Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 360 (22.1.1920)
- Date
- 1920-01-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5g5JWf*M«ss»¥t’. Nr. 360 DZien, DonnerstaK Msner MorgenzettünK 22. Jänner 192Ö Me 8 Erster Wiener Konsumverein. Di« Abgabe der eingeteilten Waren erfolgt in dieser Woche jlr die Weite Gruppe der Mitglieder heute, Donnerstag, und für die dritte Gruppe Freitag und Samstag. Zur Abgabe gelangen: Mehl, Ocl. Zucker die erste Novemberbältle, Sardinen, Marmelade; ferner Fortsetzung der Abgabe von Kerzen und Heringen. In allen VerschleM'-llen Corned-Beef, Salzgurken, Bäckereien, Rosinen, Feigen, Rum, Kognak, ferner Glühkörper und Metalldrabtlamven. ' - . Webwarenabteilung, I.. Hohenstaufcngasse 15: Abgabe an sämtliche Mitglieder gegen Vorweisung der Mitgliedskarte oder des Mitgliedsbuches, und zwar Mebwären aller .Art und Schuhe. > Die Mitglieder werden ersucht, ihre Bezugsbücker und die Rechnungszeitel der Webwarenabteckung zwecks Berechnung der Rückvergütung ehestens in jener VrrsckleMelle emzureicheri, ,m welcher sie > zum Warenbezüge angemeldet sind. Da den einreichenden Mitgliedern eine neue Bezugskarle für nicktmyonierte Üebensmiitcl ausgefolgt.wird, liegt die EinreichMg nn Interesse jedes einzelnen Mitgliedes. KarLosseLabgabe. Donnerstag bis Sonntag werden im kV. und V.Be'.ilke holländische Kartoffeln zum Preise von K 5,1.0 das Kilogramm, und zwar ‘/2 Kilogramm für den Kopf gegen Abtrennung der Abschnitte L und M der Kartosfelkarle abgegeben. Schwedische Liebesgaben an die Angehörigen der Kriegsgefangenen. Alle Parteien, die sich beim Wntschaftsverbande , nichtaktiver OfsiZiere und Gleichgestellter Deutsch Österreichs, -1:, Stephansplatz 3. 4. Stock. Tür 14, angemeldet Huben, beheben auf Weisung der schwedischen Aktion die Legitimation für die Beteilnng s o s o r.t bei dieser Stelle. (9 bis 5 Uhr.) Bühne rmd Kunst. Aufhebung der Theatersperre erst Samstag. Der Stadtrat hat beschlossen, dast die Theaterspcrre bis ausschließlich Samstag aufrecht bleibt. . Die Landesregierung hat diesen Beschluß genehmigt. Die für heute geplante Wiedereröffnung dev Theater muß demnach unterbleiben. , Der Medergang der Londoner Bühne. Eine-Uebersicht Uber den Spielplan der Londoner Theater am Jahresschlutz zeigt deutlich den Niedergang, in dem sich die englische Bühne befindet, denn die Londoner Theater sind ja für die ganze Proviiiz maßgebend. Von den 32 Theatern, die in der englischen Hauptstadt noch nicht zu Kinos oder Varietes' umge- Dandelt worden sind/ spielten 19 „richtige" Schauspiele. i2 bestreiten ihren Spielplan durch Revuen und Ausstattungsoperetten. Der künstlerische Wert der 19 Stücke, die aufge- . führt werden, ist gleich Null. Nicht weniger als sechs davon sind amerikanische Arbeiten, die entweder der gröbsten Sensation oder tollem Blödsinn dienen. Die englischen - Blätter beklagen denn auch diese „amerikanische Invasion" auf der englischen Bühne und meinen, sie sei nur möglich, „weil der französische und deutsche Dramenmarkt uns verschlossen ist", . ^Applausverbot in der Oper von Manchester. In Manchester wird jetzt „Parsifal* vor ausberkauften Häusern gespielt und es scheint, daß auch dort die „Habitues seit gestern", wie. die neuen 'Millionäre mit mangelndem Kunstsinn genannt DeichW,.,.durchi..unzeitgemäßtz turbulente . Beifallskundgebungen anderen Theatergästen den Besuch der Oper verleiden. Die