Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 356 (18.1.1920)
- Date
- 1920-01-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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M. m Wien, Sonntag Eknp englische Stimme über die Aufgaben des Völkerbundes. 17.Jänmr. „Daily News" schreibt im Atarlikel m Bezug auf die K ä m vfe in Berlin und vttz ^age Nr Wien, der Friedenskonferenz sei es nicht Miungen, d e rW el td r n Brieden zu a e b en. Diese Ausgabe habe letzt der Völkerb nd zu ei füllen. Er müsse unver* Much mit dem nicht durchqefübrlen Werk beginnen. Em sofortiger wurde den Bölkern Wtteleüropas zeigen, daß cs der Mühe wert sek, wieder an die'Arbeit zu gehen. Banditensturm auf Port ou Prinee. . . AZashington, 17. Jänner. sFunkspruch.) Nach Meldung?es Befehlshabers der Marineffation Port o u P r r n c e Maltri an das MarinedepartcmeNt versuchten gestern d r e t» y u n d ert B a n d i t e n den Hafcn und die Stadt zu überrumpeln. Sie drangen in drei Gruppen in die Stadt ein, wo ste auf amerikanische Seesoldaten und Gendarmerie stießen, die sie mrt einem Verlust von 50 Toten, Verwundeten und Gefangenen znrücktrieben. Die Entente und der Bolschewismus. ', Paris» 16. Jänner. Der „TempS" beschäftigt sich mit der Ankunft des englischen Kriegsmi'nistcrs und des Ersten Lord der Admlral'tät in Begleitung des Clicks des Generalstabes und des Marmestabes in Paris. Dieses plötzliche Eintreffen, auf das der Erste Lord der Admiralität so wenig geiaßt war, daß er für heute noch eine Rebe in England angesagt hatte, errege großes Aufsehen. Es feien neue militärische und fi n a n z i eH c Opfer z u gewärtigen,, uur der bolschewikischen Gefahr Herr zu werden. - Die Randländer gegen Sowietrutzland. . London, 17. Jänner. (Fnnk'pnich 0 Aus HelsingforS wird gemeldet, daß Abgesandte von Estland, Lettland. Litauen und Polen dort emgttroffen, sind, um ein Verteidigungsbündnis gegen Sowietrußland und gegen Deutschland abznschließen. Aufstände in Afghanistan und Beludschistan. ' London, 17. Jänner. (Funsspnich.'l „Times" meldet aus Bombay,- daß in Afghanistan Und Beludschistan neue AusstandZvewegungen um sich greifen.. Der Telegtaphistettstreik itt ILalien, . 16. Jänner. lAgenüa Stefanie Einige Telegraphentinien sind in Tätigkeit. Den Blättern zufolge ütbeiten in Nom 10°lo des Personals der Post--, Telegraphen- und Telephtmansialten. Jn Turin, Mailand und in Bologna ist der Ausstand astgemem, Soldaten versehen den Dienst. ■ Areo beKnadistt.; München, 17. Jänner. lKorr.-Bur.^ Das Gesamlmmisterium bat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, die Todesstrafe des , Grasen Arco - in lebenslängliche Festungshaft .'lyMwandeln. Eine tschechische Handelskammer in Triest. Triest» 17. Jänner- (Tel.-Komp.) Hier wird eine tschechffche Handelskammer errichtet werden. Triest, 17. Jänver. (Tel>Kvmp ) Die Beratungen zwischen Italien und derTschecho-Slowakei in den wirtschaftlichen Fragen ist beendet. Es kam ein Vertragsentwurf zustande, der nun.in Rom and in Prag vorgclegt. werden Wwd. Die Wahlbervegimg in der Tschecho-Slvwakek. Prag, 17^ Jänner. (Priv.s, Die Wahlvorbereitungen^ sind in. der ganzen Tschecho-Slowakei 'in .vollem Zuge. In Preßburg wurde 40.000 männliche und weibliche Wähler gezählt. „Pravo 8ibu" schreibt zu den bevorstehenden Wahlen, es handle sich diesmal nicht um Mandate oder Ministerpoffen, sondern darum, saß die Sozialdemokraten die Macht an sich reißen und ohne Verbündete behalten können. Eröffnung