Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 329 (21.12.1919)
- Date
- 1919-12-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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/ Seite 2 Mm, Sonntag Wiener Vtorgcnjetnraf 21. Dezember 1919 nt ckv Eöu:^tfBama»^a-jt'tta;3iia»»«ato*<o sfa o S * IIQAR Sitten PA Pf £Rg » ZIGARETTENHÜLSEN Sie öt'-vr,fpeffen reibst « ■die hör ten Epwtepfur.g«« & rfa$ Rauchens. S . . .... -• .1 57.1 errichtet werde. Von großer moralischer Bedeutung war unsere Unterredung mit - Tardien betreffend den Wiederaufbau FrÄtst ttichS. Redner wendet sicü gegen bi*-. Auslassungen der Menrr Pr-sfr, nd wi'e irn Hunger-. groß! die Unzufrieden heu irn Auslände säen, un£ beliciiun schrciven.- Da fn größte Zur.ti.lh öö-ren wir auf, sckließt der Kanzler, mit hem ewigeu Raunzen. Älailben wir'an uns selbst, dann.wird di« Welt auch Ltt'üns glauheu, «nd ünS Helsen! (Lebhafter JeisaU.) Dstr Debatte. . j, Abgeordneter Tr. Schöndauer erklärt, fachlich sei tvenig durch die Biitprvzession erreicht worden. Bon l*ts . Freude deZ Herrn'Dr. Nenner über CSientencf^ut haben wir mchts. Dank Cleinenre.nl müssen die Wiener zu Weihnachten hungern. Dr. Renner hat aber das Gegenteil erellärt, und das sei ein grober Undank an Deutschland. Redner körnte unmöglich glauben, daß Dr. Renner diese» Undank, an .Deutschland den srcrnZöftsck'en Jourrralisten gegenüber ausgesprochen hat. Man müßte versuchen, den Kredit der österreichischen Banken im Auslande zugunsten des für . den Ausbau der Wasserkräfte nötigen Kapitals arrsznnützen. Die Un* ^lfriedenheit des Kanzlers mit Dr. Karpelrs und Dvl.ror Zunder sei eins innere Slngelegenh.'it, die nichts mit der Auswärtigen Politik -,n tun habe. Seine Partei sei für rin dreimonatliches Budgetprsvisorium. Wenn alle 'untreu .werden, so bleibe seine Partei treu bei Deutschland. (Verfall.) Staatskanzler Dr. Renner erklärt, daß das Interview in der »Mbertö" oie von Dr. Schönbauer zitierten Worte nicht enthalten habe.. Auch er'glaube, daß schließlich die Nationale Kraft die augenblicklichen politifcheu Macht- Verhältnisse überwinden werde. Vorläufig, müsse man realpolitisch denken. . ^Abgeordnete Popp verteidigt die Politik der Republik des ersten Jahres »nü ver.veist auf die Ndt des Volkes während des Krieges. Nach dem Schlußwort des Brrichlerstttiters wird' das sechsmonatige Budcieiprovisorium a n ge u o nr men.' Die nächste Sitzung dürfte am' 14. Jänner stattfinden, die nächste Ausschußsitzung am 7. Jänner. Präsident Seitz. erklärt, die Not des Volkes lasse beine Feüesstimmung aufkornmen. Er gebe, ter Hoffnung Ausdruck, daß das.neue Jahr eine neue Aera der Freude und Befreiung aus der bitte reu Qrrcft bedeuten s^rbe. . Hierauf wurde ^die Sitzung geschlossen.' Ostenropa stammenden Inden förmlich aufrüttelte. Ihm verdanken auch manche wichtige Institutionen und Gründungen ihr Entstehen oder ihre Ausgestaltung. Schon im Zustande seines körperlichen Verfalles, trat er an die Spitze btt Delogationen de» Jüdische« Nätioucklrates für Ostgalizien, als er di«' Notwendigkeit erkannte, einerseits der durch die politische fLage i« Lande von