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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-25 · Heft 333 (25.12.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 333 (25.12.1919)
Date
1919-12-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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'SeÜe'4 Dien. Donnerstag j ZIGARETTENPAPIEfiE ZIGARETTENHÜLSEN! Sie ^pfpsffski selbst die höt, "ten Erwartungen des Raucheps.’ S caeoaakaaaaKtSAMNKr««! m Die Neuerung über KMer Kirrk. Wiener MopgenzettuNg . Augenblick mchr jtu tun, als die voriuufig auf unbestimmte Zeit erfolgende Verrangerung des am 8». Dezember d. I. abmnfenden KohlenverirageSzuzngestehen. Selbst ' die ' nachdrückliche Einflußnahme' feitender fremden Lettre ttmgeri tonnte hieran nichts ändern. Dagegen haben die tschechischen- Stellen' sich gerne bereit erklärt, bei Erleichterung ihrer eigenen Lage, die sie nach den Feie rtu g e n erhoffen, den Ded'ürfilisfen Oesterreichs i» weiterem Matze entgegenznihmrnsn. Der französische Gesandte erklärte, über den bisherigen Verlauf, der'Verhandlungen telegraphisch an die Ncparationslonrmission zu berichten u>ü> die österreichischen Vertreter behielten sich vor, während der Feiertage neue Vorschläge auszuarbeiten. Eine halboffiziöse Korrespondenz schreibt: ZeitungS. nachnchten zufolge ist der Wiener ^Freiwilligen Rettung»» gescklschast aus der Schweiz von einem „treuen Wiener" ein^ iönoüyine! Spende von lOO.OOö Krönet» zugekommen. Der treue/Mienec.lüftete jedoch bald seine Anonymität undent» küllte.sich^i<snl.ich demouftrutiv a l i der vormalige Ka'iser Karl. -ES wäre sicherlich nur zü begruben, wenn' der ihptmalige-Kaiser Karl, statt sein für einen P r i» b a t'tz W-n ach immer s e h r r e i ch l i ch e S ütttlommen f%ei»«ü ziv ecklosen große n Hofstaat in-der.Schweiz zu.vertvenden, einen Teildesselben dcr»Stadt Wien zugute kownien ließe.. Da jedoch der anonyme Spender iw eine in Deg! ritsch reiben an die Wiener Rättungsgefcllschaft erklärt, er könne - >.i n Anbetracht der Eingriff e, die der 5 st c r re ichische Staat-in sein Privatvermögen unternommen hat, leider nicht mehr geben, a l * ...e r?.hi er mit schick e, mutz doch festgcstellt werden, daß diese. 'Erklärung der Wahrheit nicht entspricht. Der österreichische Swat hat keinerlei Eingriffe in das P r i v a tver.mSgen der vormaligen Kaisers-unternommen; vielmehr würde in den Gesetzen vom April und Oktober l. I., auf velche allein sich die behaupteten Eingriffe in das Privatbermögen .beziehen könnten, ausdrücklich festgestevt, datz in daS - Staats^gentum jene Permögenschaften nicht übergegsngen 'flnds die fteies persönlicizeS Eigentum devormaligen Kaisers oder eines Mitgliedes des vormaligen kaiserlichen HaMsinöt " . •/ * / Etz jst 'akso einfach unwahr, datz der österreichische Staat fn daprivatvermögen des Kaiserirgendeinen Eingriff anterlwmmen hat.'Durch die beiden erwähnten Gesetze wurden atS.-Htaatseigentum lediglich daS sogenannte hofärarische Vermögen -und das für das vormalige Kaiserhaus oder eine ZweWiniedesselben gebundene Vermögen, im wesentlichen also--daS sogenannte FamilienfoudSvcrmögon, erklärt. Beide Veft ät öge n'fcha f te n waten aber nie Privalvermö^em d^s Kaisers. ES bleibt also nu; noch zu untersuchen/ öb durch die Beschlagnahme. deS hofärarischen oder V6S--Familienf-ondsvermögenS dem vormaligen Kaiser irgendwelche EMLü-fte entzogen wurden, die ihn autzerstande sehen, deN^' Wiener«.