Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 358 (20.1.1920)
- Date
- 1920-01-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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feeüe 2 Wim» Dlenstag PoMfche^undschau. Vom jungen Deschanel. Der bei Kriegsbeginn verstorbene berühmte Krikiker Jules Lemaitte hat im Krisenjahr 1897 Paul Deschanel eine kleine Studie gewidmet, die jetzt um so interessanter ist, als sie nicht» wie es heuir koch meist geschieht. bei der eleganten Außrnseite des Mannes stehen bleibt, vielmehr seinen Charakter und seine Gedankenwelt recht entschieden kennzeichnet. Es heißt da unter anderem: Seit ein paar Jahren hat sich bei Paul Deschanel eine doppelte Entwicklung vollzogen und zwar in seiner rednerischen Begabung und in seiner politisch rn Gedankenwelt. Er hatte ursprünglich gegen eine gewisse Dorein« tzenonimenheit anzukämpfen: er galt als parlamentarisches TreibhauSgewächZ, als Salondebutierter dessen — übrigens schon recht gehaltvolle — Reden, wie hübsche P'autcreien genossen wurden. Seine Ausdrucksweise erschien fast zu „geschniegelt" er redete wie ein Clubinan, der bei einem Schauspieler des Theator Franeaise Deklainationsstunden nimmt. Ich aber setzte schon damals Vertrauen in di? klaren Züge seines Gesichts, in seinen kräftigen Unterkiefer, in den freien Klang seines Lachens und in einen gewissen Blick, wie er Schwachen und Weichlingen versagt ist. Und ich habe recht behalten. Der Politiker Deschanel hat endlich die Legende vom Salonlöwen DeSchanel zunichte gemacht, was gar nicht so leicht war. Ich habe bei seiner letzten Rede bemerkt, daß sich jetzt niemand mehr über die vollkommen berechtigt; Sorgfalt aufhält, die er seiner Kleidung und seiner Haarfülle angedeihen läßt und daß man ihm die gesellschaftlichen Erfolge verziehen hat. die er in seiner ersten Jugend errungen haben mag. Je reifer sein Denken wurde, desto schlicht;« wurde feine Rede. Das letzte Mal sprach er mit wundervoll gedrängter Klarheit. Ein paarmal klang seine Stimme ganz warm und herzlich, ja geradezu behaglich. Freilich, an den eigentlich „beredsamen" Stellen, als er baS Gefühl sprechen lassen wollte, glaubte ich etwas Künstliches herauszuhören . . . aber in den viel zahlreicheren Momenten, wo die Vernunft zu Worte kam, verfügte er über eine Redegewalt, die kaum seine Freunde von ihm erwartet hätten... Aber die Entwicklung seines politischen Denkens ist noch verdienstlicher. Er konnte weiter als Mitglied d«S „linken Zentrums" leben und sterben und in einer Haltung „weiser Mäßigung" verharren, die bei aller ironischen Klarsichtigkeit vollkommen unfruchtbar bleiben mußte. Aber vls erster Politiker von so erlesener Bildung und hohem gesellschaftlichen Rang hat er klar ausgesprochen: eS gibt kein „linkes Zentrum" mehr, es hat sich überlebt, ebenso wie die „radikale Partei",' diese Bezeichnungen find sinnlos geworden; wir brauchen nur eine große nationale Partei, einen weitherzigen, sie-menschlichen Torysmus, der vor kühnen Reformen nicht zurückschreckt >— als Gegengewicht gegenüber dem revolutionären Sozialismus. Gleichzeitig hat Paul Deschanel mit der klassischen Nationalökonomie gebrochen. Ihr Ideal war, die Einwirkung des Staates aus ein Minimum herabzusetzen, im Namen der individuellen Freiheit. Aber das setzt Zustände voraus, wo der Staat dem Einzelnen auch nur minimale Lasten auferlegt. Bei un seren«Liesijzen