Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 349 (11.1.1920)
- Date
- 1920-01-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Dien, soninay Zigaretten-Hfllsen und Papiere unübertroffen in Qualität! Ueberall zu haben, e ev Fabrik: Hahn ft Jura, Wien, IX., Altmüttergasse 3 TatlftkeitSprbiet in . der Dohnunr>Sfrage. der öfienllichrn Wohliahrtsanfialten und in den kulturellen und Bildungftapen hin. In seinem und dem folgenden Referate des Herrn H e l l m a n n Lod^ wurde auf die Notwrndigkert des wirtschaftlichen und »olitrschen Zusammenschlußes der jüdischen P.nte:en m den Acmemderalen -'»gewiesen. Es folgten Speüalrcfciare über de ^man;-. Wohnung)', Samtäls- und AvvrovisionierungsrrageN. Die ziemlich gründlich und mit Sachkenntnis behandelten ^fragen wurden m drr-D sku sion eingehend besprochen. Dre Kon- MN, gipfelte in dem Beschluß, einen L^gliedrigen Zentral rat »er jüdischen Geme nderiire Poiens-u wählen, in wachem Warschau «it 10 Delegierten verrieten ist. Der Zeniialiat ist beauftragt, an »llejüdischen Parteien Polens heranmtreten. damit « in ihn ihre Vertreter entsenden. — Die Konferenz ist jedenfalls, venn ste auch nur als „Rumpfparlamentzu betrachten rst. rin luter Anfang für eine auk der Grundlage der wut'chasilichkn, Murellen und pol tischen Judennöie notwendige K o n s o I i* »ierungder jüdischen Parteien Polens. Diese muß kommen, soll das Judentum m Pol-n fähig fein, sich gegen die Auswttungspolrtik zu wehren. Die Initiative dazu gegeben zu haben, Ä ein Verdienst der zionistischen Organlsalion Polens. Die militärischen Erfolge Sowietrußlands. Nach der amtlich2n Darstellung des Kriegskornchissariates der Sowjetrepublik wurden in den letzten Monaten bis zum 31. Dezember 1919 nachstehende- Militärische Ersolge erzielt: Nordfront: kleine Fortschritte gegen die Murmanküste. W^stfrint: Wiederrroberung des von Judenitsch besetzten Gebietes von 81.009 Quadratkilometer mit über zwei Millionen Einwohnern. Viele Gefangene und große B ute. S.'idfrvnt: Wiedereroberung eines Gebietes von 309.000 Ouadraikiiometer mit 35 Millionn E'nwohnecn, 36.000 Gefangene. 400 Geschütze, 1000 Maschinengewehre, 11.000 Gewehre, 200 Lokomotiven, 10.000 Waggons. Ostfront: Vorrückung von übcr 2000 Wrrst, Eroberung eines Gebietes von 16 Millionen Quadratkilometer mit 15 Millionen Einwohnern, 129.000 Befangene, 450 Geschütze, 52 000 Gewehre, 1300 Maschinengewehre, 550 Lokomotiven, 27.000 Eisenbahnwagen. An der Sm w stfront wurde die unmittelbare Verbindung mit Turcestan und des asiatischen Grenzgouvernements bis Buchara hergcstellt. Die Revolution in Bulgarien. Belgrad» 10. Jänner. Das Südslawische Preßbureau meldet aus Sofia: Nach allen Anzeichen ist bte rvolutionäre Bewegung, die in Bulgarien begonnen Hot. sehr ernst. Bor dem königlichen Palais »st cS zwischen Soldaten und der Bevölkerung zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Ungefähr 100 Personen sollen getötet oder verwundet worden sein. Gestern ist Sofia von Truppen besetzt and die Ruhe wieder hergestrllt worden. Es wird berichtet, daß rS im Innern des Landes gähre, daß sich aber biS jetzt keine rrrstücken Unruben geze gt haben. feher brachte es nur bis zur Zeit des Propheten EliaS. Obwohl also das Werk nichts anderes geworden ist, als eine dersifizierte biblische Geschichte, fand es bei den Z.'