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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-29 · Heft 336 (29.12.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 336 (29.12.1919)
Date
1919-12-29
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Men. Montag ' Wiener MorgßnzeitrmK —— — . .. »!—I -■ >11 m m - —■’--| - - ' ■■ ■ ■ ■■ - \ ,; ■ - , ' ■ .r 29 Dezember 1919 . Nr. 838 - V -..— —" -«> - .. . KM Euphrat führt, und noch zweihundert Jahre nach der zweiten Zerstörung war Tadmud nur eine kleine autonome hebräische Provinz. Trotzdem aber fühlten wir keinen Neid gegen unsere syrischen Nachbarn. Wir sandten auch ihnen' unsere Grüße und Glückwünsche, erfüllt von inniger Freüde darüber, -daß ein uraltes Volk zu neuem Leben ersteht, daß unterdrückte,' schlummernde Kräfte wieder für die Menschheit schöpferisch tätig-sein können. Arabien, Mesopotamien, Syrien den Arabern — „der Reiche fette Schafe und Rinder - in großer Menge!" v Und der Arme hat nichts als ein kleines Lamm. . x DaS Volk Israel, dü se viertausend Jahre alte-Nation, die der Welt ihren. Gott, ihre Thora' und ihre Propheten gegeben hat, aus der die Propheten und der größte- Teil der. Sittenlehren der anderen Völker hervorgegangen sind, - diese Nation, die'gegen' die Mächtigsten der- Erde,. Hegen Aegypten,- Babylon, Assur, Persien, Griechenland für ihre, nationale Existenz zu kämpfen hatte, diese Nation', die nach all den Bedrängnissen, Krisen, Zerstörungen, •' auf. eigenem Boden, nach all den Verfolgungen und Peinigungen, denen sie seit ihrer tausendjährigen Zerstreuung von den verschiedensten Völkern, ,Nationen und Bekenntnissen " ausgesetzt war, nicht nur» ihren Bestand siegreich" behauptet) sondern heute auf dem ganzen Erdenrund aus allen Gebieten Menschlicher Arbrit und menschlichen Schaffens in den vordersten Reihen steht, dieses Volk Israel besitzt einen einzigen Winkel, das Erbgut seiner Väter, ein. kleineg-Land, das es!seit, mehr als dreitausend. Jahren bis zum heutigen - Tage mit seinem Blute, seinem Schweiße, dem Mark seiner Knochen gedüngt hat, das geliebt Land/ das eingegrahen ist in das Herz und die Seele eineg jeden Juden, wo immer er -sich in der Diasporabefinden möge, ein Trost seines Herzeng die Hoffnung der Volksseele . . . ,, „Der Arme aber hatte garnichts, außer einem kleinen Lamm, > das ,er gekauft hatte und 'er ernährte es und es wuchs aus mit ihm und mit seinen Kindern zusammen-/ Pan feinem Brote aß es, aus seinem Becher trank es und in seinem Schoße'schlief es und es war ihm wie eilte Tochter." s.. Siehe da, die Führer der Araber und, Syrer, deM Macht weithin. reicht^ sind dem jüdischen Volke mißgünstig, intrigieren mit allen Mitteln, um das Lamm des Armen VN sich zu reihen und das jüdische Volk. aus dem Erbe seiner Väter -zu verdrängen. , Zu enge dünken ihnen für ' die sechs Millionen .Bewohner die, Hunderttausende von Quadratkilometern Boden in den arabischen Ebenen,- in den Tälern des Euphrat, in den Bergen und Niederungen Syriens - -und sie wollen nicht ruhen, noch rasten, bis sie nicht auch den kleinen Anteil Israels (ungefähr ,£0.000 Kilometer), iw dem an fünfzehn Millionen Juden mit ihrem Herzen hängen, an sich gerissen-haben. /. Unsere Widersacher versuchen, haS, Recht' deS. jüdischen Volkes auf ssin Erbland in Abrede zu stellen, weil bereits fast zweitausend Jahre verstrichen seien, seitdem-.wir daraus verdrängt wurden.