Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 341 (3.1.1920)
- Date
- 1920-01-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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\ Sette 6 v Lvien, Samstag ÄNener MorgenzeitunK *•••■ —■—'—-- ,.IWV.,. ..— -■ Verkaufsstelle I., Nibelmiqcngasie 7: Obstcreme in fester Form, Corned-Bcef. Malzbonbons, Schweizer Risylto und Bohnen in 1 Kilo-Dosen, Dönzwicbel, Waschseife und biocifc Kle mäkelten von 8 bis 12 Uhr. — II.. IV.. V., XIII., ,XVII„. XVltf. und XIX Bezirk: Abgabe von Ob st creme IN fester Form, Mqimelqde, .Waschseife'und diverse Kleinigketlen von 8 bis 13-Uhr. ' Dohnen für MindestbemitLelte. In der 127. Aktionswoche erhalten alle Besitzer der rosafarbigen Emkauflcheme für Woblfahrtfleisch ^/z Kilo Bohnen pro Person des Haushallcs zum > Preise^ von K.2.— gegen'Abtrennung des Buchstabens ü in dm Geschäften und Ständen der GloßichläclUerei an folgenden Tagen: Samstag den 3.d.M. Ä bis k. Montag den 5. G bis L, Mltt-^ -woch den 7. L bis R üud Freitag den 9. 3 bis Z, Bühne mrd Kunst. . Aus den Theatern. r Im Burgtheater tritt Herr T restler, der an vlese Bühne zurückgckehrt ist. am 4. Jänner im .Lebenden Leichnam" zum ersten Male auf. ■ Im Operntheater gelangt heute der neuinszenierte .L o h e n g r r u" mit den Damen Jeritza, Windhäuser und den Herren L e u e r, Z e c. E n g e l. K r e n n. W e r n r k, Stehmann, Madjn und G a l l o s zur Ausführnug. Beginn 4 Uhr. Jm.W i e n e r S t o d t theater ftjtbet Montag den 5. d. M. die Erstausführung des Lustspiels „Die lustigen Weiber von Windsor" von Shakespeare statt. Diese Vorstellung wrrd zu-' gunsten des Journalisten- und Schriftstellervereincs „Concordia" veranstaltet. Die Besetzung der Nöllen ist wie folgt: Schaal — Franz Weißmüllcr, Schmächtig — Hans Sivlsch Fluth — Felix Norfolk, Frau Fluth — Laura Zeller,' Page — Julius Haller, Frau Page — Hann Niese, Evans — Helmut EbbS, Casus -7 Iritz Fl mmich, Fallslaff Hans Marr, Bardolvh — Robert Mathias, Pistol — Felix Domarowski^Nym — Jens-Friedrich. Hurtig — Lilly Fröhlich. Hoscnbandwirt — Viktor Hartberg, Anna Page — Ädrienne Gcßncr, Fluthon — Ph.lipp Zeska, Simpel — Hans Schenk, Rugby — Max WlNmann. Der Kartenverkauf findet an den beiden Tageskassen (Theatcrgebäude) und I. Bezirk,. Basar, statt. Wochenspielvlan der N'euen-Wiener Bühne: Sonntag den 4., abends V,6 Uhr, „Doktor Stieglitz", nachmittags Vs3 Uhr zu ermäßigten Pitiscu „Die Scnoung Semaels"; Montag den 5„ abcuds */*6 Uljr,. ..Geldzaubcr"; Dienstag den 6.. abends Uhr, „Doktor Etiegl'tz", nachmlUags 2 Uhr zum ersten Male zu eunäßiglm Prellen „Der Pfarrer'von Klichfcld", Volksstück in 4 Akten von Ludwig Anzengruber; Mittwoch den 7. und Donnerstag den 8., abends V*6 Uhr, »Doktor Stieglitz"; Freitag den. 9., abends */,6. Ujr. „Der Feldbermhügel"; Samstag den 10. und Sonntag den 11., abends ^6 Uhr. „Doktor Sneguy", uachuiiitags 2 Uhr zu ermäßigten Prellen „Der Pfarrer von Kuchjeld"; Montag den 12., abends V-6 Uhr, „Geldzauber". . , ' _ „ Die Krnderschutz- und Rettnngsgesellschaft veranstaltet am 6. d. M. um 6 U r abends im. kl einen M u s i k v er e i n s s a all e zugunsten ihrer Zwecke eme Vorlesung Marie E. Hausman.n. Die Künstlerin liest unter Milwrikung des Prostssors Hans Wagner und fsines Kinderchores „H a n n e l e s Himmelfahrt" von Gerhard Hauptmann. - Die Burgtheaterkrise. Seit der Demission Albert Hernes find einige ruhige Wochen 'verflossen und man wähnt die Krise des Burgtheaters als beendet. Es wurden bestimmte