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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-10 · Heft 348 (10.1.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 348 (10.1.1920)
Date
1920-01-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Sämstäq u--—----- fremde, den jeweiligen jüngsten Liebhaber des Theaters zu verführen und überhaupt im Laufe von drei Stunden so viele weibliche Untugenden zu entfalten, haß man der betreffenden Dam-e darüber fast ihre Tugend verzeiht. Denn schließlich ist eine bessere- Salopdatpe doch immer sehr tugendhgft; es ist alles nur beinah^. Es ist auch ziemlich strapaziös, jedes Wortstrit eistW Oberton und einem llnterton und einem Zwischenton undleilleiu Nebenton zu sprechen, damit alles nur ja so vieldeutig herauskommt, daß es nur eine Sache bedeuten kann. Und es ist vor allem auf die . Dauer, nicht sehr befriedigend, etlvas zu spielen, was-es-gar nicht gibt. Es gibt nämlich keine Salondame. Ich wenigstens habe nie eine gesehen. Ich habe nie eine Frau gesehen, die nichts ist als. charmant, amomöA, in-, rrigaut, geistreich, pikant, eine Toilette und ein'braponröser Abgang. (Das dürsten so ziemlich alle wichtigen Bestandteile einer Salondame sein.) Das mag unjer Uni standen eine sehr dankbare Pol^e, gher. nie' vinen lebendigen Menschen ergeben. Ein Mensch-, hat doch, noch auch so etwas wie Seele, Blut, Temperament — von all' dem 'weiß di? Sa.ondamei nichts. Sie ist. wie man stch 'einmal die berühmten Götter hachte: sie schwebt, 'über allem menschlichen Leid Und alber menschlichen Freude. Sie ist höchstens' heitgr^ aber, so eine, warrne, ehrliche, herzhafte Freude/ die kennt' sie nicht. Sie har keine wirkliche Träne und auch kein wirkliches Lachen. Sie.raunzt nur und lächelt." Die. Künstlerin fehlst sich yach den; Fach dhr „tragischen, .menschlich geadelten" Salondame, wie die H.'dda - Gabler oder das Fräulein Julie oder die B?arricel - - Lohnbewegung bei de» Theatermusikern. Wie mitgeteilt wird, sind die Orchesiermilglicdrr der Wiener Theater — mit Ausnahme der Sraatstheäter in eine Lohnbewegung getreten, da sie bei den j derzeitigen BeloldungsvÄ-. bältniffen (das monatliche Einkommen eims. solchen Musikers, von denen viele verheiratet sind, beträgt L900 bis höchstens 1000) nicht leben können. Du Forderungen der Musiker nach einer Auf- ' esierung von 50°/» werden in den nächsten Tagen den Direktoren , werden. ___ Aus den Theatern. In der R e n a i f f a n c e - B n h u t kann „D e r K ü n r g d es Lebens" mit Harry W a l d e n als Dskar Wilde nur mehr bis inklusive Sonntag dem 11. d. M. gespielt werden. Montag'den 12. d. M. rst wegen Vorbereitungen geschlossen. Dienstag den 13. d. M. um 6 Uhr abends sindetüdaselbst die -deutnhe llr-chstührung des neuesten" Lusispuls von Franz H e r gz-e g .,D re Perlen der K l e o v a t r a" mit - Harry W a l d e u m der männlichen Hauptrolle statt. S o n n t a g den 11. d. M., nachmittags- Vr3 Ahr, veranstaltet in der 'R e n a i s s a n c e - Bühne Lotte Witt und Homunkulus (Dr. Robert W e i p unter Mitwirkung von Mitgliedern des Burgthcaters ' und' des 'Schubertbunbes eine „Luftige Akademie", deren Programm Lieder, Gedichte/ Dialoge und Szenen enthält. , Arnold Zweigs jüdische Tragödie^ „Die Sendung Semacls" gelangt demnächst in B e r iTit tm D e u ts.chtu Theater als Premiere des Jungen De u t s ch 1 a n d .ur Aufrührung. - "• * Tiit Zheaterskandal in Linz. Bei der jüngsten Auflührung des „Zigcunerbaron" in