Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 349 (11.1.1920)
- Date
- 1920-01-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 349 Men, Sonntag Montag abends stach Wreü zurückkehren müssen, um an den Parlümen'ati'ch n Ee HaMln^en teilzunehmen. Die übrigen Mitglieder. der Delegation würden je nach dem. Stande der Verhandlungen noch längere - Zeit in P 'ag verbleiben. . Inland. Staatssekretär Eldersch über die Flüchtlingsauswerfnngen. Der Kabinettsrat wird am Mittwoch vormittags den Bericht Dr. Renners über seine Prager - Reise anhören. Nachmittags wird die Nationalversammlung zusammentreten. Im Finanzausschuß fordertegestern in der Debatte Über das Budget der .christlichsoziale Abgeordnete Spalowsky, daß die Flüchtlinge so rasch wie möglich iaüs Wien entsernt werden. Weiters wünscht er eine Vernrehrung der Sicherheitswache. Die Unzukömmlichkeiten, -die früher bei den p o l L ti s ch e n B e Hörden erster Instanz Lorgekommen sind, seien auch heute nicht verschwunden. Es dürfe nicht an die Stelle deeinen Klassengeistes ein anderer Klassengeist gesetztwerden. Bei vielen Bezirkshaupt- Mannschaften und in der Gemeindeverwaltung in Wien be- Mhe jetzt der Zustand, daß'nicht nur die Arbeiterschaft ein Vorrecht hat,"' sondern daß die Arbeiterschaft " eiries 1 ganz bestimmten politischen Parteizugehörigkeit Vorrechte für sich in' Anspruch' nimmt. Die Arbeiter rate haben sich heute eine gewisse Macht und einen gewissen Einfluß erworben, daß sie Furcht zu' erwecken vermögen; bedauerlich' dabei ist aber, daß dem Rechte damit nicht gedient werde. Daß. die Arbeiterräte bei der Bevölkerung so in Mißkredit gekommen sind, ist lediglich auf die Mißbräuche zurückzuführen. Die heutigen Zustände in der. Verwaltung . sind durchaus anarchische. ,,.i; ‘ Abgeordneter L euthner .(Sozialdemokrat) tritt den .Rednern entgegen, die den Ursprung alles Nebels in den Urbeiterräten finden wollen. , Wer habe damit angefangen, ..bi« Gesetzlosigkeit zum Gesetz zu erheben? Die verschiedenen ..Landesverwaltungen. Sie haben Dinge getan, die vom Stand- . Pünkte jedes Staatesnur als Staatsverrat bezeichnet werden könnten. Sie haben Verhandlungen-mit-dem Ausland auf -eigene Faust geführt. Das. ist «in.Krieg der Länder. Einzelne Uebergriffe treten, in den Schatten gegenüber reiflich überlegten Handlungen, wie di« Einhebung von Ausfuhrzöllen. Was Lei den Ein- und Ausreisebewilligungen -vo'rgeht, grenzt schon,-an Tollheit.. Daß' dieser Länderkrieg die Wirkung hat, zu einem Kr eis krieg, zu einem Ortskrieg zu werden, daß es dann auch» einzelne Arbeiterräte gibt, die .das hehre -Beispiel der Landesverwaltungen, gleichfalls .nachahmen, - ist nicht sehr erstaunlich. -Weit .gefährlicher, füch. die. Uebergriffe - von rechts. Man hört in den Arbeitepfteisen-das Wort von der Sabotage der Republik durch Beamte. Der Redner verweist laufdas Gebaren gewisser Schichten der - Beamtenschaft und -der Offiziere. Eine Republik muß von'ihren Trägern zumindest fordern, daß sie Republikaner sind.' Sie kann nicht zulassen, daßsie von Leuten vertreten-wird,-die die Republik innerlich verachten und äußerlich verhöhnen. '' Staatssekretär Eldersch erklärte, daß die Organe des Staates, die sich Gesetzesverletzungen, zuschulden kommen lassen, selbstverständlich, zur Verantwortung..gezogen werden. Wenn vber Landesregierungen ober Landeshauptleute