Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 363 (25.1.1920)
- Date
- 1920-01-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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WM Wien, SonnM ^«fppppj; izs:^fftinet 102»' isteue Au-schreitun^ett gegen Juden in Wilna. IJ'foie. ■- Jüdische PwßMtrale- Zürich meidet: In V'Ilna ereigneten sich am 8. Dezember wiederum r^urige Vorfälle, die zu energisches Protesten der Mi» chen Gemeinde/ führten. .80 Juden, die mit. dem Ausicchen eineL./ Waggons Salz für die jüdische Gemeinde ieschäftigt waren, wurden umzingelt.' Man btz'ahl,ihnen, Mge Kilometer bis zum Bähnhpf zu Kaufen/wvbel >it Müdey ck^t Kylhenhieben zum Weiterlaüfen. jvzwüngen wurden- Hinter stchu. Bahnhof würden sie. jir «ein Zimmer geschleppt und ein Wer gezwungen, sich^ mf einer Bank niederzulegen, wobei zwei. Ovldaörn ife- Füße ünd zwei' den Kopf hielten uud ein fünfürv - Mschlug- Jeder Jude bekam' 8 bis 10 Hiebe. Der größte Ml der auf diese unerhörte Welse Mchlatzemrr Juden Legt krank darnieder. - Gnde. Dezember sind in Wilna wiederum' zahlreiche kkevisionAi und Per ha f tu nge.n in den ver^iedm^ den KlubK. und professionellen Vereinen,- HrgLÄMMN. stur ein Teil der verhafteten Personen wurde bisher mtlassen. Das Präsidium der Mischen Gemeinde wurde tzom Stadtkommandanten benachrichtigt, dgß auf Be- AA.tzeZ Oberkommandierenden eine <yrs drei' Personen bestehende Kommission zur Untersuchung dieser Vorsalle eingesetzt wurde. Unter Len Kommissiönsmitglie-- bern befindet sich Dr. W y g o d s k i, der von der jüdischen Gemeinde delegiert worden ist.; : Grotzfeuer im Prater. tift* dritte KaffeehouS gänzlich abgebrannt. — Panik unter den BaLbesucher». — Kein Menschenleben zu beklagen. * ■*, i Gestern um 5 Uhr nachmittags brach im dritten KaffeehanS M Prater ein Brand aus. der in kurzer Zeit das ganze Gebäude jaM Nebengebäuden ergriff und einäscherte. - Für heute war em alpines Kränzchen anberaumt, daS um ö Uhr beginnen sollte. Im Saale des Kaffeehaüfes hatten sich schon mehrere hundert Besucher einaeiundm, meist rmBauernirnd Dirndlkostüm.. Immer neue. Gäste, kamen unb legten die Garderobe in dein mit Glaswänden «erseheHen Vorraum ab, als plötzlich gegen V,6 Uhr Feucrruf erscholl. In einem Winkel des Gedäudcs. fast inmitten des Komplexes war eine Flamme empor- »eschlaaen. Man verkündete im Saale, wo schön die Gaste des Taiiziesles weilten, daß im Hause Feuer wüte, und du Herren and Damen eilten so wie sie waren in Kn Garten und ins Freie. Die wenigsten kanten noch ihre Garderobe mitnehmen, da zerade der Gardklobcranm a;g gefährKt wax. Es war ungemein schwierig, auch nur zn versuchen, bei dem . »ygeheuren Brand einen Teil der , hölzernen Baulichkeiten zu retten. Der Dachstuhl des großen Saales, stand bald ganz in Nammen und von den Galerien sprangen die Flammen auf den Saal über.. Der. große Saal war em Fcuermecr. Schließlich brach in einem ungeheuren Funkenregen das Dach des großen , Saales in sich zusaimnen und eme Mächtige Säule loderte gn der Stelle empor.' So währte der Kampf-. mieden Flammen schon fast vier Stünden, ehe es möglich war. M erreichen, --aß die Gefahr gebannt blieb. Erst gegen 10 Uhr abends war der Brand lokalisiert. Eine sehr starke Brandwache mit Brandmeister Langer blieb die Nacht Über auf.dem Brandplatzt. Drr Schade ist sehr groß und geht in die Hunderttaiffende.' Aus der Stadt war eine ungeheuere Menschenmenge in den' Prater geströmt und hielt, bis in d«U späten Abend dir Straßen-besetzt. .. . , . . \. Eiae Panik im ZoseWLdtov Theater. Während dergestrigen Aufführung des neuen Schwankes TMadame Boccaccio" . läm; es