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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-31 · Heft 338 (31.12.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 338 (31.12.1919)
Date
1919-12-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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mr* Rückfahrt eine gleiche Zahl jüdischer Einigranten nach Amerika mitnehmen werde. Mr. Elenbogerr gab auch der Ueberzeugung Ausdruck, daß die ameN konische Negierung in nicht ferner eeit polnisch-jüdischen Emigranten Erleichterungen für die inreise nach Amerika gewähren wird» , > Humor vom Tage. N a ch d e r R a t i f i z i e r u n g. ^Wi'e können Sie es;cn, uns diese Papierschube als Fricdrnsware anznprciscn „Ra, trlcmbm Sre mal, wir haben doch ich» Friedcn!“ (Lustige Gesellschaft Nackitq na r t i e r. ^Na, wie war's in Berlin?“ «Danke, kein Zimmer zu kriegen, weder für Geld noch für chlie Worte." . „Wo hast Du denn geschlafen -„In der «Palrstrina-Aunührung." _ C®ct‘ Brummbär*.) Dis falsche PolizerKommission. Wie berichtet, ist <un 23. d. M. bei dem Kaufmann Josef Dänemark, 3. Bezirk, Praterstraße Nr. 60, eine mische Polizeikommission erschienen, die aus einem angeblichen Polizeikommissar, zwei Polizeiagenten und einem Volkswehrmann > bestand. Der „Polizeikommissär" erklärte, daß gegen den Kaufmann - «ine Strafanzeige wegen Stoffschnruggels beim KriegswUcheramt erstattet worden sei und daß deshalb bei ihm eme Hausdurchsuchung vorgenommen werden müsse. Die Kommission beschlagnahmte schließlich Herrenlleiderstvffe kn Werl»' pan 80.000 Kronen, dann 223 Silberkronen und zwei serbisch^ Tabaklose. Geld und Lose steckte das „Amtsorgan"'zu sich. Die Stoffe wurden auf einem Wagen verladen und weggeführt. . Das SicherheitSbureau konnte die Mitglieder der falschen stommrssionj opn 29. d. M. verhaften. Anstifter des verlvegenejr Planes war der Volkswehrmann Franz Preslicka des sVolkswehrbataillons Nr. 23. Dieser war vor Ausbruch - des Krieges bei dem Kaufmann Dänemark als Vertreter in Stellung gewesen und hat bei ihm auch in der ätzten Zeit ausgeholfen. Der falschen Kommission gehörten Lu: Dev Optikergehilfe Friedrich Stindl, 17. Bezirk, bernalser /Hauptstraße Nr. 79 wohnhaft, der 40jährige Advokatursheamte Rudolf P a r t f c I, 4. Bezirk, Goldegg- S'e Hr^ 25 wohnhaft, der 27jiihrige Maschinenarbeiter Polo. Fleischer, 20. Bezirk, Klosterneuburgerstraße 62' wohnhaft, und der 62jährige ehem alige Juris- Doktor' und gewesene Polizeiadjunkt und politische Kommissär der Stadtgomeinde Steh r, Richard Blumenthal, der wegen Veruntreuung iwb Betruges wiederholt ab gestraft ist. Er wohnt in der Nordbahnstraße Nr. 26. Die drei Letztgenannten wurden dem Lamdesgerichie, Preslicka dem Militärgerichte eingelrefert. Ein großer Teil her entldckten Stoffe wurde schon zustandegebracht. _ S * Neuer Prirratvozcnt. UnterstaaiSlekretär Otto Glöckel chat drn Beschluß des Prosessorenkollegimns der medizinischen FbkÜltat der'Umversiiät in Wien auf Zulassung . des Dr. Samuel B o n b t als Prwatdozent für innere Medizin an der genaunien Fakultät