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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-23 · Heft 361 (23.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 361 (23.1.1920)
Date
1920-01-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Zeile 2“ Wien. Freitag_ Pottttsche^undschau. Die Leiden der Juden in der Bukowina. Ein QSrvtrier, Pfefferkorn, trr geka"f'e Mische Vlutichuld zeugt,!st die schmachvollste Erscheinung unserer Geschichte. Heute ist er wieder auferstanden. In Czernowitz. Die Lage der Juden in Rumänien ist seit dem ° Umsturz die denkbar ^riurlgste. Dts Pogrome in Vukarcst und anderen Städten sind noch in frischer Erinnerung. Die Bukowina ist seit der rumänischen Besitzung das Land der jüdischen Plagen geworden, ^er Handel mit verschiedenen Ar.peln (S.ilz, Tabak). ist den Judsn entzogen und den Rumänen, die ihn nie betrieben haben, über'ragett worden. D e jüdischen Beamten in höheren Sollen wurden abgese':t; in den unteren Stellen haben sie bleiben dürfe r, wcr'-en jedoch furchtbar schikan'ert, so daß sie aus dem ösfentlichen Dienst scharenweise flüchten. In Rumänien und in der Bukowina wird eine wüste Pogromagitation betrieben, für welche wie anderswo der „jüdische Bolschewismus" als Anshüngeichild und Aufreizungsmittel dient. Im gan'en Lande werden, wie schon gemeldet, Flug'chriften un er dein Titel „Die roten Bestien" yerbre tet, in denen die Bevölkerung gegen die In' e t gehetzt wird. Diese Agitation hat auch schon ihre Früchte getragen. Wie ans Paris gemeldet wird, hat in dem Städtchen Odgeud vor kurzem ein Pogrom stattgefunden, den der Slanonskommandant Kapi an Constantineseu mit oem Prügeln von Inden eingeleitet hat. Alle jüdischen Neschäite wurden ausgeplündert, viele Juden verwundet. Die politische Stellung der Juden in der Buko- . mina wird systemati'ch untergraben. Der jüdische Rationalrat in der Buk-owina'wurde aufgelöst. Die Wahlen zum rumänischen Parlament fanden mtter dem furchtbaren Terror der Regierung statt, welche jete jüdische Kandidatur verhinderte (die jüdische Kurie in der Bukowina mußte verschwinden). Daher übte der größte Teil der jüdischen Bevölkerung Wahlenthaltung: die Juden, welche zur Wahl gingen, erhielten vorgerückte Stimmzettel, die man sie mit Drohungen abzugeben zwang. Und auf solche Weife hat die rumänische Regierung einen jüdischen Abgeordneten von Czernowitz „ernannt". Er heißt Jakob Hecht. Und dieser Jakob Hecht hat es auf sich genommen, nachdem ihn die rumänische Negierung zum „Referenten für das Judentum in der Bukowina" ernannt hatte, im rumänischen Regierungsorgan „L'Jndependanee Roumäine" eine Erklärung abzugeben, in welcher er sagt, die ganze Judenheit der Bukowina sw gewillt, sich mit Gvoßrumänien;u vereinigen und sei mit ihre'r Lage, unter rumänischer He.r'chaft vollkommen zufrieden. Die Judenschast der Bukowina bestreitet mit Recht die Berechtigung des Hecht, in ihrem Namen zu sprachen. Sie hat sich an die jüdischuationale Delegation in Paris mit einem flammenden Protest gegen dies« Erklärung des Hecht gewendet und -nit der dringenden Bitte, ihre Rechte wahrzunehmen. In diesem Protest heißt es wörtlich: , Wir sind mit der Judc.lpolitik der rumänischen Regierung durchaus nicht zufrieden. Die Erklärung Hechts ist Verrat und für ihn hat Jakob Hecht von der rumänischen Regierung eine Millionenbelohnung erhalten in Form von 35 Waggons Bauholz aus