Direktion der Oper von Manchester, hat sich gegen solche Ausschreitungen einfach auf diese Weise geholfen, daß sie für,sämtliche.Parsifalahende ein strenges Applausverbot erlassen hat, um auf solche Art «die gebotene Andacht" zu sichern. ..Manchester Guardian" plaidiert aus diesem Anlässe für eine Ausdehnung dieser Maßregel zur Erziehung der Opernbesuchet:- ans alle Opern, bei denen jede Art von Unterbrechung deplaciert und geschmacklos ist. Allerdings gibt.es Opern —. und zu denen gehört ein großer Teil der italienischen Opern—in denen der Komponist selbst geradezu das Signal zum Applaus - gibt, ^o lädt Verdi in seiner „Trovatore"- Periode selbst zum Applaus ein und wer die letzten Akkorde der Stelle «Ah. che la nwrte" mit „stiller Andacht" aufnimmt, würde sicherlich sich gegen den-Geist Verdis vergehen. In Opern aber, wie in „Tristan", wo die Musik ein ununterbrochenes Ganzes ist, bedeutet der Applaus nicht nur eine unliebsame Unterbrechung, sondern eine Entweihung. Ein amerikanischer Musikmäzen gestorben. In Boston starb Herr Higginson, der Schöpfer und Mäzen, des Bostoner Shmphomeorchesters. Higginson, der das Orchester 1881 gründete, hatte in Deutschland und Oesterreich Musik studiert. Sein Reichtum gestattete es ihm, ein Orchester zu unterhalten, für/das er die besten Musiker heranholte, die zu einem großen Teile ans Deutschen bestanden. Sport. Das AuAelauer Bad der Hakroah. Draußen im Kuchelaüer Hafen, inmitten der stolzen AuKrpaläste der arischen und assimilatorischen Klubs, steht eine kleine unansehnliche Hütte: Das Kl.ubhaus der Hakoah. Armselig und unscheinbar, ist e§ Anklage und Urteil zugleich. Erbaut mit dem besten Willen, aber gescheitert an der Unzulänglichkeit der Mittel. Nie haben wir, die wir die Bedeutung des 'Körpersportes für die Regeneration und Fortentwicklung unseres Volkes erkannt haben, die Interessen- und Verständnislosigkeit weiter Schichten unseres Volkes für alles, was Sport heißt, schärfer empfunden,- als in jenen Momenten, wo sich uns dieser Anblick kot. Nie aber waren wir auch von unserer Aufgabe mehr durchdrungen. Undz damals. reifte sin uns. der Entschluß: ES muß anders werden! ' ' An der Kuchelau vorbei führt die Franz Josefs-Bahn. Tausende Juden benützen sie im Sommer, um die böhmischen Kurorte aufzusuchen. Und während die Taufende in die Fremde führen, waren sie Augenzeugen des traurigen Schauspieles, das dieses Haus der personifizierten Armseligkeit und Unzulänglichkeit jedem Vorbeifahrenden bot. Was sie auch immer dabei empfunden haben mögen, so fand sich nickt ein einziger, der versucht hätte, Abhilfe zu schaffen. Es fällt einem bei dieser Konstatierung schwer, nicht bitter zu werden, aber wir wollen vorläufig noch an den Mangel an Verständnis und nicht an den des guten Willens glanl-en. Die fehlende Iufkläruna soll ihnen zuteil werden. Pederemo. Schon seit vielen Jahren wurde in allen nationalen sportlichen Kreisen unangenehm der Zwang empfunden, im Sommer die ^unterschiedlichen, nicht immer aus dem Git-fel gesellschaftlichen Niveaus stehenden Familienbadcr zu sreguentteren. Diesem Mangel abzuhelfem entschlossen sich vor Jahresfrist einige weitblickende Männer der Hakoah, ein nationales Bad zu errichten. Viel Opfermut war dazu notig. Krone für Krone mutzte zusammengescharrt werden, bevor man daran gehen konnte, im Kuchelauer Hafen ein kleines Grundstück zu pachten. Dort errichteten sportbegeisterte junge Mädchen und Burschen, Bretter tragend und Sand führend, ein bescheidenes Auskleideyaus. Weiter reichten die Mittel-nicht. Im Juni dieses Jahres wurde das Bad seiner Bestimmung übergeben und der Erfolg gab seinen Erbauern recht. Jeder'schöne Tag brachte einest Massenbesuch.