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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-18 · Heft 356 (18.1.1920) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 356 (18.1.1920)
Date
1920-01-18
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 856 Men, Sonntag Sport. Wiener MorgenzeiLüng Gerichtssaal. 18. Jänner 1926 Seite S Der Volkswirt. Eröffnung der Fußballsaison. Unter recht unaimsiiaen Derkälmiffen — istdoch der Straßenbahnverkehr eingestellt — wird heute die FrühjohiSsaison eröffnet. > , Auf dem Admira-Svortplatz in Floridsdorf kommen zwei Spiele des Arbeiter- und Soldaten'portve'bandes zur Austragung. Da in allen Mannschaften bekannte Spieler tätig sein werden, sind interessante Spiele zu erwarten.' Der ft. A. C. trägt auf seinem Sportplatz ein Wettspiel gegen den S. C. Tvpogravhia aus, das einen ziemlich ebenbürtigen Kampf bringen wird. Der S. C. Hertha bat den F. E. S t u r m 1907 zu Gaste, den er ziemlich mühelos bezwingen wird. Eissport bei den olympischen Spielen. Bereits früher war davon die Nede.dasr auch einige WeUbewei de im Wintersport für das Programm in Antwe'pen voigeseben seien Wie jetzt aus Belgien m toeteilt wird, sollen Wetikämpse im Kunstlaufen und Eishockeylpiel tm Monat April statlfinden. Für die Wiener Eishockeymeisterschaft konnte bis letzt nidit. ein enüges Spiel ausgelragtn werden, da der zett» wcllige leichte Frost nie von Dauer war, die Kunsteisbahnen aber infolge des Kohlenmanaels kernen elektrischen Strom erhalten und somit außer Betrieb bleiben. Wenn ievt Frost kommt, werden die Mannschaften fast ohne jedes Training zu den MersterschastZ» spielen antrcten muffen. Weltrekord eines Wiener Schachmeisters. Dem Schachmeister R'chard Neri, welcher kürrlich rnr an fensalwnellen Erfolgen reiche Schachtournee nach Holland beendet , hat, ist cs gelungen, den von dem genialen Amerikaner Pillsbury ausgestellten Weltrekord im Blindspiel zu brechen, indem er in Haarlem 2k Partien gegen starke Gegner ohne Ansicht des Brettes gleichzeitig durchführte und nach 7'/rstündigein Kampfe 12 Siege, 9 Nemispartien und nur 3 Berlnstvartien verzeichnete. mithin lfi1^ Punkte erreichte, während Pillsburps bewundernswerte Höchstleistimg in Hannover (1901') nur B*/a Wähler (8 Siege, 11 RennS, 7 Verluste) an 21 Partien erreichte. . Berliner Simultanspiel des Schachmunderkinde». Vor kurzem hat ein geschäftstüchtiger Impresario dafür gesorgt, daß der erst achtjährige N z e s ch e ws k i, ein polnischer Knabe, her,gerade aus den Ti'ch sehen kann, vor etwa 4<'0 Zuschauern spielte, von denen vre Mehrzahl natu-sich in dem für eine solche Menge zu engen Saal des Berliner Kerkan-Palastes nichts leben konnte. Das K>nd hat bereits vor -wer bis drer Jabren in Polen brel von stch reden gemacht und es hat auch sicher hübsches Geld eingcbracht, wenn die Entrittßpre se immer so hoch waren, wre gegenwärtig. In der Tat spieltdas Kind auch sehr stark, cs bat einen guten PostttonSblick. Von 22 Spielern schlug eS 18, darunter starke Ktzmven, die übrigen vier Partien wurden remis. Lebhafter BciMll lobnle diese «n Anbetracht der schweien Gegner selbst für einen Meister glänzmde Leistung. Ab:r ist es nicht, gelinde gesagt, em ungeheures Unrecht, das von geschäftstüchtigen Leuten an dem Kinde verübt wird? Schon jetzt macht sich eine starke Nervosität bei Rzeschewski bemerkbar. Mit der Geistes» rusbrldung muß die des Körpers unbedingt Schritt halten. Der Große Preis von Indianapolis, das größte amerikanische Auiomobilrcnnen. gelangt am 30. d. M. auf dem Aulpdrom von I n d r a n a. v o l i s zur Enticheldung. An 'Preisen stehen 60.000 Dollar zur Bcr'ügung. Die Targa Florio, das bekannte ff'ilianffcbeAuiomobilrennen. kommt in diesem-Jahre bereits am 20. Juni m sechs Klaffen zum Austrag. Die Billavdmeisterschast von Europa kommt am 19.. 