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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-18 · Heft 356 (18.1.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 356 (18.1.1920)
Date
1920-01-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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» Nr. 356 * Wien, Sonntag t mi—■ Timii .—»»»> Bestrebungen des Prinzen und Bismarcks warnende jkntik ihn verstimmt hätten. . Auf dem weiter erwähnten Zettel macht der Kaiser Bismarck den Vorwurf, daß er ihm den Bericht eines Konsuls in Kiew vvrenthalten habe, aus dem die furchtbar drohende Gefahr eines Angriffes von. Rußland hervorgehe, welches bereits im vollen strälegischen Aufmarsch begriffen sei. Der Briefs ist rein geschäftlicher tzlrt. Der Zettel aber ist seinem vollen Inhalt nach in das Protokoll der Ministersitzung vom 17. März 1890 fibergegangen, jener Sitzung, in de« Bismarck seine Entlassung bekanntgegeben hat. Die Lage in der Ukraine. D.'r Ukrainische Presse' inist n eldet: Aus zuver^ässi'en Duellen werden über die Lage in der Ukraine folgende Mitteilungen gemacht: Das ukrainische Ministerkabmett mit Mazeppa an der Spitze besteht in Wirklichkeit Und alle Nachrichten, wonach Mazeppa in den Verband der bolschewikischen Regierung eingetreten wäre, sind ans der Luft gegriffen. Der Wirkungskreis der Regierung Mazeppas erstreckt sich über folgendes: Territorium; den westlichen Teil PodvlienD-, die Bezirke: Rraelaw, Mnnitza, Lityn, Latyczow und Lipowec, den Dreis Daraszcza, Teile der Kveise Zwinohoved und Skwira des Gouvernements Kijew. Jm Süden haben die galizischen Truppen, die der Regierung Mazeppas unterstellt find, die Eisenbahnstationen Birzula und Wapniarka eingenommen. In den letzten Tagen haben Wapniarka eingenommen. In den letzen Tagen haben Ätamans Szep el die Städte Bar und Mohilew Podolski besetzt. - - . ' Auf dem von den Ukrainern besetzten Territorium bemüht sich die Regierung, das Leben in normale Mahnen zurückzuleiten. So besteht in Chmielnik ein administrativ-wirtschaftliches Rcgiernngsorgan auf dem Territorium von vier Bezirken und zwar:'Braclaw, Winnitza, Latyczow und Lityn.' Der Sowietregirrung in Kiew gehören keine Ukrainer an. . , Die aLtmeLtUche jüdische HiLfslrouferenZ. ' Paris, 14. Jänner. (Privat.) Das Komitee der Jüdischen Delegationen bei der Friedenskonferenz in Paris, welches bekanntlich das Hilfsw e r k für die jüdischen Massen des Ostens auf breitester Basis zu organisieren beabsichtigt und zu diesem Zwecke eine allweltliche jüdische H i l f s k o n f e r e n z vorbereitet. hat auf den Wunsch Zahlreicher Hilfskomitees beschlossen, die ursprünglich für den Monat Jänner geplante Konferenz vom 7. bis 11. März in Zürich abzuhalten. Maßgebend für den.Beschluß war namentlich der Wunsch der amerikanischen und russischen. Delegierten, denen durch die Verschiebung des Termins die Teilnahme ermöglicht werben soll. Das Komitee hat an ungefähr 70. Hilfsorganisationen, die. m ungefähr 40 Ländern tätig sind, Einladungen ergehen lasten. . Italien verzichtet auf Ferrme. ,: Paris, 17. Jänner. (Fmckspruch.) Die Oberhäupter der verbündeten Mächte haben der südslawischen Fricdcnsabordmmg mltgcteilt, daß I t a l i e n a u f d i e H e r r s ch a f t ü der d i t Stadt Fiume verzichte und nicht. auf dcr Schleifung des Kriegshafens