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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-24 · Heft 362 (24.1.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 362 (24.1.1920)
Date
1920-01-24
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien. SamstaS Veite S Wiener MorgenzeitunA ,24. Jänner 1920 9&S85 Deduktion umfaßt insgesamt 18 Millionen Kronen und letrifft unter anderem mehrere Schulbauten, d e ^riegstohnhänfer auf der Schinelz und Friedhofsanlagen, ^egen diese Streichungen wendet sich der Christlich- »zlale Wawerka, der d?n Sozialdemokraten vorhält. sie in der Opposition den Christlichsozialen es ^nt Verbrechen anrechneten' wenn sie bei Schulbauten Ersparungen zu machen versuchten. Der Referent erwidert, daß dm Streichungen im Einvernehmen mit den christlichsozialen Vertretern im ^inanzkomitee beantragt wurden. Die Streichungen Luden ihre natürliche Erklärung im Mangel an Butzkoffen, so daß die veranschlagten Summen nicht auSgegeben werden können. Hierauf wird der Re seren tenantraz angenommen ttch die. Sitzung geschlossen. Die Ernährung. Der Marktbericht. Von den Wiener Mäikken war gestern «tu btt Naschmarkt -was besser beschickt. Es gab hier bessere Gemüsearien, wre Kohl md Kraue, in ziemlich ausreichenden Mengen. Dre Vlktnalieulalle rm Ul. Bezirk und die meisten übrig!» Bezuksmärlte versigkrn aber nach wie vor nur über Suvpengemüse. Möhren und Kruken. Die Obstscnduvgcn haben bedeutend nachgelassen, doch lnd auf einzelnen Mä'.kten noch Vorräte an Aepfeln aus den iorhergegangencn Tagen anzulreffcn. In der G r v ß m a r k t h a U e standen außer dem jahonierten Rindfleisch nur etwas Würste sowie geräucherte und stsalzene Schellfische zur Verfügung. . Heute kommt Selchsteisch zu K 69.— pro Kilogramm gegen len Abschnitt 26 des Emkaufscheines zur Ausgabe. Die Brot- und Mehlquote. Wie verlautet, wird auch in der nächsten Woche die neswöcheutllche Brot« und Mehlquote von 1 Laib Brot und }/> Kilogramm Mehl beidehalten werden. schwedische Liebesgaben für Angehörige von Kriegsgefangene«. Das schwedische Rote Kreuz bringt iür dir Angehörigen ton Kriegsgefangenen' Liebesgaben zur Verteilung. Die Verseilung erfolgt für die Namen mit dem Anfangsbuchstaben 8 bis dl Lamstag den 24., 0 bis 8 Montag den 25. und iür die rest» Den Buchstaben Dienstag den 87. d. M. Für die Beznke l bis K und XX werden dre Liebesgaben in der Großmaikthalle, für ne Bezirke X und XI in der Bezirksvorstehung des X. Bezirkes, Ür die Bezirke XU und Xlll in der Bez rksvorstebuna des XII. Be« nrkes, für die Bezirke XlV und XV rn der Schule Dadlergaste 16. Br dre Beneke XV! und XVii in der Armenvorstchung des >Vl. Bezirkes, für die Bezirke XVIU und XIX in der BezirtSwrstchung des XVIII. Bez rles und für den XXl. Bezirk m der Vezirksvorstehung dieses Bezirkes in der Zeit von 8 bis 4 Uhr rmerlt werden. Erster Wiener Konsumverein. Wr. Sfortfetjuna der Spiritusabgabe in den Berschleißstellrn. KU Schonbrunnerstraße 252. XI!/., Altgaste 20. und XW., Lamzerstraße 134> 1 Flasche für das Mitglied, nur an dort cayomcrle Mttglicker und nur gegen Rückgabe einer lerren Lner» flasche auf- Nummer 8 (acht) der rosa Bezugskarte. tXIl. Demi »b Samstag den 24. d. M., Xlll. Bezirk ab 26. d. M.) Neichswirtschastsbund der Festangestellten. m*, die mit-Fleisch rationierten Mitglieder kommt gegen Avtttnnung der Zister 11 vom Einkanfsschein ab heute Rmdfletsch zum Verkauf. _ tw für Kinder. Am 1. Februar treten neue Muchkarten für Kinder bis zum vollendeten 1. Lebensjahre und dom vollendeten 1. bis zum vollendeten 2. Lebensjahre in Kratt Dre Karten können von den bezugsberechtigten