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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-03 · Heft 341 (3.1.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 341 (3.1.1920)
Date
1920-01-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Iftfc 341 Wien. Samstag Wiener MorgenzeiLung .'sr;sy Telegramme. Die/pariser Verhandlungen. Parks,' 2. Jänner. (Funkspxuch.) Der Oberste Rat hat am 1. Jänner nicht beraten. Freiherr v'. Äersne'r hat dem Generalsekretär/DuLc^.sta brieflich' mitgebellt,' daß er wegen Verkühlung am 'Verlassen seines Zimmers, verhindert sei.' Im selben Schreiben erklärt Lersner/ baß wegen Ersatz des Fwttenmateriails von Scapaslotv noch kein Einvernehmen zustandegebommen sei. - Diese Kleußerung bezieht sich auf vorhergehende Besprechungen .mit Dutastä, wegen welcher Hie deutsche Regierung um Bestätigung ersucht worden, seü Rach den aus Berlin einlangenden Nachrichten scheint ss, daß die 'Zustirn-? mung der deutschen' Regierung nahezu sicher sei. / In diesem Falle würde das Unwohlsein Lersners, auch wenn es sich ' verlängerte, schwerlich ein Hindernis für, die Bestätigung -es- FriedenZvertrages sein. — Die Kommission Leronb-Simson hat,, besonders wegen der P.aßsrage, verhandelt.! ' , Polk zurückgetreten. i Paris, 2. Jänner. «Funkspruch.) „Petit Parisien" meldet aus Washington, daß der bisherige Unterstaatssekretnr 'des Auswärtigen nvd Nacbsolger Lansings bei der Pariser Konferenz. Francis Polk, zurückgetretemsei und feine frühere Beschäftigung als Advokat wieder aufnehnren werde. > Weizmann aus Palästina zurüökgekehrt. Trieft. 2. Jänner. (Privat.) Weizmann ist Von seiner zwölfwöchontlichem Reise durch Palästina zurück-' gekehrt. Er ist voll Hoffnungen und erklärt, die englische Behörde in Palästina unterstütze schon jetzt alle Wischen Bestrebungen. Die Bauindustrie macht gute Fortschritte. Die Eröffnung der neuen Grundbücher steht bevor, wodurch die Kolonisation einen neuen Aufschwung nehmen-wird und eine großzügige Einwanderung ermöglicht werden dürfte,.die' vorläufig bloß auf jene Kräfte beschränkt ist, die augenblicklich Verwendung finden.können. Die Pläne für die Universität sind fertig und die.verschiedenen Untersuchungsinstitute sowie die Bibliothek dürften binnen Jahresfrist mit der Arbeit beginnen können. Weizmann bedauert, daß der kleine Kongreß verschoben werden mußte, Er ist heute nach Paris abgereist. , # - Die Schwierigkeiten der Etitente in dep türkischen Frage. Wash'ngwn, 2'. Jänner. sFunksPruch.) „New Pvrk Herald" 'meldet ans Konstantinopel. haß-die türkische ■ Nationalarmee unter Mustapha Kemal Pascha stete ^Fo-rtschr'i-tte in der Richtungauf Konstantinope^ machet In den Konstantinopler diplomatischen Enb'mte- Weisen herrsche über das Schicksal der. Stadt Und der i Meerengen groß^ Unstimmigkeit. Die Forderung der Griechen, nach dem Besitz der Stadt könne-nicht. erfüllt werden, weilsonst in kürzester Zeit ein bulgarischgriechischer Kriegausbräche) Italien wünsche das .Mandat «der Bereinigten.Säraten, da dies für Italien politisch ungefährlich und wirtschaftliche höchst vorteilhaft, wäre.' Frankreich sei unbedingt gegen hie Üebertragung der Schutzherrschaft an eine internationale Kommission, weil in diesem Falle bei kriegerischen Verwicklungen die stärkste Seemacht von Konstantinopel und den Meerengen Besitz ergreifen würde. . ' gm Die soeben erschienene Nr. 1 der enthalt n, a.: A4olf Stands Lebensgang. — Verschiebung der zion. fahreskonferenz. — D^r rumänische