Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 331 (23.12.1919)
- Date
- 1919-12-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Nr 331 Wien. Dienstag LVienss L^z».r«;7n;errrk^H L91S-1 Seite B * Die HeranbUdung dev stNittelschullehrer« Der M^er 'dcm T'ttl »Die Heianbildüug dir Mützlschullebkr, das 88:vo?-Kollegium in Budapest und jerrfc S3orbitb>r‘J von Kostal Dr. S. Fra n k f u r t e r imW-ssrnschalckclim Klub g-dc>l>ene And schr. beifällig'angenommene Pomag, Ut jetzt »n Verlag der Univttsttäksbnchliandltmg Gerold'& Kamp'. L, Stevhansplatz 8, erschienen nnd dürste vielsntiaem Inlereüe begeon>n^ zumal bic Frage der Reform der Lchrerbildlmo. als die vielleicht wicht,oste der eingelelteten Schul, ekim.. in Be« Handlung fickt. Roch emcr allgemcmen Darlegung-wirh an der Hand der neuesten Ncknemng der F'age 'st.Brennen die No wendi^eit der Reform der öster-- retch'schcn Piüstn'rZ^rdmmg gez igt und ' nach cuict Wind! ung der Mitfilr«nst>1»te. des Budavcller Eö vös Kollegiums und der Pariser Ecole Normale Suverirure, die Schaffung eines ähnlichen Infi tnSanaerecit. Bei dm jetzt so sebr gesteigerten pädagogischen Bestrebungen, wird die Schl ist auch in den gebildeten Krelen, und zwar nicht nur bei uns, sondern auch in Deut'el'land, namenst,ch-in Preußen, in Ungarn, und in Fmnkreich Jntrriste finden^ * FÜv L4e RetLirngsgesellschaft. Gestern ist der" Wiener Fre willigen Net-imgSgcsellichast anonpm eine Spende von £-100.000 aus der Schweiz zugckommen. Unterzeichnet ist nur: »E i» t r e u e r W i e n e r^. iili* Der Marktbericht. Der Verkehr war. gestern auf den Markten viel lebhrster als sonst am Montag. Auch das Anbot war etwas reichhaltiger. Auf den Grünwareumärkten, di« allerdings mit Gemüse nur spärlich versorgt Wärest, wurde tnit dem Verlauf der billigen Aepsel begonnen, doch reichten die zur Verfügung stehenden Mengen nicht im entferntsten zur Deckung deä ' Bedarfes. Auf einzelnen Märkten wgren auch Eier, daS Stück zu K. 4.--, zu haben. > Geflügel kam in verhältnismäßig großen Mengen zum Verkaufe, doch waren die Preise sehr hoch. Indian und Hühner, ungenutzt, kosteten K. 74.—, Poulards K. 105.—, . Brathühner K. 85.— pro Kilogramm. ' In der Großma/rkthalle gab e8. nur Würste; heute wird mit der Ausgabe deZ rationierten.Rindfleisches begonnen. Der Verkauf von amerikanischem Speckfleisch findet erst am Mittwoch statt. * Die Internierung dev galizisckien Juden in Ungarn hat begonnen. Aus B u d a p e it wnd beucht t. daß d'r Ausweisung und Internierung der gallischen Juden, in Ungarn am Donnerstag begonnen har. An diesem Tage ist vom, Iosejfi-adter Bahnhöfe aus der erste Zug mit ungefähr 700 Ausgewiesenm abgelaffen worden. Der Zug nahm die Richtung Mchau. * Oraanisaliou de» Handelsagenten. Zwecks Wahrung, Vertretung und Durchführung der Interessen aller Handelsagenten Dcutschosterxeichs ist die Gründung, eines unholitstchen Schutzbundes der Handelsagenten gevlanr. Alle sich hierfür Interessierenden mögen sofort ihre Adresse an A. M. Ehr lich. Prot. Handelsagent. Wie«, U., Taborstraße 24, Mezzanin, Tel. 