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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-17 · Heft 355 (17.1.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 355 (17.1.1920)
Date
1920-01-17
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 8 Wien, SamsraA Wiener MorgerizermnA * Unterstützungen an bedürftige jüdische Medianer. Der akademische Verein jüdischer Mediziner bringt einen fiekrnn von K IO.oqo an 20 bedürftige Mitglieder des Vereines jlcirfjnläfjin zur Verkeilung, so daß ans jtbcn Kollegen K 500 nllaHcn« Unter allen Pettten entscheidet rm Sinne deS Svenders in§ Los. Anmeldungen werden heute den 17., Sonntag den 18. md Montag den 19. d. M. von 11 bis 1 Uhr rm Vereinslokale mgenornmen. Kollcacn, die nicht im Bezüge von Menlafreimarken , iehen, haben zur Anmeldurrg ein Gesuch miizubrrügen, in dem sie genauen Daten über die Vcnnögensverkiältniffe angegeben rin müssen. Dienstag bin SOd. M. findet um 11 U h r v o r» n i t t a g s im großen Saale des Hockicimlaussrhuffes die Ansosung statt. zu, der alle Petentm Vrrivnlich erscheinen mvfien. betnrten, die zur Losung nrcht erscheinen, werden aus der Liste irstrrchen. Der Bkrkviunaskommission gehören folgende Kollegen > n: Berbard Klamer, Josef Auerbach, Albert Schallt, , Jakob kandau und 3 aus der Mitte der Pcntcnten vor dem Beginne «r Auslosung zu wählenden Kollegen. * Deutsche Jugend . 5Tic auS Berliner Blättern zu rleaen ist, wurde Bros. Georg F. N i c v l a i, der berühmte Physiologe, anläßlich seiner Antrittsvorlesung von deutsch» iativnalen Studernen ausgrvfistcn und mit Stockschlägen be» roht. Prof. Nikolai — einst auch Leibarzt der deutschen Kaiserin hat während des Krieas in mutigster Meise gegen die Geistesichtung des damrliam Deutschland revoltiert, weshalb auch seine irr das Wintersemester 1914/15 angeki'mdigte Vorlesung über Sc ..Biologie des Krieges"- verboten wurde. Als landstnrmkflichriger Arzt floh er. um den Verlolgungen der Kriegsparte«. zu ntgeben. our einem Flugzeug nach Dänemark. In der Berliner Zeitschrift „Aktion" hat er während' des Krieges leine vaüsistische -lestnnung bezeugt und erhielt nach dem Umsturz als Gmuguung die Proiesiur. Die deutschnationalen Studenten find anderer lulrcht. * Olmütz ohne Licht. AuS O l m ütz wird gemeldet: Infolge Eindringens des Wassers in das Maschinenhaus des klektrizitätswerkes mußte die Stromliejerung r i n- I e st e l l t werden. Heute früh sind keine Blätter erschienen. Im ktadtthrater wurde gestern nicht gespielt. Die Gast- und Kaffeeläuser werden mit Kerzen und Petroleumlampen beleuchtet« * Hebräische Kurse. Das hebräische Sekretariat eröffnet Mi Montag den 19. d. M. um 6 Uhr abends, um denjenigen, re Hebräisch bereits in Wort und Schrift kennen, die Vervollvmmnung zu ermöglichen, einen systematischen Grammali U irr r s. Leiter Herr Wiesen, Lehrer am Pädagogium. Der kurs findet jeden Montag und Mittwoch um 6 Uhr abends rm iokal des Hapoel-Hazair, II., Praterstraße 9/4, statt. Der Kurs st entgeltlich. Anmeldungen im Landcskomitee, U., Zirkusgasse 83. * Der Streit um BiSmarcks „Erinnerungen". Aus ö erlin wird uns gemeldet: Bor dem Stuttgarter Landrstcricöt begann kreme d e