Sebenico bestehe. Funne werde daher rm unabhängiger Staat, sein Hasen würde. Eigentum deS Völkerbundes und die Stadt Sussak käme an Sndslawien. Die südslawischen Delegierten haben in Belgrad Weisungen verlangt' Man hofft, daß die Antwort Samstag oder Sonntag eintreffen wird. Wiener A^orgenzettung Drplomatsnempfang beim Staatskanzler. Gestern mittags fandsim Staatsamte für Aeußeres durch ^den Staaiskanzler Dr. R c n;n e r ein allgemeiner D r v l o m a t e nempfang statt. Es Erschienen die Leiter der Entcntemissionen, die Gesandten der übrigen Staaten und die Wiener Vertreter der Nachfolgestaaten. Die Diplomaten wurden vom Staatskanzler einzeln empfangen. Bei dem Empfange wurden allgemeine polrtische Fragen und die Lage in Oesterreich besprochen. Die innere Politik. ' Für heute sind bekanntlich von der vrgattisierten Arbeiterschast große Demvisstrationsum'züge augesagt. Die Kundgebung bezweckt eine feierliche Manifestation der politischen Macht der Sozialdemokratie und richtet sich ebenso gegen die Reaktion in Ungarn wie gegen die aUtisozialdemokratischen Strömungen im Innern. Die Arbeiterschaft hat die Organisation der Demonstration durch eigene Ordner in die Hand genommen, so daß die Bevölkerung mit einem ruhigen. Verlauf der Kundgebung rechnen Lars. Spezialdemonstrationen der Kommunisten, die angesagi sind, werden sich, wie man annimmt, ebenfalls ruhig abspielen. . -' ’ Diese Demonstrationen entspringen der ganzen Krise des Staates und sollen, dazu dienen, der gereizten Stimmung der Arbeiterschaft, die von Enttäuschungen aller Art verfolgt wird, Luft zu schassen. Ob aber damit in unsere geradezu erbärmliche innere Situation Beruhigung getragen wird, 'möchten wir bezweifeln. Die Dinge sind nachgerade so weit gediehen, daß, sie eigentlich niemand mehr meistern kann. Die Koalition besteht nur mehr auf dem Papier und Wenns sich die Unstimmigkeiten zwischen den großen Parteien bisher in der Nationalversammlung nicht schärfer gezeigt haben, so ist dies nur der Taktik der Regierung zuzu sch reiben, die sich bemüht, die politischen Unterströmungen hinter den Kulissen ausreifen zu lassen. Das mag vom Standpunkt der parlamentarischen Technik gut sein, ist aber verderblich für den Staat, der dadurch in die unkontrollierten Streitigkeiten der Konjunkturalpolitiker hineingerissen wird. Die Regierung ist in keinem Punkt mehr inr Besitze des Vertrauens der. Bevölkerung. Die letzten Ereignisse, so insbesondere die wirtschaftliche Sterilität der Prager Verhandlungen', die Zugseinstellung, die Aufhebung des städtischen Verkehrs und die Kohlennot haberr erwiesen, daß die Regierung auch nicht das Vertrauen des Auslandes hat. Es ist nichts damit getan, daß Clemenceaü die-Anfrage Dr. Nenners wohlwollend beantwortet -undihn des vollsten Vertrauens versichert hat. Dieses Vertrauen hat sich nicht in Taten umgesetzt und das allein ist ausschlaggebend. Die Nationalversammlung beginnt.morgen.mit der Beratung der Wehr Vorlage, die' die''Aufstellung, Erhaltung und Kompetenz der. im Friedensvertrag ge-- statteteu Söldnerarmee betrifft. Ueber diese.Frage ist. zwischen den Koalitionsparteien ein heftiger Kampf geführt worden. Die Christlichsozialen wollen eine mt* politische Armee, die Sozialdemokraten eine Armee der Republik. Dieser Kampf wird nun ans dem Boden des Parlaments ansgefochten und es wird vielleicht von den Leiden Parteien über den Sinn der Armee etwas weniger orakelhaft gesprochen werde;:. Wir meinen, daß Oesterreich überhaupt keine Armee braucht, sondern nur eine Ausgestaltung der Sicherheitsorgane. Eine Armee, sehnt sich — das liegt ja in der Natur der Sache 7-nach Betätigung, und es wäre dadurch viel Anreiz für außenpolitische und inner-politische Experimente ge- 18. Jänner li*‘<sG 6eUe» „Le Gout Cen.