im dritten Akte.infolge blinden Fe uerlärms zu einer argen SLöruüg^ .die zu einer Panik hätte ausartetr können.. MUnnicht hie Schauspieler, insbesondere Herr Julius MiroLl, ihre.Geistesgegenwart bewahrt hätten. / 'Im-dritten Akt entstand plötzlich in den rückwärtigen Reihen Unruhe und alsbald begann das ganze Publikum fluchtartig die Sitze zu verlassen und zu den Aüsgängen zu eilen. Es mag die Nervosität mitgewirkt Haben, die Venn .Gang ins Theater der -grelle Feuerschein am Abeudhimmel hervorrief, der von »dem Brand;M Prater herrührte. Herr Strobl unter- -brach seinen Dialog'mit Frau Werbe zirk und stand te sich an das Publikum mit einer Ansprache, in der er betonte, daß keinerlei Anlaß zu irgendwelcher Besorgnis vprliege..Tatsächlich gelang es ihm so, daß überaus , ängstlich geworden^ Publikum zu beruhigen uyd ' zu bewegen, die Plätze wieder einzunehmen. Ueberdies trat. hierauf Direktor Jarnv vor die Rampe, und sprach ebenfalls beschwichtigende Worte.. SMnn wurde di«; Vorstellung fortgesetzt. Als Herr Strobl weiterzuspielen begann. wurde ,er für sein mutiges, hesouneileS Wrigreifen mit lebhaftem Beifalle ausgezeichnet.. . LohnwagenS in keine Auseinandersetzungen über den Fahrpreis einläßt, sondern die Ausführung des Fahrdienstes nach dem vorgefchriebenen Tarif verlangt, ans Ausführung der Fahrt besteht und im Weigerungsfälle die Assistenz der Sicher heitswache in Anspruch nimmt. Keine Cholera oder Pest im Tefchener Gebiet. . lieber Anfrage des Staatsamtes für Volksgesundhrit ist von der Regierung der tschccho-slowakMen Republik folgende Mrttiilung empelauien: Bon . der PüSiszitkomnussivn in Teschen wurde, ein E h o l e r §- und ein P e st f, a l l gemeldet. Die Neaienmg hat dmau'hm einen Bakteriologen in das betreffende Gebiet entsendet. Dieser har sestgestellt, daß es sich w e d e r t»m P t st n o ch U m Cholera, soudmi um Fleckfieber handelt. In der ganzen Tschecho-Slowakei rst kein Pcstfall vorgekommen. - . Die Tariferhöhung des Platzfrchrwerkes. Obtvvhl erst einig« Dago seit dem, Inkrafttreten der ireuen Verordnung der nlederösterrelchifcherr Landesregierung über die ° Fahrt)keife der Wiener Platzsuhrwerker verstrichen sind, werben schön Klagen über exorbitante Taxüverschreitungen und grundlos« Fahrtverweigeisungen der-Zohnfuhrtverker laut. Es .wurden daher über Auftrag. der Landesregierung die Fuhrwerke* im Wege der Genossenschasten nachdrücklich st verwarnt und. darauf aufmerksam gemacht, daß di« PolizeDtrektion mit aller Strenge für-di« striktest« Einhaltung der neuen" Vorschriften Sorge tragen wird. Das Publikum wird ersucht, die Bestrebungen der Behörden, im LohnfuhrwerkSbetrtebe Ordnung - zuschaffen, in %.|H M WMMtzM m e» M M SMützwng eines Der AnLissmUrsmus als Brotfroge. In einer seiner, jüngsten politischen Reden in Budapest kam Paul S a n d o r, mit dem wir uns schon Pchrfach beschäftigten, auch aus den AnttsemwsMNZ als BkbMgr P spachen und frischte hierbei die folgende Pteftrote ans. bekannte jüdische Chirurg, Professor p ü t d n, hatte emst durch einen Meisterschnitt das Leben eines aus dem Brreger Kvmiiate' stammenden Juden mit Pasts gerettet... - . Mein ganzes Leben -will ich Ihnen dankbar sei» — versicherte der Patrent — und ich wäre glücklich, wcün ich dem Herrn Pvsfeffor irgendeinen DiOst leisten könnte. Wissen Sie was? antroorttte Baron-7-Sie können mir sofort eine große Gefälligkeit erwkism! Der Kranke bückte den Professor erstaunt, an. Welchen Freundschaftsdienst könnte er dem Herrn Prosrsior erweisen? Professor Baron meinte jedoch lächelnd: Schneiden Sie sich die Pajes ab, denn das erzeugt Antisemitismus! Der Bereger