Verhandlung über die Veröffentlichung rrs dritten Bandes von Bismarcks,Gedanken und Erinnerungen", der Rechtsbeistand des Klägers erklärte, die Briefe seien durch Urreberrecht geschützt, auch d^e Familie Bismarcks sei gegen deren Veröffentlichung. Demgegenüber erklärte der Vertreter des Gottchchcn Verlages, daß das Buch inzwischen rm Druck versiege und demiachst in Schweden veröffentlicht wnde. Es handle sich banptgchl ch um drei Briefe des damaligen Prinzen Wilhelm aus dem jlahre 1887/88. Der Stvcnwert des Prozesses wird von den zarteren mit 500.000 Mark angegeben. * Besuchszeit in der Universitätsbibliothek. Intrige der vorgestern durch die Bollzugsanwerlung anoeordneten kinschränkunaen be-m Verbrauche von Gas und Elektrftität leiben die Leseräume der Univei sttätsbibliothek bis auf weiteres rachmittags geschlossen. Von bmre den 17. d. M. angeangen werden da'ür die Lesesäle der Bibliothek von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags geöffnet se:n. * Weinpreiserhöbung im Aathausbeller. Der Atadtrat hat die Preffe für die Weine im Rachauskeller, für Deistwe'N (bisher X J8.—) mit K 24 — pro Liter, und X 28.— bisher K 22.—\ für Rotwein mit K 22 — (bisher K 18.—) vro fiter festgesetzt. Auch ine Preise der Flaschenweine wurden erhöht, die Erhöhung tritt heute m Krait. Die Ausfuhr von Zahlungsmitteln in die kffchecho-Slowake!. Amtlich wird mitgeieilt: Bis zum Tage, m welchem die Verordnung vom 23. November 1919 in Kraft reten wird, verbleiben noch werter in Geltung die Verordnungen rom 6. März und vom 10. Juni, wonach die Anslubr von Zahlungsmitteln aus der tschccho-slowakffcheri Republik aus i00 tschecho-slowakffche Kronen, bez'ebnnaswerse, wenn der steifende mit der Familie reist, auf 1^00 tschecho-slowakrsche krönen beschränkt ist. Bei höheren Beträgen sow>e' auch >ei der Ausfuhr von fremden Valuten und Zakilturgs« nitteln ist eine besondere Bewilligung der Prager Devisrnentrale notwendig. Die Einfuhr von Zahlungsmitteln in die schecho-slownkrsche Revnbl'k mit Ausnahme der nicht getempellen Banknoten der österreichisch-ungarischen Bank unterließt einer Beschränkung. * Vergessene 40.000 Kronen. Aus V r a g oird nns gemeldet: Im Einlauf der gestrigen Sitzung «er Nationalversammlung befand stch ein Antrag des Abgeordneten Novak an den Fman minister wegen des Betrages wn X 40.006.—. die in den Kan^errärrmm des Finan Ministers »orgefundm wurdeir. Im Antrag wird auf die Verhandlung im ^irakprozefie hingewiesen, wöbe» ein Minister ralbeamter, der als beuge geführt wurde, erllärte. daß in den Kancke'räumcn ein ver» iegeltes Kuvert mit k'nem Betrage von K 40.000.— vorgekunden nur de. den die Mrnisterialbeamten untereinander teilten; darüber vurde eine eigene Liste mit den Namen der einzelnen Beamten md dem 'hnen ansoezablten Betrage angelegt. Dieser Umstand *trcpt selbstverständlich große Erregung, da es unerhört ist, daß ich statt der oflciit richtigen Anzeige vom Funde der K 40000.