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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-16 · Heft 354 (16.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 354 (16.1.1920)
Date
1920-01-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 __Wien. Freitag Polttische^trmdschau. Zur Frage dev DonauföderaLion. , Die gut unlnrich'ete «Baseler Nat>onalzeitungberichtet an leidender Stelle über die Vorgänge in Jugvslaw-.cn und ve - zeichnet starke Strömungen, insbesondere inslowenschn und kroallschen Kreisen, welche auf die Errichtung einer Donauföderal:on hinziclen. Sie schreibt: „Dennoch hört man in slowenischen und kroatischen Kieiscn die Rede nicht verstummen: in nächster Zeit, noch im Winter oder Frühling, gibt cö große Umwälzungen. Die Donauiödcration muß kommen. Man grcrst sich an den Kopf: mußte das alte Oesterreich» Ungarn unier so viel D-nlüsten' an Gut und Blut» unter der Vernichtung so vieler unersctzl chrr Werte zertrümmert werden, um es als Stückwerk wieder cmst.nbauen? Wäre eine Umformung nicht auf friedlichem Wege gegangen? ' Aber was auch immer die Zukunst bringen mag. jedenfalls wird Jugoslawien, das heute vom Südostrand der Alpen über den Karst bis zur Adria reicht und von den Kärntner Seen b.S in die südungarriche Trcfcbcne, bis Griechenland und Rumänien, diesem rcickg>'starreren?and und seiner hochbegabten. heute noch so unendlich schlichten Bevölkerung — sei es M feci; Getüncht-- des Balkans, fei c3 m einem neuen Donaustaat — eine bedeutungsvolle Stellung zniallen."_ Das Gift des Friedens. Unter diesem Titel beschäftigt sich die englische Presse mit einem B ich. das jungst erschienen -ist, und das sich „Die ökonomischen Folgen des Friedens" betitelt. Der Verfasser I. M. Key ne s ist d?r hervorragendste Nalionalö.onorn von Cambridge und sungierle währ nd des gen en Krieges als Hauptberater des englischen Schatzamtes. Während der Friedenskonserm', war er d.r erste Vertreter des englischen Schahkanzlers. Er spielte bei den.Diskussionen über die ösonomischen Klauseln des Friedens eine sehr große Nolle und resignierte auf seine Stelle drei Wochen vor der Unterzeichnung des Fr'.edensvert^-ages, wie die „Daily News" sagt, als Protest dagegen, daß die Alliierten es ablehnten, jene Bestimmungen zu mildern, die er für einen Wortbruch gegenüber Deutschland u d für eine Bedrohung der wirtschaftlichen Stabilität in Europa hirlt. Was K ynes haupt'ächiich behandelt, das sin*', wie schon der Titel sagt, die wirtschastlichrn Wi.kuttgen des Frirdrns nicht nur auf D'Ustchiand, sondern auf Fransr.-iaus J.alirn. aus Holland und Skandinavien, auf jeden Staat, neu oder alt, groß oder klein, auf dem Kontinente. Sein Thema ist vierfach: Wie die Konferenz fehlte, warum sie fehlte, was ihre Fehler bedeuten und wie sie wieder gut gemacht werden können. Besonderes Ingresse nehmen se n-e Kapitel Übe^die drei Pva5v.1ist.