der Außenwelt abgeschnittenen Judenheit Galiziens ein Vollzugsorgan im Westen zu schaffen ynd andererseits die Inter» essender hrer lebepde» Juden aus dem Osten mit Nachdruck zu vertreteu. Moirate hindurch, oft vo.u Krankheit ge-- quält,. widmete er dieser Institution erhöhte " Jrrteresse und nahmr an ihren Aktionen regen-Anteil. Obgleich seit Jahren fern von Galizien, kDW „ec noch immer seine große Popularität tu den,,/st«rs«rjb?t gatizischep, Judenheits die in ihn: ihren Führer pnd .Berater verehrte. ' In wenigen sagest treten die gÄizischen Zionisten in Lemberg zu ihrer* Jahreskonferenz; zusammen.. Es wird ftzr sie eine schmerzliche Aufgabe sein-- sich dackit abfinden zu müssen, daß Adolf Stand, ihr Führer wahrend eines Pkerrschenalters, nicht mehr leb! üud daß ihr »oeiser Rat für immer fehlen wirb, i' , 'um die zionistische Organisation, deren. Tätigkeit er mit stets wacher und lebendiger Anteilnahme beobachtete. * Die Beisetzung bei töten Führeks findet m 6 c effe # ' Montag 'um 10 Uhr 80 Äittuten auf dem Zentralfried^ drittes Tor, statt. Dort versammeln' sich umhalb 1v Uhr die Zionisten, um dem Verblichenen das letzte Geleite. geben. :v " Der.„HchwSlLä'M" rn Wien si'rbr.t all« Mitglied«--«^, kmperalrv an dfm Lftchenbkdätttzuiö Adolf StqNdS teiltzmchm«» GamMelptmkt: Jssdifcher N-sldmalrat, H, Dabsrstraße 90^ 7*9 Ufcr Ado!f Stsr?ikds .zioyriiiEcheS' Wirken. Der Name Adolf S-tand ist mit der gesamten jungjüdischen und fprzioll' mit der zionistischen Bewegung von ihrem Beginne an so' innig verwachsen, daß ihn einzelne Gruppen oder Teile schwer für sich reklamieren könsten. Und dennoch war Stand der markanteste,- ja der Führer de«, galizischen Judentums, das er nicht nur nach außen repräsentierte, das er auch geistig besinflußte und formte., Das galizische Judentum — heute ein überaus wertvoller Teil der osteuropäischen Judenheit — was war cfc zu Beginn der Nennzigerjahre des vorigen Jahrhunderts anders als eine lose und kulturlose Masse? Infolge ihres kulturellen Tiefstandes, der durch die jeweiligen Machthaber im Lande im Verein mit den politischen. Schacherern aits dem jüdischen' hager noch gefordert wurde, waren die galizischen Juden am politischen Leben überhaupt nicht oder nur als blinde Werkzeuge Seierligi und von vorneherein zur völligen Sterilität verurteilt. Erst das Auftreten einer kleinen , Gruppe der .„Jungen", in der Adolf Stand bald die Führung "errang, schaffte allmählich Wandel. Noch vor Herzl wirkte diese kleine Schar im galizischen Judentum revolutionär, indem sie die -neuartigen Gedanken des jüdischen Nationalismus, das Bekenntnis der Einheit des jüdischen Volkes über alle äußeren Grenzen hinweg, ins Volk trug., Ihr stärkster Wortführer war Adolf Stand. Nicht nur als glänzender und wirkungsboÜler Redner, auch als feiner und geistreicher Publizist-trat sstand bald an den ihm gebührenden Platz. , Der moderne Zionismus, dem sich ^tand vom ersten Mortente anschloß. gab ihm . neue Impulse. Sein Ideal,. das ti lange vorher in seiner Brust trug, ^erhielt nun konkrete Form. Stand kämpfte für dieses Mal und arbeitete an der Ausgestaltung -seiner Lorm, der