der Dlmützer Warenbörse. OLmütz» 17. Jänner. Im Sitzungssaals1 der Handelsunb Gcw ibekammer in Olm iitz würde heute vormrltags in feierlicher Weise die Warenbörse eröffnet. * rleberschtvemmung einer Kohlengrube. Pilsen, 17. Jänne^ (Privat.) Die Kohlengrube „2 ulko ttt" der westböhmischen Kohlengesrllschaft ist übersckiwemmt. Die Nachtschicht, die .eingefahren war, mußte die Grube sofort wieder verlassen, da dieselbe mit Wasser übtriüllt war. Apponhi vor dem Fünferrat. AeüiAy» 17. Jänner. lFnnllpruch.) Dev Führer der tliisnrischeü Flikdensdelegation Graf Ahponyi führte in seinevt vor dem Fünferrate abgrbnlienm Expojs, ans, es sei nichtangcdmchtz.von der Fiktion Gebrauch zu machen, daß die in Ungarn lebende Bevölkerung nichlungarischer Zunge sich von diesem.Lande losreißen wolle, wo doch die Wahrheit so leicht durch eine Volks- »bstinimung sestgestellt werden könne.; : Nachdem Graf Apponyi geendet hatte, ersuchte Aovd ßsxorge, an Gras App.onyi. eine Frage richten zu dürfen. Er rrsuchte um Aufklärung, wo sich die dreieinhalb Millionen starke rein magyarische Bevölkerung besinde, die durch den Fnedknsvertrag von Ungarn losgeriffrn werde. Graf Apponyi gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß diese Frage an ihn gerichtet werde, und führte ans, daß von Men 8*/a Millionen ungefähr 2 Millionen zusammenhängend mit der ungarischen Bevölkerung wohnen. Graf Apponyi erteilte iodnnn an der Hand einer Landkürte Lloyd George und den übrigen Mitgliedern des Fttnferrates bctainirrtc Arisklärungen. ' / Clemenceau erllärte hierauf, daß alle Argumente deS Ertzosös einer gewissenhaften PiüiuNg werden teilhaftig werden.' Es lei aber natürlich, daß nicht nur die fetzt aufgezählten Punkte zeprüst werden. sondern er müsse auch die Aufmerksamkeit der ungarischen Delegation darauf lenken, daß ihr eine Frist von fünfzehn Tagen eingeräumt worden sei, innerhalb deren diese iede aotwendige Bemerkung unterbreiten könne. Innerhalb dieser Frist erwarte die Friedenskonferenz die Antwort der ungarischen Delegation. Graf Apponyi erllärte hieraus, daß die ungarische Friedensdelegation innerhalb kürzester Zeit nach Budapest zurückkehren werde, um die Sachverständigen anzuhören. - Die Friedens- Delegation werde alles ciuflueten, um -ihre Arbeiteninnerhalb fünfzehn Tagen zu beenden, er bitte aber schon jetzt um wohlwollende Nachsicht für dtn Fall einer Verzögerung. Clemenceau nahm diese Erklärung zur Kenntnis und schloß die Sitzung. Keine Aufschiebung der Wahlen in Ungarn. Budapest, 17. Jänner. (Trl.-Komp.) Ministerpräsident 6 u s z a r gewährte einem Mitarbeiter dtS „Az Est" rme Unterredung, in der er über die Gerüchte von der Aufschiebung der Wahlen unter anderem folgendes äußerte; „Eine Aufschiebung der Wahlen ist g a n z a u s g e s ch l o s s e n. Es ist unbedingt notwendig, daß ein Staatsoberhaupt gewählt und eine parlamentarische Regierung gebildet werde. Wiener Morgenzeitung 18, Sgtmet ISA Sette S] Landestrauer in Ungarn. Budapest, 17. Jänner. lUng. Tel.-Korr.