45248, bekanntgeben. * Hamburg für Wie«. Das österreichische Generalkonsulat in H a m b u r g hat für die Stadt Wien eine großzügige Aktion eingkleitet, an der stch die hervorragendsten Kreise der Bevölkerung beteiligen. Das Programm des Arbeitsausschusses enthält unteranderem Wohltäligkeitsvcranfialiungeii und E N'.elsän'mlungrn. Zahlreiche Familien haben stch zur Ausnahme Wiener Kinder gemeldet^ — Dle Stadt Köln hat durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung im' telegraphischen Wege der Stadt Wien 100.000.Mark Überwiesen, ° ,, . > .Schweres F«gS«nglülk in Angarn. AuS Budapest wird gedrahtet: Auf der Strecke von Smgedin nach Groß- . wardnn fuhr in der Stat'vn C f o f a ein Pcnonevzug. der von Bekescsaba nach Großwardein unterwegs.war. mit Bolldamvf in. einen stehenden L«st>ug hinein. Be,de Züge wurden zertiünimert. Bisher wurden 24 Tote, 40 Schwervenvundete und zahlreiche Leichkyeiletzte ans den Trümmern hervorgezogeu. Schuld an dem Unglück trägt falsche Wcichenstcllnng. . ^Einstellung dcs Personenverbestres auch, in Ungarn. Wie ärG B u d a p e st gemeldet wird, hat dre^ahrplanabtcilüng der ungarischen Slaaksbahnen dstn Präsidenten der aenamlten Bahnen den dringenden Vorschlag iinlerbreitet, dem Beispiel der französischen, deutschen, öfierrkichnchen und tschechischen SrseübahnUl folgend, den Personenverkehr aus sämtlichen nugarischeu Eisenbahlilinien während der Weihnachtstage einzustellcn. Die Einstellung soll vom - 24. Dezember bis zum 2. Jänner Dauern,.Es ist sehr.wahrscheinlich, daß der Hanbelsmimster diesem Vorschläge zusammen werde.« - - ' - •;* -.Präg,, und Prün« ochne StraHenbähn. Aus Srag wird uns telegraphiert: In - her -letzten .Sitzung dts tadtrat.-Z wurde bc'schloficn: Mit Nückncht am die vollständig vngcnüpende Kghlcuvcrsörgung wird der. Verkehr der elektrischen Straßenbahn Sonntag den 2l. d. M. sowie Mittwoch den L4., Donnerstag den 25.. und Freitag den 26. eingestellt, damit wenigstens die Aüstechterhalwng der elektrischen Beleuchtung an den Weihnachtsfeiertagen gestchcr' rst. Aus B r ü n n wird tele- ' phonnrt: Infolge absoluten Kohlenmangels im Elektrizitätswerk wurde der 'G e sta-rnt v e r k e h x der e l e k t r r fchen S t r a ß«n bahn in Brünn e r n g e stellt. Es besteht die Gefahr, daß auch die L i e f e r u n g e l eck t r i s ch e n Stromes für die BrÜnnrr Indilstricunternehmungen und für die WohuungSbeleuchtung .. t i n g e st e l l t werden wird. . Deutsche Offtzieire als »»Plünderer" verhaktet. Aus Lille wird gemeldet, daß zufolge Berhaitbefehl des Militärgerich'eS in Me drr kranzvstschen Besatzungsächörden im besetzten Deutschland wer. deutsche Oistnere-die Leutnants Brau n. 8 a h s s.e und Schneid e r und dm Hauplmann Bauer — verhallet und am 20. d. M. m die Zitadelle von Lille ein- .Htlicfgrt haben. Der Berhaltbcfehl sei wegen ^Plündernng während des Ktteges-erlassen worden. «.; .