Friedensvertrag und die Juden. — Die Opposition der „Politischen“. — Dfe jüdische Lage in Polen. — Die Lage der Juden in Siebenbürgen. — Jüdische Arbeit und SlowaKei. — Die Fortschritte des Zionismus in England. — Ein neues Regulativ für Achusoth. — Palästina u. Syrien. — Palästina. — Jüdisches Theater in München- — Rundschau- Preis der Nummer K 1 —. In allen Trafiken, Buchhandlung R. Löwit, I., Rot&nturmstrasse 22, und in der Administration der »Jüdischen Zeitung“, II., Taborstrasse 1—3. sso Berlin» 2. Jänner. Der „Lokglanzeiger" meldet aus Genf: „Joprnal des Debats" erfährt, man habe aus dem Pro» aramm des, bevorstehenden Pariser Ententerates vorläufig den Punkt ausgeschalttt, der fordert, den Sitz des Sultans von Konstantmovel nach einer anderen Sladt zu Verlegern Die von ifioyd Gearge eingeaanaenen Nachrichten ließen aügesichts der in der muselmanischen Bevölkerung durch dieses Gerücht entstandenen starken Bewegnna ein Kompromiß zwischen der Entente und der Regmung .des Sultans für has Jahr 1320 erwarten. * Amnestie in Aumiinien, Bukarest» 2. Jänner. (Dacia.) Der König hat alle kn vorigen Jghre von den Kriegsgerichten wegen deutschfreundlicher Haltung, verurteilten rumänischen Journalisten begnadigt. Unter ihnen befindet sich auch, der bedeutende, rumänische Schrifsteller -Ivan S l a v r c i, , Der erste PMagierdamdser ans Amerika in : föammvQ* Hamburg, 2. Jänner. Der erste von Amerika kommende Pafsgierdampser, der 13.000 Tonnen-Dampfer „M on ch urra", 'st von New-Vork aus der hiesigen Reede eingetrosien. Er ist wegen seines großen Tiefganges bei Altenbruch vor Anker gegangen. Außer Passagieren bringt er Stückgutladung. Huszar entschuldigt sich. Budapest, 2. Jänner. (Ung. Tel.-Korr.-Buri) Die-sozialdemoftütische Partttleitnug .hielt heute vormittags eine Sitzung ab, in' welcher fie sich mrt'den Reden des Ministerpräsidenten H u s z a r' und des Ackerbauministers R u h i n e k beschäftigte.- Der' Minister für Volkswohlfahrt Karl Pcyer und der Staats- - Mvetär .im Handelsmimstenum Franz Miakils haben in dieser Angelegenheit beute. vormittags den Mmisterpräudenten Huszar ausgesucht,, der ' ihnen den Sinn der in seiner Rede gebrauchten Ausdrücke erklärte.' ' .? Wie däN Ungarische Telegravhen-Korrespondenz-Bureau erfährt, hat der-Ministerpräsident an däs Organ der sozialdemofrglMen Partei, ..Repsmva", sin Schreiben gerichtet, worm er nochmals den wahren Sinn, seiner Ausführungen darlegte. Wer hat die Macht übergeben? Budapest, 2. Jänner. (Tel-Komp.) lieber Auftrag d^r Negierung hat die Stagtsanwalischaft eine Untersuchung über die Frage ringeleitet, wen die Verantwortung, für. die U e b e r g a b e d e r M a ck, t > a n die B o l s ch e w i k e n am 21. Marz .1319 fteffe. Iw dieses Angelegenheit wurde heute bereits der gewesene Ministerpräsident unter dem'/Regime Karolyi, Dionhs Bärmkay, von der Staalsanwaltsehaft verhört. (Zumindest ebenso interessant wäre es, zu erfahren, wer - dem Koüsortium F r i e d r i ch - H u s z a r die Macht übergeben hat. Das ungarische Volk ist vom Regen in die Traufe gekommen. Oder ist der weiße Terror etwa moralischer als der rote? Die Red.) Menachem Mendel, -er Pazifist.