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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-18 · Heft 356 (18.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 356 (18.1.1920)
Date
1920-01-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien. Sonntag und Reizungen vollzogen hat, das in einem entsetzlichen Weltbrand endete, wirkt fort. Der Glaube an die Waffen, der es von seiner Geburtsstnnde an geleitet hat, lebt weiter und lo wird der Friede zu einer Fortsetzung deZ Krieges mit anderen Mitteln. Die türkische Frage. »t. Die türkische Frage ist noch nicht geklärt. England bringt auf möglichst rasche Lösung im Sinne der endgültigen Abschaffung der türkischen Herrschaft in Europa und ihre Beschränkung auf Kleinasien. Es will Konstantinopel neutralisieren und Armenien, Syrien, Palästina, Mesopotamien und Arabien zu selbständigen Verwaltungsgebieten machen, welche dem Protektoraie einzelner Großmächte oder dem Völkerbünde, zu unterstellen wären. Amerika schweigt sich über das türkisch« Problem gründlich aus und ist noch bis heute auf die im August 1919 an Washington gerichtete Frage des Obersten Rates, wie Amerika sich die Lösung vorstellt, die Antwort schuldig geblieben. Die in den Bereinigten Staaten stark gewordene Tendenz, mit der Einmischung ln alle, die Union nicht direkt berührenden Fragen zurückzuhalten, tritt jetzt ln der türkischen Frage besonders deutlich hervor. Sie wird von England sehr schmerzlich empfunden, denn das britische Reich hat das dringendst Bedürfnis, alle Hindernisse auf dem Wege nach Indien und 'Ostasien aus dem Wege zu räumen ' Und insbesondere im nahen Orient geklärte Verhältnisse zu schaffen. Frankreich und Italien, welche sich durch Abmachungen mit England an die Londoner Pläne gebunden haben, bereuen anscheinend ihre Voreiligkeit und sehen nicht ungern die durch die Zurückhaltung der Vereinigten Staaten verytsachten Stockungen und Störungen. Sie hoffen dabei, auf Kosten des nach den Vereinbarungen überwiegenden Einflusses Englands im nahen Orient zu profitieren. Französische und italienische Blätter behaupten, daß sich Clemenoeau und Berthelot den britischen Plan in London von Lloyd George hätten aufzwingen lassen. Sie warnen vor einer Verletzung des religiösen Empfindens aller Mohammedaner und legen auch eine allerdings etwas plötzliche Rücksicht gegen die jungtürkischen Führer an den Tag, deren Bedeutung sie stark unterstreichen. In der Türkei selbst arbeiten Enver Pascha, sein Bruder Nari Pascha und Dje-mal Pascha gegen Englands Pläne. Sie haben allerdings den Krieg verloren, aber in seinem Verlause ungeheure Reichtümer zusammengerasft, die rs ihnen nun ermöglichen, ein zusammengewürfeltes Söldnerheer in Kleinasien zu erhalten. Sie erlassen Proklamationen im Griechen, Armenier, Araber und Juden, in denen skle ihnen alle möglichen Freiheiten im^ neuen grotztürkischen Reiche versprechen. Sie drohen auch England mit der Entfesselung eines heiligen Krieges und Unterstützung der Bolschewiken. England steht also vorläufig allein und hat gegen drei Seiten hin zu kämpfen. Aber es ist ineht wie wahrscheinlich, daß s-rin zäher, unbeirrbarer Wille durchdringen wird. Oie französische und italienische Orientpolitik entbehrt jeder Zielsicherheit.