Aufträge erteilen, die sich nicht in Uebereinstimmung mit dem Gesetz befinden, könne er die untergeordneten Beamten wohl'schwer zur Verantwortung' ziehen, da diese sich auf. die- .ihnen -gefvordenen Aufträge berufen. Die..Anregung, Jugendlichen den Zutritt zu den Rennplätzen zu verwehren, wird dankbar Ausgenommen. .. WaS die Aus Weisung, der Fr« m den anlangt, so bietet-die Dnrchführung der Ausweisung aller Personen, -die nach dem 1. August, 1914 nach Wien gekommen sind, ' -naturgemäß große Schwierigkeiten^ .'Die über , die Zahl der Flüchtlinge angestellten Erhebungen ergaben, daß weit , n i ch t s o v i e le Flüchtlinge anw«fend sind, als angenommen w.ur de. Ihre Zahl muß mit un ge führ '24.000 an genommen werden. Soweit kann nicht gegangen'werdest,' daß jeder,-dev in' einem Beruf'steht, hier bleiben kann, wenn -d e u t s ch Üsterre ich i s ch e- S t a a t S b ü r g iii r i u diesem Berufe arbeitslos «sind. WaS.geschehen kann, um die lästigen Personen zu entfernen, geschieht. Aber. .die trostlosen Berkehrsverhältnisse werden auch in. dieser Richtung ungeheure Schwierigkeiten bereiten.. , ' Was'dt« Beschwerde des Abgeordneten Kollmann an-, lastgt, so wurden aus Baden im stanzen 180 Personen ausgewiesen; Kranke befandest sich überhaupt nicht ' darunter. " Es wurden nur solche Personen eiitfernt, die aus Wien äus- Zewieseil waren und stach Badest gegangen, sind. Diese Leute sind nicht nach Badest zur Kur gekommen, sondern um sehr gewinnbringenden Schiebergeschästen zu obliegen. - ' - ES ist durchaus' nicht die Absicht der Staatsverwaltung, Badest als Kstrort zu schädigen, aber es ereignen sich dort Auswüchse, die vermieden werdest nrüssest und die kaum dazu beitragen, Baden als Kurort zu fördern. Was die Waffen ab nähme in Baden betrifft, so befinden sich die Waffen bei der^ Volkswehr in Wiener-Neustadt./Alle Nachrichten, daß es bewaffnete Arbeiter gibt, sind vollständig falsch. . : '. Was die Tätigkeit der Arbeiterräte anlangt, so gehen die vorgebcachten Beschwerden doch auf eine viel frühere Zeit zurück In den letzten Monaten ist die Tätigkeit der Aibeiterräte. namentlich in Wien,, eine geregelte gewesen. Hier wurden sie als Organ« des Kriegswucheramtes verpflichtet. Berichterstatter Dr. Da n ne her g stellte eine Untersuchung über die Gebarung beim Stadterweiterungssonds in Aussicht, der vom Erzherzog Frau z Ferdinand für Wiener Morgenzeitung private Zwecke verwendet worden fei. — Das Kapitel „Inneres" des Budgets wurde hierauf angenommen. « Herr Eider sch ergänzt Herrn Sever. Während dieser ursprünglich, behauptete, nur die „unproduktiven Flüchtlinge" treffen zu wollen, macht Eldersch auS seinem Herzen keine'Mördergrube. Ex will auch die ausweisen, die in Berufen .stehen, in denen sie eine Konkurrenz für die „Bodenständigen" bilden könnten. Das, ist doch wenigstens ehrlich und offen geredet. .Durchführen kann Eldersch ja die Ausweisung nicht, aber er kann die Flüchtlinge noch weiter in Mißkredit bringen. Gut ist, daß wenigstens die Lüge von der Ueberschwemmunst Wiens durch die Flüchtlinge endlich widerlegt wird. _ Empfang des schwedischen Gesandten. Wien, 10. Jänner. (Korr.-Bur.) Der Präsident der Nationalversammlung bat beme den schwedischen Gesandten Oskar Anton Herrmann E v e r l 8 f f empfangen, der dem Präsidenten ieme Beglaubigungsschreiben sonne ein Handschreiben des Königs von Schweden überreichte. Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung. Die «Wiener Zeitung" veröffentlicht eineVolsiugsanweisnng des SlaatsanNcs für soziale Verwaltung, womit die tägliche Arbeitslosenunterstützung vom 28. Dezember 1919 angegangen um einen außerordentlichen Zuschuß von K 2 erhöht wird: st> für den Arbeitslosen ohne Unterschied des. Geschlechtes, der für mindestens ein Familienmitglied die Familienzulage bezieht (Fannlienerholter). d) für -den männlichen Arbeitslosen über 18 Jahre, der nicht in einem Familienvcrbande lebt. Diese Vollzugsanweisung tritt heute in Wirksamkeit. Ausweisung von Oesterreichern aus Ungarn. Wie«. 10. Jänner. Wie der , „Korr. Herzog" aus Wiener-Neustadt gemeldet rpird, habe» im Eisenburgcr Konutat etwa sechzig F a m r l i e n die Aufforderung erhalten, das Geb et des. ungarischen Staates bet sonstiger Internierung zu verlassen. Pulverexplosion in Trofaiach. Graz, 10. Jänner. Wie die Abendblätter melden, ereignete sich gestern obcubS in der Pulverfabrik in Trofaiach durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters ein Sprengschlag. 500 bis 600 Kilogramm Pulver' entzündeten sich. Drei Arbeiter wurden getötet und drei schwer verletzt, von denen einer im Spital starb. Telegramme. Zur Demission Klofae'. Stribrny lehnt ab. Präg, 10. Jänner. (Tel.-Komv.) Wie „Narodm Demokratie" erführt, hak Präsident Masaryk das LandesverttidigungSministerium dem früheren Elsenbahnministcr Abgeordneten Stribrny angebotcn. Dieser lehnte jedoch mit der Begründung ab, daß er keine Miyisterstelle annchmen wolle. Kerne.Vertagung pßS Teschener Plebiszits. Prag, 10.-, Jänner. (Privat.) Im Budgetausschuß der Nationalversammlung - fragte^ der Abgeordnete Sp a cek. was cm den Beuchten über die Vertagung des Plebiszits i m T e s ch e n e r G e b i e-t wahr sei. Der Vertreter des Ministeriums des Aeußern erklärte, daß die Nachrichten. .über eine Verschiebung des - Plebiszits in Teschen nicht der Wahrheit entspreche n. Die tschecho-slowakifche Nationalkirche. Prag, 10. Jänner. (Tel.-Komp.l Die Nationalversammlung wird in den nächsten Tagen einen Gesetzentwurf über die Regelung des Verhältnisses der tschecho-slowakischen Küche zur römisch-katholischen Kirche erledigen. Nach diesem Entwurf wird der tschecho-slowakischen Kirche die vollkommene Gleichberechtigung zurrkannt. Sämtliche bisherigen Anstalten, Institutionen und Vermögensobjekte der römisch-katholischen Kirche werden sukzessive' in das Eigentum der tschecho-slowakischen Kirche übergehen, sobald rhre- Bekenner -50 Prozent der gesamten Glärrbtgerschast erreicht hahen. Die ungarische Judikatur. . Budapest,- 10. Jänner. Aintlich wird gemeldet: Der Szolnokcr-Gcrichtsrät.Dri Franz M a r t o n, der während der Rätediktatur das Amt ,eines Anllagckommrsfärs bekleidet und in dieser Eigenschaft die Verurteilung von sieben Person e n zum Tode ünd ihre Hinrichtmig herbeigeführt hatte, wurde zu 1k> Jahren -Zuchthaus-mit Eimechnung von drei Monaten und zwei Wochen Untersuchungshaft sowie zu zehn Jahren Amtsvcrlust verurteilt. — Die Budapester, Polizei verhaftete. heute die bekannte Kommunistin Gisela Grunz w,e i g. die wahrend der Rätediktatur als' politische Beauftragte des 1. Roten Ersatzbataillons eine hervorragende Rolle geipielr und ihre Stellung dazu Mißbraucht halte, um sich große Vorräte an Lebensmitteln und Waren