*) Von Sch. Gorelik. ' Am einer, Ungerechtigkeit vorzubeugen, die von'den Geschichtsschreibern, deß. Pazifismus und ganz besonders des pazifistischen Wirkens während des Krieges begangen werden kann, stelle ich hier..jetzt schon vor'der ganzen Welt die For-; berurtg aüfi einen der ■ Ehrenplätze im pazifistischen Pantlwon Menachem Mssntzel aus dem, galizischen Orte jenseits des San einzsträumenp. Und wp hon den ersten schwachen Jnterpenlionsversuchen zugunsten des Friedens die Rede ist,, so muß wiederum MenachemMendel als einer oder gar als der erste bezeichnet Werden, der in dieser Richtung tätig war. Er 'wartete nicht, bis das-ganze Antlitz, her'ganze Körper der Menschheit mit Blut besudelt war, ex wartete nicht den Blutozean ab,--um dann erst schüchtern zu stammeln: Genug! Menachem Mendel verlangte und wünschte den Frieden- und die Versöhnung der Völker von Anfang an, von den ersten Kriegslagen an. Er verließe die Ufer des San und ging nach Neutralsen einzig und allein, Weil er leidenschaftlich -den ^rieg avlehnte. Dort in der Heimat konnte er das furchtbare Geschehen nicht verhindern. Um so stärker war in chm . das heilige Bedürfnis, seirw-Energie; seine Seelenglut, seinen Enthusiasmus der großen Sache des Pazifismus in einem - neutralen Lande zu widmen.. Bevor er jedoch daran dachte,' zur Organisationsarbeitüberzugeyen, zur Zusammenfassung der gesellschaftlichen Kräfte, überlegte er genau seinen Plan. Menachem Mendel liebte es, sich seine Pläne auf der Straße zu überlegen. Ihn-ging.der Menschenstrom nicht im 'geringsten an, er kümmerte sich nicht um Wagen, Autos, Straßenbahnen. Er war Vollständig in seine ^Gedanken ver- ,, - * AüZ einem demnächst erscheinenden Buche: GoreN k: -Fünf Iah re im Lanbr 5l,e utrdIien", Schweizer . Kriegtzcrlebinsse eines indischen Schriftstellers. Preis gebun- - den 8 Mark Jüdischer Verlag, Berlin, 1919. — Menachem Mendel, die Figur' des mreltfremden -jüdischen Phantasten, dessen Gedankenflug mit der Ghettoenge so seltsam kon. trasnrrt, ist eine der gelinigensten Sck)öpfungen von Scho» 1 e m. Ä' e i ch e w und eine oer populärsten Gestalten der MdtschW" MsatW. Kpte tieft, hörte nur sich selbst. Daß er es -vorzog, laut auf der . Straße zu denken, anstatt' ruhig, in seinem Dachzimmer 'zu sitzen, zog-ihm viele Unannehmlichkeiten zu. Mit staubigem Hut und trüben Augengläsern, eine der Schultern immerzu hoch hebend und mit sich'« selbst ^redend, lenkte er nicht selten die, Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Bald wär> er allerdings als Verfechter eines gerechten und raschen Friedens allgemein bekannt. Hauptsächlich sollte der Frieden rasch kommen, gleich. Fßr dieses heilige und hohe Ziel schont er nicht seine -Wr schwachen Kräfte und seine Gesundheit. Cr entwickelt eine überraschende 'Energie, Gr schreibt endlos lange Briefe an den spanischen König, den Papst, an Georg PrandeS,. Georg Brandes erklärte sich sofort einverstanden und schrieb in diesem Sinne an Menachem Mendel. 88as den spanischen -König und den Papst anhetnfft, so zögerten .sie mit. der Antwort, vielleicht weil sie nicht wußten, mit welch fteberhafter Ungeduld Menachem Mendel auf diese Antwort wartete.- ' Ja, er wartete, Besonders auf die Antwort des Papstes. Und als doch keine kam, schrieb er noch einmal, und dann wieder und wieder. Den Kardinalen und- Sekretären des Papstes dürfte die Schrift schon bekannt geworden sein, „Wieder eiw Brief von diesem Sonderling Menachem Mendel," sprachen sie' wohl zu einander. Jemand schlug vor, diese Briefe ungeöffnet in chen Papierkorb zu werfen. Zum Teil wurde dieses Projekt sogar> durchgeführt, aber Menachem Mendel setzte sein Briefsdireiben -fort. Je mehr der Vatikan sich sträubte, zu antworten, um so mehr, bestand' Menachem - Mendel darauf. Es entbrannte einman kann sagen — verzweifelter