Jude antwortete gleichfalls lächelnd: „Meine Pajes machen Antisemitismus? Wer in der Welt nimmt Notiz . vom Träger dieser Pajes? Kennt mich jemand? Weiß jemand überhaupt von meiner Existenz? Wie kann ich Antisemitismus machen? Sie, Herr Profeffor, erdegen Antisemitismus. Sie kennt jedermann, an Sie wenden sich Fürsten und Grafen wegen Heilung; Sie haben viel Geld und einen berühmjm Namen, Si: erwecken Nerd und machen Antisemitismus." Dieser Brreger Jude,, schloß Paul Sandoc ditsen Teil seiner Rede, bat den Nagel auf Sen Kopf getroffen. Der Antisemitismus verfolgt nicht die Religion, sondern den Juden als'Mensche», als Konkurrenten und wirtschastllchcn Faktor. Der Empfang -eH ersten Mische« tzeLmkehrert schsffes In Jaffa. Das erste.Schiff, welches nach Einstellung^ der Feindseligkeiten von Odessa nach Palästina ging und, wie wir seinerzeit berichteten, über 600 palästinensische Heimkehrer an Nord hatte, wurde in Jaffa mit großen Ovationen empfangen Es herrschte, wie die Jerusalemer Blätter berichten, an dem Tage furchtbarer Sturm, die See ging so hoch, daß die Landung erst nach Stunden vor sich gehen konnte. Ein jüdischer Dampfer mit der jüdischnationalen Flagge' stieß an das große Paffagierschisf „Nvssiha", aus welchem die jüdischen Heimkehrer nach den'vielen Drangsalen und Entbehrungen, die. sie während ihres Exils in Rußland exlitten, mit Sehnsucht der Landung auf heimatlichem' Boden entgegenharrten. Nur Mühselig ging die Landung der Personen, 'unter ihnen auch die einer Frau,"' die während des Seesturmes eines Sohnes genas, bonstatten. Sie war überhaupt nur dank eines ausgezeichne^funktionierendsn Ausschiffsuüd Labedienstes möglich, denn seit langem hat es in Jaffa keien so stürmischem Megenguß gegeben, als » gerade an jenem Tag. v . Sehr entgegenkommend haben sich die Armenier in Jaffa benommen. Sie besitzen ein großes HauS.mit Hof und geräumigen Lokalitäten, in dene» an tausend Menschen iuntergebracht werden können. Die-Tore dieses Hauses sind sönst immer versperrt, das Haus niemandem zugänglich, als wollte' es das Geheimnis dieses unglücklichen, bedrückten Volkes ängstlich gegen Unberufene behüten. Und nun haben ditz Armenier den Ankömmlingen unseres gleichfalls be»^ drückten, verfolgten Volkes die Tore dieses Hauses gastfreundlich geöffnet und in ihremi Haufe, bis das Unwetter borbeigezogen war, Schutz gewährt. Es war dies übrigens das zweitemal, das dieses Haus der Armenier den Juden als Zufluchtsstätte diente. Es war dies im Jahre 1914, als die türkische Regierung den Ausweisungsbefehl gegen die Juden erlroß. Zu Hunderten stünden damals die vertriebenen Juden am Hafen von Jaffa ohne Nahrung und nur dürftig gekleidet, da die türkische Soldateska die Juden auf der. Straße zusammenfing und sie, ohne ihnen zu gestatten^ in ihre Wohnungen zu gehen und sich für die Reise vorzusehen, zum Hafen trieb, wo sie. unter militärischer Aufsicht standen. Auch damals öffneten die Armenier un§ ihr Haus und erwirkten dje Erlaubnis, die vertriebenen aufzunehmen, bis sie ein Schiff nach— Rußland brachte. Vierzehn Stunden lang dauerte «die Landung'mit allen, Formalitäten. Die Szenen des freudige» Wiedersehens, di« ^ich im Armemschen HauS, wo den Ankömmlingen Tee und Erfrifchuugen gereicht wurden, abspielten, sind unbeschreiblich. Familienmitglieder, die während verklangen, furchtbaren KnegsjUre einander schon für verloren hielten, fielen sich weinend 8m den HailS. Nu» beginnt das.gegenseittge Erzählen von vielen Leiden Uno wenig Freuden, aber immer voll vom jüdischen Hoffnungsglauben an erne baldige, - freudige ' Zukunft. 