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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-03 · Heft 341 (3.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 341 (3.1.1920)
Date
1920-01-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien. Samstag »----- -:-.—-— waren, welchen die deutsche Revolution jit verdanken' ist und die zielbewußt und 'absichtlich^ das^ deutsche Volk in das gräßlichste Elend hineintriebcu? Ast es ein Zufall, daß es jüdische Literaten und die jüdisch freisinnige Presse ist, welches alles religiöse Empfinden des deutschen Volkes i-n den Kot?ie)t? Es wird n'einandem einsallen, diese Erscheinungen ruf irgendwelche soziale Entrechtung oder Bedrückung des Judentums zurückzuführen. Im Gegenteil! Der Jude ist es, der es vor allem verstanden hat, für sich biß Vorteile der Gesetzgebung herauszu'schla en. Es ze'gt sich immer wieder ^die Unfähigkeit des Juden, deutsch zu fühlen und deutsch zu handeln. Rühmliche Ausnahmen bestätigen nur, die Regel, daß der Jude nicht deutsch sein wird und nicht deutsch sein kann. Wir sind eine arische Partei und wollen unserem Volke denen, nach unserem besten. Wissen und mit allen Kräften ellein das nicht in der Weise, daß wir unsere Volks- .genossen in einen wüsten und xohen Kampf, gegen dir jüdischen Mitbürger verhetzen. Wir lehnen es ab, :n dein Juden den deutschen Volksgenossen zusehen, und wir werden das jüdische Wesen, wo es. unsere L rutsche Sache bedroht und schädigt, in gesetzlichen Formen bekäu.'psrn. Nun haben die jüdisch-deutschen Assimilanten ihren Fußtritt abbekommen. Aber wohl gemerkt, nicht von den' Radikalantisemiten alter Art. Nein, diese neue Partei hat den alten Liberalen Lodgman zum Führer und hat , die l.tzten' Reste dr Liberalen in sich ausgenommen. Die Absage e. folgt im Moment, da oie Juden Dr. Eckstein und Dr. Raudnitz im Prager ^tadtrat für die deutschnationalen Forderungen kämpfen und dadurch den Zorn Der tschechischen Machthaber gegen das jüdische Volk herausbeschwören. In-höchster' Bedrängnis versäumen es die deutschen Brüder nicht, ihre getreuen Knechte aus dem Stamme Juda aözuschütteln. Es ist nicht zu erwärten, daß die Ecksteins und Konsorten nunmehr von ihrer niedrigen, unerwünschten Knechtarbeit, welche vom deutschen Volke mit Hohn belohnt wird und dem jüdischen Volke schadet, ab° tassen werden. Aber ihrer jüdischen Gefolgschaft wird die Rede Rosenbergs zu denken geleu. Sine an die Affäre Schahs. Unmittelbar nach' dem Umsturz Ende Oktober 1918 wurde durch Organe des tschechischen Nationalrates-auf einem Bahnhof in Prag eine Sendung von Akten der Prager Polizeidirektion beschlagnahmt, die noch rasch nach, Wien gesendch werden sollten. Zum Ctudim dieser Akten wurde eine Kommission gebildet, welche ihre Aufgabe'jetzt beendigt hat und das Resultat ikner Arbeiten in einem Buch der Oeffentlichkeit vorlegen wüd. Aus ihrem Material publiziert nun das sozialdemokratische „Pravo Lidu" ein auf die bekannte Affäre, des nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. S ch wi h a, seinerzeit Bezirksrichter in Senftenberg, bezügliches Dokument. Dieser Mann war bekanntlich im Jahre- 1913 voü Doktor K r a m a r s ch öffentlich als Spion der. Wiener Negierung angeklagt worden und es kam zu einem Ehrenbeieidigungsprozetz sowie zu einem ebrcnrätlichen Spruch des tschechischen Nationalausschusses, der'den Beschuldigten moralisch vernichtete. Diese Angelegenheit, welche den Polizeigeist des alten Systems und seine anrüchigen