Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 348 (10.1.1920)
- Date
- 1920-01-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 348 Wien, Samstag ÄZiener Morgenzeitung 10. Jänner 1920 Seite 5 * Alter-Herren-Bexband des Jüd.-akad. Tochniksrvub.^ndes. Zwecks Einberuülng der ko ustituiel enden Sitzung emes rl. H.-Berbandes, werdeir smu'lrche Adressen der ebemaliyen Mitglieder des I A. T. V. bcnihß». Zweckd'enliche Dnlcn sind umgehend an Architekt H. S o b e l s o h n, lil* Rechte Bahngasse 12, emzuscnden. » * Ein Idyll. In dem Bericht über die letzte Sitzung der Warschauer jüdischen Gemeindevertretung, den „Neues von' heule" veröfsenülcht. findet sich folgende ergötzliche Stelle: „Dre Beamtin ml Schulreferat der jüdischen Gemeinde, ^mu Dr. K n a ft e r, hat auf ihre Stelle vernichtet. Sie war schon seit ' längerer Irrt getauft, hatte jedoch ihre Stelle werter bchalieu.^, Eine überzeugnngstreue Bcanitiu! /' '' * BeKleivungssteKe der Vereinigung jüdischer Handelshochschülcr (ehem. Exportakademiker). Nachweislich mittellose Mitglieder der Vereinigung erhalten zum Prelle von X 150.— neue fettige Anzüge. Reflektanten melden sich spätestens Montag den 12. d. M. von 3 bis 5 Uhr nachmittags im Heime, 11,, Taborstraße 1. * Mit Trauerrand. Die polnische Zeitung „Liberum Veto" druckt mit Trauerrand und Tolenkrcuz dre Nauien der Pole», welche ihre Häuser oder.Güter, an Juden verkauft haben. Ju.dstser „Trauen udrrt" sindet sich, folgende Notiz: „Ter Gemeinderat' der Stadt Ztzwiec (Sapbutth hat in der Sitzung vom 7. November beschlossen, den Ingenieur Balthasar Bogucki von der Lrste der Ehrenbürger zu?streichen. Da er ferne Fabrik in Zywirc durch Verkauf iüdllchen Händen ausgeliefert hat, ist er nicht mehr Würdig, Ehrenbürger zu sein." Clara pacta! .... * 46.000 Bolschewiken in Amerika. Aus Washington wird gemeldet: Das Justizdepartement hat bisher 46.000 Anarchisten festgestellt, deren Namen erst dann bekanntgegeben werden sollen, wenn die Gesetzgebung dre zur Bestrafung notwendigen Gesetze beschlossen hat. * Diebstahl einer Zigarettendose um 200.000 Kronen. Dem. Kaufmann Fritz R e r ch w a l d, Franz Josess-Kai 49 wohnhaft, wurde am 8. d. M. m einem Straßenbahnzug auf der-Fahrt vom Schottcnring b>s zur Ferdinandsbrücke aus der äußeren Tasche fernes Winierrockes ein goldenes Zigarettenetui mit dem Mongramm „N. B." und m der rechten Ecke mit vier großen Brillanten besetzt, i m Werte von K 200.000 gestohlen. Im Innern des Etuis ist die Gravierung „Helene Baß 1915/16". 7 a Pelzdiebstähle. Aus dem Vorraum des Bureaus der Teerfarbwarenfabrrk Kalle & Komp., VI., Mariahilfcrstraße 115, wurde dem Albert Creutzberp, IX., Wlderbofpalle 6, ein Stadtvelz im Werte von X 4O.OOO und rm Casts Wöß, IX., Alserstraße 23, dem Valentin S lavonrcr, VI., Magdalenrnstraße 1, ein Pelz mit Nutrmfuttcr im Werte von X 70.000 aestohlen. Adolf Stand-Stiftung. . Wir erhielten für die Adolf Stand-Stiftung der „Wiener Morgenzeitung" von Herrn Simon Tiser,Wen,X ioo.—. Bisher eingelaufen X 4667. ___ Kommunales. 0^ Wiener Gemeinderat Sitzung am 9. Jänner. Die gestrige Sitzung wurde zum größten Teil durch eine.Debatte über die Kinderzüge nach Süd'e.rtschlastd ^nd über den'Bericht über den Stand. der WohnungsüuMhAe'.aüsgefullt. 