Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-01-20 · Heft 358 (20.1.1920) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 358 (20.1.1920)
Date
1920-01-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979436--03158-2988756
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 0 Wien. Diensrag Schokolade, Pfeffer» Essig. Schweizer Rüotto, Dohnen, Paprika, von 8 dis 13 Uhr und von '/*3 biS 5 Uhr. W. A. W. ' Mittwoch den 21. d. M. Verkauf für alle jene, welche wegen dn BrrlrhrSfpenr ihren Einlauf bisher nicht besorgen könnten. Konsumverein von Bankangestellten in Wien. Bei einaeftelUrm Stramubahnverlchr Verkaufszeit! 8 bis 9 Ubr. Im Vokale R o ck d g a s s e: Salzheringe, Maroni, l>», Eßscjgrn, Schokolade. Rosinen, orig, sranz. Senf, Kümmel, Pfeffer, Paprua, Zwiebeln. Savcrlraut, Grass Suppenwürfel, kosmetische Artikel der Zomawerke in reicher Auswahl, Rafferkeife la Qualnäk tn Würfeln. — Jnr Lokale Schottenbastei: Margarine und Mehl «nach EmlangriO, Aepfrl- Marmelade gegen Marken. Brennsvmtus für Haushalte mit Kranken (Flaschen nnibnngen), HoffS flüfffars Malzextrakt, V,-Kilogramm-Glas für den Haushaft, Novemverzucker. — In der T e x l i 1 a b i e' l » n y. Schoitcnbastei6. l. Stock: BvlksdekleidungSware iür Mehlrayönirrte, die noch nicht bezogen baden. Flanelle. Creionne, Mäntel, Socken, Kmderamüge, Srrlenwäriner, Kainelbaarloden, Handschuhe. — Für alle Mitglieder: Barchente, Zephire, Herren» und Damenkleidtrstdffe, Herren- und Damentaschentücher. Knabcnhosen. Kmderstrümpfr, Sweater, Kragen, Socken, Damen-Cbevrraux-Sckuhe und Putzichiirzcn. Bei Bezug von Bolksbekleidungsware sind Meldezettel und Emkaufschein mitzubringeu. Bis ans weiteres bleibt die Ttztilabteilung jeden Monrag und SamStag geschloffen. Italien für unsere kranke» Ztinder. Aus Rom wird gemeldet: Em Bahnwagen mit Lebensmitteln für die in den Wiener Kliniken befindlichen Kinder ist Samstag von Rom nach Wien adgegangm. Schweizer Liebesgabe» für Wien. Aus Bern wird gemeldet: Das Sekretariat des zentralen Hilfskomitees in Bern hat neuerlich ibWaggonsLiebeögaben für Wien gespendet. Der Transport geht am 24. Jänner unter Schweizer Militarbedcckung nach Men ab. „Stafa." Die ..italienischen" Textilien werden in der Zeit vom 26. bis einschließlich 31. d. M. ausgegeben wie folgt: G Hb e A n w e isungen: Bon Nr. 7600 täglich fOO Nummern bis en'.fsblirßlich Nr. 8200. Graue Anweisungen: Bon Mr. 10.600 täglich 800 Nummern bis rinschließlich Nr. 15.400. Die Velkausszeit regelt sich nach den jeweiligen Lichlsparmatznahmen und wird jedenfalls mittags nicht unterbrochen, geht dagegen späteffens um 4 Uhr nachmittags zu Lnde, Dasselbe.gilt für den Verkauf der „Stafa*-Pakete; alle trnr, die BerugSbücher oder Legrtimationskarten mit Nummern unter 23.000 haben und an den vorgrschriedenen Tagen nicht einkausten. können die? am. 21. d. M nachholen, mit welchem Tage srr Verkauf der „'Ltasa"-Pa'ete abschließt. i_‘ ..... . . . MeMWM in allen PrriSlaaen. Nevaratnrea unter Garantie. Farbbänder für alle Systeme. rrstNasit-eS Material. Levp. Kurzer, Wien, (J|I„ Westbahnstraße 23. Telehpvn 31537. E63 Bühne und Kunst. Die Wiedereröffnung der Theater. Noch kein bestimmter Termin. Der Direktorenverband hat bekanntlich gefördert, den normalen Theaterbetrieb heute Dienstag wieder eröffnen zu dürfen, da -die Beleuchtung der Theater-' slonzertsäle und Varietös keinen Mehrverbrauch 2n elektrischer Kraft.verursacht.