- Sie schließt heute Verträge, um morgen zu bereuen. Sie spricht nicht aus, was sie will. Sie baut ins Ereignisse des Tages und rechnet mit Faktoren, die zestern keine waren und morgen keine mehr sind,' wie zum Verspiel mit der Macht der geschlagenen Jungtürken und vlöhlich austauchender und noch rascher verschwindender'arabischer Häuptlings. Positiv haben Frankreich und Italien im Orient nichts gemein, im Gegenteil, sie sind dort Rivalen. § ran kreich , kann keinen energischen Widerstand in äußenrolitischen Fragen leisten, es hat im Innern genug zu tun and ist für England kein ernster Gegner mehr. Italien ist rs auch nicht, keines von beiden wird in der Verfolgung seiner durchaus schwankenden Ziele stber Zeitungsintrigen mb biptDmatifdje3 Geplänkel gegen England hinausgehen. Oer türkische Widerstand ist vollends wirkungslos. Seine Träger gehören zu den kompromittiertesten Gestalten des kkrlegeS. Wenn heute Enver Pascha und Djemal Pascha, die rigenttichen Zertrümmerer der Türkei, die fluchbeladenen Schlächter der Armenier und Araber, die Verfolger, der Juden and Griechen, diesen Völkern die blutigen Hände entgegentrecken, so kann nur heillose Narretei an die Wirksamkeit riner solchen Gebärde glauben. Wenn sie gar von einem heiligen Kriege aller Mohammedaner unter ihrem Komnando sprechen, so ist daran zu erinnern, baß sie schön nnmal die Komödie mit der grünen Fahne des Propheten zesptelt haben, im Weltkriege, als es ihnen gelang, Berlip Mvon zu überzeugen, daß das ganze gläubige Asien darauf »renne, für Wilhelm und Enver Gut und Blut herzugeben. Lächerlich und abgeschmackt muß auch die Drohung mit der Volschewisierung Kleinasiens anmuten. Sie steht den türkis!chen Kriegsgewinnern herzlich schlecht zu Gesicht. Von dieser Seite her werden Englands Orientpläne sicherlich nicht berritelt werden. Hemmend wirkt lediglich die Zurückhaltung Amerikas. Aber auf die Dauer werden die Vereinigten Staaten richt schweigen können. Sie werden sich äußerstenfalls desinteressiert erklären, aber dann ganz gewiß nicht die unklaren tzläne der Romanen fördern, sondern den zielbewnßten Engländern freie Bahn lassen. Das traurige Schicksal der Türkei st allem Anscheine nach bereits besiegelt. Amsturz in Ostsibkrien. Moskau. 17. Jänner. 'Funk'vruck.) Jn'olae des völligen ßusammenbiuches dcr Kolt'chnk'chcn Armee macht d'e Revolutrolierung Ostubnisns rasch Fortschritte. Die Stadt Konsk ist wn Aufständischen ,m Namen der Sowutrevubl'k besetzt worden, bas L e n a g e b i e t ist von der sib-ri chen Reg'eiung abgeollen. Kamtschatka ist durch cme unblutige Revolution m Königen Bolschewiken zugefallen. Zwischen W l adrw o st v k mb Cba bar o w s k sind drr Truppm des Atamans Kalmykow von allen Seiten von revolutionären Truvven uw' fiben. Zwlschm Wlad'woirok und dem Ussur iss dreSowietmachl ruSprruun worden. Die bishcnpen R gr-uungsmitgirehei'von Pladiwvssok. CiuilmrowZk und Nikolajewsk sind geflohen. Man rwauet stündlich den Umsturz. Wiener Morgenzeitunz —H—Tfliii.»—■ .. >—>,»>> ■■ 11 ■III.'I ——mammmmmmmwmummw—m Politische^undschau. Der neue Präsident der französischen Republik. Paul D e 8 ch a n e l ist am 13. Februar 1356 in Brüssel geboren, stebt somit im 61. Lebensjahr. Sein Vater war der bekannte antiklerikale Gelehrte Emil Deschanel, der im Jabrr 1850 wegen seiner Schrill „Katholizismus und Sozialismus* von seiner Stelle als Professor der Sorbonne enthoben wurde und sich nach Brüssel zurückwg. Paul DeSchanel studierte Jus und , frat in den Verwaltungsdienst ein. 1585 wurde er als gemäßigter Republikaner in die Kammer gewählt, deren Prä "ident er in den Jahren 1897 bis 1901 wiederholt war. 1902 fiel er gegen den radikalen Leon Bourgeois