-Vertrieh K. & J. ECKHAUS Zigarettenhais«« Zigarcltenpiplnj m direkt zu bezieh«! Wien, fl. Bezirk, Kaiser Josef-Strasse Kr. 7, schassen. Es gibt ja sehr viele, die ans eine „stark?' Armee" warten und mit Putschgedanken oder gar «tflj Einmarschideen spielen. Der Zustand des Staates würde,' solche Dinge nicht gestatten, aber bas ist kein bestimmen^ der Grund für die Anbeter der Gewalt und der starkm Hand. Ist keine Armee da, sogibt es auch keine Spie-i lereren. Und wenn man meint, daß eine Armee für Elementarkatastrophen in Betracht käme, so möchten! wir darauf Hinweisen, daß in solchen traurigen Fällen;' sich Turnvereine und Feuerwehrverbände ebenso gut, bewährt haben wie Militär. jj Weiters wird die Nationalversammlung sich. no'K mit der Vermögensabgabe zu beschäftigen haben und! im Zusammenhang damit die Finanzprobleme besprechen^ Aber bei ddr Art unseres Parlaments kann man auch hier keine die Wurzel des Unglücks erfassende Debatte., erwarten. Es. wird nach ein paar Reden der Parteisichrer abgestimmt werden. Fällt die Vermögensabgabe,'- was. durchaus nicht unwahrscheinlich ist, so fällt damit! auch die Regierung. Geschäftige Gerüchteträger vsr-/ breiten die Mitteilung, daß dann eine Diktatur ein-', gerichtet werden soll, die den Kurs offen und vffizieltf nach rechts wenden wird. Das wäre genügend,, itt.wf das Faß zum Ueberlaufen zu bringen; < * ...^>"J Finanz- und BndgeLansfchutz. .* Der Finanz- und Budgetausschuß setzte heute vormittagA die Beratungen über den Staatsvoranschlag des Staatsamiess des Aeußern fort. f Staatskanzler Dr. Renner: Professor De. ©ürtfefc hat mit Recht die Frage der Organisation des Außendiensteq zur Debatte gestellt. Es ist selbstverständlich, daß auch dep auswärtige Dienst reformiert werden muß, um den staats« rechtlichen Umwälzungen angepaßt zu werden. Der Außen« dienst ist nirir der Dienst eines Staates, noch dazu eitiel>| territorial nnd national geschlossenen Staates. - Er steht ims Zusammenhangs mit dem inneren Dienste und das Staats»; amt des Aeußern ist ein Staatsamt, das mit allen anderen» Staatsämtern aus dem Fuße voller Parität verkehrt un« mit ihnen zusanimenarbeitet. Die Bevölkerung Oesterreich» wird in nicht allzu, ferner Zeit den ungeheuren Gewinns dieser Organisation .merken. Der auswärtige Dienst muß, selbstverständlich in innigstem Zusammenarbeiten mit dep Nationalversaminlung die Direktiven, die ihm von der Volks-, Vertretung gegeben werden, erfüllen, und diese Direktives^ werden in Hinkunst nicht so sehr außenpolitische, machtpolitisch^ Direktiven sein, sondern wirtschaftspolitische. h Berichterstatter Dr. Gürtler erklärt sich' durch dich, erhaltenen Aufklärungen befriedigt. Hinsichtlich der Konsular^ akademie würde sich vielleicht die Ausgestaltung zu einer Artz öcole de sciences ernpfehlen. Er wünscht schließlich noch AuS*! tünft darüber, in welchem Sinne bei