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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-10 · Heft 348 (10.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 348 (10.1.1920)
Date
1920-01-10
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien. Samstag christlichen Nationalismus von niemandem belehren lasse. Es wird überhaupt setzt viel in christlicher Moral gehandelt, rm angestrengtes Hinauflizitieren, ein Uebn bieten der Koni,irren; macht stch breit und «5 ist bezeichnend, daß die Meistbietenden sich perade in jenen Kreisen befinde», die noch vor nicht allzu langer Zeit von Juden und durch Inden gelebt haben. Würden die vielen. vielen toten Papiere in den Tresors der reichen Juden und südi'chen Unternehmer oder Kriegslrescranten Leben bekommen und zu sprechen aniangen. da würde gar manchem der größte» christlich-moralischen Schreihälse der Entrüstungsschrri in der Kehle ersterben- Die Besonneneren find auch schon vorsichtiger geworden. Selbst Fnedrrch. drfien pol'tiiche Tätiakeit im abgclaufenen Jahre noch sehr aufklärungsbedürstig ist. scheint drcsen vorläufig stummen Tresors nicht recht zu trauen, den» in rarer Neusahrsrede sollte er bereits die Gnade gehabt haben, zu erttären, daß er bereit sei, dieaus nativ naler Grundlage stehenden Juden zu dulden, aber die Gal'üaner müssen fort. Inzwischen fährt Kriegsminister Friedrich fort, dem Mimsterpräsidemen Huszar Schwier gkeitrn zu bereiten und sich rmmrr mehr zu einm snkant isrridls zu entwickeln, daS just zur unrichtigen Zeit durch Indiskret onm die ganze Familie m heillose Verlegenheit stürzt. Unmttelbar bevor Avvvnhi mit seinen Kollegen die Reise antrat, leistete sich Friedrich in einer Versammlung den folgenden rednerischen Erguß: Seien wir auf der Hut! Es ist noch lange nicht entschieden, wer im Kriege gesiegt und wer verloren hat. Uns hat niemand geschlagen, niemand besiegt. UnierFehler war. daß wir schwachen Führern gefolgt sind und denWortrn anderer Glauben und Vertrauen geschenkt haben. ES kam die W r l s o n s ch e T h e o r i e und wir glaubten an sie; dann kam der Völkerbund, wrr glaubten daran; hierauf kam das SelbstbestrmmungSrecht der Völker, wir h'.ben daran geglaubt; schließlich kam Herr Clerk und auch chm haben wrr geglaubt. Jedem haben'wir Glauben geschenkt, nur m unS selbst hatten wir kern Vertrauen. Diese liebenswürdigen Nasenstüber des ungebärdigen Friedrich kblld selbstverständlich nicht geeignet, die Stellung Huszars dm emzeluen Gruppen im Konzentrativnskabinett gegenüber zu stärken und daher kommt es, daß fast kein Tag vergeht, an dem nicht Gerüchte über den Zerfall des Konzentratronskabmetts — dvmuüert werden müssen. ____ Der Kampf ttm den. Frieden. »RewVorkHerald* berichtet aus tz o n d o n über egte Unterredung mit dem italenl'chen Ministerpräsidenten Nit tu Dieser, äußerte sich, daß Italrn unmöglich Sonder- Verhandlungen mrrSüdtlawien rn der Adriakrage beginnen könne «d. nur durch Vrnnisilung der Pariser Konferenz mit Südslmmrn unterhandeln werde. Eine vernünitige Verständigung sel «wünscht. Jn bezug auf Amerika erklärte Nitti. er hofie, Amerika Wade bald e«e Lösung der Fmdenssrage gesunden haben. Me ans London gemeldet wird, erNärte vor der Abreise vtk «tglrfae» DÄegario» »ach Paris ein Delegierter einem Jour- «tmtzen, die Delegatto» wolle in Paris rasche Arbeit leisten »ud vor allem die AN