bestängt. Peesonalnachricht. Sonnlag dem 4. Jänner um V*3 Uhr nächmtttags findet im Seitensietten-Tempel die Trauung unseres Mitarbeiters. Herrn Dr. Markus Krämer mit Fräulein Bianka Neuberger statt. l. Keifen «ach Angarn. Aus B u d a p e st wird gemeldet: Wie von zuständiger Stelle verlautet, trut die zwischen der österreichischen und der unganschkn Negerung im Interesse der E r.1 e.r ch terung des Reiseverkehrs zwischen Oesterreich und Ungarn getroffene Vereinbarung bclressmd die Zusammenlegung der österrerchischen und der ungarischen Gepäcksand Pgvleviston in Kiralyhida am 1. Jänner m Kraft. . Devloburrg des gewesenen Erzherzogs Zofef Ferdinand. Wie die «Arbest-'r-Zeitung" meldet, hat sich der Generaloberst außer Dienst Josef. Feidmand H a h s bürg Mit Frau Rosa Jo kl, gebornm Kaltenbrunn er, veilobt. Das Brautpaar-hat bereits bei der nieder österreichischen Landesrrgieruntz dm Dispens vom Eheband erwirkt. * Protest gegen die Dudapester Henker. Dr- Bauer hat folgendes Telegramm erhalten: «Wir buten Sie. in unserem Namen, gegen die Hinrichtung von Sozialisten in Budavest zu 8' rotestieren. Wrr appellieren an die Gefühle der Menschlichkeit, lngaru würde sich durch Fortsetzung des weißen Terrors entehren. Anatple France. Henri B a r b u s s e, Jean 8 o n g u e t, Marcel Cachin, Redaktion der „H u m a n t14" und des »P o pulair e", F r o s s a r d, Sekretär der sozialistischen Partei". — Dr. Bauer hat das Telegramm durch den Wiener ungarischen Gesandten an die ungarische Regierung weitergeleitet. * Zahnarzt Dr. Rudolf Diamant, gewesener Demonstrator an der zahnärztlichen Klinik, hat seine Praxis, l., Lob« kowitzplatz 1, ausgenommen und ordmiert täglich von 9—5 Uhr. * Spende. Wir - erhielten vov Herrn Fritz Horowrtz K 100.—, »gewidmet dem Andenken d«6 seligen Herrn Emanuel H o r o w i tz". zu wobltänaen Zwecken und haben den Betrag der Fürsorgcaktivn der Frau Anrtta Müller überwiesen.! * Eine Humboldt-Feier in Mexiko, Aus Meriko wird brressich berichtet: Am 13. September, dem Vorabend des 150. Geburtstages Alexander v. Humboldts, verunstalteten die amerikanische Gesellichast für Geogravhre und Statistik sowie die Wissenschaftliche Gesellschaft »Antonio Alzate" unter Borsitz des Landwirtschasts'm'.msters Pastor Rouaix eine Feier zum Andenken au den großen Gelehrten. Am 14. September wurden von den erwähnten Gesellschaften, von verschiedenen Mexikanern und von mehrere« deutschen Veremen Kränze an dem 1910 toon Kaiser Wilhelm II. > dem mexikanischen Volke gestifteten Denkmal Humbold/s nicdergrlegt. Humboldts Verdienste um die w i s s e n s ch a f t l i ch e Erschließung und den wirlschä!llich''pol'.1ischen Aufschwung MexikyS kann nicht hoch genug angeschlagen werden. Sein Kasai politigus snr ls koyaums, äs NauvvIIs Lrpsens" ist für die geogravhsschstatlstische und ebenso für die grosnostlsch-mineralogstche Erforschung.des Landes bis heute grundlegend geblieben. Er'lenkte zuerst die Antmerlsamkeit der Welt aus die bevoizugte Lage, die es zwischen dem Ailaritischen und dem Stillen Ozean emnimmt; er gab zurrst Ausschluß über seine