Steuern und der allgemeinen Wehrpflicht aber ist er gar nicht so ausgemacht, ob der Staat dem Bürger den Gegenwert der Opfer bietet, die er von ihm verlangt. Der Staat muß also auch etwas leisten, besonders für die breiten Volksschichten. Der Staat ist ja gar nicht so ein bloßes Gedankending, wie man immer behauptet; der Staat ist einfach die Gemeinschaft. Alle schulden allen Hilfe und Schutz. Nur darf dieser Schutz die individuelle Freiheit nicht unterdrücken, sondern muß ihrer Entfaltung dienen . . . Ich fürchte, die Form dieses Eingreifens von Staats wegen und fein Ausmaß werden unter solchen Bedingungen recht schwer zn finden fein. Aber am Ende, wenn man recht gut sucht ... Paul Deschanel sucht, arbeitet, gewinnt höher« geistige Stufen, lernt immer mehr zu, wagt und wagt immer Kühneres. Alten:, edlem Republikanerblut entsproßen, mit seinem, klassischem Wissen ausgestattet, im geselligen Welttreiben durchgebildet, dann durch geschichtliche und nationalökonomische Studien, durch lang* Reisen in Amerika und Deutschland (wie man sieht, ganz der Werdegang eines englischen Staatsmannes), dabei von peinlicher Ehrenhaftigkeit, sehr mutig, und zwar von stählern heiterem Mute, im Genuß des geistreichen Vorzuges, nie Minister gewesen zu sein, erscheint er mir — und ich freue mich, das sagen zu können als eine große Hoffnung unseres Landes." Soweit Lemaitre. Es erübrigt sich, im einzelnen auf die optimistischen Naivitäten dieses Vorkciegsl.-eukens hinzuweisen. Unser tieferes Wissen haben wir «.was zu teuer bezahlt. Aber es ist gewiß wertvoll, zu ,e eir» wie sich vor zwei Jahrzehnten in einem überlegenen Geists dir damalige Entwicklungsphase hei Poluilers gespiegelt hat, von dessen heutigem und Wollen has Wohl und Wehe eines großen Teüe-> >■: Welt abhängen wird; das hier siricr.c Sri. .i.,:.. ,.iuer geistigen Bahn im Moment stärkster tinefa , ng kann immerhin die stiich' ..; a .e-. i.:l .:.u in De: ,ia> seine MLtigen KntsAüjje bewegen weroen. Wiener MorgenzeiLnn^ 20. Jänner W mm Balfour und der Zionismus. Vor der Abreise Professor Weizmanns aus Palästina fand im Saale der Lämlschule zu Jerusalem ein Abschiedsabend statt, der ein ansehnliches Publikum vereinigte. Nach einer BegrNßungs- und AbschiedSrche David Dellins sprach Professor Weizmann. Er gab zunächst einen Rückblick über die Entwicklung des Zionismus seit dem Erscheinen deß „JubenstaateS" und kam auf das Ugandaprojekt zu sprechen, das von demselben Mann herrührte, der uns die Erklärung der britischen Regierung bezüglich Palästinas brachte, von dem seinerzeitigen englischen Premierminister Balfour. Nach der Ablehnung .des Ugandaprojektes traf ich, erzählte Professor Weizmann. mir V.'.lsour zusammen und dieser wollte aus dem Munde eines russischen Juden erfahren, weshalb hauptsächlich die russischen Juden mit einer solchen Erbitterung das Ugandaprosekt bekämpften. Ich suchte in meinen: damals noch schlechten Englisch bi« Gründe jener Stellungnahme und unsere Beziehung zu Palästina klarzülegen. jedoch vergebens. Da wandte, ich mich an Balfour zum Schluß unserer Auseinandersetzung mit der Frage, ob er London mit dem schöneren Paris vertauschen würde. Nein! antworte Balfour. Aber — fügte er hinzu — London ist in unserem Besitz, während Jerusalem nicht Euch gehört, worauf ich spontan erwiderte: Jerusalem ist unshr. Balfour versank in Gedanken und frug schließlich: Denken viel« Juden