- Der Widerstand der Gemeinde, welche erst nach Wiederaufnahme d-es Straßen bahnv yr* kehrs i>ie Oeffnung - der Ber'güüguügsst a t t e n e r l a u b e n will, ist nicht unbegründet.' Man kann nicht die eine Gruppe der Arbeiterschaft vor an-, deren bevorzugen. Da sich die Kohlensituatvon etwas gebesssri hat, dürfte der Slraßenbahnverkehr nttv-damit der Thearerbetrieb Übet morgen Donnerstag wieder eröffnet werden. Dieser Termin ist aber noch nicht feststehend uno hängt vom Kvhlenrinlauf ab. ' * Im Wiener Stadttheater findet, die Aufhebung der Theatersperre vorausgesetzt, Freitag den 23. d. M. die Erstaufführung des Lustspiels „Der. große Künstler" statt. .Für nmraen und übermorgen find Wiederholungen der „Lustigen Weiber von W i n d s o r" vorgesehen. In der Ren ais s ancebühne wird nach Wiederrroffnung des Theaterbetriebes das Lustspiel „Die Perlen der Kleopatra" mit Harry Walben gegeben. Neue Kammerspielplane. Gleichzeitig mit dm Riesentheatern mit gewaltigem Fassungstaum werden immer häufiger intime Theatersäle eröffnet. Die Strömung, welche das „Theater der Fünfhundert" begünstigt, ist jedenfalls zu begrüßen, weil sie der Verfeinerung der Kunst dient. In Wien sollen den Kamtnerspielen zwei neue Stätten eröffnet werden.D»e beiden StaatStheater wollen den Nedoutensaal der Hofburg für Kammersyielzwecke benützen. Proscffor Roller, der Leiter des!ünstlerischen Ausstaltungsweiens der beiden Staatstheater, arbeitet serzeit an dm Plänen für die neue Bühne. Auch das Deutsche Bolkstheater sucht nach einem zweiten Kammerivielsacil. Dirrklor B e r n a u hat bereits Verhandlungen nngeleitet, um das Akademie-Theater für Vorstellungen zu gewinnen. _ Hundertjahrfeier des Dichters M. Goldfchmidt. Wie das Londoner Jüdische Korrespondenz-Bureau aus Kopenhagen berichtet, har dort die für den hundertsten Geburtstag des gerühmten dänischen Dichters Meir Aaron Goldschmidr 2»gesetzte, uriolge Erkrankung des Heldendarstellers verschobene Festvvrstkllung nunmehr stattgrsundrn. Der König, die Königin und die königliche Familie sowie die höchsten Smawwnltionäre »arrn bei der Vorstellung anwesend. Auch die Schriiist.'ller» und Gelehrter,weit war durch die besten Namen des Landes verloren. Ter Festabend wurde mit dem Aortraae von Gold« Wiener Morgenzeuung schmidtS „Der Rabbi und der Ritter* eröffnet, worauf daS Mitglied des Königlichen Theaters. Johannes Rielfon, einen das Leben und Schaffen GoldschmidlS behandelndm Prolog von LouiS Lewtt. einem Verwandten GoldfchmidtS, vortrug. Hiernach würde GoldschmidlS Schauspiel »Der F ehler" mit erstkläsfigrr Besetzung gegeben. Das Schicksal eines berühmte» Slemvrandtgemald'es. Aus dem.H a a g wird telegraphiert: DaS berühmte Gemälde von Mmbrandt „Die Dame mit den Hunden-, welchevon den Deutschen rm Kriege aus dem Museum in Colmar entfernt wurde mid seit dieser Zeit als verschwunden, galt, wurde nun plötzlich auf einerAuSstellung in Torronto inKanada wieder entdeckt. Das Bild soll von dem deutsche« Kommandanten in Eoltnar an einen Münchener Kaufmann verkauft wörden sein, der es spater nach Amerika verhandelte. Karl Schönherr ist mit der Vollendung eines uenen Dramas „Der Kampf* beschäftigt. „Kabarett Kartoffelsalat". Der Dadaist Hülsenbeck in Berlin plant rin dadmstisches Kabarett und andere Literaten habm gar eine kabarettistische Liga