'Die Debatte' über das' letztere Referüt wurde .Nicht .zu. Ende geführte sondern.abgebrochen und die Sitzung geschlossen. . . .' Bürgermeister Reumann gibt zu Ä^Wö'dersLlben eine erschöpfLnde Darstellung der.Auslands- und?Jylandshilfg .für Wien -' und beantioartet bann die in der leisten Sitzung gestellten Interpellationen. Hieröuf, interpelliert' der/ Tscheche Muchat wegen des schleppenden Ganges und Verzögerung in den Amtshandlungen bezüglich.der Errichtung tschechischer Schullokale und. fragt, ob der' Bürgermeister geneigt sei, in kürzester Zeit kouunissionelle Amtshandlungen anzuorbnen, die Zentralkommission einzülade'n "und in. allen ' Bezirken die Einschreibung aller tschechischen Schulkinder, anorden zu wollen, danrit der regelmäßige Unterricht der tschechischen Kinder in kürzester Zeit beginnen kgim. . Bürgermeister Reumann erwidert, daß das Staatsamt llür Unterricht bezüglich der Einberufung der Zentralkommission alles erforderliche veranlaßt: ' - - - - ".-'.Die Stvaßsnmisrre. ' - ' Gemeinderat Dt. Odehnal (christlichsozial): fragt, ob dem Bürgermeister die höchst bedauerlichen Zustände iy: der Strflßensäuberüng bekannt sind. und was.er Vorkehren, wolle,. um, oenr.Maügel am der Mräßensäuberüng/ abzülfelfesu / /' ' ,-Bürgermeister Reuma n n erklärt, daß trotz aller Benmhungeir es - nicht möglich war, Arbeitslose in einer größeren Za.hl zur Schnesbeseitignng heranzuziehen, ja es ist bisher, nicht .einmal gelungen, die volle Zahl des ständig in Verwendung bei der Gemeinde bestellten Straßenreini'gungspersonales zu erreichen. G e g e n 500 : S tel len können aus Mangel an Bewerbern, trotz aller Ver fuche bei der Arbeitsnach weisstell e, nich t besetzt werden- . . . ■ ... ... _. Dir' Stellung Wiens in der Repüblik. Gemeinderat Dr. D a nne b e r g (Sozialdemokrat) stellt mst/HÜckstcht^ .-darauf-. daß im taufenden Jäbrr - über-' die Stellung Wiens in der, Republik die' Entscheidung fallen soll, fol^nde Anfrage: 1. Haben die Verhandlungen der Stadt Wien, nj.it' "her Regierung über die Versassungsfrage bereits statrgesunden und ist bejahendenfalls' der Bürgermeister bereit, dem' Gemeinderate hierüber Bericht zu erstatten- - 2. - Ist der Bürgenneister, soferne bisher keine -Verhandlungen stattgesunden haben, -bereit, dem Staatskanzler mitzuteilen, daß die Stadt^ Wien den Anspruch erhebt, bei der Vorberatung der'Verfässnngsvorlage von der Regierung ebenso behandelt zu werden, wie die Landesregierungen? ’ -> Bürgermeister Reumann: Ueber die Perfassungsfrage haben bisher keine Verhandlungen mit der Regierung seitens der Stadt Wien stattgesunden. / Ich habe aber, darauf gedrungen, ehestens Verhandlungen' anzuberaumenj und hübe auch am Mittwoch dem Staatskanzler die Dringlichkeit der Erörterung der- Versassungsfragen'neuerlich porgeführt'. .Für die' Stadt Wien gibt es in der Versassungsfrage zwei wichtige Postulate: Die Erreichung - der vollen Autono m t c, dann die Wahrung der durch die Größe und Skeuerkrast der Ltadt Wieirerworbenen Vertretungsrechte. Von diesen Gesichtspunkten wird die Majorität, des Genieinderates entschieden Heu .Versuch bckämpsen, eine Länderkammer ,zu er- ^schwn, in der die Verlretmig der Interessen der städtischen Vevölleruiig nnllisiziert werden würoe. Wien und d?r Donau—Obc:-.llanch. Vizebürgermeister Hast führt in einem A.urage aus: "üch Zeiliiugsuüchrichten' soll die Mechostlotvalische Reurrblik auf den möglichst schnellen Bau eines Donau—Ober-Kanales mit gleichzeitiger Verbindung desselben zur Elbe den größten Wert legen und hierfür bereits die Pläne vorbereitet haben. Dieser Donau—Oder-Kanal soll jedoch nicht bei Wie n, wie seinerzeit geplant war, in den Donanstrom münden, sondern nach Preß bürg geführt werden. In Preßburg soll bereits an der Erweiterirng der bestehenden Hafenünlagen gearbeitet werden. Es wirb daher beantragt, auf die Staatsregierung einzuwirken, daß sie ungesäumt mit dem tschecho-slowakischen Staate wegen F ü h r ung des Dona u—O der-Kanales