zionistischen Organisation, stets in vorderster Reihe, führend.; Der Zionismus entwickelte sich. Es kam die Phase der Gegenwcirtsarbeit und der innerpolitische« Betätigung. Diese Arbeit fand ihren Führer in Adolf Stand. Denn von de« Eigenschaften Adolf Stands eine herausgegriffen und besonders -unterstrichen zu werden verdient, so ist es vor allem das hohe Maß an Verantwortungsgefühl, daS der Verstorbene stets bekundete. In seiner ganzen politisch-zionistischen wie in seiner öffentlichen Tätigkeit überhaupt, hat er niemals die. schweren Aufgaben aus dem Llnge verloren,-die ihm als Führer und Repräsentant deS jüdischen Volkes oblagen. Ein kristallteiner Charakter sondergleichen, lieh er fich nie zu persönlicher Eitelkeit verleiten und handelte überall lediglich im Interesse und zum Wöhle seines Volkes, selbstlos und mit der größten Aufopferung.; / ■ j , War feine vierjährige parlamentarische Tätigkeit eine Glanzprobe seiner Qeistungeit als Volksvertreter, fv war feine Wirksamkeit in den KriegSjahren und in der ersten Zeit näch dem Zusammenbruche der Monarchie eine Glanzprobe sei per Aufopferung im Dienste deS Judentums. Selbst von derp Ktiege schwer betroffen, entwickelte Stand in diesen 6 KciegSjahren in;2öten, seinem unfreiwilligen neuen Wohnsitze, eine rege organisatorische- und propagandistische Tätigkeit, die» wen» .picht die aesamte Wiener Judenheit, so wenigstens die «ui . Ac-ott.Grälch. nnndr, ta Lrmdrrg am rit Mast tvist als Sohu c mZ angefthcnftt Psstgelß gehonn. ,Er flud eUe in Lemberg am Gynrnasinm und an der NmvpsuLt und schloß sich bereits asS Ätnd-i-nt der zionistifch-m Dnoegüng an. Er war einer der De-- giKr-der'-deS Äfftit .zionistüchen Vereines^ i« Lernbetg und Möcre. -n der, Legrrsiertstvu und cifripsten Bropagatoren drr zionistischen . Id«.tzoch'.'yor--W'-OiWrn.Theodor Hmls/'' \ Äcjch''fcfjii .Mscheinrn des .JuornstaaftS" gehörte dir Ichgii ^.. "za' denen. welche den neuen Führer, des ZomömuS enthttsiastisch begrüßten nutz sich chm anschloss-'N. Er stand bald in Korrripo,lden; mst'.Herz! tnb nahm bereits am irsim Kongreß in, Dastl 1897 altz Dekegiertet teil'. Sftkdem war er 5c'i allen Kvnoressen und erkarrgt« b,-r!d eme fishretcheMkellnttg in der galivMm Lntzdcsorganisakron. rn der erM durch ftinx hin'grbüng-Volle A'beit nnd ferne rednerische Degadttng grofre Verdlenste erwarb. Stand war eister der beste« Lonistr'cheu WtakivnSrebner und. wurde in Galiz en bald einex der vovttlä.sien Männer-, der eZ verstand. di< Massen nistzmeißrn, brr nicht nur Bege'.fterrmg lllr die von ihm pc^retche Jdce weckte, sondern auch persönlich' die wärmsten Shrrw.fth-m erwarb. Seiner Tätigseit war es zrrm großen Air! zu danten. baß di«HbrschÄ Massen Ocrki',ienS ans ihrer polnischen Apalhie aulgörüttekt wurden und .das Schmachvolle der n/lllenkosen Alümilatron, dre sie Hm Instrument der politischen Wrllkzir der polnischen Mnckthabe' wachte, erlannteu. Stand weck« m ihnen daS GriW für Aisi-be und Ehre und kämpfe «rsolgreich gegen die von den Polen grforderte posrrrsche Korruption. Dre. galizischr ,sionrssftche Lauseslmrtei batte inrwrschen -längst ringeschert, dH sie, auch, in die innere Politik tätig rrn- Sreiim tnüsse^ da'sonst' Hr Zionismus' eine LebmSferne nnd rru wirkliche Ayüklegcnhert bliebe. Bei der nach dem Tode des Ah.