20. und 21. d. M. in P a v t S zwischen dem französischen Meister Cure und dem belgischen Meister Hor^mans zur Entscheidung. An jedem der drei Abende spielen dre Gegner die Cadre» parüe bis zu 6< 0 Punkten. Der Futzballverband hält beute vormittags um 10 Uhr eine Sitzung , ab, in der er sich wieder mit der Professional» frage beschäftigen wird. Sportklub Hakoah. Die für beute angesetzte Generalversammlung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Hakoah, Fechtsektion. Das Training w rd Montag den 19. d. M. »m Fechtsaale der Näure Jehuda, IX.. Cervitengaffe 10 »Sviitenain) wieder ausgenommen. Die Damen fechte» von 6 bis 7 Uhr, die Herren von 7 bis */»9 Ubr abends. Ein gefälschtes Urteil des VerwattungsgerichLs« Hofes. Vor dem Schwurgerichte unter dem Vorsitze des Overlandesgerichtsrates Dr. Engelbogen hatte sich gestern der 48jährige Magazineur Johann Brei» sch neider wegen -Betruges und Diebstahls zu verantworten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Doktor Hübl, als Verteidiger fungierte Dr. Roll. Der Beschuldigte hatte sich vor etwa zwei Jahren dem Ehepaar Michael urrd Magdalena Wolf in Prellenkirchen, bas in einen Prozeß mit der Gemeinde verwickelt (war, als Rechtskonsulent vorgcstellt und ihnen die Durchführung ihrer Streitsache in Aussicht gestellt. Bretschneider ließ sich von Wolf wiederholt Geldbeträge ausfolgen, die im Laufe der Zeit die Höhe von 800 Kronen erreichten. Auch nahm er mit seiner Tochter sehr oft die Gastfreundschaft des Wolf in Anspruch. Als Herr und Frau Wolf aus endliche Erledigung der Streitsache drängten, überreichte ihnen Bretschneider eines Tages ein von ihm gefälschtes Urteil des Brr» waltungsgerichtshofes. Erst spater kam Wolf darauf, daß er einem Betrüger aufgesessen sei und daß Bretschneider in seiner Angelegenheit nichts veranlaßt hatte. Der Angeklagte ist weiter beschuldigt, daß er dem Kaufmann August Liese gang die Lieferung von Garn versprochen und als Angabe 3500 Kronen entlockt hat. Weiters hat Bretschneider in der Wohnung se irrer verheirateten Tochter, Stoffe, die diese von Kunden zur Veratbeitung erhalten, gestohlen und den größten Teil davon verpfändet. Der Angeklagte ist des Betruges in der Hauptsache geständig, leugnet aber jede Schädigungsabsicht. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten auf Grund deS Schuldspruches der Geschwornen zu fünf Jahren schweren Kerkers. Ein intereffanter MieterschuHprszeß. AuS Anlaß eines der Kündrgungsprozeffe der Nordbahndirektion hat, im Gegensätze zu der Auffassung des Bezirksgerichtes Leopoldstadt, das ZivillandeSgericht und auch der Oberste Gerichtshof ent'chirdcn, daß der ..brdentende'Nachteil" drS Hauseigentümers im Smne der Mieterschutzverordnung nur ein materieller, nicht aber ein moralischer sein kann. Die Nordbalmdirekuon hatte mehreren Parteien in den von ihr verwalteten PensioMsondshausern die Wohnungen gekündigt, weil sie dieselben zur Unterbringung obdachloser