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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-18 · Heft 356 (18.1.1920) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 356 (18.1.1920)
Date
1920-01-18
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung fXO« ^UllUtw welche in verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft Litauens vescbäftigt waren, ziemlich bedeutend war. Der Krieg hat ihre Zahl vergrößert, zumal dieser Wirtschaftszweig besonders einträglich wurde. Das jüdische Ministerium will nun ciUcS daran setzen, um die Zahl der landwirtschaftlich Beschäftigten in Litauen zu vergrößern. Es versendet auch an sämtliche Gemeinden, wo Juden wohnen, Fragebogen, in welchen ungefragt wird, ob einzelne oder Genossenschaften sich der Landwirtschaft widmen wollen. Die litauische Negierung will allen m die Landwirtschaft neu Erntretenden Erleichterungen beim Bodenerwerb ermöglichen, außerdem sollen die bereiterwähnten Volksbanken, als deren Zentrale eine jüdische Zentralbank fungieren wird, an der auch aus-, ländisches jüdisches Kapital interessiert ist, die nötigen Kredite für landwirtschaftliche Arbeit, besonders:arr Genossenschaften, in weitgehendem Maße gewähren.' All diese Bestrebungen ° zeigen deutlich, daß der rege Geist der litauischen Luden sich sehr schnell daZ für die' Weiterentwicklung der Judenheit Osteuropas so notwendige Prinzip der B e r u f ö u m s ch i ch t u n g zu eigen gemacht bat. Das Ministerium für jüdische Angelegenheiten zeigt iii feinen programmatischen Darlegungen, die cs Periodisch'Der-' offentlicht, daß eS das richtige Verständnis für die Organisation - der Konsclidierungsarbeit im jüdischen Leben Litauens bat. .. 4 ' Die Valutareform. in Jugoslawien. : Belgrad, 16. Jänner. (Laibacher Korr.-Vnr.) Das Vreßbitrcau verösftutlicht ein längerxZ Communrgns über die beschlossene V a ln taref-o rm, die nicht als' definitiv gedacht ist, sondern darauf hmzielt/ die' Rechtsordnung für die Goldwährung zu schaffen. Die- Mgiernng beschloß, ehebaldigst die Kronen der Oesterreichisch-n.ngarischen Bank außer Verkehr zu setzen und * durch die Geldnöten der National bank bc3, Königreiches G. & S. zu er setzen. -Die DoM'l-i Währung im Geldverkehr wird dadurch beseitigt, daß' auch ehemalige Dinarnoten der Nationalbank des ser-? bischen Königreiches gegen neue Geldnöten umgetanscht werden. Die neue Geldnöte der Nationalbank des' Staates - S. Sy. S. ist -ncu;3 Geld und ist. weder' mit der bisherigen Krouennote noch mit dem bisherigem Bankdinar zu verwechseln. Die neue Note wird : auf Krönen und Dinars zugleich lauten und. Krouen-D inar-Nore heißen. Die Eigentümer der alten Kronemiown erhalten anstatt des bisherigenichlechten Geldes ein Zahlungsmittel, für das die. Narionalbank des Staates S. H'. S. mit ihrem ganzen Vermögen und das Königreich S. SS. S. mit demt ganzen Kredit garantieren. Welchen Gold- oder Silberwert die neuen KronendiuarS oder Bankdinars darMlerr werden, wird durch ein b e s onder es. GL setz aeregelt werden. ' In der Frage der Valutareform har der Minister-- rat beschlossen, daß der Finanzminister sofort mit dem tteberdruck der anläßlich der Valutareform'angeschasfren üMuoren beginnen kam:, und zwar derart, daß auf r*V .. —1—■— — —... > >..