Sicherheiten für die Behebung des Defizits erlangt und es hieß, Direktor Heine habe jetzt keine Ursache, seinen. Posten zu verlassen. Nun wird das Gerücht immer lauter, Herne verlasseWi t u, um Direktor desMüuchnerStaatstheaters zu werden. Gleichzeitig wird in Burgiheaterkreiscn behauptet, Hugo T h i m i g werde die Leitung des Burgthcaters wieder übernehmen, Eine Streikszerre im Deutschen Volkstheater. Am 31. Dezember kam cs während der Vormittagsproben im Deutschen Volkstheater zu einer Streiks,-,ene, die in Differenzen wegen U n t e r s c r.t, g u n g .des K v l l e k t i v v e rtrag es der Schauspieler zwischen Direktor Bernau und den Bühncnmitgliedern ihre Ursache hatte. Nach diesem Vertrage soll der Direk'or nur dann das Recht haben, ^dem Schauspieler dre Gage vorzveu walten, wenn er an einer gleichartigen Bühne ein Gastspiel absolviert. Direktor Bernau nahm an dieser Klausel „gleichartige Bühne" Anstoß, da dieser Wortlaut bekanntlich das gjelchzeitlge Auftreten an rmer Varietsbüh'ne ermöglicht. Er wollte die Bezeichnung „gleichartig" oder „gleichrangig" aus dem Vertrage entfernt wissen. Die Antwort war der sofortige Streik. Kn a p p v 0 r S ch l u ß e i u e s«A kt es wurde das Lr ch t a u s g e s ch a l t e t und u i ch t w eiter geprobt. Es kam aber sofort zu einer Einigung. Direktor Bernau unterschrieb dm Vertrag und'die Krise war rajch behoben. Von der New-Iorker Oper. Die Opernsaison in Netv- Dprk wurde mit „La Tosca" begonnen.' Trotzdem drei Bühnensterne: Geraldino Farrar, Caruso, und S c 0 tt'i mitwirkten, haben die Besucher des sogenannten „Goldenen Hufeisens", wie der Logenzirkel der New-Aorker Plutokratie genannt wird, die glanzvollen Arien zu gegenseitigen Logenbesuchen benützt. Ganz nach diesen Gepflogenheiten der New- Aorker „höchsten Kreise" ist das Repertoire zugeschnitten. Es wird fast durchaus von Rossini, Leoncavallo und Halevh bestritten. Der neue französische Kapellmeister Albert Wolfs bringt eine eigene Komposition zur Uraufführung. Wie lalljährlich, wird auch Heuer eine amerikanische Oper herausgebracht werden, wozu zu bemerken ist, daß bisnun diese amerikanischen Tondichtungen bloß eine einzige Aufführung erlebten. Uebrigens steht jetzt als einziges deutsches Opernwerk „Parsifal" am Repertoire, dessen Text von einem New- Jorler Musikkritiker neu übersetzt wurde. Irene Tricsch, die berühmte Schauspielerin, verläßt' .Berlin und ist zum letzten Male'im Theater in der Königgrätzerstraße in Strindbergs „Traumspiel" als Tochter Indras, eine ihrer vollendetsten Gestaltungen, aufgetreten. Was die Künstlerin, der man unvergleichliche Nachschöpfungen Jbfenscher und Strindbergscher, aber auch Schillerschei: und Goethescher Frauengestalten zu danken hat, veranlaßt haben mag, ein unstetes Wanderleben zu beginnen, kann nur vermutet werden. Tatsache ist, haß Berlin sie ziehen laßt und somit di« Berliner Theaterverhältnisse zu dem Entschluß der Künstlerin zumindest beigetragen haben werden. GS ist zu wünschen, daß Irene Triesch recht bald wieder einer ersten Bühne gewönnen wird. Im Wiener Deutschen BolkStheater oder im Burgtheater sänke li« tia würdio,a MLÜLUMW. >. Sport. ■' Der Sportklub Napid in der Schweiz. Der Sportklub Rapid gewann auch sein zweites Baseler Spiel. Er schlug am Neuialnstag den F. C., B a s e l 1:0. Den einzigen Treffer schoß Kuthan in der zweiten Halbzeit. Die Wiener beschließen am Sonntag ihr Schweizer Gastspiel mit eintm Wettspiel gegen ein kombiniertes Baseler Team». Wrntertrainiug. Der Ocsterreichische