aufzustapeln, dir in ihrer Budapests Wohnung beschlagnahmt wurden. Die Sprengung des deutschen Reichstags» Zentrums. Die Bayern gegen den Einheitsstaat. Berlin» 10. Jämrcr. Der «Lokalanzeiger" meldet ans München: Der aus allen Teilen Bayerns stark besuchte Parteitag der Bayrischen Volkspartei (Zentrum) hat gestern in München mit Überwältigender Mehrheit nach einem Antrag Dr. H e r m s die sofortige Lösung'der Arbeitsgemeinschaft mit dem Neichstagszentrum, also denAu 8 tri 11 aus d e r Z e n t r u m ö 1 r a k t r o n d e r N a t i d n a l v e rs a m m l u n g, beschlossen, und zwar mit der ausdrücklichen Begründung, daß E r z b'e r g e r s Stuttgarter N t b ,c mit der Forderung des Einheitsstaates bc-ut Faß den Böden ausgeschlagen habe. - Das Zentrum der Nationalversammlung versiert mit dieser Sezession-18 Sitze und wrrd daher schwächer älsdieDeutschd e nr o k r a t e n. Der Einheitsstaat wurde e i n st i m m i g a b g e l e.h n 1 und mit großer Mehrheit besch'lossery den Parte i.t a g , des Zentrums nicht z u b c> schicke n.- 'Die Einigung der chnstlichcn Bauernvereine und des Bayerischen Bauernbundes wird in der Generalversammlung der Bancrnvrrcine beschlossen werden, dir aber wegen der Köhlennot vom 15, Jänner bis auf weiteres verschoben werden mußte.'?n seiner Stuttgarter Rede am 4. d. M. hatte Minister e r g e r ausgelührt, erstehe und falle mit dem Programm, daß Deutschland schon aus Svarsamkeitsgründen ein Einheitsstaat werden müsse. Dre lieber iühnmg der Eisenbahnen, der Post und der Wafferstraßen an das Reich solle noch in 11. Jänner 1920 Sekte 5 Größte Auswahl! Billigste Preise-!. «io Leopold Steinhart, Wie», >., Biberstraße 9. 4073/8 diesem Monate geregelt werden. Das Reich müsse auch das Justizwesen übernehmen. Es gelte die Zusammenfastung. aller Kräfte ohne Untergrabung der Eigenart der einzelnen Reichsglieder. - . Versammlungsverbot in München.' München» 10. Jänner. Der Polizeipräsident hät alle öffentlichen Versammlungen politischen Charakters verboten. Auch die bereits genehmigten Versammlungen dürfen nicht stattstndrn. Das Verbot wird damit begründet, daß in der letzten Zeit öffentliche Versammlungen einen stürmischen Verlauf nahmen und dadurch die Gefahr besteht, daß Unruhe aui die Straße getragen werden könme. (Das Verbot richtet sich gegen die Pogromversuche des deutschen Schutzbundes. D. Red.) Rumänische Truppen vor Odeffä. London» 10. Jänner. „Moruing Post" meldet aus Warschau: Em beträchtliches r'u m ä n i s ch es Truppenkontingent besindet sich auf dem Wege nach O d. e ff. a, um die Stadt gegen die Bolschewiken zu verteidigen. .Eme polnische Division hat den Befehl erhalten, über Wolhynien Kiew zu Hilfe zu eilen. Odessa von den Akraknern genommen. Lemberg» 9. Jänner. (Ukrain. Pressedienste Der ukrainische „Wpered" berichtet:' Die ukrainischen Aufständischen haben die. Reste der Drnikinaimee aus der Ukraine rechts des Dnjepr vertrieben. Starke Abteilungen der Aufständischen, denen sich dre galizischen Ukrainer und die in der Ukraine, von Denikin angewörbcnen Soldaten angeschlossen haben, sind in Odessa e i n g e z o g e n. In den durch die Aufständischen befreiten Gebieten werden im Einvernehmen mit der Regierung lokale K o m i t e e s zur Wahrung der Ordnung und zum.Schutz wor neuen Uebersällen gegründet sowie ukrainische Verwaltung enigeführt. Kottschak verhaftet. Moskau» 