- Gewiß, aber ebenso lange erheben wir Klage^gegen .diesen Raub- Und niemals während dieser Jahr-; Hunderte haben wir auch nur für einen. Augenblick auf unser Land verzichtet. Seit dem Tage unserer Verbannung ist .Erez Israel an die zwanzig M'ale von Hand zu Hand, an verschiedene Sieger, Eroberer, aber auch an Vergewaltiger ünd - Räuber übergegangen mnd keinem einzigen von ihnen ist gelungen, unsere Spuren zu verwischen, und dem Lande den Stempel , eigenen Wesens aufzudrücken. Zeugen hierfür sind die Namen der-Flüsse, Berge und Täler, die Namen der Städte^ Dörfer und selbst der Ruinen: Jordan, rung beginnt tot n?u2m, toller als früher. Gleichzeitig betreten einige Delegier-s der Kon.'umcntenliga, die die Märkte zu inspizieren hat, dir Bühn».'Zur Vorsicht. haben sie einen Galgen und einen schönen, neu-rn, langcn Sftftck gleich rni gebracht.) , Ein DelegieVier: „Wie teuer sind di-e Eier?" Der Händler (o!,n, aufzü.'ehe.i): „Zwölf Franks das Slück .. ." '. t‘ ’ D er Delegierte: „Ah! ... Ein wenig teue:!" Mibt seinen Kameraden ein diskretes Zeichen. Diese richten den Galgen auf. Der Händler erschrickt.) .! Der'D elc'gierte (ul Mge'uch er^ö.lichkei): »Sie sag.en doch: zwölf Fc^ nls?" ' Händlt r'(an g n ei Z pe zi'r?rnd): „ .. .weinte »,. versprach mich . .- . ein , Schcrz. . . . Cs kommt wenig herein. Die Ware ist teuer und man will feir.C Kunden ver orgsn.*" 1 - Delegierter: »Oh, ich verstehe- Zwölf Franks sagten Sic?" (Ein Kamerad b. r . iiet die Sichlinge am Ga'gen vor.) Händler (beb.nd und schofternb): „Ich woille sagen — — das Dutzend. Ja, ja: das Dutzend. Zwölf Franks das Dutz nd." Kamerad des Delegierten: „Was ist? Ich warte!" Frau des Händlers (auf den Galgen sehend): „Hh, «j',1 Ach, ach! Geh' mit dem Preis herunter, Hyqcinth . * , H änd ler (finkt in einen Eierkorb): ,Mr sagten: 6kf Franks bas Dutzcn')f nein: zehn. ,Nün gut: ncutt . .r. acht . . . sieben .. . sechs . . . fünf F^anlS das Dutzends — Ich ru'niere mich, ich sterbe'noch für meine Kundschaft, ich'besteht« meine Kinder!" Delegierter: „Fünf F anks al.o? Gut, da nehmen wir . sie.. Gebt uns den Korb!" Händler (ii tjet seinen Kra gen, der ihn vor'eittg ' tzewürgt hat, dann trefatmend): „So, jetzt ist «S gut..." Frau deI Händlers (l:t,e zu ihm): „Und sie haben wo' doch nur vier Franks gekostet. . > Wir. verdienen noch dabei!" Der „Vorwärts" üver die polnische Krise Oesterreichs. Berlin, 28. Dezember. In einem WrliM des „Vorwärts" heiüt es n. a.: Der heutigen Wiener Negierung wird der Vorwurf gemacht, sie treibe srankophfte Politik. 'Gewisse Kreise scheuen sogar davor nicht zurück, bewußt die Unwahrheit zu derbreiten, Wien bereite ein Bündnis mit Frankreich gegen Deutschland vor. Durck solche falsche Nachrichten will man gegen tfte heutige Wiener Negierung Mißstimmung erzeugen. Dabei wissen die. Verbreiter bestimmt daß nur dieaugenb l i ckl i ch e P a r t e i en k o a l i t i o n i n O e st er r e i ch möglich ist. Gewiß, der Block der Bauern- und der Ärbeiterpartei. könnte-auch ab^elöst und dem Bürgertum der Weg zur, Negierung freigemachl werden. Würde aber dätnit dem armen" Staate der. Weg zn einer besseren Zukunft freigemacht? Wo . sind die