-n in Pa is ein, da K.ynes di? Gehrimnsse des „Gesangenrnhauses" ennt, währ.n') tir Au vre i ' e bisher verössentlichtrn Bücher bestmsalls einen Blick durch Sas Gitter geworfen haben. Clemenceau hält er „für weitaus das hervorragendste Mitglied des Visrerrates". Den Präsidenten Wilson, Über dessen Mißerfolg seine Kollegen zu zwingen, ihre Versprechungen einzuhalten, er in ganz deutlichen Ausdrücken schreibt, nennt er einen wohlgesinnten Mann, der jedoch unsähig war, jenen feinen und gefährlichen Zauberer, den ein furchtbarer Widerstreit der Kräste und Persönlichkeiten als triumphierenden Meister in dem gewandten Spiel von Nehmen und Geben an die Spitze gebracht hatte, nach.uahmen. Aehnlich ist auch die Cha akteristik Lloyd Georges. Keynes schildert dann, in welcher Weife die fe* rühmten 14 Punkte, die eine Bürgschaft für Deutschland bilden sollten, in das Gegenteil umgebogen wurden. Unter diesem Gesichtspunkte, sagt „Daily News", verdammt der Autor den Friedensvertrag, nicht indem er ihn verflucht oder anschwärzt, sondern indem er einfach zeigt, was er bedeutet. Französische und britisch: Politiker, führt er aus, haben ihre Wahlkampagne und ihre Budgets auf die Voraussetzung phantastischer Kriegsentschädigungen von Deutschland basiert, an die sie niemals selbst glauben konnten. Sie gaben an, daß man 24 Milliarden Pfund, dann 12 Milliarden und dann 8 Milliarden erhalten werre, schließlich, in den Stunden der pessimisti,ch sten Mäßigung, 5 Milliarden Pfund. Keynes untersucht eingchend, was Deutschland, nach einer nüchternen Kalkulation der Möglichkeiten, zu zahlen imstande sein werde: „Alle Zahlungsmethodrn. e'mge,ch o sen unmittelbar übertragbare Güter sowie die Abtretung von Eigentum, und einen jährlichen Tribut angenommen, ist 2 Milliarden Pfund sicher die höchste Ziffer." Wenn man die deutsche Kriegsentschädigung mit 2 Milliarden Pfund begrenzt, wirs man des Progermanismus geziehen, sagt er, ebenso, als würde man die Versenkung der „Lusitania" gutheißin. Eine Neparationskomm'.ssion, in welcher weder ein Deutscher noch ein Neutraler sitzt, ist etngeietzt worden. um zu entscheiden, waS Deutschland zahlen kann, mit Vollmachten, die sie in den Stand setzen, Deutschland gleich einem bankrotten Geschäft zu verwalten. Das gan'e wirtschaftliche Schicksal Europas hängt von den Entscheidungen dieser Kommission ab. Das gilt von den Neutralen und den Alliierten ebenso wie von j den gewesenen Feindesstaaten, neil mit dem industriellen j Wiederaufbau das Schicksal Europas und das Schicksal Zentraleuropas untrennbar verbunden ist. Ein Kapitel, betitelt: „Die Heilmittel", enthält die Vorlcbmae. wie dieses Unglück von Europa abge- , Wiener MorgenzelLung wendet werden kann. Seine Anträge sind sehr weitreichend und umfassen in kurzem: 1. Abschreibung der Kriegsentschädigung auf zwei Milliarden Pfund und Verminderung der Requisitionen von deutscher Kohle. 2. Annullierung aller interalliierten Schulden, eine Sache, in' »velcher die Entscheidung hauptsächlich bei Amerika liegt. 3. Ausgabe einer internationalen Anleihe und 4. die Wiederaufnahme Rußlands in das wirtschaftliche Weltsystem. Dieses Buch, schließt der Referent des „Daily News", ist geeignet, für immer die Reputation jener Männer , zu vernichten, welche die Reparationsklauseln auf der Feiedcnskonfrrsnz angenommen haben. Es gibt nur eine einzige Erklärung für die Politik der Friedensmacher: ihre Gemüter waren beherrscht Von der Vergangenheit und diese Besessenheit re.'leitete sie zu dem Verbrechen, die Zukunft zu vernichten. Der Kampf um den Frieden. Aus London wird gemeldet: Lord Robert Cs eil erklärte in einer Rede, der Völkerbund hake jetzt das erste Stadium durchschritten. Er hoffe, daß dies das Vorzeichen für den Bund sämtlicher Nationen sei, den Weltfrieden zu sichern. Es sei behauptet worden, te: Völkerbundverttrg set