gegründet, die unter der verheißungsvollen Firma «Kartoffelsalat* demnächst ihr Berlin in die Schranken forden will. Beethoven auf der Bühne. „Der wilde Rubikus*. Komödie aus der Sturm- und Drpngveriode eines Titanen in vier Akten, betitelt sich ein neues Biihnrnwerk von Wanda Stein und Erich Friesen. ES ist der erste Teil einer Beethoven-Trilogie, denn zweiter Teil sich „Die unsterbliche Geliebte*, deren dritter Teil stch „Finale* betiteln wird. Das Stück ist das erste größere ernsthafte Werk, das Beethoven auf die Bühne stellt. Otto Treßler wird daS demnächst im Burgtheater zur Erstaufführung gelangende Ca'anova - Lustspiel »Die Schwester* von Artur.Schnitzler inszenieren und die Rolle deS C a s a n o v a, die Harry Walden auf den Leib geschrieben wurde, kreieren. Eine Widmung Karl SchSnherr» für die Wiener Kinder. An das Kuratorium der Grillparzer-Stiktung bat Dr. Karl Schönberr au8 Trlfs, Tirol, folgendes Telegramm Sesendet: „Aufrichtigen Dank für die große Ehrung, die Sie mir urch einstimmige Zmrknmmg drS Gnllparzer-VreifrS bezeugten. Bitte, den ganzen Betrag den buügernden Kindern Wiens zu übermitteln^ Dr. Karl Schön err, zurzeit tn Tests (Tirol).* „Altneuland" (jüdische volkstümlich« Bortrag«). Der ersteiüdifcheArien- und Liederabend findet Donnerstag den 29 d. M. um -7*6 Uhr abends im Festsaal des Mil'tarkafinvS statt. Die Bolksoper-Maskenredoute zugunsten des FerialsondS findet laut in letzter Stunde behördlich erlangter Bewilligung am 21. d. M. um 7 Uhr abends in den Sophiensälrn statt. Die restlichen Karten sind an den Kaffen der Volksoper und abends an der Kasse in den Sophiensälen erhältlich. Sport. Salsonveginn. Dir ^.u,on wurde gestern mit zwei Wettspielen des Arbeiter- und Soldrtem'vvuverbandrs eröffnet. In beiden Spielen, die aus dem Admira-Platze stattianden, blieben die Soldatrn, m deren Rechen bekannte Spieler tätig wa'tn, siegreich. Das Resultat der ^»Mannschaften. Ear 5:1 (4:0). jenes der K-Mannschaiien 8:1 (3 :0). Das Schiedsrichteramt versahen dre Herren Schöuecker und Plhak. Das Abe des Fußballspieles, ein kleines Bändchen, von dem bekannten Svortsman» Willv Meist verfaßt, ist nunmehr in allen Trafiken erhal'.lich. Das reich illustrierte, geschmackvoll ausgestattete, in Stil und Preis (K 5.—) wirklich populär gehaltene Merkchen bringt dir Fuhballkunst und die Grundzüge des englischen Trainingsshstems sowie manche wertvolle Ausklärunarn und Anregungen m Extraktsorm. Vielen SekrionSleite'rn, Ttainern und Spülern, noch mehr aber allen Schülern und Lehrern ist dieser Leitfaden warm zu empfehlen. Das „Abc" ist direkt durch den Verlag „Neues Wiener Sportblatt*. Wien, H>, Obere Donaustraße 48, zu beziehen. Sportklub Hakaoh. Heute ab 6 Uhr Saaltraining der F u ß b a l l e r im Caft Cuy. Wochenprogramm des Sportklubs tzakoah ln Wien. (Erscheint jeden Dienstag.) Fechtfektio». Training jeden Montag und Donnerstag von 6 bis 7 Uhr abends für Dame», von 7 bis 7S9 Uhr abends für Herren im Lokal der „Neure Jehuda*,!X„ Servil engasse 10 (Souterrain). LeichtathletiKfeKtion. Saaltraining Dienstag und Donnerstag, 7,8 Uhr abends, im Jüdischen Turnverem. IX., Liechtensteinstraße 20. Sonntag „Querseldemlauf* ab 1V Uhr vormittags vom Hakoahplatz weg. TenuisfeKtio». Training Sonntag von S bis 13 Uhr vormittags auf dem gedeckten Sportplatz des Wiener Sportklubs, XVH., Rötzergaffe 6. NingfeKtton. Montag und