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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-23 · Heft 361 (23.1.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 361 (23.1.1920)
Date
1920-01-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ak. 361 Wien, FreitaK Die Typhnsepidemie in Sftgalizien. Aus Lemberg melden die ..Poln. Stimmen", daß stach den statistischen Ausweisen der letzten Woche die Typhuswidcmie in Ostgalrzien beretts im Abflauen begriffen ist. — gegenüber der vorgestern vom Ukr. Piksiedienst versendeten Vorstellung bemerken die „Poln. Stimmen*. daß stch im polnt-!chen Landtag der Ministerpräsident bei Beratung der diesbezüglichen Drmglrchkeitsanträge sofort bevett erftarte' den Wünschen der Antragsteller Rechnung zu tragen und gleichzeitig auf die bereits veriügten Maßnahmen hinwies. Betont sei ferner, daß sowohl der Ministerpräsident als auch der Mrnister Hir Gesundheitswesen rer Delegation der Lemberger Aerz»egeselb'chack. die bet ihnen »orge'vr ochen hatte, die Er'ülltrng aller vor gebrachten Anträge and Forderungen ziffagten und unter anderem die sofortige Zuteilung des erforderlichen Kohlenquantums an die JnfeknonO .ipitäler sowie die Durchführung einer genauen Desinteklion des gesamten Waggonparkes der Eisenbahnen im östlichen -Safe Klcinpolens veranlaßten. Zur Bckämp'nng der Evidenne wurde :in außerordentlicher Kommissär als Funktionär des Ministeriums iür Gesundheitswesen ernannt. Die Tat des FeLdrabbirrers Abraham Bloch. Am 28. August 1911 hatten die deutschen Truppen in Traintrux in den Vogesen eine Scheune angezündct, die als Ambulanz gedient hatte. Während man die Verwundeten fortschaffte, sah einer von ihnen den Großrabbiner von Lyon, Abraham Bloch, der Feldrabbiner des 14. Armeekorps war, glaubte, daß er katholischer Feldkurat sei und bat ihn um ein Kruzifix, das er vor dem Tode küssen wolle. Der Großrabbiner belehrte nrcht den Sterbenden über dessen Jrrtunr, sondern ging, ohne auf die rings um ihn niederfallenden Gcschoffe zu achten, M einem katholischen Priester, der in der Nähe Sterbenden den letzten Trost darbrachte, machte ihm Mitteilung vom Wunsche des Soldaten, und trug zu dresem das Kreuz. Fast im selben Augenblick wurde er selbst von einem Geschoß getroffen und starb nach kurzer Zeit. Ec wurde im Friedhof von Saint-Diö begraben, wo in Anbetracht der Umstände kein Grabmal errichtet wurde. Das Zentralkonststorium der Union israelitischer Kullusaffoziationen von Frankreich und Algier hat die Initiative zu einer öffentlichen Sammlung ergriffen, deren Erträgnis iür ein Grabmonument zu , Ehren Abraham Blochs verwendet werden soll. Es soll darauf der Bericht seines heroischen Todes und eine Ehrung seiner dankbaren. Glaubensgenossen eingravnrt werden, i Der Präsident des Zentralkonsistoriums, Baron Eduard Rothschild, und der Großrabbmer von Paris, Israel Lev», wenden stch nun in einem Aufruf an die französischen'und algerischen Juden und zitierten darin, was der berühmte Historiker Gabriel S. S 6 ailles über den Tod des Großrabbiners Abraham Bloch geschrieben hat: „Dieser jüdische Priester hatte nichts vom guten Samaritaner zu lernen. Wie dieser,, hatte er seine Tat in seinem Herzen gefunden. Er wußte, wer ihm der Nächste ist, den sein Gesetz ihm bestehlt zu lieben wie.sich selbst, und daß dies jeder Mensch ist und vor allen Menschen der, besten Leiden das Mitleid ruft und das Worte des Mitgefühls beansprucht. Das Leiden iff das große Vaterland, in dcm alle Menschen sich als Gleiche