Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 359 (21.1.1920)
- Date
- 1920-01-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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9tt. 389 Wien, MMwmy Wiener Morgenzerrrrugs 2-1. zanner 192S Sette 5^ flowakrscken Politik wurde hierin dem Sinne erreicht, daß ihre vichtige Position nach der wirtschaftlichen wie nach der politischen Leite vollkommen zur Geltung gebracht wurde. AÜckkehr der ungarische« Friedensdelegation. Budapest» 30. Jänner. (Ung. Tel.-Korr.-Bnr.) Die mganfche Friedeusdelegation ist heute abends hier eingetroffem Zu ihrem Empfange hatten sich zahlreiche Persönlichkeiten, darunter Ministerpräsident HuSzar mit einigen Mitgliedern der Regierung, Oberbefehlshaber Horthh und Graf Julius Andrassy eingesunden. Luf dem Platze vor dem Bahnhof war eine groüc Menschenmenge »»gesammelt. Ministerpräsident HuSzar hielt an den Grafen Apvonhi »ne längere Ansprache, in der er betonte,. daß Ungarn sich nicht mtmutigen und vernichten lasse. Ungarn wolle leben und werde!eben. Der Ministerpräsident gedachte sodann der Tätigkeit des Grafen Apponyi vor dem Obersten Rat: Budapest» 20. Jänner. (Ung. Tel.-Korr.--Dm.) Morgen »ormittags findet ein Ministerrat statt,. welchem auch die Dcleperten der Friedeusdelegation beigezogen werden. Nachmittags mdet im Ministerium des Aeußern -eine Vollsitzung statt, der tleichsalls die FriedenSdelegrcrten beiwohnen werden. ^ücktpitt der franz'öfischsn Frkedensderegierten. Daris» 20. Jänner. lHavas.) Dem „Temps" zulolae haben ne Mitglieder der tranzötiscken Abordnung der der Fiiedenslonserrnz 'ihren Rücktritt beschlossen. Der Rücktritt sott abends »mtlich bekamllgegeben werden. LsgesberichL. Die KohlensituaLion. Reichte Deffernng. — Abbau der GittschrKrikungen Ende dieser Woche in Aussicht. Da. die Kohlenzuschübe noch immer nicht cütcv wesentliche klesstrung äufivelsen, kann von. einer Entspannung der Krise -- gesprochen werben, und die Einschränkungen tnb'-S parm'aßn ahmen müssen demnach vorläu fig r ochr-a u f.r echt bleiben. Wohl war der gestrige und vor- . jeftrige Kohleneinlauf etwas günstiger, aber die volle.Höhe . vurch e.il ichtt'er reicht. Trotzdem konnte.den Elsktrizitäts- »erken mehr als der volle Tagesbedarf zugesührt werden. Nestern ist ei'.r Kohleuzug angekoinmen, der einzelne Waggons aus Oberschlesien mit .dem Ausgabedatum vom 16. und 17. .Jänner, also , die erstell Sendungen nach dem Bergrrbeiterstreik mi:sührte. Der gestrige Lagervorrat der Elektrizitätswerke betrug 145 Waggons, das ist eine Menge, die noch laiige nicht hinreicht, um die Einschränkungen auszuheben. Erst wenn die Lagerbestände jene Höhe erreicht haben werden, welche den »ollen Betrieb der Elektrizitätswerke für mehrere Tage sichertiestellt haben, kann .erst au .eine W i e d e r a u fit a fj in e des v t r a ßen b a h n'ver'kehres und an die Aushebung der -Ibrigerr Ernschrän?u>ig<n geschritten werden. An maßgebender . Stelle.,rechnet -.maudamit, daß wenn die Kohlenemläufe äch auf .der Höhe des gestrigen lind vorgestrigen Tages halten, gegen Ende der Woche, das ist Donnerstag oder --'.Freitag,- mit dein Abbau der Drosselungenbegönnen werden lind '.'bit Straßenbahmt. an einem biefer Tage ifjmi Betrieb -nieder austtehnren dürste.