Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 362 (24.1.1920)
- Date
- 1920-01-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, «amsmst; -aglene« 'MorgÄMmy v-——--- HaAers Emzug in Thorn. War'chi'.u, :si3. Jänner. C&;\nt.) Tav3 ^o(u>frfjc 9tiniceffovfojimniräo pil't bfl'mnit, baf* bic tSiviUiicnui^ObnfchlcUenS f’ir'ij dieDeiü'si'lun in ia>c!um Tnnda und planniäma non ftattcn iiJljt. Die Stabt T h o i n xftbcfatuttlub schon von den volrti- >chcu Ttnvpen iescttt worden. Am 25, S'biuar wud ©nieral \Va t i e v taovt rfi mit emn- Gntpve von >)tetdi?tao5abacdib11ctcn m IX!) o r n etmücfcn. Hentt werden die volnächm Truvprn bte Stab-t © r a tt d c n ,t bdctjcn und am 25. Immer die Weichsel überschreiten. Am 1. Februar werden die polnischen Truppen den Wcstttil d's D a n z, g e r FrcistaatrS desei-en und am 3. b'ebruar bis rn der Tanziaer Bucht vorrückcn. Am 4. Februar wird die Benberareisung der dm Palm nach den FniedeuAverlrogv'rinrochenen Bleeresinstc üattnnden. Wie die Blauer melden. haben die Trupven bereus den Marsch anqettetcn. um bic obne Volksabfiiinniuitß an Polen zusallenden oberschlesischen Gebiete zu. te'ejren. Grey VorMender des Völsterdundes. Berlin. 23/ Jänner. Die „Bosst'che Zeitung" meldcians Rauerbam: Nach' einem Bericht des londoner „Globe" ilt es sicher, ■ fflij.V'cnb Ohct) der Boisitz des Völkerbundes änaebotm worden ist. Ob er ihn annehmen wird, steht noch nicht sest. . Das Fiasko des italienischen Eisenbahnerftreiks. ' Nom, 23. Jänner. Der Eifenbahnersireik, der ohne jede iv.rtscha'tliche Veranlassnnst ni'.d zwar nach der eniflcgeniommenden Antwort der Regie'ung proklamiert wurde und der non einer > leinen radikalen Minorität gebenden Will'n der Arbeuerkv'.nöderatron und auch gegen den Willen des Eifenranuci vcrbandes und anderer Verbände derselben Kategorie rn Szene gesetzt wurde, erwies sich schon nach wenigen stunden als ein vollnärrd'.ger M'ßcriolg, als ern noch größerer Mcheriola als der Post» ü'.'d Teldarapbenstreik. D?ur 30% der Eisenbahner stimmten dem Streik zw, to dasi mtt Hilfe der energischen Maßnahmen der Regtetung der .Ersenbalmverkchr auch weiter ausrecht erhalten, wurk'. Die gesamte Presse reagiert stark und energisch und fordert die Acorrrung 'nitt, gegenüber die'en Borgiingen d.te Interessen der Allaemrinhei: zu wahren. Ans ganz Italien lauten Tausende von Angebo'eu von Ingenieuren, Mechanikern. Arbeitern jeder Katrgor.e und von Studenten ein. die sich bereit erklären, sofort in dm Dienü an Stelle der Streikenden zu treten. Frankreichs BsvollmLchLigLe der der FrredenskonfersAz. Pari?, A3. Jänner. «Tel-Komv) Der Ministerrat ernannte Bevo.lm.ichliareu der Fuedenskonferenz den Fmaurminiüer M a r i!) a 1, bcu Handelsniinisicr I s a a c, den Direktor des Bunistermms des Innern Paleologue ' und Jules E a nt b v n. *. GriechenLanLs Land gewinn. Washington, 23. Jänner. «Tel.