'Die Jungen stimmen. hebHische .Lieder an, Lieder, die so traurig und zugleich hoffnungsselig klingen, 'wie die Erzählungen'd'ec ' Alten. Plöhlrch wird, die Freude unterbrochen. Eine Trauernachricht. Unter den Heinrkehrern befindet sichauch ein Familienvater namens Weißmaun. Höchst erfreut, sein Weib und sein« Kinder gesund wrederzusehcn, setzte er sich gleich hin, um seinen Verwandten und Freunden in Rußland Nachrichten über-seine Ankunst zukommen zu lasseft, welche Hoffnungen man in Palästina hege, da überniannte. ihn dis Freude, sein Herz war zu schwach, das große Glück zu ertragen — er starb, ehe er den Brief vollendet hatte. Unter den Passagieren der ^Rosiija" befanden sich auch viele, die früher nicht in Palästina wohnten und nun dort bleiben wollen, rucker ihnerr bekannte jüdische Gelehrte und Politiker, wie Dr. Josef Klausner rznd Prof. S l 0 u s ch tz, die von Jaffa nach Jerusalem fuhren, um dort unverzüglich J ihre öffentlichs Tätigkeit zu beginne»»' SeSe-Zl ' t «■aaaKVBcaBM Kasais anfa as 3ai*sann HonsiEi ZIGARETTENPAPfERE I ZIGARETTENHÜtSENl^ Sie. Q t^jpfre ffenvs«lbsf die höt ten Erwartungen gl ';; : des Rauchet.;• itiV , ' * >/V ' ALdeutfcher Traum. ' Die demokratische Regierung war zurückgetreten, Weil Deutschland sich zu Tode gestreikt hatte; die. Alldeütschö.si hatten die Regierung übernommen. ' s Das neue Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen;- Reichskanzler ist. Ludendorff. In seiner Programms ' rede betonte er die Notwendigkeit einer Verm:ötzerung Deutsche ' lands nach allen fünf Weltteilen hin. Der Weltkrieg soll; wieder ausgenommen werden,' aber nach dem Stande vom! 1. August-1914. 1 Finanzminister iourdc Helfferich. Er bestimmte, daß'- alle Vermögenssteuern abgefchafft werden. Alle Ausgaben werden gedeckt ^urch eine Brot- und Kartoffelsteuer. Die Landwirtschaft vertritt Oldenburg-Januschau. Er verfügte, daß für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse mntlich'. die höchsten Hamsterpreise festgesetzt werden. Leibeigenschaft' und Prügelstrafe werden wieder eingeführkk ' .; Kriegsminister werden- Marloh, Hiller und v. Kessel. Sie verordnen sofort daS Aufgebot aller männlichen Lebewesen vom achten bis achtzigsten Lebensjahre. r ' Der Kultus wird Traub anvertraut, der sogleich die Volks-, bildung abschafft. Der Besuch einer Schule" wird mit Zucht-' haus bestraft. ' j Ein Verkehr^milnster ist nicht notwendig, da der Der». , kehr eingestellt ist. » ° : Glückseligerwachte der Alldeutsche und schrie: Hurra,- hurra, hurra! — Da bemerkte er zu seinem Entsetzen,' daß, alles nur ein Traum war und daß von allen diesen Er-;, rungenschaften,-die seine Phantasie, ihrn, vorgegaukelt, noch« nichts erreicht war. Da stieg der Alldeutsche innerlich -zer-- rissen , aus dem Bett, ging ins Badezimmer und weinte bitterlich. « , („Ulk."). * Die Ausplünderung Oesterreichs durch Schweizer! Kapitalisten. Im „St. Wallev Stadtanzeiger" findet sich etitU Inserat, in. dem es unser anderem heißt: .sOesterreichische.! Militärware spottbillig zu verkaufen. Rund 1000 Paar Ski! mit'kompletter Bjndung, Preis 15 bis 18 Franken, zirka 5000 galvanisiert^ Blecheimer, 10 bis 12 Liter haltend, ferner- : Schuhe jeder Art, Wadenbrnden, Handstöcke, Militäroecken,^ Feldstecher, wasserdichte Rucksäcke, Velos,' Drahtstiften usw., bei N. N.> Trübbach (Kanton St. Gallen)." Die „Börar!