durch,. wurde aber bei den späteren Wablen wiederg>'wählt. Er ist seit 1899 Mitglied der A'adrm e. Er hat eine Anzahl sehr eleganter, aber sonst nicht sonderl'ch hervorragender Bücher geschrieben, die sich zumeist mit Innerpolitischen Fragen belassen. Kurz vor dem Krieg weilte er in Wien und nahm auch an einer Sitzung des Abgeordneten-- Hauses teil. _ Deutschland nach der Ratifizierung des Ar-ede-s. Mit der Unterzeichnung des Schlußprotokolls des FriedenLvertrages hat Deutschland folgende Territorien abgetreten: Sämtliche Kolonien an den Völkerbund, Elsaß-Lothringen an Frankreich, den größten Teil der Provinz Westpreußen an Polen, einen Teil Ostschlesiens an Polen, einen Teil Oberschlesiens an die Tsckecho-Slownkei» einen Teil Ostpreußens (Memel usw.) an die Alliierten, den Freistaat Danzig an die Alliierten. Ueber die' Zugehörigkeit weiterer -Teile Deutschlands haben Volksabstimmungen stattzufinden, und zwar: im Saargebiet (nach 18 Jahren), in Schleswig in zwei Zonen, im Süden Ostpreußens, ■ in Westpreußen, in Oberschlesien, in Eupen-Malmedy. Mit Inkrafttreten des Vertrages erwirbt der französische Staat den vollen und unumschränkten Besitz aller Kohlenlager innerhalb der Grenzen des Saat« beckenS. zu dessen Verwaltung eine Kommission eingesetzt wird, die den Völkerbund vertritt. Die deutschen Festungen rechts des Rheins und die Befestigungen Helgolands stntß binnen einer festzusetzenden Frist zu schleifen. Die deutsche Heermacht darf vom 31.März 1920 ab nickt einhunderttausend Mann überschreiten. .. Die deutsche Flotten macht ist auf das von den Alliierten festgesetzte Höchstmaß herab?.usehen. Deutschland, hat die von den Alliierten festzusetzenden Seegebiete von Minen zu. befreien. Die deutsche Luftflotte darf keine Land- oder Marineluftkräfte umfassen. ‘ Ferner erwachsen dem Deutschen Reich folgende Verpfichtungen: .. Auslieferung der Kriegsschuldigen. Jnternatio.nalisieruntz. der Flüsse» Freiheit der Schiffahrt.'^' ■ ' i . Ablieferung eines Teiles - des Hafenmaterials : für die in Scapaflow versenkten deutschen Kriegsschiffe. Aebergabe aller Archiv e, Register, Pläne usw. der an Belgien abzutretende Gebiete durch die deutsche Regierung; Wiedererstattung aller Weggefährten Dokumente (Art. 38). Wiedereinsetzung der Elsaß - L o t h r i n g e r in den Besitz aller ihrer Güter, Rechte und Interessen» soweit sie auf deutschem Gebiet belegen und ihnen am 11. November 1918 gehörten (Art. 60). Der Friedensvertrag sieht weiter vor: Auflösung der militärischen und halbmilitärischen Vereinigungen in Oberschlesien; Bildung einer internationalen Kommission und interalliierte militärischeBesetzung in Oberschlesien. Anwendung des Abkommens von 1902 betreffend die neuen chinesischen Zolltarife und des Whangpoo-Abkommens von 1905 (Art. 129). Bekanntgabe der Zahl und des Kalibers der G e s ch ü tz e. -die die Bestückung der Land- und Seebesestigungen darstellen, welche Deutschland behalten darf (Art. 167). Auslieferung aller deutschen' UeberwasserkrjegSschiffe, Me sich außerhalb der deutschen Häfen befinden (Art. 184). Abbruch aller zurzeit im Bau befindlichen Ueberwasser- Kriegsschiffe (Art. 186). * Abrüstung der Hilfskreuzer und- HilfSkrregSschkffe (Art. 187). Bekanntgabe der Bestückung der befestigten Werke, Anlagen und festen Seeplätze, die ln einer Zone von 60 Kilometern vor der deutschen Küste liegen (Art. 196). Auslieferung des ganzen ncilitärsicken und Marine» luftfabrzeugmaterials an die Alliierten (Art. 