Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 358 (20.1.1920)
- Date
- 1920-01-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 353 , /Mell, Mensms Wiener WlorgenzettüttF . M. JMner 1M0 GMA -- . . ’ * - .-■■■■ ---.--- ' ... ■ •->' ■••-iiiri-- -■ —.. - (., Detb^'uub bald darauf kam Fräulein- Bildl mit-einer jioeiten Frau, die sie als ihre Stellvertreter in .Marga->- icie Meifche g Vvrstellte. Weihnachten vergingen und Iiir den 29. Dezember war der Abgang. des Znge-s jngesetzt^ ohne daß- Anstalten für die Abreise getroffen vurden, und schließlich rückte Fräulein Bildl mit der Lrtlärung heraus, baß wegen der Berkehrsschwierig-- j:iten. die ,-Abreise des Kinderzuges auf den 5. d. M. lerschohen worden sei. Aber auch der 5. d. M. kam seran un.d. verstrich, ohne daß es- Ernst wurde. Nunschöpfte: man. Verdacht,,., da die Bildl. indessen m e h r sls 10.00 0 Kronen an Kostenbeitragen einsthoben hatte. Man girtgf ber^Sache nach und stellte nterft die Bildl zur Rede. Sie -gebrauchte Ausflüchte, schauptete, das ■ Geld sei bei - dein' Leiter der Aktion .Kinder aufs hinterlegt;^abe^-diese Lüge konnte re/-nicht Klange aufrecht erhalten,-und es war klar,, ^aß.-Eltern und Kinder betrogen worden sind. Die Bildl purdtz-M Haft, genommen. - Sie .ist - am 38., Februar 1898 in Wien geboren und wohnte zuletzt im „Hotel ^irstenhof" am Nenbaugürtel. Bei ihrer Anhaltung chod; sie alle Schuld auf ihren früheren Bräutigam, sinem- .ehemaligen Generalstabsoffizier Alexander (vor-- naN..„von")<'Mo.U'sstng-Musil, den sie schon seit ünf Jahren keirne und dem sie auch alle einkassierien Beträge ab geführt habe. Stefanie Bildl wurde gestern stm Landesgerichte eingeliefert. Die Erhebungen nach hr.en Helfershelfern werden fortgesetzt/ Die Konferenz jüdischer Gelehrter.! Die 'Züricher „Jüdische Preßzentrale" meldet ^.us ' London": Obwohl die Gelehrtenkonferenz, die sich jnit dem ' Aufbau der hebräischen Universität in Jesu, saleut zu befassen hatte, verschoben wurde, dürfte sie ün Zusammenhänge mit dieser Konferenz geleit-, ftte vorbereitende Arbeit nicht' verloren fein. Sie hat tem' zionistischen ' Erziehüngs-Departenrent Gelegenheit gegeben, in engeren Kontakt mit ein-.r großen stnzahl jüdischer Gelehrter zu konnnen. Ueberaus erfreulich ist das rege Interesse und der Enthusiasmus, KEaus fast allen Antworten zutage tritt. Von zahlreichen Gelehrten, die technischer Gründe halber an ser -Konferenz nicht hätten teilnehmen können,, -liefen vriefe ein mit dem Ausdruck ihrer Sympathien -für sie geplante Sache. So von Lord Rothschild,'.Prof, st ch i l l e L o r i a, dem b ekannten Nationalökono men ht Turin, Senator Prof. Vittorio Poläeeo (Rom), Prof. No s e n h e im, vom nationalen Phhsik-Laboraiorium Teddington, Prof. Landau (Güttingen)-Prof, st. Levr (Ferara)- Prof. Büchler und Dr.Da'iches »om J'ew's College London' und Prof. Na hu da Madrid). . . Prof. .Co h e xt (Leeds) -trug der.. künftigen . itni- »ersität seine 'aktive wissenschaftliche. Unterstützung ‘ an. phre Beteiligung an der Konferenz sagten zu: Prof, stinstein, der Schöpfer der Nelativitätslehre, Prof. S. Freud, Schöpfer der Psycho-Analyse, Geheimrat Prof. Leopold»' Landau (Berlin), Pros. Ornstein Utrecht), Prof. E hrenfest (Leiden), Dr. Epstein Zürich), Prof. Dessau (Florenz), Prof. Alma gin a Dom), Prof. Franz Oppenheimer (Frankfurt am Main), Prof. Salz.