der russischen Moldau." Jakob Pfefferkorn aus Mainz bekam für Verrat ein paar tausend Taler. Jakob Hecht, der Pfefferkorn aus Czernowitz, tut es um Bauholz. In Millionenwerten, wir gehen mit der Zeit! Der ungarische Minister des Innern an den Landssv^rdand d r jr^rV^Vn Anden. Vor einigen Tagen fand in Budapest die überaus zahlreich besuchte Jahresversammlung des Land esv erb a n* ) c 5 der ungarischen Juden statt. Der Vorsitzende, rlugcn v. Volway, erklärte, daß der Verband die erste Plattform bilde, auf welcher sämtliche religiöse RichkÜttgett im ungarischen Judentum sich zu gemeinsamer Arbeit zur Verteidigung der Liechte der Juden treffen. Da aus dem Perbande alle rituellen.Fragen ausgeschaltet sind, arbeiten >rr ihm Orthodoxe neben Neologen, Zionisten und Nichtsiomsicn. Das Gewissen des Judentums sei rein und eS wird Ausgabe des Verbandes sein, die Anerkennung dieser Tatsache auch außerhalb der Reihen des Judentums durchzn- ,'etzen. Aus dem Programm des Verbandes sei ganz besonders die Förderung und Verbrertrrng jüdischen Geistes and der Körperkultur innerhalb des Judentums hersorgehoben. Zu diesem Lehufe wurde zunächst der jüdische s<echt- und Athletik-Klub ins Leben gerufen. Nachdem Frau Emauuel Stein den Anteil der jüdischen Frau arr den Arbeiten deS Verbandes skizziert hatte, zc langte das folgende Schreiben deS Munsters des Jmiern;ur Verlesung: . ..Ihre in der an mich gerichteten Eingabe enthaltene Entschließung, an der Arbeit des Wiederaufbaues unseres zeplagten Vaterlandes mit patriotischer Bereitwilligkeit teilnehmcn zu wollen, habe ich mit Freude zur Kenntnis genommen. Ihrem Wunsche, daß ich in allen, die Gesamtheit der Fudcnschaft berührenden oder mit ihr zusammenhängenden Fragen vor meiner Entscheidung die Meinung des VerbandcS anhören möge, werde ich bei jeder Gelegenheit bereitwilligst Rechnung tragen. Indem ich den Landesverband auch meinerseits bitte, giidj in meiner, auf die Festigung des ungarischen National- Wlerrer Mvrgenzeltrm- 23 Jänner 1920 Nr. 361 staateS unb auf die Sicherung der harmonischen Arbeit der gesellschaftlichen Klassen hknzrelendeu Arbeit zu unterstützen, indem ich ferner erkläre, daß die in dieser Richtung üch bewegenden Jnitiativschrüte bei mir stets der größten Zuvorkommenheit begegnen werden, ist es mein aufrichtiger Wunsch, daß das patriotische Wirken des Verbandes von gebührendem Erfolg begleitet sei. Budapest, den 7. Dezember 1919. - _ Beniezky m. p." Der deutsche A"tersuSrungsarrsschutz und KantsLh. Ueber den famosen Untersuchungsausschuß, den die deutsche Regierung eingesetzt hat und den man fast eher einen VertuschungSausschutz nennen könnte, ist seinerzeit hier das Entsprechende gesagt worden. Daß ein Ausschuß, der sich hauptsächlich auf die Fragen konzentriert, wteso WtlfonS Fricdensvorfchläge verhindert wurden und wem am U-Boot- Krieg die Verantwortung treffe, der Menschen, die aügeklugt werden müßten, als Zeugen verhört und ihnen Gelegenheit gibt, sich m Ankläger zu wandeln, ein Ausschuß, der sich gleichzeitig um die Grundfrage der Kriegscntstehung herumdrückt, kein besonderes Prestige für sich ln Anspruch nehmen kann, ist allen Wellerblickenden längst klar geworden. Man will es in Deutschland nicht begreifen, daß nur eine Politik der reumütigen Umkehr, nur eine völlige Abkehr von einer befleckten Vergangenheit und die rückhaltlose Aufdeckung der Wahrheit Deutschlands Sache