* Falsche Bezugsscheine. In der letzten Zeit wrerde in der Iokentadt. m zwei Fällen festgestc'llt, ' daß gefälschte M e h l b e r u g s k a r t e n mit fal'chem Stempel der Drotkom- Mission itzes Vtll. Brzlickes im llml.inl sind. Es wurde erhoben, daß «n Dachdrckcrgchil'e und. ein Hilssarbeittr die falschen Sctieine in Verkehr gesetzt haben« Dre Ausfvrschnng der derben Fäl'cher ist «ngeleriet. . * Dl« frow«nischi« San^eSregrrruug verschLrft die Ptatznahmen gegen den Schmuggel. A»8 Laibach wird telegraphiert : Zur Eindamnrrmg dcS Schmiigaklö von L brnSmincln : und Bech -und der Balutrschiebunaen hat die slowenr'che kandesregicruna eine Vervrdmma «ilaffvti, wonach den Cchtnngglern ocr Verlust des bezüglichen Gutes, rn< Geldrife bis K 20 000 uiiö bei erlchweienden Umständen dis lOO.öOO iitib Hast bis st Monaten, eventuell b>S e,n m Jah'e ongedioht ^wird. Ueber, Ausländer, die in staecariti env'fcht werden, wird, die sofortige Pr äveniivhast verhängt. Um zu Anzeigen zu ermuntern, bckommt der Anzeiger ein Drutel deS defchagriahm'cn Gutes. In Laibach wnlde e>n rigi'ncs Ami freier«, in. dcsferl Kompelcnz die Bekämpfung deS Schmuggel«^ und der V.lutaschredungrn fällt. Der Doppelraubmord an den zwei Wiener Gaftmirten. In dieser Raubmoidastäre ist imme, noch keine Klärung erfolat. Vom Täter hat man noch keine Spm. Ei» interessantes Moment sedock', daS viell icht zur Klärung be,traarn dürfte, »st gelter rr der Behörde zur Airze-ge gelangt. Der Täter- Hat gämlich , kurz vor bicUm Dovvelraubmord versucht, rwei ondiere > Wiener Wirte in derielbcn G'gend und unter tocmfcTbcti Bor wand — einen-Weinkauf — zu rrmorden beabsichtrgt. Nur das Mißtrauen der beiden Wirte in letzter Stunde, als sie alle drei einem Walde zuschrltren. verarilaßre den Täter m verschwinden, nach Wien mrückzu ahrcir, um dort noch bei de, F>au dits einen Wirirs. K 2001 heraus »rlocken. Es ist nach alledem llar, daß es stch hier täi'ächl'ch um den unbekannten Raubmörder der beiden Wüte Weher und Schmukcr handelt. , * Eine Demonstration gegen teure Preise. Am 80.. b. -M: um '/z< Uhr eibends sammelten - stch unae ähr^hnndrrt Peisonen - vord«-ni Tel latellengeichchic Josef Pfeiffer. XX., Wallenstcinstraße Rr . 59. an und vcr-anstaitcicn rmc Drmoristraiion wegen der hohen Käscpierse/ Nach kurzer Zeit ent» f«nten stch die Demoustranlen. Errgkaird sentzet Nahrrrn SmMel nach Msn. London, 22. Dezember (Tel-Komp.) Der Direktor für .Hilfeleistungen/Sir William G o o b e. wurde von der enalischen Neaierung ermächtige, kür 2-0.000 Bund Cteiling Fcrt und Nahrmigsmrttel nach Wzen zu sendet Mltte?l«ngen der „NohS". 'Warenzentrale, VNl.,P>ar!stmaaffe 19: Abgabevon Corned-- Beef. Ma'melade, Schololade, Hansvastete, Schweizer R>sot>o und Bohnen m 1-K lo-Dosen, Döir7w-ohst und. wenn der Waggon cmlangt, O!>stcre»ne von 8 bis 12 Nhr und von 3 Ins 5 Uhr. — i., Nibelttngenaaffe 7: Schokokode, Corner-Beei. Malzbonbons, Schweizer Rifot>o und Bolinen »n 1--Kilo-Dosen> Ma'melade und, wenn der Waggon einlangr. Obstcrcme von 5<bis »2 Uhr und von 3 b's 5 Uhr. —' H., IV.; V., XIH., XVII., XVlll. und XIX. Bezirk: Abgabe von raponiert-u Waren, und ztvar:^/« Kilogramm Mehl. 12 Dekagramm Schmalz (1 Kilogramm kl 81.