nach Wien in Verhandlung treten möge, wobei der tschechoslowakischen Republik ein Freiländegebiet in dem in Wien anzulegenden Hasen angeboten werden, könnte. - Sollte die tschecho-slowakisch: Negierung von ihren Absichten nicht abzubringen sein, dann solle mindestens durchgesetzt werden, daß im Interesse des Verkehres Oesterreich einen Zweigkanal von einem geeigneten Punkte des tschecho-slowakischen Kanals nach Wien erhalte. Dis Kinderzüge nach Süddeutshlaud. ■-* DiebürgermelsterWinter be.ihtet über die Mwährung eines Kredites von 40.000 Kronen für die Durchführung der Kinderzüge nach Süddrutschland. Die, Einhebung eines Elternbertrages bis zu 100.^ Kronen für das Kind soll genehmigtwerden, doch dürfen dadurch Kinder leistungsunfähiger Familien nicht von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Nach eingehender Begründung betonte der Referent, daß in die großen Auslandsaktionen nun ein großer Schwung gekommen sei und daß die Hoffnung berechtigt sei, es bedürfe nur mehr einer letzten großen Kraftanstrengung, damit die harte Zeit bald überwunden werde. An dieses Neserat knüpfte sich eine große Debatte, in der die Redner beider großen Partelen einige neue Anregungen gaben. Unter anderen gab die Gemeinderätin Walter die Anvegüng, dafür zu sorgen, daß den Kindern nach ihrer Rückkehr ein Nachhilfeunterricht gegeben werde. Vizebürgermeister W i n t e r betont in seinem Schlußworte, nichts gegen den Antrag Walter zu haben, aber er renne offene Türen ein, weil der Bezirksschulrat sich bereits damit beschäftigt, einen solchen Unterricht einzuleiten und die italienischen Sozialdemokraten schon ihre erste Hilfsaktion mit der Forderung verbunden haben, die Stadt Wien möge den Kindern nach Italien deutsche Lehrer mitgeben. Bel'der Abstimmung werden die Anträge des Referenten angenommen. Der Stand der Wohnungsaufnahme. 'Gemeinderat Dr. Scheu erstattet nun den Bericht über den Stand der Wohnungsausnahme und beantragt einen Zuschußkredit von 215.0.00 Kronen. Der Bericht entfesselt eine sehr langwierige Debatte, in der sowohl der Christlichsoziale Dr. K i e n b ö ck, als auch der Demokrat Dr. Schwarz-Hiller scharfe Kritik üben. Nachdem letzterer seine Ausführungen beendet hatte, unterbrach der Bürgermeister -ne Debatte, worauf die Sitzung geschlossen wurde. Dereinsnachrichterr. (N a ch r r ch t e n v o n V e r.e i n e n e r s ch e i n e n ausnah m s l o s n u r a mT a ge de r V e r a n st a ltung.) Heut e: ' ■ - I ü disch e V o l k s b i b l i o t h e k „Z i o n*. 4 Uhr nachm'.ltags, Dr. Mayer G a h e r: „Rückblick an! die letzten 110 Jahre jüdlscher Gllch'chte.. — H e b r ä l s ch e 8 Sekret o n ö t. Der erste heb'älsche Künversatl0ns;ukel begmnt heute 2 Uhr nachmürags im Lokale .des Hapvel Hazau, II., Praterstraße 9/4. Talmudkurs Dr. Nllari. G o l d st e i n, 3 Uhr nachmttlags, ebendaselbst. — 9 u.g e N d v e r e t n „A h a w a t h Z i o n". 4 Uhr nackmrrtags, ordenlllche Generalversammlung. — H-e ch a l u z. Du. Versammlung am l l. d. M. emsüllr.— Verein Theodor H e r zst. l/28 Ubr int Caw „Maria Theresia", Dr. Ch. Tailakower über „Havo'el Hazäir". — L c f'e» n n d R e d e l, a l t e jü d l s che r H o ch s ch ü l e r. Va6 Uhr abends, Phll. Meir Landau über „Gottes Volk" BirnbaM^ — „Gottes Völker" Werlhenner). - H a p o e l H a z a i r. 5 Uhr >m Lokale, H., Praterstlaße 9/4, Versammlung. Tagrsordnung: Die Slelluna des Hapocl Harair zur gegenwäuiam Lage des Zionismus. Referenten: Dr. Ch. Tartakower, I M. ßoöer und A. Birnbaum — Zronistischc Bezrrksfektrvn XX. 6 Uhr abends, Zu'ammenkunit rm Cais Kürt.. 