- / - -s' . 7 . . Milderung der Sparnmßrmhmen. »Dem Staatsamt für öffentliche Arbeiten liegen folgende;.:.-.;-.f5Cttti5$A.c -me Milderung, der Sparmaßnahmen vor: - - ' 1. Die Stra ß e nbahn verkehrt ab . Donnerstag ln der Zeit von halb 12 llhr vörmittLigs bis halb 7 Uhr rbends. -.- 2. Theater,' Kinos, Konzerte und Vergnügnngs- '.taülissements spielen -ab.- Donnerstage ' .'Z. Die Drei u:h r-s p e r r e k er Geschäfte, Bureaus üsw. wird . ab i Donnerstag-- aufge h o b e n.-' > Das Verweildungsverbot von Gas und Elektrizität "für Fndustriezwecke'bleibt ebenso wie die Abschaltung der industrke- ■ Ulen Betriebe vorläufig'sansriecht. Die Bahnen sollen ab Monta'g wieder in Verkehr gesetzt werden, nur der Schnellzug M ü n di e n—S a t zb u r g n-tmmt /bereits am Freitag deri Eerlehr auf. . . Der Lokalmrk'chr auf den StaaMahnlinien und auf der - / . - ' Südbähm-- Der^Eisenbahtiverkehr auf den Staatsbahnlim'en und Mischer Dftid'öahn. ist.-o f f iz iell eingestellt, aber auf. ^er^..AsPaiigb.äim verkehven, wenn auch in. beschränktem Ausmaße, die - Zugs 'inoffiziell' werter. Die A r b eite r z ü ge rller Asvawzüahilstrcckell -nehlncn auch jene Personen ans,welche die.Fahrscheine erst bei den Perfouentas-sen lö.sen, also keine . Dauerialnu-arteribesitzen... »- Auch ans den Staatsbahnlinien. und auf der Südbahn sowie aus de'tz LandeSbHuen werden'' Kart-zn bei den Kassen rnsgegev«'.:. lür den Fall, als noch-Plätze ans den Arbeiterzügen derLo'uitttrecke- -frei.'.bleiben-, und zwar ganz gleichslMjg, .ob ..die Passagiere geistige, oder manuelle Arbeiter linb. Der Fernverkehr allerdings stockt gänzlich. Berhafttt»^ e^'nss HolzFieferarrten. --.'Mit-einer noch nicht ganz geklärteil Holzlieferungsrngelegenheit.. befaßt sich .das Polizeilommtssariat- Landstraße.' An deil letzten Wochen..- liefen, .gegen den 25jährigen, Kaufmann Willh Horner, zuletzt Landstraße, Esthegasse Nr. 8 Vohühäsk/mingefähr 8 0 Anzeigen ein, die besagten, daß Horner den Parteien in betrügerischer Weise Holz zu liefern versprochen und von den einzelnen Personen" Angaben aus vie Lieferung, je mach der Menge deS besteltten Quantums, in der Höhe von 500 Kronen bis 35.000 Krochen; n t g e g e n g e u 0 m m e n habe, ohne aber seiner Lieferungspslicht ilachznkvmmen. Horner wurde über die Beschuldigungen riitvernoimuen .und veraiitwortete sich damit, daß er das bestellte Holz ans der Tschecho-Slowakei hätte bekommen sollen.'. Er.fei aber Außerstande gewesen/ der Pflicht zu genügen/ dck die Regierung in Präg mit- Ende November die -Hvlzznsuhr gesperrt habe. Horner, berief sich darauf, : daß ec. ställdig bemüht war, trotzdem, seine Verpflichtungen zu -riütleii, indem er durch Holzabschlüsse hierzulande bestrebt war/ällinählich die Besteller-zu befriedigen: -feine Bemühungen-hätten'allerdings bisher keine Erfolge gezeitigt. Daß f'vr-ner das als Angabe erhaltene Geld nicht mehr hat, erklärte er damit, daß er eine Summe von etwa 400.000 Kroßen seinelll Vater, der in Mißlitz in Mähren ansässig ist, getegentlich'"dessen Änwesenhelt in Wien gegen Akkreditive in der Tschccho-Slowakei eingehändigt habe. Der Vater habe aber."