Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 354 (16.1.1920)
- Date
- 1920-01-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 354 Wien, Freitag >0—- " ■*■■■■■'" '-----^ .. Nur 3 Prozent der Wiener Kinder nicht unterernährt. Die a m e r i l a n i f c6 e KrnderhilfSaktion hat in der ' lctzlen Heit eine ärztliche Untersuchung der Wiener Schuljugend vornehmen lassen, deren Ergebnis hiermit veröffentlicht wird. l l. Bezirk: Zabl der untersuchten Kinder 30.48, davon 1470 sehr unterernährt <48 Prozent —Befunds , nickt unlerernährt 231 [7 Prozent). II. Bezirk: 16.953 untersuchte Kinder, davon 8389 »ehr unterernährt (49 Prozent), nicht unterernährt 1755 [10 Prozent). III. Bezirk: 11.091 untersuchte Kinder, davon 8461 sehr unterernährt (31 Prozent), n.cht unterernährt 472 (4 Prozent). IV. Bezirk: 6777 untersuchte Kinder, davon 3168 sehr unterernährt .54 Prozent). 25 nicht unterernährt (0'4 Prozent, V. Bezirk: 8193 untersuchte Kinder, davon- '3552 sehr unterernährt (43 Prozents nicht unterernährt 153 (1 Prozent). VI. Bezirk: 4801 untersuchte Kinder, davon 1648 /sehr.-unterernährt (34 Prozents nicht unterernährt 446 [9 Prozent). VII. Bezirk: 4553 untersuchte Kinder, davon 2220 »ehr unterernährt (48 Prozent, Nicht unterernährt 335 (7 Prozent). VIII. Bezirk: 4705 untersuchte Kinder, ’ davon 1841 sehr unterernährt (39 Prozent', nicht unterernährt 169 (3 Prozent). IX. Bezirk: 5485 untersuchte Kinder, davon 2504 sehr unterernährt (46 Prozent), nicht unterernährt 236 (4 Pro;ent-. X. Bezirk: 19.418 unter-uchte Kinder, davon 9557 sehr unterernährt (49 Prozent), nicht unterernährt 265 '10 Prozent). XI. Bezirk: 7699 untersuchte Karder, davon 3181(41 Prozent sehr unterernährt, nicht unterernährt 434 l5 Prozent). XII. Bezirk: 14.053 untersuchte Kinder, davon 6750 (48 Prozent) sehr unterernährt. 552 (3 Prozent) nicht unter ernährt Xlll. Bezirk: 10.263 untersuchte Kinder, davon 6468 <63 Piozcnt) sehr unterernährt, 85 (0'8 Prozent) nicht unterernährt. XIV. Bezirk: 10.924 unter sikchte Kinder, davon 3943 sehr unterernährt <36 Prozent), nicht unterernährt 236 <2 Prozent). XV. Bezirk : 5025 unter-. Mchte Kinder, davon 2074 (41 Prozent sehr unterer nährt, 143 (2 Prozent) nicht unterernährt. XVI. Bezirk : 19,742 untersuchte Kinder, davon 10.227 sehr unterernährt <51*8 Prozent), nicht unterernährt 380 (1*9 Prozent'. XVII. Bezirk: 11.086 untersuchte Kinder, davon 4795 (43 Prozent» sehr unterernährt, 173 (l Prozent) nicht unterernährte XVIII. Bezirk: 8393 untersuchte Kinder, davon 2670 <34 Prozent) sehr unterernährt, 228 2 Prozent) nicht unterernährt. XIX. Bezirk: 7025 untersuchte Kinder, davon 4211 (59 Prozent) sehr untei ernährt, 88 (0*5 Prozent) nicht unterernährt. XX. Bezirk: 15E untersuchte Kmder, davon 7384 (49 Prozent) sehr unleiernährt, 88 (0*6 Prozent) n cht unterernährt. XXI. Bezirk: 13 617 untersuchte Kmder/ davon 7086 (52 P.ozent, sehr unterernährt, 898 ^2 Prozent nicht unterernährt. Bilanz: Bon 186.617 Kmdern waren: 96.789 sehr unterernährt- (Befund 3), 63.402 unterernährt (Befund 2). 