Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 363 (25.1.1920)
- Date
- 1920-01-25
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 363 'Wien, Sonntag Gesucht wird tfonr Ch. Laib Mllmersfeln, der ini Jahre 1918 bei der Krankenabschubstation Trient Militärdienst leistete. Wefr über dessen Aufenthaltsort Auskunft weiss, wird ersucht iies an Rachmiel Ehrenkranz, Wien, II., Obere Donau» Strasse 4/5, 1/9, 'bekanntzugeben. rjty Haupt zeigten die Mitwirkenden b« dem plötzlichen, unbegründeten Feuerlarm ausg zeichnete Haltung, was man vom Partetre mcht behaupten kann. Armin Fucdmann wurde nach dem - zweiten lind dritten Me wiederholt gerufen. A. tleber das gestrige Intermezzo im Josesstadter Thr-ter Leuchten wir an anderer Stelle.! . Nachlese aus dem Konzertsaal. Bruno W alters kür.'er Aufenthalt in Wien ergab die lohnende Möglichkeit, sein intimes Musizieren mit Arnold Ros6 zweimal der Äefsentlichkeit zugänglich zu machen. Ein. SonMgviormittiag, brachte Beethoven (darunter-., die -Kveußerfotrate), ein Abend rin ^großen Musikvereinssaal war den Sonaten votz Brahms gewidmet. D'ie erste Veranstaltung trug, noch Züge der Reise- Haft, bei V ahms war bie Ruhr wahrrr Mu.'iMrsnMn- HE gewonnen. Es sind zwei MeWrindividualitaten, die hier züsammentressen, von ganz dissevöttter Müsik- ( Veranlagung, aber wie sie sich aneinarrder-enMnden (ohne sich recht zu ergänzen), bleiht, immer ein Packendes Schauspiel!- Als Dirigent. wählte. Walter ein.,Pro--' gramm,-das -sich nicht durch besonders schwierig, gestellte Probleme auszei^nete:' Zwischen^ii? Achten'von •- Veethaben.und der zehUten Hahdn-Syntpho.nie die liebe alte Ouvertüre.Mm - „Sovnn^rnachtstraunr". 7 Walter spürte.^der tiefen Andacht wi^" der--graziösen Fröhlichkeit Haydns nirt feinen Musiknerven-- n^chs., Die^MendelS- -' sohnschy ElfenvoMayLis klang so. yeu^ als sie' einstens war. Die. Beethov'ensSymphonie. hätte man. lieher so gehört-.wie. sse.-nur dre Philharmoniber spielen können. Trotz Merbürch Vergleiche geschaffnen Distanz zwang' die Persönlichkeit. Walters auch hier zu schliejzlicher Gefolgschaft. - Mit.einem Quartett,-das aus den Philharmonikern Knoll, Heß, Hans und Franz KleiN gebildet wurde, machte man die erste'' ^rLNtttschaft,Wi>e'Kicht':i; anders zu erwarten war.gab es' respektableLeistuNs.eu, basiert' auf solidem Können, perstündnisvolkem!' Ernst und gxstnd.licher. mufikalftchex Bildung, .Jenes grheimdie Müsiker^durchdrmgeN-muß? damit aus der Vielzahl eine EinWt -G.jwi!et''IorlLuEig!''^ern^ Anwesenheit noch nicht.' Jene vier ^Künstler, .an ders.u Spitze der-junge Hugo Gott es mann steht> waren an' zweiten- Abend aufs beste zstkünstlerischem Ge-; stalten- ' zpsammengestimmt. Hier ist es ' die Begeisterung der Jugend, verbunden mit höher Reise und Stilgefühl, die dem neuen Quartett zu ^tieferdn Dirkungen ^verhilft.. Man hörte neben Mevcert von ^cethoven und Brahms ein Spütwerk von Max Reger, mit dem die seltene Gattung des Streichtrios, eine