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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-11 · Heft 349 (11.1.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 349 (11.1.1920)
Date
1920-01-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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ft* 34S Wien, vonnmg?-—■ " ri « Durch Erdbeben vernichtete Ortschaften. Nach \m letzten Meldungen finb bet Teocel tMexcko) sieben Orte jurck das Erdbeben völliflvernichtet worden. An ihrer Stelle befindet sich jetzt ein großer See. Im Vulkan von Orizaba )at sich em neuer Krater gebildet. * Tortur in China. Aus W ashington wird ge" meldet {.Ri'öit Sung' Wan. ein junger chinesischer Student. j>er des Mordes an dem Untersekretär der chinesischen Unterrichtsnission angeklagt war, wurde zum Tode verm tritt. Der Bcrieidiger führte an, . Laß Iran Sung Wan das Geständnis durch ^gesetzliche, b r u t a l e P o l i z e i q u ä l e r e i des s o- »e n a unten dritten Grades erpreßt worden fei. Der Fall erregt großes Aufsehen. . * Eine Heiratsannonce. In der Berliner „Vegetarischen Varte" finden wir folgendes Inserat: Lebensreformer, Anfang >er Dreißiger, gebildet, wünscht mit gebildetem deutschen Mädel zwecks Heirat iw Verbindung zu treten Bedingungen: Alter etwa 17 bis 22 Jahre, arisch-germanischer Nasse, blondes Haar, langj'chädelig» gezeugt und geboren von streng vegetarisch lebenden Kttern, an Mutterbrust gestillt, vegetarisch ernährt.und im lebcnsreformischen Sinne erzogen, Anhängerm der Nacktiuttnr und der Keformkleidung (Thalysia). Freundliche Zuschriften im obigen Srnne '.mit Lebenslauf und Bild m Newinttracht, sowie drei Ganzaktlichtbilder. Vorder-, Seiten- und Nückenansnabme an die .Vegetarische Warte" erbeten. Strengste Verschwiegenheit zuge- ^chert und verlangt. Die Bilder werden, wenn Sicht zusagend, furiickgesandt. * Der rumänische Kronprinz in der Verbannung. Das Bükarester Blatt „Adcverul" vrotcstlcrt gegen die durch Befehl König Ferdinands erfolgte Internierung des Kronprinzen Carol II. in einer Meuteren siebenbürgrschm Ortschaft, wo er niemand empfangen darf. Bekanntlich hat sich der rumänische Kronvrmz gegen den Willen seiner Ettern vermählt und später smc Thronverzichtserklärung abgegeben. König Ferdinand wollte über fernem Sohne das Recht, über seine Kronprinzenrechte selbst M entscheiden, nicht aberkennen und verschob die Entscheidung m öieser Angelegenheit. Um den Kronprinzenvon seiner Frau zu trennen, schreibt „Adeverul", entschloß, sich der König, seinen Sohn in einer Mission nach Japan zu schicken. Der junge Kronprinz vereitelte-aber diesen Plan, indem er sich eine Kugel in das Bein schoß. Der Kronvrmz wurde dann7 gerichtlich von seiner Frau geschieden, trennte -sich aber trotzdem nicht von ihr. Nun wurde rr nachSieö erwürgen verschickt. Da er aber nach der rumänischen Verfassung de jure Senator ist und ein Mitglied des Parlamentes von-dessen Arbeiten nicht serngrhalten werden darf, verlangt -„Adeverul" die sofortige Frcilasiung des Kronprinzen. - * Der Admiral der Atlantik. Aus dem Briefwechsel des Kaisers Wilhelm mit dem Zaren, den die „Voss. Zeitung" veröffentlicht, geht hervor, daß sich der Kaiser auch als I 0 u.r-n a l i st betätigt hat. Der Kaffer schreibt: „Ich sckucke Dir ein Exemplar der „Marinerundschau" mit einem Ärmst! über