Linz stellte das Orchester nach der Ouvertüre wegen Verweigerung einer Teuerungszulage das Spiel ern, Die Absicht, mit Klavierbegleitung weiterzuspisslen,' mußte auf stürmischen Protest.dn: Musiker und der Galerie ausgegeben werben. Der Vorhang siel- und die Eintrittsgelder würden rurückcrstattct. . ' ' „Hoch -« kleine Renard l" Eine hübsche Anekdote aus drr^gulm alten Theaterzeit wird jetzt in Erinnerung gebracht-: Ein t'esilichrr Ehemann saß schon seit mehreren'Tagen in sicberbafter Ungeduld am Bette ferner liebest Gattin ustd wartete, auf cen Erden, der sich jeden Augenblick emsinden konnte. Die Mnge Frau., chatte Mitleid mit ihrem vor Anfr^üng schön ganz heruntergekommenen Mann, und da sie der Memung wax, hach lhre schwere Stunde, noch' nicht' so'nnhe sei,' besiäno siedarauf, saß der brave Gatte zu seiner Zerstreuung und Erholung rn ein - Barillä gehe. Schweren -Herzens-'- ginst er,^stellte - aber div. Bedingung, daß. man ihn sofort 1 holÄr lasten ollte, wennes „'Weit fein" würde. T-M zweite M. char gerade, M Ende, als puterrot und. vor' Aufregung prristend, ein niedliches Dienstmädchen an der Theaterkasse' e'rschstn. ^Rstfen Sie doch sofort Hetm Renard, er ist 'm Ihrem ThcNer!“ sprach - sie Kucheüies zrt dem. Kassier. „Seine Frau hat ihtst sckebtn Ästen hübichen Jungen geschenkt -7" — „Abec.Frärstem, wie sollen tzi'r denn Herrn.,.Renard. den wir gar niMMnen,' .'MWkrstden?"'. ssn d:escm Augenblick ging der Schauspieler Arnül vorüber. „Lasten ' Lie mrch nur machen!", sagte er. Mck raMn Schritten eiliger aus die Bühne, trat vor den Vorhang, grüßte respektvoll das Publikmn und sagte : „Meine Damen und Herzen! Frau Renard bat sgchen einen Knaben zur Welt gebracht und bittet Herrn Renard,.sofort nach Hause zu kommest*" Mast sah 'einen'Zuschauer'über alle Bänke springen, und das PuMutn schrie lachend: „Hoch der kleine Renard!" > V kandinavische Sportwoche in Christiama > 1921. Der norwegische Akademiker-Sportverband beschloß, in seiner setzten Versammlung die Ausschreibung .einer alle olympischen.. Sports - umfaßenden Sportwoche für das. Jahr192,1« Da d;e . Veranstaltuna . international sem soll, dütsten. WM birt, vielleicht zum ersten Mate, neben den Neutralen auch die bisher feindlichen Völker im friedlulgn Sportwctlkampfis gegenüversteheü. Znire Schlaffer, d/r. bekannte Internationale des M. T:'K. Budapest, tritt als aktwer Fußballspttler, zurück und. wird äb. Sommer 1020' als Trainer taug sein. Welchem Klub Schlosser ferne reichen Kenntnisse'zur V'erfützüstg stellt, rst noch nicht sicher. Sportklub Hakoah. Heute sindes um 1 Uhr abends im E-rst City, '!., WeiLerwrgäsie 3. eine wichtige 0 l l v e r» fammlung der Fußballstzktron stast. Auf der Tagesordnung steht die Generalversammlung vom i8. d. M. Die T t.M iSfek 1 i 0 ü ftütiiW möi ain' Söststtag"' von b-.Z 12 Uhr vormittags in der HM des Wiener SpouNUbs, Myttgasfe. Rakel und Schuhe sind Wtmdrmgea. Wiener Morgenzeitune 16 Jänner 1926 Nr. 348 Hecharver. Heute Samstag,. V-3 Uhr. findet in der ..I u d ä a", IX., Al'kistraße t'8. eine wichtige Berlretersitzung statt, zu der dieLeitungsmitgl eder nacb Belieben crschcmen mög-'n. Bestimmt haben die Heuen Ggldsststäger. Flufimann und Schiller dort zu sein. — Im Caf<^ Ailäshvs findet diesen Sonntag ein Vetemes. wurd, LeLottsmitKolschwindLer vor dorr G-eschworuert. Hpr. destr/ Gchtvstrgehichte dtt außerordenttichen Session Unser HM Vorsitze hes 'LtUdWMWa^.. ätzp" H,aMs,<ü.e.r hatten, sich, gestern, her "Kutscher RnW Zmi.d g.r.