19.694 minder un erernährt (Befund 1, 6732 nicht unterernährt (Befund 0). Ueber 20 000 Kinder wmden nicht untersucht, waren krank oder , zur Erholung auswärts.' ' Fridtjof Nansen über den „europäischen Machtwahn". Der große Norwege Nansen läßt in den nächsten Wochen ein Werk „FreilufL l e b e n" erscheinen. Wir geben folgende Stelle aus der Vorrede des Buches wieder, die überaus.eindrucksvoll die Krankheit des heutigen Europas kennzeichnet.... . „Europa ist krank. Die weiße Rasse hat eine /Fieberkrisis zu überstehen. Die menschliche Gesellschaft zeigt ian vielen 'Stellen die Symptome der Auflösung. - Der Heiltrank kann nur aus den einfachen Tiefen beir-. Natur geschöpft werden. Europa ist ein Chaos geworden, ein brodelnder Hexenkessel, Ln dem Demokratie, Despotie, Militarismus und Anarchie in unheilschwangerem Brei sich umeinanderwälzen, und' niemand weiß, was in heftigsten Entladungen explodieren wird. Die Seele der. menschlichen Gesellschaft läßt sich nicht durch Bajonette reformieren, und keine Idee, auch eine falsche nicht, kann durch Maschinengewehre umgebracht werden. Vernarb Shaw soll kürzlich,gesagt haben, er wisse . nicht, was die Bewohner der anderen Planeten im Sinne hätten. Dessen sei er aber sicher, daß sie unfern Planeten für ein Irrenhaus hielten. Die Menschen sind auf Abwege geraten in ihrer wahnsinnigen Jagd nach Macht. \ Schließlich muß der Geist den Sieg erringen: . nicht der Geist, der neue Gewaltmittel erfindet, neue Zerstörungsmaschinen, neue Sprengstoffe, neue Gase —, auch nicht der'Geist, der neue Industrien schafft, neue Verkehrsmittel erschließt, so nützlich er auch sein mag —, sondern der Geist, der aus den alten, ewig jungen Urquellen her Natur schöpfend, neue Lebenswerte formt: die Welt der Zukunft, deren Symbol nicht mehr die raffende Naubtierklaue ist, sondern die gebende . Menschenhand, ** ■ in der die Klassenpolitiker und die Staatsmänner -entdeckt haben, daß es nicht nur Menschen gibt, sondern auch Mitmenschen —. Laßt uns, trotz der Finsternis, laßt uns nicht an der Morgendämmerung zweifeln!" .Goldene Worte, die man durch keinerlei Beifügungen abschwächen soll, damit sie sich in ihrer schlichten Klarheit jedem Leser einprägen. 1; Warum die türkischen Juden 1796 Perücken tragen wntzten. In einer historischen Reminiszenz über ältere freundschaftliche Beziehungen zwischen Frankreich und der Türkei erzählt Nenöe Priaux im „Temps" die folgende köstliche Geschichte, die, nebenbei bemerkt, ein neuer Beweis dafür ist, von welchen Zufälligkeiten im Laufe der Jahrhunderte. die Ruhe der Juden in.der- Diäspora abhängig war'und noch ist. Es war . zur Zeit des Direktoriums im Jahre 1796. Bonaparte,hatte ein großes Interesse, die Türkei für seine Pläne gegen Oesterreich, damals in'Fs'.ndschast mit der Türkei, zu gewinnen. Zur Durchführung dieser diplomatischen Mission wurde der verhältnismäßigjunge General Aubert-Dubayet ausersehen, der auch im Frühjahr 1796 seinen Postenin KonstantinopeL bezog. In seiner Begleitung befand sich auch sein Kammerdiener, ein altes Möbelstück der Familie Aute^rt- Dubayet. Als dieser wackere, aus der Jseve stamrnLnd-L