im Klassischen wurzelnde, aber eine neue Romantik, inaugurierLnde Bereichernng erhält. Der Al e rd z eigte die Leistungen des. Quartetts in .rasch aussteigender, Ersolgskurve. — Ein Kompositionsabend, von Robert Alexander veranstaltet, bot eine Blutende aus Werken für Orgel, Klavier und Gesang, die cin an- ' scheinend leicht PvoduzierettdestTalent in Fülle'teMigt hat. Manches vbn' dem. Vielen wog -leichter, als der offensichtlich gründlichen- Bildung des Musikers ziemt, aber auch, für denkritischen Höver gab es viel Erfreuliches (besonders in den Klaviersonaten) zu gen eben. — Die.Gesangskunft hat in Dr. Bruno Fischer einen Mepten,'der von Jahr zu-Jahr an Vollkommenheit gewinnt!- Sein'wohllautender Bariton steht in der Zucht eines um alle Geheimnisse"'der Gesangs,'echnik wissen- ' den Intellekts. Jeder Ton, jede 'Phrase erscheint aufs feinste modelliert,- in seinen Wirkungen aufs genaueste vorausberechnet. Dazu kommt eine besonders wirkungsvolle Deklamation, so daß die Abende Dr. Fischers zu den wertvollsten zu rechnen sind und seine Sen einde stets neuen. Anhang findet. Dr. K. M. Ein Thsaterskandal in Halle a. S. Nun war.' wieder Hatte a. S. der Schauplatz eines Thea'erskandals. Die Ausführung der Tragödie „Das. P ar.ad res", die am Sonnabend erstmalig wiederholt würbe* löste im Zuschaulnraum an der Stelle des Werkes, die eine Lrebesszcne mtt dem bekannten .Aufruf an die. Proletarier aller Lander.zu decken sucht. Lärnffzenen aus. Dre Vorstellung wurde des ostern durch Ruie des Mißfallens seitens des .Publikums unterbrochen. Am Schluffe der Aufführung, setzte Pfeifen und * Zischen ein. Mundharmonikas und anderen Instrumente^ wurden Mißtöne entlockt, so daß schlteßlich der etserue Vorhang Herabgelaffen melden mußte. Ueber den Inhalt des ausgepfiffenen Stückes lesen wir in reichsdculschen Blättern: Verscheucht von dem Wahnsinn u,nd der Sinnlosigkeit des Weltkrieges haben sich fünf Angehörige verschiedener krtcgführender Nationen auf einsamer BergesWe. in . einem neutralem Lande zusammengefunden,, um rin aut.Selbstentäußerung und volllommcnrr Brüdcrlrchkert. ansgebautes Zusammenleben zu lührrn. Da ersche nt Angela, die Tänzerin, das KulLmvLrdchew. b<& m.ieLkM eirmlum Lte SrbuLucht rmÄ Mi-, / LVkener MorgenzettttNA vidualistischtm Ausleben, nach Erfüllung der eigenen inneren ' Wünsche erweckt. Angela wird von unbekannter Mörderhand ev* dvlcht und über ihrer Lerche fällt die erträumte Gemeinsamkeit zusammen. Unten im Tal wird der Friedm eingrläutet, oben auf, dem Berge enteilen Sebald, Gabriel und Kyrrll, der Revolutionär, der Künstler und der zum Dulden verurterlte Menschheitserlöser, u-n das gemeinsame Ideal zn vergessen und fortan aui getrennten Wegen zu marschieren. Nur Clemens, der Führer, verläßt die Zufluchtsstätte in dem festen Glauben an die Güte des Menschen» die die Menschheit d'm ersehnten Ziele doch endsich zuführen wird' Der größte Vorzug der Dichtung ist die Plastik, mit der die ema‘ zrlnen Charaktere ersaßt smd. Die Sprache ist klär und eindringlich. < . ........ Aus den Theatern. Der,Spiklplan des B u r g t b e a t e r § lautet: Montag den 26. d. M : »D>e vetlotene Tochter". Anfang' V,6 Ubr. — Dierkstag den 27. : „Alt-He'delberg". Anfana VsG Ubr. — Mutwach den 28.: „Jnhith". An ang 5 Uhr. — Donnerstag, den 29.: »Die Reffe in die Mädchenzett". Aniang 1/*6_ Uhr. — Freitag den 80.: «Das Mädchen vom Wolf". Amang °*/s6 Ubr. — Samstag den 31.: ^Candida". Anfang %S Uhr. — Sonntag den 1. Februar: „Em GMlecht". Atffang ^/,7 Uhr. — Montag den 2. Februar: r,Kinder der Freude". Anfang llS Uhr. Die nächste Novität des B u r g t h e a t e r s tst das Schau.svikl ,.F r a u G i 11 a s Süh n e" von Siegfried T r e b i t s ch. Die Premiere findet am 3. Februar statt. Kammersänger William M>ller fingt in der Wiener B o l f s ö' p e r beute Sonntag den 26. d. M.. abends 6 Uhr, dm Don Ios^ in Carmen, Dienstag den 27. d.M. den Pnmus Thaller ttt Kienzls „Kuhreigen^ und, Sonntag den. 1. Februar den Wonel in Flo.tows ^Mättha."... Spiel p l ä n der W i e n e v B 0 k k s 0 p e r. Heuse abMds 6 Ubr: Ferialsondsvdrstellung. Gastspiel Kammersänger Wtllmm Miller „Cytmen". —Montag den 26.: ^Ltegined" , (ltt\ Uhr . — Dienstag den 27.: Feriallondsvo'fiellung. Gast' iviel Kammersänger William Miller „Kubretgen" (llS Hin). — , Mittwoch den 23 : „R'gvletlo" ('Ifi Uhr).'— Donnerstag den - 29.:. «Hnaen atteu" (^,5 UkE — Fre'tag den 80.: Wagnci Mus „Göltetdämmernng" (l'/,4 Uhr). — Samstag den 3l.: „Atda" i Vsö Uhr^. -^-Sonntag den 1. Februar, nachmittags V*2' llbrt. - ..Das Schneewittchen im Donautäl". — ' Abends i}s6 Uhr - Fertäffondsvorstellung, Gnfiip'el Kammersönger William Miller ^Martha". — Moni-tg den 2 Febnrar *42 Ubi: „La Traviata". Abends llß Uhr r „Der Mikados — Dienstag Pen-Z. Februar: »Margarethe" FauD {‘iß Ubr). — Mittwoch d n 4. Febinär: „Cavalleria rustioana", hieraus „Der Baia.'w" (V<6 Uhr)'.' — Donnerstag den 5. Februar: Maria Von Maydalw" ('46 Uhr). Am W i,.e n e r S t <t b t tb e a t e r w'-d bis emschl'eß-- ilich Donnersläa dm 29. d.M das Luü'Viel „D t e l u st r g en W e i der v 0 n W i n d s 0 r" täglich aiyaiWrk. Beginn V-6 Uhr. Frrttag den 30. d. M. zum ersten'Male: „D er g r 0 b e K ü n st l e r". . In der N e n^n Wiener B ü h n e findet .Dienstag den 27. d. M. die Erstaufführung von Hanpimauns^H a n n e l e s H1 m tn el s a h r t" 'statt unter 'Mitwirkung der rDamen 'Lvovski^. Ncufiädter, Lach. Dellatmi, Pauli. Eis, Balto. Btera und der Herrev 'Hochstetter. Lovricz. Müsch, Schreiber, Schrrcker». Stärk, Uibcrackcv/ Zetrnius. ^llegie: Emil Gehe r. Nach ..Hannele" wird' die.Komödie M a s.. B t r macht n r s" von Viktor F .l. e r s ch e v-8espiW4 > \ Im K o m 0 p Ae n ^u Me gelangt anp Februar- ' abends 6 Uhr. ' zum erstenmal- „D. r e g e fesselte P h a n t ä s t e" von Ferdinand R a r m u n d. Musik von Julius -Brströn. in Szene gesetzt vom Bearbeiter Kar! E 11 i n g t x, zur ÄuffPrung. Grete W r e