.tgenossen ungeheuren Antlang, ein Beweis für das Interesse, welches das Alte Testament damals nicht nur bei' den Sitecaten, sondern auch beim großen Publikum fand. Besonders beliebt war die Gestalt des Königs Salomo. Einerseits bewunderte man seine hohe Weisheit, dre ihn sogar zum Herrn der Dämonen machte, andererseits reizten seine Erfahrungen mit seinen vielen Frauen zu poetischer Gestaltung, wobei seine Rolle freilich weniger schmeichelhaft ausfiel. So schildert ihn das Gedicht „Salman und Morolf" als einen jüdischen MenelaoS. Dieses um 1200 entstandene EpielmannSwerk geht auf die hebräische Sage vom Zwiste des Königs Salomo mit dem Fürsten der Dämonen zurück. An die Stelle des letztere^ tritt in dem deutschen Poem der Säuger Marolf, in welchem sich der Spielmannsstand selbst ein Denkmal gesetzt hat. Kein Wunder, daß er als der eigentliche Held der Dichtung erscheint und dem König, dem er zweimal die durchgegangene Gattin Salme zürückbringt, an Schlauheit und List überragt. Ein derber, ja, obszöner Ton herrscht vor. Er wird in einem jüngeren Spruchgedicht von »Salomo und Morolf" aus dem ii. Jahrhundert noch übertroffen. In diesem Rebetournter zwischen Salomo dem Weisen und seinem Hofnarren Marolf suchen sich beide durch grobe, pofienhafte Einfälle zu überbieten. Wie dieses Beispiel zeigt, bedeutete die Bearbeitung hebräischer Motive durch die altdeutschen Dichter für jene durchaus keine literarische Rangerhöhung, sondern meistens eher das Gegenteil.. Die Schllchtheit der uralten Bibelsprache erscheint noch übertroffen durch die Primitivität der germanischen Geisteskultur im Mi telaltcr. Deren literarische Repräsentanten haben nirgends die Poesie, dagegen überall — so unmöglich dies beinahe erscheint — die Naivität ihrer ehrwürdigen Vorlage übertroffen; sie taten dabei jenen Schritt, der vom Erhabenen zum Lächerlichen führt. Oft mag die Lächerlichkeit beabsichtigt gewesen sein, wenn sich etwa ein Bänkelsänger de» Stoffes bemächtigte, um derbkomische Wirkungen zu erzielen. (Aeltere »Judith".) Gewöhnlich nahm aber der Verstfex sich und sein Werk sehr ernst und ahnte nicht, daß mit der Bearbeitung eines BibelstoffeS dessen —- Kcrrodie Wiener Morgenzetinn- U. SSimec 1920 91t 849 Die Prager Konferenzen. Prag, 11. Jänner. Um 7 Uhr 45 Minuten früh ist der Sonderzug mt dem SlaatskanzÄr Dr. Renner Und [ei.tct Begleitung am Wilsonbahnhof eingetroften. Zum Empfang batte sich der össerrei5ifche Bevollmächtigte, LegatiönSrat Dr. Marek, eingeiunden. Namens der tschechischen Negierung war Mruisterpräsident Tusar in Begleitung seines Prä'idialchefs, SrktionSrat Dt. HavNcek, erschienen. Nach herzlicher Begrüßung fuhr der Staatskanzler mit den Herren seiner Begleitung nach dem Palace-Hotel. Nach 10 Uhr vormittags fanden sich in den Sä*en beS Ministerrat's die Mitglieder der österreichischen Delegation und die tschecho-flowaki^chen Minister mit den Referenten ein. Nach einer zwanglos:» Unterhaltung, bei der die Herren Gelegenheit fanden, miteinander persönlich bekannt zu werden, versammelten sich die Vertreter beider-Regierungen in diesem Saale. Ministerpräsident Tusar hieß die österreichischen Delegierten willkommen und. sprach die Erwartung aus, däß die Verhandlungen im Interesse beider freien Staaten zum Erfolg führen w:rden. Minister des Aeußern D'r. V e n e s ch teilte mit, baß die Kommt','litten sollende Zn^ämmenlegungen erhalten werden: Die erste Kommission für politische Fragen wird mit der Kommission Ilt für Gren'fragen