Methoden bloßstellte, kam durch die Kncgsereignisse in Vergessenheit. Aas von dem Prager Matt nunmehr veröffentlichte Dokument Hat leider angesichts der Tatsache, daß die alte Staatspolizei noch immer ^und überall ihr Unwesen treibt, aktuelles Interesse. Es handelt sich um den amtlichen Bericht des bei der Prager Staatspolizei in Verwendung gestandenen Kommissärs Dr. Klima, dessen Name auch vielen Jüdischnationalen Prags bekannt ist, weil' er allen wichtigeren zionistischen Versammlungen als Regierungsvertreter beiwohnte und zahlreiche persönliche Bezeihungen in den zionistischen Kreisen anzuknüpfen suchte. In dem Rapport wird Dr. Schwiha stets als W. bezeichnet, da er in den Aufzeichnungen der Staatspolizei als Herr Wiener geführt wurde. Dr. Klima berichtet: Er traf W. im Winter 1910 auf einem Ball in Prag. Er blieb mit ihm bis um 4 Uhr früh beisammen und unterhielt sich die ganze Zeit über Politik. W. versuchte damals, so schreibt Klima, sich mir gegenüber zu entschuldigen, daß er gerade auf das- Programm einer so .radikalen Partei kandidierte und bemühte sich, mich davon zu überzeugen, daß er dieser Partei nur dann treu bleiben werde, wenn es chm und seinem Freunde K. s.Klasatsch?) gelingen werde, aus der Partei eine ruhrg ■ erwägende und loyale Partei zu machen. Sonst sei er fest entschlossen, auch sein Mandat nieder» zulegen, um seiner Stellung als Staatsbeamter nicht zu schaden. Er verurteilte schon damals den antimilitaristischen und antiklerikalen Kampf und sprach mit aller Hochachtung von der Dynastie, indem er erklärte, daß das tschechische Volk nur von der Dynastie etwas erwarten könne, da die deutsche Vurcaukrntie immer mehr und mehr in die Hände deutschnationalrr Elcinente übergehe. Kommissär Klima schreibt weiter, W. habe auf ihn den Eindruck eines Strebers gemacht, der sogar an eine Ministerkarriere denke, zu der ihm' seine eigene'Partei verhelfen sollte. Da W. die ganze Nacht hindurch mchts ah und trank und nur, auf Kosten KlimaS rauchte, kam dieser auf den Gedanken, daß W. in sehr prekären Verhältnissen lebe und wohl bestochen werden könnte. Seitdem trafen beide crnigemale zusammen und W. machte dem Klima wiederholt vertrauliche Mitteilungen übär aktuelle politische Fragen diktierte ihm einen Bericht über den Verlauf der Pardubcher Jngendlagung idcr antimilitarislischen Vereine Red.), und gab ihm auch crne Photographie Wiener Morgenzettimg 3. Jänner 1920 Nr. 841 der Teilnehmer an diesem Kongresse. Hierbei klagte er über seine elende, finanzielle Lage und erklärte, daß er durch seine Wahl einige tausend Kron'en Schulden gemacht habe, worauf ich ihm anbot, er möge sich, wenn er Geld brauche, immer an mich wenden. ' . Vierzehn Tage später besuchte ich W. in seiner Wohnung und bot ihm, als er wieder über seine finanzielle Not sprach, 1000 Kronen an, die er nach langem harten Kampf annahm. Weitere 6000 Kronen erhielt W. von Klima vor seiner Ab« reise nach dem Süden. Den letzten' Betrag von 800 Kronen erbat er sich unter dem Vorwände, daß er sie dem Abgeordneten Ch. (Choc?) als Anleihe versprochen habe, um ihn zur Nachgiebigkeit in den Sitzungen^, des Pürteivollzugsausschusses zu bewegen. .Damals sagte er auch, er könüte dem Staate und der Dynastie große Dienste leistem wenn er.nicht in so schlechten materiellen Verhältnissen leben würde,' er könnte alles tun, wenn er wenigstens i dO.000 bis 100.000 Kronen hätte. ,Klima erwiderte, daß die Staatspolizei über solche große Summen Nicht disponiere, wenn dem