-': berger Wacht" berichtet' sogar, daß eine große St. Gallers Einfuhrfirma dieser Tage eine Drahtung aus Wien erhielt,' worin eine Wiener Firma 35 Waggon alten, gelben Pferdezahnmais südslawischer" Herkunft, bereits tn Vahnwagen verladen und sofort abrollbar, für die Schweiz zum erreichbaren^ Höchstpreis offeriert. Die St. Galler Firma fand mit Rc^hr/ "s sei eigentümlich, daß gerade in Wien, wo zurzeit die große'! Hungersnot herrscht, 33 Waggons Mais zur Lieferung in' die Schweiz zu Höchstpreisen angeboten werden. " * Eine Zeitungsausstellung. Die Abteilung für Zeitmths-' wesen des Deutschen- Museums für Buch und Schrift in, Leipzig hat-eine Ausstellung zeitungsgeschichtlich interessanter; Stücke veranstaltet. Die Ausstellung zeigt den geschichtlichen! . Entwicklungsgang der Zeitung von der geschriebenen an "über; die sogenannten. „Neuen Zeitungen" des sechzehnten Jahr-: Hunderts bis zum Aufkommen, der Wochenzeitungen zu Beginn! des siebzehnten Jahrhunderts, um. nach Proben aus demachtzehnten Jahrhundert üüerzuleiten zur, modernen Zeitung.; Unter den „Neuen Zeitungen"' sind besonders interessant-die! sogenannten Entdßckungszeitungen, von denen der Kolumbus-i brief vom Jahre 1493 über die Entdeckung Amerikas, die' „Newe Zehtung aus PreMig Lands" vom Jahre 1608 Mer! die Entdeckung Brasiliens, .und die„Newe Zeitung von den« Lande, das die Sponier funden haben hm 1521. fahr genant , Jucatan" teils inOrignralen, terls im Faksimiledruck -ausgelegt sind. Die ausgestellten postgeschichtlichen Dokumente . führen in deutlicher Weise vor, wie-eng die Zeitung in ihren' Anfängen mit dem Postwesen verknüpft war. Me sie ja' häufig auch aus den Posthäusern hervorgegangen ist, worauf Zeitungstitel wix „Post-Nheuter", „Postamtszeitung" und andere Hinweisen. Die Zeitung der Gegenwart ist mit Plakaten, graphischen Darstellungen und einer Auswahl von Jubiläumsschriften größerer und kleinerer Blätter in dex Ausstellung' vertreten. * Dis Jüdische PalÄstiim - Reift - nnd Trarr SportgefeNschast, die bekanntlich im Juni v. I.' gegriindet. wmwe, hat bereits in den wenigen Monaten ihres Bestandes Ersprießliches geleistet. Für diese vielen Hunderte palüstinensi- . scher Flüchtlinge und auch zahlreichen Emigranten, für die durch die Palnstina-Aemter in der letzten Zeit die Einreise nach Palästina ermöglicht wurde, urch die nach Erez Israel befördert wurden, war die Gesellschaft geradezü «ine Notwendigkeit. Den meist vollkommen ortsfremden Volksgenossen' Wäre die Reise ohne die Transportgesellschaft unmöglich oder ttUr mit großem Zeit- und Geldverlust und nur unter den größten Schwierigkeiten möglich gewesen. Die Passagiere wurden meistens in geschlossenen Transporten, in separaten'^ Waggons bis zur italienischen Grenze/ beziehungsweise bis nach Triest 'befördert, wo sie von Organerr der Gesellsch^'t erwartet wurden. Aus der Reise durch Leigestellte Carabinieri beschützt, geleitet von Trausportbegleiterm, vemesen die Transporte trotz der gegenwärtig außerordentlich mißlichen Verhältnisse in größter Ordnung, so daß die 'Gesellschaft vielen Dank und aufrichtige Anerkennung der Passagiere erntete. Dank dem Uebereinkomnren mit Schiffahrtgesellschaften, Eisenbahnen, Behörden konnten die Reisenden mannig-,' fache Vorteile, wie große Fahrbegünstignn gen, separate Waggons, und andere Annehmlichkeiten genießen. Die zahlreichen, bereits errichteten' Vertretilugen der Gesellschaft stehen in innigenk Kontakt mit den Palastina-Aerirteril. Dir! Gesellschaft, deren Hauptsitz gegenwärtig sin Wien, 2. Bezirk' Praterstraße Nw. 9, sich befindet, ist auf dem besterr Wege^ ein großzügiges, nationales Werk zu schaffen. ] * Gin Psnrrrr ZvÜbenmter. Der Pfarrer Ko zal in Steltt-Kirchbn'g bei Graslitz ,st; nach^emer Meldung dr< „Narodnl Politika^, aus der katholischen Kirche ausgetreten und wwd sich verheiraten. Er hat erneu Posten als Zollbeamter dei ljchechvftlowakischm Rrpubltk ongenomtneu. ' 1