-Komp? Der S en a t i alrnr eure Entschließung zugunsten einer Entscheidung der All-neu an. die Griechenland bulgarische © t biete wi'rricht. Außeroem soll Griechenland einen T ei l der s ii r o p ä i s ch i n Türkei, jedoch ohne Konstantinopel, .'bolt u. ... Liechtenstsin schließt sich dev Schweiz an. .Bern, 23, Jänner. (Schweiz. Depeschenagentur.) Zwischen Wsiretern des Fürstentums Liechtenstein und der s ch w e i z beginnen cntip'.echend dem Wunsche des Fürstentums heute hier tnsrhandlungen über den Abschluß, des Bertiages brtreücnd die Post- und Zotlun'vn des' Fürstentums, mit der Schweiz. Bon liechtenftcmscher Seite nimmt an den Vcrhand- Innaen Fürst Eouard von Liechtenstein teilt Die Verhandlungen nnden unter dem Vorsitz des'Ministers Drnchert statt. Wiudffchgrätz gtzgen Kasoltzr. VuL-Q^est, 23. Jänner. (Privat.) Prinz Wmdischgratz e.ll.iIe vor seinen Wählern in Saros-Patak, er schleudere dem Gra'en Bk i ch a e l K a r o l p i rns Gesicht, daß er ein b c=*; a h 11 c r ul g e n t der f r a n z o s t s ch e n N e g i e r u n g gewesen tet und feit 1916 die Ausgabe hatte, die Armee zu demoralisieren. D:esir ocubcrbltdjc Emflui habe nach Ausbruch der Rerosittion den Höhepunkt 'erreicht und vollen Erfolg gehabt. Die SrucheneDidemis in der Akraiue. BlstLernepiöernie in Schlesien. Prag, 23. Jänner. (Tel.-Komp.) Ein Redakteur des '.Eeske Slovo" herich'et über,e:ne Unterredung, die er mit dem '.tzc N'.ster tür össe'.'lliche Arbeiten der ukrainischen Bolksrevu'altk statte. Ter B?.i;ister sagte unter anderem, daß die tschccho- 'lowamche Revustlck vor der ungeheuren G fahr der Einschleppung nersch-edruer ansteckender Kiankbeuen stbe. Städte, Dörfer, strankcnhäusti'. Schulen. Bahnhöfe und zahl'eiche öffentliche und private Räume in der Ukraine scim von Kranken und Leichen ü’jeuiiüt Auf den kleinsten Bahnhö en tö'nne - man dutzendweise steichen, dw Opfer der Inlektionskionkheittn,. sehen. Es grg'ueren B a n ch t h v h u s, F l e ck i y v b u s, F leckst e b c r, B! a 11 c t n und a s r a t i s ch e P e st. An Medikamenten und Aerztcn herrsche überaus großer Mangel, die Leichen siegen wochenlang miRsta-tet und auch dte Aerzte fasten berens den Krankheitru mm Op!-'r. In Knmenez-Podolskl sind schon 00V0^Bewohner gestorben. Falls steh Westeuropa mcht um chsortige Hille kümmere, werden die Nachbarstaaten, die Tschcrbo- Slowakei iubegru'sen, von diesen Seuchen ergriffen werden. Die ukrain ich: Rew-'rung habe sich bereits an den Obersten Rat in Paris gewendet. Wie die Blätter melden, breitet stch die Blntkernevidemie in S ch l e s i c n ttt erschreckender Weise aus. Aus 26 Gemeinden?tts Bezirkes Frcistadt wurden bisher 832 Älattetniälle gemeldet. Die Regierung bat sofort die nötigen Maßnahmen gegen eine Weiterverbreiumg der Epidemie angeordüet. Beamte und Aerzte oes Ministeriums für Gesundheitswesen sind in das verseuchte Gebiet ab gerecht. _ Die Banknoten zu K. 1.— und zu K. 2.— werden innerhalb einer öffentlich bekanntzumachendeu Frist bei den hierfilr zu bestimmenden Stellen zum Umtausche gegen gestempelte Noten einzureichen sein. Der Zeitpunkt, in welchem mit dem Umtausch begonnen wird, die hierfür bestimmte Frist und das dabei zu beobachtende Verfahren wird durch eine besondere. Kundmachung festgesetzt werden. ■ Die Erlassung einer Vorschrift, wonach von einem festzusetzenden Zeitpunkte angefangen die ungestempelten Banknoten zu K. 1.— und zu K. 2.— nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel in der Republik Oesterreich zu gelten haben, bleibt Vorbehalten. ~ Bis dahin ist jedermann verpflichtet, sowohl die deutschösterreichisch gesternpelten als auch die nicht gestempelten Banknoten zu Ki 1.— und zu K. - 2.