die Panzerkreuzer, geschrieben von L. Dieser L. ist eme Maske, hinter der ich mich verberge. Ich habe den Artikel geschrieben, aber wie ni ä ndaußerTirpitz hatdie geringste Ahnungdav 0 n." Der Brief schließt mit der Unterschrift, in der sich der Kaiser als. „A d m r r a l d e s Atlantischen Ozean s" bezeichnet. Es heißt dort: -„Entschuldige, wenn ich Dich so ost mit Telegrammen störe, aber Du sagtest mir. daß Du mir ' für alle interessanten Nachrichten dankbar wärest. Ich verlasse mich natürlich aus Deine.Veischwiegenhett, denn es ist alles nur für Dich. Wilhelm,' Admiral des Atlantik* Polek will deutsches Kriegsmaterial Kausen. Die „Vossis'che Zeitüng" meldet: Einer Pariser Drahtmeldung zufolge bat die polnische Fnedensdelegation heim Obersten Rar um dis' Erlaubnis nachgesucht, Kriegsmaterial in Deutschland kaufen zu dürfen. * Kunst in die Schuten! Das Londoner Viktoria- und Akbert-Museum hat den englischen Schulen lange Listen von Kunstwerken und Photographin zugänglich gemacht, aus denen sie sich Werke, die sie zum Anschauungsunterricht haben wollen, auswählen können» Es handelt sich dabei um Origrnalradrermrgcn und -zeichnungen, Meisterwerke alten und modernen Kunstgewerbes, Gemälde, Plastiken, Möbel und einzelne Architektmtelle. * Die Kanattfievuug von Jerusalem. Der „Waadhazrrirn" m' Palästina hat für die vom hygienischen Standpunkte io wichtige Kanalisierung Jerusalems 10.000 Pfund aüsgeworscn. Sie wird unter der Leitung des Generals Kan t 0 r durchgesiihrt. Bisher sind bi diesen Ardecken etwa . 80 Arbeiter, vorwiegend Juden, beschäftigt. Der Taglohn beträgt'^ Schilling. ■ * Einstellung der Reichenberger „Deutschen Volkszeitung^. Die R eichenberger „Deutsche Volks- . seit u n g", welche in.r Fahrwasser der ehemaligen Abgeordneten P r a d e und Wolf segelte, hat ihr Erscheinen eingestellt. * Der neue Militärkommandant von Karpathenrntzland in Angvar. Am 81. Dezember ist der neue Kommandant von.. Karpathenrußland, General Paris, m Unqvar emgctroffen. In einer Begrüßungsansprache im Gespansebastshause erklärte der General, er selbst sei fast em Russe, da er viele Jahre , in Rußland verbracht habe. * Eine überflüssige Zentrale. Ein Leser. schreibt uns: Der allgemeine Kampf gegen die Zwangswirtschaft hat soweit bereits Erfolg gezeitigt, daß die Negierung nicht mehr ans dern früher eingenommenen, schroffen, ablehnenden Standpunkt verharrt. Bor kurzem ist, wie bekannt, auch die Lederzlvcmgswirtschaft gefallen. Es fragt sich ttuu, wozu heute noch Metalle-bewirtschaftet werden und wozu die deutschösterreichische Met all stelle noch besteht. Während des Krieges begründete man ihre Existenz, .damit, daß wir für die Kriiegsührung sehr viele Metalle benötigten. Es soll hier nicht untersucht werden, ob die seinerzeitige Metallzentrale die geeignete Stelle war, die. Bedürfnisse der Heeresverwaltung zu decken. Tatsache ist, daß während des Bestandesder Metallzentrale große Posten Aluminium zu spottbilligen Preisen nach Deutschland ausgeführt wurden. Wenn man sich aber damals dem Befehle des Armeeoberkommandos beugen mußte, so ist nicht einzusehen, wozu die deutschösterreichlfche Metallstelle heute noch besteht. Tatsache ist, daß sie mit Hilfe -der deutschösterreichischen Hauptanstalt für Sachdemobilrsierung große Mengen Metalle im wahren Sinne des Wortes vergeudet, sie