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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-28 · Heft 335 (28.12.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 335 (28.12.1919)
Date
1919-12-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 335 Witte. Sonntag Wlsrrer MorgenzertrmK J$. De-ember! 1919 Seite L * Die Bvdenpretft in PMstina gefallen. Wir man rus Jaffa betichbet, smi>- die Bodenpreise ist Palästina mn ettoa 3a Prozent gefallen. Auch di« Bairniflterialfim werden billiger. Man hofft auf ein weiteres Sinken der Preise. . > Berliner Kacholtken gegen HauS Sachs. Die Zentrumssraktion in der Berliner Stadtverordneten-Versammlung hat folgende Anfrage an den Magistrat gerichtet: Ist dem Magistrat bekannt, baß am 1. Dezember von Schülern der 13. Realschule gelegentlich eines Elt-ernabendS das Stück ,Ac'r Bauer im Fegefeuer von Hans Sachs, das die religiösen Gefühle der Katholiken verletzt, gespielt wurde? Was gedenkt der Magistrat zu tun, um in Zukunft die Katholiken Berlins vor derartigen Verletzungen ihrer religiösen Gefühle zu schützen? * Maschinen aus Beton. Bei den besonderer Eigenschaften des Betons ist eS eigentlich kein Wunder, wenn er nachgerade im Baugewerbe und der Industrie zum Universalbadstoff wird. Schiffe, Drücken, Häuser, Eisenbahnwagen. Möbel und so mancherlei andere Gegenstände werden aus ihm gefertigt und jetzt find sogar in' Amerika Werkzeugmaschinen aus diesem Material hergestellt worden. In Chicago hat man zwei riesige Hobelmaschinen aus Beton erbaut. An den Stellen, die bearbeitete Teile tragen, find^ sie mit einer Metallschicht bedeckt: Bett, Hobeltisch, Querträger und Pfeiler bestehen jedoch aus Beton. Das Bett ist 44JS Meter lang, der Tisch hat eine Lange von 27,6 Meter und eine Dicke von 38 Zentimeter. Zum Bau der Hobelmaschine waren 393 Kubikmeter Betoy und 890 Zentner Eisen erforderlich. -Das Gesamtgewicht beträgt 14.500 Zentner. * LuxuSzug Ostende—Wien? Nach der »Fndependance Besäe" seien Unterhandlungen eingeleitet worden, um den früheren Luxuszüg Ostende—Frankfurt' a, M.—Nürnberg— Wien wieder einzuführen. Die Vertreter des belgischen Eisenbahnmirüsteriums hätten sich zu diesem Zweck nach Deutschland begeben. * 3000 amerikanische Zeitungen wegen Papiermangels eingestellt. Der . Mangel an Zeitungspapier ist in Amerika so groß, daß 8000 Blätter wähl vorübergehend ihr Erscheinen 'einstellen müssen. Man rechnet mit einem Manko von 200.000 Tonnen im nächsten Jahr. Zwanzig große Zeitungen brauchen 88 Prozent der gesamten Papierzufuhren. Die „Chicago /Tribüne" rühmte sich neulich, sie habe 670 Tonnen Papier 'für eine einzige Ausgabe gebraucht. Eia deutscher Offizier zu zehn Fahre« Zellenhast und zehn MiMonev Franks verurteilt. Aus Paris wird gemeldet: DaS Kriegsgericht von Amiens hat den deutschen Staatsbürger und Offizier Hermann Röckling zu zehn IahrenZellen hast und zehn Millionen Franks Schadenersatz verurteilt, weil er während des Krieges die Stahlwerke des Brleygebietes planmäßig zerstört habe. Sein Bruder wurde in contumaciam zurselbenStrafe verurteilt. * Razzia auf WeißgeVSck. Aus Prag wirb uns grmeldet: Ueber Auftrag der politischen Landesverwaltung wurde kürzlich in ganz Böhmen eine Generalrevision der Bäckr-^uno Lebensmittelgeschäfte sowie der Gast- und Kaffee- Häuser vorgenoürmen. Im Prager Polizeirayon wurde die Revision von Organen des Wucheranrtes durch geführt, die große Mengen von Weißgebäck beschlagnahmten, das Humanitären Anstalten zugewiesen wurde. - * Preis des Wiener PferdemifchfutterS. Amtlich wird mitgeteilt: AttfangS Dezember wurde der