fördern kann. Statt dessen gefällt man sich immer wieder in der Anllägerpose und möchte weiter Hetzen. Nun aber will sich der deutsche Untersuchungsausschuß aufraffen und ganze Arbeit machen. Man untersucht mit viel Gründlichkeit, diesmal aber leider nicht die Frage der Kriegsschuld, sondern den anscheinend weit wichtigeren Fäll Kautskh. So etwas gibt es nämlich jetzt. Karl KautSky trifft zwar weder dre Schuld am U-Boot-Krieg, auch hat er den Wilson-Frieden nicht vereitelt, nicht einmal den Bruch der Neutralität Belgiens kann man ihm zur Last legen — aber er'hat fein Buch über die Kriegsursachen „vorzeitig" erscheinen lassen. Aus Berlin berichtet man ganz ernsthaft: „Fast alle Mrtglicder stimmten darin überein, daß Kautskh nicht die nötige Vorsicht hatte walten lassen, um das vorzeitige Erscheinen seines Buches im Ausland zu verhindern, womit großer Schaden ängerichtet worden ist." Dagegen' konnte sich der Ausschuß in seiner Mehrheit davon überzeugen, daß KautSky in gutem Glauben gehandelt habe, und daß kein Grund vorliege, KautSky als Sachverständigen abzusetzen. Man steht, der deutsche Untersuchungsausschuß richtet milde, milder wie deutsche Militärgerichte in gewissen Fällen der letzten Zeit, man hat nicht einmal auf ehrlose Gesinnung erkannt. Interessant ist die Psychologie der deutschen Politiker; rechnen noch immer mit Diplomatie, statt zu erkennen, daß ihrem Lande nur eines dienen könnte: das, was KautSky mit seinem Buche über die KriegSursachen getan hat, dessen „vorzeitiges" Erscheinen Deutschland angeblich geschadet haben soll. E-'-er^er-Helffer'^. Berlin, 22. Jancker. (Korr.-Bur.) In der heutigen aVerhandlung im Prozeß Helfferich -Erzberger.teilte der Vorsitzende zunächst mit, daß sich der Zeuge August Thysse n wegen Krankheit entschuldigt hat. Der Gerichtshof beschloß, Thyssen kommissarisch in seinem Wohnort einzuvernehmen. Sodann wird Helfferich zum Fall Thyssen der» nommen, wobei er. die Geschichte seiner Angriffe in der „Kreuzzeitüng" schildert, die immer durch Angriffe ErzbergerS in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" hervorgerufen worden -seien. Helfferich habe damals die Zeit noch gar nicht für gekommen erachtet, die sehr verwickelten Beziehungen ErzbergerS zu den Häusern Thyssen und Haböburg aufzudecken. Diese Verhältnisse seien tatsächlich sehr kompliziert und ließen sich nicht auf eine ganz einfache Formel bringen. Jedenfalls lasse sich feststellen, daß Erzberger in einer der frühesten Perioden deS Krieges als Annexionist werter gegangen.fei, als alle anderen. Wenige Wochen nach Ausbruch des Krieges habe er eine diesbezügliche Denkschrift an den Reichskanzler, den Generakstabschef und anderen maßgebenden Persönlichkeiten überreicht. Von diesem Annexionismus sei Erzberger spater abgekommen, nachdem in Wien der Thronwechsel eingetreten und dort die Familie Bourbon »•$,<* rma zu verhängnisvollem Einfluß gelangt war. Erzberger, sagt Dr. Helfferich, denkt noch mit Stolz an die Verbindung mit dieser verräterischen Sippe. (Der Vorsitzende unterbricht den Angeklagten und ersucht ihn, allzu scharfe Ausdrücke zu vermeiden.) Ich will, sagt der Angeklagte, nur feststellen, daß Herr Erzberger in Uebereinstimmung mit der Familie Parma nunmehr sehr stark gegen den Annexionismus zu arbeiten begann. Erzberger habe ein Kunststück versucht: er wollte gleichzeitig auf zwei Pferden, auf.dem alten Pferd Thyssen