nicht elastisch genug; er könne aber nicht einsehen, in welcher Weise tec Vertrag noch elastischer gemacht werden könne. Man dürfe jctenfalls dieses Instrument des Fortschrittes nicht nutzlos liegen lassen. Seiner Meinung nach würde die nächste Aufgabe des Völkerbundes die Wiederherstellung friedlicher Handelsbeziehungen sein. Der Washingtoner Korrespondent der „New Vor! World", Lawrence, der gewöhnlich über die Vorgänge im Weißen Hanse sehr gut unterrichtet ist, meldet seinem Blatte, daß die Aussichten für die Ratifizierung des Friedens sehr gut ständen. Man sehe ein, daß Amerika jetzt nur die Wahl zwischen vollständiger Isolierung oder Ratifikation habe. Mehr als zwei Drittel der Senatoren seien der Ratifizierung günstig gesinnt. __ Die Adriafrage. «C h i c a 6 o T r i b n n e* meld t aus Paris, daß Lloyd Gcv'ge und Ci'mrnccau sich vollständig der Ansicht NittiS beKgsich Regelung der Ädr afrage angei'chlosseü haben, nach welcher Fiume iralnnifch und Z a r a ein unabhängiger Staat würde, der sich feine Änßcnve.trrlung selbst wählen könne. Lussin, Lissa iivb Pclaaosa würden italienisch» alle ankeren Inseln kämen unnr südslawische Staaishode t, müßten jedoch m m lilän-cher Bezebung neMrallsirrt werden. Die ganze dalmatinische Kiist: käme an Südjlawirn. Auf den Hafen von Fiume hätten Südstawren und Ungarn dieselben Rechte, wie seinerzeit Ungarn allem. Antisemitischer Irrsinn. D e deutschen Antisemiten, insbesondere die geschlagenen S iegsr,edler in Uniterm. sind bei der Verfolgung ihrer fixen Idee, jeden Mißerfolg dex deutschen Waffen den Juden mite Konto zu schreiben» nachgerade irrsinnig geworden. So hat der Haup:mann der ehemaligen Kolon,aluuppe von Ruckräschel in Kaffcl in einem Vortrage mitgete lt. daß der ostastilanische Stamm der Massai aus ^U» jadenbestehe. Diese Masiaileuke seien natürlch mit allen schlechten jüdischen Eigenschaften behaftet und hätten in ihrer Tücke ihren deutschen Gebietern großen Schaden »«gefügt. Mit Beurg auf diesen Bortrag schreibt rin jüdischer Kokonialsoldat, welcher olle ostakrikanischen Feldzüge mitgemacht hat. dem ».Hamburger Jsr. Familienblatt": »Wenn Haupimann von Nucktäichel dm Dolksstamm der Massai» weil jüdischen Ursprungs, heradsetzen oder lächerlich machen will, dann kennt er eben diesen tapferen Bolksstamm nicht. Alle Stämme der demsch-ostasnlamschen Kolonie konnten mehr oder weniger seicht unierwoifen wtiden. Aber gerade dir Masiai wehrten sieh so tapfer ihrer Haut, daß es weder, den Engländern noch den Deutschen gelang, diesen Stamm zu unterjochen. Große und stämmige Gestalten sind es; die besten Sperre sowie die schönsten Schilde tätigen sie an. Die Speere sind so schwer» daß andere Stämme sie gar Nicht werfen können. Der größte Erforschet des Mafsaistammes, der. verstorbene Hauptmanu Merker, führt den Ursvlung dieses Volkes auf semitische Abstammung zurück; bewiesen ist eS leider auch von ihm noch nicht befttulto* Ich sage absichtlich „leider", weil ich als Mitkämpfer des Generals von Leitow nur stolz daraus sein könnte, wenn der tapferste und bis jetzt ungebrochene Vollsstamm von unserer leider verlorenen Kolonie Ostafrika gerade jüdischen Ursprungs wärt.