Abgabepreis für daS Wiener Pferdemifchfutter mit S K. pro Kilogramm zuder allmählichen Angleichung des Abgabepreises an die Gestehungskosten darstellen soll. Da die Differenz zwischen Abgabepreis und Gestehungskosten aus Staatsmittelnnur gibt ihren p. ^Mitgliedern und Gasten bekannt, bn$ 'hre Zusammenkünfte täglich von 6' bis 10 Ubr abends im Cafö Herrerchof,!., Herrengaste, U. Saal flattnndrn. Briefkasten der Redaktion, »Jüdischer Gelehrter". Die Nackucht wurde von verläßlicher jüdischer Sette vervreitet. Ob E. organisierter Zronisirsi. wissen wir nicht, jedenfalls sieht tx der Bewegung nahe — »Aüd. Nationalkalender". Es bandest sich nicht, um einen^ Satz, sondern nur um em auS phantastisch kombinierten hebrastchen Lettern hergestellteS Ornament. Die Ernährung. Unsere Ernährung. Am Laufe deS gestrigen Tages ist nichts eingetreten, was auf eine Besserung unserer Ernähumüslage hoffen lassen könnte. Die T r a n s p o r t e, die aus Trieft erwartet werden, begegnen solchen Schwierigkeiten, baß in absehharer Zeit kaum mit einer Entspannung in unserer Brot- und Mehlversorgung zu rechnen rst und es bleibt deshalb auch fürdieNeu^jahrSwochedie gekürzteBrot- »ndMehlquote in Geltung. Auf den Märkten zeigte sich gestern deutlich, wie sehr die notwendigsten Anschaffungen zu den WeihnachtSfeicrtage» die Kaufkraft des Publikum8 erschöpft haben. Die Nachfrage war weit weniger lebhaft als sonst an Samstage«. Infolgedessen konnte in der G r o ß « a r? t h a l l e mit der auSgegebenru Zubuße an Sveckfleisch und Selchsteisch, die nicht größer wir als an früheren Samstagen, das Auslange« gesunden werde«. Der Ge flügelmarkt and die Fisch ab teikang der Großmarktballe blieben ganzohne Zufuhren. Auch auf den Grünwarenmarkten konnte mit den geringen Ankünfte» an auswärtigem Gemüse — Gärtnerware fehlte fast gänzlich — so ziemlich der Bedarf gedeckt werden» Auf dem N a s ch m a r k t e gab es auch eine kleinere Sendung italienischer Zwiebeln und billiger Aepjet. eise rines BerteÜungszuschlages abgegeben werden. * Eine Schwinblerbanb« zum Nachteile der KriegSbe. schädigte«. In den letzten Wochen treibt sich in Wien eine Schwindlerbande herum, die im Namen des .Zentralrates oer Kriegsbeschädigten, Witwen und Waisen" Spenden ein» sammelt und Lieferungen von Holz und Lebensmitteln verspricht- und Auszahlungen unter der falschen Angabe verlangt, hierzu vom Vorstand Hans Mentsch des erwähnten Zentralverbündes bevollmächtigt ' zu sein. Die» Schwindler weisen auch gefälschte Legitimationspapiere vor und geben m vielen Fällen an, 'daß sie von einem StaätSamt kämen. Der.Zentralcat der Kriegsbeschädigten macht die Öffentlichkeit aufmerksam. daß er weder Spenden sammelt, noch in der Lage ist, Lebensmitteln oder Holz , zu liefern. Der Zenttalrat beschafft die Mittel für seine humanitäre Tätigkeit ausschließlich durch Verkauf von Bildern und Siegettnarken sowie durch Beiträge seiner unterstützenden Mitglieder. ES wird daher jedermann vor Personen gewarnt, die mit Sammelbogen otzer unter dem Vorwände von irgend welchen Lieferungen Geld herauSzulocken versuchen. Solche Personen sind im Betretungsfalle verhaften zu lassen. ' * Reiche Beute der Einbrechet. Am 26. d. M. wurde die Wohnung des Kaufmannes Wolf Gold st ein, 2. Bezirk, Zirkusgaffe^ 3, erbrochen. An zwei Zimmern wurden alle bei.Frau Katharina. I e d e l s k h, 14. Bezirk, Herklotzgasse 21, eiygebrochen. Aus einem Kasten wurden gestohlen:. ein - .Parbetrag von 35i000 Kronen, zwei Sparkassebücher der Rudolfsheirner Sparkasse auf 3179 und 2201 Kronen lautenv, und ein Paar goldene Ohrgehänge im