Diener erfuhr, daß sein Herr in daS Märchenland im Orient reife, kam er auf die Idee, ein-n Artikel mit- LuurümLiu. mit-bem. ölM. .to-ltectoii Men. Wiener MorsenzeiLttNK 16. Jänner 192(5 Seite '$ Herrn vom Goldenen Horn einträgliche Geschäfte zu machen hoffte. Wer ihm den Rat gab, ist nicht bekannt, Tatsache ist, baß der Kammerdiener des Botschafters General Aubert-Dubayet zwei Tage vor seiner Abreise, ohne seinen Herrn in sein Geschäftsgeheimnis einzuweihen .sein ganzes, mehrere hundert Louis d'Or betragendes Vermögen in Perücken anlegte und diese Ware nach Konstantinopel mitnahm. . Nicht gering war jedoch das Entsetzen des geschäftstüchtigen Kammerdieners, als er schon am nächsten Tag nach seiner Landung in Konstantinopel feststellen mußte, daß hier kein Mensch eine Perücke trägt. Die Muselmanen trugen ein Fez, die Juden mußten die vorgeschriebene gelbe Mütze tragen, kurzum,'keine Aussicht für einen Absatz der Perücken, von denen der Franzose einen riesigen Posten aller Größen und Qualitäten mitgebracht hatte. Sein Herr, dem er sich schließlich entdeckte, schüttelte sich vor Lachen, konnte ihm aber nicht helfen. Generäl Aubert-Dubayet hatte die üblichen Antrittsbisiten absolviert, und nun war an ihm die Reihe, die konventionellen Gegenbesuche entgegenzunehmen. Diese Besuche entbehren im Orient, wo man auch sonst bei Unterhaltungen ohne Dolmetsch schwer aus kommt, jeder Anregung und jeder Lebhaftigkeit. So war es auch jetzt. Der Botschafter Frankreichs und sein Gast, der Großwesir, saßen stumm einander gegenüber und schlürften den unausbleiblichen Kaffee. Der junge Botschafter begann nun, um in die Unterhaltung etwas Leben zu bringen, die Geschäfte seines Kammerdiener zu erzählen. Großwesir Meleck Mehwed, ein neuzigjäh.iger Greis, lauschte aufmerksam der sorgfältig verdolmetschten Erzählung und frug schließlich: „Eure Exzellenz haben wohl großes Interesse an diesem Menschen?" Aubert-Dubayet' erwiderte, -daß der Kammerdiener ihm sehr ergeben und die Angelegenheit immerhin peinlich sei. Man sprach noch von anderen Dingen und der Großwesiv empfahl sich unter per Versicherung, daß die freundschaftlichen Gefühle Frankreichs für Seine Majestät den Sultan von diesem auss herzlichste erwidert werden. Achtundvierzig Stunden war die französische Botschaft von einer großen Menschenmenge belagert, de schreiend nach Perücken verlangte. Es waren dies alte Monsaphin, das heißt die Juden, die aus dem Hassa- Kevir-Viertel herbeiströmten. Der erstaunte Kammerdiener hatte alle Hände voll zu tun, um diesen Anforderungen zu entsprechen. Kiste um Kiste leerte sich und noch immer mußten sich Hunderte die er nicht befriedigen konnte, vom Platze gejagt werden. Der Kammerdiener hatte an diesem Tage pm Vermögen g?macht. Die Erklärung für dieses Wunder war baN gegeben. Ein einfacher Finnan des Sultans befahl den Juden, von nun an Stelle der gelben Mütze eine Perücke zu tragen. Zuwiderhandelnden wurden schwere Strafen angedvoht. Eine Fußnote zum Firma» enthielt noch die Bemerkung, daß bei der französischen Botschaft Perücken zu haben seien. Mancher