- mehr als 1G0.000 zu spenden. Diese Frag.: muß. verneint werden. Das sogenannte hofärarische Vermögen - hat niemal» ein ReiNerträgniS gebracht; die Gebarung-desselben rchrr vielmehr Mit einem MilttonenSefizit verbunden,- welcheS nunmehr der österreichische 2 t a a tt r ä g t. Die Einkünfte deS FamilienfondsvermögenS göev, säweit fvc sichin Deutschüsterreich befinden, waren und fibd nicht so bedeutend/ als dyß sie auch nur annähernd hingetrichl, hätten,- daS Millwnendefizit auS der Gebarung deS höftitdrischen VerinögenS -zu decken. Also auch die Beschlagnahme dieser beiden Vermögensmassen kann den vormaligen kiriftr -'finanziell nicht treffen. ' . —. ' " 'Woraus der vormalige Kaiser den Wienern hätte Spenden' leisten können, waren also nur die Einnahmen aus oer 8ivijliste, das ist jener Summe, die der Staat früher aus den SteuchAeldern dem jeweiligen Kaiser zvgebsLigt hat. Will »bür' der '"österreichische Staat auS Eteucrgcldern wohltätigen Lücken-" ttwas zü klimmen lassen, braucht er dies wahrlich nicht auf dem Umwege zu tun, daß er sich einen Kaiser hält UNd ihm . eine ZivilUste zubilligt. Dazu, kommt, daß der österreichische Staat die beschlag. nckhtNIeN ^Vermögen für einen ganz besonderen Zweck der» ' . beiden vorerwähnten Gesetze bestimmen näm» "daß dar gesamte R einerträgnis der beschlagnahmten Vermögen zur Fürsorge für die durch den Weltkrieg geschädigten, oder ihres Ernährers beraubten Staatsbürger zÜ Ü e rw e std em ist. Man hat nichts davon gehört, datz der vormalige Käif'er, als-noch im Besitze der später beschlagnahmten- Ver.mögen'smassen war, deren NeinerträgniS für den glcichen Zweck gespendet hätte. ' " Man sieht'also: Der Spender hat mit seiner Erklärung auf die Unkenntnis d^r «Verhältnisse' bet den Wienern spekuliert. -'. Are Tscheche» hSttwen erst nnch den FvLsrtaeen Kvhlrn schiÄen. Amtlich wird mitgetcilt: ,Die Verhandlungen in Prag über eine augenblickliche Aushilfe an L>e,st er re ich mit tschechischer Kohle und über die' Einführung eines PendelzugSverkehres zur Versorgung der österreichischen' Großverbraucher mit tschechischer Kohle haben bisher zu keinem endgültigen Ergebnis geführt. Dies ist daraus zurückzuführcn, daß die tschechischen Behörden 'er- Härten, anqenblicllich selbst in einer so bedrängten Lage zu sein, daß sie diese, von der Pariser NcParationSkommissivn angeregten Maßnahmen zur/eit .nicht durchführen können. Nach ihrer Angabe »st die Kohlenversorgung der 'tschechischen Eisenbahnen und deren Lokomotivenstand schlechter als im Oesterreich, und es sei ihnen unmöglich, bei diesem Stand der Di hg? irgendwelche verkchrslechnische AuSncchmsver'ügungcn zugunsten Oestecrcuchs zu treffen. Auch daS tschechische Äohlenamt erklärte sich autzerstande, für den Ankereffants Proselytenthperr. Eine ittle"es/t!ti'e Figur aus. der an inberessantcn Typen nicht armen Mischen P o'eiytengeschich'e ist der estgl<che Laib ßco rge Kordon. In jungrnJahre» kam.ee inS Mrlamcn^ und 'geciet bald iw offenen Konflikt -mit der-Negietung. In der englischen Geschichte ist'er^a.s Führer der Vosksbelvezung bekannt, die 1780 zu eiuer wahren Nebüllion anwuchs^und vom Parlament ein-en entschiedenen Kampf ge^cn da) Papsttum forderte. Die Negierung müßte lö.OOO Manw bewaffnen, um die Ausrührer zu zerstreuen. Lord C.o.don wu .de des-^chvcrra es an^7klagt, jedoch voin Gerichtshof f.eigesprochen, mit der Begründung, daß einer, der. Maf.'enpetj ionen gegen ein vom Parlament befch'o'fenes Gest.tz überreicht habe, lein Hochverräter n:nnen sei-Nachdem er einige Zeit in brieflichen und mündlichen Beziehungen zu verschiedenen Inden ge- - standen warwandte er sich 1764 an den Londoner , Großrabbinest, um als Proselyt ins Judentum auf-' gmio mmen zu werben. Dieser wollte dem Wuirsche des jungen Lord nicht entsprechen, doch ein Rabbiner in Mirmingham zeigte sich entgegenkommender. Vier Jahre darauf wurde drr Lord infolge einer gegen die Regierung gerichteten'Schrlst verhästet und zu fünf Jahren Kerkers verurteilt. Im Kerker beobachtete er pünktlich 'dir riEel.en Speifevo - schriften und legte auch die Gebctr'iemc» an. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis starb er, vierzig Jahre alt, infolge der in der Gefangenschaft ertragenen Leiden. Ein zwei er inte.e, sanier Kall eines Konvertiten fällt ungefähr in dieselbe: Zeit. Es hanielt sich um das Mitglied eines der vo n'hmsten polnischen Familien, das Grafen Valentin Po tocki, der unter seinem späteren Namen Abraham den Abraham noch heute in der Ennnrrung der Juden von Wilna lebt. Der junge Aristokrat machte in Paris die Bekanntschaft eines gelehrten Juden, der ihn in das 'jüdische ©ttjujt«' kum ^infühM. Dieses Studium erweckte in dem Grafen tm ,o starkes Interesse fürs Judentum, daß dieser, nachdem.er einige Zeit in Rom geweilt und die große Klüfb erkannt, hatte, die ihn von der Kirche trennte, nach An:sterd«m aus üwande.n und Jude zu werden beschloß. Etliche Zeit -lebte er in Deutschland und kehrte schließ-' lich in die Heimat zurück, wo er sich in einem Dorf bei Wilnä verborgen hielt. Ais der Graf eines TageS im Bethaufe beteteff fühlte er sich durch daS lärmende Betragen eines Knaben gestört, er geriet in Zorn, schalt und prüge te ihn Der beleidig'e Vater des Knaben jedoch , verriet den Christen, um sich zu rächen, die Perfon des vornehmen Pcoselyten. Der Graf wurde, verhaftet und als alle Byrsuche der Mutter und der Freunde, ihn in die Arme der Kirche zurückzuführen» vergeblich biirben, wurde er zu schwerem Kerkrr verurteilt. Er starb 1749 und wurde auf dem" jüdischen Friedhof von Wilna begrabrtt. Das Ende der Internationalen Atomgewichts- Lomrnrfston. Das wichtigste Kennzeichen, eines chemischen Elementes ist sein Atomgewicht. Nach den Lehren der Chemie haben die Atome ein uiü> desselben ElencenteS gleiche Maße und bohcr auch gleiches Gewicht, dagegen lomnurn den Atomen der verschiedenen Elemente verschiedene Gewichte zu. Man hat als- Einh»st für die Atoingewichtsbestinlinung das erfahrungsgemäß leichteste Atom eines Elementes, des Wasserstoffs, gewählt. DaS Atorügewickst eines anderen Elements druckt auS/um wievielmal so schwer eS ist als daS Gewicht eine- Atoms Wasserstoffs. Da mit dem Atomgewicht alle anderen Eigenschaften deS Elementes im innigsten Zusammenhang stehen und auch -für die chemische Analyse daS Atom- 6 gewicht von größter Bedeutung ist, so kommt eS natürlich sehe viel darauf an, die Atomgewichte möglichst genau zu bestimmen. Während früher in einzelnen Ländern hervorragende Gelehrte eine besondere Kommission für B est im mu n g u n d F e st se tz u n g.tze t Atomgeiotch te bildeten, besteht schon seit tintt Reihe von Jahren eine internationale AtvMgewichtSsommission, die die Arbeiten auf hem Gebiete der Atomaeivichtsuntevsuchung genau nachprüfte , und für jedes Jahr die Atomgewichte sMetzte. Gewöhnlich würde auf dem Jrrternationalen -ChemikeWongreß diese Kommission gewählt. Während des -Kriege-' war ein solcher Kpugref; nicht möglich - und rnan hat' kstthev während der rLrtegZjahre die Atourgewichte unverändert gelassen. Infolge der, Borgänzr in den radioaktiven Elementen werden sicherlich manche der* LlLomgewichtr einer gründlichen Ueberprüfung l>edürfi:u. - DeSl-alb > ist Erklärlich, wenn Wilhelm O st - w« l p,.Mitglied dir bisherigen