unerschöpflichen RMlümrr an Metallen und Bodcnprodukten; er erkannte schließlich in der Regeneration der <mgebornen Bevölkerung die notwendige Bedingung für den materiellen und sozialen Fortschritt des Landes. Wiederholt hat er auch später'noch seinem Glauben an die große Zukunft Mexikos Ausdruck gegeben. Die Regierung und dir Bevölkerung des Landes find für diese Sympathie des großen Gelehrten nicht undankbar §tblieben: sie ernannten ihn 1827 (zugleich mit seinem treuen leisegefahrten Aichs Bonpland) zum Ehrenbürger, und erst vor wenigen Jahren, am 14. September 1910, wurde ihm m der Stadt Mexilo unter großen Feierlichkeiten das oben erwähnte Denkmal errichtet. * Ein Brief Heinrich Laubes Über Heinrich Heine. DaS »B. T." veröffenilicht folgenden Brie! Heinrich Laubes, den dieser auf die falsche Nachricht von HeineS Tod an dessm Verleger Hanwe richtete: „Herrn JulinS Carnpr, Buch- LLrdlrr^.Haw-urr...Lelvz'L dm 10. AMUst.4d, LrMcr Camve! Wiener Morgenzeitungf /31. Dezember ISIS A8 Ich sende soeben einen Nekrolog Heines an die A. Allgemeine Zig., au besten Schluffe ich avzeige, daß ich ein Buck über das Leben Heines schreibm und herausgeben werde, füc dessen Jnbalt ich alle Briefe, Reliquien pp. des Verstorbenen, welche Über die Welt zerstreut find, in Anspruch nehme zur Benutzung. Sie stlid natürlich cme Hauptperson dabei, und vielleicht ebenso tief persönlich betroffen von dem Verlust als ick. der ich mich,noch, gar nicht darüber fallen kann. Ich bin wahrscheinlich der einzige unter den Schriftstellern, der Heine auch Periönl'ch innig geliebt hat und der in dem intimsten Verkehr mrt ihm war. ^Las er Ihnen ri'cht schrieb, das schrieb er m r. Ich zögere allo keinen'Augenblick, d.rS Buch über ihn zu schreiben und ich hoffe. Sie weiten mich mit allem Material, ras Sie haben, unterstützen. Daß es Ihrem Berlage am nächsten zusteht, versteht sich ebenfalls von selbst. Es ist eine Art Supplement zu Hernes Werken. Sagen Sie mir darüber sobald als'möglich Ihre Meinung. Ich schreibe gleichzeitig an die Familie, an Heines Mutter, die ja wohl noch in Hambuig lebt, an Ka>l Heine und nach Paris an die Witwe. Wenn nur etwaiger Nachlaß und Mateiial nicht zersplitlert wird! Was wissen Sie davon? Und wird es nöthig fein — ick glaube wohl — daß ich nach Hamburg kvmnre und versönlich da8 Alles betreibe. Des Verstorbenen Widersacher werden khätig genug sem, des Brrstorb nen Wapven und Degen ru beiudcln und zu zerbrechen. Das Müllen wir nnmögl'ch machen. Ich schreibe in Trauer und Hast und bitte Sre um Mb'*" A"'wort fiir rVhr« L'nti?. * Die Nrank» km. Jahre 1918—19. Unter diesem Titel veröffentlicht das ÄolksblldungshariS Wiener Urania eine anschauliche Darstellung seiner Arbeit im lebten Jahre. Den Umfang und die Vielseitigkeit seiner Tätigkeit beweisen folgende Ziffern. Die Urania hat im Jahre 1918—lö trotz L3tägiger behördlicher Kältesperre nicht wenniger als 3650 Vorträge ' mit 546.848 ■ Teilnehmern, das ist durchschnittlich 15 Vorträge mit 2297 'Teilnehmern an redem, VortragStage veranstaltet, darunter 3455in ihrem Etammhause am Aspernplatz, 75 