— bei allen in Kronen- . Währung zn leistenden Zahlungen zum Nennwerte anzunehmen. Mgesbericht. Dev „jüdische Dreh". Von Zeit zu Zeit ein Zitat aus der antisemitischen Presse zur Entlarvung der Judenhasser. * In den letzten Wochen wird der Unwille gegen die österreichischen Bauern immer.lauter. Die märchenhaften LebenZmittelpreise sind zum guten Teil auf den Wuchergeist der Landbevölkerung zurückzuführen. Viele von ihnen ersticken förmlich im Ueberflutz und lassen trotzd.em die Großstadt verhungern. Erft jüngst hat der Vizebürgermeister Winter in der Gerneinderatssitzung einen typischen Fall erzählt:' Ein katholischer Priester, der ein Jugendheim zu leiten hat, war nicht imstande, in seinem Heimatorte bei den eigenen Anverwandten Kartoffeln für seine Schützlinge aufzutreiben, trotzdem dort nachweislich Ueberflutz an. diesem NahrungZmitteb bestand. Er hat.sich beim Vizebürgermeister bitter beklagt. Da lesen wir nun im „Deutschen Volksbatt" eine Verteldigung der Bauern gegen die sogenannte „Judenpresse", in welcher es heitzt: „l^s ift d er e w ige j üd is ch e Dreh, Verfehlungen einzelner werden der ganzen Klasse aufs Kerbholz geschrieben!" Dieses War: mutz festgenagelt werden. Die ganze Praxis des antisemitischen Kesseltreibens besteht ja darin, ein ganzes Volk dir „Verfehlungen einzelner" büßen zu lassen. Mühselig tragen sie alle jüdischen Namen überwiesener Preistreiber oder Mürberer zusammen und erklären dann die ganze Jtldenheit für verworfen, für die Krankheit der strahlend reinen arischen Welt. Erst jüngst hat Alfred Kerr in seinen Tagebuchblättern aus Jerusalem diese Methode gekenn^ zeichnet: Dos Bild des Ariers wird hergestellt bloß aus den Zügen der Allerbesten. Sie tun, als ob sämtliche so wären. Aber das Bild des-Juden wird hergestellt aus den Zügen der ALerschlechrcsten. - $ Das Wort, daß'Hinan eine ganze Bebolkerungsklasse die Sünden einzelner büßen lasse, wird im Munde der Judenfeinde zur Selbstanklage und wir hören es gerne. Voller Stratzenbahnverkehr und Elektrizität für die Industrie am Montag. * Amtlich i wird verlautbart: Das Staattzamt für Handel und Gewerbe hat, wie bereits angekündigt, in der Erwartung, daß anhaltend bessere Kohleneinläufe eintrefsen werden, trotz der noch immer gefährdeten Lage der städtischen Gas- und Elektrizitätswerke angeordnet, daß von Montag den 26. Jänner an wieder .der Bezug von Gas und Elektrizität für Kraftzwecke gestattet wird, so daß die- Industrie von diesem Tage an die Arbeit wieder-aufnehmen kann. Um jedoch die Ausnützung der vom Elektrizitätswerke aufgewendeten Kohle möglichst wirtschaftlich zu gestalten, hat das Staatsamt gleichzeitig auf Grund EingesendeL. Herr Meilech Alster Wien, zeighiermit an, dass seine Verm&htang mit Fräulein Schoschana Honig Wien, am Sonntag den?5. Jänner 1970 um 3 Uhr nachmittags im Leopolds- Tempel, II., Leöpo’dsgasse, stattfindet und ladet hiermit alle Freunde und Oesinnungsgenossen höfl. zum Erscheinen ein. 2268 Ich. annonciere mit den kleinsten Buchstaben zahle aber die grössten Preise für schöne grosse ,und> kleine Brillanten,' Perlen, Dosen, Tassen, Kannen, altes Porzellan, Bronzen, Uhren, antike Möbel, Bilder und alte Zähne. Juwelier- und Kunstsalon Politzer, I., Äugustinerstrasse 12. ÜBOLD BRILLANTEN! A^st-2'n^eluug der E'm- und ZweLkronenuoten. J'in heuiigrn Staatsgssetzblatte gelangt eine Vollzugscnwsisung betretend die Kennzeichnung der für den Umlauf in der Republik Lesterreich bestimmten Noten der Oesterreichisch-ungarischsn Bank zu K. 1.