vereinigt und arbeitet itit Ministerium des Innern. Die Kommissionen IV, VI und VII, die Finän'angrlegenhelten behandeln, werden gleichfalls vereinigt und' ta^en im Fin^nnninillerium. Die Kommission II, ligukdierrnde Stelle für Kre' i'einrichtungen, und Kommission V, handelspolitische Kommission, können nicht gleichartig tagen, da sie gemeinsame Referenten. haben, und beginnen ihre Beratungen im Handelsministerium. Di« Kommission Vlll arbeitet im Ministerium für soziale Fürsorge. Staatskanzler Dr. Renner erwiderte auf die Ansprache des Ministerpräsidenten Tular und gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen gut verlaufen werden. Oesterreich sei bestrebt, die Friedensbrdingungen tunlichst rasch zu erfüllen und in Kraft zu setzen, um es der Entente zu ermöglichen, daß beide. Staaten in voller Unabhängigkeit sich - ihrer wirtschaftlichen Aufgabe zuwrnden. Zum Schlüsse bat Ministerpräsident Tusar, baß die Herren miteinander in Fühlung treten und nachmittags die Verhandlungen beginnen mögen. Prag, 10. Jänner.. Der Minister deS Aeußern der tschecho-flowaki^chen Republik, Dr. Bene s ch, und der Staatskanzler der österreichischen Republik, Dr. Renner, haben in einer mehrstündigen Unterredung die internationale Lage der beiden Staaten erörtert. Sie sind dabei zu vollem Einverständnis darüber gelangt, daß die Außenpolitik beider Staaten a u f der Basis des FriedenSvertrageS von Saint-Germain dahirrstrebenmü^se, die endlich errungenen freiheitlichen Einrichtungen beider Völker im Innern und die volle Souveränität beider Revubliken nach außen zu sichern, Dersuch« einer Restauration früherer staatlicher und politischer Zustände sowie einer ne re r lichen staatsrech tsrchen Bindung abzülehnen und dabei auf die den Interessen beider Staaten entsprechende wirtschaftliche Zusammenarbeit zum Wiederaufbau der Volkswirtschaft und des Verkehres. hinzuwirken. : Zugleich sind die zuständigen Minister. und Staatssekretäre mit den betreffenden Fachreferenten in vier Kommissionen züsammengetreten, um über die in dem schon kundgemachtm Programm züsammengestellten administrativen, wirtschastLi^en.und finanzielle^.Fragen zu beraten.. Die Kommission für soziale Fürsorge hat bereits die meritorischen Verhandlungen ausgenommen und einen wechselseitigen Vertrag über soziale . Versicherung, speziell über die Pensionsver siche cung der Privatbeamten, beraten. Die Kommissionen für Nostrifikationen, Depositen und Schütldenaus gleich ung wurden vom Finanzminister Sonntag begrüßt und gingen sofort jn die. Beratungen einzelner Fragen über. Morgen werden in allen Kommissionen die Beratüngen fortgesetzt. Prag. 10. Jänner. (Tel.-Komp.) Um r/gll Uhr empfing ..Minister des Aeußern Tr. Benes ch den Staatskanzler Dr. Renner. Zur selben Zeit trafen lieferte. (Ein Beispiel für viele ist die jüngere „Judith".) Dagegen war umgekehrt der Gewinn, den das deutsche Schrifttum aus dem jüdischen schöpfte, ganz gewaltig. So hat die anhaltende Beschäftigung mit dem „Hohen Liede" — um 1065 übersetzte, paraphrafierte und kommentierte es Willi tarn, für das nächste, das zwölfte Jahrhundert, ist das «Trutberter Hohe Lied" charakteristisch, für das dreizehnte das „Hohe Lied" des Magdeburger Konstabler- Brün von Schönebeck — und die landläufige Auslegung des alttestamentarischen Liebesgedichtes als Sehnsuchtsgesang der „minnenden Seele" nach der Vereinigung mit Gott schließlich (im 14. Jahrhundert) zur „Mystik" geführt, in der die Religiösität des Mittelalters auf deutschem Böden ihre tiefste Verinnerlichung und ihren vergeistigtesten Ausdruck fand. . Der Dank für eine solche. Bereicherung des deutschen Geisteslebens ist dem Judentum nicht vorenthalten worden. Als Revanche für die vielen Stoffe und Gedanken, die da» deutsche Schrifttüm dem jüdischen entlehnte, hat eS diesem ein Motiv aus dem eigenen Vorrat „abgetreten" — daS Blutmärchen . *. Während man nämlich die Anschauung» daß jemand durch fremdes Menschenblut leibliches oder gar seelisches Heil^ erringen könne, in der gesamten jüdischen Literatur vergeblich suchen wirb, spielt ste in der altdeutschen Novellistik eine ganze hervorragende Rolle. Ihre berühmteste Verwertung fand sie im 18. Jahrhundert jm „Armen Heinrich" HartmaünS v. Aue und im „Pfaffen Amis" Strickers. In dem einen Epos soll ein Ritter durch daS Blut einer Jungfrau vom Aussatz befreit, in dem anderen sämtliche Insassen eines Spitals durch das Blut des Siechsten unter ihnen geheilt werden... Ob dieser Aberglaube auS dem Volke in die Literatur oder aus der .Literatur in das Volk gedrungen ist, läßt sich heute nicht mehr feststellen. Jedenfalls hat er -— wie jeder Aberglaube im Mittelalter — seine Opfer gefordert, Grund genug, daß man für ihn wie für die Pest -und andere Landplagen alsbald die Juden verantwortlich machte und ihnen die Autorschaft zuschob ... DaS war das einzige bleibende Ergebnis der Wechselbeziehungen zwischen der altdeutschen und der jüdischen Literatur. Hugo Spiegler. Schrefbmaschfiienj erstklassige &steme, fabrikmen und gebraucht, ln allen PreMste« 3 wl-d* verrat!'. 2,7» I I., Biberstrasse 89,!*•*** »«. »s»»n«wsr der Port»parkawe I Qesr. ,903 JOE 1.15 «TT NP». Oegr. | die österreichisch'» S'aatSse"retäve und ihre Beileitung im Min'sterraispräsidium mit den leitenden Ressortrnln stern, bellchnngswese deren D»r e ern zusammen. Um 1 Uhr mittags würde das gemeinsame Mittagessen der Delegation im Palasthotel eingenommen. Um 4 Uhr begännen die A.bri'en in sämtlichen Fachkommissionen. Ursprünglich war die Aufteilung auf acht Kommissionen, geplant, doch ist diese Arbeit auf drei Kommissionen züsammettiekegt worden. Um 7 Uhr findet im tscheckischon Nationaltheater eine Festvorstellung statt. Morgep um 11 Uhr vormittags wird Staatskanzler Doktor! Nenner vom Präsidenten Masaryk in besonderer Audienz empfangen werden. Um 5 Uhr nachmittags findet beim Ministerpräsidenten' ein Dee statt und abends besucht die österreichische Delegation die Vorstellung des „Lumpacivagabundus" im Neuen Deutschen Theater. Prag. 10. Jänner. (Tel.-Komp.) Alle tschechischen Blätter widmen der österreichischen Delegation je nach ihrer Parteistellunz gefärbte Artikel. Das Blatt des MinPerpräsiden'en. „Pravo L^du", verurteilt vor allem die chauvinistische Pre se Prags und Wiens, die schow Wochen vorher ihr Werk verrichtet hat. Diese Presse hat die wildesten Phantasien über den Zweck der Re'.se Nenners nach Prag in die Welt geschleudert und auf beiden Seilen Mißtrauen hervorgerufen. D e Bevölkerung hat aber feiste Ursache, sich durch diesen Besuchs beunruhigt zu fühlen. Jm Gegenteil, sie kann vom Herzen floh sein, daß an Stelle der Politik deS ständigen <Ai"elras'eltts eines Kramarsch und Rasch in unserer Republik jetzt loyale Wege zum freundschaftlichen und ruhigen Zusammenleben mit den angrenzenden Siaaten