—), Saccharin, solange der Borrat reicht Sardinen, Schololade. Corned-Bces, M-ilzdonbons, Marmelade, Schweizer Riso'to un.d Bol>n-'n in t.Kilo-Dosru, Hanspastetr von 8 bis 12 Uhr und von 3 -brs 5 Uhr. -Kartoffekabgabe. Bon denznm Teil, gefrorenem voluischen Kai toste ln werden auch nn l. bis VN. Bezirk ohne Ravonie- .rung auf den Berirksmärkten »i"d in den Mürkthällen pro Person 1 Kilogramm zum Preise von X' 8 60 gegen Abtrennung der Abschnitt.' k und 0 der Kartostelkarte abgegeben. Die Kartoffeln sind sogleich >n kaltes Wasser zu legen und bis r»r Vertveuduns dort zu bet rsten. > Rudolf sy-eldschrrh, ll., Pruterstrasze 54. Zlicker-. abgade für Sevteniber. Schokolade.- Tee, Ka'ao, Trschwclne. Sardmeu »sw 6)eössnet von 8 bis 13 und 3 bis 7 Uhr abends V ***' in allen S.iv?i*i<i:-ieii. Retiaratrirerr t'.iuct Karünnc. siarbülriivl-r f-.ir alle Systeme, ceft'Io!lif>e-‘ Material. deop. Kurzer, .Telehpon 31537. m sM-lt .Maria von Magdala", Lper vou.Richard DaLcka. Musi? von Lio H a n S. V ' Der Hell« dieser Oper ist nicht so sehe die Sünderin und Büßerin Mariavon Magdala, als die Figur des Judas Jschariot, besten Charaktcrzeichnung von Richard Batka nzit der einfachen Formel .Cherchez la femme" erledigt wird. <§r schwankt zwischen Eifersucht und Pflicht. Maria, die er liebt und die im ersten Akt in fröhlichster Unkenschheit dahinlebt, wird durch feine eigene Erzählung von seinem Christuserlebnis aus den Freuden dieser Welt gerissen und kennt -nur mehr die himmlische Liebe. Für Judas, der sich selbst in Träumen als Messias fah, ist nun alles dahin, die Glorie .wie das Weib. Unter solchen Aspekten macht ihm seine Bekehrung keine Freude mehr, er gehl hin und verrät se'nen Meister. Die Folgen dieser Handlung lassen ihn aber nicht froh werden, denn keines seiner beiden Ideale wird damit erreicht., Maria büßt mehr denn je und er selbst erntet Verachtung. Da bleibt ihm nur der Strick, während Maria durch einen palmzwergbewehrtcn Engel in himmlische Regionen abberufen wird. Im Hintergrund dieser Geschehniste, in denen, wie schon fö oft — siehe .Quo vadis", .Im Zeichen des Kreuzes", „Tote Augen" usw. — religiöse Stimmungen für Theatereffekte auSgeschrotet werden, steht wieder die Figur des christlichen ReligionSstifterS, die. wie männiglich bekannt-ist, nicht auf der Bühne erscheinen darf und deshalb zur Erzielung eines guten Aktschlusses gerne bemüht wird. Er wird erwartet, daS Volk jubelt dem Kommenden zu, aber er darf ja nicht erscheinen; sollte er'am Ende doch —? Das Auftauchen dieser Eventualität genügt. Der Vorhang fällt und der gute zweite Akt ist fertig. Kreis Oesterrslcd der jüd. Turn- und Sportvereine Hebräische Arbeitszentralit Heute Dienstag den 28. Dezember 1919, 6 Uhr abends SOT -CHANUKA im Grossen Musikvereinssaale. Mitwirkend: ftrl Oberkantor Jakob Kostrov, Ghonrereinigung, das Symphonieorchester Louis Dit6 (Orgel), David Roihblum: Hebräische Aiuprache, Otto Abeies: Festrede, Dirigent: Komponist 8. Braslavsky. Karten: Tageskasse des Musikvereinssaales, Buchhandlung Löwit und in den Kartenbureaus II., Taborstrasse 1—2, XX., WallensteinstrasBe 84. «ors l Mi 8 es Größte AuSwo-l! Billigste 'Prrises Leopold SLeinhllrt, Wien,!.,Vibersimße 9, —---—— 4078« .... ■ Einen guten dritten Mt gibt es. andererseits, wenn.bis Erde »sich im Augenblick der Kreuzigung verfinstert .