- Vieledenen ein Landaufenthalt nicht'vergönnt war, suchten und fanden dort hie ebenso ersehnte, wie notwendige Erholung im homogenen Kreise Gleichgesinnter. Das Herz mußte jedem.aufgehen, der diese sonngebräunten, kräftigen Gestalten sah. Nie wurde mit so Wenigem mehr erreicht. Nur der empfindliche Platzmangel machte sich immer wieder unangenehm bemerkbar. Nun geht die Hakoah daran, auch diesem Uebelstrnd abzuhelfen. Das Kuchelauer Bad . soll eine großzügige Ausgestaltiwg erfahren und zu einem Wahrzeichen jüdischen Gemeinsinnes und nationaler Sportbegeisterung werden. Aber die Mittel sind beschränkt. Soll das Werk endlich gelingen, so muß ihr von außen Hilfe kommen. Diese Zeilen sollen allen, aber inbesonders unseren reichen Volksgenossen den Weg zeigen, der begangen werden muß, wollen sie sich nicht länger einer unabweisbaren Pflicht entziehen. Keine Millionen sind nötig. Schon mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln wird sich hier Großes schaffen lassen. Wir sind zu jedem, unseren Kräften angemessenem Opfer bereit. Mögen die Anderen nicht hinter uns zurückbleiben. - __ Paul Geiger. SNedcrösterreich—Süddeutschlaird. D>e Stadt Müncken bot für die Teilnehmer des am 15. Februar statlfindenden Länderweltkampses 25 Plaketten gestiftet. Die Spiele des Sonntags. Außer den Cupspielen siuden Sonntag nock folgende wichtigere Spiele statt:. W. A. F. —F. A. C. Hütteldork. Meiisiersckaft). Hertha—Wacker (Favoriten), Admira-N. A. C. (Floridsdorf., ^rds!l8§ruppe des Jüdischen National- Fonds. Montag do 26. Jänner 1920 findet im Festsaal des Hotels »Bayrischer Hof*. Ir., Tabors-rasse 39, eine g§ verbunden mit der-Theater-Aufführung Herzele MeJticiie’S dargestellt von erstklassigen Schauspielern unter Leitung des Herrn E.Tschisik aus London, statt. Saal- und Kassaeröffnung V4 6 Uhr abends. Anfang präzise 6 Uhr abends. Karten von K 6.— bis K 20.— sind* bei; der Arbeitsgruppe des INF., Wien, II., Zirkusgasse 33, bei der NF.-VerkäufstcHe, II., Schmelzmasse 7, und bei R. Löwit, I., Rotentnrmstrasse 22, erhältlich. Der Bein rtragflieset £em JUdisohen Natlonal-STonde zu. 705-1 Gerichts?«ml. Eme rmgLÄcklichs Mutter. Wegen Ermordung des Söhnchens verurteilt. Vor dem Schwurgerichte war gestern die nach Jazkau in Mähren zuständige 32jährige Schlossergehilfensgattin Marie Hlouzek des vollbrachten und versuchten Mordes angeklagt. Sie hat ihren dreieinhalbjährigen Sohn Anton durch Einflüßen von. Lysol und durch gewaltsames Hineinpressen eines Knebels in den Mund getötet und ihre siebenjährige Tochter Marie durch Schläge mit einer Hacke zu töten versucht. Famtlienzerwürfttisse bildeten das Motiv der Tat. Das Verhör mit der Angeklagten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie sich' schuldig bekenne, antwortete die Angeklagte mit tränenerstickter Stimme: Ja. — Vors.: Es. wird Ihnen, vorgeworfen, daß Sie den Haushalt nicht gut geführt und Ihre . Kinder nicht rein gehalten haben. Ist Ihnen vielleicht die Rein-, lichkeit schwer geworden, weil Sie zu wenig Seife hatten? — Ang.: Ja! — Vors.: Ihre Ehe war bis zum vorigen Sommer ganz gutnicht währ? — Die