-Bur.) Mit Rücksicht auf-dre infolge Überreichung des Friedensvertrages emflctrctcnc, Landestrauer hat der Kulms- und Unterrichtsminister im Einvernehmen mit dem Minister des Innern verfügt, daß die staailichen Theater am 17., 18. uitd 19; d. M. geschloffen bleiben und daß in den darauf folgenden Tagen nur Stücke ernsten Inhaltes'aufgeiübrt werdest dürfen. Der Minister wandte sich an hre Leiter sämtlicher privaten Theater in der Hauptstadtund in der Provinz mit beut Ersuchen, ähnlich vorzugchrn. Zum Zeichen der Landestrauer' sind au 'sämtlichen öffentlichen Gebäuden Trauerfahnen gehißt Rückkehr der ungarlschenFriedensdelegatron. Budapest, 17. Jänner. Ein Fnnllpruch ■ des Ungarischen Telcgraphen-Korresvondenz-Bureaus aus Paris meldetdaß die . ungarischen Friedensdelegierten Dienstag abends wieder in Budapest elnireffen. , Tagesbericht. Ein Jahr „Wiener Morgenzettung". Heute ist es ein Jahr, daß die „Wiener Morgenzeitung" zum erstenmale erschien. Wir glauben, auf dieses erste Jahr unserer publizistischen Wirksamkeit mit Genugtuung zurückblicken zu können. Schwierigkeiten sonder Zahl haben sich uns entgegengetürmt, als wir ' daran gingen, das erste und einzige bewußt jüdische Tagblatt in deutscher Sprache ins Leben zu rufen; ein lächerlich geringer Apparat stand uns 'anfangs zur Verfügung und wir waren uns der drückenden Verantwortung bewußt, die wir mit der Schaffung dieses Organs auf uns nahmen. Aber vom ersten Tage wurde uns das Werk leichter gemacht durch die große Teilnahme, durch die wahrhaftige Freundschaft der breiten jüdischen Volksschichten, die uns zur Seite standen. Der starke Widerhall, den unsere eindeutige Haltung im jüdischen Publikum fand, gab uns die Gewißheit, daß aus der „Wiener Morgenzeitung" die Stimme des Volkes, spricht und so konnten wir schon im ersten Jahre aufklärend und erzieherisch wirken, aber auch erfolgreich dem Unrecht entgegentreten. An den guten Ergebnissen der Wahlen zur deutschösterreichischen Nationalversammlung sowie der Gemeinderatswahlen in Wien, an der Abwendung unheilvoller Maßnahmen gegen die durch Krieg und Pogrome von ihrer Scholle nach Wien vertriebenen jüdischen Brüder haben wir unseren bescheidenen Anteil. Und dies allein, ist der Zwbck dieser Zeilen, mit denen, wir gewiß nicht beabsichtigen, uns höchst eigenhändig einen Geburtstagsbrief zu schreiben: Den Volksgenossen für ihre Treue zu danken und sie dessen zu versichern, daß wir das Glück zu schätzen ,wissen, für die. nationale Gesundung des Judentums, für die palästinensische Heimstatt, für die...Verständigung von Volk zu Volk mit ganzer Hingabe wirken zu dürfen. Die Kohlensituation. Von morgen ab Einstellung deS PersonenzugsverkehkeS. Unbefriedigender Kühleneinlauf. — Großer Erfolg der Abschaltung in den Betrieben. — Vorläufig keine Wiederaufnahme des Sträßenbahnverkehres. Infolge der gänzlichen Erschöpfung der Eisenbahnkühle wird von morgen ab, wie wir schon berichtet haben, der Personenzügsberkehr gänzlich eingestellt und, wenn nicht inzwischen eine wesentliche Besserung in den Kohlenzuschüben eintritt, vor dem 26. Jänner nicht wieder ausgenommen werden. Bis gestern, am zweiten . Tage der drakonischen Einschränkungen, hat die Situation durchaus, keine Aendernng erfahren, ste ist im Gegenteil durch die PersonenzugSsperre verschärft" worden. Im Staatsamt für öffentliche Arbeiten wird die Kohlensituation geradezu als schlecht bezeichnet, obwohl dort Nachrichten emgelangt sind, die auf eine^ bevorstehende Besserung Hinweisen. Da diese Nachrichten bis zur Stunde aber nicht verwirklicht wurden, steht man ihnen sehr skeptisch gegenüber. Der Köhleneinlauf ist nach wie vor unbefriedigend; die Elektrizitätswerke erhielten bis gestern mittags 51 Waggons. Dagegen hat die Abschaltung der Betriebe einen großen Erfolg ergeben.. Gegenüber einem Verbrauch von 24.000 Kilowattstunden am Freitag wurden gestern rmr 17:000 verbraucht. Die Einstellung 'des Straßenüahnbetriebes bleibt vor!