^und im Hintergrund bet erdbebenhaft grollendem Orchester — sehr leicht zu bewerkstelligen — die drei -Kreuze in fahlem Licht erscheinen. Eine K^novision, ein technischer Kunstgriff. Wenn der Beleuchter versagte, wo bliebe.da die inüere Kraft dieser Dramatik? Sie ist so wenig vorhanden, wie es echte Rest» . giosttät war, die diesen Stoft wählen ließ. Sensation für die starken Publikumstriebe, Frömmigkeit und Erotik wurde wieder gesucht, aber, wie es schien, durchaus nicht mit, dem. gewünschten Erfolg., -• Obwohl eine weitere Sensation zu-bestaunen war:.. Mne Frau als Opernkomponistin. Äo H ans kann sich nicht über Upterschähung ihrer künstlerischen Gaben beÄa-gen. / Ja, man fühlt sich versucht, anZuneh'men,' daß die- Förherüttc> die ihr seitens maßgebender Musiker zu Teil wird, ihre Pro-» /duktivitat.stärker anregt, als der eigene' SchaffenSdmug.-» Dishetl hat man sie als Kompomstin von geringer ErfinduntzZkraft im Gefolge der modernen Musiker kennen gelernt. Auch, das neue Opernwerk wirft kein allzu Helles. Licht auf diu Ergesischaften der'Verfasterin. Nervöse Unruhe im Orchester: ersetzt, .das agogische Element wahrer Dramatik. Im Nebel atomlsierter Mötivchen fühlt mau selten den Boden fest» gefügter Thematik unter den Fühem Gibt es Steigerungen, dann, sind sie mit handgreiflichem Plattheit aufgebauti Der Gefangsstil''ist ebenso schwierig wie undankbar, ohne dchbeiinteressant zu sein.' Was bleibt zu rühmen? .Doch einiges: Daß ckne. Komponistin inrlengbar Geschmack besitzt,- .'LieüManÄitLten' zu,' vermeidest - sucht, daß sie koloristischvstd dramatisch schlagkräftig zu arbeiten versteht und irr den Hand«! werlsregeln der musikalischen Kunst wohl bewandert tsi. Hättzj sties auch innerlich mehr -zu sagen, eS könnte an nichts fehlem ^ssdcnfalls zwingt die Kraft zur Konzeption und Durch» führung eines so unsagbar komplizierten Werkes, wie es eins Modewre Oper darstellt, zur Achtnrkg.. zumal es sich um eins Dame handelt. Dem gehäuften Maß der Arbeitslerstung, darr die Anerkennung nicht.versagt werden. '» - Direktor W e i n g a r t n.e r waltete, über be^i Werks als sorgsamer Patron. Es wurden keine Kosten gescheut) um die Vorstellung, die überdies in den Schutz ^er ^Könkordi^' gestellt wurde, so würdig als möglich zu gestalten. Lueills Ma-rcell sang die Titelrolle mit miponiere^det Sicherheit. Äls leichtfertige Sünderin enthüllte sie. in'gleich generöser Weise die Schönheiten ihrer Gestalt wie jene ihrer Stimme, obwohl der Textdichter ihr dies leichfer machte als die Kon:- ponistin. Der Judas Jschariot war dem-armen Herrn B r a n-h zuaefallen. Er mühte sich redlich um die Unglückliche Figur, WS'- ihr wenig helfen konnte. Kleinere Rollen wären durch die - Herren Schürm ann, Mainau, Markow sky und Peters gut vertretem Dir drei mauschelnden Juden der Herren Beer, Tduöer und