Haushalten vom ßv. d. M. angcmngrn rn den Brotkommissionm gegen Vorwenung der bisherigen Kindermckchkarte und eines Dokumentes Haushaltungsvorstandes lTaufschem. Geburtsschein, Trauungsschein, Gewerbeschein, Ai bensbuch,, Dienstbotenbuch, ärmlich, Legitimation und dergleichen) behoben werden. . ,?er alle omMche Einkaufschein. Der Magistrat gib> bekannt, daß dre,m September zur Ausgabe gelangten amtlicher Emkanfschnne nicht wie die Zuckerabfchnitte lauten, mn EndeJännei ablausen, sondern bis aut weiteres m Verwendung bleiben. Di, Ausgabe neuer Emkaustcheine wird -seinerzeit verlauibart werden - . Verband der jüdischen Invaliden und Heimkehrer, Wien» II., Obere Donaustraße 65/4. Ausgab, der ,Lebensm!ttel2nwei,ungcn und Meldungen für die Attwr tt'ta 41U„b3Ic?a" b' '"«-ich W«*» « Md-/.»llh, Bühne rmd Kunst. Ei« Sängerstreik gegen die Klaque. . Wie der ^Times" aus New-Aork belichtet wird, haben d Sänger der großen Over rn Chicago bcschloßen, gegen d,e G wattigen der Klaque m dm Streck zu treten. Sie erklären, dc A"®"*.™1 d« >mmrnsckl>» oaä«bt»l fvurd n. Künstler, die aut ihr Renomee bedacht sind, niüffm f! rede Vorstellung vier englische Pfund an den Chef der Klag, bezahlen manchen wurde ein wöchentlicher Pauschalbetrag vr 12 Ptund Sterling vorgeschrieben. D,e ersten, die sich gegen die Ausbeutung auilchnten. waren zwei Gäste, de? französische Ten, Charsts % o n t a r n e und der «kalien.sche Tenor Äleffand, D o l cVor,ge Woche nun kam die Antitlaque-Oiganlsattc der amerikanischen Opernsänger zustande, deren Leituna in eine Zirkular die mtercstante Enthüllung macht, .daß in Chicagos £cr bcr Klagiw der Subst tut eines Managers steht, d den Kunstlein große Summen unter Androhung des Auspferkei elprevt. Ueberdlcs erhalte er für jede Aufführung vierzig Theale karten, dre er verschachert. Man ist in Amerika sehr gespannt, w dieser sonderbare Streik enden wird. w lv ' ) Aus den Theatern. Ä Im Deutschen Val ksthe ater und in d Kamm er s p r c l e n nridrn h e u t e P r e m i e r e n sta Im Deutschen Vo'kstheaier gebt neuemstudiert „sl <riam« Sa-?!nt m Szene. In den Kamm, sprrlen Erstauftuhiung des Schauspiels „D r e S ch w e jt e r u n d d e r F r e m d e" von Bruno Frank. Im Wie ner Stadttheater wi'd heute Samsl, Wo morgen Sonntag abends das Lustspiel .Die lustige Weiber von Windsor* von Shakespeare mit H a n f i N i e s e und HansMarr in den Hauptrollen gegeben. — De Novität „Der große Künstler* wurde für Freitag den 30. d. M. verschoben. Im Theater an der Wien beginnen beute wieder die Ensuite-Vorstrllungm der Novität ..Die D o r f- Musikanten* mit den Damen Fischer. Karlousch und den Herren MarÜchka und Tautenbayn in den Hauptrollen. Sonntag nachmittags gelangt „Die lustige Witwe* mit Betty Fischer und Hubert Marischka zur Auflührung. In der N e u e n Wiener Bühne geht Dienstag de» 27. d. M. die Erstausiübnmg von „H a n n e l e S H i m m e lf a d r t" von Gebart Hauvlmann mit Cäcilie L v o v S k y m der Titelrolle in Szene. Als Lebrer Gottwald debütiert Herr Mar H o ch st e t t e r von der Volksbühne in Berlin. Hierauf wird der Einakter „DaS Vermächtnis* von Viktor F l e i s ch e r gespielt. Im Theater in derJosefsiadt wird morgen Sonnrag. nachmittags */»3 Nhr. bei ernläßigten Preisen, als Kindervorstellung mm ersten Male der Schwank „Der verwunschene Prinz* oder „Das Märchen aus Tausend und einer Nackt* von I. Pälzl gegeben. & Heute um V»3 Uhr nachmittagfindet die erste von den von der Volksbühne veranstalteten volkstümlichen Ove, naufiübrungen im RonacherTheater statt. Zur Anflübrung gelangt Rof'M'S „B a r b i e r v o n Sevilla". Mitwirkend