und Brüder .finden. Was so tief in der Tat Abraham Blochs bewegt,, ist, daß Über1)ie.Dogmen, Riten,oStzytbvle hinweg diese uns die Religion in ihrer Reinheit zeigt, ohne Fanatismen, ohne, den Geist der Herrschsucht, und daß über alle äußeren Formen hinweg sie die Einheit der merffchlichen Idee in der Liebe, und im Mitleid wiederherstellt."' - Um der Manifestation ihren eigentlichen Charakter zu geben und um allen, auch den ärmsten Juden zu ermöglichen, daran teilzunehmen, wurde auf Beschluß des Zentralkonststoriums festgesetzt, daß jeder Beitrag an dieser Sammlung nicht zehn Frank überschreiten dürfe. Die Beiträge strömten trotzdem so zahlreich' em, daß die Kosten für ein Monument bald gedeckt waren und ■ daß man daran denken konnte, in Lyon in der Nähe der Synagoge ein Denkmal zu errichten. Dieser Vorschlag wurde von nichtjüdischrn Kreisen gemacht, fand jedoch bisher im Konsistorium einigen Widerstand. ' Ern Dosrom in Ode^a vor 100 Jahren. Heinrich Zfchokka, der heute nur noch wenig gelesen wird,, gibt in der hübschen, 1826 zum erstenmal gedruckten Novelle „Die Jrrefahrt der Philhellenen",' den Bericht über einen Pogrom in Odessa, der heute besonders aktuell anmutet: ' , -’ — Die Roheit des Volkes wundert mich beim großen Mangel der Volksschulen nicht. Ich kam an einem Sommermorgen dazu (im Jahre 1821), als eine allgemeine Schlägerei zwischen Juden, Griechen und Rüsten stattfand.- Soldaten und Kosaken mischten sich, wie es gewöhnlich geschieht, sogleich in die Prügelei, um ihren Vorteil dabei zu machen. Es war ein allgemeiner Angriff gegen die Juden. Aber ntcfjl an diesem Ort, sondern 'auf allen drei Marktplätzen zu gleicher Zeit und Stunde, offenbar also durch Einverständnis, hatte man sich gegen , sie aüfgemacht. Die Polizei von Odessa mutzte schon von dem Plan Nachricht gehabt haben,, denn die. Juden waren durch sie gewarnt worden, denselben Morgen nicht auszugehen, ja den, ganzen Tagunsichtbar ' zu bleiben und ihre Krambuden nicht zu öffnen. Allein sie hatten aus Liebe zum Gewinn dem Rate keine Folge geleistet.'. Die Mißhandlung der Kinder Israels war abscheulich. Man schlug sich mit großen Stücken Holz. ES floß Blut. Einige würden 'getötet, noch mehrere schwer verwundet, einige büßten die Augen ein. Plötzlich fing man an, die Wechseltische an den Gaffenecken samt Geld und Banknoten zu Boden zu werfen. Das machte neues Getümmel und Gewimmel. Kosaken und Soldaten lasen zusammen und füllten ihre Taschen. Es gingen in, jüdischen Häusern, Kramladen, Wechselbanken usw. beträchtliche Summen tu einem Augenblick verloren; nie hat man erfahren, wie viel. In der Sedenstraße, in den Wohnungen, selbst in der Synagoge wurde Unfug .getrieben. Fenster und Türen eiugcstblagen, alles zu gleicher Zeit. Mehrere hundert jüdische Fummen heilen l-eiimhe alles eiugevüßt. Wiener MorgerrzettrrnK Freilich wurden nachher strengere Untersuchungen angeordnet. Es geschahen Verhaftungen. Allein es war schwer, auszmnitteln, wer der Täter gewesen. Man sagte, der ganze Lärm sei von den Griechen angestiftet worden, weil sie die Juden in Verdacht gehabt hatten, an ihrer Sache in Konstantinopel verräterisch gehandelt zu haben. Aber die armen Hebräer in Odessa waren an dem, was in S.tambul geschehen, so unschuldig, wie am Abfall der beiden Amerikas. Sie wußten nicht, warum-sie gemordet, zerschlagen und ausge» plündert wurden. Sie hatten rm plötzlichen Gedränge und Handgemenge keinen ihrer Gegner recht erkannt. Man hatte selbst im Getümmel'keine Griechen, sondern