* Nerrorganisatkori der amerikanischen Hilfe für bi* r in ^o*en. Bekanntlich befindet sich der Präsident deS amerikanischen Hilfskomitees Dc. Bogen auf der Reise nach Polen. Ihn begleitet eine Anzahl jüdischer Persönlichkeiten aus Amerika, darunter tie bekannten Schriftsteller David Pinski, Schalom Asch und Morris WintschefSky. Sie sollen im Lande eine Neuorganisation der Hilfstätigkeit des amerikanischen Joint Distribution Committee für die Juden in Polen durchfuhren,. da die bisherige Organisation der HilfSarbeit zu mannigfachen Klagen Anlaß gegeben hat. Vor der Abreise teilte Dr. Vogen einem Mitarbeiter des New-Aorker «Vorwärts" in einem Gespräch folgende Einzelheiten über seine Pläne mit: Die Verbindung zwischen den Juden Amerikas und Polens soll organisatorisch auSgestaltct werden. Da die Ver. kehröwege schon offen sind, ist die Möglichkeit für viele amerikonische Juden gegeben, ihren Angehürkgen und Verwanoten in Polc.r Geld und Bedarfsgegenstände zu senden. Diese Hilfe kann nur dadurch wirksam werden, daß in diese Seridungstätigkeit ein System gebracht wird. ES soll eine 16 Jänner 1926 Nr. 354 Agentur eingerichtet werden, welche, die Sendungen annimmt und für ihre Beförderung garantiert. Der Verteilungsplan des Dr. Bogen ist nun folgender: Polen wird in 20 Rayons geteilt, von denen jeder Rayon'ein sogenanntes Quartier als Hauptvrt haben wird. Die Zentrale — unter Leitung von Dr. Bogen -- wird sich in Warschau befinden. Paket» oder Geld werden in das den Verteilungsorten nächste Quartier dirigiert und von dort in Automobilen den Empfängern übermittelt werden. In jedem Rayon wird als Hauptleiter ein Vertrauensmann von der amerikanischen Judenschaft amtieren. Hundert, große Automobilstätronen (5 in jedem Rayoü) sollen errichtet werden. So wird es mögNch fein, monatlich 150.000 Sendungen, also etwa 3 Millionen jährlich, zu übermitteln. Die Geldunterstützungen waren bisher nicht richtig verteilt worden, da — insbesondere durch die Indolenz der reichen Juden Polens gegenüber dem Hilfswerk — alles den Amerikanern überlassen wurde. Das Joint Distribution Committee beschließt, wiev.iel Geld jedeSmal nach Polen zu schicken ist, gleichgültig, ob cS zu viel oder zu wenig ist.. Das Geld kommt zum polnischen Leiter des Joint Distribution Committee und er beschließt nach eigenem Gutdünken den Der» teilungSmoduS. Dr. Bogen wird nun in Polen dieselbe Aufteilung auf Komitees durchführen, wie sie in Amerika besteht. Nach seinem Vorschlag sollen die Komitees aus Arbeitern» Vertretern der Orthodoxie und solchen bemittelten jüdischen Persönlichkeiten bestehen, welche sich für die Hilfsfonds selbst besteuern. Solche Komitees sollen in allen Wellen des Landes organisiert werden; das Hauptkomitee wird sich in Warschau befinden. Dieses wird die Verteilung der Gelder auf die einzelnen LandeStcile beschließen und den OrtSkomiteeS werde die Beschlußfassung über den VerteilungSmoduS der Geld«; unter die Bevölkerung verbleiben. Für diese neuorganisierte HilfStätigkeit wurden eigene Angestellte ausgebildet und vor allem über die Lage der Juden in Polen eingehend informiert. Vorläufig machen LS Angestellte mit Dr. Bogen die Ueberfahrt. Es ist jedoch wahvscheinlich, daß daS Hilfswerk einen Stab von etwa 200 Beamten erfordern wird. Von de« Jude« in F'mrland. Einem Aufsatz der letzten Nummer des „H aolam? entnehmen wir die folgenden Daten über die Juden in Finnland: Bis zum Jahre 1918 gab es in Finnland fast gar keine Juden. Die wenigen, die sich dort aufhielten. waren ausnahmslos russische Untertanen, die alle Halbjahre zu