ederaufnahme der Handels-, Wirtschaft-' und Jndükkicbeziehrmgeu -Um Feinde und der Mittlten «tterriaander regeln -elfen. “#je ..DaS frühen Organ AlemeneeavS .L'H o m m e L i b r e" M«vt zu hm drvorstrhcndeu Frlcdensverhandlunaen um Ungarn: Die Hauung der Magyaren wird der gerechten Strafe Nicht ent- «hen. Dre Ereignisse von 1914 liegen noch zu nahe, als daß uftMnt «int andere Behandlung erwarten dürste, als diejenige, tot Deutschland, Oesterreich und Bulgarien zu teil geworden ist. Die Entente muß die B erp fl, ch t un g e n erfüllen. die sie gegen Rumänien, Serbien und O e st e r r e r ch auf stck genommen har. Nach dem Vertrag wird Ungarn nur ctwav Millionen Einwohner zählm. . . Renners Schnellzug. Die Prager Reise des CtaatskanzlerS Dr. Rennrr begleitet die «Tribuna* mrt einigen launig-boshaften Gkosic», von denen wir nachstehende wredergeben: Geographisch liegt zwischen Berlin und Wim — Prag» Politisch (dg zwischen Prag und Wien — Berlin Ami dieser Verwirrung entstand der Weltkrieg. * Mag der Schnellzug deS Herrn Renner wann onch immer «intreffen, er kommt mit einer Verspätung von ö4 Jahren an- Den» nach der Schlacht von Sadova härte man von Dim »ach Prag zur Schaffung Mitteleuropas fahrm sollen« r * r Damals befahl die Geschichte, man müffe von Wien nach Prag wegen deS Gedankender Bereinigten Staaten Europaeilen. Der Kaiser befahl jedoch Brust, er solle nach Budapest um dm Dualismus reisen. Der Dualismus war der Backschifch. für dm Budapest keine Einwilligung zur Revanche!ür Sadova geben sollte, für den eS aber die Freiheit Wien», die Peotektion Berlins und die Unordnung in Mitteleuropa erkauft hat, aus der er Nutzen zog. » Das gegen Berlin gewonnene Budapest — diese- Irrlicht verlockte Pariim Jahre 1870 zur Isolierung. Go bängt alles« was zu« Zusammenstoß von 18'.4 geführt hat. damit zusammen, daß mau im Jahre 1666 die Verbindung zwischen Wien und Prag vergaß. * Auch heute bedeutet Budapest den Gedankm der Rache oder der ewigcn Wiederholung. Prag repräsentiert die Jb,? de? Abschluffes. Man muh daS Buch der Intrigen un* 'r "'stoße schüfen. > bester die Staaten Mitteleuropas ihie ± ..r.steilen erkennen, um so früher w id es klar, daß sie fetbft bei dem schärfsten gegenseitigen Konkurrenzverhältnisse eine einheitliche Jntereffentengruppe sind. S>e werden eisenn'n» daß dl« gemeinsame Not ganzer Staaten an den allernotw ndigsten Rvb' stoffen n'ck! ‘Wi- 5nsgcspiochen wirrschaftliche Taftacke ist. ES ist dies d.-§ , . sie Rechtsproblem. . . Wiener Morgenzeitmrg 10 Jänner 1920 -kr. 34S Aus der Slowakei. Slowakischen Blättern zufolge wird die Reorganistermg der Gespanschasten in der Slowakei in der Weift durchgMhrt. daß jede Grspausckafl zirka 560.0 v E nwohner zählt. Der Gespan wird, wie bereits gemeldet, vom Präsidenten der Republik ernannt werde«. * DaS Regirrungtzreferat für soziale Fürsorge beim bevollmächtigten Ministerium für die Slowakei beendete, den slowaki« schen Blättern zufolge,' in diesem Monate seine Tätigkeit. Di« Agenden der sozialen Fürsorge wurden auf-nachstehende Behörden^ die am 1. d. M. errichtet wurden, verteilt: Die Invaliden-, Witwen- und Kriegswarsenfürsorge wurde dem Landcsamt für Kriegsbeschädigte in der Slowakei übertragen; die Unfall« und Kranlenvrrsicherung dem Landcsamt für Sozialversicherung der Arbeiterschaft der Slowakei und die ArbertSkosenfürsorg« dem