armer Jude, der tzncht flink genug war und keine Perücke erlangen konnte, wurde noch am selben Abend wegen Ungehoi> sam mit Stockstreichen bestraft. Ein späterer Firman widerrief dann diese Perücken-Geserah und die gelbe Judenmütze trat wieder in ihre Rechte. Erwähnenswert ist noch ein Wort aus der Botschaftertätigkeit Aubert-Dubayets. Als er dem Sultan Selim davon sprach, daß in Frankreich sich das Direktorium einrichte, rief der Sultan freudig: „Wie, jetzt herrscht Direktorium? Allah sei gedankt, der wird wenigstens keine österreichische Erzherzogin heiraten!" Vom Dadaismus. Der erste Weltkongreß der Dadaisten, der seit Dezember in der Grand stille des Eaux Vives in Genf tagte, fand ein jnbeS Ende: er wurde polizeilich aufgelöst und wird mehreren Teilnehmern ein gerichtliches Nachspiel einlragen. Der Scherz (oder die Satire oder der Schabernack oder die Verrücktheit) war wirklich etwas zu weit getrieben worden.. Es kam zwischen Tristan Tzara, dem Gründer des Dadaismus, und dem dadaistischen Philosophen Sern er, dem Vorsitzenden des Kongresses, zu einem heftigen Wortwechsel, in dessen Verlauf Serner plötzlich einen Browning zog und vier blinde Schüsse auf Tzara abgab, der so viel Geistesgegenwart besaß, sofort vom Stuhl zu sinken. Die Folge war, daß die zahlreich besetzte Galerie, welche nicht daran zweifelte, daß scharf geschossen worden war, eine Panik ergriff. Polizeiorgane räumten den Saal und brachten Serner und Tzara auf das Kommissariat, von wo sie nach kurzem Verhör freigelassen wurden. Tags darauf erschien zur allgemeinen Heiterkeit in der «Tribüne de Geneve" ein geharnischter Artikel (freilich als bezahltes Inserat), unterzeichnet von den Dadaisten Francis Picabia, Paul Eucard. Andre Breton . (Frankreich), Element Pansaers (Belgien), Will Binyen (England), in dem niitgeteilt wurde, daß der Kongreß die Resolution gefaßt habe, die Verwendung von blinden Schüsse,» in dadaistischen Diskussionen sei nicht nur erlaubt, sondern sogar, weil erfrischend, erwünscht. In dem-dadaistischen Versbuch „Phantastische Gebete" von Richard Huesenbeck findet sich folgendes ergreifende Gebet: „O Allah cadabandhofoho o hohojohodomohodoho o burbu hibi o brubu hihi hohojohodomohodoho, und weißgestärkte Greise ho, und aufgeblasene Putzel ho, und wildgeschwungene Kioske ho, und jene Stunden, die gefüllt sind mit der Baßtrompete Schein, Fagotte weiß bezecht auf Gitterspitzen wandeln, und Tonnen rotbefrakt gequollene Dschunken ho." — N'.chkprrlss für Mkoholefsig. D>' Zentral'PrerSprüfungskommrssron hat m r Deschlrn vom 12. d. M. die mit ihrem Beschluß vom 19. Auaust 1919 festgeseylen Richkpreise für Alkoholessig außer Kraft gesetzt und maschinell Größte Auswahl! Billigste Preise! 640 Leopold Steiiihart, Wie», I.,Biberstraße 9. 40716/8 —. . I. Für den Verkauf von Essigsprit mit einem Mindeste gehakt von,5 Prozent E'stgsäurehydrat (doppelten Essig) i a) bü Abgabe m Mengen über 2500 Citet: für 10 Proben tigcn Essig'Prft X 578.— für 100 Liter, für 7V, prozerrtiger» Essigsprit X 433.— für 100 Liter, für 5 prozentlgen Essigsprit X 289.