nur russischen Pöbel gesehen. Aber man sagte nun, die Griechen hätten stch in russischer Kleidung versteckt gehabt. -Vielleicht waren auch dre Griechen ganz unschuldig. Die Sache blieb unentwirrt; man konnte niemanden bestrafen. — Weiser Jeremias, sage mir, warum treiben in Nordamerika so viel jüdische Familien Ackerbau, Viehzucht, Handwerke usw. und hingegen unter den viel weiseren Verfassungen und Gesetzgebungen in Europa im allgemeinen nur verderbliche Wucherei und Schacherei?" . Eine Stiftung Namsahs für forschend? Frauen. Aus London, wird uns geschrieben:. Das sogenannte Girtonkollegium bei der Cambridge-Universität hat von dem verstorbenen Physiker William Ramsah ein Geschenk von 10.000 Pfund Sterling.(rund 2% Millionen tschechische Kronen) erhalten, dessen Kapital farnt Zinsen in den nächsten 20 Jahren der Unterstützung von Frauen zu'ällt, die sich mit mathema'.isch n, physikalischen und naturwissenschaftlichen Experimenten befassen. — Sir W. Namsay war nicht nur einer der ersten Gelehrten Englands, sondern als, ein Geist von internationalem Range in der ganzen «Welt bekannt. Seine größte Entdeckung, die ihn mit einem Schlage in die Reihe dev allerersten großen Erfinder der Chemie stellte, war die Transmutation des Radiums in Helium, die er im Jahre 1805 nachwies. Schon ein Jahr vorher hatte er zusammen mit Lord Naleigh das Argon als Bestandteil der Atmosphäre und 1905 das Radiothorium entdeckt. Wilhelm Ostwald, der ihm in seinem Buche „Der energetische Imperativ" ein Kapitel widmet, und an ihm seine „geniologische Theorie" demonstriert, gesellt Ramsay dem Typus des „Romantikers" bei, dem mit einer gewissen Gesetzmäß'gkeit in rascher- Folge große Entdeckungen gelingen, zu welchen ihn glänzende und unvergleichlich originelle Methoden führen-- Namsay, der schön als junger Mann im Jahre 1887 die ehrwürdige Lehrkanzel für^ Chemie der Londoner Universität erhielt, sind ja wirklich eine Fülle von weittragenden Experimenten zu verdanken. Außer dem Helium fand er noch Elemente ähnlicher Kategorie, töte das Neon, Krypton und das Xenon. Ostwald führt übrigens zur Charakterisierung des Romantikers Ramsay auch den „gelegentlichen Irrtum" an. Hamsay hatte nämlich auch das Metaargon -gefunden, von dem sich herausstellte, daß es nichts anderes war als - — Kohlenoxyd. Aber dieser Irrtum vermochte natürlich-den Ruhm des großen Erfinders nicht zu trüben. Ramsay hatte in jungen Jahren in Deutschland studiert, in Tübingen und in Heidelberg, wo er Bunsens Schüler war/und manche seiner Bücher, wie die, „Moderne Chemie" sind ins Deutsche übertragen worden. Umwertung der WrrLe. Vom Oberingenieur zum Anstreicher» vom Richter zum Schuhmacher» vom Obernotär zum Kabarettpianisten. Aus Arad wird uns geschrieben: Als die Rumänen von den Arader staatlichen Funktionären und Beamten des Komitatstnnnizipiums die Ablegung des Treueides für den König von ,Rumänien forderten und davon ihre Weiterbelassung im Amte und ihre Honorierung abhängig machten, fa nd sich, eine Anzahl; ungarischer Staatsangestellter, die unter Berufung dgrauf, daß der Friedensvertrag mit Ungarn noch nicht abgeschlossen sei, vorläufig die Leistung des Eides verweigerten. Alle dNe wurden ohne Anerkennung eines weiteren Gehalts anspruches ihrer Aemter, e tthoben. Da ihnen aber die Ausreise in das Nichtbesetzte ungarische Gebiet verboten wurde und andererseits sdie Araber Bevölkerung es, nicht wagte,- diese Äiänner entsprechend ihren Fähigkeiten zu beschäftigen, entschlossen sich mehrere