den-Vereinbarungen mit der Tschecho-Slowäkei von dem Abschlüsse eines Handels Vertrages gesprochen werden könne. . k . Sektionschef Dr. Schüller führte aus, daß die S0fetr4 embarungen nicht den Charakter eines HandelsvsrtrageK-i sondern den eines Handelsübereinkommens tragen, welchesjs durch dauernde Verhandlungen, die jetzt stattsindrn, zu eineM Handelsvertrag ausgebaut werden könne. & Kapitel „Aeußeres" wird sodann angenommen^ * Berichterstatterin Prost leitet hierauf die VerhandlMg^ über das Kapitll „Soziale Verwaltung" ein. Sie gibt eine Darstellung der Organisation des Staatsamtes für soziale Ber^ ivaltung und erörtert eingehend die einzelnen Posten de.^. Voranschlages. . -1 Der Voranschlag für bas Staatsamt für soziale Verwaltung wird unverändert an g e n o m m e n. Boten des Frühlings^ fr:! Sie standen plötzlich in einer grauen kalten Stube, die Boten unseres Frühlings drüben auf der alten Erde^ Zwei junge Leute aus einer palästinensischen Kolonie. Vor - fünfzehn Monaten waren sie mit einer Schar Gleichgesinnter aus einer StabtKongreßPoleuS durchgebrannt und hatten.sich 'nach Manchen Fährlichkeiteu richtig bis ins Land ihrer Sehnsucht dmchgefrettet. Warnung der zionistischen Behörden vor beit bösen Folg«: einer rvildeu Wanderbeivegungr Belehrung^ daß der Zeitpunkt zum Aufbruch noch nicht gekommen ist? Ernste Mahnung, znrückznkehren, da es ausgeschlossen ist, ins Land qU kornmen? Lächerliche Begeisterung! Die Scholle winkt, das Herz befiehlt, die Seele erglüht-im Verlangen^ nach Erez Israel und kein Gebot kann die sechzehnjährigen Abenteurer Zurückhalten. Auch nicht der väterliche Auftrag des großen ZionistensührerS Ussischtin, für hebräisch sprechende Nadomer und Lodzer- Jünglinge mehr als ein Halbgott. Der. wellt just in Rom, da das Fähuchen Palästiuawanderer die ewige Stadt passiert nnd selbstverständlich den Weg Zn ihm''findet. Er hört sie an und fordert sie erst gütig,- dann strenge, aus, sofort nach Hause zu reisen. „Lieber sterben, als .umkeyreu!" rufen die tiefverletzten Obergymnasiastcu. . s . Vier Wochen Landarbeit in der^ Nähe Rom§ sind, eine jgute Vorschule und, stärken die Reise lasse. Und richtig lehnt man dann in stummer Erivartung an den Planken des Schiffes, starrt mit glänzenden Augen zur teuren Küste, hinüber, die r^osig verschleiert aus den Wellen steigt, singt beim Laudnugs- Manöver in überströmender Begeisterung die „H'atikwah"' und steht eine Woche später in der Kolonie Hulda im Taglohu. Aber diese zwei zahlten der Malaria ihren Tribut und der Arzt «npfahl vorübergehenden Klinrawcrhscl. Da erf aber »Ms Umwegen sehnsüchtige Briefe von den.Eltern der Ausreißer erhielt, wußte, er sie zn v7roni u''.-n Ldssheu nach Hause zu.fahren. .. Da sind sie nun auf der Durchfahrt mit ihren hebräischen Pässen, bringen mir ein Päckchen palästinensischer Datteln, ein paar buftenbs Früchte aus den judäifchen Oraugenhainen Märchengestade! Jüdische Mädchen, auch ihr dürfet das Lied der Mignon fingen . . .) . nrrd eine Probe vom. dunklen, schweren Blute der Karmeltrauben. Boten unseres Frühlings sind diese beiden Jünglinge. Sie haben ein knappes Jahr in der Gemeinschaft jüdischer Kolonistett.gelebt und.sind schon vom Grund aus gewandelt. Vor Jahren sagte mir-ein Pionier der jüdischen Erneuerung, der hochverdiente Pädagoge von Tel Awiw, Professor