Angeklagte nickt und berichtet dann, däß ' ihr Mann sein Verhalten gegen sie geändert habe, als sie nach einem fünfmonatigen Aufenthalte mit den Killdern vom Lande zurückkehrte. Schon auf dem Bahnhofe fiel ihr sein mürrisches Wesen auf, er küßte weder sie, noch die Tochter, nur den kleinen Buben. -Am selben Abend verließ er sofort die Wohnung und auch an den folgenden Tagen 'vernachlässigte er seine Familie. Die Angeklagte gst. daß sie den Knaben ümgebracht, ob sie der kleinen 1;ie was antnn wollte, daran könne sie sich nicht erinnern. Nach der Tat habe, sie einen Selbstmordversuch ilnternommen, der jedoch mißglückte. — Bors.: Warum haben Sie Ihr Kind umgebracht? — Ang.: Ich Hab' nicht mehr sieben wollen und wollt' meine Wider mitnehmerr. Das psychiatrische Gutachten. Grichtspsychiater Dozent Dr. Pap Pen heim bezeichnete die Angellagte als eine minderwertige, Willensschwäche Person, die durch die widrigen Verhältnisse in einen schweren Afsektzustand und endlich in Verzweiflung geraten ist. Sicherlich hat die Liebe zu ihren Kindern, von denen der Mann ihr eines wegnehmen wollte, sowie auch ein unbestimmtes Rachegefühl -gegenüber dem Manne sie zur Tat bestimmt. Die Angeklagte habe sich bei Ausführung der Tat und auch später zwar nicht in einem Zustande der Sinnesverwirrung befunden, aber in einem Zustande hochgradigen Affektes^ der ihre Willensfreiheit abschwächte. Das Urteil. Die Verhandlung wurde abends zu Ende geführt.' Die- Geschtvoruen bejahten die Hauptfrage auf Mord mit zehn gegen zwei Stimmen, verneinten dagegen die Hauptfrage auf Mordversuch (an der Tochter) mit acht gegen vier Stimmen. Die Zusahsrage ans Sinnesverwirrung zur Zeit der Tat wurde mit acht Stintmen „Nein" beantwortet. Aus Grund dieses. Verdiktes. verurteilte, der Gerichts- Schreib Leopold Steinhart, Wien, I., Biberstraße 9. mufijjiimr Größte Auswahl! Billigste Preise! MO Hof die Angeklagte Marie Hlouzek unter Anwendung deS außerordentlichen Mildertingsrechtes zu drei Jahren schwerem Kerker. Die Angeklagte hörte Es Urteil laut aufwelnend a» und hielt sich Bedenkzeit offen. Am Arme eines Jusiizsoldaten wankte sie dann aus dem Berhandlungssaale. E!ne EhrenbeleLdigurtgsklsye des AnterftaatssekrstLrs Dr. Eisler. Am 29. d. M. findet beim Besirlsgerichl in Mürzzuschlag die.Verhandlung über eine vom Unterstaatsselretär Dr. Arnold -,. ' 7-- E i s l e r gegen einen Werksveamten der Firma B l e ck-ul a n «'?,.• eiNgebrackteEluenbelcidigungsklage statt. Dr.Eisler hatte in einer Versammlung von Wkrksbeamten gesprochen und der geklagte -'. Werksdecmtle Hatte sich später in einem Gastlie-fe über bie,;' AusWrungm Dr. Eislers und über die I u d e n w i r '* f di a ft abfällig geäußert. Diese Aenüernngen wurden, von mehreren sozialdemokratischen Etienbahncrii. die in jenem Gast-'' hole weilten, gehört und Dr. Eisler nutgeteitt, per die Einen-'-".'- belridigirngsssage gegen den Werksbcam.'en einbrachte.. Der VolksWirL. -Eme Krsrre Gestern stellte sich in Zürich die österreichische Krone aus . . - die tschechische Krone aus . .. . . die Mark ans . ... . . . 