— ne Beam'en tn den pe'nndrnen Betrag teilen. Die Unterieichn>ten lraoen. ob eine Untersuchung eingelrrtet worden s« und m welchem Stadium sie stch befindet. * Verhaftung eines Tiroler Mörders ln Wien. Am *. d. M. ist auf der Strrße von Landeck nach Prans in Tirol )rr 55jährige Kau'mann Johann Krrsmer aus Prans ermordet worden. Der Täter hatte dem Unglücklichen den Schädel mrch me rere Hiebe mit einer Hacke zertrümmert, rbm dann einen Strch mit einem breiten Messir in die Brust verletzt und ibm mit einem dreckantigen Werkzeug Verletzimaen im Gesicht beigebracht. Als Krismer tot war, hat ihm d-r Mörder seine Barschaft, die '>0.000 bis 80.000 Kronen, 100 Dollar und 100 Lire betragen haben mag, geraubt. Ter Verdacht der Täterschaft lenkte sich gegen einen Svedirionsbeamten, der in Pians zuhause ist und zur Zeit bei fernem Bruder dort gewohnt bat. Heute traf die telegraphische Verständigung in Wien ein. daß stch der Mann nach Wien begeben haben dürste. Tatsächlich wurde er vom SichnheilSbureau hier ausgeforscht und verhaftet. Einbrüche. Das Geschäft deS Juwelier- Fi sch weich er. XV!., Onakongerstraße 1*4, wwde in der Nacht zum 14. d. M. erbrochen. Gestohlen wurden 100 aoldene Herren- und Damenringe m't rötlichen Stemm, 13 goldene Halskettchen und andere Schmuck'achen rm ^cite von ungefähr K 70.000. — In der Nacht zum 14. d. M. wurde das Geschäft der Firma Micharl Weiß, X!X., Döblinger Hauptstraße 16, erbrochen. Gestohlen wurden Stoffe, Kleider und Wvllwarm sowie Krawgtrn im Werte von X 100^00. Letzte Nachrichten. Clemeneeau verzichtet. P a r i s, 16. Jänner. Clemeneea« hat seine Kandidatur auf die Präsidentschaft zurückgezogen. Angarn mutz an Oesterreich Lebensmittel liefern. , Die neuen ungarischen Grenze«. Parks, 16. Jänner. In dem der ungarischen Friedens- ' delegation überreichten Friedcnsvertrag sind die Grenzen Ungarnetwa durch solgende Städte und Wassertäuse bestimmt, .wobei alle brzeichnetrn Städte in Ungarn liegen: Gegen Oesterreich: Antonimhof. Wüst-Sommerrin. , Hidegseg, Salamonsa, Kös-eg, Wnkamindszent bis zu einem Punkte zw« Kilometer östsrch von Toka. Gegen Jugoslawien: Kotormany, Dodeha, Dedes. Laus der Drau. Kessad, Beremend, Ildvar, Kim-Baja, O.-Szentlvan, Kubckbaza. Gegen Rumänien: Station von Nagylak, Dvmbeghbaza, Gyula, Gcszt, Kis-Marja, Bagamar, Bellah, Nagh-GeSz, Magosl-zet (?).t Gegen die Tschecho-Slowakei: Lauf der Teiß, Bereg- Suranv. Barabas, Damoc (?), Pacin, Satoralia-llihely. Pusztafalu, Htdveg-Ardo, Banreve, Zagyvas Nona. Ternecz, Tesa (?), Lauf der Donau bis Amonienhof. In den Elnzclbestimmungen. die die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Ungarn betreffen, werden insbesondere Sondcrabkommen . zwischen Ungarn und Oesterreich über die wechselseitige Laserung von Lebensmitteln, Rohstoffen und Fabrikserzeugnisse in Aussicht genommen.' Bis zum Abschlüsse dreier Abkommen, aber höchstens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Vertrages vertzfirchtet sich Ungarn, der Ausfuhr ungarischer Lebensmittel b's zu einem von der Reparationskommisfion sestzusrtzenden Ausmaße keinerlei Lasten oder Einschränkungen aufzuerlegen. Ungarn wird den österreichi- . schm Einkäufer gleich günstkg behandeln wie den ungarischen. Oesterreich soll als Gegenleistung Rohstoffe und Fabrrkserrmgmsse liefern. Die neuen deutschen Gesandten. Berlin, 16. Jänner. DaS Wolsssche Bureau meldet: Zu deulschen Geschäftsträgern find