von ihnen,, irgendein Handwerk auszuüben. So wurde der städtische Ober'.nzenieur Ladislaus Dörnötör Anstreicher und Schildermaler. Landesgerichtsrichter Anton Hatty hat das Schuhmacherhandwerk erlernt und übt es als Flickschuster aus, während der gewesene Obernotär des Komitats Arad sich "als Pianist an eine Kabarettgesellschaft verdungen hat. Bremrholzhilfe dev bayrischen Realermrg. Die Versorgung mit Brennholz für die Bevölkerung der Stadt Wien ist vornehmlich dadurch äußerst kritisch geworden, weil die erforderlichen Eisenbahnwaggons zum Transport des Holzes nicht verfügbar sind. Aus diesem Grunde hat sich die Gemeinnützige Brennmaterialien- Gesellschaft m. b. H. mit der bayrischen Regierung in Verbindung gesetzt, um von ihr Brennholz zu erwerbest und es auf dem Dvnauwege nach Wien zu bringen. Hofrat' Karl Baiersdorf, Präsident der Geme'n ützjgen Brennmatcrialien-Gese.l'chaft m. b. H. der auch Vorsitzender des Hilfskomitees für die Verso.gung, der Gebüranstalteil. K'nderspitäler und sonstiger Jugendfürsorgeanstalten mit Holzmaterial ist und awL.beüeit .Ameoring die bayrische. Aktion einae leitet ö3. Jänner 192$ Seite 5 —— --—-7———1 Billigste dreisü j Leopold Steinhart, Wien,!., Biberstraße 9. j ■ *028/« ---l wurde, hat im Vereine mit dem Magistrats sekretan De. Loren'. mit der bayrischn Nehrung Verhandlungen gp fingen und diese hat sich in Anbetracht der Not an Brennholz in entgegenkommender Weise bereit erklärh für die Stadt Wien ein größeres Brennholzquantum zur Verfügung zu stellen und es-wird mit der Lieferung von etwa 200 Waggons' demnächst begonnen werden. Die Gemeinnützige Brennmaterialien - Gesellschaft m. b. H. hat die nötigen Vorkehrungen zur Ab'- transportierung 'dieses Holzes bereits getroffen. - DÄ Gestehungskosten dieses Brennholzes ab Wien werdet, weserttlich unter b$n heutigen Marktpreisen bleiben. Dis Bolschsmrlren schaffen die BetriebsEe dt>< Die am 13. Jänner in Berlin erschienene neue polst . tische Korrespondenz gibt eitlen Bericht wieder, der dem. - wirLfchaftspo.''i-i'ch'n Sprafirohr der russischen So wie 0 xegierung Eko nomitsch eskaja Schi.sn (Wirtschaftsleben) entnommen ist. 'Darin heißt es.:. Schljapnikow, -der ArbeirskoMmissär der Sowiet'republik, .-veröffentlicht einige Angaben über die Lage der russische« Industrie: „In und um Moskau, dem Zentrum'.'der russischen Textilindustrie, mußten im September achtzehn Fabrilen' geschlossen werden, nachdem zum.l.Aprii 93 Textilbetriebe ihre Arbeit bereits eingestellt hattew ' An Rohbaumwolle waren zum Herbst nur noch etwas über. 100.000 Pud vorhanden, so'daß das Eingehen der letzten Spinnereien nur noch eine Frage der Zeit ist Die Fabrikation von groben. Tuchstoffen, sank im Verlauf der ersten acht Monate 1919 um 25 Prozent gegen den gleichen Zeitraum des. Vorjahres, nachdem sie -1918 um 50 Prozent aögenommen hatte. In einer ähnlichen Weise befandsich die Papierfabrikation, di« um. 60 Prozent gegen das Vorjayr zurückging. Demetttsprechend hat die Zahl der Arbeiter abgenommen. di« eigentlich nur noch in den Waffen- und Patronenfabri« ken regelmäßig beschäftigt waren. In den' Lokomvtivfabrikert, wie Kolonma und Putilow, konnten im. Laufs der ersten acht Monate 1919 nur 32 neue Lokomotiven^ hergestellt werden, gegen 192 im Vorjahre und 'gegen 500 in Friedenszeiten. In Petersburg ging die Zahl> der noch beschäftigten Arbeiter auf gegen 100.000 zurück. ^>urch die mehr als mangelhafte Ernährung ist die Arbeitsfähigkeit der Arbeiter derart stark ge«' funken, daß ganz energische Maßregeln zu ihrer Hebung, getroffen werden müssen. Die Hauptursache der geradezu katastrophalen Lage, m der sich die russische Industrie befindet, liegt in-dem Fehlen jeder Disziplin und Ord«. 