Dörich versuchten,- vam Orchester mit nasalen Quetschlauten unterstützt, eine Arr von musikatischem Antisemitismus zu verbreiten. Erfreulich - der Wia des Fräulein W e-i n e r. Du; Aufnahme der Novität war geteilt. Dank der besonderen Zusammensetzung des Publikums der Festvorftellujlg gab es den gewohnten Premierenbeifall und Mumenspenden. Di<^ Kompomstin,- als Dame von Welt, nahm' den Beifall Mit eleganter Sicherheit entgegen. Man erkannte, daß sie -sich auch auf dem Gebiete des Ruhmes zuhause fühlt. > Dr. Konrad M a rsl. Ur re Mdische Vokksdühtte. f - (Zum ersten Male: „Der Dorfsjing'". Drama in vier Akten von Leon Kob rin.) In seinen besten Werken, insbesondere in der^ausge» zeühntrn Er'Lhlung „Das Kolaer GLßchen", schildert Schalom Asch jene Juden auS de« Landstrichen zwischen Großpolchj und Masovien, denen man wahrlich nicht erst das „Muske^ 'judentum" beibringen muß. Rauh« Gesellen, die — wie Afch sagt — „mehr Sinn für Feld und. Garten als für Schul' und Mikweh haben/'' Allfabbötlich wandern sie acks. dev Dörfern und Gehöften ins benachbarte Städtchen^ in best jüdischen Verein ded best (Fischer, Fleischer, Fuhrleute)- um zu beten. In diesem Mlieu verbauerter Juden spielt dasD'rams Kobrins. Er stellt einen breitschultrigen, .viecschrStigerr silbischen^ Fischerburschen in einert Konflikt, an dem der guft einfältige Junge zerbricht. Der Väter ist um die Jttdifchkeil des Sohnes besorgt, von dem er weiß, daß er emit einer Jauerndirne, Nataschahält und verlobt ihn am Sterbe« bette mit NüchemS Tochter Chajle. Sein gesundes Empfinde» zieht aber den Burschen zu der schönen Natafcha, er schiebt die Hochzeit immer wieder hinaus, wird ober seines Ztebes« glÄcheS mit der blonder Dorfschönen nicht froh, weil er — eine Art neuer ostjüdischer Hamletfigur -7immer wieder b** Geist seines Vaters zu sehen vermeint, der ihn au die über-« nommene Pflicht erinnert. Ein alter Eiferer unter den Dorß suden weiß ihm überdies solche Angst vor der Strafe, ,,»' jener Welt" einzujagen, daß er Natafcha, welche Mutterfreuden entgegensieht, von sich stößt und die Hochzeit mit - Chajle festsetzen läßt. Aber unmittelbar vor der Trauungö- Zeremonie erhängt er sich. In vier unendlich lange» Mtcir, die fast durchaus von Stimmnngsmalrrei ausgefüllt werden, wird diese Handlung im Schneckentempo abgehaspelt und leidet übrigens vom ersten Auftakt an dem Gebrechen, bdtf bk Bauerndirne bildschön und von frischen Sinnen ist, dss jüdische Mädchen aber ein ausgesprochener Dorftrottek, s« daß man' gar nicht in die Lage, kommt,, den Zwiespalt, in den der arme Judenjunge gerät, tragisch zu finden, sondern ihn nur bedauert. Einige Szenen, wie die Äerlobuna iw ersten Akt und der Dorftanz im zweite«, find dem Dvchter dieser krampfhaft dramatisierten Novelle recht gut gelllngetL Die Spielleitnug tat nichts dazu,. um den peinlich langen Weg durch vier Handlungslose Akte zu verkürze«, je sie ließ die Akteure der jüdischen Bühne gewähren, di« sich bekanntlich im stumme» Spiel besonders wohl fühle» und itt den Text ganze Pantomime» einlegen. Ko.n des