wie Sie? -— Millionen! — erwiderte ich. Dieses, vor dreizehn Jahren stattgefnndene Grspräck, das auch Valsour in seiner Vorrede zum Buche Sokolvws erwähnt«, bildete die Brücke zu den gegenwärtigen Verhandlungen. Lloyd George erklärte: Ich bin mit dem Kriegsschauplatz in Palästina besser vertraut, als mit dem französischen, da mir jeder Ort und Fluß ans der Bibel, die ich in meiner Jugend studierte, bekannt ist. Sir Herbert Samuel über sei«« Misston in PalSftina. Sir Herbert Samuel, der von der englischen Regierung mit einer besonderen Mission nach Palästina entsendet wurde, hielt sich auf der Durchreise in Paris auf, wo er dem Komitee der jüdis chen Delegationen bei der Friedenskonferenz ein«.: Besuch abstattet«. Sir Samuel machte hier die Mitteilung, daß er als administrativer und finanzieller Beirat des Marschalls Allenbh von der englischen Negierung den Auftrag habe, die Arbeiten zur Einrichtung einer nationaljüdischen Heimstätte in Pa.ästina zu leiten. Die englische Regierung beabsichtige, in Palästina die modernsten Methoden des wirtschaftlichen Lebenseinzuführen. Die jüdische Kol-onisatton, die un'er englischen Auspizien durchgeführt werten soll, wird keine kapitalistische sein, demnach keine Latifundien schaffen, sondern das Bestreben haben, die Interessen der Arbettermassen mit den« \ des Landes und seiner Entwicklung in Einklang zu bringen. . Inland Aationalversamm W^n. J'.inv'r. In würdiger, ruhiger und sachlicher Weise nahm gestern der Abgeordnete Stricker zur Wehrvorlage Stellung. Kein Zwischenruf wurde laut, das Haus horchte den yhlsführungen, der Ueberlegung und der Logik entsprungen, zu. Am Schluss« der Rede, die wir im Auszuge folgen lassen, ertönten zahlreiche Bravo Nus', Um das grobe Gest'ütz in Gestalt des Herrn Abram aus Tirol. Da ihm die Gegenargumente fehlten, verlegte er sich aus 1 ue'.tt antisemitische Flegelei, wurde „witzig". Damit hat «« schon wiederholt in Innsbruck kein Glück gehabt und wird der Sozialdemokratie nur schaden. Herr Abram verfügt über viel Pathos und Versammln, .^ schlager, die a. *? keine Argumentation sind. Weniger Ctimmaus.r' n. ebr Inhalt wäre besser gewesen. Nachstehend der Sitzungsbericht; Der Antrag de- Abgeordneten Ui . .j Genossen betreffend die Herausgabe der Staus. on zur Nationalversammlung und zu den Landtc "ach dem Referate des Berichterstatters Dr. Wag - 'rfisozial) ohne Debatte angenommen. DaS HauS geht zur erstrn Lesung der «ehrvorlage über. Abgeordneter D'r. Schür ff (großdeutsch) r.i.;.:, daß seine Partei programmatisch für die Miliz eiutrete. Ein wahrhaftes Volksheer müsse auf breitester demokratischer Grundlage und dürfe nicht nach «inseitiger Parteipolitik ausgebaut sein. Redner wendet sich gegen die zu schassenden BiloungSämtee, da sie die Etablierung einer Nebenregierung bedeuten und sich politisch auSzubreiten trachten werden. In Eingehender Kritisierung der Vorlage findet Redner die Kourpewnzabgrenzung der Soldatenräte unklar Und erklärt, eS sei dem Staatssekretär Deutsch gelungen» sich über die Bestimmung des Koalitionsprogrammes hi»weg^uktzen. Die Volkswehr war bisher ein schlechter militärischer Ersatz. Die Großdeutschen verlangen, daß diese- Söldnerheer nicht auf einmal, sondern etappenweise geschaffen werde. Sie verlangen, daß die Ausnahme an die Bedingung geknüpft werde, daß nur tadellose Personen Übernommen werden und daß diese Soldaten ein Werkzeug für den Staat seien, damit nicht vielleicht eines Tage-, wenn die jetzige Regstrungöpartei sich in der Opposition befinden sollte, sie als Hilfsmittel dieser Oppositionspartei gegen die künftig« Regierung verwendet werden. Seine Partei behall; sich vor, ln der Spezialdebatt' Abänc.erungSanträge zn ü.''