Jnlerrmtionalen Atomgewichts- Kommission, sich an den Präsidenten dieser Aommission, Prvstffor F. W. .Clarke in Washington, Mit dem Vorschlag geN'aM hat, dl: Atomgewichte für das kommende Jahr (1980) Nnperänb.rt zu ürssen und für 1921 eine durchgehende'/miö vertiefte Revision voc-fnbereiten. Darauf erhielr ec, wie er tu der „Chemiker-Zeilung" mitteilt, von Clarke ein Gchreibeir', daß o h n « H! n u z i e h u n g der .Vertreter der deutschen Ehe mrker eine Tabelle der -„inkrnatioNalsn Atomgewicht« für 1920" herausgegeben worden ist. Ostwald stellt fest, daß diese neue Tabelle kei"ßswegS ben Stand unseregegeitwärtigei, Wissens' darstellt; er lchlagt daher vor, die bisherige Tabelle noch rin. Jahr L§. Dezember lVLS ÄL SÄ n^diter gelten zu lassen und durch eine» besondere»» Ausschuß inzwischen die AtomgewtchMsrage gründlich zu prüfen, rnn gegen Ende 1939 eine wirklich dem Stand« der Wisseltschaft entsprechende. AtonigeivichkStabelle verSsfentkiche« m lßnneu. Äie Manukaferse im Kinderheime deS- . Samstag den 20. b. M. fand in aller Stille ly dem von der Abteilung Wien; des American Joint Distribution Cornmittee'errichteten Kiuderheinle in Daumgarten eine schön- Chaüukaseicr, die zugleich d^e feierliche Eröffnung des Heimes war, statt, zu der zahlreiche Gäste, darunter auch' der Vize» bürgermeister» Herr Max Winter, erschienen waren. Emutz ohne jede Einschränkung gesagt werden, daß die mit der Verwaltung der von der antcrikanischen Judenheit. su« Verfügung gestellten HckfSgeldern betrauten Mitglieder' vs« Wiener Abteilung deS American Joint Distributton Lommitiee keine bessere Anlage und Verwendung hätte» finden können, als die Schaffung dieses Kinderheimes. Den» während m den anderen Sektionen des Joint die Arbeit auf Linderung der momentanen Not gerichtet ist, wurde hier eine dauernd« und - bleibende Institution geschaffen, bestimmt» Hunderten von armen, verlassenen Waisenkindern nach. Kriegs» und Pogron»opfern und, gefallenen jüdischen Soldaten ein Heim im wahrsten Sinne des Wortes zu bfeten. Wenn man in Betracht zieht, in welch verwahrlostem Zustande diese ausgehungerten Waisenkinder 'übernommen wur' it, barfuß und halbnackt, und wie sie jetzt gut gepflegt in warmen, hellen Sälen und sauberen Betten untergevracht sind unter der Obsorge der von dem American Joint Distri» bbtion Committee mit der Leitung de- Heimes betraut^» Komiteemitgliede, der gütigen Frau Erna Patak, welchs selbstlos und aufopferungsvoll und unter Hintansetzung aller persönlichen Interessen die mühevolle und anstrengend« Arbeit leistet, dann kann der hohe soziale Wert und die groß« Bedeutung dieses He,mes richtig und voll ermessen werden« DaS Hernr besteht aus fünf großen Baracken, die vsw der Abteilung Wien -eS American Joint Distribution EommitteeS käuflich erivorbrn wurden, wobei der Dizebürgermeister der Stadt Wien,,WaxWinter, in freutchlichsterWeift behilstich war. In dem für zirka SÖO, Kinder bestimmte« Heime befindet sich nebst den Schlaf-, Speise- und Tagraumen eine unter Leitung deS Herrn Dr. Siegfried Bernfeld stehende Volks- und Bürgerschule, in welcher außer den gesetzlich vorgeschriebenen Lehrgegenständtn Hebräisch und jüdische' Geschichte.von Fachkräften, unterrichtet wird. Außerdem ist für vor schulpflichtige' Kinder ein Kindergarten und eine besondere Abteilung füir taubstumme Kinder, die unter der Leitung von fachkundigen Lehrern im Schreiben sowie in Handfertigkeiten unterwicftn werden, vorhanden. « Die Fcstgäfte versamnlelten sich in einem mit Blattpflanzen und Bildern schön geschmückten Saale; in einem»' kleinen Nebenzimmer waren Zeichnungen und Holzarbeiten, die von den Heimzöglingen angeserttgt wurden, ausgestellt.