaus nicht befriedigend. Jedoch^ sind die ersten Kohlen aus Mährisch-Oftrau bereits eingetroffen, so daß dem G a S w e r I 500 Waggons Kohle überwiesen werden konnten. Dadurch ist die schwerste Krise für das Gaswerk augenblicklich' überwunden und die Verhängung von Droffelungsmaßnahmen konnte vorläufig verschoben werden. Dst -Siluation des Elektrizitätswerkes ist etwas günstiger, da gestern nachmittags genügend Nachschubs an Kohle eingtlaufen ist. j Die Nachricht, daß eine neue Bahnsperre vom 1. bis 7. Februar bereits beschlossen sei, ist u n r i ch t i g. Der Plan, bei den Bahnen nach je acht Tagen mit Verkehr eine verkehrslose Woche einzuführen, wmde schon vor langem erwogen. Es dürste jedoch nur dann wirklich dazu kommen, wenn die Einläufe von Bahnkohle weiterhin schlecht bleiben. Der Personenverkehr ist zwar nicht gesichert, andererseits ist eine neue VerkehrSsperre aber noch keineswegs beschlossen worden. Die Funktionäre des amerikanischen KinÄerhilfswerkes beim Präsidenten Seitz. Gestern erschienen beim Präsidenten Seitz in Vertretung des amerikanischen Kinderhilfswerkes für Oesterreichs dessen Leiter Schifsslentnant G. B. S t v ck to n mit Leutnant E, G. Burland, Leutnant I. W. Livingston und? Professor Dr. Pirquet und stellten ihm den neuen Kommissär des Hilfswerkes für Wien und Niederösterreich, I. H. Hynes, vor, der von nun an als Nachfolger für D.oktor Hermann Geist wirken wird.; Leutnant Stockton berichtete dem Präsidenten, baff das amerikanische Kinderhilfswerk und dessen Chef Mr. Hoover eine Vermehrung der Zahl der in Oesterreich täglich zuj beteilenden Kinder von 225.000 auf 270.000 vornehmen werde. Hiervon werden alle beteiligten Stellen in Wien und in 5er Provinz unverzüglich benachrichtigt werden, uin die nöttgen Vorkehrungen für die zu erwartende Erhöhung der Äusspeisungen zu treffen. Die medizinische Ueberprüsung der Wiener Kinder unter der Leitung von Professor Dokton Pirquet habe einen so erschreckenden Zustand von Unterernährung gezeigt, daß die Vermehrung der Ausspeisungen in Wien allein von 110.000 auf 147.000 Kinder verfügt wurde. Weiterhin teilte Leutnant Sdockton mit, daß da^ amerikanische Kinderhilfswerk seine Tätigkeit bis August fortsetzen werde. V, Leutnant S.tvckton berichtete weiter über eine Be^ kleidungsaktion, die das amerikanische Kinderhilfswerk eingeleitet hat. An 50.000 Kinder werden Ausstattungen,' bestehend aus je einem Ueberrock, einem Paar Schuhe unh einem Paar wollener Strümpfe, gegeben werden. Für die. Ueberröcke»werden nur Stoff und Zubehör eingeführt,, während die Herstellung der Stücke in Wien' und Linz erfolgt. Neun Waggonladungen mit ungefähr 90 Donnen Material seien in der Stadt bereits eingelangt. i Heber eine andere amerikanische Hilfsaktion, Hilfs-i lagerhaus genannt, habe der amerikanische Kommissär Mr. Halstead schon letzte Woche dem Staatskanzler Doktor Renner berichtet. Den Freunden und Verwandten von Oesterreichern in den Vereinigten Staaten soll Gelegenheit gegeben werden, dort Lebensmittelanweisungen zu kaufen und nach Oesterreich zu senden, die dann beim Wiener Hilfst lagerhaus eingereicht, werden können, worauf dieses die angewiesenen Mengen an Lebensmitteln den Adressaten ausfolgen wird. Diese neue Einrichtung habe den Zweck, .dem amerikanischen Volke die Möglichkeit eines sicheren und billigen Weges für die Zusendung von Lebensmitteln an ihre Freundin den bedrängten Gebieten zu eröffnen, da sich gezeigt hat, daß Einzelsendungen an Private durch die Post selten am- B^timmungsorte einlangten. Der Nutzen, der sich aus diesem Hilfslagerhause ergeben dürfte, wird ausschließlich zur Fort-, fetzung des Kinderhilsswerkes verwendet werden. Ueber das Hilsslagerhaus werden in der Presse, in Broschüren und Plakaten demnächst eingehende Mitteilungen erfolgen. Die amerikanischen Juden für den Wieder^ äufbau'Palästinas. j Der amerikanische Korrespondent der „Jüdischen Preß'< zentrale Zürich" berichtet: Die amerikanischen Zionisten unter» nehmen energische Schritte für die Sammlung eines Zehn( Millionen-Dollar-Fonds für den Wiederaufbais Palästinas. Diese große Summe ist um so beinerkenswerterj als es arst das zweite Mal ist, daß man mit der Forderung nach einem solchen Niesenbetrage an die amerikanische Juden« heit herantritt. Während es sich jedoch bei der Sammlung für die Kriegsopfer um die Gesanrtheit der amerikailische» Judenheit gehandelt hat» will diesmal eine einzige Partes im Judentum sich einer solch großen Ausgabe unterziehen, Es ist der Plan aufgetaucht, daß das „Joint Committee^ und die zionistische Organisation beide Sammlungen gemeün sam durchführen. Mitte Dezember fand im Emanuel-Tempel eine von Jakob Schiff, nach einer Unterredung mit Louii B r a n d ei s rinberufene Konferenz statt. Die Zionisteij legten einen Plan vor, wonach, sie einverstanden wären, btt Arbeit gemeinsam durchzuführen. Gegen diesen Vorschlaij traten Louis Marshall, Julius Rosenwald, Cyruj Adler, Henry Morgentha u und andere aus. MarshaÜ bezeichnete zwar die Palästina-Arbeit für sehr wichtig; anj praktischen Gründen glaube er jedoch nicht an den Erfols einer solchen Bereinigung. Für die gemeinschastliche Durchs ,WWS .dM KsM MH. 'MMA