(München), Pwf. Morgenroth Koch-Jnftitut), Prof. Fried mann (Berlin), Prof, band an (Bern), Prof. Ehr manu (Wien), Prof. Lobcrnheint (Berlin), Prof. Berliner (Bern), straf. Torczyner (Berlin) u. a. - Wegen der kurzen, für die Organisierung der Konlerenz,zur Verfügung stehenden Frist war es unmöglich. Teilnehmer aus Amerika, Palästina und anderen entlernten Ländern zu erwarten. Aus dem gleichen Grunde mißte, auch die Liste - der Eingeläd'enen in vieler Hinsicht Mvd'llständig sein. - " ' 'Eine Anzahl Gelehrter von Ruf hatte es überflommen, Memoranden und Berichte vorzubereiten, in denen sie ihre Ideen über "die spezielle Ausgestaltung derMn ihnen vertretenen Fakultäten der Konferenz zur Beachtung vorzulegen gedachten. Diese Meinoranderr verden für die künftige Arbeit sehr nutzbringend sein. Prof. Alfred Zi m m e r n (Wales) hatte ein Referat iber die p h i l o s o p h i. s ch e' F ä k u l\ a t vorbereitet, Prof.. B r o d e t s k y (Bristol) ein solches über Natur-- vifsenschaften. Prof. Goldzieher (Budapest) hatte leine,'Ideen über den Unterricht der orientalischen Wissenschaften vorgelegt, während der Oberrabbiner von Vien, Prof. CHajes, einen Bericht über.Judaistik mk> Norman Bentwich,'Oberster Richter in Paläk i n a und früher Professor in Cairo, ein Memorandum ibec die ju.ristische Fakultät vorbereitet chatten. Lr. ffR.uppi'n hatte das Referat über die -ö k o n onifche Fakultät und das jüdische ökonomische Institut jürüas Studimu der Mittelmeerlänher überrwmmen. Die begonnene Arbeit wird jetzt fortgesetzt werden, strof. W e i z m a n n' wird verläßliche Informationen iiber die Lage in Palästina im.Zusammenhang mit der llniversitätsfrage mitbringen, wie auch die unter seiner Leitung ausgearbeiteten.Entwürfe. Dann werden die mdgültigen Beschlüsse über die Einberufung der Gelehttenkonferenz zu einer passenden Zeit gefaßt werden. "Neue Funde in Jerusalem. Die englische archäologische Expedition, die gegenwärtig in Jerusalem Ausgrabungen ausührt, hat soeben bei ihren Arbeiten einen unterirdischen Gang Üoßaelegy der unter den Zivnsbcrg durchfuhrt und den Brunnen »er Jungsrau mit der Süoahquelle verbinde». Der unterirdische Äang. wurde von Hiskia anStzciühr't, jenem König der Juden, der »on 725 bis 697 vor unserer Zeitrechnung regiert hat. Unter den Gegenständen, bve bei der Aufdeckung dieses Ganges gesunden vmden, sivd beiorchers Lut erhaltene Tövierarbritm - aus dem neunten Jahrhundert der vorchristlichen Zeitrechnung sowie eme Lampe aus dem elften Jahrhundert zu nennen. - Die gesamten Fundstücke sind bereits nach England geschickt worden. * Vom jüdischen Nationalfonds. Der Istdisch e N a t i o n a l f o n d s, Zentralstelle Oesterreich, Wien, II., ZirknSgasse 33, hat in der Zrrt vom 10. bis 17. d. M. K 18.838.38 