— für 100 Liter; b) bei Abgabe in Mengen bis zu 2500 Liter; für lOprozentigcn Esstgsprit X 595.— für 100 Liter, sür 7‘/s prozentlgen Essigsprit X 446.25 für 100 Liter, für 5 prozentlgen Essigspnt X 297.50 für 100 Liter. II. Für den Verkauf von Sversecksig (Tafelessig) mit rinem Mindestgehalt von 2Vs Prozent Eisigsäurchydrat, und zwar: <r a) bet Abgabe an Wiederverkäufer für 100 Lner X 159.25; b) bet Abgabe an Selbstverbraucher für 1 Ltter X 1.85. Sämtliche Richtpreise verstehen sich ab Erzeugungs- oder Verschleißstärte ausschließlich Verpackung. Diese Richtpreise sind erstellt auf Basts des gegenwärtig seitens der Preßhefe- und Svirrtusstelle für Zwecke der Essigerzcugung m Anrechnung gebrachten Spiritusprerses (von X1408.— lür 10.000 l°/0) und erhöhen sich im Falle einer Spirituspreiserhohung um je 1*8 Heller für je l°l0 Elsigsäurehydrat für jebt Klone, um die der angeführte SpirrlusvrerS für Zwecke der Eisig'äurecrzeugung erhöht werden sollte und im Falle eurer Erhöhung des Arbeitslohnes für je X 2.'0.— des gesamten Wochenlohnmehrauszahlung um je 50 Heller pro 1°/« Esstgsünrehydrat. _• Adolf Srand-StrsLrrng. Für die Adolf Stand-Stiftung der Wiener Morgeuzeriung* erhielten wir vom Jüd.-Akad. Verein „Achwah". Ung.-Hradisch („anläßlich des Ablebens seines verdienstvollen Ehrrmmtglredes*) X 500.—. Bisher eingelausen X 6497.—. * Die Erhöhung dev Brot- und Mehlprrifse tritt in Wien erst am 25. d. M. in Kraft. Die Erhöhung der Brot- und Mchlpceise soll bekanntlich am 18. d. M. in Kraft tretem Durch die Kohlmkrise in Wien wird jedoch die Arberter» schaft Wiens für die Zeit der Abschaltung der Betriebe materiell geschädigt.^ Darum hat der Kabrnettsrat beschloffen. die Erhöhung der Brot- und Mchlpreve m, Wren noch nicht vom 18. d. M., sondern erst vom 25. d. M. an in Kraft irrten zu lassen.- Im ganzen übrigen Gebiete der Republcl wird ab 18. d. M. die Erhöhung der Brot- und Mehlprerse m Kraft treten. * Ilebersieblung. Von heute ai^ befinden sich sämtliche Bureaus der Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien in der Praterstraße 9, Mezzanin, Tür 4. * Eine dänische Weihnachtsjause. Gestern nachmittag« fand im Feftsaale des Rathauses eine Kinderweihnachtsjause statt, zu welcher von dänischer Seite die Gaben und Mittel aufgebracht wurden. Der Redakteur dev «Berlinsle Tidende". Schriftsteller Harry He Ilsen hatte in seinem Blatte einen warmen Aufruf für die Wiener Kinder erlassen und das schöne Ergebnis war, daß 1400 Kinder je ein Paket mit 4 Kilogramm bollwerfiger Lebensmitteln und eine Jause, bestehend aus Schokolade und Kuchen erhalten konnten. ■ Der Delegierte des Dänischen Roten Kreuzes, Oberstleutnant Fock und Frau, hatte in Verbindung mit dem dänischen Gesandten Lerchen und der dänischen Kolonie in Wien, das Kinderfest arrangiert. , , * Wichtig für Palastirrareiserrde. Wie uns aus London berichtet wird, haben Palästmarersende bei .ihrer Landung in Palästina große Schwrengkeiren und auch sonst Unannebmlichkerlen zu . bestehen, wenn sie die P a st- Vorschriften nicht genau einhalten. So ist eS auch einer aus Polen kommenden