- geordneten Dr. Byk;m Jahre im Wahlkreis Zloczow durch-- gcfUhrtm Ergächrmgiwahl" in den NstchSrat hat. Adolf Stand .-»m c-r-strn Male sanvrdmt. »st aber gegen seinen Gegrnkmidldaten Dr. Gold infolge der brkärrnten galizischen Wahlprtcktiken nnter- Brr den erste» aus Gr und dcs astgenüinrtt 2?ah!rrch1es durchgeführftn Rerchömtswahlrn inr Jahre' 1967 ist er im Vahlkreis' B'.-ody in der Slickivahl gegen seinen Gegenkandl^-arch, den polnischen. Afrimilanten, Dr. Simon Dollerner, Mit gegen SSW SS'nimcrs durchgedrunarn. Im osterreichrsckn, Pmlamen/ war' er ernes der längsten Mitglieder deS jüdischen Klubs und har wiederholt m die Debatten erngegrissrn. In leb' Halter Erimururrg sind noch feine großen Reden in der Bnbg-etdebatte. in'denen er.;»rm erstenmal vor euer derart,gen Dersammkrmg die tzan?« Inderssrage in ihren hrstorischen, politischen und brl'rrrellen Unsshmnunhirngen anfiolst^ Diese Reden haben rm Parlament großen E ndruck gemacht mrd sind auch ,m ArrS* land febr beachtet worden. S'er den Wahlen im Jahre!Sl3 wurde Stand urchk wwber gewählt, da der polnische Terror mit allen Mitteln drr Gewalt die Wahl mwi jüdischnationalen Ab^ grvrdrrrten verhinderte. In der üon>stckch?tt Oi ganisar on war Stand irrt der Telung der östrrre chsichen VmidrSparter t» eine westösterrrichi'-ch' nnd gal'üsche Priisidrnt des galipschrn Zrntraltomit es 'md Vo sitzender der gasizsschen Landsmannschaft auf dm Ki rr r n u. Er gehörte auch dem großen AkttonSkom.'.ce d« z önlstsi-ch'-.r WeltorgantMt en an. Nach KrirßsauSbrnch kam Stand als Flüchtling nach Wren nnd lebte seitdem hier, (ft wurde -rum Präsidenten des Exekutiv* komrtces der Zionisten Oesterre'chS gewählt» das die gemeinsamen Grschäftr d« westösirrrrichrschen und galizischen Zronrflen während deS Krieges führte. In Wien, hat Stanil wiederholt m zionisti'chen Ber'stmmlungen gesprochen. Er hät auch an der politischen Tätigkeit zugunsten der Juden führenden Anteil genommen und ebenso, in der ^iüchll'ngssürsorge mitaearbeitrt. Stand war von weitgehendstem Entflegcntommen vnd jedem per sonl'chen Ansuchen ,«» gänolrch. stets hrlfsdereit und^selbstlos, nur der Sache deS jüdischen BolkeS dien'nd. Sein rntetzrer Charakter vnd ferne persönliche Lauterkeit sicherten rhm die Verehrung seiner politischen Freunde und er zwang auch seine polruschen Gegner zur Achtung. Stand rst auch publizistisch und literarisch tätig gewesen. Er gehörte ru dm Begründern des ^Jüdischen Tagblattes" in Lemberg und bar sowohl bei diesem, alauch bei zahlreichere undtren zionistischen Zeitungen und Zcttschrüten m tgearbeitet. Als c'ncr der ältesten Zionisten Oesterreichs hat er mit Vorliebe ans dem reichen Born ferner Erfahrungen und Erinnernngru interessante Nnislheiien mrtgrteil:. BttdgeLdebatre ttt der tschechischen NationaLvtrsamwlnVs. Der-gestern verstorbene Ädolf Stand war vor fünf Monaten von einem Herzleiden, das ihn schon lange gequält halle, derart angegriffen worden, daß er ein hiesiges Sarra» turium aufsuchen mußte, das er nicht mehr verlassen sollte. Trotz seiner Krarüheit verließ ihn jedoch niemals die Sorge Dis Bsft'tzung deS Lev-fchützer Gehleres.