Beweise daMr, daß das Bürgertum in. seinen lieut'gen parteipolitischen Exponenten den Schlüssel zum Wohlstand und zu guter, segelism'cher Stäatsentwicllung mitbringl? Nirgends werden sie sichtbar. Nur darin zeigen jene Kreise eine andere Politische Richtung, daß sie, unter allen Umständen den An- "schluß an Deutschland „fordern" und entjchieden den aufgezwungenen Friedensvertrag „ablehnend. .'Die Tatsache - der Ententemacht scheint bei ihnen keine \ No lle zu spielen. Hinter diesen Quertreibereien, die von den d e u t s ch n a t‘i onalen Reaktionären iw Reiche begierig au fg e n o.m men und verbreitet werden, ft e h t aber d i e - G e f a h r, daß die heutige ö st e rreichische s Staatsform 'scheitert. ' Man ruft nach der „starken Hand", stellt den „Ordnungsstaat" Ungarn als Muster bin-und sucht das Oesterreich von heute unser allen Umständen^ unmöglich zu machen. Auch gegen eine Annäherung an die Tschecho- Slowalei wettert man, denn dies.würde in Miiteleuropa den demokratischen und repnblikanischen Gedanken festigen, aber gerade diese 'Momente machen -die Absicht kiar^ Neuerdings soll der Kakserstaat entstehen. Dieses Ziel soll gegebenenfalls über ^dem Weg erreicht werden, daß'der „schleichendeBolschewismus" zum aluten - gemacht werden müßte. Der nächste Akt wäre das Nätelystem. das gnan mit Hilfe der Entente und der „nationalen Armee^ Ungarns. Niederschlagen würde, und dann käme der „DrdmmgsslstaL"^ mit der alten Tyuastenwirischast. Indessen bemüht sich Dr. R en n er, dem österreichischen Volke - das'Notwendigste zum, Leben zu verschaffen. Gelingt ihm dies, .dann hat er das demokratische System Gerettet, Scheitern seine Vemühunaen. muß .die 'Wiener Negierung zurücktreten, dann'feiert die Reaktion neue Triumphe. Heute bestehtdie österreichische Negierungskunst allein darin, dem Volke die Ernährung zu sichern und darüber hinaus di e S chwierigffeitcn zu beseitigen, die die. produktive Arbeit verhindert. Große politische Problem« hat Oesterreich nicht zu lösen. Die Anschlußfrage kann heute nicht gelöst werden, das soll ,der Arbeit.innerhalb des Völkerbundes überlgssen bleiben. ' DaS ist alles ganz richtig,, aber deshalb verschweigt der „Vorwärts", daß der Anschluß an Deutschland nicht -mir von den bürgerlichen Nationalisten, sondern auch von den amtlichen, sozialdemokrattichen Führern „gefordert" wird? Hier liegen die lieferen Gründe für die mißtrauische Behandiung Oesterreichs durch die Entente. Die Red. Jabok, Tabor, Karmel, Saron, Jerusalem, Hebron, Jericho, Jaffa,' Haifa, Liberias, auch Ekron und hundert anbexe sind hebräische Namen, unauslöschliche Spuren des Lebens unserer Ahnen kn diesem Lande. Jen« Eroberer und Vergewaltiger aber, die nach ihnen kamen,! zerstörten und verwüsteten bloß, entwurzelten die Bäum«, verstopften, die Qmllen und Brunnen, verwandelten fruchtbare Aeckeö' in Dorn- und Distelfelder und weite Weideplätze in pechfchwangere Sümpfe. Sind diese etwa die Erben des arbeitsamen, fleißigen jüdischen Volkes, das seine ganzen physischen und geistige« Kräfte in ein Land.versenkt hat, das zur jüdischen Zeit ein blühender GartM war, und auch heute Überall, wo sich baS Judentum im Lande festsetzt, aus Wüste in Paradies, aus Steppen in Lustgärten sich wandelt? Man kommt unS auch mit dery Einwand, baß wir jetzt die Minderheit, nicht mehr als an hunderttausenb.Seelen, bilden. Wohl wahr, wir würden vergewaltigt, beraubt, ans dem Lande vertrieben.