'Diskussion über „Die nächsten Auigaben unserer Setlron". Dte Organisation des „Hapoel Hazair“ in Wien veranstaltet heute Samstag den 10. Jänner 19-0 um 5 Uhr nachmittags im eigenen Saale, II. Bez, Praterstrasse 9, Tür 4, eine allgemein zugängliche * Hebräische Versammlung. Tagesordnung: UflSßrß $tel!llil9 zur gegsmeMe» Situation im Zionismus. Referenten: DrChaim Tartakower, M. Leder, Ch. Kotier Die Erniihrmrg, Dev Marktbericht. D e Lage auf den Möikten war gestern ebenso trostlos wie in den legren Tagen. Aut den G r ü n w a r e n m L , k t e» w nen fast nur seldmäß ge Gemiile, und zwar verschiedene NübUnarten. zu haben. Bon Oi-st waien Acpfrl mehr als ausreichend angeboten, doch die billigen Sorren nur durch Wirischasksäpfel minde>cr Oualuät zum Preise von X 9.20 das Kilo vertreten. In der G r o ß m a r k t h a l l e gab es außer dem rapvn eiten Ätindflellch nur Bluiwurstkonserven in Kilogramm- Dosen zu X 24.—. Heute gelaugt gegen Ab chnilt 23 des Em-- kanficheines Sveckflench und Rauchflellry zu X 69.— und X 75.— pro Kilogramm mr Ausgabe. Ans den F i s ch m ä r k t e n war wieder geräucherter Seelachs oljue Grälen zu X 42.— das Kilogramm zu haben. Ausgabe von FamilienfürsorgeblLttertt der irrternatronalcn Hilfsaktionen für Wien. Beljnfs rinheül'chcr Regelung und Evidtnchaliung des Be-ucies von Gaben nnb Zuwendungen sowie der Unteibringung von K-ndern in answärligen Ländrin weiden an dm uninr ting.'gebkneii Tag n bei den Bloikonimiisiotten Familienf ü r \ o v ß c b l.ä 11 e r unter nachstehenden Bed.ingurtaen auf- Ugsihillkll Größte AuS'.oahl! Billigste Preise? »«o Leopold Steinhart, Wien, I.,BlScrstraße 9. - -...... -4073/S —> . — genommen und ausgegebm. Anspruch aus dm Erhalt eines Fomilrentürsorgkbla'teS können Hanshnltimgsvvrstände nur dann er heben, wenn h in deretd Hauslialtr .Kinder unter 18 Jahren, das sind solche, >wclche seit 1. Jänner 1902 geboren wurden, wohnen und verköstigt werden, gleichviel ob diese Knrder ehrliche,, uneheliche, Adopt-v- oder Pfleaennder sind; 2. das Iahrcsein-- kommen des Haushaltungsvorstandes einschließlich orS Einkommens aller Familienmitglieder, welche zmu aemrinsameu Haushalte beitragen, msgelamt X 29.000 nicht erreicht. Die Autnabme und Ausgabe der Fürsorgeblättec erfolgt her - der rußändigen Brotkommission gegen Vorlage des volizetltche« Meldezettels, des amtlichen Einkautscheines und der Altersnachn'eise der Kruder für Haushalte mit den An'arigsbuchstadr» des Familiennamens A bis 6l am 13. Jänner, H bis L am 14. Jänner, M bis 8 am 15. Jänner und Scb, St, T bis 2 am 16. Jänner in der Zeit von 8 Ubr früh bis 11 Uhr vormittags uub 2 5 Uhr nachmittags. Mit 17. Jänner wrrd dre Ausgabe ausnahmslos geschlossen. __ Erster Wiener Konsumverein. /Fortsetzung der Spiritusabgabe rm Berschleißmagazi», iX. .Bezirk- Währlngersiraße 57, l Flasche für das Mitglied, rrur an dort.raponierte M tglieder und nur gegen Rückgabe einer lcerc» L'terflasche auf Nummer 8 der vock Verein ausgegebmen ivsa Bezugskarte, von Samstag.den 10. Jänner d. I. Die Mitglieder werden ersucht, rhre Bezugsbücher uud d>e Rechuungszettel der . Webwnr'euabteilung zwecks Berechnung der Rückvergütung ehestens in jener Verschlrrßstelle einzurelchrn, in welcher sie zrrm Warerrbezuge ängemeldet sind. Da tzcn eimeräienden Mügliederrr eine neue Bezugskarte für nicht rayonierte Lebensmittel. ansgesolgt wird, liegt die Einreichung nn Smne jedes einzelnen Mitgliedrtz. . Lisbesgäben im Schleichhandel? Wir die Deulfchölterrelchlsche Korrespondenz erfährt, wrrd seitens nrehrrrer ausländischer Vertretungen und Mtssionen, welche sich besonders, mit, der Zuwendung von Liebesgaben und Kmderfürsorge beschäftigen, m seriöser Werse die Absicht erwogen, die Vertellung solcher Gaben'selbst in die Hand zu nehmen, beziehungsweise emem ans Mitgliedern der fremden Vertretungen zu bildenden Komitee zu übertragen. Den letzten Anstoß dazu bildete, . nach schon früher gemachten Beobachtungen, die. Tatsache, daß lnrz nach den letzten größeren Sendungen plötzlich größere Mengen Schokolade^ Kakaopulver usw. in den Wiener Delitatesiengrschasten ausrauchten und ebenso schweizerische Kondensmilch zu X 40.