Donnerstag Ringtrainina und Mittwoch Boxtrarning von 6 bis 8 Uhr abends im Klubheim, Werdertorgaffe 3, Casö City. FußbaLsektion; Dienstag vnd Donnerstag von 6 bis 8 Uhr abends Saaltraining im Klubhcim (Cafö City, l., Wrrdertorgaffe 3). Sonntag Cupspiel auf dem Hakoahplatz gegen Wiener Ra se ns P \ 11er, Gerichlssaal. Der Freund aus der Heimat. Der 19jährige angebliche Hörer der medizinischen Fakultät in München, Emil Bier, verkehrte im vergangenen Sommer im Hanse dreier Schwestern, die er aus seiner Heimat in Galizien kannte. Am 1. Jnli 1919 entwendete Bier der einen Schwester^40.000 Krönen, die sie in einem Kuvert unter dem .Kopspolster ihres Bette» verwahrt hatte, und entfloh aus Wien. Er unternahm mit Joachim Licht- Witz und dessen Frau, mit der er ein Verhältnis unterhalten hat, eine Reise nach Salzburg und Steiermark und brachte das ganze Geld so durch. Anfang September kam Bier ohne alle Mittel nach Wien zurück und schrieb an die Bestohlruie, sie soll ihm 6000 Kronen schicken, er werde damit ins Ausland reisen, fleißig arbeiten, Und ihr dann den ganzen Schaden ersetzen. Nun wurde der Bursche . vechgttet. 20. Jänner 1820 Nr. M Gestern chatte sich Gier vor dem Schwurgerichte wegvst Diebstahl»' und Falschmeldung ftit verantworten. Dvr Angeklagte, ein mitÄ;lgrvtzer schwächlicher Bnrschd, erDM gestern, er habe in München, wv sich sein Bat-rr a«Hält, ^em Semester. Medizin studiert, dann sei er nach Wien strkoMNttn, um hiev bei einem Onkel in besten Kansmannsgeschstft «ia* zutreten.. Auf einer Reise habe er in Haliein das EhtpE Lichtwitz kennen gelernt und mit Fran Lichtwitz ein Verhältnis angeknüpft, Lichtwitz war Reffender .in phswtzvaMschen Artikeln, habe aber nie Geschäfte gemacht und war stets in Geldverlegenheit, lieber Bitte der Fran sei Angeklagter, nun wiederholt zu seinem Vater nach Münchm um Geld gefahren und habe auch einmal 1000 Mark Mbeinmal 1800 Mark erhalten, die aber bald wieder verausgabt waren. Nun drängte da» Ehepaar fortwährend, er müsse einen grötzere» Geldbetrag beschaffen Md sv ftchr «t. nach Wien, ohne recht zu wissen, wo «r einen Betrag anfireiben könne. Er kam hier in Wien in große MKatze» h«M Hungers und in dieser Situation «nftvenbete et die 4t).t)öt> Kwnen. ' Et habe nicht gebücht, daß der Betrag, den dv unter dem Polster herdorgezogen, ein sv großer sei. Mt dem Gelbe fuhr er nach Hallein zurück, wv »Ms iv sechs Wochen durchgebracht wurde. In Graz habe ihn bann dM Ehepaar Lichtwitz verlassen und er fuhr nach Wien zurück, wo seine Verhaftung erfolgte. Er könne sagen, daß ihn nur die Leidenschaft für diese Frau arft Abwege gebracht hat. Die Verhandlung wurde am Abend zu Ende geführt. Die Geschwornen bejahten die Schuldfrage mit zwölf Stimmen. „Ja", aber unter gleichzeitiger Einschränkung der Schadenszifser aus einen Betrag von unter 4000 Kwnen. Aust Grund dieses Verdiktes verurteilte der Gerichtshof den Antzeklagten zu achtzehn Monaten schwer em.Kerle r. Die antisemitischen Exzeffe in Pribram. Prost, 19. Jänner. sPrivat.) Am 6. Dezember 1918 kam es in Pribram zu grohen Plünderungen, hauptsächlich jüdischer Geschäfte. Die Läden der Likörfabrik Kafka und das Geschäft des Kaufmannes Herr mann wurden' von drr Menge in unerhörter^ Weife verwüstet. Es gelang der Polizei, acht verkommene Individuen als die Anführer der plündernden Menge sicherzustellesi und zu verhaften. Das von der Prager