- Aber die 700.000 übrigen Einwohner, die innerhalb der Grenzen Palästinaleben, sind ja nur schon der zehnte Teil dessen» was dieses gesegnete Land aufzunehmen imstande wäre, wenn es denjenigen, überantwortet würde, die eS lieben und schätzen würben, die eS zu bearbeiten, zu erhalten und seinen Noturreichtum zu nützen verstünden. Ist doch heute höchstens ein Fünftel beS Sandbodens in mehr oder weniger entsprechender Weise kultiviert von jenen unglücklichen,--geknechteten Fellachen,-- die bedrückt und ausgebeutst werden von den mächtigen Latifundienbesitzern, die die Früchte per Arbeit ihrer Brüder mit vollen Händen genießen, ihnen jede wirtschaftliche und geistige Entwicklung, jede fruchtbare Arbeit unmöglich machen. Diese vier Fünftel der Bodensläche unsere- LanveS, diese leeren Prachselder, ohne Kultur und ohne rührige^Arbeiterhände, diese Halbwüste fordern wir zurück für ihre ehemaligen Be* sitzer, für das jüdische Volk.! Wir kommen nicht, um irgend jemandem» von seinem Boden zu verdrängen; in Ruhe rund Frieden wollen wir mit unseren int Lande befindlichen arbeitenden Nachbarn leben; wir wall«! bloß von/den leeren, unbevölkerten, für Arbeit und Schassen freien Gebieten Besitz ergreifen, weil-wir nur auf diese Weise Hunderltausenden unserer VolkSbrüber die Möglichkeit schaffen können, zurückzukehren in daS Land - de? Väter und dort das jüdische Heim wieder aufzurichten. Alle Völker der Welt besitzen ihr L-nd; eben jetzt wurden best verschiedensten- Völkern und Nationen ihre Rechte auf 'die alte Heimat wiedergegeben. Auch den Arabern und Syrern ' wurden diese Rechte nunmehr in ausgiebigem Maße sichergestellt. Nun lam das jüdische Volk und forderte den Besitz seiner Väter, sein altes Erbland. Als erste Macht anerkannte England diese Rechte der jüdischen Nation und ihm schlösse^ sich dann verschiedene andere Völker und Regierungen an. Und wer ist nun „der reiche Maun", der sich anschickt, jetzt auch daS Lamm der Armen an sich zu reißen? Da erglühte, der Zorn Davids über den Mann ga? heftig und er sprach zu Nathan: „So wahr der Ewige lebt, der Mann ist des Todes schuldig, der dies tut! Und das Lamm soll er vierfach bezahlen dafür, daß er diese Sache getan und well er nicht mitleidig war." Wir aber verlangen nicht Mitleid, sondern fordern unsere Rechte ttach, den Gesetzen, des Rechtes und der menschlichen Gerechtigkeit! Aber einzelne arabische Führer sind den Geboten deS^ ' Rechtes und der Gerechtigkeit nicht zugänglich. Sie beginnen der Friedenskonferenz uüd uns mit Pogromen zu drohen. -Nun denn,,wir Juden den Geschmack der Pogrome, Aber daS mögen diese Helden der Uebermacht, die uns Schrecken einslößen wollen, wissen: Svllte es ihnen wirklich - gelingen, die finstersten Kräfte und niedrigsten Instinkte unter unseren Nachbarn zum Sturm ans unser« Position in Palästina aufzustacheln, sollte es ihnen sögar gelingen, unS namhafte« Schaden anzurichten, die fünfzehn Millionen Juden in alle« Ländern der^Welt werden nie und nimmer auf ihre Rechte im Lande ihrer Väter verzichten, werden nicht eher zu« Ruhe kommen, als bis uns unser Land wiedergegebe« sein wird. ' > Bindet doch schon der