'nung in den Fabriken. Die Betriebsräte und Fäbrikausschüsse, die dazu berufen waren, Ordnung m den. Fabriken zu schaffen, haben nxtr geschadet und den letztes, Rest von Disziplin zum Schwinden gebracht sowie eine vollständige Verschleuderung des Fabrikinventars nach sich gezogen. Alle diese Umstände haben uns gezwungen, die Betriebsräte aufzuheben und „Diktatoren" mit uneingeschränkter Gewalt über Leben und -Tod der Arbeiter an die Spitze der wichtigsten Betriebe zu stellen." __ •; * Aufhebung dev Höchstpreise für Ammonialrfoda und KristuLfoüa. Die zuletzt mr September 1919 seftgesetztev Höchstpreise für Ämmonialsoda und Kristallsoda werden durch eine beute erscheinende Vollmgsanwelsung des Staatsamtes für. Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten außer Kraft gesetzt. Die genannten Waren untellregen daher in Hinkunft keiner Höchst- Preisbestimmung wehr. * Eine 2Vj SMNouenfpeude. Frau Klanffe Rotschild, welche im vergangenen Herbst der Verwandten rn>Fran!reich und in England weckte, hat zugunsten von Wiener Wohlsahrtzwecken 'eine Sammlung eingeleitet. dcrM Ergebn's sich aüf 3000 Pfund beläuft, m österreichischer Währung ztcka 21/* Afitliouen Kronen. Hiervon wurden zur Verfügung gestellt: der Gemeinde Wien eine Sumnie von 500 Psund (das sind ungefähr £ 450.000), dem Notlffchildspital nne Million Kronen, während der Restbetrag zugunsten der Rettungsgeiellschaft, der Polrklrmk und für eiuig< andere humanttäre Jnstckutionen verwendet wurde. Der zw.ölfjLhrige Lebemann. Vor einigen Tagen beriebteten wir über einen zwölfjährigen „Lebemann", der semrr Großmutter 530 DollerS stahl und emen großen Teil dieser Summe in Gesellschaft leichlsertiaer Mädchen und Freunde'verbrauchte. Wie die volizeil'chen Erhebungen ergaben, ist der Jung« das Opfer eines Verführers geworden. Er hatte die Bekanntsehast des Mechanikers Bruno S i m o n e 1 t i gemacht, der thn zu allem, auch zum Drebstahl der Dollars verlerlete.' * Eine Stotzpartie. Am 20. d.M. um V-12 Uhr nachts hat eine Kommission des Poltzeikommiffariates Ottakring .in de» Wohnung der 29iähr>gen Grrstr K e m p t n er, XVl., F^iedmann° gaffe 11, eine ans 29 Personen bestehende Gesellschaft berm verbotenen Sprel „Stoß" ertappt. Dre Strafamtshandlung rft ent* geleitet. * Eine Diebin in ärztlichen Wartezimmern. Aus dem Wartezimmer des Dozenten Dr. Fischer, I., Biberstraße 15, wurde am 19. d. M. eine Apollostatue und eine silberne Schale mrt blauem Glaseinsatz gestohlen.. Der Friedenspreis betrug etwa K 400.—. Verdächtig erscheint eine etwa 28jährige, mittelgroße Frau, die.sich als Patientin einfand. aber, ohne das Ordmatroüs-- z mmer zu betreten, das Wartezimmer mit. einer grüßen. Aktentasche wieder verließ. Es ist wahrscheinlich, daß die Drebm auch andere Aerzte heimsucht. * Einbruch. In der Nacht zum 19. d. M. drangen bisher unbekannie Gauner nach Durchbrechung der Mauer in das Grschä't des Gustav Wottltz. Franz JostsSkai 65, und stahlen Herrenanzüge mio Stoffe, zusammen etwa K 100.000 Wert. * Taschendiebstahl. Am iS' d. M. wurde der Ma S i d o u, V., Margaretenstraße 5 wohnhatt, im DelllaLchengefchätle, Opcrnring 4. eine Geldtasche mrt etwa K 70.000, darunter: eine Note zu 10V Lei, 500 Lei und em.e Note zu K 10,000, acfloblctt*

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