-mit-dem Gelbe in Wien seme eigenen Verbindlichkeiten beglichen. Da aber Horner einen büchermäßigen Fehlbetrag von ungefähr 420.000 ' Kronen nicht belegen konnte, hat d.itz "MtLatsaurvqltkchaft ich' ,bei,M LlrW.allL,UMigW gegen ihn eingelaufen sind, 'seine V e r h a f t u n g verlangt, die denn auch am 16. d. M. vorgenommen wurde. Horner wurde dem Landesgerichte eingeliesert. * Bermahlun». Polizeikonzipsit Dr. Heinz P 6 l t hat sich mit Fräulein Marie Anne K 0 r a b - D! ü h l st r 3 m vermählt. * Spende. Für den Verband der' Heimkehrer und Invaliden wurden uns von Herrn Chordirigenien der isra>'litlschen Kullusgcmemde, N n d 0 l f H c l m a u n, 50.— überwiesen. - * Bialik geht nach Valastina. Wie dem „Doar Haiom" berichtet wird, ist in Jaffa die Mirtrrlung eingelangt. das^der hebräische Dichter Ch. N. B i a l i k binnen kurzem nach Palästina nbcrsiedcln wird. Mit ihm dürften auch die Schriftsteller T 1' ch r r u i ch 0 w s k t und R a w n i tz k i nach Palästina kommen. * Ei» ekgenartrger Keiegserlatz im Frieden. Der P r e ß b u r a e r Magistrat veröffentlicht folgende Kundmachung : Infolge Aufforderung des Mrlrtärk 0 m m a. n d 0 s geben wir" der Einwobnerichaft b'ermit bekannt, daß ab heute die Be'chädiger der mtlttäiifdicn Telephonleitungen vor das Miluärgrricht gestellt werden: sollte der Täter Glicht eruierbar fern, so wird der E i n w 0 h n'e r s ch a f t eine hohe Geldstrafe ausrrlegt weiden. . * Rärrbereierr in Kairy. Das P. 0 st amt ist von b e w a f s n e r e n Leuten geplündert morden. * Streik der pornischen Textilarbeiter. Die.Polnische Telegravhenagentur berichtet, daß der Streik der Tcrtilarbciter in Lodz sich auch aus andere Städte erstreckt habe. * Eirr Fonds zur Unterstützung der Forschung aus dem, Gebiete des Maschinenbaues. Die Londoner Universimt hak Sammlungen zur Beschaffung eines Fonds von einer Million Pfund zwecks Unterstützung der Forschungen und Versuche .aus dem Gebiete des Maschinenbaues eingelcitet. Vor allem werden die Ursachen der Verluste von Warme und Kraft untersucht werden, um die möglichste.Ersparnis an Betriebsmaterial zu Erlangest. Außerdem wird der'Bau von Maschinen in den größten Ausmaßen gefördert werden. , * ' * Der Roman einer Kantorstochter. Mit Bezug auf die vor einwer Zeit ln/unsercm Blatte unter obigem Titel erschienene Nachricht werden wir um die Feststellung ersucht, daß die verstorbene Gattm des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen weder eine Tochter-Salomon Sulzers noch mit dem Begründer der modernen Synägogalmusik rrgendivre verwandt iyar. > * Eine grotzo indische Eneyülopadie. Die jüdische Knltnrligä in der Ukraine hat sich mit der Moskauer und Vetrograder indischen Knsim siga. verbunden zur gemeinsamen Herausgabe einer großen jüdischen Encyllopädic, bic einige Dutzend Bände umfassen wird. * Jüdischer Nationalrat für Oesterreich. Die für heute angesetzte Plenarversammlung muß wegen der Verkehrs- und BeleuchtungsveihäUnisse verichoben werden. D'ir Präsidmlsitznng findet um .^«5 Uhr nachmittags statt. ' . - * Blutige Vorfälle in Dignano. Ans Triest wird gemeldet: Anläßlich des Stresis .der Arbeiter m Pola sollte das Lokal der Arbeiterkammer von Dignano von emer. Karab nieri- Patrouille durchsucht werden. Die Arbeiter öc rbarrtfa feiert et j sich in dem Gebäude, worauf bte Karabinieri das Haus stu'.rir eir. Ans. dem oberen Siockwerk des Hauses wurdest 2 Bomben geichlnidert, wodurch 7 Personen verwundet,-ein Arbeiter geioiei wurde. 