Eisenbahner benötigte. Eine der gekündigten Parteien erhob die Einwendung nach der Mleterschutzverordnung, weil ein „bedeutender Nachteil", den die Nordbahndirektion zur Wohnungskündigung wegen Selbstbenützuug berechtigen würde, nicht vorliege. DaS .Bezirksgericht Leopoldstadt fand jedoch, daß für die Nordbahndirektion eine moralische B e r p s l i ch t u n g zur Unterbringung obdachloser Angestellter bestehe, daß daher ein bedeutender Nachteil für sie vorsiege, weshalb die Kündigung für w i r k s a m erklärt wurde. Das Zivillandesgericht gab der Berufung der gekündigten Mietpartei F o l ge vnd erklärte die Kündigung für u n w i r k s a m. In der Begründung wurde hervorgehoben. es könne zugegeben werden, daß die Unte, bringung obdachloser Eisenbahnerfamtlien den Grundsätzen der M o r a l entspr-cht; rm dringender Eigenbedarf aber siege nicht vor, wenn die Klägerin nur zur Erfüllung einer moralischen Verpflichtung, Wohnungen freiznmachen, bestrebt ist. Der Oberste Gerichtshof hat der Revision der Nordbahndirektion k e r n e ft o l g e gegeben imd das Urleil des ZwillandeSgerrchles mit der Begründung b e st 8 t i g t. daß ein bedeutender Nachteil im Sinne der Mleterschutzverordnung nur ein materieller, keineswegs aber ein immaterieller (moralisches fern könne. Die wirtschaftliche Konsolidierung der Jude« Litauens.! Litauen, das Land der weiten Ebenen, der reizlose« Landschaft und der Leute, welche im wahrsten Sinne bei Wortes im Schweiße ihres Angesichtes das Brot der Erd« essen, hat seit je eine jüdische Bevölkerung, welche mit alle» Ergenschaften geistiger, kultureller und auch wirtschaftlicher Regsamkeit ausgestattet ist. Die Katastrophe, welche der Weltkrieg über die Judenheit Osteuropas gebracht hat, hat nun gerade bei dey sitauischen Juden ihre ganze Energie geweckt, um durch Konsolidierung ihres jüdischen Lebens in jeder Hinsicht der Schwierigkeiten Herr zu werden, welche sie be, drohen. Bei der Schaffung eines unabhängigen Litauen^ welches freilich durch die polnischen AnnexionIabsichten arg bedroht ist, haben die Juden Litauens sofort die Notwendigkeit nationaler Organisation begriffen und alles daran gefetzt, um ihre nationale Autonomie wirksam auszubauen. Das Ministerium für jüdische Angelegenheiten, welches bei der litauischen Negierung gebildet wurde, hat auch sofort die Initiative ergriffen, um die nationale Autonomie auf der Grundlage der aus fteien demokratischen Wahlen her« borgegangenen jüdischen Volks gemeinden aufzubauen. Diese Wahlen haben bereits in dem nichtbesetzten Teil des litauischen Gebietes stattgefunden und nunmehr werden legitime Vertreter der jüdischen Gemeinde in K o w n o zusammen« treten, um das oberste Organ der jüdischen Autonomie, den Nationalrat, zu begründen, und die allgemeinen Prin« zipien der nationalen Aufbauarbeit,, sowohl der kulturelle»! als auch der sozialen und ökonomischen auszuarbeiten. j Ueber Initiative des Ministeriums für jüdische An«! gelegenheiten wird auch die besonders wichtige wirtschaftliche Konsolidierung in die Wege geleitet, in eine» Weise, welche für ähnliche Tätigkeit wohl mustergültig ist, DaS jüdische Ministerium in Litauen geht von der. Ansicht aus, daß der Aufbau der jüdischen Autonomie nicht nur von der Sicherung der äußeren Rechte für die jüdische Bevölkerung abhängt, sondern die Vereinigung der verschiedenen Schichten der jüdischen Bevölkerung in