vereinnahmt. * Memoiren des Ex-Kaifer-KöuHs Karl. Der „Wiener Kurier" berichtet, daß zu Ostern die Memoiren des Er- 5kaiser8 Karl in amerikanischen Blättern erscheinen. Der erste Teil dieser Memoiren veröffentlicht Schriftstückedie bewerfen sollen, wie Kaller Karl gegen den Krieg und sür^den Frieden gearbeitet bat. Der zweite Teil dieser Memoiren veröffentlicht dre Sixtusbriese. V * Der erste deutsche Dampfer in London. Aus London wird unterm 19t d. M. gemeldet: Gestern ist der Dampfer „Borussia" nls erster seit Juli 1914 in London eigelanfen. Der Mannschaft wurde das Betreten des Landes verboten. * Clemeueeau gebt nach Aegypten. Aus Paris wird gemeldet: In einer Unterredung erklärte C l e m e n c e a u, daß er in einigen. Tagen auf zwer Monate nach Aegypten gehen werde. Er werde keine Memoiren schreiben. * Dr. Simon Holdengräber und Frau in Wien, VI., Gumpendorferstraße 69, zeigen allen Freunden und Gesinnungsgenossen die am 11. d. M. erfolgte Geburt ihrer Tochter an. Zum Lohnkampf der AdvokaLursangesteltten. Vom NeichZverband derÄdvokainrs- und Notarlatsangestellten Oesterreichs werden wir um Ausnahme der Feststellung ersucht, daß die im Cornmuniqno der niederösterreichischen Rechtsanwälte enthällencn Behauptungen den Tatsachen nicht entsprechen. Den Angestellten sei es nie cinaesallen, auch nur für vereinzelte BerufsangehöriAe R 30.000 Gehalte, dann zwangsweise Einstellung von Angestellten in Kanzleien, Monopolisierung der Stellenvermittlung ..u. dgl." zu verlangen. Der Ausschuß wiffe sehr gut, daß die Angestellten und ihre Organisation sich im November mit dem Kompromiß (Minimalgehalte von R 225 bis 600) einverstanden erklärt haben und daß die Ablehnung dieses Kompromisses eine ganz andere Bedeutung als die vorgegebene habe. Einen schlagenden Beweis hierfür bilde doch die Demission der bdiden Kammer-Vizepräsidenten Dr. H a r v n e r und Dr. O f n e r, die doch gewiß keine Gegner der Rücksichtnahme ans bie „Eigenart" des Anwaltbcnlles seien. Wie wir erfahren, hat die im S t a a t s a m t e für Justiz abgehaltene E n q n e t e ein Ergebnis gezeitigt, das annchmen läßt, daß,dre bestehenden Differenzen zur Besrredigrmg beider Teile baldigst ausgeglichen werden. * Versammlung der Wiener Trafikanten. Unter dem Vorsitze des Präsidenten L ö ffler fand Sonntag nachmittags im großen Saale der Bäckergenosseuschaft eine vom Neichsvercine der Trastkanten Oesterreichs einbeinfene Versammlung statr. Bueprästdent Korntheuer erstattete einen eingehenden Bericht über die Vertragsverhandlungerr nnt den Zeitungsunternehmungen. und besprach die Organisation eines B l ä t t e r zu st e llun gsd i e n st e s seitens der Trasikanten an die Abonnenten ins Haus und erörterte gleichzeitig die Bedingungen der Uebernahme dieses Dienstes. Er berichtet ferner über die Abonnentensammelaktion. die trotz technischer Schwierigkeiten gut von statten geht. ,Trafikant.Herr H e r i n g nahm in entschiedener Weise gegen dre unprakt-scheu Lichtsparmqßregeln Stellung. «- Praktischer AuterrichL im Niesen. Die Londoner praktische Aerztin