ßie/Mp der. Hilfsarbeiter Otto Zeller Wegen versuchten und voll-, brachten Betruges' schme wogest DiebHhlL, zu verantworten. . Dw .vM Magtsanjvall. Dp. H r^rtzlgtMe. A^lklagej. legte, den beiden BeschgldiMy zur Last, dgß sie unser den -Angaben, 'Hebensmlktel. zn. annehinbüren Preisen verschaffen. zst können,' zwölf' Personest Änßghen in der HMe zwischen?300. urfp LV0Ü. Kronen, herapslockten uH. dapy spurlos, M-schtpanben. .Erst nach längerer Zpiß geästg es, big ztpei Lebensmittelschwindler^ zst perha'sten und b'fe i&ttet? suchuhß' WÄ' M MaMWHxr MHM HM. gemacht chäben. Gestern hehastpt^tey. die > Bstge.khrstten, M hätten, M um big Lieferung: dev'LebeMm'it'tek tatsächlsth b'esnüht, doch' wurde dicfs ^"^ywlsjiÄHiötzst' Dig^. Mebs^ähle', gahen di,a' 'Haider,.. BesHM^en^ . Geschw^rnen heja^ten H.. Schukdsra^n-. nahmen, aber, eine' GchadeMifser unter 4000 Krojwnan-. Nif Wrustd dieses WaMpruches ' verutsteiltel der' Drichtsh^s Hudols. y id ar sic zch fün fzeH^M DM'.Z.iy.l^e,r zu a.cht Monaten fchwereM.HerLer/.. " ' ' WaS ein ÄeMep ^verdieE. Eine vor dem. Strafrichter des Bezirksgerichts Leopoldstabt durchgesührte Verhandlung zeigte, wie die Entwertung des Geldes auch beim Almosenspenden zum Ausdruck kommt/ Eist Wachmann. Halle eisten Bettler zum Äm'to gestellt, dem sin -Passant 300. Kronen, ein anderer 160 Kronen Äs Almosen. in.die. Hand. gedrückt hatte. Außerdem fanden sich viche Zwanzighellerscheine unter seiner. .^Zosstng^. — weniger scheintheutzutage nicht, geschenkt zu.werden Md wyhl auch nicht geschenkt werden zst.'Onnest, dettn es fehlt an kleister Münze. De;r Arretierte,. der wegen Betteln^ schon vorbestrafte Otto R 0 h.i.t.) ch e k, . hatte, das- Mitleid, der Passanten . dadurch hervorz.n.rusenverstanden, daß et-, eine Kriegsne.rvenkrankheit simulierend, unausgesetzt den Kopf, schüttelte. .-Die.. Polzzet qualifizierte diese Art des -Bettelns--unter Vorspiegelung eines Gebrechens als Betru.g und lieferte ihn unter dieser Anklage sowie wegen -Bagäbstndage d^m Bezirksgerichte Leopchdstadst ein. Der- -Angellagte, - ein! wohlgenährt . ausseyestM -jytzM- Mnsch^.. HM'M ' sich, .verbindlich lächelnd, vox dem Richter undö erklärte^ äü^'.- die Frage, weshalb er getiHisrat'. D'r.' M, * verurwilte den Angeklagten wegen BstrüMmit distem' SMheMMrage unter 800 Krosten sowie Wegen Vagavundage M'-fe r^eh tt Tagen strengest Arrests. ' ' ' : ‘ Das Arteil gegen die Kaffeneindrechevplatte <$ttU In später Abendstunde wurde gestern der ursprünglich auf vi^r Tage anbetaumte Schwurgerichtsprozcß gegen die Kassenembrecherplalte Er't l 'und Genossen zu Ende geführt. Den Angeklagten lagen' bckannllich zahlreiche Verbrechen zur Last, hie sie mit bcsonderM Raffinement verübt haben. Die Geschwornen nerneinten die Schuldsragen für die Ange- .hi^gten' V^binaujr'ÄeiKauser und Rudolf'Bütmann. Die übrigen AÜgt'stagttn wurden schuldig euäund . . j . M? .Gm.nh. dl.eses. Verdütes verurteilte, der Gerichtshof Jöhqnn E r.11. zu a.ch t I a h r e u, .Ferdinand F e s s e l.zu y i e r I ähre n, Georg' Will sch k 0 zu se ch s Jahren, Johann Schwatz zu v \ t r Jahre tt, Leopold Psencik zu s i ed e'u Ia h r e u, Zpsef P 8 l z l zu zw e i Jachten, Jqhann 'S t e p-a n zu f'ü.n's I äh r en,'"Franz H tu b v zu vier J a h r e tt, und Rudolf' W i l h e.l m zu fünf I ah r e-n^sch.w K eriex. — N^uhauser und Bittprann wurden sreigesp.rochew De? hMWLMKetzaKtzlMtz hch» MreLzrnsfreitzerangsgrund. _ Der VerwallWMgerschtshof. .Wrsihender Senatspräsident Dr. Schuft e r).,MMdllte.:Üö.r-kurzem über die'Beschwerde des HäusbMerjs-.Tbwpor U e b e r b,y ch e r gepen dse.Ent-schciduna des MeiamteS der Gewi nde Wien für den Vlli. Bezirk.' betreffend die NtkuMtzgWt,. dtt ' M t e t z i nÄ .c.r h ö h.u u g. 