die Damen Musil und A t 1 l e r sowie die Herren B a n d l e r, P r e u 6. B a n m a n n und T a n b e t. Musikalische Leitung Karl A u d e r i e t b. Restliche Karten an den Kaffen des Ronacher-Thcaters und im Ba^ar 'l, Rotenturmstraße). Franz Koppes-Gllfeld gestorben. Im hohen Alter von 81 Jahren ist in Drißdcn Franz Kovvel-Ellfeld gestorben. E,n Nbemländer von Geburt, lcbte er seit bv Jahren in Dresden, wo er sich als Dozent an der Hochschule, als Redakteur und zuletzt als Dramaturg drS HoltbeaterS auf vielen Feldern des Wirkens tummelte. Aus der Fülle seiner dramatischen Schöpfunaen baden nur jene Lustspiele aut der Bühne Geltung grinndkn. die der gewandte Mann, dem Geickmack des großen Publilums gchor>am. m Gcmein'chaft mrt Franz von S ck 8 n th a n schrieb: „Komteß K uck erl*, „Rena i s s a n e e", „D i e g o l d e n e E v a*. Hebräische Chamischa- * Assar-Feier Der jüd. - aff ad. Kulturverbaud „I a b n e" und der „Hebräische Konversation»- Klub" veranstalten Mittwoch den 4. Februar 1926 um halb 6 Uhr abends eine Hebräische Ehamischa - Assar - Feier Anschließend an die reichhaltigen mustkalifcheu und vokalifchen Borträae findet die Aufführung deS hebräischen Einakter» „Lajta bafferem" von D. Simonowiez statt. Sport. Das Abe de!» Futzballspiekes. Willy MM hat durch dieses Büchlnu unserer recht kärglichen Sportliteratur eine wertvolle Bereicherung zuteil weiden lassen. Das „Abc* bringt in leicht faßlicher, erzählender Form d:e ganze Theorie des Fußballspieles und gibt sowohl dem Trainer als auch dem Spieler sehr wertvolle Anregungen. Das Buch ist mtt viel Liebe geschiieben und verrät den mlten im Getriebe stehenden Fußballer. Dieser schöpft au8 der Praxis, was uns zu seinen Theorien Vertrauen gewinnen läßt. Zahlreiche ausgezeichnete Illustrationen und rin getälllper Umschlag lZeichnuna von M. I. Lemhe' tragen viel zudem guten Vesamieindiucke des BuchrS bei. Das „Abc" ist direkt durch den Verlag „Neues Wiener Sporlblatt", H., Obere Donaustraße 48, zu beziehen. Verufssutzball Und Amateurfußball in England. Gleichsam der Tradition rnckprechend, benutzen dre berühmten Corinrhlans die Zeit um Neujahr zu einer großen Sp>e1reise. Sie waren dabei sehr erfolgreich, schlugen unter anderem eme vorder als sehr fiarck bezeicbnete gemischte Hochschnlmannsckaft mit 10:1 und besiegten auch Full,am, eine gute Mannschaft der zweien Liga. Einen besonderen Eriolg errangen aber die Corintbians in Ed,nburg vor 4W:0'i Zuschauern gegen die beste schottische Mannschait, die Queens Park RanaerS; sie spielten 1:1. und die Kutik lobt das stotte> offene, dabei ausgezeichnet kpatte Kombinationsspiel der Amateure. Uebrrgens scheint. sich ganz allgemein das „kurze Passen* m England überlebt zu haben. SvortKlub Hakoah. Sonntag den 85. Jänner sinket um 6 Ubr abends <m Cafö AtlaShof ein Klubabend mit Vorträgen und Tanz statt. Eintritt nur für Mitglieder und von solchen persönlich eingeführte Gästen. Schwerathletiksektion der Hakoah. Heute Sanzstag, präzise 6 Uhr, äußerst wichtige Vollversammlung. Hechawer. Sonntag den 25. Jänner, st Nhr vormittags, ordentliche Generalversammlung im Dreilaufercaf^, Vll!., Alsersiraße 3t. Gerichtssaal. Die ersten Verhandlungen nach dem neuen Iugendgerichtsgesetze. Ein Laib Brot — 2709 Kronen. Gfsiern fanden vor d^m im Parterre des LandesgerichtS« gebautes nvldmNig uniergebiachten neuen Jugendgerichte, welches als Exvosilur des Bezirksgerichtes Jose st idt dre Jugendgeiichtsbarkit ausübr, die ersten Verhandlungcn nach dem neuen Juaendgerichisgcietze statt. Dem Hauvlcrlorderniffe dieses neuen Gesetzes, der Errichtung eines