— und zu K. 2.— zur Verlautbarung. Die in der Republik Oesterreich' im Umlauf befindsichen Noten der Lesterreichisch-uugarischeu Bank zu 5k. 1.— und zu K. 2.— werden vurch einen amtlichen Stempelausarnck gesern'eichu-t. Dabei wird das gleiche Siempel- '-eichm in' Anwendung gebracht werden, welches zur. Keim- Zeichnung der ^Noten der höheren Betragskategorieu diente und '' wtllchsS" ' inner halb eines gulllochierten RahmrnS das :$ott ..Drutschi'-''u'ick" der wird . \’.r - ü.vr.: ... ,'?.!! ■■■>.• l' ■' ...I; c -■ in hrür.?'C .v.'ri'i'v | Platin, Milnven. Perlon, Uhren, falsche Zähne, alle Silbergegenständo ' verkaufen Sie am besten direkt dem Juwelier u- Goldarbeiter S. Holzapfet, i Wien, VI. Hlsrlabllfersirasee 79, odor Werkstätte: I. Wollzello 17/13, I Zahlt höchste Preise, da für eigens Verarbeitung. 904 I X 1% io|£> Kein Händler sondern dar Erzeuger und Qo Idar beiter Loringer I. Orn.ben 28, 2. Stiego, I. Stock, Tür 10 (bei Anton J. firUnwald) zahlt die höchsten Preise für BRILLANTEN, PERLEN, jede Art SILBER und PIL&TIN ets. «7 S'jj-ei,’ otiop rinxnhz m t Lprcchrl-nrn:r - Tttepion 14411 24. Jänner 1920 , , , Nr. 362 des mit den Vertretern der Industrie getroffenen Uebev» eink-vmmens das Elektrizitätswerk beauftragt, di« Stromabgabe so einzutmlen, daß Industrien mit geraden Hausnummern ihren Kraftstrom nur in der Zeit von 7 Uhr' früh bis 12 Uhr mittags und die Betriebe mit ungeraden Hausnummern nur in der Zeit von 12 Uhr^ mittags bi? 6 Uhr abends entnehmen dürfen. Durch!' eine so sch: Einteilung erreicht das Elektrizitätswerk «inen - . gleichmäßigeren Betrieb, der kein forciertes Änheizen einzelner Kesselgruppen zu. bestimmten Tageszeiten. erfordert und somit Ersparnisse an Kohle möglich macht. Die Straßenbahn wird ab Montag den ° 26. Jänner l. I. wieder vyn 6 Uhr früh bis ^9 Uhr./, abends verkehren- _ Wiederaufnahme des Personenzugsverkehres. Ab Montag den 26. d. M. wird der Perfonenzugsvertehr im gleichen Ausmaße wie vor der Berkehrssperre, jedoch mit. Ausnahme des S ch n e l l z u g s v e r k e h r s bis aus weiteies wieder ausgenommen. Die Berkehrszeiteir der einzelnen Züge sind auf dm Bahnbofen zu erfragen. Millionendiedstabl im Kunsthiftorischen Museum. - In der Nacht zum 23. b. M'. ist im Kunst«' h i st Gr i s ch e n M u s e u m ein Diebstahl begangen worben, der das Museum um eine Reihe ungemein wertvoller Schätze beraubt. Der angerichtete Schaden wird mit mindestens einer Million Kronen beziffert. Der Tater hat sich offenbar, am Abend des 22. d. M. in das Museumgebäude auf dem Burgring geschlichen und sich nachts einsperven lassen. Bis zur Ausführung' der Tat hat er sich offenbar versteckt gehalten; denn als gestern früh Oberaufseher Reicht die Sale der Sammlungen öffnete, fand er die Schlösser unheschäldigt^ . die.A n L i ke n s amm lun gen aber mehrerer Gegenstände von unschätzbarem historischen und Kunstwerte beraubt.. Die Säle, in denen der Dieb seine Auswahl - getroffen hat, befinden sich im Hochparterre des Müsealgebäudes. Im Elfenbeinsaal war eine Vitrineerbrochen. Ihr waren entnommen:, ein Elfenbeinfächer