Staatsanwaltschaft eingeleitete Verfahren erwies die Schuld weiterer huudertundzwanzist Personen, gegen die die Anklage erhoben wurde. In der nächsten Zeit findet nun vor dem hiesigen Strafgericht die Verhandlung gegen die Pribramer Plünderer statt. Bei der großen Anzahl der Ange-; klagten war es notwendig, zuerst eine Verhandlung gegen die erwähnten acht Personen anzuberaumen. Wie wir erfahren, hat' die Staatsanwaltschaft gegen die übrigen Personen Einzelklagen erhoben, so daß das Strafgericht sich in etwa hundertundzwanzig , Derhandlungen mit den Pribramer Vorfällen befassen wird. Wie verlautet, werden im Laufe diesev / Verhandlungen auch viele $ rauen der Pribramer \ gär t e n Gesellschaft blvßgestellt werden. Die ganz« i Angelegenheit wird vom Staatsanwalt Pavik be- - arbeitet. Erzberger gegen tzelfferich. Berli», 19. Jännrr. Vor der sechsten Strafkammer dck Landgerichtel begann heute der B e l r i d i g u n g S p 16 & t §, den Reichssinanzminister Erzberger gegen den Staatssekretär a. D. Dr. H e l f f e r i ch angestrengt hat. Gegenstand der AnNage bilden eine Reibe von Artikeln, die Dr.Helfferich im Juli und August des Vorjahres in der „Kreuzzeitung* veröffentlicht hat und die er später als Broschüre unter dem Titel „Fort mit Erzberger* hat erscheinen lassen. Wegen der darin enthaltenen Angriffe, die er als gegen feine persönliche Ehrenhaftigkeit gerichtet ansieht, hat Reichsstnanzmimster Erzberger den Strafantrag gestellt. Sowohl der Kläger als auch der Gellagtt find persönlich erschienen. _ Der Volkswirt. Die böhmische« Braunkohlenreviere im Dezember. Im »Prager Tagblatt* schreibt Dr. Karl U h l i g (Karlsbad): Das BersandergebniS des Dezember war nicht so schlecht wie das des November, blieb aber unter den Ziffer» der Vormonate Juli-Oktober. Die Feiertage bewirkten einen großen Förderausfall. Jeder der zwei Weihnachtsseiertage kostete unS 8000 Wagen Braunkohle. Der zweitägige Proteststreik der Falkenauer Bergarbeiter gegen die schlechte Verpflegung brachte weitere 1300 Wagen zum Fehlen. Unter diesen Bedingungen kann rin M in d e r v e r s a n d von 2000 Wagen gegenüber dem letzten normale» Monat, dem Oktober, nicht als Rückgang der Leistungsfähigkeit gewertet werden. Leider geht aber daraus auch hervor, daß wir von einem Erreichen der FriedenLversand- -iffern noch gmau so weit entfernt sind, wie in den letzten Tagen der österreichischen Wirtschaft. Im Kriege war die monarliche Verladung beider Reviere» Brüx und Falkenau, zusammengenommen von 117.000 Wagen des Jahres 1918 auf 86.000 im Jahre 1915 gesunken und fiel dann langsam weiter. 1917 waren eö nur noch 80.000 Wage». Im ersten Halbjahr 1918 wurden nur mehr 77.000 erreicht, im dritten Vierteljahr 75.000. Dann kam der Umsturz, welcher einen seit Jahrzehnten nicht verzcichneten Tiefstand der Verladung brachte. Der Oktober 1918 ergab noch 66.000 Wagen, November und Dezember aber das Minimum von je 52,000. Nach Ueberwindung der ersten Unordnung ging es wieder aufwärts, allerdings langsam und stufenweise. Der Jänner 1919 setzte mit 69 000 Wagen «m und diese Ziffer wurde als Durchschnitt für das erste Halbiahr durchgehalten. Mit Juli beginnt eine neue AufwSrtSbcwtgung. ES wurden 77.000 Wagen verladen, im August ebensoviel und damit di, , Leiüutms . der . Lstutttckückw. Avul-wirttckrst tat erstes

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.