Jugendgerichtein elpem eigenen Gebäude, konnte bekanntlich Nicht Rechnung getragen werden, weil d»e zahlreichen liquidierenden und nicht liquidiercndcn überflüssigen nnlitärischnt Aentter alle brauchbaren Gebäude besetzt hallen. Das emzige, was durch die an'gcdrohte Mandatsniederlegung der Funkt onäre der Iugr^geiichishilse erreicht werden konnte, war d!c Hnnmg der Rauml ckk'cken, die bisher gänzlich ungeheizt waren. Der Veibancliinasiaal war van einer großen Anzalck von Fiiutl oniimi der J»grndiüii'org.veielnc, fast durchgehcuds Damen, dicht bckcick. Bclorider-s Int nesse nahm eme Vcrhandluirg in Anspruch, die m t der Fi ei'vrecbung der Angetlagten w'gen u n w t b e rst e h l r ch c n (-1 iu u it (U 3 u n t a Einwirtungder Unterernährung enbfic. D>e tZjährige Anna Sch. war angetlaüt. dem Güulergebrlfm Franz H a N m a n n zwei Pfandscheine aus Bettwäsche im Werte von X 2700 gestohlen und süj dieselben — einen Laib Brot emgetau^cht m haben, der somit im wahren Sinne des Wortes K 2700 kostete. Mri Rücksicht daraus, daß der Bestohlene einen Schaden in dieser Höhf eilm, wurde die Untersuchung zunächst berm LandeSgrrrcht gv, Hifirt, vor welchem noch das Verfahren gegen die Geschäitsfray Helene W e r n h i m v r, welche für Piandscheine aut X 3706 rmen Laib Brot hergab. anhängig rst. Geaen die Dreizehnjährige wurde der Akt wegen Verbrechens d^s Diebstahls, bei Kindern linter 14 Jalnen als Uebrrtrelung üraibar, dem Bezirksgerlchu Jolesstadt abgetreten, vor welchem sie heut« ihr GeständMß wiederholte, wonach sie sich e nen Laib Brot verschaffen wollte, „nm sich endlich elnmal satt rffey* zu können. Denn sie. rhu Mutter und Geschwister leben au-schließlich von schwarzem Kaffee rmd Snpve, wozu bie und da etwas Genlüre komme. Dev Laib Brot habe sie mit mehreren Schulmädchen geteilt, welche «Hw Portionen sofort gierrg verzehrten. Der Bestohlene gab als Zeugt an. er oder seine Frau habe dre Angeklagte, welche er als halb verhungertes Mädchen gekannt habe, und welcher der Hunger «ui! den Augen sprach, zuweilen in seme Wohnung kommen lasten.um ihr eiwaS zu essen zu geben. Als sie einmal allein in dre Wohnung war, habe sie dre zwei Pfandscheine genommen, dt trage aber der Kleinen nichts nach, weil sie nur der Hunger z« dem Diebstahl getrieben bade. Biel «her seren jene GeschäftSleutt zu bestraten, die von Kindern Pfandscheine kaufen. — Richters Da haben Sie wohl reckt, wenn es nicht Erwachsene gäbe, bit Kindern gestohlene Sachen ghkaufen. würde es auch feine Kindet lnben. die solche Dinge stehlen. — Der Richter, Landesgerichtsras Dr. F i a l a, sprach bie Angeklagte mit brr Begründung f r e i, sie habe unter Einwirkung der Unterernährung aus unwiderstehln ckem Zwange und nickt überlegt gehandelt, was sich schon daraus ergab, daß sie Pfand'chcine aus X 2700 hergab, um sich einw» Laib Brot zu verschaffen. Weite Diebsreisen eines Ehepaares. Die Eheleute Heinrich und Anna P s u n d n e x haben hä vergangenen Jahre auf einer Reise durch Salzburg, Oderostmß'ch und Ungarn in zahlreichen Hotels, wo sie Adsieigquartttr ge* nommkn. dle -F:au auch in Fannlirnhäusern, wo sie zum Schei« als Rkagd in Dirnst getreten war, umfangreiche Diebstähle verM Das Paar wurde schließlich in Wien perbaftet. wo die Frau bei der- Familie Sckipck als «Mädchen für alle-* Ausnahme gefunden und Echmucksachrn sowie Kleider ,m Werte von K 10.000,** enU wendet hacke. J Gestern waren Heide vor dem Schwurgerichte de- Dum stahl-angellagt. Heinrich Pfundncr wurde zu fünfzehn M o n a i e n, feine Gattm zu achtzehn M v n a t e is schweren Kerkers verurteilt. Der Volkswirt. Wirtschaftliche Nachrichten