Dr. Octavia L e w i n, leitende Aerztin an einem Kinderspital in London East, macht jetzt, wie aus berichtet wird, durck ihre eifrige Propagayha für — das Niesen Aussehen. Als angesehene Spezialistin 'für Näsenkränheiten vertritt ste die Ansicht, daß der Wert des Nikseus als göttliche Gabe, mit-der sich die Menschen von allen mögl'chen Krankheitserregern zu befreien vermögen, viel zu wenig geivürdigt. werde. Im Gegenteil, die konventionellen Lügen der Gesellschait bezeichnen, das Niesen in Gegenwart anderer als shocking. Frau Dr. Lewiift chekämpst dieses naturwidrige Zurückhallen des Niesens und tritt siir eine Förderung und praktische Aiisgcstaltnng des dkrerens rin. Sie hält in ihrem ' Krankenhause r-sörmliche Ilnterrichtsstünden mr Niesen, an denen mcht nur ihre kleinen Patienten, sondern auch Ambulante teilnehmen können. * Besuchsoednung im Naturhistorischen Museum. Mit 14. d. M. tritt nachfolgende Besuchsordnnng in Kraft: Mittwoch von 9 bis 1 Uhr zoologische Sammlung (Eintritt R 2.—); Donnerstag von 9 bis 1 Uhr mineralogische,- geologische ' und anlhropologisch-etbiiographlsche Sammlung (EintrittR 2.—); Freitag von 9 bis 1 Uhr zoologische Sammlung lsreier Eintritt); Samstag von 9 bis 1 Uhr mineralogische, geologische und anthropologisch-ethnographische Sammlung (freier Eintritt); an Sonntagen ist ber freiem Eintritte von 9 bis 1 Uhr abwechselnd, und zwar am ersten, dritten und fünften Sonntag das I. Stockwerk zoologische Sammlung) und am zweiten und vierten Sonntag der Halbftock (mineralogische,' geologische und anthropologischethnographische Sammlung geöffnet., Welches Laster Wedekind fehlte. In der Berliner „Weltbühne" lesen wrr. folgende - Anekdote: Einmal wetteten Bierbaum und Wedekind mit einander. Wedekind hatte behauptet, er habe alle, einfach alle erotischen Laster persönlich studiert mit heißem Bemühen, und der dicke Bierbanm setzte einen Korb Sekt dawider. Der Korb wurde aufgebaut. Wedekind preßte'die Lippen auf einander. Und wartete. Welches Laster hätte er wohl nicht ...? Und Birnbaum sprach : „Die lesbische Liebe!" * Der tödliche Schlaf. In Rom sind bisher 20 Fälle von Schlafkrankheit konstatiert worden. Der Bevölkerung hat sich große Unruhe bemächtigt. Vom Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen sind bereits alle Maßnahmen zur Eindämmung ' der Krankheit getroffen worden. Die bisher gemeldeten Fälle per-, laufen gutartig. Nur wenige Todesfälle werden verzeichnet. Menschen ohne Geburtstag. Gibt es Menschen, die während ihres ganzen Lebens keinen Geburtstag wiederkehren sehen? Ein Mitarbeiter des „Manchester Guardian" bejaht diese Frage und es rst in diesem Jahre möglich, daß ein Kind geboren wird, das niemals die Freuden des Geburtstages genießen wird. Dies ist tatsächlich einem Kinde passiert, das rm Jahre 190L, welches wie das heurige ein Schaltjahr war, während --der Reise der Mutter von Uokohama nach San Francisco am letzten Febrnartage geboren wurde. Bekanntlich muß man bei einer Reise um die Welt, um die Zahl der Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge mit dem Kalender im Einklang zn halten, je nachdem, in rvclchcr Richtung man reiht, einen Tag emschieben, beziehungsweise euren Tag „über Bord werfen*. Dies Geschieht in dem Moment, in dem mau den 180. Meridian, der in der Mitte zwischen Japan und Kalifornien vei lauft, übersetzt. Em Kind also, daß wie dtrrnals im Jahre 1801 an einem solchen eingeschodenen 30. Februar zur Welt komnrr, muß sein Leben ohne Geburtstag srrsten, es sei den, daß es einmal tu die; Lage kommt» an emem ähnlichen Ort in einem Schaltjahr wieder einen 30. Februar einzuschollen, was wohl schwer anzunchmcn ist. * Verschollene spanische Aristokraten. Die Blatter melden aus M a l a g'a: Am Sonntag unternahmen 13 Mitglieder des Hvchadels, darunter c l n c V'e r w a n d t e des Königs von S p a n i e n, trotz des herrschniden Stnrmes im Motorboot einen Ausflug anis Meer. Das Boot »st nicht zurückgetommen. weshalb man bcHudilct, daß »fite ImalNn ums L e b e n a e k o m m e n s c: r:. S.-/ic lucljcu , nach den VermißteNo Schreib maf$inett Größte Auswahl! - Billigste Preise! $ «o V Leopold Steinhart, Wien, I., Biüerstraße S. : . --- 409*3/8 ---—j ■* Ein Brot nuv noch 25 Rubel. Aus M o s k a i! wird gemeldet: Seit der Besetzung der Ukraine durch die Rot^ truppen sind die Lebensmittel um mehr als 100 Prozent, billig« geworden. In Charkow kostet das Brot «n r noch 25 N u b e l. ' « Lustmord an einem Mädchen. Ans Innsbruck wird gemeldet: Das seit Sonntag den 11. d. M. vermißt gewesene lljährige Töckterchen des Johann Kaufmann aus der Halbstatron am Pfänder wurde ernrordet ausgesundem Wie die ärztliche Untersuchung ergab, handelt es sich »m eine»? L u st m o r d. Der Täter konnte noch nicht ausgeforscht werden, * Ein geplündertes Wäschegeschäft. Am 18. d. M. nachts wurde das Wäschegeschäft A r t h n e r, IX.. Wähnngerstraße 20, von unbekannten Tätern erbrochen. Gestohlen wurden eine Anzahl Seidenblusen, Strümpfe. Krawatten, Chrffone und Schreibmaschine zusammen im Werte von R 80.000. j * Streik der Salzburger Fuhrwerke». Aus S a l bürg wird gemeldet: Wegen mangelnder Futtermitrelversorgur» sind heute früh smntliche hiesigenFuhrwerker in dm Ausftand getreten. ©Ine, furchtbare Explosion. Wie aus Paris berichtet wird, wurde eme der größten phrotechnrschen Fabriken Frankreichs, die der Ftrma Colombert in Aix-les-Batns durch eine furchtbare Explosion vernichtet. Bisher sind 40 Leichen und ebensovrele Schwerverletzte geborgen worden. Der von Par:S kommende, die Unglücksstätte im Augenblick der Erplosiou passierende Expreßzug wurde schwer beschädigt. Von Paffagieren und dem Personal, wurde niemand verletzt. * Pest in Ärgentinien. Wie daS „Berliner Tageblatt" aus Basel berichtet, ist, Nachrichten aus Burnos-Aires zufolge, m verscknedm.en Gebieten Argentiniens die Pest ausgebrochen. Die Negierung habe die schärssten Maßnahmen zur Unterdrückung^er Epidemie angeordnct. Verhängnisvoller Fund von 10.000 Kronen. Die - 36jährige SchloffergehilfenSgatiin Marie M. und ihr« löjährcge Tochter, XVI., Thaliastraße wohnhaft, wurden gestern dem Landrsgeiichte