Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 337 (30.12.1919)
- Date
- 1919-12-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979414--02969-2988547- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Klk. 83? ———■ .» II anmaienimettOfl» Wien. Dienstag HSM»—... Wiener Morgenzeitung _- . 30. Dezember tsw r&m nahm er die Flasche Kognak unter dem Arm, stieg rn den ersten Stock hinab und klingelt« an der Woh- «llngstür de§ reichen Advokaten Dr. L. > Bitte, Herr Doktor, um Entschuldigung, möchten Wie nicht eine Flasche Kognak kaufen? i Der Advokat setzt d?n Kneifer auf und betrachtet J Mit prüfe »dein Kennerblick die Flasch«. ' : Es ist ein guter Kognak. Wollen Sie ihn verkaufen? ^Zch gebe Ihnen für die Flasche zweihundert Kronen, f Bitte — stieß der Jüngling hochbeglückt hervor; Und strich freudestrahlend das Geld ein.; Es ist doch merkwürdig, bitte — sagte er dann. klT er das Geld in Sicherheit hatte. — diesen Kognak hat mir irg.nd ein unbekannter Spendergeschickt. Der A^t o'at lachte hell auf. Nun denn, jetzt kann ich es ja schon eingestehen, sch habe Ihnen den Kognak geschickt, damit Sie sich in der kalten Bude ein wenig erwärmen. Aber beruhigen Sie sich, junger Freund, ich habe an dem Geschäft fünfzrg Kronen verdient, denn ich habe den Kognak mit zweihundertsüszig K onen befahl«» Müssen. Adolf Stand-Stiftung. ) Für die von der „Wiener Morkerizeitung* angeregte Adolt Stand-Stiftung erhielten wir von Herrn Benzion Tauber K 50.—, von Herrn Dr.. S. Zwerdling K 50.—, vom Abgeordneten Heinrich Reizes statt eines KianzeS an der Bahre feines, unvergeßlichen Freundes Adolf Stand für die Adolf Stand-Stiftung K 500.—. Bisherige Gesamtsumme K 8130.—. Man schreibt uns: „An dem. rn den Sosiensälen siattaesrmdenen Kostümkranzchen der jüdischen Philosophen und Juristen hat sich ern originelles Mriskenvaar besonders hervorgehoben. Dieses zeichnete sich nicht durch Flitter und anderem Tand, sondern durch eine gute und hochherzige Idee aus. Denn es verzichtete aut Tanzunterh'altungen und sammelte mit großem Effer für die erst kurz ins Leben gerrffene Adolf Stand-Stiftung. Der Erfolg war ersichtlich groß, undd»e ihn erzielten, sind Fräulein Med. Frieda Nußbaum.mit ihrem Bruder. Dieser Fall katrn den arrderen als Beispiel dienen. Dr. S. Z." E!n holländischer NahrrmgSmlttelLredit. Haag, 29. Derember. (Tel.-Komp.) Hollandsch Nieuwsburrau meidet: Du R. U. S. (Holländische Ausfuhr grsellschaft) hat beschlyssen, der Republik Deutschösieneich einen Nahrungsmittelkredrl.von 6'/, M'llionen holländischer Gulden, mit 4 Prozent ' verzinslich, zu gewähren. Auch die Zinsen von diesem Kapital werden erst nach 10 Jahren zu zahlen sein, aber auch zu diesem Zeitpunkte nur dann, wenn der deutschösterreichische Kronenkurs an der Amsterdamer Börse 6 Cent für die Papierstone erreicht haben wird. __ i: Die Verkehrssperre. Db die Derkehrswerre noch nach dem 1. Jänner avfrecht bleibt, ist bisher noch nicht entschieden. Im Siaaisamte für Verkehrswesen herrscht die Tendenz vor, sie«"» i ch t mehr zu verlängern und den Zugsverkehr, wenn auch m bcichräüktem Maße, am 3. Jänner wieder auszunebmen. Morgen vorm,ttays findet im Staatsamt für Verkehrswesen noch 'eine Sitzung statt, m welcher mit Rücksicht aus de inzwischen , eingetretenen Verhältnisse endgültig darüber entschieden wird, ob and ist welchem Uirffange der Berkehr Wiedel ausgenommen oder hmausgeschobcn werde» soll. NleischauSgabe in Wien in der Woche vom 1. bis 7. Jänner 1920. Vom StaatSamle für VollSeinährurrg wird verlautbart: In der Woche vom 1. bis 7. Jänner 1920 kann Nindsieisch nur an sine Haushaltungen abgegeben werden, die bei Fleischhauern kayoniert sind, deren Name Firmal Mit den Anfangsbuchstaben A bis K beginnt. Dre Quote ist mit Iv DrckagMnm pro Kopf festgesetzt, die Abgabe erfolgt gegen Abtrennung der mit der Ziffer ft beze>chneten Abichnitte des R>ndffe,schrinkaufscheines. Der Klernverkausspreis beträgt K 6b — pro Kilogramm Vorderes» K 69.