s e n t h a l spielt dw Titelrolle, 1 Dey Kartenvorveikauf zu die er Vorstellung, die zu g u,n st en detz W r t u e r Re tt n n g s g es el l schast veranstaltet wird, beginnt Montag den 26. Jänner. HanZ Wald ttt spielt heute Svnmaa. abends 6 Uhr, in der Ressallfance-Bühne im. Lustsviel^ ..D 1 c Perlen der Cle 0 pätr a" dre männliche Hauptrolle. Nachmittags geht „Die ' I a p r t n »s e n d n a ch t" in Szene. Anfang V-3 Uhr. - . . . Wiener Erstavfführung eines Hebbelschcn Bühnrnwerkes. Die Gesellsckalt für dramaiffche Kunst brmgl als »wettr Veranstaltung Samstag den 7., und, Sonntag den 8 Februar im Akademiethsa'.er Hebbels in Wien noch nie ge-, spieltts Märchenlustipie! „Der Diamant" mrt Rudolf Schtldkraut als Benjamin zur Aufführung. Regte: Friedrich Rosemhal. Kartenverkauf bei Hugo Heller, Bauernmarkt 3. ' Iren« Triesch anf dem FrankfurLer Vahnhof verunglückt. Aus B e r l i n’, 24. d. M., wird uns gemeldet: Als der v-^jug Berlin—Basel gestern früh Frankfurt a. M. passierte, wurde die Echauip ettrin Irene T r r e s ch von der An die p. t. Abomrenten der „Wiener Morgsnzeltung" l Oesterr. Postsparkafienkonto Nr. 150.693. Tschrcho-jlow. Postsparkasjenkouw Nr. 15I-.693. Wir bitten» das Abonnement der „Wiener Moraenzeitung" Rechtzeitig zu erneuern, damit in der Zusendung derselben keine Unterbr-chnng eintrttt. - Aborrnementstzrerse ab 1. FeLruar 1920* Für Wien: zum Abholen im Expedit. U..Tal'orsir rße1-S* oder in den Bsifchlüßstellen (Trafiken) ' - monatl. K 12.— . >» viertelj. K 86.— Für die Provinz: mit Postvcrsendung Für die Tschelho-Tlowakei: mit Postversendung Für Ungarn: ntit Postversendnng Für Jugoslawien: mit Postversendung monatl. K 13.— ' vrertelj. K 39.— monatl. tchechv-ffow. K 8 — vrertelj. tschecho-slow. K 15.^ monatl. ungar. K 13 — ' viertelj.'ungar. K 39.— monatl. jngoslaw. K 9.— öieitdi. iugp’.Iaw. K 27.— Wir bitten, uns die Abonncmentsbrträge durch die Leziiglicken P 0 st i p a r k a s s t n ft in t c 1* und dort, wo dieser Vorgang nicht möglich ist,.iru Wege einer Bankverbindung mtt Wien .zritommeri zu lassen. AdmLrnstratton dev »Msyer MyrgSttzeLtunL" ^JSnntt 19M mmrr. tn Größte Auswahl! Billigste Preise! Leopold Sieinhart, Wien, I.,Bibersimße 9. 4078/8 .... ' drängenden Menge ans das Bahngeleise gestoßen und g erre! ' ü n l e r d i e R ü d e r des noch fabrenden Zuges. Zwer Männej nssen fie empor. Sie erlitt leichte Verletzungen und einen Nervenckivk. , Maeterlknck iu Amerill«. Maeterlinck hat eine grofis V 0 r t r a g s r e i s e durch die Veretniaten Staaten unternommen die bisher zedoch für ihrt nur" eine Quelle großen Aergers gv wesen ist. Als er nämlich zum ersten Male vor dem Publiknw. in Mw-Bork erschien, wollte er seinen Vortrag in englische^ Sprache halten; er hatte aber nur.wentge Worte gesprochen, als er stockte und nicht eher sortfahr'en konnte, als er sich entschloß seinen Vortrag französisch zu Ende zu bringen. Ein Freunti mußte Dort für Wort den Vortrag ins Englische