'Der Beschwerdeführer hat itr einem Gesuche an das Mryarnt VNl ausgefüh'rt/ daß er Mgen RMäblunft . einer, am 1. Mar fälligen. im lemeur Hause, VIII., Mölkergasse 4, psandreebtlich sicherest elften, mit 4 Prozent verzinslichen Forderung von 60 000.— genötigt war, rin wegen de'r-Konvcntiei,Mskosten Lrhöhtcs, zu 5>4, P r o z e nck ve^istsftchcs Hyporhekendarlehen »oh K 64.000 — aufzunehmen; mit Bcrnsung auf diese Tatsache >at er den Antrag gestellt, den WMiyS um 10 P r 0 z e n t ü e r h 0 h e n. DaS Mielamt 'M die inzwischen vorrenommme Erhöhanä' der Mierzinse für u N z u l ä s s i g erklärt, wog'cgeü llebcr-bacher" die Beschwerde äst dm Verwaltungsgeüchtsyöf ergriff. —.Dieser fanh die Entscheidung M im Gesetz brgrüMt uüd chät dre Beschwerde a b g ew r e s e n. Die VermögensahgKve. In einem gestrigen Morpmblatte wurdet arrLfüh-H ' Einzelheiten Aer ^le'Nrwögmsäb'gahe veröftmtsicht. ' Die sin mit R e s e r,v. t:< aufzunchmH" da''erst' hie offiziell Fl^ffMg die eüischcrhcnbe fern wird.' Adete auch diese dürste laur ervfe glatte Annahme sinken. Dre-Ahaaben tverdäo von d»« R e i n v e r m ö g e n der steuerpflichtigen Personen folgender», masten berechnet: Kronen Prozent von den ersten angesangenen oder vollen 20.000 5 n „ nächsten „ „ „. 20:000 7 ■» H tt I* nun » . ** •» V » n. H h 1» ' tt N tt tt ' W tt. W M tt tt w it;» Mehrbeträgen über - « MOYst 9 « „ 60; OOP 11 tt .. 80,0QP 13 » . MY00 . 16 tt „ 13Q,QP0. 17 « « 200.000 19 tt » 250.000 22 » « 350.000 2tz n « .4601000 S9 „ « 700.000 33 tt tt 1,100,000 38 * 1, 1,6001000 48 « « 2,000.000 5b tt » 3,000.000 67 . . . . 10,000.000 65 Als Zweck der Abgabe wird außer der Abbürdung het^ voy Oeftumch. üheryomwenen K r 1 e g s s ch u l d e n bic'Se*,. schgsiNNS a.u 8 l ö n d is ch elr Z a hlun gs m it t e l zm Bestreitung der dringendsten Lebensmittel angegeben. Nach vorlstnsiger Schätzung wird durch, die Vermögenssteuer nur ein Teil der Kriegsschulden beglichen werden können, so daß es nicht klar! ist,, wie der Stägt ist die Lag> versetzt werden soll, auch auSlqndHe Zahlungsmittel anzuschäffen. Hätte der Staat vor etwq. einjrm Jahre zNgegriffen, als die großen Vermögen noch nicht inL -Ausland verschleppt waren, so hätte sich daS Ergebnis gewiß wei^ bedeutiender gestaltet. ' -! G.e g e n.st a n d der Abgabe bildet dasReinvermögen des ' Steuerpflichiigen nach Abzug der abzugsähigenSchuldenlastmund., sonstigen Abzugposten. DaS abgabepflichtige Vermögey ist in fünf. Gruppen eingeteilt. i; In der Gruppe I werden angeführt Grundstückesamt ^uhehöx, Dienstbarkeiten und Reallüsten, das dem Betriebs der stand- und 'Foxstwirtschüst gewidy^e'^ Anlage- und kapitüs, das. Bergwerkseigeuhtm upd ' die darauf bezMichG Rechte.; In der Gruppe H: G'e Hände samt Zubehör samt fMl gehörigen Diensthqrkxsten uu.d R,ea1rechlln. p In der Gruppe HI? Vermögenschasten, welche dem Betrich, vop E r w e r b.s u u t e r n e h ttt u ngen oder sonstigen <tufj Gewinn, gerichtetm Beschästigung.en gewidmet srüd. In.Gruppe IV wird das Kapitalvermögen tj&j Untergruppen aüfgczählt. Besonders stnd genannt Wertpapiere,. Pfandönese jeder Art/Lose," Aktien/ Gesellschaftsanteile. G'enoffen-, schaftsantcile, verzinsliche und unverzinsliche