wirtschaftlicher Hinsicht erfordert. Das Ministerium weist darauf hin, daß nur da» genossenschaftliche Prinzip da§ wirtschaftlich schwer getroffen«! litauische Judentum kräftigen kann. \ AlS Körper dieser genoffenschaftlichen Tätigkeit sollen! jüdische Volksbanken fungieren, welche in viele» Orten bereits begründet sind, in anderen jetzt gegründet werden. Sie sollen die Rolle von Finanzinstituten für di«! gesamte produktive Arbeit der jüdischen Bevölkerung haben, Zuerst soll ihre Tätigkeit vorwiegend eine vermittelnde sein, indem sie die nötigen Verbindungen mit dem Inundf Auslande schaffen, um für ihre Mitglieder sowohl zum Gebrauch wie zum Wiederverkauf notwendige Waren einzu» führen und auch die Ausfuhr von exportfähigen Ware^ aus Litauen zu vermitteln. Ferner sollen sie Rohstoffe, Werkzeuge, Maschinen und auch Arbeitskräfte aus erster Hand besorgen. Außerdem jedoch sollen die jüdischen Volksbanken den Eintritt der sitauischen Juden in die Landwirtschaft ermöglichen und erleichtern. Zu diesem Zwecke haben sie das Recht des Landkaufes und der Parzellierung. Um den Danken möglichst weitreichende Beziehungen zu schaffen, sollen sie vorwiegendmtt genossenschaftlichen Vereinigungen wirtschaftlicher Art in Verbindung treten, so daß auf diese Weise das genoffenschaftsiche Prinzip nach Möglichkeit verbreitet und verbreitert wird. Speziell die Frage, der landwirtschaftlichen Tätigkeit der jüdischen Bevölkerung in Litauen ist von großer Wichtigkeit und wird auch vom jüdischen Ministerium so aufgefaßt. Es ist bekannt, daß schon vor dem Kriege die Zahl der Juden, Menachem Mendel. Ein Briefwechsel. Herausgegcben von Scholem-AlLjchevr. Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried S ch m i tz. Das erste Bündel Briefe. V „London" (Odeffaer Börse). 1. B r i e f: . “ Menachem Mendel aus Odessa an seine Frau Scheine» Scheindel in Kasriliwke. - Dev teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau Scheine-Scheindel meinen Gruß! Zum ersten sei Dir kundgetan, daß ich — bank seinem lieben Namen! ^-gesund bin und mein Leben das des Friedens j der Herr, gelobt sei er, möre helfen, daß eines vom änderen nur Gutes höre in guter Botschaft zu Trost -und Heil — Amen. Zum zweiten wisse: Ich bin nicht imstande, Dir die Siadt'Odessa zu beschreiben, so groß und schön ist sie; auch nicht die Menschen hier, ihren vornehmen, edlen Charakter, schon gar nicht die goldenen Geschäfte, "die manhier machen kann. Stell Dir nur vor: so wie ich mit meinem Stecken auf die Grecka gehe — das ist in Odessa die Gasse, wo die Juden- Geschäfte machen — da habe ich schon zwanzigtausend Geschäfte: will ich Weizen — zu haben; Kleie zu haben; Wolle — zu haben; Mehl, Salz, Federn, Rosinen, Säcke, Häringe — alles, was der Mund so ausspricht, ist zu haben in diesem Odessa. Ich habe auch von allem Anfang zu zwei, drei guten Geschäftchen gerochm; doch sie haben mir alle nicht recht gepaßt und das Herz war nicht dabei. So habe ich mich so lange in der Grecka herningetrieben, bis ich das Richtige gefunden habe; ich handle nämlich mrt „Löndon" und verdiene, dabei gar nicht, schlechte Dabei ist einmal i ein Fünfundzwanziger zu verdienen, einmal ein Fünfziger und wenn es gut geht, auch ein Hunderter. Kurz, dieses „London" ist eine Ware, bei der man sein Glück machen kann in einem Tag- Da ist Dir vor kurzem einer hergekommen, ein ganz gewöhnlicher Schameß, und