Schülervorträge im 10. und 13. Bezirk, 77 Vorträge für Kolonisten an der Hochschule für Bodenkultur, 5 Vorträge an der Jmkerschule im Prater und ein Zyklus von 38 Vorträgen in Graz zugunsten der neu gegründeten Grazer Urania Den Kern ihrer Tätigkeit bilden. die den breiten Schichten der Bevölkerung gewidmeten und von ihnen auch massenhaft besuchten Veranstaltungen, und zwar die neueingeführten semestralen Urania-Lehrkurse für Schulenlanene und für im Berufe Stehende mit jetzt fast 3000 ständigen Teilnehmern (hierzu Sprachkurse, musikpädagogische Kurse, Kleinwirtschaftsturse, Kolonistenklwse), die im Berichtsjahre von 143.129 Schülern besuchten Schülerdorträge, die zahlreichen Sondervorträge für Arbeitervereine, die Lichtbildervorträge aus allen Wissensgebieten und die zum Zwecke der'Kiuoreform veranstalteten Urania-Kinematogramme mit freiem Vortrage berufener Lehrpersonen, dazu kommt noch die allgemein zugängliche Urania-Siernwärte mit ihrem öffentlichen Zeitdienste. Von den 3650, die realistischen nicht minder als die humanistischen, und die künstlerischen Wissensgebiete pflegenden Vorträgen waren 2632 Kursvorträge, also mehr als zwei Drittel aller'Vortrage, darunter 1762 LehrkurSvorträge und 870 zu ganzjährigen, semestralen oder kürzeren Kursen verbundene Vorträge. * Ganz wie bei uns» Aus Paris wird gemeldet: Vom 15.September bis zum 4.Dezember sind 2231 Personen wegen Eisenbabudrebstahls verhaftet worden. * Die Tabakquote in der Tschecho-Slowakei. Ans Prag wird gemeldet: Drr neuen Tabakkarlen werden Mr 14 Tage ausgcgck'en. Dre neuen Quoten werden lein: 28 Zigarren, 84 Zigaretten, 3 Päckchen Tabak und 3 Päckchen Pserfentabak für eine Person und 14 Tage. * Die Memrriren des AntevsuchunasrichterS. Fast ebenso häufig wie die Namen der führenden Polrüker und der beseht genden Heerführer ist während dcS Krieges der Name des Kav'ttäns Bouchardon m Frankreich genannt worden. Denn dem Kavuän Bouchardon war in all bw mehr oder weniger dunklen und Phantast,schen. Verrat- und Spionageassären die Rolle des Untersuchungsrichters übertragen und Tag iür Tag las der Franzose in seiner Zeitung, welche Persönlichkeiten, als Angellagke, Zeugen oder Sachverständige, in das „Kabinett" des Kapitäns Bouchardon zitiert waren. Nun ist der Klieg beendet und der Kapitän, der nur ein Reserve- Kavuän war, hat sich in einen simplen He,m Bouchardon Mückverwandclt, der von Zivilberuf ein .6on»s,I!sr h U Cour de Paris" ist. Herr Bouchardon ist der Mitwisser intimster Staatsgeheimnisse. Aber er wrrd sie nicht mit inS Grab nehmen. Kann die gegenwärtig lebende Generalion sie nicht erfahren, so ist doch dafür gesorgt, daß die künftigen Generationen von ihnen Kenntnis erhalten. Während seiner ganzen Tätigkeit, die sich von Anfang bis Knm Ende deS Krieges erstreckte, bat Herr Bouchardon ein ausfii!,rlichcs Tagebuch geführt. ES best.ht aus nicht weniger als sieben dicken Bänden zu je 800 Seiten und jeder Band ist sorgsältig in Pergament, gebunden. Das Werk, das Herr Bouchardon mit eigener Hand geschrieben hat, befindet sich im Gewahrsam eines der großen Pariser