10. Jänner. (Funllpruch.) Aus Taiga wird gemeldet, daß laut einer Meldung aus Irkutsk Admiral K o lt s ch a k durch Povelew verhaftet und demGericht übergehen worden sei. Aufruhr in Saragossa. Saragossa» 10. Jänner. (Havas.) Der Syndikalist C b e e a, ein Korporal und einige Soldaten des 9. Artlllerieregiments drangen in dre Kaserne des Regiments ein und ermordeten den wachthabenden Offizier sowie einen, Sergeanten. Unterosstziere und Soldaten leisteten den Aufrührern Widerstand. Die Behörden umzmgelten das Gebäude. und drangen mit Gewalt ein. Der Aufruhr istunterdrü ck t. Der Syndikalist Chcca wurde getötet, drei Soldaten und. ein Gendarm verwundet. Es wurde der Belagerungszustand verkündet. -- Madrid, 9. Jänner. (Havas.) Alle Offiziere des Heeres, die sich gegenwärtig auf Urlauv befinden, find einberusm worden. In der Kammer geiselten die Führer aller Gruppen, mit, Ausnahme der Republikaner . it n b S o z,i a l t st r n die Zwischenfälle in Saragofia. Ausstand in Tibet. Moskau, 10. Jänner. - (Funkspruch.) Aus Omsk wirb gemeldet, daß die Aufstandsbewegung in Tibet, die imNovember eingesetzt hat, immer größeren Umfang annimmt. Die chmesische Regierung hat Militärverstärkung dahin entsendet. Tagesbericht. Der eingeschränkte Zugsverkehr. - Wie von unterrichteter Seite mitgrteilt .wird, dürste der Schnellzugsverkehr eingestellt und der Fernverkehr nur durch Personenzüge vermittelt werden. Durch diesen Verkehr nach Möglichkeit hofft man die drohende Gefahr einer gänzlichen Zugsverkehrseinstellung zu bannen. Wegen andauernder Kohlennot ist der Schnellzug nach der Schweiz, Wien-Weftbahnhof über B u ch s, welcher morgen zum zweitenmal hätte abgehen sollen, wieder ausgelaffen worden. Der Personenzug nach Feldkirch v < -H* kehrt vorläufig noch. . ■ Ernst Liffauer über seinen »Hatzgesang". Ernst Lissauer, der jetzt seines berüchtigten Gedichtes „Haßgesang gegen England" trotz des geernteten Roten Adler-Ordens und des reichen Dichtertriumph'es der ersinn Kriegsjahre gar nicht mehr froh wird, hat bezeichnender Weise von einem Berliner Blatte den ehrenden Auftrag erhalten, seiner Leier einen „versöhnenden Friedensgesang" zu entlocken. Er hat die Aufforderung, die am Ende gar. eine Fwzzelei war, ernst genommen und mit folgenden Zeilen beantwortet: > . -V; „Jener Haßgesang entstand aus der Sorge, daß Deutschland vernichtet , würdet In der Gestalt der Verneinung, der Zerstörung, des Haffes kam er, * hinter ihm aber ständ eine b e j a h e n d e K r a f t, d i e' L ie b« zu Deutschland. Ich bin kein Politiker, auch' : von Natur kein politischer Dichter, nur lange aufgeh äufsi jSorge hatte mich für eine Frist in - die Dichtung des Tages und der Zeit geführt. Da ich zu Deutschlands starker Stunde mein hassendes Gefühl verkündete.- und damals in der vordersten Reihe stand, soziemt es mir nicht, nun, zu gewandelter Zeit, abermals , den Rufer zu machen und den Anschein zu wecken, als ob -ich für das niedergeworfene Deutschland nun um Versöhnung betteln ginge. Eben dies, wenn ich mich selber recht verstehe, hemmt mich, daß sich mein Gefühl zr einem Gesänge l ö s e. Zu ' diesem sind ander* berufen."- r j ■ h Wir sind einverstanden, daß dr einen Tropfen Edesi mnt in seinen Becher tut, ber von Haß. überschnninte und!vir begrüßen die Hennnungen, die es verhindern „daß. M. [ein. Gefühl zu einem Gesänge ${*% Ä