hat — es hat nicht solang' gedauert wie ein „Sch'ma Jisröel" — seine Dreißigtausend verdient; jetzt pfeift er natürlich auf. alles. Ich sage Dir, mein teures Weib, das -Gold liegt hier nur so auf der Straße! Ich habe es, Gott sei Dank, nicht zu bereuen, daß ich da her-nach Odessa gefahren hin. Du fragst natürlich, wie ich nach Odessa komme, wenn ichj nach Kischinew gefahren bin? Offenbar ist es mir von Gott beschied-en, ein paar fette Tausender zu verdienen! Nun sollst Du hören, wie Seine Hand die Menschen führt r f' L Wie ich nach Kischinew zum Vetter Menasche gekommen bin, die Mitgift beheben, da fragt er mich zu allererst, wozu ich die Mitgift brauche. Ich sage: wahrscheinlich brauche ich sie; wenn ich sie nicht brauchte, wäre ich nicht gekomyren. Er sagt, daß er jetzt kein Bargeld hat. Er kann mir, sagt er, eine Anweisung auf Brodzki in Jehupez geben. Gut, sage ich, meinetwegen Jehupez, nur das Geld! Er sagt: er weiß nicht ganz sicher, ob. das Geld jetzt in Jehupez ist. Er kann mir, sagt er, eine Anweisung auf Bachrach in Warschau geben. Gut, sage ich, meinetwegen Warschau, Nur das Geld! Sagt er: Wozu sollst Du nach Warschau? Warschau ist weit. Wenn ich will, sagt er, kann - er mir eine Anweisung auf Barschak in Odessa geben. Gut, sage ich. meinetwegen Odessa, nur das Geld! Sagt er mir noch einmal: W?zu brauchst Du das Geld? Sage ich: wahrscheinlich brauche ich es; wenn ich es nicht brauchte, wäre ich nicht gekommen. Kurz und gut, er hat stch gedreht und gewendet, doch das hat ihm soviel geholftu wir siirtcm ftotcu Blutegel; wenn ich, sage; Geld, dann heißt das: Geld! Also nimmt er zwei Wechsel, zu fünfhundert Rubel, alles , in allem auf fünf Monate Sicht, und auf dreihundert Rubel gibt er mir. eine Anweisung für Barschak in Odessa und das übrig^ gibt er mir in barem; es wird, mir, sagt er, fürdre- Reise zugute kommen. Da ich jetzt keine Zeit habe,, fasse ich mich kurz. So Gott will, .werde ich Dir im nächsten Brief alles ausführlich berichten. Bleib' gesund und grüß' Schwiegervater und Schwiegermutter! und-die Kinder, sie sollen leben, jedes ertra sehr herzliH von Deinem Gatten.. > Menachem Mndel. Richtig: das Wichtigste! Wie ich mit der Sfn* Weisung zu Barschak gekommen bin, sagen sie mir dort« daß die Anweisung gar keine Anweisung ist. Die kana ich mir hinter den Spiegel stecken! Erft muß, sagen sie;' der Waggon Weizen vom, Vetter Menasche ankommen^ dann muß der Weizen erst verkauft werden und darm.i sagen sie, bekomme ich das Geld. Einfach und kurz! Ich habe sofort nach Kischinew „expreß" geschrieben und Habe den Vetter geschrieben, wenn er nicht äugen-, bkicklich den Weizen schickt, dann werde ich ihm telegraphieren- Kurz und gut — sr schreibt her. ich hin ich war in großen Sorgen und erst gest,ern ist aus! Kischinew ein barer Hunderter und ein Wechsel auf dreihundert Rubel gekommen. Verstehst Du jetzt, warum ich Dir die ganze Zeit nicht geschrieben habe? Ich wap überzeugt: die dreihundert Rubel sind beim Teufel. Dck sieht mau, daß der Mensch nicht gleich an daA, Schlinlmste denken soll. Es gibt einen Gott, der lenkte Ich habe das ganze bißchen Bargeld in „London^ hineingesteckt und eine ganze Menge von „Hausse" unA „Baisse" eingekauft ^nd — Dank Gott, gelobt sei ti — der Gewinn ist, wre sie mir hier sagen, schon da. j Der Obigsj Fortsetzung folgt).

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