202). Zurückstellung aller Gegenstände, Werte und Urkunden, die Staatsangehörigen der alliierten und assoziierten Mächte gehört haben und etwa von den deutschen Behörden zurückgehalten sind (Art. 223) Gegenseitige Mitteilung der vertragschließenden Teile aller auf die Verstorbenen bezüglichen Auskünfte (Art. 226). Ausgabe von besonderen Schatzfcheinen seitens Deutschlands zugunsten Belgiens (Art. 232). Rücklieferung rn bar des weggeführten, beschlagnahmten oder sequestrierten Bargeldes, wie Rücklieferung der weggeführten, beschlagnahmten oder sequestrierten Tiere, Gegensttt ",? aller Art > * er nav'e-e 238/39). Bildung der Wiedergut machungSkommission durch die alliierten und assoziierten Mächte. Ausgabe von 100 Milliarden Mark Au Zwecken der Wiedergutmachung, Wiederinkraftsetzen der m den Artikeln 282 und 237 aufgezählten Verträge und Konventionen. Verpflichtung Deutschlands, die alliierten und assoziierten Mächte uns ihre Staatsangehörigen an allen Rechten und Vorteilen, die dritten Mächten seit dem 1. August 1914 gewährt sind, teilnehmen zu lassen. Verbot an alle vertragschließenden Teile. Zahlungen und Ueberweisungen jeder Art anders als durch Vermittlung vön Pcüfungs- und Ausgleichsämtern vorzunehmen. Aufhebung oder Einstellung aller deutschen auf Güter, Rechte und Interessen sich erstreckende Kriegsmaßnahmen. Wiederinkraftsetzung oder'Wiederherstellung der gewerbi lichen, literarischen, und künstlerischen Eigentumsrechte (Art. 306). Wiederaufnahme der Tätigkeit der europäischen Donaukommission, die jedoch vorläufig nur aus Vertretern Großbritanniens. Frankreichs, Italiens und Ru- - mänrenö gebildet wird. Wiederinkrafttreten ^dcS Mannheimer Abkommens von 1868 betreffend die Neaeluna her Rhein fÄif.fahrt. 1 18 Jänner 1920 Nr. 356 Erneuerung der Berner Konvention über die Eisenbahn« transparte (Art. 366). Als einzige Gegenleistung hat die Entente die Auslieferung der deutschen Kriegsgefangenen zugesagt. _ Die Losreitzungsbeftreburrgeir irr Deutschland. Di' Losreißungsbest e'ungen in- Rhe'n'ande sch inrn trotz der Niederlage, welche ihr Führer Dorten erlisten hat, immer stärker zu werden. Die lebhaften wirtschaftlichen Wechselbeziehungen zwischen den besetzten Gebieten und Frankreich leisten den Parteien, welche sich von Deutschland los sagen und einen selbständigen Staat im engsten Anschluß an Frankreich und dem Westen gründen wollen, wesentlichen Vorschub. Die konservativen „Hamburger Nachrichten" schreiben zu diesem Gegenstände: „Das Rheinland deutsch zu erhalten. trotz allen Vergewaltigungsversuchen durch die Entente ist eine vaterländische Angelegenheit, die jedem Deutschen auf der Seele brennen muß. Leider liegen verbürgt Nachrichten vor, daß unter der Decke trotz dem seinerzeit gescheiterten Versuche des vielgenannten Staatsanwaltes Dorten von Wiesbaden aus, bas Rheinland mehr oder weniger in die Hände unserer Gegner zu spielen, derartige Bestrebungen weiter gesponnen werden. Bedauerlicherweise gebe; sich dazu nicht bloß bestimmte Kreise spartakistischer Richtung her, sondern auch solche der Zentrumspartei, diese insbesondere in der neugeschafsenen Rheinischen Volksvevrinigung. Ihr Hauvtsitz ist Köln geworden, wo sich zugleich das General» sekretariat befindet; einen weiteren Sammelpunkt bildet München-Gladbach, von wo ans starke Fühler in die Eifel, das München-Gladbacher Industriegebiet und nach Aachen ausgestreckt werden. Auch Wiesbaden kommt noch in Betracht. Indessen verhält sich das