—* pro Kilogramm Hmleres und K- SS.— pro Kilogramm vrakenstelsch. ' . « . . , . - Der Verkauf an die Privathaushaktungen beginnt am Samstag den 3. Jänner. Ab Dienstag den «. Jänner dürfen Ke Rindfleischabgabestellen das erübrigte Nindsieisch an die Bei ffmcn rayouierlen Kunden, ohne Rücksicht darauf, ob diese ihre Station behoben h oben oder nicht, verkaufen. Dre Kopsquote beträgt auch in diesem Falle IO Dekagramm. Die Abgabe erfolgt , }ti den oben angegebenen Preisen. Beim Bezüge der Zusatzquote und der mit dem Buchstaben N bezeichn etc Abschnitt deS Rind- Leifcheinkaujscheines abgetrennt.' > Dre Iamrergebsihren der Kriessirrvattden. Infolge großen Personalmangels bei der MrlitärpensionS- Kqnidarur in Wien ist die rechtzeitige Anweisung der Jrrvalidenzrbühren durch d,e Posispmkaffe für den Monat Jänner Nicht jnöglich. Diel Auszahlung dieser Gebühren könnte vor Ende Känner nicht statlfinden. Um jedoch die Invaliden wenigstens irilweffe in den rechtzriligen Bezug der Gebühren zu fetzen, »erden ab 3. Jänner 193" den in Wien weilenden und bei der Vrnsionsliquidatur. Nt., Marvkkanergasse (Schwarzenbergkaserne). persönlich erscheinenden Invaliden die BersorgungSgebUhren für . Kanner bar auSbezaklt. Für die übrigen Invaliden wird zugleich »nt der Jännergebühr, die für Februar 1920 beim Postsparkassen- - «nt angc wiesen, . ^_ Bei Maxim Gorki. Von einem Vffuch bei Maxim Gorki belichtet «in Nichtgenannter, der in „1*« Femlle" mehrere Feuilletons nut« dem 4,ttet: „Quer durch Sowietrußland" veröffentlicht. „Ein kurzer Besuch bei Gorki, der krank ist und wenig mrpffmgt. Er »si dick geworden. Sein Gesicht ist dlaß und lhnrlt gar nicht .mehr,den Photographien. dre man in Europa jieht. — Goiki hat eS Lbeinommen. eine Ausgabe aller Klassiker per ganzen Welt zu veranstalten; für diesen Zweck hat ihm die Lowirtrevublik erneu fast unbegrenzten Kredit ringerüumt. Er hat eine ganze ÄlMce von Mitarbeitern unter sich, und obwohl «eist leidend, hat er sich doch diesem gewaltigen Weck völlig zewidmet. Voriges Jahr, während deS BanernkongreffeS. hat sich Vorki alS Bauer verkleidet und so dem Kongreß, der im VinteroalaiS aligehalten wurde, bergcwvhm. Er plauderte vertraulich aut den Bauern, dir da auS allen Ecken „ des russischen RnckeS pijamniengekommcn waren, notierte sich später ihre Erzählungen end so entstand, als Frucht dieser Unter Haltungen, fein treuestes Werk. Eingesendet. Issthan Tartahoner Nnck k'rau beehren sich allen kelcannter», Ercrmden unck Verwandten delcanntzu§eben, dass die Trauung ihrer Tochter SVD ON IE mit Herrn Br. JOSEF SCHWEI d am 23. Dezember I. J. in Krakau statigefunden hat. Wien, IX., Elisabethpromenade 19. ttso ROSA KERDEMANN vtrcb.RISS CH. KERDEMANN VERBIÄHL.TE. Wien, im Dezember 1919. Jerta Jriffel €sra)(ausner Nadwurna v Jas nwlec empfehlen sieb als Verloble. Dezember 1919. «ist GOLD BRILLANTEN Platin,MUnren Perlen, Uhren, falsche Zähne, alle Süb»rgegenst8nde : verkaufen Sie am besten direkt dem Juwelier u- Goldarbeit er S. Holzapfel, Wien, VI. Marlahlirers'rane 79, oder Werkstätte: I. Wollzelle 17/13, , Zahlt bSohste Preise, da für eigen« Verarbeitung. 