eingeliesert. Die Tochter hat am 14. d. M. auf dem Wege zur Schule eine Brieftasche mit 10.000 Kronen gefunden. Sie brachte das Geld nach Hause. Als sie , vernahmen, daß die Polizei von dem Funde Kenntnis erlangt habe, erstatteten Mutter und Tochter selbst die Anzeige, fügten aber hinzty daß eine unbekannte Frauensperson zu ihnen gekommen se», sich als die Verlustträgerin vorgestellt und von ihnen die 10.000 Kronen erhalten habe. Gegen die Richtigkeit dieser Behauptung sprachen Anzeigen wichtiger Art. Es liegen Verdachtsgrüude vor, die dafür sprechen, daß Frau M. die Banknote vor Erstattung der Anzeige beseitigt bat. um sie m ihrem Besitz zu erhalten. Es mußte daher wegen Kollusionsgefahr die Vcrhastung und Emlieserung der Mutter und Tochter an das Landesgericht erfolgen. Da der Verlustträger d« Brieftasche mit dein Betrage von 10.000 Kronen der Polizst-> behörde nicht bekannt ist, wird er ersucht, sich ehestens bei der Polizeibehörde zu melden._ Adolf Stand-Stiftung. Für die Adolf Stand-Stiftung der „Wiener Morgenzeitung" liefen em: Von Herrn S. Wildmann und Frau, Stockerau. R 20; Herr Leo Fast, H, K 50.—; Herr Doktor Beruh. Mahblniii, Bern, R 100.—, Bisher eingrlaiüen R 6867.-. _ Vereinsnachrrchte«. (NachrichtenvonVereinerterscheinrir ausnahmslos nur am Tage der Veraust a ltung.) * Heute: Hebräische Kurse des Jüdi-schenHoch-' schulausschnsses. Heute wird der Unterricht der hebräischen Kurse ohne Rücksicht auf die Verkehrsverhältniffe wieder ausgenommen. — HebräischesSekretar rat. Der Gminatikknrs, der gestern beginnen sollte, kann mit Rücksicht auf die L r ch t s p e r r e nicht seinen Anfang nehmen. Weitere Nachrichterr werden noch bekanntgegeben werden. Briefkasten der Redaktion. Zion. Leider nicht geeignet. — Ausland. 1. Er» direkte Postverkebr mit den betreffenden Landern besteht. 2. Times —- London, E. C. 4. 3. „Jewish Chronicle" (Wochenblatt), R 200 bis K 300. Die Ernährung. Der Marktbericht. . Die Beschickung bet Märkte war gestern wieder äußerst kärglich ansgLfallen. Auf den Grünwarenmärkten war nichts als Salatrüben, Möhren und Suppengernüfr erhältlich. Das Angebot der G rv st m ar kthalle umfaßte lediglich Würste. Auf de»l F i sch nlä r kte n waren neben der: geränchertcrx Seefischen nur. gesalzene Schellfische zu haben. ., Asrzte erhalten SchwerarbeiterLarLen. , ^Oas BollserMhrungsamt bat anerlarmt, daß dis in Ausübung ihrer Praxis tätigen Avrz te als Schtver - arbeirer anzusel' sind. Ein Erlaß der Landesregierung bestümnt, daß Aer die Aiisprnch auf die Schwerarbeiterguote von Leben:.'., .-'ln machen, sich eine Legitimation bei der A'erztedarniner holen und diese bei der Bvotkommisjiorrvorivrisen. Die Brotlommi'sionen werden angewiesen, dew Aerzteu aus solche Aegitimarioaeu hin die enLsP.vechrnoeu Wchwerarbeiterka rteu anszusolgerl. MMeilungerr der „Nohö". niitlags Vis 3 Uhr nachmittags statt. — Verkaufsstelle^!. Bezirk. - **■ * **• DiUcrauc. Suwcoladc. Ätarmecadc, (>orncL-Bccf, Hank-Pastete, Pfeffer, Scn:, Reibtüch-r und Rubbürsten. von und von -V^d bis 5 Nhr. 8 bls 12 Uhr xvui und Marmslsde.