Kampf, der mit einer völligen Kapitulation des - Papstes endete. Eines schönen Morgens bekam Menachem Mentzel einen Brief von einem Kardinal, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß der Heilige Vater sich wegen des ftnglücks, das . über die seinem Herzen so teuren Völker herekngebrochen, tief grämte und nm einen baldigen Frieden für die necplälte und leidende Menschheit betete. Menachem Mendel stolziert? nicht mitdiesen Briefen, machte sich nicht mit ihrer Hilfe Karriere. Er teilte nur in dev von ihm einberufenen Versammlungen mit, daß an einer .Unterstützung de» Papste» V ktzitz AwMl beMe und m dafür mW ~ ja, ja, SS tem . tz. Jänner 1929 ^eite'3 Spanische Reisausfuhr nach Oesterreich, "v^ Madrid, 2. Jänner. Nack einem Beschluß des, Minister« rales ist. die Reisausfuhr nach Oesterreich fteigegeben worden. Zugleich wurden solchen Ausiuhrsendüngen besondere behördliche Begünstigungen zugesägt, allerdings mit der Einschränkung., daß bei dlesen--Exportverträgen nach Möglichkeit jeder Zwischenhandel, ausgeschaltet werden soll. >. t Die Lage iw Teschener Gebiet. Prag» 2. Jänner. (Del.-Komv> Die „Tribuna" per» offentlicht einen Stimmungsbericht aus' Mähr.-Ostrau über die Lage in Teichen, in dem auch der Eindruck der Meldung, .daß das Plebiszit verschoben wurde, geschildert wird. Der Benchss erstatter sagt, daß sich . die Tschechen vor hem Plebiszit nicht fürchten,, daß aber eine Verlängerung der jetzigen unerträglrchen Situation nur eine Verschäriung der bisherigen Loge bedeute. Die Ansammlung polnischer Streitkräfte an der deutschen Grenze bedeute keine' Demonstration gegen Deutschland, den die Polen . hätten vor den Deutschen eine viel zu große Angst, Die militärischen Vorbereitungen Höngen aber mit der Teschener.Frgae zusammen. ' ' . Die Wahlen in der Tschecho-Slorvakei. Prag» 2. Jänner. (Tel.-Komp.) Wie „Ceske Slovo" . er- , fährt, werden die Parlamentswohlen Samstag den 27.. h. M. ausgeschrieben und der Wahltag auf Sonntag den 7. März sestgefetzt werden. * Rstcktritt des Berliner tschechischen Gesandten. Prag, 2.'Jänner. (Tel.-Komp.l Wie „Lidove Novinh^ meldet, hat der bisherige Bevollmächtigte der tschecho-slowakischen Republik in Berlin Dr. Eduard Körner auf sein Amt verzichtet.. Lftwinow hofft ans einen baldigen Frieden., Berlin, 2. Jänner. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Kopenhagen: „Sozialdemokraten" veröffentlicht eine AnterredMg mit Lnwinow, worin sich dieser über das baldige Zustandekommen des Friedens auf wirtschaftlicher Grundlage hoffnungsvoll äußerte und im Zusammenhang damit erwähnte, die englischen Gewerkschaften hätten eine Kommission nach Rußland gesandt, um die dortigen Verhältnisse zu studieren; die Kommission habe seitens der russischen Gewerkschaften einen herzlichen Empfang gefunden. Oer Zusammenbruch der Armee Koltschak. Berlin. 2. Jänner. Der „Vossische Zertung", wird aas Kopenhagen gemeldet: Die Niederlage Koltschaks erweist sich als nahezu vollständig. Seine Soldaten ziehen sich in ungeordneter Flucht zurück und haben die sürcktcrllchsten Leiden m Sibirien auszustehen. Zwischen Kolt'chaks Generalen herrscht Uneimgleft und das Beispiel der Ossiziere steckt die Soldaten an^ die sich während des Rückzuaes als überaus unzuverlässtg gezeigt habsn. Wiederholt, kommt, es zu Meutereien, wobei die Ossiziere von Soldaten erschossen wurden. Dle Japaner versuchen, die Ordnung der sibirischen Verhältnisse ganz und gar in ihre Hand zu nehmen. Admiral Bakirow hingerichtet. - Berlin» 