von hohem 'Kunstwert, dessen Schaft' zurückgeblieben ist, dann ein Elfenbeinaussatz eines Tintenfasses, gleichfalls von hohem Kunstwerte. Im Gemmen-- saal war ebenfalls eine Vitrine erbwchen. Aus ihr sind.86 Gemmen aus dem 18. Jahrhundert gestohlen. Im Saal III der' Waffensammlung war. die ■ dritte Vitrine erbwchen; aus ihr hat der Täter zunächst den Marschallstab des Herzogs Karl Mexander von Lothringen, dann den Marsch allstab des Kaisers Franz I. entwendet. Der Marschallstab des Herzogs von! Lothringen hat einen Knopf aus einem Jaspis, der reich geschnitzt und mit Brillanten besetzt ist. Der Marschallstab''des Kaisers Franz I., besteht, aus GM und ist gleich falls mit Brillantest reich besetzt. Beide . Marschallstäbe stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es wuchen'umfassende Maßnahmen zur Er-' mittlung der Täter eingeleitet.! . Es wurde festgestellt, daß in dem im Hochparterre, gegen die Babenbergerstraße zu gelegenen Saal XXII des Kunsthistorischen Museums, dem Elfenbeinsaal, die Vitrine Nr. 13 von oben eingedrückt worden ist. Der Täter hat die Scheibe offenbar mit estnem Werk-' zeug eingedrückt und . durch die Oeffnung gegriffen. Er nahm daraus den Elfenbeinfächer und ließ den Schaft zurück. Im Saal XIV, dem Gemmensaal hat er ' die in der Ofenecke stehende Vitrine Nr. 19 auch von oben eingedrückt und ihr die 86 Gemmen entnommen. Dann hat er im Saale XXXIV der Waffensammlung die Vitrine Nr. 3 auf die gleiche Weise eingedrückt und ihr die beidenMarschallstäbe entnommen. Bei dem Eindrücken der Vitrine im Elfenbeinsaal scheint sich der Dieb an dem Glase verletzt zu haben. Wahrscheinlich hat er eine Schnittwunde an der rechten Hand; denn es fanden sich dort Blutspuren. Bei der Untersuchung der übrigen Säle wurde festgestellt, daß sich auch bei einem Fenster im Aegyptischen Saale Via, dessen Fenster offen getroffen wurde, Blutspuren fanden. Wahrscheinlich hat der Dieb nach dem Einbruch das Fenster geöffnet und die Flucht ergriffen. Der Einbruch wurde, wie erwähnt, heute früh um VilOUhr vom Aufseher Reichel beim Oeffnen der Säle entdeckt. Eine Beschädigung der Schlösser konnte nicht wahrgenonimen werden. Am 22. d. M. war im Museum allgemeiner Besuchstag. An diesem Tage waren aber die Türen der Säte, in denen die Diebstähle vorgekommen .sind, geschlossen, und auch an den Türen der Säle konnte an den Schlössern keine Beschädigung wahrgenommen werden. Offenbar hat sich der Dieb am 22. d. M. abends im Museum ein sperren lassen. Nach dem Oeffnen des Haupstores wäre es ihm heute um 6 Uhr früh möglich, gewesen, das Museum zu verlassen, wenn er. nicht doch durch das Fenster, im Aegyptischen Saal Via entwichen ist. Daktyloskopisch verwendbare Spuren find nur bei der Glasscheibe festgestellt worden, die der Dieb im Elsenbeinsaal eingedrückt hat. Im Hofe unter dem Saale Via (Aegyptischer Saal), wurde die Scheide eines Jagdmessers gefunden. Unter diesem Saal befindet sich die Wohnung des Oberaufsehers Wilhelm Reichel. Herr Reichel gab an. tt babe am 22. d. M.. um 5 Uhr nachmittags gehört, wie im Hose irgendwo ein Fenster geöffnet und zugeschlagen, worden ist. Er hat aber geglaubt, daß eS der Wind verursacht hat und hat dem kesi'e N Deutung bei,gelegt. Die Erhebungen zur Er .:i t : > i:.:x Täter w eben sortgci'etzi,