Werte von 2000 Kronen. ' 7-7- An' der Zeit von; 22.'bis 24. b. M. wurde bei Baron D ö r y, 2. Bezirk, Praterstrabe 78, ein Einbruch verübt. Gestohlen wurden eine goldene' Zigarettendose ruft Diamant, Rubin und Saphir, ein goldenes Crayon mit Rautenkranz und Schuber, eine kleine goldene Bonbonniere mit Golddeckel und einem Ernblem in Rubinen, zusammen 40.000 Kronen wert. Bereinsnachrichten. (Nachrichten vonV ereinen ers cheine« ausnahmslos nur am Tage der Veranstaltung.) ) H e nte: V e r ein i g «jn a jüd »scher Exportakad emiker Die englischen Kurse für Anhänger heg'unen Montag den 89. d. M, präzise 3 Uhr nachmittags, im Hnme der siidischrn HaNdelshochschülkv. 1!., Täbvistraße 1. Jeden Donperstäg Um 6 Uhr abends im Heime russische Konversatronsabende. — Hebräischer K o p p e r s a t i o n s k l u b. 6 Uhr -'abcttdS Zusammenkunft im Lokal der Bereinigung jüdischer Exportakademiker, H., Taborftraße 8. — Zronistis ch e Sektion I.: Obmann Josef H. Waltuch, Sekretär Joses Deutsch, l., Kölnerhoigasse 3; Nationalfovdskässier Wilhelm Gvldichmidt. Zusammenkünfte täglich von 8 bis 10 Uhr abends im Casä Herrenhof, I., Hcrrerigaffe, H. Saal. — -D i e - Zi v n»st i i cb e B cirr!Z i et t i onInnere Stadt Ultslhillt»^ Größte Answahk! Billigste Preise! «o Leopold Steinhart, Wien, I.Biberstraße 9. .... . -- > .. 4033/8 .——— ..1, Konsumverein von Bankangestellten in Wie«. Im Lokale k., Rockhgaffe: Aepfel so lange Vorrat, Oelsardinen an Meblrayvnieitr gegen Emkausschem Zister 10. prima Eßfeigcn, Schokolade, Rosinen, orig, franz. Senf (ll 2.9V Md K 480 »ür das Glas', Ptefsrr, Paprika, franz. Gulaschkonserven, Franffurter, Klodassen und Knackwürste, tagl'ch frisch, Sauerkraut. Gl am Suppenwürfel» kosmetische Artikel der Iomawerke in reicher Auswahl. Rasierseife prima Qualität in Würlel. — Im Lokale l, Schottenbastei: Schweinefett und Mehl «ach Einlangen, Kaitoffclssocken, */« Kilogramm für den Kopf. Kanditen. lU Kilogramm fftr den HauSlialt, Aeptelmarmelad« g-gen Marken, Bohnenkaffee (Rrst^. BrennsPirituS (Rest, ^Flaschen mstbringen), Wasch--und Toilettcfeife. — In der Texülabteilung l.. Schottenbaffer 8, l. Stock: Bolkshchleidnnqsware für Mehlrayonierte: Haushaltungen mit 3 Personen und mehr, die noch nicht biogen Kaden. Flanelle, Kretonne.' Für alle anderen Mehlrahonierten: Mäntel, Socken. Kinder an-rüge, Seeleuwärmer, Kameelhaarlloden. Für alle Mitglieder: Barchente, Zephwe, Herren- und Damen kleiderstvffe. Sweattr. Herren» und DamentascheutÜcher, Knabmhosen. Krnderstrüinpfe »nd Putzschürze». Kartoffelabgabe. Do« Sonntag den 88. Dezember b>s Donnerstag den 1. Jänner werden in den Bezirken l b>S lX, polnische Kartoffeln zum Meise von kl 8 60 pro Kilogramm. Md zwar 1 Kilogramm pro Kops gegen Abtrennung der Buchstaben U ustd 1 der Kartosselkarte abgegeben. ' ’ Wiener Lebensmittellagerb etrieb fS« Staatsbedienstete. Mittwoch beif 31. d. M. 'sind die Filialen von 8 bis 1 Uhr geöffnet.. Nachmittags findet kein Parteicnverkehr statt. Ie«iverba.> Ab Dienstag den 36. d. M. V« Kilogramm Mehl. 12 Dekagramm Fctt, vro Akehkbezugsscheirt 1 Ei. Heide!- beer--und Preiselbcermarwiade und die lausendrn Artikeln. — Filiale XHl blerbt wegen Neueinrichtung Montags de« 29. Md Dienstag den 30. d. M. geschlossen. „Stafa", Staats an gestellten - Fürsorge * Anstalt. Ausgabe von »Stafavaketerr" zu K 70.— und K M.— nur gegen Vorweisung der ^Staiabezvgsbücher" mit bestimmten Nummern an bestimmten Derkausstage», und zwar: 5. Jänner vormittags Nr. 21.000 bis 22.000, nachmittags bis 23.000. 7. Jänner vormittags 19.001 bis 20.000, nachmittags bis 81.000. 