!en. ■ ■ 'w-' D , Mat-i >- " 'ichs heUY?« '"v ... i'lw O '.üug.N'.g, i'aß .. . ich: u p v n t i f U) tLi uno. etti.ä£U fefiß & M MÄL W ÜM MM «Lüldütsn--. rate" stoße, sondern an den Begriff» Er legt dar, das die Soldatrnräte ein rein parteipolitisches Instrument für .den Klassenkantpf seien, weshalb man sich über da- Miß! trairen bei den nichtproletarischeil Klassen nicht wundern dürfe Er bespricht die Btldimgsämter, die er als «ine Utopie bo trachte, denn er glaube nicht, daß e'ns keistungSfähige Sichev heitötruppe mit einer staatsbürgerlichen und gewerbliche: Schul« vereinbar, sei. Er wendet sich gegen di« Leituns dieser BtldungSämter durch Luitpold S t e«n, den «r alt ungeeignet für dies« Stellung bezeichnet. Waö di« Bestimnnrng über die Abkürzung der sechsjährigen Dienstzeit hurck Anrechnung früherer Milttärjahre anlangt, fürchte er, da? hier Hoffnungen erweckt werben, die später nicht erfüllt werben können. Redner erklärt schließlich, daß seine Parte» nur. dann mit den Sozialdemokraten Zusammenarbeiten könne, wenn sie den Eindruck gewinn«, daß ein« unpolitische Wehr» macht auf selbständiger republikanischer Grundlage gesryafjer werden solle. (Beifall bei den Parteigenossen.) Größbauer (gvoßdeutscher Bauer) erklärt, die Volk-, wehr habe bei den Wahlen sich parteiisch benommen. Die Wiener Volkswehr wollte sich in Kärnten bloß anessen und nicht das Land verteidigen. Wenn die 'neue Wehrmacht auch so aussehen wird, dann verzichte Redner lieber auf daS Militär. Die Soldatenrät« haben demarMierend auf daß Militär gewirkt. L e u t h n e r (Sozialdemokrat): Die Zivilgewakt wird in diesen: Gesetzentwurf über die Militärgewalt gestellt. Dos VertrauenSnrännerfystem hat sich in Deutschland bewährt und Hab« dort einen größeren Einfluß, als bei un-. Wenn «S dort Ro-k« verträgt, so wird eauch «inen Mataja vertragen (Heiterkeit.) Abgeordneter Dr. Mataja: Aber Sie haben mich per» - standen! (Heiterkeit.) Abgeordneter L « «t h n e r nimmt den Letter des BilbungSausschufseS, Dr. Stern, in Schuh, der nur an! wienerischer Weis« leider gewertet wird. Bon einer solchen Kritik sollte man sich befreien. Di« BvlkSwehr hat Wohl zn Bemerkungen Anlaß gegeben, aber auch die anderen Einrichtungen des Staate» waren nicht frei von Fehlern. Man muß den Offizier aus der Mannschaft hervocgehen lasten. Nur dieser Weg ist der demokratische und zum Nutzen d«S VolleS. (Beifall bet den Parteigenossen.) Abgeordneter Frtedmann (bürgerlichar Denwkrat): Die 35. Jnsanterietruppendivision' rst in voller Disziplin nach Wien zurückgekehrt; hier ist die Auflösung erfolgt. Am 18. November, als vor dem Pavlanwnt geschossen wurda. sah man auch sozialdemokratische schreckensbleiche StaatSräte, AbgeordncterF y rst ne r (Sozialdemokrat): Damals find Sie hinter dem Ofen gesessen und haben sich verkrochen. Abgeordneter F r i« d m a n n: Ich bin damals nicht hinter dem Ofen gesessen. UnS sind Fälle von Unkorrektheiten bei der Volkswehr bekannt. Ein Zwis.henfatt. Als Abgeordneter Friedmann einen Reservatbesehl verliest, erklärt Abgeordneter Dr. Bauer, daß dies ein Mißbrauch deS