120 Arbeiter wurden verhaftet. In den Raumen der Ai beiterkammer wurden 18 Bomben, Gewehre und Mumtiou beschlagnahmt. * Freie ärztliche Stellen. Das Volksgesundheitsamt teilt mit, daß folgende ’ freie Aerttestellen zu besetzen sind: die Primararztstelle uu Nudolfs-Kmderspiral in Wien, eine Bezirksarztstelle in Graz, Gemciudearststellen in Mitterpraberu lLtiedcrösterretch', Sollena». Ternberg lOberösterreich), die Distriktsarztstelle tu Villach; weiter sind dem Volksgrsundheitsamt freie Stellen in Böhmen und Mahren sowie mehrere Honorararztstellen in Bosnien und Epidermearztstellen .ui Polen bekannt. Die Bedingungen dreser freien Stellen können — da wegen Stromsperre das Amtsblatt des. Volksgesundheirsamtes nicht gedruckt werden konnte und daher erst veripätel - zur Ausgabe gelangt — im Pressedepartement d e s V 0 l k s g e s n n d h e i t s a m t e s emgesehen werden. * Wiener Aerfte für Ostgalizien. Die polnische Regierung bat sieb an den Staistskanzler mit dem Ersuchen gewendet, Wiener Äerzie nach den von der Tvphus-Epidemie he,m-- .gesuchtcn Gegenden Oßgaliziens zu entsenden. Sie erUäitc sich bereit, einen Sonderzug zur Verfügung zu stelkcn und legt auch großen Wert auf Beistellung von Medikamenten. * Preissturz für Butter Und Eier in — Prag. Aus Prag wird gemeldet: In den letzten Tagen sind Butter und Eier in großer Menge aut die hiesigen Atärkle gelangt, wodurch die Preise wcsenll'eh herabge'drückt wurden. Butter ist in wenigen Tagen im Preise von K.56.— auf L 36.— für das Kilogramm zurückgeoangen, um welchen Preis gute Teebuiter in beliebiger Menge erhälkllch war. Kochbutter kostete nur mehr K 32.— bis K 34.—. Eier, die noch vor einigen Tagen K 2.60 pro Stück kosteten, wurden uni K l SO ieilgeboien. * Schwindel mit Lebensmittelkarten. Der 32jährige, beschäftigungslose Musrtec Anton Frank, 2. Bezirk, 3t,obara» gasse 45 wohnhaft, und die 28jährige Schneiderin Emilie Gassan, 2. Bezirk, Große Mohrengasse"38 wohnhaft, haben in der letzten Zeit auf Grund gefälschter Dokumente eine große Anzahl Lebensinittelkarten erschwindelt und mitihnen Lebensmittel bezogen, die sie im Schleichhandel weiter veräußerten. Beide hatterr sich hier unter den falschen 3tamen Anton Lechner und Emilie .Czermak aufgehalten. Am 19. ch. .M. wurden sie verhaftet und dem Landesgerichte - eingeliesert. . ___ Adolf Stand-Stiftung. Für die Adolf Stanb-Stiftung der ^Wiener Morgenzeitung" liefen ein: Bön Herrn Lazar Gorchczanskp K 10.—, Herrn Salamon Gorzhezansly ll. 20.—, Jüd.-akad. Kultnrverband Jabne L 250.—. Bisheriges Ergebnis K 7147.—. Vereinsnachrichten. OJt a di ii d) 11 n b 0 n e x e t n e n e x f tb e i 11 e n a u §** n a h m s l 0 s u u r ä m T a g e d e r V e r a n st a ltung.) Heute: , . Gründung einer zionistischen Ortsgruppe M 8 d l i n g. Di: Gründnngsversammlung der zionistischen Ortsgruppe M ö d l 1 n g findet am 26. d. M. um 6 Uhr im Hotel Stad. Mödling statt. — Zionistische Sektion Landstraße. Wegen Derkehrseinstellung und Lichtsperre entfällt heute der 'wöchentliche Vereinsabend. — Jugendgruppe der zionistischen Bezirkssektion Brigittenau, X.X., Karl Meißlstraße 6, Tür 1. 