L-eichtathletikverband richtet an seine Vereine ein Rundschreiben, m dem >er Richtlinien -sttr das Winbertraining angiüt. In 'dem Rundschreiben sheißt es unter mrder-em: Das Wintertrciining hätte aus Freiluft- und gymnastischen Uebungen ° zu bestehend Die Uehungen im Freien sind einmal in der Woche, mit dem Fortschreiten der Jahreszeit, also ungefähr von Mitte Februar an, zweimal Wöchentlich abzuhalten. Esempfiehlt sich, löschte und anregende Spitzle, wie Fußball, Korbball, SclrlagbM usw. in der Düuer von einer, bis eineinhalb Stunden abzuhatben; gemächlicher Dauerlauf im Wald oder auf.der Straße durch zehn bis fünfzehn Minuten ist sehr anzuraten. Es ist Wert darauf zu legen, daß nicht bloß .ausgesprochene Läufer daran teilnehmend sondern es sind sämtliche Leichtathleten heranzuziehen. Der Lauf darf unter keinen Umständen' in einen Wettlauf ausarten, es ist vielmehr ein schwächerer Läufer als Führer aufzustellender das Tempo anzugeben hat^ Auf. warme Kleidung ist Wert »zu legen; empfehlenswert sinh lange Beinkleider, beziehungsweise Stutzen, Schwitzer, keine Laufschuhe! Die -gymnastischen Uebungen sollen täglich zehn bis fünfzehn Minuten lang, am besten früh nach dem Aufstehen, geübt werden. Um die richtige Durchführung überwachen zu. kö men,'sind mindestens zweimal wöchentlichgemeinsame Uebungen abzuhalten. Hierbei sind neben den ve.'zeichneten auch Spezialü uttyn zu lehren. Diese hätten insbesondere in Springen, Starten, 'Staffellausen und Kugelstoßen zu bestehen. Ueh ungen ..an Hilssgeraten, Neck, Barren usw. sind gleichfalls anzuraten. . ' Znter«ationale Skimeisterschaft der Schweiz. Die Skimeisterschaft der Srbwciz wird während der 14. Schweizer Skirennen vym' 6. bis 8. Februar m Klösters zum Auslrag gelangen, und zwar - im kombmierten Laut,. Sprung und Langlauf und ist diesmal -wieder seit.langer Zeit mlernatronal. Der verapstaltknde Skiklub Klosters richtet an alle ausländischen Verbände Einladungen und. hofft, daß auf diesem ersten Friedens- Sknennrn die . frtundschastl'chcn Beziehungen mrt den Sportverbänden'des Auslandes wieder aufgenommen werden. < Die vierte Automobitrrmdfahrt durch Frankreich für Tourcmvligen. kommt vom ,1. bis 24. März zur Veranstaltung. DaS Nennen ist eine Ausdauer- und Negularitätsprüfung und sührt m 24 Etappen über insgesamt 4180 Kilometer. Vortrag über Skitechnik. Zu dem vom Ocsteraeichlschen Skiverkm und der Lichtbildcrgruppe deZ Ingenieur- und Architektenvereines am 9. Jänner um 6 Uhr abends hei freiem Eintritt^rm Festsaale des Ingenieur-und Architektenvcremcs, I., Escher.bachgasse 9, stattstndcnden Vortrag mit zahl-. reichen Lichtbildern über Skitechmk erscheint, die Touristik-und Sklseklipu der Hakoah vollzählig. , Der Peytsche Sportverein Troppau hat die Hakoah für den 24. und 25. Mai zu einem Gastspiel cingeladen. Eine,Fechtsektion des Hechawer. Dcr I. Sp. V. Hechawer hat eme Fsschtsektion für D a m e n ,und Herren gegründet^ 'die in admmistratlver Hinsicht unter der Leitung des Herrn Jakob-Goldichläger steht. Näheres wird noch bekanntgegeben. Anmeldungen sind an das Sekretariat des Vereines, Drcilaufer-Cäfö, IX., Alscrstraße 34, zu richlen. Für das Schachturnier des Z. Sp. V. Hechawer sind'die Anmeldungen bereits geschlosien. Die Herren Mindes. Goldschläger I und H, Winter I, E'singer, Deutsch E , Flußmänn l und U haben sich bestimmt Mittwoch den 7. d. M. zur Auslosung ei'nzuflnden. Einen Bunten Abend mit,Tanz > veranstaltet dcr Hechawer am Sonntag den 11. d. M. im Cas6 Ailashos. Beginn V-6 