aus Pole«. Kraka«, 23. Jänner. (Privat.) Der Korrespondent du ..Nowa Reforma* erfährt aus finanziellen Warschauer Kreisen^ daß der Gesandte der Vereinigten Staaten in Warschau Gibsov seine Demission gegeben hat. Diese Demission wurde mit de« plötzlichen Abbruch der Verhandlungen betreffs einer Valuta anleihe. für Polen inAmerita, welche vom ehe« malrgen Finanzminister Bilinslr mit dem Repräsentanten einre Gruppe der amnitanischeu Banken, Langlin, angeknüpft wurde verursacht. . . , ' Die Krakauer Blatter melden, daß der Finanzmlnistq G r a b s k i eingcsehen habe, daß die Festsetzung einer fesich Relation der Krone zur Mark ohne vorhergehende AK stemprlung die Rückflut der im Auslands befindlichen Kronen mengen verud fachen würde. Um dem vorzubeugen, entschloi sich der Flnanzminister 'doch alle in Polen befindlichen Krön« abzustcmpeln. Das Finanzminrstetium verhandelt bereitmö Prvfesior NrgruSz in Lemberg, welcher einen speziellen, schwel nachzumachenden dreifarbigen Stempel erfunden ha wegen Verkaufes seiner Erfindung. Die Abstempelung soll auj das Gebiet deS Herzogtums T e s ch e n umsaffen. *. Aus Lemberg wird uns berichtet: Seit drei Tagel zahlen alle Lcmberger Banken sowie die Filialen der polnisch« Landesdarlehcnskasfe alleGuthabenrm Kontokorrent «uf in polnischen Mark nach der sestgesetzlen Relation 70 p 100 aus. Kleinere Betröge werden in K r o n e n ausbezahlt. Danzlger Banken erhielten größere Anmeldung^ für den Ankauf der polnischen Mark. Infolgedessen ist die polni! sche Mark in Danzig sehrhochgestiegen. Güterftauungen auf de« Vahnhvfen. ES ist eine auffällige Erscheinung, daß in der gegen« wärtigen Zeit des allgemeinen Warenmangels die Bahnmagazine mit Waren der verschiedensten Art überfüllt sind, ja baß viele beladene Wagen sogar wochenlang aus derf Bahnhöfen stehen, ohne von den Parteien entladen zv werden. Zum Teil handelt eS sich hierbei allerdings uw Waren, die aus dem Auslands .stammen und von beij Parteien daher nicht vor Erledigung des Zollverfahrens bezogen werben können. Zum Teil sind es Güter, du von Wien weitergesendet werden sollen, wegen der bestehm« den Berkehrssperren in den benachbarten Staaten aber nich) abrollen können. Zum nicht geringen Teil aber werde« die auf den Bahnhöfen, in den Magazinen ober in der! Wagen befindlichen Güter von den Adressaten nicht bezogen weil sie hoffen, bei einer längeren Zurückhaltung der Wart günstigere Preise zu erzielen. Die zum Bezüge berechtigender Frachtbriefe oder Avisoscheine gehen von Hand zu Hand bis sich endlich ein Käufer findet, der die Ware wirkliq bezieht und dem Verbrauche zusührt. Wie wir erfahren haben nun das Kriegswucheramt und bie Bahnbehörderi diesem Treiben ihr besonderes Augenmerk zugewendet. Dai KriegSwucheramt wird nicht zögern, derartige auf ^>en Bahn! Höfen ohne ersichtlichen Grund unbezogen lagernde War« zu beschlagnahmen. Die Bahnen, venen daS Eisenbah,« betriebsreglement daS Recht gibt, unbezogene Waren, wen! sie verderblich sind, sofort, sonst unter ^gewissen Voraus setzungen zu veräußern, werden von diesem Recht in aus giebigerer Weise als bisher Gebrauch machen und dadurcf auch noch beit Vorteil, erreichen, daß die angestauten Wag« raschestens frei werden und zu anderen Transvorten ve» wendet werden können. Allerdl.gS werden sich in Htnkuns auch dir redlichen Kaufleute mit der Entladung und Ab fuhr ihrer auf den Bahnhöfen befindlichen Waren fehl beeilen müssen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, da ihnen ihre Waren amtlich, beschlagnahmt oder Lakuäwtlla verkauft werden»

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