- Jn einer kurzen Ansprache begrüßte die Leiterin deS Heimes,. Frau Erna P a ta k, die erschienenen Festgäste und insbesondere den .Kindervlzebürgermeiste^ Winter und Lemerkte, «S könne in Anbetracht der außerordentlich schweren Zeiten jetzt nur ein Anfang gezeigt werden. Hoffentlich werde in Bälde, in besseren und. schöneren Zeilen, mehr aus dem Heime werden. Sie lud barm die Gäste ein, ihr zu einem Rundgange durch da- Heim zu folgen. Es wurden zunächst die Gchulzimmer besichtigt, dann dsr Speisesaal, die Küche, hie. leider nicht allzu vollen Vorratskammern, die Gchlafsäle, die Rähstub« und der Kindergarten. Hier faßen die kleinen Kinderchen in einem großen Kreise auf ihren. Stühlchen, in der Mitte stand «in Tischchen mit einer kleinen Menorah mit sechs' brennenden Kerzen. Die Kleinen fangen unter Leitung einer Fürsorgeschwcster hebräische und deutsche Lieder und begrüßten dann in einer rührenden Szene Fcqu Patak wie eine Mn/ter. Hieraus begaben sich die Gäste in einen festlich geschmückten Raum, wo di« eigentltck-e Feier mit einem reichhaltige« Programm, aufgeiührt von > den Heimzöglingen, stattfanb. Die Gäste verließen das Heim mit dem schöne« Betvuhtftin, daß mit der Schaffung deS HeinreS ein große- «ud schöne- Werk inS Leben geruftu worden ist. DaS Deialel-Mufeum in Icrns .. AuS Jerusalem wird uns geschrieben: Das B^alLl- Museum tn Jerusalech ifi heute ^ine der interessantesten und lehrreichsten Sehenswürdigkeiten der Stabt. In vierzehn geräumigett-Sälen sind die Musealschätze untergebracht, die nahez»» alle Gebiete der modernen Wissenschaft umfassen und einen unschätzbaren Wert repräsentier-en.. Die meisten der hier zur Schau gestclUen Objekttz' sind palästineusi chen Ursprungs. Im naturwissenschaftlichen Saal macht ein im Lande erlegter und vorzüglich! konservierter Bär nicht gexiitgeS Aufsehen, während um ihn ei« Fuchs und ein« groß« Anzahl palästin-enfischet Tier« und alle Arten Bögej vvm Adler bis zum weißett Storch placiert sind. Im zweiten Saal sind di« synagogalen. Altertümer, alte 'Sifve-Thorah, Menoroth, buntgcstickie Parochet, „Jadajin" usw. unterg«bracht. Eine uralte, noch aus Spanien mitgebrachte Thorah-, rolle hat als besonders, seltenes Prachtstück einen «izenett Ehrenplatz erhalten. Im dritten Saal liegen all die hecrl'chen Ueberr^st? al er Archiiek onik,ger « ßelt«Stei:ibruchstücke, Knäuse, Giebelreste, die von Au^gradungr« stammen und deren Alter sich auf Hunderte, vielleicht gar tausende Jahre erstreckt. In den übrigen Sälen befinden sich zahlreiche numismatische Schätze, um die das Bezalel-Museum von manche»n berühmten euwpüischen Bruderinstitut beneidet wird. Besonders reichhaltig ist hjie Abteilung.für japanisä-e Alterlumskunst mit ihvem winzigen Zierat, »nit den verschiedrnsteu Hausge ä en, geschnitzten Tieren, Bö.^e'n, Würmern aller Art und den typisch japanischen Gravüren. Das größt«: Interesse erweckt gegenwärtig jener Saal, in dem die Obsekte auS der jüngsten Geschichte aufdewahrt werden: Da sin') die T ophäon zu sehen, welche die jüdische Legion im letzten Kriege aus den Kämpfen mit den Türke» und Deutschen erobert haben. In der Vorhalle za diesem Saale steht ein Geschütz, welches, von der palästinensischen Freiwilligen-Legion den Deutschen abgenommen wurde. Das Museum bedarf noch der genaueren Klassifizierung der Objekte, «ine Arbeit, arr deren Durchführung Professor Schatz, beveiis qeschritte» Mfcj k Hl

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