1*70 EeutiMes. ■'W ’S 1/70 T— 8T>» Die WsrnungSA Dr. Neifchs rr«d die BÄrfe. Dr. Reisch hat zum zweitenmal seine warnen/'': Stimme gegen die wüsten Ausschreitungen der Bör'e ispe'knlatton erhoben. Diese Warnung ist zum zweite inmal wieder ungehört verhallt. Auf der gestrigen Bösie kam es zu unverhältnismäßig hohen Kurssteigerungen, an denen auch die Renten hervorragend Le.'eittgt ' waren. Was angesichts des Sinkens unserer Kro-.e ans den Rekordtiesftattd von 1.80 in Zürich die Häris e gerade der staatlichen Werte veranlaßt,'wo doch unser»' Finanzen die denkbar schlechtesten sind, gehört zu den Nnbegreiflichkeihsn der Börse. Ebenso unerklärlich ist das Emporschnelleu der Kurse der ungarischen WertpavierL, züm Beispiel der Goldrente. Wenn man bedenkt, ü:.\) Ungarn ebenso Harle Friedensbedmgungen aufenegt wurden wie uns und daß dort offizielle Trauer herrscht, so ist es unerfindlich, wieso'das genannte Papier geg/n ' die letzte Notierung um 42 Prozent auf 305.— empor-, gewirbelt werden d konnte. So entwertet. unsere und die allerdings etwas höher notierende ungarische Krone.. ist, so stehen derartige Kurssteigerungen in keinerlei . Verhältnis zu dem Werte der Staatspapiere. Wsnn ,- die Börse nicht bald einlenkt und sich nicht zügelii' v kann, wäre esnicht ausgeschlossen, daß das Staats---' amt für Finanzen sich zu eineur Eingriff gezwung/u . sehen könnte. 9 . . ■ ■ Dis Zage der Erdölmduftrie in Galizien. Am 12. Dezember sind nach Warschau die Vertreter der Erdölprodnzenten eingeladen worden, um mit brt Regierung über die gewünschte Erhöhung der Erdölpreis: zu verhandeln. Die Produzenten stehen aus dem Stanpunkte, daß bei den allgemein hohen Auslandspreise für Erdöl der bisher in Galizien gezahlte Erdölpreis vor 80 bis 90 Kronen für 100 Kilogramm viel zu niedrio . sei. Man rechnet, daß der amerikanische Erdölpreis mi' 4,50 Dollar pro Barrel ab Erzeugungsstätte (Oil City) einem Preise von zirka 400 Kronen pw 100 Kilogramm entsprechen würde, um so mehr, als ein Dollar heute gegen.150 österreichische »Kronen Wert hat. M ist/zu erwarten, daß über Vorschlag der volnischen Re gieru'ng ein Preis von etwa 110 bis 120 Kronen prc lOO.Kilogramm Erböl an die Produzenten für die „BorHslaw-Tustanowice" bewilligt werdenwiro ' dabei bleibt die Frage offen, wie das den Bruttoprodnzentlern gehörige Del abgerechnet werden soll. Rack. wie' vor besteht die Tendenz, das Brntioöl nur zr halben Preisen zu vergüten, weil man der Ansicht' ist daß die Besitzer der BruLtvprozenie kein Risilo bei by Anlage und der Bohrung von Schächten tragen. Allerdings ist es noch fraglich, ob dieser Standpunkt begründet werden kann. Außerdem ist man sich d.ststbewußt, dwß stur ein entsprechend hoher Eraölpr.si» den. Anreiz für weitere Investitionen geben tan«. \v\ so mehr, als die Anlage eines Bohrloches heute mir 5 bis 6 Millidnen Kronen veranschlagt iverden muß: Das.sind Kapitalien, welche nunmehr nicht von kleiner Unternehmungen, sondern nur von sehr kapitalsträrnger' ' Konzernen aufgebracht werden können. Dies: llnterpehmungön müssen aber andererseits auch den Llnreiz ein ei entsprechend hohen Verzinsung haben, w'nu sie zu neuer Bohrungen veranlaßt werden sollten. Demgegenäl er steht der StanÄfnmsi der reinen Rasfine/ien, wessi': Lei den hohen Erdölpreisen und nieerigvu ^nlan/spr i ' nur in einem entsprechenden Export ihre Rechur:!;:' finden können. Die Tendenz der polnischen Regierruig. an den Exportpreisen durch hohe Jnlamer-crmmen z, partizipieren, läßt die Rentabilität des reinen "iasfina tionsgeschäftes ebenfalls nicht sehr aussichtsreich erscheinen, wenn der Erdölpreis zu hoch angeseut wird Dadurch ergibt sich «in Gegensatz zwi-chsn den reinem ErdöUrsünzenleu. und den reinen Raffinerchm.. währsnh