Uhr. Kartenvorveikaus im Sekretariat des Vereines und bei den Komiteemilgliedern. , . Hechawer. Alle Fußballer haben sich jeden Dienstag abends bon 7*8 biA 7,10 Uhr ,m Saale des l. Wr. I. T. V., IX., Liechlensteinstraße 20, zum Training der Leichtathleliksektion einzustnden. Sportklub Hakoah. Heute findet um 7 Uhr eine wichtige Sitzung des Fußballausschusses statt. GerichLssaal. Bei 8009 Kronen Einkommen — vier Dienst- Mädchen und 6000 Kronen Zins. Der Verwaltungsgerichtshof unter Vorsitz des Senats- Präsidenten Dr. Schuster verhandelte rn den letzten Tagen über die Beschwerde der Frau Alice D 0 b n e r - D o b e n a u gegen die Entscheidung der Einkommensteuer-Verufungskommisfion für Niederösterreich, betreffend die Einkommensteuer. Die Beschwerdeführerin hatte bei der Steuerbehörde für den Ist. bis 16.. Bezirk ein Reineinkommen aus ihrem Kapitalvermögen von 8000 Kronen einbekannt. Die Steuerbehörde hat sie näch dürchgeführtem Verhalt mit 30.000 Kronen Einkommen veranlagt. Der 'Berufung wurde keine Folge gegeben, weil hie Schatzung des Einkommens irü Hinblick darauf, daß die Steuerpflichtige 600 0 Kronen JabreszinS bezahle und sich vier Di n st Mädchen halte, trotz gemachter.Schulden nicht zu hoch erscheine. In dep an den VerwaltullgSgerichtshof überreichten Beschwerde wurde auSgeführt, daß Frau Dobner-Dobenau tatsächlich ein Einkommen von 8000 Kronen in dem in Betracht kommenden ßtewirik batte. Das. Mßverhältgiz zwischen hex KebMl. 4. Jänner 1920' ■srsä1 SchreBbsnaschihen erstklassige. Systeme, fabriksneu und gebraudht, in -altn Preislagen wie^ev vorrätig-. 2173 l., Biberstrasse SS, Bleccai in, srepenftbiör der Jostsparkasse Gcgr. 1903 JOE LESTI NF Gr. 0°er 1903 führung werde nicht bestritten; um dieses atszugleichen. habe sie bei der Oesterreichisch-ungarischen Bank.igegen Verpfändung von Wertpapieren, ein Darlehen von ^)P00 Kronen ausgenommen, worüber sie den Beweis zu erbriiigen in der Lage sei; durch dieses Darlehen seien die Kosten ihre«' Lebensführung gedeckt worden. Der Verwaltungsgerichtshof hat der Beschwerde stattgegeben und die ^ingefochtene Entscheidung wegen mangelhaften Verfahrens aufgehohen. In der.Begründung wurde herporgehoben, daß die Kommission verpflichtet war, wenn sie trotz' des Vorbringens der Beschwerdeführerin noch a n d er e Einkommensquellen annehmen zu müssen glaubte, dieser gegenüber die Bedenken - ein z w e i t e s Mal vorzuhalten. Sick wäre 'dann bemüßigt gewesen,- die Angaben über die Bestreitung hrer Ausgaben durch kategoricnweise Anführung glaubhaft ju machen. In der Unterlassung? dieses zweiten Vorhaltes fliegt ein Verrübrensmanael. \ Die Eröffnung der Schwurgerichtssrssionen Un neuen Jahre.! I Gestern fand die erste Geschwornenauslosäig des JahreSi 1920 sowohl in der ordentlichen als auch in der außerordentlichen ' Session ' statt. Die Zusammensetzung der Ge- - schwornen beiher Sessionen zeigte deutlich die durch daÄ neue Gesetz angeordnete stärkere Heranziehung l von Personey aus dem Arbeiterstande zstm Geschworuenamte.! F r a u e n erq schienen gestern auf'keiner der beiden Geshwornenbänke.