äü,lg aufrecht: ieser Hinsicht läßt sich gar nichts Bestimmtes sageN. Nur das Eine steht fest, daß man matzgebendenorts den Siraßenbahnbetrieb sofort wieder anfnehmen wird, weNn nur halbwegs eine Möglichkeit dazu vorhanden ist. Die Direktion des städtischen Elektrizitätswerkes teilt mit: Der Kohleneinlauf derstädtischen Elektrizitätswerke am heutigen Tage betrug 40 Waggons, die Situation ist demnach unverändert , schleckt, deshalb ist auch an die Wiedereröffnung des Stratzenbahnbetriebes oder die Medereinschaltung der Betriebe vorläufig nicht zu denken. Die Theater dürfen heute spielen. Den Thearern wurde gestatt^, heute zu spielen. Mchc weil sich die Situation habe, wie man aus dieser Tatsache entnehmen könnte, sondern weil die Elektrizitätswerke ohnehin Strom erzeugen müssen, der sonst ungenützt, bliebe (!). Auch die Konzertkaffeehäuser dürfen biS haK 11 Uhr offen halten. Der Betrieb der Dampfstcaßenbahnen. Mit Rücksicht auf die Einstellung deS Personenverkehres auf sämtlichen Bahnen wird der Verkehr der städtischen Dampfstrahenbahnen in derselben Weise betrieben, wie in der Weihnachtswoche. Die Abfahrtze.it der Züge ist, in den Stationen zu ersetzen. i« * * ■ ■ ■ « * v ■ A * w« ■ « v a yw vvOTwroii ZIGARETTENPAPIERE ZIGARETTENHÜLSEN Sie uMpfreffen selbst die ho< ten Erwartungen des Rauchens. A.AA A* A * AA * ■■«»«raffCN'’ i'4 '"1 705* Vorläufer der Elektrifizierung der Staatsbahnen. J Wie wir erfahren, wird die österreichi'che Staats--' baynverwaltung in Kürze drei Akkumulatorentrieb^ tvagenZÜge versuchsweise mit der Bestimmung in Dienst? ftelken, den Nahverkehr und insbesondere die Arbeiter--s nnd Schttlerbeförderung -in der Umgebung größerer; Städte zu verbessern. Gleichzeitig wird hiermit eiwr gewisse Kohlen- . und Betriebskostenersparnis erzielt« werben, da die zum Laden der Akkumulatorenbatterie, erforderliche elektrische Energie aus Wasserkraftwerken bezogen werden wird. Jeder TriebwagenzUg wird aus' einem für die Unterbringung der Akkumulatoren um-- gestaltete Güterwagen (in der Mitte des Zuges) undje vier Personenwagen der Stadtbahnwagentype besahen. Die an der Zu.gsspitze, beziehungsweise am Zugsende laNftuden Wa en werden durch Einbau de: Mo-! toren und der Steuereinrichtungen als Triebwagen' ausgerüstet. Der Fassungsraum jedes Zuges betrügt', rund 300 Personen, die Geschwindigkeit in der Negeb 35. höchstens 50 Kilometer in der Stunde. Die Umgestaltung der Wagen erfolgt in der Werkstätte Sankb Pölten der Staatsbahnen, die elektrische Ausrüstung: wird von der A. E. G. Union-A.-G-, die Batterien von Jugend von heute. Ein Fall, der in der. Lokalchronik wohl kaum je za' verzeichnen war, ist dieser Tage durch die Polizeibehörde^ aufgeklärt worden und hat den Typus eines zwölfjährigen Lebemannes aufgestellt. Das ist ein Junge, der seine', Großmutter bestahl, fremde Valuten, die er erbeutete^ zum, Teile selbst einwechselte, das -erhaltene Geld in der leichtsinnigsten Weise, gleich großen Müßiggängern, mit W eibern, mit Autofahrten und im- Kino vertat und sichk außer dem Luxus kostspieliger, Äamenbekanntschaften aUch daS^ bei einem Jungen in dem Mer fast unfaßbare Vergnügen leistete, auch Beziehungen z U z w e i. j itfn gen M ä n n e t n' zu unterhalten. Wir erfahren über den Fall, uber dew sicherlich auch die- KriminalpatholoM sprechen Werden, folgend«'; Einzelheiten: . > , In der Burggasse auf dem . Neubau wohnt Fraw Therese B. Ihr wurdevor kurzer Zeit ein. Betrag . von' 530 Dollar