zu unerhört billigen Preisen den ihr befreundeten Großhändlern und Industrien abgegeben hat und hierdurch den Staat um hunderte Millionen verkürzt hat. Es wäre Sache der Negierung, dieses Gebaren gründlich und gewissenhaft zu prüfen und die deutschösterreichische Metallstelle unverzüglich aufzulvsen. * Die Rechtspvaktikauten drohen mit dem Streik. Der Aktionsausschuß der Wiener Rechtspraktikailten hat in feiner gestrigen Vertrauensmännersitzung eine Resolution beschlossen, in der es unter anderem heißt: Die Arbeitskräfte, des Staates, die in der Organisation der Gerichte unentbehrlich sind, erhalten heute den dritten und vierten Teil dessen, was jeder Diener, jede Abwaschiran, bekommt, nämlich pro Tag zehn Kronen, welcher lächerlich geringe Betrag unter dem Titel «Är.l'eit4sosennnie»-stttt!ttna" nM..«K§lc?L»MS." aroÄÄ' o?ir'cs Wiener MorgenzermnA GE zu Ehren der Im Weltkriege gefallenen Juden Sonntag den 11. Jänner 1920, halb 11 Uhr vormittags, im grossen Konzerthaussaal, III., Lothringerstrasse 2 a gC Jeder aufrechte, wahrhafte Jude hat die Pflicht, zu erscheinen! "9m KarlflnvorverVanf n. a.! Gattmann, I., KUrntnerring 3; „A'da“, II.. Ti>bor Btrasse 6; Buchhandlung Löwit, I., Rotenturmatrasse 22; Verband der jöd- Invaliden und Heimkehrer, II., Obere Donaustrasse 65, Tür 4. 41# Das Reinerträgnis flieset dem Hilfsfonds der jttd. Kriegsin validen zu Um diesem unwürdigen. Zustande abzuhelfen, haben die Rechtspraktikanten Wiens zur Selbsthilfe gegriffen und haben eine Aktion eingeleitet, welche eine Erhöhung ihrer Bezüge und Abschaffung des odiosen Titels derselben bezweckt. Diese Aktion wird nach den dem Ausschüsse von den Staatssekretären für Justiz und Finanzen und von allen anderen kompetenten Persönlichkeiten dieser Staatsämter und der Gerichte zuteil gewordenen Mitteilung ihren Zweck erreichen, womit eine traurige Kulturschande aus der Welt geschasst wäre. Auf jeden Fall ist die Rechtspraktikantenschast Wiens entschlossen, für den Fall einer ungünstigen Erledigung auch die letzten Konsequenzen zu ziehen und in den Streik zu treten, welchen sie jedoch im Interesse der Gerichte vermeiden zu können hofft. * Bela Kun schwer erkrankt. Wieder „Abend" meldet, ist Bela K u n an emcm Herz- und Lungenleiden schwer erkrankt. Da der ihn behandelnde Arzt von Waidhoken sich „kern Amt nicht schwer mache" hätten die Internierten als Protest einen Hungerstreik beschlossen. «Der Raubmörder Johann Hahn. Der Raubmörder Johann Hahn und seine Gattin Rosa wurden gestern früh nach Wien gebracht, wo er wiederholt einem Verhöre unterzogen wurde. Er blieb bet seinem Geständnis. Hahn wird im Lause der nächsten Tage erst dem Kre-sgerichte Korneuburg, dem zuständigen Gerichte, ein geliefert werden. * Unterstützung der Arbeiters, Angestellten- und Schülervorstellungen durch die Gemeinde« In der Gemeinderatssitzung vom 11. Jum v. I. wurde der Beschluß gefaßt, 10 Prozent der Lustbarke»sabgabe dem Zwecke zu widmen, Arbeitern. Angestellten und Schülern den Besuch von Thea er- und Blusikaussührungen zu ermöglichen. Unter Zuziehung von Fachleuten wurde em Komitee zur Durchfiihruna dieser Angelegenheit einacscht und kür dieses zufolge GemeinderatSbcschluffes ein Regulativ scstgcstellt. in welchem der Wirkungskreis des Komitees genau umschrieben rst. * Der Schreibmaschiuendieb. In der