Forderungen, Ge-f. schflftsemlagrn, Bargeld (Staats- und Banknoten), in-; lätjdisches und ausländisches MetüÜgrtd, HandclsmÜnzen, unver^'. zinslichc Kassenscheine, unverarbet.tctes Edelmetall, ungefaßte Perlen^ und Edelsteine, Ansprüche aus Lebensversicherungen, gleichMig^ ob sie auf Kapital oder Rente lauten, Rechte auf wiederkehrende! Münzungen und Patent- und Urheberrechte. In Gruppe V wird das bewegliche Vermögen anderer Artin vier Punkten behandelt. In Punkt ») alle Gegenstände quS,l . , Gold, Silber, Platin, Perlen und Edelsteine; Kunstgegenstande und ' Antiquitälen, besonders alte Denkmünzen, Markensammlungen. Alle 1 unter a) genannten Gegenstände jedoch nqr dann, wepn sie seit dem August 1914 t tt t g e it l ich erworben wurden . und der Wert für das einzelne. Stück oder die im Verkehr als Einheit behandelte Mehrzahl von Stücken K 5000.— übersteigt, In Punkt 0) werden AutoZ, Fllrgzeuge, Dampfschiffe, Motorbootes Personenwagen. Reit- und ÄZagenpferde angeführt. In Punkt ch) alle übrigen Gegenstände, wenn sie seit 1. August 191,4 erworhen wurden und den gewöhnlichen Bedarf übersteigen und der Gesamtwert' mindestens K 25.000.— ausmacht. ■!; Was die Bewertung betrifft, sind die 40jährigen amortisablen Kriegsanlerh e n und die S ch ätsche i n e der dritten Kriegsanleihe mit 7,5% deZ Neu nwertes anzusetzen. Die übrigen Wertpapiere werden nach dem. Steuerkms der Wiener Börse oder nach hem Verkausswert, den die Borsekammer sestsiellt, berechnet. . i Die Vermögensabgabe soll bekanntlich in Form einer dreißigjährigen Tilgungsrente stattfinden. Schon jetzt ist man der Ansicht, daß die Abgabe eine durchaus ungerechte sein wird,, da van ihr in erster Linie die Bevölkerung der S t 8 d t e betroffen-werden und die L a n d.b e v.Llk e r u n g so gut wie frei ausgehen wird. Wir wiederholen, dchß alle diese Angaben mit Vorstrhalt aufzynehmen sinh, denn die e i n z e l n e tt Länder haben noch nicht gesprochen und daß sie eine kräftige Sprache führen werden, darüber kann wohl nach . allem Porangegangenen kein Zweifel herrschen; es blcrbt überhaupt abzuwarten, ob ihre. Sonderbesirebungen die ganze Abgabe nicht in Frage stellen werdey. Der Ursprung der Ltknderbarrk. Die Umwandlung der Länderbank in ^n srqnzosischer Unternehmen erinnert an ein ebenso. trauriges wie .lehrreiches Kapitel der heimischen Volkswirtschaft. Zn HMyn der Achtzigerjahre gab der unter klerikalem Einfluß' stehende Franzose Eugene B 0 n t 0 u r die Lösung aus: Emanzipation von hcn jüdischen Tanken, womit er natürlich hauptsaAstch die Nothschikdbanken meinte, ohwphl er an dem Beispiels der Kreditanstalt, die 185« 'gleichfalls zum Kampf ^egen den Einfluß Nothschilds gegründet worden war, bald aber seiner Ma^ 'unterlag pich seinen Jntep^ssen biente, hatte sehen köpnen, daß er'eine nicht ganz ünbedenMche Sache ansing. . UebrigenS scheint sich Bomoüx NN das Prinzip 'der Mrsgen Antisemiten gehalten zu hüben: er mochte keine .! lewöv, aber ihre Helder nahm ex. gern, bonn ungeachtet seiMr I ©(cl|uiig als Generaldirektor der SüdÜahn betrieb er zu Ende! der Gi-bzigerjahre mit Rothschrldschem Geld gewagte SpM. latiou^n, verlor ober in der iWer-Krise 'den größten'Teil sesn^A Hxlde^, Pprferndete sich mit Ilothschild und MÜyDie. 18M tn Paris mit den Geldern der Legltimiftert ('Äilhällgt:rlt .Napoleons) und Klerikalen die Union Generale, die ihrerserü iptphffK u» Varis. Riinbmt und Wien Konzernbanken inS ^eben

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