W. aber' Mit einem Monatsgehalt von 400 Kronen gedient wäre, könnte er es wagen, dem Hofrat einen »solchen Antrag zu stellen. W. akzeptierte. . Bei der letzten Zusammenkunft am 31. September desselben Jahres in der Wohnung Klimas sagte - W. unter anderem, daß der bisherige günstige Verlauf der Ver« ständigungsaktion (die deuisch-tschechischen Verhandlungen, die später von Dr. Kramarsch gesprengt wurden. — Red.) sein Verdienst sei. er würde nur wünschen, daß" seine Exzellenz der Herr Statthalter es erfahren möge. Die nationalsoziale Partei werde sich sicher loyaler benehmen als die jungtschechische Partei. Weiter sagte W., er habe jetzt gr.-tze Sorgen, weil er und Abgeordneter K. (Ktofatsch?) keinen Kredit für die neu eingerichtete Buchdruckerei in der „Go lde nen GanS" erhalten könne und'daß er unbedmgt. 40.000 6t§ 60,000 Kronen haben müsse, wenn sie gegenüber der Fraktion Choc die Oberhand in der Partei behalten sollen. Wr die zwischenstaatlichen Beziehungen. Der Vertreter der tschecho-slowakischen Republik in Wien, Dr. Robert Flieder, schreibt, in dev „VidenSkä Listy" unter dem Titel „Unser neues Ziel" unter anderem: Die Erhöhung Der Produktion und eine nach Tunlichkeit vollkommen gerechte Austeilung des 'Ergebnisses dieser 'Produktionsvermehrung ist der einzige Weg.zur Besserung, zur Erholung der menschlichen Gesellschaft vom gegenwärtige» Verfall. Rings um uns lauert und droht die Reaktion, genährt durch die Hoffnungslosigkeit der Massen Md durch den Verlust deS Glaubens an die. eigene Stärke. Man muß sich mit allen Kräften gegest diese Schwäche ' wehren und dann wird die wahrhaft reine und fruchtbare Demokratie kommen, gegründet auf dem 'Bewußtsein, daß wir nicht für uns selbst leben, und daß uns'die ganze Entwicklung der - Menschheit zur - Vergcsellschqftlichung treibt, zu gerneinsamem Streben,, gemeinsamer Arbeit, zum' Wöhle der Menschheit, hur' menschlichen Kultirr... Allein auch die. Staaten vermögen heute nicht an sich selbst und für sich, selbst zu leben und darum muß es auch zu einer Berge feilsch a f t l i ch un g a u f dem 'Ge biete d e r z w r s ch e n - staatlichen Beziehungen, des zwischenstaatlichen Lebens kommen. Es ist dies"der Gedanke der „Gesellschaft der Völker". Es sind dies vielleicht bisher nur bescheidene Anfänge, welche der F-riedensvertrag, der in Paris abgeschlossen, wurde, errichtet, aber eS ist dies schon der erste entschlossene Schritt. Wir, die Söhne des tschechischen Volkes, waren schon einmal in der Geschichte der Menschheit Pioniers der Freiheit und des Fortschrittes; laßt uns auch heute - dahin arbeiten, baß sich der herrliche Gedanke der Völkergesellschaft den Weg nach vorwärts bahne. Laßt uns Vorkämpfer dieses Gedankens, der höchsten Vergesellschastlichung, der Weltsozialifierung werden, auch wenndie übrigen Völker diesen .Weg und das-neue Ziel vielleicht verlassen sollten. . , Die Zukunft Preßburgs. , Der Preßburger Regterungsreferent Dri Stodo la gab jüngst über die Zukunft der Stadt folgende Erklärungen ab: Prcßburg geht einer ungeahnten wirtschaftlichen Entwicklung entgegen? den das Rückgrat unseres Verkehres bildet neben der Bahnverbindung, die von Paris ifber Preß bürg nach Bagdad führt, der organische Ausbau d:r Donaudqmpf.'chi,fahrt. Bekanntlich besaßt man sich in Jugoslawen schon mit der Regelung des Verkehrs im Eisernen Tor. Unsere englischen Fachmänner wollen eine direkte Seedampftrverbindung zwischen den -Küstenplätzen deS Mittelmesres und Indien und eventuell