übersetzen Niw erhebt aber der Unternehmer dieser Bortragsreise, Majw James Pond, Einspruch und weist darauf bin, hast die Vorirägf nach dem Kontrakt in englischer Sprache gehalten werden müßten, daß die Eintrittskarten unter dieser Bedingung verkau« wären und daß das enttäuschte- Publikum fein Geld zurück ve, lange. Wenn Maeterlinck nicht englisch spreche, hebe er de, Kontrakt aut. Der Dichter erkennt diesen Einspruch, wieder«» nichtz an, sondern bebäuvtet» .eS genüge, daß er bereit sei, wo mar es wünsche, in französischer Sprache zu reden, daß er für einen güten Dolnretscher sorgen werde, und das müsse genügen. . % Der neue Dieektor dev Dvesdener Sver. Me des „stokalanzeigeraus Dresden meldet, hat das Kultarministeriunj denzKammersänaer Karl S ch e r d e m a n t e I zum Operndl'rettör der sächsischen Staatsover m Dresden ernannt. — Ei wird allmählich zur Gepflogenheit, ausübenden Bühnenkünstler» die Ätzung der. bedeutendsten Theater zu übertragen, obwohl dieser Brauch nur selten bewährt hat. Atrsgepfissene Dadaisten. D.e Dadaisten veranstalteten in Dresden vor einigen Tagen vor etwa tausend Zuhörern einest Vortragsabend, der einen wüsten Verlaut nahm. Dre Vorträgt WM den mit Johlen, Pfeifen. Gelächter und Gebrüll unterbrochen T)ie Dadaisten wurden schließlich vom Podium gebracht und durchgepiügelt. i! . Ein entdeckte« etrusstischrv Tempel. In der Umaebnng R 0 m s ist etn e r.r u s k i s ch e r T e m p e l ausgegraben .worden, der e-ne wundervolle lebensgroße V 0 t i vt « a r n p p e von vier Göttern in polyckn omer' Dar-j V stellmig enthält. D:e^herrltche Gruppe soll aus dem 6. Jahr« . .-hundert v. Ch. stammen^ Da etruskische Tempel in besser erhaltenem Zustande bis jetzt nicht aut uns gekommen sind, wird die Nachricht von den Archäologen mit großer Spannung ausgenommen. . LLteratrrr it. WisseKschast. Adrkrn Turrk: „SelbsterlSsnttg". S. Fischer-Verlag, Betzlitt. Der /erste Teil der „Selbsterlöfung" sind Essays. Mit einem bewunderungswürdigen Mut und sittlichem Ernst, verbunden mit einem profunden und exakten Wissen, ge^t Turel an den Neuaufbau der zerrütteten Weltordnung. Die Vielseitigkeit der Ausgangspunkte verhindert ihn, zu landläufigen Rezepten zu- '-tzelangen',/ dievckrschretbe», wie die Krankheit zu heilen sei. Ein Arzt also-, der Liesentschlosse» zu den Ursachen hinabsieigt, die Wurzeln alles Seins abq Lastet und aus der neuen, .starken Erkenntnis heraus sich '- von Griind aus heilt, und nun, nach vollzogener Saify,, auch den anderen den Weg zur Gesundung weist. , ' j Die Fähigkeit, zu verknüpfen, Zusammenhänge zu sehen > und aufzuoecken, den im. Spiel.der befreiten Kräfte auf- . tauchenden neuen Wegen zu folgen, besitzt Tuvel im höchste» Maße. Zu. weit würde, so'verführerisch es auch ist, führen,/. ihm - in die Einzelheiten der Kültursynthese zu folgen.' Wichtig aber ist für jeden, der nicht blind durch Gegen«« wärt zu Zukunft schreiten will, sich mit Turels Gedankens bekannt zu machen. Vieles, was