solgende Herren ernannt worden: London: 'Senator Stabmer (Hamburg);. Paris: ' Reichsminister a. D. Mayer (Kambcuren); Brüffel : Rnchsm>nistrr a. D. Landsbcrg; Madrid: Gesandter Dr. Rosen; Wien: Gesandter v. Rotenberg; Tokio: Slaatss-kretär a. d. Dr. Sols; Rom: Freiherr v. Lucius; Prag: Profrffor Sänger; Haag: Oberst Renner. In Stockholm wird Gesandter v. LucluS durch Gesandten Nadolny ersetzt. Der Gesandte Adolf Müller verbleibt auf seinem Posten m Bern. Vereinsnachrichte«. (N a ck r i ch t e n v o n B e r e i n e n e r s ch e i n e n a « Snahmslos nur am Tage der Veranstaltung.) Heute: Hebräisches Sekretariat. SUhr nachmittags hebräische KonversationSürkel.' 3 Uhr nachmittags Talmudlurs Dr. Nüan Goldstern <im Lokale des Hapoel-Hazair, H., Praterstraße 9/46 — Lese-und Redehalle j ü bisch e r H o ch s ch ü l e r.?/,6 Uhr abends pfcil. Paul Brück: »Dre orrmtalischen Juden nach den Berichten Benjamms von Tudrla". I ü d i s che Jugdndverernagung »M e n o r a h". S Uhr Heimabend. '/.7 Uhr abends Hebrüisch» kurs für Anfänger. — Jüdisch eBolksbiblrotbek Z r o n. 4 Uhr nachmittags Dr. Mayer G a y e r. Zweiter Bortrag über: ^Das napoleonckche Synedrium". — Z , o n i st ische BezirkSsektiou XX. 6 Uhr abends Zusammen» kunjt im Caf6 Kürt. __ Die Ernährung. Der Marktbericht. Die schlechte Lage auf den Märkten hält unvermindert an. Die G r.ü nwarenmärkte waren wohl mit Rüben ausreichend versehen, aber alle anderen Marktgebiete boten nichts oder nur sehr wenig. D»e F rschmärkte und die G e f l ü g e l m ä r k 1 e blieben ganz ohneZufuhren. .. In der G r o ß m a r k t h a ll e stand nur wenig rayonmtes Rindfleisch zur Beifügung. Heute gelangt geselchtes Spcckfltisch zu K 69 — p»o Kilogramm gegen AbjehmN 2ö des EmkausichemeS zur Ausgabe. Reichswirtfchaftsbund der Festangestellte«. Warenabteilung. An die mit Fleisch rayomerten Mitglieder wird heute gegen Abtrennung der Ziffer 10 und des Buchstabens *0" vom Emkaufschem in den Verkaufsstellen Rindfleisch abgegeben. „Btafa“, Staatsangeftellten-Fürsorgranftott, reo. Gen. m. b. H. Mit Rücklicht daraus, daß der Lbergrove Parteienverkehr in unserer Abteilung für MitglredSanmeldungen die Aufarbeitung der Einreichungen fast rmmögl'ch macht, werden in Hinkunft Anmeldungen nur mehr schriftlich entgegengenommen. Nur bei Reklamationen nnd Rrchtigstellungru ist persönliche- Erscheinen zulässig. Zwecks schnellerer Aufarbeitung der Emreichunpen müssen ferner -den rinzuiendenden Beitrittserklärungen die Postbelege über die erfolgten Einzahlungen, angeschloffen werden. Für alle Beitrittserklärungen, welche nach dem 28. Februar 1930 einlausen. müssen unterschiedslos Genossenschaftsanteil (X 2V.—) und Eintrittsgeld (auf X io.— erhöht) gezahlt werden. Bühne und Kunst. - Dnrgtheater. Direktor Heine ist aus München zurückgekehrt und hat nachdrücklich erklärt, daß die Gerüchte über seinen Rücktritt von der Leitung des Burgtheaters nicht zutreffend sind. Er bleibt und hat tn München mehrere hervorragende Bühnenkräste für sein Theater verpflichtet, um entstandene Lücken auszufüllen und, wie er bedeutsam bemerkte, „umnoch eventuell entstehenden Lücken rechtzeitig durch Anwerbung anerkannter deutscher und