und Völkern betritt. Zur Zeit beS Mtnisterprä,idenien K 'amar'ch waren wir beunruhigt durch erfundene Gcschichtchen von einem militärischen Uekerfall durch Oesterreich, unter der Regierung Tusar kamen Vertreter Oesterreichs in feierlicher Wrise zu uns, um uns die Hand zu reichen. Dr. Renner ist ein nüchterner, realer Politiker. Er kommt mit keinen übertriebenen Plänen, nichts ist ihm so fremd wie politischer Romanllsmus. Wir wünschen ausr chiig» baß der Besuch der österreichischen Delegation vom besten Erfolge begleitet wird. Der erste unserer Nachbarn reicht uns die Hand. „Tribuna" würdigt die politische Bedeutung dev Prager Reise Dr. Renners, wenn diesen auch absolut unpolitische Fragen hierhergeführt haben. Unser politisches Verhältnis zu Wien, schreibt daS Blatt, ist durch die Entwicklung der Dinge gegeben. Dr. Renner überden Stand der Verhandlungen. Prag, 10. Jänner. Staatskanzler Dr. Renner empfing nachmittags in seinem Aosteigquartier die Vertreter der Presse» um ihnen über den Zweck der Prager R.ise Mitteilungen zu machen. Der Staatskanzler. führte aus: Der .Zweck der Reise ist in. dep öffentlichen Meinung — wenigstens Oesterreichs — vi.l'ach falsch ausgelegt worden. Der Wiener Regierung handelt es sich darum, den Frieden, der schon lang« unterzeichnet ist, endlich praktisch burchzuführen. Nicht nur die österreichische Regierung, sondern die ganze Bevölkerung Oesterreichs sind so gut wie ausnahmslos entschlossen, den Zustand, wie er in ftinen Grundlagen geschaffen ist. praklisch durch'usühren und . ohne jeden Vorbehalt wirksam werden zu lassen. Wir nch.r en in Ö sterreich diesen Zustand als gegeben»! Tatsache hin. Jedermann rechnet mit der völligen Unabhängigkeit und Souveränität der Nationalstaaten, rechnet mit den einmal im Friedensvertrag festgesetzten Grenzen, und hat die Absicht, das Vergangene vergessen zu machen uvh auf der gegebenen Basis friedliche und freundschastliche Beziehungen herzustellen. Insbesondere hat man das stärkste BebürfüiS', endlich einmal übcrlicferle Gegensätze abzutu» und nebenllnander und miteinander Wirtschaft zu treiben. Die volkswirtschaftlichen Interessen sind gegenüber den nationalen Interessen weit in dcn Vordergrund gerückt. Jedermann würbe sich da über frruen, wenn endlich Handel und Wandel wieder wir im Frieden im Gange wären. Die Alpenländer haben schon im Verbände der seinerzeitigen Monarchie in ihrer überwiegenden Mehrheit eine Polili' der nationalen Versöhnlichkrit besolgt und die zwei Parteien, die heute in Wien herrschen, und dem ganzen Land« und seiner Po i il den C a alter der «ihen, die S o z i a l« demokratie und dir christlichsoziale Partei, sind cn'-sch o,srn, mit der tschecho-slowaliichen Republik die besten Beziehungen zu unterhalten. Diese wirtschaftlichen Beziehungen wieder in Gang zu bringen, müßte zweifellos im Vorteil beider Staaten liegen und l.gt den Grba r.en r.a)e,in Be ug auf den Ha.ide.'sverkeh« alle Erleichtcrungen zu schaffen, wie ste zwifchm zwei vollständig souveränen und unabhängigen Nachbarstaates im Frieden zu bestehen pflegen. Für die Herstellung dieser Brgtehungen bietet der Friede von Saint-Germaiv die Grundlage und den Rahmen und deshalb ist bi« Inkrastsrtz^ng dieses Friedens der nächste Inhalt btt Verhandlungen» die uns zu anmengeLhrt haben. Schlirßäch teilte der Kanzler mit, daß zumindest er selbst, eventuell auch andere Mitalieder des Kabmetts-