LandrSarbeitSamt. Außerdem wurde cm Kinderfürsorgeinspeklorat in der Slowakei errichtet. Aus Prag wird telegraphiert: Gestern erschien beim Ministerpräsidenten T n s a r, beim Minister deS Arußein, B e ü e s ch. und beim Minister des Innern, S v e h l a. erne starke Deputation der slowakischen Bolkspartei, um ihre Forde.ungen und Beschwerden. vorzndrlngen. Unter diesen Forderungen steht jene nach der Autonomie .der Slowakei an erster S.ellr. Es folgen sodann die Forderungen nach Einführung des FrcmrrnvahlrechteS in der Slowakei und der gleichzeitigen Durchführung der Wahl rn die Konstituante im ganzen Reiche. Die Demission Klofae'. „Narodni Listy" meldet, Klofae Hab!: kn der. gestrigen Sitzung des BrrdgetauZschusses erklärt, dies sei das letzte Mal, daß er daS Budget des La.desv.'rtei':izrrncs^r.inist.riums einüringe. Se'm zerrütteten Nerven könnten die Lasten dieses aufrethenden Amts nicht lü.iger ertragen. Er habe drei Jahre un Wiener Garnisonsgefängnis zugebracht, ab.>r die'e.drei Jahre hätten ihn nicht so hergenornrnen, wie die 14 Monate, die er im La idrsverteidigungsministerium sei. Den Entschluß, vom Amte zurückzutreten, soll Klofae schon vor einiger Z^it gefaßt haben und er soll sich auch dem P.'äjidenten Masaryk gegenüber sogar auf einen bestimmten Dermin festgelegt habrn. Kiosac will nur noch die Erledigung des Wehrgekr-tzes obwarten und ist in se'nem Entschluß durch zwei Todesfälle in feiner Fami'ie noch bestärkt worben. Masaryk -bot sein Porte'euille dem früheren Min ist;r Striherny an, doch ist dieser nicht gewillt, derzeit in die Regierung einzutreten. Der Ausschuß für Aeutzeres. Gestern vormittags trat der Ausschuß für AeußercS der Nationalversammlung zusammen. Staatskanzler Dr. Renner erstattete den Beruht über das mit der ischscho-llowakiichrn Regierung verrinbaite vvrläusige Programm der Prager Verhandlungen, welches folgende Gegenstände rrrwaßt: 1. Verhandlungen über beschleunigte Durchführung des Artikels 93 des FrikdenSvertrageS von Samt-Germam; 2. Dt> Handlungen Über Sicherung zukünftiger wichtiger, ungestörter Durchführung der Artikel 192, 195, Absatz 3, Beilage IV und des Artikels 196; . 8. Durchführung der tereitonalen Bestimmungen des YriedknSvertiages; 4. Verhandlungen Über Minoritätenfrgge«; 5. Verhandlungen über die durch die Neuregelung der Staatsangehörigkeit entstehenden Probleme; 6. Bei Handlungen in Angelegenheit der Arbeitslosmunterstützung und Sozialversicherung; 7. Angelegenheit der Sichenmg einer künftigen unge. störten Durch ührung deS Artikel- 806 deS Friedensvertrage» von Samt-Germa'N (Binnmschiffahrt, @iat;fll(); 8. Wirlschaftstiaam: ») Revatr ieiung des Bcnnö-mS, d' Erfüllung der bestehenden gegenseitigen Forderungen und Schulden, e) handelspolitische Beziehungen (Zolle, Kompensationsverträge usw). ä) Kohle, e) BorkrirgSfragen. Von den Bestimmungen dr- StaatsvertrageS von Saint Germain bctnfft Artikel 99 die Uebergabe der Archive. Urkunden usw., die den Verwaltungen der abgetretenen Gebiete geboren. Artikel 192 die Rückstellung von Allen, Urkundm, Altertümrrn. Kunstgegenständen usw.» die nach dem 1. Juni 1914 aus den abgetretenen Geboten weggebracht worden sind. Denselben Gegenstand betrifft Artikel 195. Anlage IV. sowie Artikel 196. Artikel Su6 handelt davon, daß die Tschemo-Slowakei bei Vornahme von Regulierung-- und ähnlichen Ai beiten an einem Grenzttuß zu