österreichischer Künstler vorzubeugen". In einer Theaterzettschrift hat Herr Direktor Heine - über baä. gegenwärtige BurgthAHHuNkM Klage ge¬ 17. Jänner 1920 Ar. 355 führt. So traurig auch die Unkultur der Theaterbesucher von heute ist — dem Führer der ersten deutschen Dühm darf die Beschaffenheit deS Parterres nicht als Entschuldigunx für daS immer tiefer sinkende Niveau des berühmten Theaters gelten. Wenn Herr Heine zu blelben entschlossen ist, wirk er vor allem daS Repertoire ernstlich reformieren müssen. Neuaussührungen, wie „TristanS Tod", „Ein dunkle, Ehrenmann", „Diebe im' HauS" und „Die Reise in di< Mädchen zeit', von anderen, minder peinlichen Nieten ab» gesehen, sind mit dem „neuen Burgtheaterpublikum" nicht zu rechtfertigen. Auch daS Klüngeltvesen nicht, daS im Burg, theatersherrscht, wie man nicht nur aus den offenen Briefen einzelner Schauspieler zeitweilig entnehmen konnte» sondern bei einiger Personalkenntnis auch aus den — Theaterzetteln, di- Ausschluß darüber geben, welche 'Mitglieder ständig und welche gar nicht beschäftigt werden. Sorgfältige Repertorrebildung und gewissenhafte Verwertung aller Künstler und Künstlerinnen sind die Vorbedingungen für eine ge« deihliche zweite Burgtheaterperiode Direktor Heines, die nach der nicht geglückten ersten jetzt beginnen möge. Der Futvrist Pieernk. Giovanni P i e c i n i aus Mailand mag, fyfem er Mt gerade Konzerte gibt, ein ganz umgänglicher Herr fein. Er macht stch zweifellos Gedanken über die Weiterentwicklung der modern«» Musik und ist dabei wohl zum Resultat gelangt, daß auch hier einmal etwas geschehen müsse. Sy weiterzuspielen. wie ma» bisher spielte, das ging nicht tzn. So beschloß er denn. andßrS zu spielen und diese Absicht in etwas nebuloS abgefaßte» Programmen kundzutun. Da aber das heutige Virtuosentum ziemlich in Blüte steht und man ruhig sagen kann, daß die Werke von Deethovm, Chopin «sw. nicht schlechter gespielt werden alS zu Lebzeiten der Komponisten, so blieb Herrn Pieeim nichts übrig, als eben — schlecht zu spielen. Mägllchetweise ist Herr Piccini dam besonders veranlagt» jedenfalls ist er. wenn schlecht fpielcn daS Weken der futurtstischen Klaviermusik anSmacht. ein Futurist erster Klasse. JnsbesonderS fein Bortrag der Beethoven-Sonate op. rs und der Chopinfchen Polortaife verdienen in diesem Belange höchstes Lob. So schlecht hat man sie noch selten spielen gehört. Das bedauerliche dabei ist, dich es sich hier nm eine absichtliche Verschrobenheit handelt, denn seinen Anlagen nach konnte Piccini, wie er es nnt Nejnen Stücken von Debussy bewies, auch Besseres leisten. Aber —> habeat ml>!! In Wien kann er jedenfalls nicht au^ Gefolgschaft rechnen. Selbst der wunderbare Einfall, »große" Stücke auf einem großen Konzertflügel. »kleinere" aut einem anders dimensionierten Instrument zv spielen, wird ihm nicht viel Zulauf bringen. Dr. K. M. Tanzabend Cäeilie Cerri. Die geringe Pflege des Balletts an imferer Over ist eia Zeichen der. Wandlung * des GMmackeS. Dir alte Schule mit ihrem fchablonisinten Ssil hat uns nicht viel mehr zu sagen «nd das alte Publikum, dem das Ballettkorps besonders am Herzen lag. ist auch dafür zu alt geworden. Frau C e r r i