1,^ Uhr V re nsabend. Anschl'eßmd an den Vottum findet ein Re eiat der F-au Lehre, in Pollacek über die Gründung einer jüonchen Schtebei-Lärttukolonie statt. Männer und Frauen erscheinet masKirlt« Größte AuswahU Billigste Preise! Aoyold Ctcmhart, Wim,Biberstraße 9. 4.0r.l S Die Ernährung. Der Marktbericht. Die. Märkte blldeü nach wie vor das Drid der Trost» l o > i g k e i t. Die Beschickung bat sich auch gestkrn nicht gebessert. -Die Kaufkraft des Publikums ist übrigens aus einem Tieisi'ande augelaugt, der selbst mit den geringen Vorräten daS Auslarigen finden läßt. ,• '"Di: Grün w a ren markte boten, abgesehen von einer aermMgiaen Zwiebelsendung. bloß Rüben verschiedener Ln. Ans denr O b st m a r k t war eine leichtere Besserung der Zufuhren zu v er zeichnen, namentlich Arpfel waren ttt ausreichender Menge angcbotcn. Die G r o ß m a r k t h a l l e verfugte bloß über R< von Rindfieisch und Würsten. . ' Ansere ErnLhruug. Mehrfache llmstande haben dazu beiaetram». uriiere Er-» n.rhrimgslage nngimstig zu bceinflnffen. Zunächst tia'r-ir die M e b l z u s ch ü b e aus d e m Süden infolge gänzlicker Erschöpfung^ der uns von der Entente zur Verfügung aestetlien Menge» v,ä l l i g a n f g e h ö r t und wir sind nur mehr ans die E nlänfe angewiesen, die.an Getreide aus denr Norden teils über N o t t e r d a m, teils donauwärts ans dem S ü d e u D e u l s ch l a n d s im Tauschwege an uns gelangen. Die Vermmderung der Einläufe hat zur Folge, daß an eine Er-, ir^o h u n g d e r B r o t q u o t e, deren Herabsetzung im Dezember mnr als vorläufig bezeichnet worden war, nickt geschritlen werden kaun und wir zu allen anderen Embehrungeu auch noch die Brotration von einkm Laib Pro Kopf und Woche ertragen-müssen. Die Qualität .dieses Bro'.cs, die >n den allerletzten Wochen sich em wenig gebessert hatte., wird der Beniitzuna des deutschen Mehles sich v 11 sch l e ch. t e r n, da , es sich hier um ein unter ganz anderen Verhältnissen a u s a e m a l, lenes M e h I handelt, als die in-den . österreichischen Mühlen hergesteUten Mahlprodnkten, sind. Inl Deutschland besteht schon seit läng-rer Zeit die Vorschrift der 'M/Men Ausmahlung des Getreides, so daß ein stärkerer Zusatz von Kleie und Abfallvrodukien dem deutschen Broj eigen ist und, mm werden >vir auch m Oesterreich bei Benützung des aus'^ Deutschland uns' zugcwicscnen Mehles diese Erzeugmffe er-' haltenmirffcn. D - Aber nickt nur bei Brot und Mehl, haben sich die Ber» bältniffe zum schlechteren gewendet, auch in den anderen Lebens- ' Mitteln ist unter dem E-nfluß der valutarische» Verhaltnitfe eine B crteitt r u u g' emgelrcten, die das Maß aller schlnnmen E'Wartungen wertnbertroffen hat. Hmsichtlich Fleisch, gegenwärtig rum großen Teile aus das Ausland anoeiviefen muß die heimische Ausbringung in der Preisbildung den Kosten ausländischer Flerscheinfithr angemessen werden und ebenso wie in Fett, das schon demnächst wieder zu einer E r h 5 6 u n g gelangen wird, steigen die Preise nnaufhalisam für alle Fleischfortelk. Einen unheilvollen Einfluß auf nnsri e Lebensmittelversorgung, b.sonders auf die Versorgung Wiens» hat auch die Verkehrstverre hei vor gerufen. Die Landwirte, uameutlkch die kleineren Grnnö-- besitze-r haben sich schon längst daran gewöhnt, ihre