Mossinsöhn, au den Menschen-des neuen Jischub (der neuen Siedlung in Palästina). trete eine Eigenschaft, in die Erscheinung, die ., den europäischen Juden längst verlorenging und die der köstlichste Besitz eures gesunden Volkes ist: die Ruhe. Diese - zwei Jünglinge haberr schon viel von der gelassenen Kraft, von der ursprünglichen, sparsamen und doch so. lebendigen Rede, von idem gerrrhsamen Blick freier Landlente an sich, der jene „Ruhe" Zrrr Voraussetzung hat, ivelche Mossinsohn meinte und die Wir sreudigst in vollem Maße beim Wiener Zivnistenkougreß au einigen Prachtgestalten palästinensischer Pflanzer rmd genossenschaftlicher Bauern beobachten durften. - Ich habe sie nicht ausgefragt. f So habe ich das Entscheidende erfahren: Wie meine Gäste von. der Erde sprachen, die sie nmgruberr, düngten, die sie in beit Nächten bewachten, auf der sie viel Ungemach erduldeten, das ist kein unreifes Schwürrnen, keine..Pose, keine „Jugendeselei", sondern ii<% verankerte, beglückende und besteiende Liebe zur Scholle. Wie weggeblasen dieser Wust von Theoremen, mit dem jever ostjüdische Intelligenzler bepackt ist, diese groteske Ueberfülle alter, ältester, gestern und heute geborner „Jsiuen" und „Aspekte", mit denen insbesondere nnfrre Halbwüchsigen airS dem Osten jonglieren, aber auch nichts, von diesem possier-- lichen Hochmut der „Sendung", von diesem jüdischen Mission?- ' dmikel, der jetzt bei unserer neuesten. Jugend nt Mode ist. Und noch'Erfreulicheres brachte mir dieser Besuch inU Haus. Mit den beiden Urlaubern aus der Kolonie Huldig kam näurlich ein Nichtjnde Zu mir, ein Wiener arischer, Eisenbahner, der darnals auf der Heeresbahn als Bahnhofs konimandant in der Heiumtstadt der jungen Leute den Dienst versah, als . sie durchgingen. Er hat sich mit den Eltern! und mit der Jugend angefreundet, er hat die Palästina--. Wanderer bei -ihrer Fahrt ins Blaue gefördert, er ist mt£ den. Angehörigen und mit den Kolonisten nach Tunlichkeit in Fühlung geblieben. Ihr erster Weg nach der Ankunft iw Wien war. zu .ihm und er kümmert sich um sie, wie mi Angehörige. /j / Ist das nicht ein Sinnbild'dev Versöhnung, von 8ep wirI. Zionisten träumen? Mitten in der haßerfüllte^ Atmosphäre des Pogromlandes hat sich da Verständigung^ ja Freundschaft zwischen bewußten Juden und den. anders angesponnen und der Fall ist nicht vereinzelt. Die Einstellung der Züge behinderte die sofortige Weiter* fahrt der beiden und da es mir nach zweimaligem Bei- 'sammensein ein Bedürfnis wurde, eine Stunde mit ihneNi zu verbringen, ging ich sie suchen. Aber die hatten bessert Verwendung für ihre Zeit. Waren' hinauSgesahren zu deq Wiener Chaluzim, -welche auf einer großen Oekonomie iq Arbeit stehen nnd sich - für Palästina. vorbereiten. Dort blieben sie bis 'zum Tage der möglichen Weiterreise unA schulterten Getreidesäcke. Ich glaube, das ist die Probe autz das Exempel. Als ich mit ihnen zunr Bahnhose ging, an den Kaffee-.' hauSfenftern vorüber, hinter denen eine andere jübifcha' Jugend die Karten mischt, mit den Dominosteinen klappert; oder Geschäfte abschließt, dachte ich immer wieder mit Hoch« g?'öhlt7i: Du gehst mit den Boten deS jüdischen Frühlings» Auf Wiedersehen! Und —- nehint cs nicht krumm.-; Ich dnuie für uns alle.; .:-j : ' J.:.. iü

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