und dem neuen Pferd Parma, reiten. Er glaubte sogar sehr lange, dieses Kunststück machen zu können, bis er von dem einen Pferde, dem Thyssenpferde, abgeworfen wurde. Forderung nach Veröffentlichung der italienischen Dokuments über die ansWlrtiae <**oV**\ In der italienischen Kammer hat der Abgeordnete G a e t a n o S a l b e m sin i eine Interpellation an ' den Minister Präs idc n tcn und . den Minister des Aeußern gerichtet, mit der Aufforderung Auskünfte darüber zu erteilen, ob im August 1914 das italienifch-französische Abkommen vom Jahre 1992 nock immer in Geltung war, ob eine Militar^onvention zwischen Italien und den Zentralmüchtcn, wie üe in Berlin .am - 23. Juni 1913 abgeschlossen worden ist, tatsächlich bestand. Und ob diese Konvention jedes Charakters einer vertragsmäßigen ' Verpflichtung entbehrte, ferner ob nach der Veröffentlichung der Urkunden über daS französisch-italienische Abkommen vom Jabre 1992 eS noch geboten wäre, folgende Dokumente zu veröffentlichen: den Wortlaut des Dreibundes vom 8. Juli 1992, verlängert Im Jahre 1997 und erneuert am 6. Dezember 1912, mit allen Beilagen, die bestimmt fittb,. die Klauseln, wie zum Beispiel über Albanien irnd Libvon, zu ergänzen, ferner den Wortlaut deS englisch-italienischen Abkommens vom Jahre 1993, den Wortlaut des italienischrussischen Abkommendorn Jahre 1909 mit allen dazu gehörigen Aktenstücken. weiterS'den authentischen Wortlaut deS sogenannten Londoner Vertrages vom 26. April 191H mit allen dazu gehörigen Erklärungen und Vereinbarungen von San Giovanni di Moriana, ischließkich im allgemeinen all jener internationaler Aktenstücke, die nach und nach den Wert der grundlegenden Verträge und Vereinbarungen erläutert, abgeändert oder aufgehoben haben. Inland. Ein Erfolg der jüdischen Demokratie. Der Tag, an welchem Im Parlamente die Wehr- Vorlage in erster Lesung behandelt wurde, bedeutet für die öst.'rriichifchs Soz-al^emokratis einen schwüren Tag. Die Arbeliervertreter wurden in die Rolle des Militaristen gedrängt und mußten die Vorlage ihrer Regernnz/ ihes S aatsse"r.^ä 's, gegen die Argirr ente der wahren Demokratie schützen. Der Kampf zwischen dem Zionisten Stricker einerseits und den proletarischen M'.N'a ist n, insbesondere ihrem Spr ch r Abram andererseits, hat mit einer mo-iMchen Niederlage der letz'ercn geendet. Unter a'emlo-er Spannung des Hauses hat Stricker als Gettrpalredner gegen die Vorlage, die Schädlichkeit und Unsinn^gleit dä Unternehmens, eine österreichische Armee einzurichsen, mit unerbittlicher Logik äugen sä ilig gemacht und in flammenden Worten xe,'en!'enVLrra''derSo^lasden!0kra en an ihren eigenen an^imjTtariftischen Grundsätzen protestiert. Er schloß seine Rede unter dem Beifall des Hauses und der Galerie. Der Tiroler Sozialdemokrat Abram, ein besserer als dieser alldeutsch verfärbte/ antisemitelnde, hohle Demagoge, hat sich anscheinend nicht für die Verteidigung des Verrates hcrgegeben, wußte sich als Generalredner nicht anders zu Helsen, als daß er den Zionisten anliiemilisch anf.'egelte und sich dann in Hurrapatriotismus, Verfluchung dcp „Feinde", Verh.mmlung der eisernen Wehr usw. erging. Mit welchem Erfolg, bewies der nächste Tag., Unter der Einwirkung dev Ausführungen Strickcr) unternahm die bisher teilnahmslose Presse eine Schwenkung gegen die Vorlage. Der bürgcr.iche „Neue Tag" schrieb unter Betonung der Richtigkeit der Argumente