diesem Zwicke und nach Maßgabe diese- Zweckedas gegenüberliegende Ufer ick Anspruch nehmen kann. An das Programm knüpfte sich eine kurze "Debatte. Staatskanzler Dr. Renner betonte, daß er sich keinen großenErwartungen h ngebe; das wichtigste sei. bei den Verbandlungen über die K v h l e n s r a g e Erleichterungen zu schaffen. Abgeordneter Dr. Schonbauer bemerkte, auch er setze gering« Hoffnungen auf die Prager Verhandlungen. SS sei sehr desistbrnd, daß man diesen Kanossagang überhaupt an* treten müffe. Möge eS wenigstens gelingen, bmsichtllck des Grenz* verkehreetwazu errcichm. damit di« Paßschrkanen endlich oukhören. Politische Fragen wären übeihauvt N'chi -v de« rübren, sondern alle GorMt und Mühe den wirtschaftlichen Angelegenheiten zumwenden. Abgeordneter Dr. G ü r t l e r will sich keinen srntimmtaten Betrachtungen bwachrn; untre traurige wirtschaftliche Lage zwinge unS eben, noch Prag zu geben. Abgeordneter Dr. B a u e r meinte, die Unterhändler s»Ütm trachten, doch eine Art Handelsvertrag zustande z« bringen. StaatSkanller Dr. Renner gab die Versicherung, daß die Verhandlungen zu temer politischen Bindung für Deutfchöstrrreich führen wrrdm. Der Ausschuß nahm die Mitteilungen deS Staatskanzlers zur Kenntnis. ___ Finanz- und Vudgeta»sschvtz. Der Frnanz* und Budseta«-sch»ß setzt^ gestern dt« Beratung.n übe, dm Staat-Voranschlag fon. Berichte'stattcr Dr. Dannebera referierte über haS Kapitel ^Inneres". Nach eingehender Erörterung der elnzelum i Budgetziffern bespricht er insbesondere dreverhältnrne bei d e r P o l i z e i i n W i e n. Die. Ausgaben für dielen Zweck weisen eine wesenkl'che Erhöhung auf. AuS Gründen der allgemcincn öffentlichen Sicke'heit könnte ein Abba» bei der Polize mcht erfolgen. Der Berrckterst uter verweist msbesondert aus das außerordentliche Steipm der Krim nalität. die berlpiclSwrne bei der Zahl der Embrüch« und T rbsiahle eine Steigerung ans das vierfache autwetst. MS die politische Benvalsimg im allgemeimn betrifft, fo ser-'.M eckte bekannte Tatsache, daß ohne Unterschied der Pait» eine sillormeine Unzufrredenheit vorhanden ist, die sicherlich nrckit den Ptiionrn gilt, dir diese Verwaltung zu führen haben, sonder« durch die mangelhaften und veralteteu Emrichtnupm aus dem Gebiete der ganzen Staatsverwaltung hervorgeiusen ist. Eine wirkliche Rcorganiiation des Staattö ist nur möglich, wenn nicht nnr die Verlaffung, sondern auch feit Vers waltung eme en'sprechende Umänderung erfährt. Nächste Sitzung morgen Samttaa »m 10 llbr vüi mittag» mit der Fortsetzung der Speztaldebatte über dos Kapitel Staats amt de» Innern. ’ Dr. Renner in Prag. Wt ti, 9. Iänncr. Heute uur 10 Uhr 20 Mnul«ck abends haben fi* S.aatskanzte.- Dr. Renner., die Staatssekretäre Er. Loewenfeld-Ruß. Paul, Dr. Reisch.. Stöckler und Zerdik, die UntevstaatSsekretür.' Dr. Ellenbogen und Dr. Tandler, die SektionschefS Davy. En de res. A u^'pr-.rz,t, Müller-Martini und Schüller, Pressechef Pohl ebwie . eine Cje von Fachreserenten zum Zwecks bsc wirpschaflspolili.chsn Verhandlungen nach Prag begeben, Prag. S Jänner. (Privat.) Heute abends beschieß' Minister leS A7»ßern Dr. Benesch die Vertreter der' tsch:ch:schen Presse zu sich und entwickelte in einrm ausführlichen ExposdaS Programm der b o v v rstehenden Verhandlungen. ' Die Vertreter Oesterreichs werden morgen um 10 Uhr vom Ministerpräsidenten Tuftzr und