direkt. ohne umzuladen, bis nach Preßburg einsühren. Aus. dem Rhein Verkehrs» bereits Seedampfer bis zu 9500 Tonnen. Die Donau ermöglicht, wenn sie reguliert ist. noch größere Dimensionen. Sobald der Donau- Elb e k a n a l eröffnet und von Preßburg die viergcleisige Verbindung mit Fiume ausgebaut sein wird, werden wir in Preßburg den größten kontinentalen Umladeplatz besitzen. .Auf jedem. Ümlabeplatz.entsteht, ein Industrie-, zent.um — das sehen wir auch in Aussig an der GSsI&c — und eS wird sich infolgedessen auch Preßburg zu einem der wichtigsten Fabrikzentren. Mitteleuropas entwickeln. Meine Lieblingsidee wäre, hier in Preßburg eine Orientmesse cinzurichten. Preßburg hat die Bestimmung, die Porta ortentaltS des Westens und der tvcst'ichrn Kultur nach dem-Osten zu bilden. Mn.ien kuzrr Zeit wird hier eine Produktenbörse erö'fnet. An den Hascnanlagen wird gearbeitet, die Pläne für b ie grossen Elevatoren sind fertiggestellt und nur der Mangel an Kohle und Baumaterialien hindert uns, viele Millionen für die Entwicklung der Stadk Preßburg sofort zu investieren. - Das Bahnneh mir Preßburg muß entsprechend ausgebaut werden. An der zwcigeleisigen Bahnlinie Brünn—Lundenburg—Preßbürg wird bereits emsig gearbeitet. Neben den Hafenanlagen Wird e hier eine große Bahnstation entstehen, und sobald die Wohnungsmisere durch Neubauten behoben sein wird, werben Tausende neuer Staats- und Privatbeamteu unserem Donauemporium zusirömen und die Stadt auf eilte ungeahnte Stufe bet Reichtums/ bripg?n.. ' : . j Der Regierungsretersnt äußerte sich schließlich Über die R?-o"ganisi.'rung des Post- und Telegraphenwesrns ^in der Slowakei, dessen Ausbau durch den großen Mangel an Apparaten und anderen Materialien stark erschwert ist. Die Friedensschritte des Prinzen Sixtns von Parma. AuS London wird aemcldet: „Dailh Telegraf* beg'nnk heute mit der Versffcnllichmig einer Reche österreichisch« Dokumente aus der Zeck von Ende 1916 biS Mai 1917« Dich Dokumente hängen mit den österreichischen Versuchen, einer S o n d e r f t i e d ear abznschlicßen, zusammen und enthalte« m.hiere Briefe deS Prinzen SixtusvonParma, zwck Bncfe des Exkaisers Karl, eine Note des Grafen Czerni» und die Berichte de-3 Prinzen Six-ius vyn Parma über seine Nnlerredungeu mit Plpncarö, Cambon, Ribot und Llohd Geoige Vom Jüdischen Nationalrat für DeutschSsterreich.! Dem letzten Zirkularschreiben des Jüdischen National« rates für Deutschösterreich an seine Mitglieder entnehmen wir solgends Datei:, die von der intensiven und zweckbewußten, Tätigkeit detz Wiener Nationalrates im ab gelaufene« Geschäftszahr Zeugnis ablegen: „Ein Kataster wurde angelegt, dessen Endziel eS ist, die gesamte erwachsene Judenheit Deutschösterreichs zu um«- fassen. - /.Die Gewerbesektion deS Jüdischen NationahrateS ' hat nicht nur Arbeit vermittelt, sondern^ in zielbewußter Weise mit Hilfe'der ihr angegliederten Berufsberatung aus die Umschichtung de'r Berufe in der. Richtung produktiver Arbeit hingearbeitet. Das UnterrichtSamt des Jüdischen Nationalrate'S hat nach langwierigen Vvrbereitungsarbeiten das erste jüdische Realgymnasium in Wien inS Leben gerufen. Don gediegenet Hand geleitet, entwickelt sich die Anstalt, die sich starken Besnches erfreut, zu einem Zentrum, welches altjüdische Sittlichkeit und 'hebräischen Geist ausstrahlt, das Glück ocr Schüler, zu begründen und die Zufriedenheit von Eltern und Lehrern' zu verbürgen geeignet ist. An der E'nlütung der A k t i o n, die j Ü d i s ch e K i n d e i ins Ausl an d bringt,.