letzten Zeit ereigneten sich bei der Postdirektion und in der Gcneral-Postdirektion in Wien mehrere Diebstähle von Schreibmaschinen und anderen Wertsachen. Am 9. d. M. wurden als Diebe der 25jährige Monlenr Oskar L ö w und der 25jährige Dachdeckergehitte Matthias S 1 o n e k und als Anstifter der 26jährige Postamtsdiener Ludwig Bergauer verhaftet. Dre gestohlenen Schreibmaschinen wurden sichergestellt. * Ausgabe von FamUien-Fürsorgeblätter«. Der Magistrat gibt bekannt, daß die jür die Ausgabe der Familien- Fürsorgeblätter der internationalrn Hil'saktioncn für Wien im aUgemcinen kundgcmachlen Amtsstunden der Brotkommissionen Mit Rücksicht aui dcn Schuldienst'^'chcht gleichmäßig emgehalten weiden können. Die Ausgabe wird daher an den ku'wgemachlen Tagen in dcn bisherigen Amtsstunden der einzelnen Brolkomnnssionen, welche am Komunssionsgebaude verlautbart sind, erfolg:». * Sitzungen im Rathause. Der Stadirat tritt in der kommenden Woche Mittwoch, Donnerstag und Fre tag vormitiags zu Sitzungen zusammen. — Der Gemeinderat hält Dienstag und Freitag, 'nachmittags 3 Uhr, eine Geschäfts» sitzung ad. * Die Volkszählung. In den nächsten Tagen wird mit der Zustellung der Druckwrten (Zahlpapiere) für die nach dem Stande vom 31. Jänner durchzusührende Volkszählung, und zwar der Hausbogen, Wohnnngsbogen und Zählbläiter an die Hausbesitzer oder deren Stellvertreter begonnen werden. Die Hauseigentümer oder deren Stellvertreter werden ersucht, schon jetzt ihrerseits die Zahl der Wohnpar leien sowie der Hausbewohner sestzustellen. Eine Kundmachung über die Durchsührung der Volkszählung wird in den nächsten Tagen angeschlagen und in den Häusern verteilt werden. Vereinsnachrichten. (NachrichtenvonVereinenerfcheinenausnahmslosnuramTagederVeranstaltung.) Heute: HebräischerKonversationsklub. 6 Uhr abends. Zusarnmcnkunst im Lokale der jüdischen Exportakadcmiker, ü.,Taborftraße 1. — Ktomfitfcfic Bezirks!ektronXX. VS Uhr abends. Dr. N. M. Gelber: „Woher kommen die Juden nach Polen?" — Z r o n i st r s ch e M i t t e l s ch u kverbindungen. Tagung des S. E., 9 Uhr vormitlags, l.. Brbcrstraße 26, Souterrain. Anschließend 11 Uhr Vortrag Dr. T a r t a k o w e r: „Bedeutung der hcbräffchen Sprache sür die Nationalisierung der Jugend". — Hebräisches Sekretariat. Der hebräische Kurs ffir Anfänger beginnt morgen um 6 Uhr abends un obigen Lokale. — Mustks e k 1 t o n der H a k o a h. Hcme Sonntag, präzise Vr 10 Uhr voumttags, Gesamlorchesterprobe, verstärkt durch Berussmusiker, ntt Vcteinssaale des Konzerthauses, I., Hcumarkt. Ausgeliehene Note» mitbringen. Hii 4 Mt. Der Marktbericht. MasstriÄU drang ln der Grotzmarkthalle. — Zahlreiche Shnmachtsanfälle und Laschendiebftähle. Die Großmarkthalle hatte gestern einen Rekordbesuch aufzuweisen. Bereits um VS Uhr früh waren mehr als 4000 Personen vor den Toren der Großmarkthalle angestellt, so daß sich das Marktamt veranlaßt sah, bereits um diese Stunde die Halle z» öffnen. Das größte Gedränge herrschte gegen VS Uhr früh, zu welcher Stunde m der Halle bereits 40.