Strickers an leitender Stelle: . „Der Tiroler Sozialdemokrat Abram hat UnS gestern in der Nationalversammlung endlich gesagt, wozu wir «ine Armee brauchen: Es. wird nächstens einmal auf dem Marchselde zu einer Schlacht zwischen Ungarn und Tschechen kommen und da werden die 30.000 Mann unsere Grenze xu verteidigen haben. Der zionistische Abgeordnete Stricker, der vorher wie ein wirklicher Demokrat gesprochen hatte» hatte zwar sehr richtig gesagt, ein neutraler Staat wäre besser daran, wenn er keine Armee hat, und die belgische Armee hätte Belgien nur Unheil zugezogen, aber das sind für den streitbaren Tiroler Abram „Schmonzes". Er spricht so und daS paßt doch eigentlich nicht zu seiner Parteisarbe, wie vor lbm bei allen Wehrdebatten alle patriotischen Budgetbewimger der Welt gesprochen haben; Es steht leider nächstens et» Lkrieg bevor und da müssen wir „gerüstet sein", um „unsere Grenzen verteidigen zu köi .en". Und was dergleichen Redensarten aus dem Schlagwörterbuch mehr sind, auf dessen Deckel dasberühmte Motto steht: „Si vis paceür Para bellum." Es ist oft und oft bewiesen worden, wie dieses ewige Gerede von dem nahe bevorstehenden Krieg diesen Krieg entzünden will. Sah einer der alten automatischen Staatsmänner irgendwo in der Welt eine Konsliktmöglrchkeit, gleich dachte er frisch-fröhlich an neue Rüstungsausgaben; Staatsmänner einer demokratischen und nichtmilitärischen Republik sollten in diesem Falle erst daran denken, was man denn dazu tun könnte, um den drohenden Zusalnmenstoß - der Nachbarreiche zu verhindern. Im Aeußeren ist alles, was wir zur Not durchsetzen können, baß wir durch eine klägliche Ärmeespielerei einen etwaigen Krieg listig über unsere Grenzen locken, stärkeren Militaristen allerlei Vorwände zu Vorwänden schassen, wie es die Belgier getan haben, kurz das Geld unserer verhungerten Bevölkerung auf die denkbar mißlichste Art verwenden." Aber au-ch die christlich soziale Presse, welche vorher der Gründung einer Wehrmacht nicht unsympathisch gegcnüberstand, lenkte unteö Hinweis auf Slrickers Rede ein. Die sozialdemokratische „Arbeiter-Zeitung" bemühte sich wohl, die Notwendigkeit der Wehcvorlag«. zu.beweisen, verschwieg aber die pöbelhafle.r Ausfälle Abrams, weil sie sich nicht entschließen konnte, sie .osscn zu verur ei e.r, und rahm die Haliung des Zion'stm im ganzen wohlwollend auf. Es besteht die begründete Hoffnung, daß auch bei den Verhandlungen im Wehrauijchusse die Wirkungen der Debatte sich äußern werden. Jedenfalls aber haben die Vorgänge, le riesen, daß die wahre jüdische Demokratie, auf welcher die zionistische Partei gegründet ist, berufen erscheint, nicht nur den Juden, sondern auch dein Lande die wertvollsten Dienste zu erweisen. Die jüdischnationalen Wäh.er können neuerlich ersehen, wie richtig si« gehandelt hatten, als sie bei den Wahlen die jüdischasjimiato.i.chen, charakterlosen Politiker aus der alten liberalen Schule fallen ließen und den jüdischnationalen Demokraten zum Siege verhalfen. Dir O sterre^ Gestern vormittags fand die angekündigte V.'spr.':ytrng des Staatssekretärs Dr. Mahr mit den Vertretern des LandeS N i e d e rö st e r r e r ch und der Stadt Wien üb<:r die Frage der VerfaßUngörcicirm statt. An der Konferenz, die vom Landeshauptmann Sever geleitet wurde, nahmen außer dem Staatssekretär. Mayr der Präsident .Seid, der

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