2. Jänner. Dem „Pusyw* zufolge wurde in Petersburg Admiral B a k i'r o w wegen Teilnahme an der letzieü Verschwörung gegen die Sowtetregierung erschossen. . Ein Bündnis dev Inder mit Sowietrußland. Berlin» 2. Jänner. Der „Abend" meldet aus Basel: Die bolschewikische Zeitung „Jzwestia" Meldet, daß eine Deputation aus Indien in Rußland eingetrofien sei, um über ein Bündnis Indiens mit dem bolschewiktschen Rußland zu verhandeln. ' ' Die Bolschewiken in Iekaterinoslaw» Moskau, 2. Jänner. (Funkspruch.) Im Gebiet von Zitomir haben bie Rotlruppen Kalin 0 wq und P a g r eb r l s ch a besetzt. An diesem Frontteil find wir wenig mehr als 100 Wer st v o n d e r ru m ä n i s ch - g al ui s ch e n Grenze entfernt. Südlich von Kiew »wurden einige Ortschaften erobert. I e k q t e r i n o s l a w und die wichtigen Bahnknoten N owo-Mosk o w s k und S i n e l n l k o w o wurden erobert. Rote Kavallerie »st nur noch 30 Werst von den Schwarzen Meerbäsen W arrupol und Taganro g entfernt. An der Ostfront wurde M a r i n s k beietzt. An der siidostasiatischen Front haben sich die Roftruppen afft 31. Dezember Mtt den Truppen von Buchara vereinigt. wohl sagen —- sehr ernste Beweise habe. Er berief Versammlungen ein. Er trieb es so weit, daß die Zeitungen über ihn zu schreiben begannen, wohl etwas ironisch, zuweilen sogar höchst ironisch, aber das wap gleich: man schrieb. ES war belanglos, daß gerade über ihn geschrieben wurde, wichtig war, daß der Idee die Bahn fteigelegt wurde. Menachem Mendel merkte nichts von der Ironie.. Er war jedesmal, wenn eine neue Notiz über ihn in einer Zeitung erschien, voll, Begeisterung untz'rief: die Oeffentlichkeit beginnt sich für unsere Sache zu interessieren. In diesem Sonderling war der Glaube an die öffentliche Meinung so stark, daß ihn die Resolution einer sich langweilenden und gähnenden Versammlung zugunsten einer raschen Beendigung des Krieges beflügeln konnte. Dieser Glaube verzehnfachte seine Kräfte, ermunterte Ihn unendlich. Um diese öffentliche Meinung zu gewinnen, gab er sich die größte Mühe. Er suchte alle Berühmtheiten zu erreichen, um ihnen seine pazifistischen Theorien autzeinandersehsn. / ES gab auch solche Stellen, wo man ihn'sehr ungern sah und ihm gelegentlich mit einem Hinauswurf drohte. Aber Reisende und Schwärmer machen sich bekanntlich nichts aus solchen Lappalien. Die ersten aus Arroganz, die andern' aus kindlicher Naivität und Treuherzigkeit. Wenigstens dachte Menachem Mendel, als er die Treppe hinunterflpg weder an Rache, noch an die Grausamkeit der Wirte. Er flog einfach abwärts und ihm schien, als trügen ihn seine eigenen Gedanken irgendwo hin, weit, sehr weit fort . . . - , : ' Nur eine gute Seite haften dis katastrophalen' Guttäuschungen für Menachem, Mendel gehabt, nämljch, dgß er auf wichtige Diffge zu achten begann, di? er früher in seiner Pazifistischen Bssgeisterung gar nicht Beachtete. So erinnörw er sich des Umstandes, daß er chronisch hungerte. Wovon Menackiem Mendel überhaupt gelebt und wovon er sich ernährt hat, das wußw niemand, außer Gott. Aber jetzt wandte ör sich diesem abnormen Zustand selbst zu. Eines Tages wurde ' ich beim Einbiegen in eine Strgtze von ihm angehalten, wobtzj pt' mir -nicht, sein neueste- Projekt der sichersten Gn- Wirkung auf dft öffentliche Meinung mitteilte. sondenB mich mit stiller, lprischer Stiipme. bat, ihm eine Unten-ichtsstuade im HebMjcheü KN ÄÄ. meinen Borschlaa. Ni-»

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