flüchtet darum für einige Abende in den Konzertkaal und demonstriert die Kunst emcs schon fern liegenden Jahrhunderts. Da gilt es. den turnenfchen Drill zu brstaunen, der dre muSkelstarken Beine zu höchst schwierigen Fußsviyentrillern und Pirouetten zwingt. Aber bas Klappern des Podiums unter den wirbelnden Tänzerinnenfoble» ist symbolisch für die Leere des künstlerischen Inhaltder meisten Vorgefühlten Tänze Ein Noetvino von Cbown, wie die Cent <8 tarnt, muß heute als Kankatur wirken. Am hübschestm war «och daS Tanzspiel „Les Frivole«“, in dem Kolombine -wei trübselig« P errots anmutig am Gängelbande führt. Begabte Jugend hat sich um die Altmeistenn verkamm-lt» darunter die graziös« und degagmteRckl Raab, dasDuoG u ch 1 n »er und GnNrra usw. Die Umgestaltung des Balletts nach der russischen Schule, wie Richard Strauß sie beabsichtigt, wird vermutlich auch diese Jugend zu zrztgemäßeren Ausgaben erziehen. ll. Sport. Hochbetrieb im Stadion zu Stockholm. Da-Stocks holmer Stadion, die Stätte der letzte» Olympische» Sp«ele ISIS, war im vergangenen Jabrr insgesamt 8Smal kür sportlich« Zweck« vergeben und zwar 49mal tür Fußballspiele, für die Leichtathletik LSmal. für Baseball einmal und ssir verschiedene Feste — Kmdwtag. Arbeite, feste ulw. — 7mal. Die Gesamtzahl der Zuschauer betrug 359 834, welche ein EintrittSaeld von X 799.382 entrichtete. Der Lauvlanteil der Einnahmen fällt auf den Fußballfport mit X 117.751, während die Leichtathletik nur X 16.993 «mbrachts. Abgesagt« Generalversammlung. Der Sportklub Hakoah hat die für morgen nachmittags angssetzte Generalversammlung wegen drr Lichtsperre abgesagt. Der neue Termin wird später bekanntgegeben. AuSlanvsresse Hechawero z« Psingsten. Wie wir hören, schweben zwischen dem I. Sp. B. Heckiawer und zwilchen dcm S. K. M a k k a b i (Znaim) sowie zwischen dem Cz. S. C. Z n o j m o Abschlußverhandlungrn bezüglich zweier Pfingstwettspiele in Znaim. Der Bunte Abend de- Hechamer» der Sonntag im Cafö Atlashof statssand. sab 600 bis 700 Gäste versammelt und nahm einen glänzenden Verlauf. Der Abend war ein voller Erfolg für die Veranstalter._ Gerichtssaal. Die Reqkerungszurvendrrnaen ffi* den Zentral« verband der deutschösterreichifchen Kriegs« beschädigten. Unter dem Eindrücke der Not, welche unter den beukschl österreichischen Kriegsbeschädigten herrscht, . sah sich die Re> gkerung veranlaßt, dem obengenannten Zentralverband zweimot je eine Million Kronen zur Beschaffung von Lebensmittel: zuzuwenben. Die erste Million wurde anstandslos verwendet bet Ausgabe der zweiten Million sollen sich aber Unregel» Mäßigkeiten ergeben haben, die dadurch entstanden, daß dit Geschäfte nicht einwandfrei geführt wurden. CS wurde fest gestellt, baß. der Präsident des Zentralverbandes, Kay Kotschara, und der Sekretär dieser Vereinigung, Jos« Wan za, einen Waggon Bohnen, einen Waggon Reis un! einen halben Waggon Mehl, die für die Kriegsbeschädigte» zu ermäßigten Preisen geliefert worden waren, an Wien« Firmen mit einem namhaften Gewinn verkauft haben. Gestern hatten sich Karl Kotschara und Josef WanA vor Mem ArkMhMeMte unter dem..Vorsitz des Obez

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