Er« zeuAniffe ausschließlich an Schleichhändler äbzugcbcn, tüsiimern sich nicht um die Voischristen hinsichtlich der Anf-- bringung und da nun die Pertonenzüge eingestellt sind, die Schleichhändler also nicht w leicht die Ware erlangen lönnen, Lapeln die Landwirte Lebensmittel auf und mit Äusnahme von Milch, die dem Berdeiben ausgesetzt wäre, kommen andere L^.bcnsmlttrl, wie K a r 1 v f f e l n, H ü l s e n t r ü ch t e. Fleisch und dergleichen nicht nack Wien. Der Schleichhandel . findet neuen Ansporn und es kann nicht mehr überraschen, wen« überall Corued-Beef. das seinerzeit und eigentlich auch jetzt noch der staatlichen Bewirtschaftung unterliegt, überall fr« erhältlich ist. allerdings zu einem Preise von K 140.— für das Kilogramm» Sardinen voitugiesitcker Provenienz gegenwärtig K 24.— pro Dose toftcu und tür Teigware ausländi'cher Erzeugung vor drei Tagen K 48.—. hente bereils L 60.— pro Kilogramm verlangt werden. Das Wort Schleichhandel hat heute seine einstige Bedeutung verloren, denn das, was so genannt wird, spielt sich schon fett,geraumer Zeit öffentlich ab und auch kerne bckördliche Intervention ist imstande. Einhalt zu gebieten, da sie an ferne Stelle nichts besseres zu setzen vermochte. FleischauSMbe in Wien in der Woche vom 22. bis 28. Jänner 1S20. Born Siaatsamte für Volksenrährnng wird verlautbart? In der Woche vom 22. bis 28. Jänner 1920 wird an alle HauShaltnngen in Wien Rindfleisch abgegeben werden. Die Quote bcträgt'10 Dekagramm pro Kops. Die Abgabe erfolgt gegen Abkremrung der mit Ziffer 11 bezeichneten Abschnitte deS Rlndlleiiche'nkaufickcines. Der Kleinverkansspreis beträgt K 65.— pro Kilogramm Vorderes, K 69.— pro Kilogramm Hinteres und K &}.— pro Kilogramm Braten fleisch. Ab Montag den 26. d. M. dürfen dir Rindfleischabgabesiellen daserübrigt- Rindfleisch an die bei ihnen rayonrerten Kunden ohne Rücksicht darauf, ob b efe ihre Ration behoben haben oder nickt, verkaufen. Die Kopfqnote, beträgt auck in diesem Falle 10 Dekagnimm. Die Abgabe geschieht zu den oben angegebenen Preisen. Beim Bezüge der Zrffatzqnote wird der Mit dem Buchstaben bezerchnete Abschnitt des Rindfleijchrrnlaufschemes abgeireimk. - >. - Frisäres Kalbfleisch wird nack Maßgabe der Anlieferungen nach den Bestimmungen der Magistratskundmachlmg vom 3t. Mai 1919 gegen Abtrennung des Abschnutcs 80 des aunllcheu Einkänfscheines abgegeben._• W. I. W. tz Donnerstag den 22. d. M. von 9 bis 11 Uhr Fleisch alle Rayomerten- __ ' i T^leischabgabe. In" dieser Woche findet von Donne>.stag - migesaugrn wieder eine allgemeine Fleischabgabe von IÜ Dekagmtttm für den Kopf wie in der Vorwoche statt. - Preiserhöhung vou Oel. Der Preis des vom d. M. an zur Ausgabe gelarigendcn Oeles ,st neuerlich . gestiegen, und zwar von K 93 — auf K 102.— das Kilogranim. Keine Kiuderzubußen für Jänner. Die riblieven außei-ordentl.ckrri Kaidcnnbußcn des Ernähr uugsanttcs sind diesmal gußgeblieben. Kondensmilch für die Kinderspitäler. DaS rncktpolitische Komitee für Wiener Kinder m B r r s c r a hat durch seinen Präsidenten Eomniendatore Flavia n o. welcher pertönlkch m Wien ei schienen ist, 2c 0 Kisten Kondenöinikch^nnd eine Anzahl Wolldecken nach Wien gcscnd-!. Dir toudcn'rerte MW ist austchUetzstch für die K.nbccspiläler bcumimc.