Minister dcS A:ußern, Gene ch, empfangen werden. Kurz darauf wird eine gemeinsame Beratung der österreichischen und tschcchischen Minister im Saale des Mmist^rrateS in der Burg auf b€jn Hradschin stattsinden. deren . Dauer aber nur kurz sein wird. Um 11 Uhr hat Beuesch eine sepa.ate Besprechung mit Dr. Rennsr. Es werden sechs Sektionen gebildet für die verschiedenen R-rserat«. Um 4 Uhr nachNiittagS nehmen die einzelnen Kommissionen ihre Arb.iien in Angrisf. Ais ver.'autet, 'stdaS P nsum der tschechischen Delegiert n schon seit Tagen Heute fand ein Ministerrat statt, in dem di« letzten Dispo'itwnen '.ür die V.rhön!'.ungen getroffen wurden. Ministerpräsident Tusar veranstalten zu Ehre» der Wiener Gäste «inen Teeabend. Prag, 9. Jänner. „Narobni Listy" erfährt, datz heute ein Ministerrat stattgesunden habe, um für die Verhandlungen mit den Vertretern der österreichischen Regierung die notwendigen Dispstitionen z« treffen. Prag. 9. Jänner. Wie daS „Prager Tagblatt" mittrilt» wurde bei der Präsidialleitung des Zentral- Verbandes der tschcchö-slvwakischen Jnbüstriellen, dis vorgestern tagte, unter anderem'wegsn der Deteili-nng det Industrie an dem .Besucht des StaatSkai zlers Dr. Rrnner verhandelt. Es wird beschlösse», sich u>n die Vertrstung der Industrie, soweit dies' bisher noch nicht geschehen ist, in allen Fachkommissionrn zü bemühen, die «ich mir wirtschaftlichen, insbeson'oers mit handclSPoliti chen und finanziellen Fragen' befasse». Ferner wurde der Beschluß gefaßt, der N^strisi/olioN des Besitzes und der Uebc-rsührung der ^'chrchc-! wäkijchrtt Kontir aus Wien besondere Ausmerlsackk.it zu widrne». Prag, 9. Jänner. DaS offiziös« „Prager Abendblatt" schreibt unter dem Titel „Der Besuch aus Wien": Der österreichische Staatskanzler Dr. Renner trifft, morgen früh in Prag ein. Der Ernpfang, des ihm ' zuteil wird, entspricht in seiner Wärm« dem aufrichtßgen Wunsche, die nachbarlichen Beziehungen zur österreichischen Republik freundlichst zu gestalten. Unter die Vcrgang^nheit, di^ Wien und Prag von einander trennte, ist ein entschlossener Strich gesetzt. Eine neue Zeit hat begonnen: neu muß das Verhältnis zwi'chen den beiden Staaten, die einst zu einer größeren, jedoch auseinander strebenden Einheit gehörten, geregelt werden. Wenn Dr. Rftmer in einem der Bücher, die gt verfaßt hat, schreibt: „Ohne Vertrag, kein Vertragen", so ist das eine vortreffliche Bemerkung, die auf das Verhältnis ztvischen Oesterreich und der Tlchecho-Stowakei paßt. Handelsverträge werden hoffentlich dt« F r u ch t der Prager Besprechungen sein. Pacta elara, bent amieil haben wir schon in der Lateinstunbe gelernt. Klare Verträge werden zu guter Freundschaft führen. Dir Balfchgtvlk»«« in Vdrfia. Bukarest, 8. Jänner. (Da«ia.1 Aus der Ukraine Star Jaffy hier ein-etroffene Reisende bcstäti-cn die Einnahme van Odessa durch die Bolschewiken. In Kiew und in Odessa herrsche tzmiger-not. 9. Jänner. (Fnnkspruch.) An der Mtslftoni haß bei Jnkodstadt «nd Dünahurg der Gcgenansnß der Rotttupven mit dollem Erfolge eingesetzt. Die polnischen Truppen sind zurückgtworfe« worden, «nsere Vonückung doncrt an. An der Südirvm wurden yerdean-k und Rawotscherkask genommen. Diz.. Rottinvvm steh« noch -che Wnckt von Rostow. An ta Offftont fieß & r iT I r o l •! v $ f mit sehr tz7«siki, ft -) - in .(v.

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