— bis X 45.r-r die Dose im Schleichhandel leicht und m vertzal.iismäßig größeren Mengen zu haben war. Bühne und Kunst. Konzerte. Minnie Tomschinsky. Eine in Wien noch unbekannte kleine Geigerin, Minnis Tpm schins ky, erregte in einem Konzert des Orgelvirtuosen' Fran'z Schütz ganz ungewöhnliches Anfsehen. Man ist geneigt, Wunderkindern mit einiger Blasiertheit entgegenzütreten und gerade an geige.nden Mädchen gab es in letzter Zeit keinen Mangel. Aber die kleine Tomschinsky hat gezeigt, daß sie nicht ohne Berechtigung die Auszeichnung genossen hat, durch die Schule Hubays und Hubermanns zu gehen. Sie'spielte, von ihrem Brüder Harry, der gleichfalls im jugendlichsten Alter steht, begleitet, so schwierige Stücke, wie Tartinis „Teufelstrillersonate" und Paganinis „Hexentanz" mit ganzerstaunlicher technischer Vollendung, mrd verstand auch deü Ernst und die Größe einer Bachschen Chiaconne oder die . wundervolle Melodik eines Händelschen Larghetto auf' ihrem Instrument mit voller Meisterschaft erklingen zu lassen. Miunie Tomschinsky ist mehr als eine unter den vielen, die eher die Neugier als die Kunstinstinkte des Publikums fesseln. Das zeigte sich! in dem rauschenden Erfolg, den ihr das erste Konzert brächte und der vermutlich bewirken wird, daß man der kleinen -Virtuosin in Bälde wieder begegnen wird können. Sie kann jedenfalls des Interesses der weitesten Kreis« sicher sein, denn ihr meisterhaftes Spiel reiht sie unter die glänzenden' Sterne des Kunsthimmels, an dem.sie hoffentlich, als. Fixstern-für lange Zeit verweilen wird. v Julia Rvhler. . Vor einem Jahre begegneten wir dieser rasch berühmt gewordenen Sängerin in einem Konzert, dessen Erfolg berr Nahnien des Gewöhnlichen weit überschritt. Mit schönem. Ehrgeiz hat sich seither Julia R ö h l c t die Grenzen ihrer Ausgaben auch höher gesteckt,., und für ihren letzten Abend im großen Saale des Konzerthauses ein Programm gewählt, das die höchsten Ariforderungen an die Kehl- und Kunstfertigkeit der Sängerin stellt. Besonders der großen .Arie der Rorma gab sie ebensoviel Adel als Größe neben 'der technischen Betvältigung deS halsbrecherischen Gesangstückes. Ihre Koloratur ist von seltener Sauberkeit und Akkuratesse, dabei hat.das Organ Kraft genüg, um auch im Riesenraürn« des 'Hauses im Affekt mit Eindringlichteit. zu wirken. Rüv der : höchsten Lage wäre noch mühelosere Entfaltung zu. wünschen. Auch dieser Abend, bei dem Kapellmeister Auderieth, der tüchtige Cellist Walter Kleinecke, Professor Fall und Herr Karl I u n g e (Bachtrompete) verdienstvoll mitwirkten, bestärkte mit seinem glänzenden Ausfall die gute M-'iriuug, deren sich die junge Künstlerin erfreuen kann. ___ Dr. K. M. Das Los der „Salondame". Ueber dieses Thema veröffentlicht L i l l r M a r« berg, die Salondame des Burgrheaters, in der soeben erschienenen jüngsten Nummer der „Theater- und Musikwv^.c" einen bemerken-'werten Anstatt, dem wir bas Nackst'hende entnehirreu: „Es nr nicht gar sc, amüsant, jedesmal ein prau Toiletten;.k federen; es ist aüch nicht gerade amüsant,. > Ivrttvähreild dw Ehe zu brechen, die eiLeM und dH *