—- Bank- und Wechselqesrkäit BERNHARD MAYER Wien, iL.Taborstraasa 8b, Allo l).iukm583igen und börgengeschäftlichen Transaktionen Im In- und Auslaudo. Geldointagon in laufender Rechimnff. Kostenlose Verrohrung von Depots, Vermögensverwaltungen, Losrevisionen.?5EH^WarenabteiIung:';ri“Ä't“i” Kulanteste Bedingungen. Brt Informationen kostenlos. Telegramm-Adrosse: »Bank mar er Wien*, 60»3 m jeder 'Geldnote auf beiden Seiten der Betrag in Kronen im Verhältnis eines Dinars zn 4 Kronen angegeben wird. - ., : \ . . j!; . Für die Einberufung einer wirtschaftlichen Wettkonferenz. Lyndon. 17. Jänner. Der britischen Regierung wurde gestern eine Denkschrift vorgelegt, die die Einberufung einer Konferenz zweckst Wiederherstellung der wirtschaftlichen .Festigung der Welt empfiehlt. Die Denkschrift ist unter anderen von A s qui t Hund Robert C e c i l unterzeichnet. Die Forderungen sind dieselben,, wie sie in den Denkschriften an die Vereinigten Staaten, .Frankreich, Holland, Dänemark, Schweden und die Schweiz medergelegt worden sind. Ueberdies wird jedoch verlangt, daß sich an der Weltkonserenz auch Japan, Deutschland, Oesterreich und die südammkanischeil Staaten beteiligen. Die- Denkschrift legt dar, daß d i e L a g e e i n i g e r S i e g e rstaaten genau so bedenklich sei wie jene der Besiegten, und daß ' man nicht einzelnen Staaten; Helsen dürfe, sondern die Finanzen der ganzen Welt ausrichien müsse. Als wichtigster Schritt wird die sofortige Einstellungdes Banknotendruck es empfohlen. - Europa gehe einer kritischen Zeit entgegen, und cs sei keine -Zeit. zn verlieren, falls eine Katastrophe vermieden werden soll. . W DLe GrundbesitzregeLurrg in ZugofLswien. Belgrad» 17. Jänner. Im^Jahre 1919 sind im ganzen 1004)00 Joch Grund von Großgrundbesitzen. in Kroatien. Shrmien, der Bacska, Baranha und Slawonien unter das Volk aufgeteilt worden. Es ist nochso viel Gmnd vorhanden, daß die. Verteilung ' auch in diesem Jahre fortgesetzt werden kann. Nach der in Ausarbeitung befindlichen'Agrarreform sollen eigene AgrarauZschüsie gebildet werden, die in der Frage der Grundzu-- Weisungen zu entscheiden haben. Darnach wird die Landbevölkerung in fünf Klassen geteilt: Großgrundbesitzer, Verpächter, Besitzer, die den Boden selbst bearbeiten. Kleinbauern und Besitzlose. Je' 20 Angehörige einer Klaffe wählen ein Mitglied in den Agräräusschuß. ■ Enquete der polnischen Rohölproduzeuten. Aus W a r s ch a u wird den ..Polnischen Stimmen" berichtet : Im staatlichen Naphthaanrt fand dieser Tage unter Teilnahme von dcegienmgsvertrctcm eine Enquete der Rohölproduzenten statt, die sich mlk'der'Frage dev Rohölpreisc und mit dem Transportproblcm beschäftigte. Präsident des Naphthaamtcs Redner wiesen darauf hin, daß die gegenwärtigen Rohölpreise in Polen in gar keinem Berhältniste zu den Kosten der technischen Materialien und zu den Roholpreisen auf dem Weltmarkt stehen. Die Produzenten verlangen d,e Festsetzung des Preises von 200 Mark siir 100 Kilogramm, während der Preis des amen-! kmuschen Rohöls bei dem gegenwärtigen Kurs etwa 600 Mark beträgt. Alle Redner betonten ferner nachdrücklich die katastrophalen Transportverhältuisie, die der Rohölindustrie die, schwersten Schäden zufiigcu. Es müsse auf chiesem Gebiete