Kreditinstitute, und Herr Bouchardon hat testamentarisch bestimmt, daß es nach seinem Tode der N liionatbibbothek überwiesen und dort noch 75 Jahre unrugänglick bleiben soll. Erst dann wird die Nachwelt sich an allen den Schauergeschichten erbauen dürfen, die sich an die Namen Bolo Pascha. Lcnoir, Routier. Carllaux usw. knüvien — ein Vergnügen, um das man sie schwerlich beneiden braucht. * Die Sekretärin Korwin-KleinS verhaftet. AnS Budapest wrrd berichtet: Blättermetdungen zufolge hat die Polizei die ehemalige Sekretärin Otto Korwin-Kleins. Margarete B a r a n h, verbajlet und 870 000 Kronen blaues Geld bei ihr beschlagnahmt. Sie gab an, im Sommer vom Schwager des Sekretärs Bela Kuns 1,150.000 Kronen erhalten zu haben; den fehlenden Betrag habe sie verbraucht. Eingesendet. GOLD BRILLANTEM Platin, MBnzea. Parfon, Uhran, falsche Zähne, alle Sllbergegenst&ude 1 verkaufen Sie am testen direkt dem Juwelier u. Qoldarbelfer 8. Holzapfel. Wien, V>. Marlablirersir&ue 79, oder Worhetfttte: I. Wollzello 17/13, Zahlt hßolnte Preise, da für eigene Verarbeitung. 904 vonCotyt Houblgant, Roger»Qall«l Frvnz&slscftte Seifen von Roger-(3alletf Houblganf Parfümerie FIORIS | Wien, l., Graben 29. «n - KoMimmales. Die Bilanz der städtische« Straßenbahnen! Ein Gntgang von 7 Millionen Kronen durch die Derlrchrseinstellung. : . In der gestrigen Stadlratssitzung berichtete Bürget meister Reumann über die Einnahmen in den Monaten Juli bis Oktober dieses Jahres, das ist über die Zeit der ersten Erhöhung der Tarife auf den Straßenbahnen. Darnach .wurden für Einzelfahrscheine and/ Zeitkarten um 44,096.000 Kronen mehr eingenommen, als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Dagegen stiegen die Personalkosten in dieser Zeit um rund 222/4 Million.'n, an Stvomkosten und Material sowie sonstige» Ausgaben wurden um 15 Millionen Kronen bezahlt, somit 408A Millionen Kronen. Es ergäbe sich somit ein Mehrerlös von drei Millionen Kronen, wenn nicht die Verkehrs« einstellung während der neun Tage der Stabt Wie« ungefähr siebe n Millionen Kronen gekostet hätte, Jn'o'gedessen ergibt sich in diesen Monaten gegenüber der gleich.n Periode des Vorjahres eine Mindereinnahme von vier Millionen Kponen, wobei in Rechnung zu ziehen ist. daß in dieser Aufstellung die Erg.'bnisse dex Tariferhöhung im Monat Dezember noch nicht enthalten sind.. r Der Bürgermeister verwies im Verlaufe seines' Bcrich es darauf, daß die Tariferhöhung der Wiener Straßenbahnen durchaus keine Einzelerscheinung von Wicn sei. Die Erhöhung der Fahrpreise lasse sich übrigens in allen größeren Städten Nachweisen. Interessant wüx auch die Mitteilung des Bürgen meisterS, daß das Staatsamt für öffentliche Arbeiten ihn au'g.fordert habe, am vergangenen Sonntag und überhaupt den Sonntagsverkehr der Straßenbahnen für die Dauer der Eisenbahnverkehrssperre einzustellen. Er habe dies im Interesse der Stadt abgelehnt, weil jeder Tag der Erstellung der Gemeinde Wien mehr, als ei ne Millio nen Kronen kosten würde. : Das Staatsamt konnte sich dieser Erwägung. niM entgehen und verzichtete auf seine Forderung. Das