8. Jänner vormutags 17.001 bis 18.000, nachmfttagS bis 18.000. 9. Jänner vormittags 15001 bis 16.000, nachmittags dis 17.000.10. Jänner nur vormittags 14.001 bis 15.000. — Wer sich nicht an die bestimmten Tageseinteilungen hält, wird nickt bedient. Auf ftdeZ Buch nur ein Pakt. Die Aktiv« wird fortgesetzt. Verband der jüdischen Invaliden «nd Heimkehrer in Wien. Fortsetzung der Ausgabe der LebenSmittel- . anwesinngen ab Samstag den 27. d. M. Abgabe von billigen Hausschuhe», Wadenstutzrn und Schuhpasta (U., Obere Donau« straße 6b, Tür 4. täglich zwischen 4 und 6 Uhr nachmittags. Sonntag zwischen 9 und 11 Uhr vormittags. Renanmeldungen begründen sofortigen Anspruch auf alle Begünstigungen. Bühne mtb Kunst. Ansstellmifl Ssterreichsschev Knuftgewerbe. Um die Jahreswende vereinigte sich vor dem Kriege alles, was den stolzen Namen „OesterreichischeS Kunstgewerbe* trug, in den geräumigen Sälen des Museums am Stubenring und zumal an Sonntagen gab es immer einen Massenbesuch für diese umfassenden Ausstellungen, die vom Einfamilienhaus bis zum kleinsten GebrauchSgegenstand einen lückenlosen Ueberblick über das weite Gebiet dekorativer Kunst gaben. Jetzt geht man daran, was der Krieg zerstörte» wieder auflebeu zu lassen. Direktor Leisching hat im neuen Trakt eine durchaus moderne, höchst interessante Ausstellung eingerichtet und daS Interesse des Publikums ist so anhaltend, daß man dem Versuch unschwer «in volles Gelingen prognostizieren kann. , Den geistigen und räumlichen Mittelpunkt dieser Sammlung von kostbaren und erfreulichen Dingen bildet eine Kollektivausstellung Richard Teschners. Professor W i hmann hat den Raum sinnvoll für die Aufnahme der Wecke adaptiert. Gleich heim Eintritt jeffeln zwei Gruppen po» holzgeschnittenen und bemalten Marionetten, Teschner» letzte! ' Leidenschaft. Dieser phantasiereiche und vielseitige KünstlSe .hat im Puppenspiel sein ,Ges«rmtkurrstwer?" gefunden, itt dem er als Dichter» Musiker, Architekt, Maler »nd Mgrsseuq seinen vielgestalttgtzn Kunsttrieb betätigen kann. Stärkst-! Einflüsse . des Orients, dem ec durch hollmr» dische Reisen nahe kam, machen sich hier, tofe ln de^n Bildern und Plastiken geltend. Orientalisch ist auch, die Fremde an der weltvergessenen Arbett seiner Hände, die bosseln, ziselieren, Halbedelsteine in fteine Plasttkenr einfügen, kostbare Schreine zimmern, einem Telegraphen» taster neuartige Form verleihe«, oder das überlieferte AnZsehen eines Musikinstruments überraschend, glücklich derändern. Wenn er sich tieferen philosophischen Problemen zu« wendet, wie-in den großen Ternperabildern, wirckt er wenigkL überzeugend, aber auch hier empfindet man die starke Phneq tasie des Künstlers als befreiende Macht. . Um das. kleine Heiligtum Teschners find die Vitrine« gruppiert,' in denen das neu aufblühende Knnstgewerbe sesirt geschmackvolle Erzeugnisse zur Schau stellt. Intensive FarLerrfreudigkeit herrscht vor. Die große« Vereinigungen, der Wiener Werk statte vnd des Werkbundes, dere^: Ruhm im Ausland ebenso verbreitet ist, wie hier, sind nrchl: nur selbst «rit erlesenen Erzeugnissen vertreten, ihr Eirr» flnß verrät sich auch in den Arbeiten der private» Aussteller der vielen Künstter unter der arbeitsfreudige« jungen Genera» tio«. Altehrwürdige Patriziersirmen stellen daneben kost-» bare Gläser, zierliche Metalltreibarten, Kleider, Juwelen. Stoffe, Büchereinbände, kurz, jene Dinge aus, die csfenbv^ noch immer in ausreichendem Maße produziert werdet können, weil die menschliche Arbeit daran die Berte schafft und nicht die fabriksmäßige QuantttätSarbeit. Die oster» rsichifche Keramik, von den obgenannten Werkstätten, darr« van der Gmundner, LangenzerSdorffer FabriS und den Werkstätten G.Karau gepflegt, nimmt erfolgrrtH den Kampf gegen fremdländische Erzeugnisse auf. Sie find ffcsj den geschmälerten Geldsack des Bürgers noch erschwingbar, während die Silber- und GlaSwaren, etwa/' der -FirmeP Klinkofch und Lobmahr, den Pomp wohleingerWeteL Billen und Paläste vermehren solle». Die Wiener SkbdS scheint im Barme deS Wortes ^Batik" zu stehe». Das fg dieser blühenden Technik, die mit Hilfe deckender §&?