südliche Rheinland im allgemeinen zur „akiivistischen" Bewegung in neuerer Zeit erheblich ablehnend. Zu Bedenken geben dagegen neben der Rheinischen' Volkse Vereinigung auch die Rhekni'che Volkspartei mit dem Sitz in Koblenz und der Rheinlandbund (Sitz Köln) Anlaß. Nachweisbar stehen führend« Männer des letzten mit den Franzosen und Engländern unter einer Decke. Jedenfalls wird man guttun, die Verhältnisse im Rheinland« in den kommenden Tagen sorgfältig im Aug« zu behalten." •, ° '. » Der Streit um Bismarcks Memoiren. Aus Stuttgart wird gemeldet: Die Drrhand« lung vor dem Stuttgarter Landgericht wegen Veröffentlichung des dritten Bandes von BiZ^ marcks „Gedanken und Erinnerungen" endete mit der Mitteilung, daß der Beschluß des Gerichtes ant 34. d. M. verkündet werden wird. Dem Verhandlungsverlauf ist zu entnehmen, dqtz in dem Vertrage zwischen Cotta und der Familie BE marck die Verösfentlichung des dritten Bandes vorgesehen war. Die Familie Bismarck, insbesondere FÜrH He.bert Bismarck, habe an der Drucklegung dieses Bandes mitgearbeitet. Indessen seien in der Familie. Meinungsverschiedenheiten vorgebommen und daraufhin wurden die Arbeiten abgebrochen. Der Verteidiger von Cotta wies darauf hin, daß das Buch inzwischen in Druck vorliege und demnächst in Schweden veröffentlicht wird. Als interessante Einzelheit wurde vom Verteidiger der Firma Cotta festgestellt, daß Fürst Bismarck drei Briese des damaligen Prinzen Wilhelm aus den Jahren 1887 und 1888 an die Spitze des Bandes gestyllh habe.- Bismarck habe in der Beantwortung den Prinzen gebeten, seine Randbemerkungen, die er damals schon auf die Aktenstücke setzte, zu unterlassen. In einem solchen Briefe warnte Bismarck den Prinzen auch vor jenen Elementen, die sich bemühten, einen Krieg mit Rußland -herbeizuführen. Prinz Wilhelm habe in seiner Antwort an Bismarck sich gegen einen Präventiv^ krieg ausgesprochen und auch zum Ausdruck gebracht» baß er die Milde, mit der Frankreich von Deutschland nach dem Kriege behandelt wurde, begrüße. Das sei vom politischen Standpunkt aus anerkennenswert. In einem neuen Briese des Prinzen ist dann 1er Wunsch zur Anbahnung eines guten Verhältnisses mit Bismarck ausgesprochen worden. Der Streitwert des Prozesses wurde von den beiden Parteien dem Gericht« gegenüber auf 600.0QQ Watt angegeben. In einem der Briefe, die in Bismarcks drittem Band „Gedanken und Erinnerungen" enthalten sind, spricht der Kaiser von einem Erlaß an die Reichsfürsten, er wolle die von Gottes Gnaden herstammende Erbfolge als selbstverständliches Fait acwmpli dem Fürsten gegenüber betonen, und zwar so, daß sie kein« Zeit haben, darüber viel zu grübeln. In dem zweiten Kaiserbrief, in benr der Plan eines Komitees zugunsten der inneren Missionen entwickelt war, schrieb Prinz Wilhelm an Bismarck: „Ich ließe mir stückweise ein Glied nach dem andern für Sie abhauen. ehe ich etwas unternähme, was Ihnen Schwierigkeiten machen oder Unannehmlichkeiten bringen würde." Die Antwort Bismarcks schließt nach warmherzigen Auseinandersetzungen und Ratschlägen mit i einer Warnung vor Stöcker, der an der Spitze von Elementen stehe, die mit den Traditionen Friedrichs de- Großen in schroffem Widerspruch stünden. Nach Wiedergabe des dritten Kaiserbriefes im Text j seines Werkes führt Bismarck an, daß die Antwort des I Prinzen Wilhelln ihm nach Form und Inhalt keinen Zweifel dariiber ließ» daß der. Manuel an Wr»rkLtuuum

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