904 ”~V«rg?G5seriJJigsa»zelgc. City, ^' Werdertorgasse 3 MW Dbd renoviert seine RSuüilicfikeiteii. Eröffnung demnächst. Imimto i von Cotyv Houblganl, Roger-Galle! \ Französische^ Seifen von Roger-Qallet, Houblganl , Parfümerie FIÖRIS I Wien, 4 Graben 29. «» * Eine Spende von 15.60V Dollar für Wiener Kinder. Bon der „Amerie&n Relief /Administration, European Children i Fund in New York« ,st ein Telegramm emgelaufen, wonach ein Amerikaner, Dr. D. G. D e r r y. 15.000 Dollar den Wiener Kindern als Weihnachtsgeschenk zum Ankäufe von ikebcnsm ticln und Kleidern gegeben hat. Proleffor Dr. P i r g u e t hat sich telegraphisch im Namen der Klnderhilfsaktion für die Spende bedankt. . * Hochschnlknrse de» Jüdischen Hochschulausfchnsses. >1. Mittwoch dev 81. d. M. um 6 Uhr abends spricht Dr. Ä. Z. Schwarz im Lokale der Lese- und Redrhalle, IX., Türkensiraße 9, über die Literatur btt spanischjüdischen Evoche". 2. Der Talütudkur S für Anfänger von Lektor Dr. S. Rubin findet von Samstag den 8. Jänner ab, au jedem Samötag von 5 bis 7 Uhr abends rn der B belschule der Kullusgemeinde, U„ Trnrpclgaffe 3, statt. * Organisation dev jüdischen Staatsbediensteten Dentschösterreichs. Bei der am 17. d. M. stattgesundenen konstituierenden Hanvtversammlung wurde« Herr Oberkommiffär Dr. Rudolf G l Ü ck l i ch zum Obmann, Herr GcfangenhanSkontrollor Max B i r n st e i n zum Obmannstellvertreter, Herr Ctaatsbahnrat Wilhelm Winter zum Schriftsührer und Herr Bauoberkommiffär Ingenieur Emannel Berger zum Kassier Stählt. Der geschäststüh'.mde AuSschuh fetzt sich auS weiteren S, die Kontrollkommission auS fünf Mitallkdern zusammen. Der Sitz der Olganffation befindet sich!»., Untere Biaduklgaffe 13 (Parterre linkst woselbst jeden Montag dorr b bis V,7 Uhr abends Sprechstunden statlfinden. - Die Slowaken sSr Wien. MovenSd» Vpchod" bringt in ferner WeihnachtSnummer einen Aufruf an die Oeffcntlichleit, worin eS unter anderem heißt: Leute mit menschlichen Herzen, erbarmt Euch deS sterbenden Wien-, wo Menschen, unsere Nachbarn, rrrgrundegehen! Gebt etwas von Euren Borräten zur Seite l Veranstaltet Lel>enSmi«telfqmmlun«m! Schenket Holz und ersucht unsere demokratische Regierung rn Prag, Eure Spendennach Wien befördern zu lassen für dre leidenden, zugrundegehendr» Urrnen Leute: Slowaken. Tschechen und — Deutsche! * Die Kohlensttuatlon. Wie nicht anderzu erwarten war, gestaltete sich der Kohleneinlanf in den letzten Tagen infolge der ungenügenden Förderung an den Feiertagen ganz u n g ü n st i g. Wenn der Zugsverkehr durch die Schneeverwehungen nicht vollständig unterbrochen wird, ist in den nächsten Tagen ein besserer Einlauf zu erwarten. « öeicn j« Schnee. Ei« heftiger Schnrefall, der gestern eimetzte und den ganzen Tags hindurch avdauerte, verwandelte Wien mit einem Schlage in eine Winterlandichast mrt all den Unannehmlichkeiten, dre wir bei solchen Anläffen stets gewohnt sind. BerkehrSsiockungen, Waten und Stapfen in trefem Schnee, gefahrvolles Ucberfchreiten der Straßenübergänge. * Erhöhung der Sützstoffprelfe. Mtt der Mrzlich zur Verlautbarung gelangten Kundmachung des SlaatS«mlrS für Finanzen wird eine mit 1. Jänner 1920 in Kraft tretende Preiserhöhurrg tüc die Eczeugniffe deS SüsfivffmonvpviS verlautbart. Mn VollzuaSanweisung vom gleichen Tage wrrd auch die derbrauchsabgabe und Lizenzgebühr für künstliche Süßstoffe bei deren Einfuhr aus dem Ausland von L 1.