£>&» schichten die herrlichsten Farben auf Seide zaubere, von km vielen Jüngerrnnen des KunstgeweroeS hervorgebracht.w'rrtz, hat kaum, in all den Glaskästen Raum. Besonder schone Ent- ' würfe stammen da von Edith Halpor», Wilma L ipschütz, Else Stübchen-Kirchner, Fella Jakobsohn Ella Ka rpe l eS. Klara Sulzer ist mit Glasperlenarbeitein Frau Harlfinger-Zakuezka mtt modernen Pirpprir vertreten. BerheißungsvolleS wird von den Zöglingen Ski staatlichen Kunstgewerbeschulen geleistet, die dem änderest Geist langst die Pforten geöffnet haben. Unsere hochsteheNdL graphische Industrie stellt Suxusdrucke, Briefpapiere anb Ke--,. Produktionen aus, unsere ersten AruWndereien, wiK Rollinger, Scheibe und Günther, tfügiitt einbände, die in ihrer Kostbarkeit den Neid jedes Biblsiophilerr errege« mögen. Die zahlreichen Aussteller alle zu würdige^ würde zuviel Raum erfordern. Es sei noch darauf hinchr» wiesen, daß auch die Malerei und Graphik durch viele bekannte Namen vertreten wird. Unsere berühmte Pflegestätkfür da» Kunstgewerbe hat sich zur rechten Zeit daran erinnert» daß es nicht nur das Alte zu sammeln und bewahren gi!.^ sondern auch den neu sich regenden Kräften Raum zur Entfaltung zu geben, zu ihren vornehmsten Aufgabe» gehört. 9 Der Berll«« Skandal bei de« „TeL"°A«s! führung. Eine antisemitifche De«0ttste»tioi». Man erfährt nun die Ärsache des unerhörten S?Ärda!8 bei der Neuinszenierung des «Wilhelm Tell" im Berffwtt; Staatstheater. - Albert PaLrh, Oberspieveiter am Stnatsthsairv, -utzerte sich darüber im „Berliner Tageblatt": „Wir waren schon seit längerer Zeit wiederholt darauf, aufmerksam gemacht worden, baß in antisemitische« Kreisen der heftigste Zorn darüber herrsche, daß «tt der Aebernahme der Leitung des staatlichen Schauspiekhatzsetz durch Herrn Jetzner nunmehr die „letzte christliche" Direktton aus Berlin verschwunden wäre, und datz man i» gewisse» Kreisen gesonnen sei, dagegen mit allen zu Gebote stehend«» Mitteln öffentlich zu demonstrieren! — Wir hatten selbsdstv, standlich nicht daS geringste getan, wn uns vor etwaige» Angriffen zu schützen. Denn wir waren der Hoffnung, dag gegebenenfalls das Publikum selbst entscheiden würde, inwieweit etwaige Angriffe künstlerisch berechttgt seien üdee nicht. In dieser Hoffnung haben wir unS glücklicherweise nicht getäuscht! Die Skandalmacher, die im Theater Bolttik treiben wollten, waren so durchglüht von der Heiligkeit ihrer Mission, daß ihre Klugheit fie vorzeittg verließ; sie ließen sich hinreitzen--schon während der ersten Szenen mit ihrem störenden Lärm zu beginnen! Man fühlte sofort die Wftcht —> und wurde verstimmt. Es war für uns alle eine belle Freuds, zu sehen, mit welcher Einmütigkeit sich daS gesamte Pubfikum gegen die Schreier erhob. Aber diese Leute hatte« ei» dickes Fell. Sie wurden in ihren Zwischenrufen kühner und kühner. Und als der Skandal wahrend deS großen Monologeg im vierten Akt den Höhepunkt erreicht hatte, blieb mir nichq onberss übrig, als dem deutlichem 8.nd »MttkenHbmcetz

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