Eid das Volk Israel an sei« Land: Vergesse ich dein, Jerusalem, verdorre meine ^Rechtes So singt auch daS jüdische Voll in seiner Nationalhymne; .Erst mit dem letzten Juden stirbt unsere Hoffnung! De« Kampf gegen die Verwirklichung der Hoffnung des jüdische« Volkes ist ein Kamps gegen eine mächtige, granithafte Naturkraft. Diese Urkraft, die allen lebenden Nationen, auch euch! ihr-' arabischen und syrischen Nachbarn, innewohnt, lebt auch in uns. Sie ans uns auszurotten, werdet ihr nicht imstande sein, ihr müßt euch also damit abfinden: Arabist« , den Arabern, Syrien den Syrer», Armenien den Armeniern«! Erez Israel dem Volk« Israel.; Euch, Arabern und Syrerv, ist ein schönes Erbteil ‘ zugefallen, genießt es in Ueberfluß und Segen, aber —. lasset ab vom Lamme des Armen! Frankreichs Finanzlage. Paris, 28. Dezember. (Meldung -er AgE. HavaS.) Die Kammer genehmigte mit 46b gegen 68 - Stimmen das Budgetprovisorium für die ersten drei Monate 192V. Im Verlaufe der Debatte erklärte Finanzminister Klotz, daß er am Montag den Anleiheentwurj einbringen und bet dieser Gelegenheit eine vollständige Darlegung der Finanzlage geben werde. Auf eine An-, frage -er sozialistischen , Kammergruppe fügte der . Minister hinzu, taß der Voranschlag sür 1920 noch^ nicht bereit liege, weil der Minister die milw'. torischen Ausgaben und die Aufwendungen für den^ Wiederaufbau, des Landes in das ordentliche Dudgel aufnehmen wolle. Er verstehe die Bedenken deS Hauses, welches sich frage, ob sich der Voranschlag auf 60 Milliarden belaufen werde. Der Voranschlag werde der Kammer noch vor Ende des Jahres unterbreitet und dasstr Gorge getragen werden, daß den ordentlichen und ständigen Ausgaben auch ordentliche und ständige Einnahmen gegenüberstehen. Der Finanzminister betonte, daß der Budgetentwurf und der Steuerentwurf zwei getrennte Dinge darstellen und daß die Regierung für den Steuerentwurf die Priorität verlangen werde. Einjährige Dienstzeit in Frankreich. Genf» 26. Dezember. (Privat.) Frankreich beschLftigt1 sich mit einem neuen Weürgesetz. Danach soll die gefMke Jugend militärische Ausbildung erfahren und genügend viele Kaders, die sich im Kriegsfälle leicht auffüllen lassen, errichtet wcrden. Die allgemeine Lage erfordert die Auflassung der dreijährigen Dienstpflicht. An ihre Stelle soll die einjährige treten,doch wird der Uebergang von der bisherigen zur künftigen Militärdienstzeit ein allmählicher sein, so zwar/ daß die Klasse 1919, die im Kriege keine Verwendung fand, noch 3 Jahre, die von 1920 27a 3ahre, die von 1921 2 Jahre und die von 1922 IV-Jühre zu dienen hätte. Erst ron 1928 ab soll die einjährige Dienstzmt Geltung bekommen und auch dann nur, wenn genügende Garantien von seiten der Alliierten und vor allem Deutschlands geboten würden. Der Frkedensstand der Armee, der 1914 noch 700.009 Mann betrug, soll energisch abgebaut w rden. " Alle Professionisten, wie Bäcker, Sanitäter, Schreiber und sonstige Hilfskräfte werden durch Zivilpersonen ersetzt. Hand in Haud mit diese« AeUderunge« wird sich auch eine in Bezug auf Ausbildung vollziehen. Tie Korps werden wen^g Leute, dafür aber viele Kaders besitzen. Es wird daher die Armee in FriedenSzeitev eiüe einige Schule für die Kaders sein. 1

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