ehebaldigst Wandelgeschaffen werden. Schließlich wurde em. Komitee gewählt, daS' tm Emvernehmeu mit der Regierung eine Beratrmg der besprochenen Probleme anstreben soll. Keine Notenabstempelung in Ungarn.? Budapest, 17. Jänner. Finanzminister K o r a n p i er«, llärte, daß Ungarn Leine N v t e n a b st e m p e l u n g plane. Sollte der Friedensvertrag Ungarn zur Ueberstempelun« der Banknoten, verpflichten, so wird diese ohne Abzug vorpenommrn werden. Mit der Notenbank sind Verhandlungen tut Zuge, um den weiteren Bedarf Ungarns zu decken. t Die Verhandlungen über die Einlösung der ungarischen Kriegsanleihe schreiten fort und werden in allernächster Zeit beendigt werden. •« Wie die Budapester Börse trauert. Budapest, 17. Jänner. Auf . die Ueberrelchung der schwere wiegenden Friedensbedingungen beschloß der Verein der-Effekten-- Händler, zum Zeichen der Trauer den Börsenverkehr um eme Viertelstunde später zu beginnen, so daß die heutige Börse erw tan V* 12 Uhr eröffnet wurde. Ankündigung der Ausgabe neuer Schatzschem^ in London. i. Londou» 17. Jälmer. Gestern kündigte der Schatzkanzleö die baldige Ausgabe von Schatzscheinm mit sünfjähnaer Laufzeit und öV*°/o Zinsen an, die zum vollen Nennwert übernommeu werden müßten. Die im Februar fällig werdenden 6°/stgen. tnr März fällig werdenden 3ft«igrn und im Dezember zur Errsiosuna gelangenden beigen Schatzscheme wurden mit besonderem Vorteil, gegen die neuen Schatzschcine a u sg e t a n s ch t ^w erde« können. Die neuen Schatzscheme werden zwischen 20. Jänner unbj 28. Februar zue Zeichnung gelangen und von der ©tu* kömmensteucr befreit sein. Ingoslawien verbietet die Ausfuhr gestempelte«; Kronennoten.; Belgrad, 17. Jänner. (Tel.-Komp.) Der Fiuanzmmiste^ hat eine Verordnung erlassen, derzufolge die U e b t t*j tragung abgeste m P etter Krön e n n o 11 u tn| das Ausland bei Androhung der Konfiskation vr r-! boten lvird. __ AuSurrd Einfuhr von Zahl!tMgsvtifteln in dvr TscheHv»! Slowakei. Aus dem Amte des diplomatischen Vertreters betf tschechoslowakischen Republik in Wien wird mitgeteilt: BiL zum.Tage, an dem die Verordnung vom 27. November v. J.l in Kraft treten wird, verbleiben noch tveiter in Geltung die. Verordnungen vom 6. März und vom 10. Juni v. I.,' ivonach. die Ausfuhr von Zahlungsmitteln ans der tftfjcdjov slotvakischcn Republik aus 500 tschccho-slowakische Kronen', beziehungsweise (wenn der Reisende mit der Familie reift)! aus 1000 tschccho-slowakische Kronekr beschränkt ist. M' höheren Beträgen uub auch bei der Ausfuhr fremder Valuten; und Zahlungsmittel ist eine besondere Bewilligung der Pragers Devisenzenttalc notwendig. Die Einfuhr von Zahlungsmitteln" in die tschecho-slowakische Republik, mit Ausnahme der nicht,, gestempvtten Mmknoten der Oesterreichisch-nngarischen ÄaM unterliegt keiner Beschränkung. Zwangsausgleich. - Vom Wiener Handelsgerichte wurde' zur Verhandlung -über den von der Firma Schöpmitner & Handel mit Bureauzugchör, l , Georg Kochplatz 3, beantragten' Die große Vermögensabgnbe nach dem Regierungsentwurf. Otz M-W! Darstellung des Tarifes der Abgabe tn\t eirrer illustrierenderr Ertragsschätzung und einem Verglerche mit dem Tarife der deutschen Vorlage, -Die Vermögensabgabe beträgt von den folgenden S i' ' , i; Betrag des : ( ■ * l! Die. Vmnögensabgabe : beträgt in Prozenten Vom Gesamtvermögen entfallen aufdie einzelnen Staffeln des . abgabepflichtigen Gesamt-; Vermögens Millionen ErtraA der . Vermögensabgabe der Nach dem Entwürfe deS deutschen Reichs- - notopfers beträgt die Vermögensabgabe (die Mark zu K 3.