< 00 Per soncn anwesend waren und weitere 20.000 Personen stürmisch Einlaß fviderten. Da btc zur Verfügung stehenden Vorräte, 24.000 Krlotzramm Rauch- und Spccksleisch, etwas P'erdc-, Schaf- und Zregensieisch und etwas rationiertes Nindfllench, nicht im entscrulesten ausreichten, sah sich das Marklaml im Einvernchinen mit der Polizet genötigt, dre Tore mit H i l t e b e r r 11 e n e r W a ch e z n s p e r r e n. Der Andrang in der Grobmarkihalle war so groß, daß sich iri.tr a l S 14 O h nm a ch t s f ä l l c .erelgne'en. Auch die Zahl der vorgckonnncnen L a s ch e n d > e b st ä h l e weist einen bisher nicht brobachieie jl 'R.e.k v r d ans. Eä mv'm oiitem 69 TslchendlMätzlr in der Ti; MnÄ Tm geitTf --:-„—au Großmarktlialle gemeldet. Um die Möglichkeit der Taschen^ dffbstähle zu köidcn, wurde wiederholt von bisher nicht eruierten Tätern das elektrische Licht beim Eingänge der Fischhülle wiederholt a b g e d r e h t, so daß dre Halle im tiefsten Dunkel dalag. Dre Vorräte waren um'/«8 Uhr früh vollständig z« Ende und es bedurfte .großer Mühe, die nach Tausenden zählende Menge, die nichts erhalten konnte, zum Berlaffen der Halle zu bewegen. Auf den übrigen Markten war die Nachfrage mäßig. Selbst italienische Zwiebeln, die sonst sehr gesucht warrn^ blieben zum Teile unverkauft. Dagegen fand der Verkauf von Rüben und holländischem Kohl unter Anstellungen statt. Der neue Broipreis. Bei der Landesregierung fand gestern vormittags eine AuS» svrache über die Festsetzung der n c*n c n Brot' und MehlPreise statt. Den Vorsitz führte ein Vertreter der Landesregierung. Vertreten waren die Brotfabriken, die Bäcker- Verewigungen, bT Großuno Kleinhandel und die Verbraucher^ vereimgiingrn. Nackdem die Aeußeiungen der einzelnen Vertreter z'w Kenntnis genommen worden waren, wurde die Beratung vertagt. . '*5 Konsumverein von Bankangestellten in Wie«^ Im Lokale, l, Rockhgaffe: Salzheringe, Maroni, I a Eßleigen, Schokolade, Rosinen, Orig, franz. Senk, Kümmel, Pfeffer. Paprika. Zwiebel, Frankiuner. Klobasten und Knackwürste, täglich krisch, Saucrkiaut, Grass Suppenwürfel, kosmetische Artikel der Jomawerke nt reichcr Auswahl, Rasierseife, 1 a Dualität in Würfeln. — Im Lokale, I., Schottenbastei: Kartoffeln, Schweine-- kett und Mehl, Acpselmarmelade gegen Marken, BrennspirituS für Haushalte mit Kranken ^Flaschen milbringen), Hoffs flüssiges Malzex.rakt, Vs Kilogramm-Glas kür den Haushalt, Salz, für den Haushalt bis 3 Perionen V« Kilogramm, von 4 Personen '/»Kilogramm. — In der Webwarenabteilung, I.,Schottrnbastei6> I. Stock: Volksbekleidungsware für Mehlrayonierte, die noch nicht bezogen haben: Flanelle, Kretone. Mäntel, Socken, Kinderanzüge, Srelenwärmer, Kamcelhaarloden, Handschuhe. Für alle Mitgüed«: Barchente, Zephire, Herren- und Damenkleiderstoffe, Herren- und Damcntaschemücher, Knabenhosen, Kindeistrümpse, Sweater Socken, Damen-Chevreaux-Schuhe und Putzschürzen. —Bei Bezug von Volksbekleidungsware sind Meldezettel und Einkaufscheinmitzubringen. __ y Petroleumpreiserhöhung. Der Preis des Pekroleuws im Dctailverkaus wird ad 12. d. M. aus X 5.20 pro Ltter erhöht. Kartoffelabgabe. Sonntag bis Mittwoch werden im k. Beziike holländische Kartoffeln zum Preise von K 5.10 pro Kilogramm, und zwar Vs Kilogramm pro Kopf gegm Abtrennung des Abschnittes X der Kartoffelkarte abgegeben.; Margarmeabgabe. Vom 11. bis 17. d. M. weiden iit den städtischen Margarine- (Butter-) Abgabestellen pro Person 12 Dekagramm Margarme rum Preise von K 7.60 gegen Abtrennung des L-Abschmttes Nr. 174 und der beiden Abschmtre Nr. 174 für nicktrayomerles Fett der Fettkarte ausgegeben. Für die