erneuernde Ausenthaltsbewilligungeri der finnischen Negierung hatten. Ihr Schicksal hing von dem Wohlwollen der Gouverneure ab, die nadjl ihrem Gutdünken die Bewilligungen erteilten oder ganze Familien plötzlich des Landes verwiesen. Irgendwelche politische oder Bürgerrechte hatten die Juden damals nicht. Selbst auf dem Gebiete des. Handels, der einzigen Beschäftigung, der die Juden nachgehen durften^ waren ihre Rechte äußerst beschränkt. Die Freizügigkeit war ihnen nur in den drei Städten Helsingfors, Ab« und Wiüorg gegeben. Da jedoch im Sinne der schwedisch-norwegischen, Gesetze Juden aus Rußland und anderen Ländern der Aufenthalt im Lande verboten war, erreichte die Zahl der tolerierten Juten niemals eins bedeutende Höhe. Die natürliche Folge davon war, daß unier den in Finnland lebenden Juden jede sozial«, politische oder wissenschaftliche Regung fehlte. HeutE zählt man in Finnland rund tausend jüdische Seelen, darunter im ganzen bloß zwei Aerzte, zwei Ingenieure, einen Rechtsanwalt, einen Redakteur und cti.e.i Chemiker. An der Hochschule gibt es nicht mehr als zwölf jüdische Schüler und Schülerinnen. Das Bemerkrnswerteste ist, daß hier noch keine jüdische politische Vereinigung oder Organisation besteht und überhaupt kein jüdisches Proletariat vorhanden ist. In weiterer Folg« dieses Zustandes gibt es in Finnland vorläufig auch' keinen eigentlichen Antisemitismus, weder einen offiziellen, noch einen gesellschaftlichen. Dieses Verhältnis hat sich auch durch Schaffung des Gesetzes über die Gleichberechtigung der Juden, durchwelches ein großer Teil der in Finnland ansässigen Jude« zu finnländischen Staatsbürgern erhoben wurde, in keiner Weise geändert. Die finnländischen Juden könnten ungehindert zu einer Organisation ihres öffentlichen jüdisch-kulturellen Lebens schreiten., Die Sitzung ist beendet... Aus Paris werden «och folgende Einzelheiten übe« die endgültige Unterfertigung der Friedens mit Deutschland berichtet: Die Unterschrift des Protokollevom l. November 1919 geschah in folgender Werse: Die Herren Lersner und Simon wurden durch den Vorstand der Protokolls, W. Martin, in den Saal geführt. Clemenceau erklärte, daß der Text des Protokolls, welcher den Deutschen zur Unterschrift vorgelegt wurde, mit dem Text des ihnen am 3. November übe«- gebenen Protokolls vollständig übereinstimme und forderte die deutschen Delegierten auf, dieses diplomatische Schriftstück zu unterzeichnen. Rach der Durchführung dieser Formalität reichten die Vertreter der Entente und die deutschen Bevolkmächttgten einander höflich und kühl die Hände. Dieser erste Teil der historischen Zeremonie dauerte zehn Minuten. Hierauf wurden die deutschen Bevollmächtigten in den Uhrensaal geführt, wo die anderen Delegierten bereits versammelt waren. Das Protokoll über die Hinterlegung der Ratifikation wurde nach der alphabetischen Relh« unterschrieben, so daß Deutschland als erster Staat unterschrieb, hierauf Clemenceau, Lloyd George, Nltti. AlS die letzte Unierschrift erfolgte, erhob sich Clemenceau und sagste: „Das RatisikationS'.rotowlt deS zwischen den Mächten der Entente und Deutschland abg«. schlossenen Vertrages ist unterser'.lgt; von diesem Augenblick ab trftt der Vertrag in Gültigkeit und muß in allen seine« Punkten. durchgLsührt werden. Die. Wtzung ist., beendet.^ j

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