SaaerLrautgefchSft der Gemeinde MeAl In der bekannten Affäre des SauattanIgeschästeS der Geemeinde Wien, welche bekanntlich so unliebsames Aussehen h'ervocgrruscn bat, hat die Gemeinde infolge von Mißständen in de« Wntschasisvkrwaltunpein Defizit von 42 Millionen Kronen gehabt. Grgm den Obermagistratsrat Dr. E h r r 8» berg wurde seinerzeit deshalb eine Disziplmarnntersuchung <sm*; geleiter, welche, wie der Bürgermeister grstem in der Stadtt'-ls* sitzung mitteilte, di« völlige Unschuld d i es e S B t*l (unten ergab. Der schuldige Teil sei das M arItamt fc« Gemeinde Wien, welches durch die geringe wirtschaftliche Beauf». sichllgung des Geschäftes vielfach zu dem Schaden beigetragef habe. Der Bürgermeister beantragte deshalb» die Untersuchung gegen Dr. E h r e n b e r g e i n z « st e l l e n. Nach rmw längeren Debatte wurde der Antrag an dre Kommission zur Stellung weiterer Anträge rückverwiesen. Der Kampf um das Seehospiz San PelaglaL Vom italienischen Noten Kreuz übernommen, -4 Italienische Aktionen für die Wiener Kinder-,! Bürgermeister Reumann erstattete in W gestrigen Stadtratssitzung einen Bericht über de» gegenwärtigen Stand der Verhandlungen über das Seo» Hospiz S a n P e l a g i 0. Vom italienischen Roten Kreuz ist gestern an den Bürgermeister ein Schreiben gelangt, m dem mitgeteilt wird, daß die italienische Negierung sich im Sinne des Friedensvertrageü< den? B e s itz des Rechtes des (früheren) Eigentums tex Gemeinde Wien {» San Pelagio gesetzt hat und ba£ b&z italienische Rote Kreuz einen Ausweg in der Richtung zu finden wünscht, daß das Seehospiz sowohl den Wiener Kindern wie auch den italienischen Kindern zur Verfügung gestellt werde. Es macht der Gemeinde Wien den Vorschlag, daß 100 Wiener Kinder sofort in San Pelagio Aufnahme finden sollen, daß weitere 300 Kinder in Anstalten gleicher Art an der Riviera ausgenommen werden und baß ferner der Vorstand des italienischen Roten Kreuzes das Anbot gemacht hat, sofort 16 00 Kinder in den prophylaktischen Kolonie« unterzubringen. Bürgermeister Reumann aniwo riete auf dieses Schreiben des italienischen Roten Kreuzes, daß ihm bis jetzt von einer Besitzergreifung San Pelagios durch die italienische Regierung nichts genieldet worden sei. Aus btt Debatte ging hervor, daß noch eine Anzahl von Bemühungen von privater und öffentlicher Seite im Zuge sind, um San Pelagio. den Wienern zu erhalten. j Vereinsnachrichte«. 1 (NachrichlrnvonBereinenerscherrleuauS» n ah m s l osnuramTageder Veranstaltung.) Heute: Jugendgruvpe der zionistischen B» zirkssektivn Brigittenau. l/s6 Uhr abends Brr« emsabend. Gand. med. Jakob Schwarzbrot»: „Wie bereite ich mich für Palästina vor^. Rezitationen. — ArbeitSknrs der zionistischen VertranenSdame« tRe» ferentin Frau Nannv MaigulicS). 6 Uhr abends im JüdisLkU Hochjchuiüusschuß, IX., Alserstraße 28. * Briefkasten der Redaktion. Ein junger Jude. Wriiengrün. der MarriSmnS und das Wesen der soz-alen Frage. Tagan-BaranowSty, Theoretisch« Grundlaaeu des Mamsrnus. «4iUttoü2fiS38EiaaaLi, - ui—b —-— — -■*

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