Mindestbemittelten. In der 128. Aktionswoche erhalten alle Besitzer der rosafarbigen Einkaufscheine sÜL Wohlkahrifleisch V« Kilogramm Kartoffeltrockenprodukte Pro Person des Haushaltes zum Preise von X 1.50 gegen Abtrennung des Abschnittes M m den Geschäften der Großschlächteree . an folgenden Tagen: Dienstag dcn 13. d. M. A bis F, Donnerstag den 15. von 6 bis X. Samstag den 17. von L R und Montag dcn 19. von 8 bis 2. Zewiverba. Ab Mittwoch den 14. d. M. 8/s Kilogramm Mehl, 12 Dekagramm Margarine. Dieselbe langt trotz unserer Bemühungen voraussichtlich erst Donnerstag em, daher ist der Bezug erst am Freitag möglich. Kartoffeln aus Buchstabe K 1 Kilogramm, ferner aus Ziffer 20 des Emkaukschemes V« Kilogramm Marmelade (diverse Sorten). Sonst die laufenden Artikel. Bühne und Kunst. Vorlesung Ernst Deutsch. Bon unserem Berliner Korrespondenten. Wenn Ernst Deutsch das Podium betritt, diese schlanke, ' biegsame, hohe Jünglingsgestalt wie aus Marmor, ergießt sich etwas wie ein gütiges Lächeln in den Saal. Dann sitzt er, unbeweglich, und schaut wie ein Knabe; und bann be- ' ginnt es in ihm, aus ihm zu singen: Als der Herr ditz Gefangenen Zions zurücksührte, da waren wir wie. Träumende... Dieses Unwahrscheinliche, dieses Glück, dieser? Trost, dieses gottbewußte Vertrauen: Die mit Tränen säen, werden mit Freuden.ernten: Dies tvird, als Präludium, erlebtes Ereignis. Man steht aufnahmsbereit vor dem Wundrü des menschlichen Sprechens. Die Stinnne des Menschen ist nicht nur ein technisches Jnstruinent der Verständigung; sie. ist das Eleinent eines Zwischenreiches zwischen Kunst und! Leben, Musik und Vernunft; durch einen Don, durch Halbton und Viertelton, durch Vibration und Strenge, werden tiefste Geheimnisse offenbar, plötzlich ausgeschüttet, die durch' vieler verständiger Worte Häufung niemals Gestalt bekommen könnten. Das ist nicht „Vortragskunst" oder „Deklamation"; sondern die Seele selbst, unsichtbar bleibend, stoßt das Wort hinaus in den Raum, nackt und bloß, und doch in seiner beschwingten Fülle; die Stimme, unsichtbar und stofflos, und! doch jedes Teilchen des Saales füllend, dringt in die Menschen, die da sitzen und sich hingeben, als königliche Siegerin. Diese' nicht alltägliche Offenbarung des Sprechens erfährt man, wenn Ernst Deutsch liest. Er ist frei von Manier, frei von! ' Sentimentalität und Gefühlsmacherei, ohne Aufdringlichkeit', ohne Gepolter: nur das Wort läßt er leben, vermählt mit^ dieser klangvollen, ehernen, süßen Menschenstrmme. j Dieser Abend, mit dem die Berliner Zionistische Der-» einigung ihre Palästina-Aufbauwoche abfchloß, war unterschieden von anderen zionistischen Veranstaltungen, bei denen' oft das Bedürfnis des guten Bürgers nach Gesinnnligsschmelchelei zu Verzerrungen des Niveaus verlockt, die schwer? erträglich sind. Diesmal war das Programm mit erlesenem' Feingefühl zusammengestellt. Die zwei Psalmen, 126 und! 137, gaben die Weihe deS AbeudS. Nur Herzls „Menorah" vertrat die Tendeuzlüeratur; und dieses Stück ist das Werk eines Künstlers, der ein ganz großer Mann war, es schlägv die Brücke aus der Welt der heimlichen, lichtvollen Festtagsstube zu jener wilden, ^lärmenden, widerstrebenden Welt, die das Leben ist, da? seines formenden Meisters Harris Di.Mch las. die mit träumerisch^ (gfofojjy

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