Auswandcrcrtcuppe ergangen, die vor kurzem rn Harfa ankanrm. Bon den 58 Emigranten wurden bloß acht zur Landung zuaelaffe, während 50 zurückgewiesen wurden, weil sie ihre Pässe bloß vom französischen Konsul in Wien und nicht vom englischen Konsul vidieren ließen. Sie wurden nach Beirut geschickt. -< * Kaschau — ein Eisenbahnerzsntrum. Die slowakischen Blätter geben . eine Mitteilung des Ncgremngsreferenterr Dr. S t o d o l a wieder, der sich dahrn geäußert hat, daß die Staatsbahn in Kalchau auf dem städtischen Grundbesitz 249 Wohnungen für Ecsenbahnangestellte und ein Direktions-- gebäube m t Wohnungen für 600 bis 800 Beamte zu erbanen gedenken. | * Oberst Patterson und die palüstinenfische» Inden. Oberst Patterson, der bekanntlich einer der Letter, der jüdischen Palästina-Legron war, verlrrsi Palästina, um sich nach England zu begeben. Die Jerusalemer jüdische Gemeinde üben-eichte Patierson vor seiner Abreise eine Megillah, wckche die Dienste beschreibt, welche Patterson der iüdrschrn Sacke erwies. Oberst Patterson beabsichtigt, ein Buch über die jüdische Palästina-Legion zu schreiben mit dem Trtel ..WM tbs lnäsans in kalssiins". Bekanntlich ist Oberst Patterson der Verfasser des Buches „Witti the Zionist,Battalion in Gfaliipoli". .i * Der Approvisionsernrigssbairdal in Prehburg. Wie wst seiner reit gemeldet haben, wmden in Preßburg wegen verschiedener Bestechungsaffären mehrere Beamte des Approvrsioulerungsnrstiturcs und im Zusammenbang'e mit diesen auckz bte Direktoren einer privaten Hantelsgei'ellschast Läufer und M o u d r y verhaftet. Die eingcleitete Untersuchung hat erwiesen, daß die Schuldigen ihre strafbare Tätigkeit über die ganze Slowake:, ja sogar bis nach Prag ausgedehnt habest. Wre nun die slowakischen Blätter melden, wurden die beiden Direktoren L a u f e r und M o u d r v. die angeblich zu hochstehenden Penönlichkeiten Beüchunaen hatterr, dieser Tage aus der Uniersllchrmgshaft en'lasscn, da die Gefahr einer Einflußnahme auf die Zeugen N'cht mehr besteht. Was mit den übrigen Verhafteten, deren Zahl 40 übersteigt und dir nach Prag gebracht wurden, geschehen ist, ist bis nun nicht bekannt. * Entdeckung einer polnisch-jüdischen Handschrift aus dem 13. Jahrhundert. Das Londoner Jüd. Korr.« Bür. meldet: In einer Sitzung der Londoner russtschfiüdrschk» L'teraturgesellschaft machte Dr. N. W r s ch n i tz e r dre Mit-, reilung von der jüngst erfolgten Entdeckung einer polnisch-jüdischen Handschrift. Der Versaffer der Haudschnft ist e>n jüdischer Kaufmann namens B erl aus^Bolechow in Galizieu, der im 18. Jahrhundert gelebt hak. dre hebrärsche, polnische, deutsche, lateinrsche und rnglu'che Sprache vollkommen beherrschte und in den Literaturen dieser Sprachen bewandert war. Sfine band» schrifllrcke Arbeit wrrit ein interessantes Licht aus die inuereo Verhäliniffe der pvln, chen Juden während deS 18. Jahrhunderts. >ow!e aut ihren wirtschaf lichen E nstuß. ihren BildnngSgana, ihr.« Sillen und ihr Vtthällms zur nichliüdisthen Bevölkerung.Doktor Wischnrtzer beabstchligt, daS Mauustript demnüchst in Buchform . hi-rrr-Iriraeberl.