-war der Jüdische Nationalrat «? hervorragender Weise beteiligt. Die Wahlen in die öffentlichen Repräfen« tanzen der Republik Oesterreich brachten der jüdisch, nationalen Idee groß-n Erfolg. Ein Mitglied ber RMoual« Versammlung, drei'. Gemeinderäte, neun Bezirksräte und ein» große Zahl von Armen- und Ortsschulräten vertreten mit aufopferungsvoller Hingabe .unermüdlich die Interessen der jüdö scheu Bevölkerung. Das würdige Auftreten der jüdischen Mandatare, denen 'die im Jäirner 1919 gegründete „Wiener Morgenzeitung" mit Geschick und Erfolg sekundiert^ ,hat das Ansehen des Judentums gehoben und es oft vor Schaden bewahrt. Warm nahmen sich die jüdischnationalen Mandatare bei Fl ü ch t 1ift fle a us deck O ste m an. Dieser energischen Intervention ist eS zu verdanken, daß die Flüchtlinge davor bewahrt wurden, in kalter Jahreszeit gewaltsam abgeschobe» zu werden. Auch sonst haben. Juden a u s b c nt I n«, und Ausland beim Jüdischen Nationalrat Schutz gei' ’ sucht Änd gefunden. Die vom Jüdischen Nationalrat ein-' geleitete Pogromhilfsaktion hat ein Resultat von fast 900.000- Kronen ergeben, welcher Betrag den Opfern der ostgalizischen Pogronre zugutegekomyren ist." Was inbesondere die segensreiche Pogromhilfsaktion deZ Jüdischen Nationalrates > für Deutschösterreich anbetrifft, ev fahren wir vorn Bureau des Nationalrates noch folgend^ Details: ' , Kaum war der Jüdische Nationalrat in Wie» ins Lebeü getreten, als Schreckensnachrichten über Pogrome in West« - galizien, Lemberg und Polen einträfen. Der Jüdische NationaV rat erließ einen Aufruf an die gesamte Judenheit der Welt und die Juden vieler Länder folgten dem Appell und sendeten beoeutende Geldbeträge. Es beteiligten sich an der Aktion neben Deutschösterreick die Sukzessionsstaaten, insbesondere Jugoslawien und di« Tschechoslowakei, bann Deutschland, die Schweiz, ^änemarh Schweden und Finnland. Allen voran Dänemark mit einer Summe von 250.000 Kronen. Der Gesamteinlauf von weit mehr al^ 800.000 Kronen wurde im großen und ganze» folgendermaßen verwendet: Für das Waisenhaus der Frau Pomeranz-Melzer is Lemberg 225.000 Kronen; für den Kinderhort des Fräulein« Rosa Prochnik in Lemberg 100.000 Kronen (in beide» genannten Anstalten werden die Opfer deS Lemberg« Pogroms erzogen); für den Schulfonds, der vom Pogrom betroffenen Mittelschüler 20.000 Kronen; zur Berteilun» unter 20 Pogromwaksenkinder am ersten Jahrestage 20.00$ Kronen (zu Handel dezs Dr. Gerson Zipper in Lembörs)! zur Linderung der Not der hart betroffenen jüdischen Bevölk» rung von Stanislau 100.000 Kronen (zu Händen bei Dr. A. Halpern, Stanislau); zur Linderung her Not de, hart betroffenen jüdischen Bevölkerung von Kolomea 25.006 Kronen (zu Händen des Dr. S.Nosenheck,Kolomea);-ur Linde' rung der Not der hart betroffenen jüdischen Bevölkerung von Drohobhcz 16.000 Kronen; zur Linoerung der Not bei hart betrofsenöii jüdischen-Bevölkerung von Sniatyn 10.001 Kronen (dir beiden letzteren Beträge zu Händen, des Doktors M. Pachtmann)für die Kälte leidenden Opfer der Unruhe» in ostgalizischen Städten 140.360 Kronen (zu Händen bei Dr. Gerson Zipper, Lemberg) und für die Pogromwaksew stiftung i des sJildischen RationalrateS für Deutschösterräirh 92.605 Kronen. Der verbleibende Restbetrag wurde für dringende AuK Hilfen an Pogromopser, die sich auf der Flucht in Wien a'sihielten un» hier verblieben, oder rrach . Palästina emigriertem verteilt.

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