-pro Kilogramm und SüHeuchtit auf & S.— erhöht. * Große Fröste in Berlin. Seit -gestern ist in Berlin ungewöhnlich kaltes Wetter eingetreten. Die Morgen, temperatur betrug —14 Grad, zu Mittag wurde eine Ter» peratur von —10 Grad gemeffen. Auf der Elbe liegen ungefLH« 160 Kähne, deren Ladungen für Berlin bestimmt sind, t« Eise fest. T * Jrotenstern-Kino, II., Slotensterngalse 7«. Hnch siudet die Eröffnung dreies modernst auSgcstatteten KinostaM Das Eiträgiils ist der Wiener Freiwilligen Rettungsgefellschochs gewidmet * Erhöhung der Weltposttarife. AuS London wird g« meldet: Die „Times" erfährt aus führenden postalischen Kreisen: Die nächste Weltpostkonferenz, die in Rom zu» sammentrrtt, wird eine Erhöhung des internationalen Briefportos von 25 auf 40 Cent und des internationalen Post» kartenportoS von 10 auf 15 Cent annehmen. * Eine Frau als Neferentin im deutschen Reichs» wirtschaftsamt. In das Reichswickschattsm'rn ster'rum ist. wlt die »Trlepraphen-Union" ertährt, als erste Frau Fiäuleru Daktüv Kova Berliner als Rrferentin für Sozialisierung und Ai-beiierfrogen berufen worden Fräulem Dk. Berliner rü dÄ Führer-n der jüdiichen Jugendbewegung am neutraler, wiewohl aritiiionlsiiichcr Grundlage. Ihre Doktorarbeit» die sie vüL wenigen Jahren veröffentlicht hat^ hatte auch diese Jugend* bewegung zum Thema. : * Jüdische Emigration ans Posen. Die «PüstM Neueste» Nachrichten* berichten, daß seit der Räumung der Provinz Polen durch die Deutschen ungefähr 1000 jüdische Familien, das sind etwa 10 Prozent der jüdischen Bevölkerung Posens nach Deutschland emigriert sind. Dieser Abwanderung steht allerdings eine ziemlich beträchtliche Jmigration von Juden auS Kougreßpolen nach Posen gegenüber^ so daß die Habt der in Posen wohnhaften Juden nicht weseutllch vermindert fei» dürftig » Der Doppelraubmord an den Wiener Gast-» wirten. In dieser bisher unaufgeklärten Affäre ist es SicherheirSbehvide gelungen, eine Svur zu sinden, welche M Eruierung des Täters führen dürste. Dre Erhebungen werfen irt^ einen Mann namens Johann,H. hin, welcher zur kritischen Ztst >n Grsrllschast der Heiden Gastwirte war. H. hatte noch Abend lics Tages.- an dem der Raubmord vollbracht wurde» seines S chwregermuner und Gattin mehrere tausend K' vnen übergebe«^ obwohl er vorher aller Mitte! bar war. Die Verfolgung di^eü Mannes ist eingelritet. * Kaffeneinbrnch. Am 87. d. M. wurde em Einbruch in die Geschäftsräume des Markus Klein, VI., Webgaffe 35z verübt. Eine en'erne Kaffe wurde erbrochen und aus ihr wurden virlr Schmuckgegknstände, teilweise mrt Edelsterne» besetzt, \m. Werte von K 60.000 gestohlen. I * Waren um 120.000 Kronen veruntreute Der GvoßUf kavsmann Silvio Hirsch aus Fiume hat dem SicherheitsbureaL bie Anzeige erstattet, daß ihm der Agramer Kaufmann Rudolf! Lausch Saphire, die er im September zum kommifsionLweifeü Berkauf übernommen hat und die einen Wert von 120-000 Kionertz haben, verunrreut' hat. Lausch wurde am 26. d. M. rtz einem Hotel im l. Bezirk auSgesorfcht und v e r h a f t e t EK gestand, den Erlös aus dem Verkauf der Edelsteine fnr eigerckl * L-prkulatronskäute verwendet, dabei aber großenteils Verluste tt» litten zu haben. Bei ihm fand man nur mehr 1000 Krone». W wurde gestern dem Landesgerichte cingeliefert. * Die Schauspielert» RutterShelm zu« Strsfantritü verhalten. Bor einiger Zeit wurde die Schauspielerin RutterS» beim sowie eine andere gewesene Schauspielerin wegen der: Haltung von Spielsatons zu empfindlichen Geldmrd