- Vor der Auslosung' der Geschwornen würden diese dort leitenden Funktionären des Ländesgerichtes in furzen Wortes begrüßt. In der ordentlichen Session fuhrti OberländeSgerichtsrat Dr. Mager, in der außerorderstlichsn Hofrat Dr. Altmann a,us, daß von,nun an die Geschwornenbank anders züsamürengesetzt sei, weil nun die Geschworsten allen Klassen der Bevölkerung entnommen werden. Später leiteten auch die Staatsanwälte Dr. Formanek und Dr. Schattane k ihre Schlußrede mit dem Hiyweis auf die.Veränderung, der Zusammensetzung des Schwurgerichtes ein. Staatsanwalt Dr. Formanek wies darauf hin, bah die Frau heuten als. gleichberechtigte Genossin' des Mannes anzitsehen sei und daß ihre Mitwirkung an der. Rechtsprechung in^ vielen Fällen. mit Freude zu begrüßen sein. werde.' Die allgemeine Erschütterung, die nachl den'furchtbaren Ereignissender letzten Zeit eingetreten sei, habe di^se. Neuerung herbeigeführt, die gewiß von den segensvollsten Folgen begleitet sein werde.:' Auch die Verteidiger^Dr. Adolf Unger und Dr.' Hermann Kraszna kamen in ihren Schlußreden auf das erweiterte Geschwornenamt zu sprechen. Grsterer gab der. Anschauung Ausdruck, daß auch die den Kreisen der Arbeiterschaft entstammenden Volksrichter und. die zum Ge.schwornensintfc» ititfiefüintttprfum die Taaesltrömungen nur dem Rechte Geltung verschaffen werden. Doktor Kraszna füh'rte aus, das neue Geschwornengericht schein^, ihm die Fortsetzung der Koalition zwischen der Bürgerschaft und> de^ Arbeitern zu sein, es stelle sich nun als die wahre Repeasentation aller Bevölkerungsschichten dar. Es sei mit Sicherheit zu ^erwarten, daß die Arbeiter unter ,ben Geschtvörnen, die ja die Verhältnisse da draußen in den Vor- ' städten. genau leimen, scharf unterscheiden werden; zwischen den Verbrechern, welche die Zeitläufte^ zu ihrem lichtscheuen Tun äusuützen, ihrer Verbrechernatur Zügel schießen lassen und ienen, denen eine milde Beurteilung zuteil werden kann, weil sie ein - Opfer der Verhältnisse geworden sind. HÄite seien vier Arbeiter angeklagt, sie finden ein ebenbürtiges Gericht, weil auf der Geschwornenbank auch Repräsentanten der Arbeiterschaft sich befinden. -Bei. solcher Zusammensetzung werde sich fürderhin kein Arbeiter beklagen können, vor einem Gerichte gestanden, zu sein, das fhn und seine Äebensverhältnisse nicht verstehe. '; In den Verhandlungen vor der. ordentlichen Schwurgerichtsftssion wurde.Franz Szuppan, dem ein Einbruch in Bösendorf zur Last lag, bei. beim die Beute 16.000 Kronerr betrug, auf Gruud des Schuldspruches der Geschwornen zuj zwei Jahren schwerem Kerker verurteilt. Die Geschwornen der außerordentliche» Sessio» beantworteten alle an sie gerichteten. Schuldfragen einstimmig, empfahlen aber in einem Zusatze alle Angeklagten Wege« ihrer Jugend und ihrer Verleitung' Lurch böses Beispiel der Wilde des Gerichtes. Wegen Verbrechens des Diebstahles' . verurteilte der Gerichtshof' Josef Fsd n z, Rudolf P 0 t f ch k a, und Josef Präbes zu je einem Jahre schwerem Kerker, Josef' Holzmanu. zu zehn. Monaten schwerem Kerker. Die..zweite Verhandlung der ordentlichen Session gegest Marie Zawodzski, welche wegen GewohnheitsdiebstalM angeklagt war, wurde zum Zwecke neuer Erhebungen nach einstündiger Dauer vertagt. Der Volkswirt. Die Idee dies witteleuropRis^tzn Zollvereines« Wie bereits genieldet, wurde in einer der letzten Sitzungen des Obersten Rates von englische'r Seite vor-, geschlagen, einen Zollverein zu errichten, der bte auf dem Boden der früheren Monarchie entstandenen Staaten vereinigen' soll. Die Diskussion wurde aus einen späteren Dermin verschoben, weil Clemenceau die Sitzung verlassen mußte. Die Frage der Schaffung eines Zollvereines, gegen lvelchen. sich bei der Ausarbeitung der Fri'.'densbedingungen für Oesterreich der Fünferrat ausdrücklich erklärt hatte/ steht im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Friedenss.chlust M und pm, $<>ÄlMß.n t-ommt a.«^