Abgeordneten Friedmann sei. Abgeordneter Friedmannr Ich p«rwahre mich dagegen! Da ruft ein Mann von der ersten Galerie: Da regiert das Schieüertum! Sie sind ein Schieberj^ Die christlichsvziawn Abgeordneten erheben sich und protestieren gegen die Einmischung der Galerie, di« auch dev Präsident rügt. Abgeordneter F r i e d m a n n r Mr werden unser« Grenzen nicht vertetvigen brauchen, da er niemanden einfällen wird, uns kriegerisch zn bedrohen. Redner wolle kein« Neuauflage der Volkswehr. Dr. Wagner (christlichsozial): Alle Stegreifdinge sind nicht geraten, also auch / nicht die Volkswehr. DaS Land verdankt der Volkswehr nichts. Redner habe mit der BolkSwehr nur unangenehm« Erfahrungen gemacht; sie wollte ihn verprügeln, aber er ist der Wehr entwischt. (Heiterkeit.) Man hat Redner durch die Volkswehr ans der Bahn molestiert und-meint unter schallender Heiterkeit: „Gehört sich das, daß :nan einen Abgeordneten herauSftscht, wie eine Sau aus dem Stall!" Bei 30.000 Mann ist ein Staatssekretär überflüssig. Wenn man für je 30.000 Sozialdemokraten einen.Sozialdemokraten als Staatssekretär wählen sollte, da wäre es arg. „Für die 30.000 Mannderl tat's ein UnterstaatSselretär a!", lHeiterkeit.) Abgeordneter Stricker: Hohes Haus! Der Fri«denSv?rtrag gestattet der Republik Oesterreich die Aufstellung einer Wehrmacht sn der Stärke von 80.000 Mann. Er erlaubt sie ihr, aber er zwingt sie nicht dazu. Ich mache diese scheinbar überflüssige Bemerkung deshalb, weil bei der schier grenzenlosen Unkennträö, welche in der Bevölkerung bezüglich des Inhaltes des Friedensvertrages herrscht, sich die Ansicht breit macht, daß der Friedensbertrag uns zur Aufstellung einer Armee zwingt. Ich bin nur gelegentlich des Verkehres mit sogenannten Intellektuellen auf diese Auffassung gestoßen, auch hier tm Hause haben einzelne Abgeordnete in diesem Sinne gesprochen. Ich möchte bei dieser Gelegenheit die Regierung und insbesondere den Herrn Unterstaatssekretär für Unterncht bitten, diesem skandalösen Zustand «in Ende zu bereiten und der Bevölkerung und unserer Jugend in leichtfaßlicher Form den Anhalt de» Frieden-Vertrages zu vermitteln. Wenn man unserer Jugend die Jahreszahlen der Kreuzzüge und der punifchen Kriege eindrillt, wenn man sie m:t den Vorgängen im spanischen Erbfolgestreit quält, wäre «S doch auch angebracht, sie mit einen» Dokument vertraut zu machen, das den größten aller Kriege abgeschlossen hat, und dessen Inhalt unser Leben und unsere Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten bestimmend beeinflussen wird. Wir sind also mcht gezwungen, ejne Armee aufzustellen. Statt sich dieser herrlichen Zlvanglosigkeit zu freuen, statt sie voll auszukosten, statt zu jubeln, daß man pnendgültig vom Fluche de» Militarismus befreit hat, beeilen sich dm Regierulig und sonderbarerweise ihr sozialdemokratischer .Staatssekretär, «me Wehrvorlage auf den Tisch des Hauses zu werfen. Handelt die Regierung unter dem eisernen Zwang der Not? Nein! Dieser Entwurf entspricht nicht einem Bedürfnis des Volkes, sondern er verdankt feine Entstc. ..ng dem gegenseitigen Mißtrauen der Klassen und Parteien. Sie kölmen das ans der Diskussion über die Jök*Vi draußen und hier im Hause entnehmen. Einer füivlefc daß dtr andere idm die Armee vor der Rase weguehmeu ward, "s >.!cd .1... .'.und darüber uj: .-- en, wie die fein soll und wi« sie uiKt sein fojll. Die einen wollen sie stiAt