— berechnet) C3ttr « es ZG U|, j ' ' der Abgabeabgahepflicbtigm Gesamt- Die! Vermögensabgabe j beträgt in - 1 ’ ■ des der r. Abgabebemessnng * zuarnnde gelegten j Vermögens 1 ' *t . . iw- Prozenten 4^, Tsiibetmgrn (Blasstln) bemessling zugrnndc- - gelegten ' . . deS abgabepflichtigen Gesamt-- vermvgeus einzelnen Vermögensstaffeln irr Millionen Kronen! m Kronen des der Abgabebemesiung Sugmndegelegten Vermögens (zu des abgab« , pflichtigen y Gesamtvermögens (zn vergleichen -! Ir 80 > l ■ . jedes Vermögen in Kronen 84 Vermögens in Kronen 1 . t- ' ■ v i I Kronen i vergleichen mit Spalte 7) mit Spalte 8) 1 1 2 i 9' 4 5 1' 6 .! '' 7 ' 8 9 10 11 12 13 j bon den ersten < . . 15.000 11 r' ‘ ' r-. “ l-,:' ■ . . > 8.889*44 ’ *on den nächsten angefangenen oder vollen 20.000! 5 . *20.600 35.000 1.000 3*88 11.468*51 573*43 2.000 10 20.000 40.000 7 9 ' ♦ 40.000 so.ooo 55.000 95.000 . 2.400 6.000 ■'' " 6 1' 7'5 4'36 632 6*988*07 6.892*47 498*86 620*32 4.000 8.000 1» 10 Ä 7*27. %: 8*12’ '' „ 00.000 11 140.000 155.000! 12.600 | - n 8*13 4.742*89 521*54 14.000 10 i# 0*03 80.000 Iß s 220.609 ' , 235.000 23.000 ■ 10'45 9*79 3.304*98 429*65 23.400 10-64 *, 9*96 4 100.000 15 : 320.000 335.060! 38.000 l 11'88 11*34 2.501*32 375*20 86.000 11*25; 10*75 9? 130.000 17 450.000 465.000 1 60.100! 13-36 12*92 2.140*83; r 363*94 55,500 12*33 , 11*94 : : " ' -■ : ' '• ,200.000 19 050.000 665.000 98.100 i - 15*09 14*75 2.161*43 \i 410*67 88.000 13*54 13*23 * 250.000 22 900.000 915.000 153.100 i .17-01 16*78 1.815*31. . 399*37 138.000 15*33 15-08 . ,, . . , ■ 350.000 25; 1,250.000 3,265.000 240.600; 19-25 19*02 1.712*98 L 428*24 210,500 16*84 16*64 \: 4.50.000 29! 1,700.000 1,715.000 371.100 21'88 21-64 1.499*63 1, 434*89 323.000 19 18-83 700.000 33 1 .2400.000 2,415.000 i 602.100 i 25*09 •24*93 1.552*83 512*43 528.000 22 31*86; . 1,100.000 38 3,500.000 3,515.000 1,020.100 2915 29*02 1,501*72 1 570*65 938.000 ' 26*8 26*69!-j - 1,500.000 43 5,000.000 5,015.000! 1,665.100! 33-30 32*20 , 1.257*89 540*89 3,563,000 31*26 31-17 -: s 2,000.000 50 | .7,000.000 7,015,000 , 2,665.100 | - 38*07 37 99 1.039*49 . 519*75 2,513.000 85*90 35-82 . 3,000.000 57 i 10,000.000 10,015.000 4,375.100 ■ 43'75 43*69 , 942*43! 537*19 4,063.000 - 40*68 40*57 j,-. 45*38? , . : . j 5,000.000 i j 15,000.000 15.015.Y00 . 7,625.100 j 50*83 50*78 i 6,813.000 45*42 ion Mehrbeträgeu über 10,000,000 j r Kronen ) 5.000.000 30,000.000 50,009.000 |C51 I 20,000.000 i . 50,000.000 I 100,000.000 20,015.000 50,015.000 100,015.000 10.875.100 30.376.100 C2.B75.100 i 54-375 i 60*759! 62-875 54*335 . 60*732 .. 62-866 / 3.941*20 3 I | 2*561'78' _9,813.000 Ä,263.000 61,763.000 49*065 58*526 61*763 * 49*028 58*509; 61*761 , 50,000.000 II 1 j j 150,000.000 350,015.000 95,375,100 [ 68*583 63*577 94,263.000 62*842 62*836; . . iii*/..; - i: ' ' ' '' ' 1 Summe 64.868*42 10,289-80 ■ , V1 ■',p- Ä ■ W'-l " -ty * | daS ist rund f. 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