gestohlen. Die polizeiliche Anzeige wurde erstattet, und es wurde die merkwürdige- TatsachefestgestellEdaß Frau B. von, ihrem eigenen Enkel, dem zwölfjährigen, Albert M. bestohlen worden ist-.; Der Knabe wurde in^ Verhör genvmmen und gestand den Diebstahl ein. Er hat' bas Gelb zunächst seinem Freunde, dem 24jährigen Mechaniken Bruno- Stmonettt, Mariahils, Barnabttengasse Nr. 9a! wohnhaft, übergeben» Der kleine Albert M. hat aber keines-, Wegs in knabenhaftem Unverständnis gehandelt. Er ist ein Junge, der weit über seine Jahre geistig entwickelt ist. En . hat sich schon lange vor dem Diebstahl mit dem Briefmarkenhandel befaßt unb dabei ein schönes Stück Gelh verdient. So, wie er in seinem Erwerbssinn weit üben seine Jahre hinaus, war, war er auch in seinem sonstigen! Denken und Fühlen'. Daß die 530 Dollar ein Vermögen; sind, wußte er genau. Bet einem Friseur, in einer Wechselstube und beim Zahlmarkör eines erstklassigen-Kaffeehauses; in der Stadt hat er nach und nach 180'Dollar eingewechselt' und dafür nicht weniger als'88.000 Kronen erhalten. Das! Geld händigte er wieder dem Simonetti ein. Aber er selbst; lebte von dem Erlöse des Diebstahles wie ein richtiger Lebemann. Albert M., der sehr jugendlich aussteht, benimmt: sich seit geraumer Zeit wie ein Erwachsener. Bei seinen noblen Passionen gingen fast die ganzen 28.000 Kronen! auf. Er vertat die Tausender in der leichtsinnigsten Weise., Däbei bestritt er, der vollkommen verlogen ist, auch tvtsichere Angaben, die drei glaubtvürdige Zeugen gemacht haben. Fast, täglich fuhr der Keine Knabe mehrere Stunden im Automobil. In den vierzehn Tagen seit dem Diebstahl hat er für Autofahrten sicherlich' mehr als 10.000 Kronen! verausgabt. Albert M. unterhielt Bekanntschaften mi.t mehreren Mädchen im Alter von 18 bis 20 Jahren! und führte sie auch oftmals als Kavalier ins Kaffeehaus? zur Jause ober in ein gutes Restaurant zum Nachtmahls Selbstverständlich zahlte er für sie und brachte sie im! Auto nach Hause oder lud sie zu Spazierfahrten ebu* Wie generös er war, beweist, daß er einer seiner Freundinnen! einen Blumenkorb um bare 800 Kronen kaufte und ihn ihr, gÄlant in ihre Wohnung schickte. Aber auch mit zw et jungen Friseurgehilfen unterhielt der Kirabe innige Freundschaft. Auch sie führteer oft ins Mno und bezahlt^ für sie opulente Nachtmähler. Da gegen Albert M. ,nmj der Tatbestand des Familiendiebstahls vorliegi, ein Straff! antrag aber nichtgestellt worden ist, wurde gegen ihn auch eine Strasamtshandlung nicht eingeleitet. Er bleibt der häuslichen Züchtigung Überantwortet. rVatno Simonetti hingegen, der dem Frühverderbten hi^f eiche Hand geboten hat,! wurde verhaftet unb gestern dem Landesgerichte cittgelicfcrij Paris' erstes Friedensfahr. Der Pariser Korrespondent deS „Ber*! bvnS Gang" schildert daS Paris beS neuen Jahres folgendermaßen: j Nachdem es Tag und Nacht geschneit hatte, begann Seine zu steigen. DaS Steigen hält immer noch an. Der? Fluß war bereits um einen Meter gestiegen, als der Parisers in seiner Gemütsruhe erst bemerkte, daß dm Seine ange-i schwollen war. Die Kais von Au^el und Verch sind völlig-' überschwemmt, ein Kohlenschiff liegt gestrandet auf dem Ufer.-l Infolge der Ueberschwemmung ist auch die Kohlenkrise wrede^I akut geworden und dazu tritt der Salzmangel, der Petroleum-.! Mangel und die geradezu furchtbare Wohnungsnot. Aber trotzalledem lassen sich die Pariser nicht bange machen und de.y MMr M der Ztraße wächst von Moche *« Woche. Wenn,