Arreststrafen verurteilt. Gegen Frau Ruttersheim lautete das vor» Polrzeikommiffariat Innere Stadt gefällte Erkenntnis auf einc: Geldstrafe von 20.000 Kronen sowie auf-eine Arresistrafe in der Dauer von drei Monaten. Da ein Rekurs mit Rücksicht auf die wiederholten Beanstandungen aussichtlos erschien, hatte sich die Verurteilte entschlossen,, gegen dieses Erkenntnis eir» Gnadengesuch einzubringen. Nun ist, wie wir erfahren, drü Erledigung dieses Gesuches herabgelangt, und zwar ist eff > abschlägig beschreden worden. Frau Ruttersheim wird nurrä mehr zum Strafantritt verhalten werden. * Flucht des Betrügers Sugar. Aus Prag wird gemeldetdaß der Millronenbetrüger Wilhelm Sugar, der, wie seinerzeit berichtet, an der Spitze einer große« Gaunerbande, mehreren .Geschäftsleuten Waren im Werte von Millionen entlockt hat, indem er ihnen vorspiegelte, daß er Ausfuhr-! Bewilligungen für den Export habe, aus der Untersuchungshaft entsprungen ist. Sugar wurde am 4. Oktober in Liner; Pcager.Bank, als er auf den Namen »Arpad Gal" Geld behobverhaftet. Am 27. d. M. hat er sich im Prager Landesgerichttz krank gemeldet. Er wurde zur Vornahme einer Operation ms dortige Allgemeine Krankenhaus gebracht. Von dort gelang es chm, bald nach seiner Einlreferung zu entkommen^ Bisher konnte der Mann nicht oufgegriffen werden. Er iss 80 Jahre alt und stammt aus Sillein. Das Verschwinden der kleinen Mizzl Krämm. Es wurde berichtet, daß erst jüngst mit dem spurlosen Verschwindcu den achtjährigen Schülerin Mrzzi Kramm, die am 31. November; aus der Wohnung, 10. Bezirk, JnzerSdorferstraße 71, abgängig ist und zweifellos ermordet wurde, auch der 30jährigtz Stukkateur Max Kalufcha in Zusammenhang gebracht wurde.-' Kaluscha wurde nun pesuA und konnte am 37. b. M. int. Hause, 9. Bezirk, Mariannengaffe 12, wo er seit seinem Ber-> schwinden als Bettgeher Unterstand gefunden hatte, von einem Polizeiagenten verhaftet werden. Bei einem Verhöre stelltet er in Abrede, die achtjährige Mlzzi Kramm überhaupt ge«> kannt zu haben oder jemals mit ihr in Berührurrg gekommen zu sein. Max Kaluscha wurde heute dem Landesgerichte ein» geliefert. Die Erhebungen über feine allfällige Täterschaft bei dem Morde an dem verschwundenen kleinen MädLen habtzn bisher nichts Belastendes ergeben. ' < * Pestherbe in den MittelmeerhSfen. AuS Paris wtrÄ gemeldet: Der Direktor des Pasteurinstitutes Dujardin» Beaumetz erklärte gegenüber einem Mitarbeiter deS »Matin* bezüglich der in den letzten Tagen gemeldeten P e st» fälle, daß sich in mehreren Mittelmeerhäfen, so in Sales niki, Mexandrien und Konstantiopel, Pestherde befinde»»' SS seien dort energische Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden^ .M^l »■■■l.i—l*.—. .»Ml I . I . l.l ■ —...| .... I. ,| ~ Ml Deremsnachrichte». (RachrtchtenvonBereinenerfcheinenasS »ahmsloSuuramTagederBrrsnstaltu »K Heute: Jiidifche D o l k-S b i b l i o th ek Zio Glockrngall« 80. Infolge der Aufführun» v»n ,Mu Leiten" ,n der Jüdischen Bühne zugunsten der Bibliothek die Biblrvtbrk heute geschloffen. — Aollversammln» der Mrt a lieber der zionistischen Bezirks s e k t r » n L a n d st r a 8 e. Da die AdaprierungSarbetten de Kanzlenaume dereirs beend« sind, konnten die Ausichußfitzmt der Sektion wieder aufgenommAi werdet. Lft wurde die ( berrffung einer Vollveriarrimlung der Mitglieder der Sektion Eorintag den 4. Jönnrr 1920, 10 Uhr vormittags, rm Loküi M.. Untere Braduit^ffc 13. beschloffrn. Die Mitglied» werde auigewrdert, vollzablia m erscheinen. \