bisher fremd,. ja vielfach unbelebter Ballast war. Fließ, Weininger, Freud, wird' hier belebte Fruchtbarkeit, so baß keiner diesen Teil unbereichert aus der Hand legen wird. .. ' Der zweite Teil des Werkes, intuitive Novellen, toter sie der Autor nennt, fügt sich der reinen Gedankenarbeit' organisch und ergänzend ein. Die schon in den Essays be-' - wundernswerte Klarheit erfreut auch, hier' und Turel bereichert. durch die gerundete Fülle dessen, was er.zu sagein' hat. 'Und das Erfreuliche ist, daß da wieder einmal ein'? Dichterphilosoph auftritt, dem zu lauschen reines Vergnügen ist. Hans Margulie-Kt Der Katalog des „Jüdischen Berlages" in Berlin. Der Mnae ^Jüdische Verlag" m Berlin, der bereits auf eine 17jährige Tät-gkett zurückbl'.ckt, gibt einen neuen Berlagskatalog heraus, der von der Fülle der tn diesen Jahren geleisteten Arbeit Kunde gibt. Zahlreiche für die Vertiefung der zionistischen Gedankenwelt wichtige Schriften find vom Verlag verlegt worden und auch auf schöngeistigem Gebiete hat der Verlag sehr Erspnetzliches geleistet. So bietet der Katalog, der eine ganz stattliche lsifte enthält (bei deren Titeln man vielfach die Bemerkung: „Vergriffen" liest), ein Bild reicher kultui eller Arbeit, und an detz nach Jahre.» geordneten Aniükrung der aufgezählten Berlagswerke kann man die jüdische Entwicklung dieses Zeuadschnlttcs ermessen. AlZ :m. Jahre 1902 die Verlapslätigkelt durch die kleine Broschüre „Eine jüdische Hochschule" unter der geistigen ' Patronanz der damaligen „demokratischen Fraktion" im Zionismus erschien, mochten dre darin niedergelegten Ideen als eine kühne Utopie erscheinen, wahrend wir mtt der hebräischen Umversttät i» Jerusalem bereits wie mit einer Tatsache rechnen. Der „Jüdische. Almanach" dess lben Jahres erscheint als die erste würdige Mante sestatwn nenelwachien jüdischen Geistes m deutscher Sprache. Au3 der. stattlichen Liste heben wir'Erscheinungen, wie Ach ad H'a a m S Werke, die schöne P e r e z - Ausgabe AcherS, H e r z l 8 Werke,' BuberS Schritten, die Denkwürdlgketten, der Glükel von Hameln hervor. Besonders reichhaltig ist - dte Aste der im Jahre 19(9 verlegten Werke, die von der rührigen Tätigkeit des Verlages zeugt." —eu— Dte Münchener Tvagödte. Entstehung, Verlaus und Zusammenbruch der Räterepublik München.. Berlagsgenossenschaft,; „Freiheit", Berlin. » Der Krieg hat uns eine Berleumdungs- Und Berheimlichungsblüte beschert, wie man sie' vorher wohl nicht für möglich gehalten hat. Aber es hat wohl so sein müssen, Krieg und Lüge, Zensur und Bevormundung sind wohl in., einen Topf zu: werfen. Optimisten habennun geglaubt, daß mit dem Ende des Krieges auch dieses Uebel einen! schimpflichen Untergang gefunden haben müsse. Aber ein! Blick in die Spalten der Tageszeitungen belehrt sie, daß dem nicht soist. - Noch ist der, Mensch nicht in seine Rechte getreten, noch ist er nichts, als Werkzeug der Partei. ©<», Jmi eMeLüNr daß ßcsWifc von sefrerjt «sih »argegawi*