^ — .D«ss Wnarz-'Msniftrr. über di« tfchethische Balnts und * ' KinnnzpoliLiL. j/ - GMW^SEDLMVee.'-Gtlvat.)' tzm Laust dsr BudtzM irekiattp in Natjonalversamnrlung richteten die Abgeordnete« R y'p'LHMl a d'ky, Z 'tjktz, und Genoss.-n a« den Ministes präs"Ld«ft'teti.elfte bclttjsllcö< ^n|tQöe, in welcher sie andie nngMärtp Mge dev tschechnchen Bevölkerung in Prcntzrfch- Sch'e>« hintveisen, die 'r^n'üchri.z auf die Ve^tzung wenigstens des kleinen' Leo b f ch ü » e i Läudcheris wartet, das der »LschE'-Älswakei durch M -FriedenSvertrag zugesagt wurde. Alle /Borbereitungen: ztzr «ffrziellen Besetzung find in Tr.vppau bereits getroffen», mit der Durchführung wrrd aber immer noch gezögert, obzwar die Deutschen dieses Gebt« vfsenstchtlich wirtschaftlich Minieren.- Unter der BevRkenu,- werden Gerücht« aüSgestreut, daß-dieser Tilge eine preußisch« Delegation in Prag über die Abtreümg des der Tscheche? Slowakei zugesagten .Oebletes von Preußtsch-Schlesien «t, Deutschland gegen eine G« ldEntschädigung verhandelt, Di« Fragesteller verlangen Aufklärung, ob die Verhandlungen einer pretztzischea Delegatüm in'Prag auk. Richtigkeit beruhe«.: In Beantwortung dieser Interpellation führt Ministerpräsident Tüsae aus» daß von irgendtvelchett 'Verhandlungen tzck'r. keine Rede sein könü e. fts sei richtig, baß bei ihm eine Drpu tatt.on der Mvölketuttg.aus detn Gebiete»- daN nach dem. Fpiedertsvertrag abgetreten. »verden soll, mit de« Land rat von Ratibor qn der Spitze, vorgesprochen hatte, und an ihn die Aufforderung richtete, die tschechische fß&' gterüng möge mit Deutschland Verhandlungen über, die Rekt t fikatio >i der GreMz«n-beginnen. Dabei spräche« sie die. Hoffnung aus,, daß vielleicht gewisse Teile dlestL Gebietes bei Deutschland verbleiben könnten und daß das«? Deutschland andere Gebiete -abtreten könnte. ,Lsch, lehnte/' fährt der Ministerpräsident fort, „jegliche Verhandlungen in diesem Sürrre ab (Zurufe: Sehr gulk), indem ich darauf hinwies, .daß wir zu herartigen Derhandlunge« garnüht kompetent sind. ES versteht sich-von selbst, da« ich mit dieser Deputation unserer neuen Staatsbürgers freundlich sprach, und ich karm nichts dafür, wenn daranh irgendwelche Folgen gezogen werden. Wenn sie Mit irgend» einem Ant>-a>g gekommen wären, daß wir für Geld unfeM Ansprüche aufgeben sollen, hätte ich sie gewiß mit dem größteir Nachdruck zurückgewiesen. Ich konstatiere aber,'dich rein derartiger Antrag vopgebracht wurde." Abgeoroneter Sladky: soll die Rede von z«s Milliard«» gewesen sein." Ministerpräsident Tusa r: .„Davon würbe Überhaupt nicht gesprochen. Was dst weitere Anfrage anlangt^ üntekf welchen U.nständen es zur Besetzung von Preußisch.. S ch l < s i e u kommen wird, bitte ich zur KermtniS zu nehmen« daß durch die Richtrati-fit ation deS Friedens» Vertrages seitens Amerika sich dessen Eie» füllung -hinausgezogen hat; auch wir müsst» warten, bis der Friedensvectrag tatsächlich rechtsgültig in# Leben tritt. Wir, werden untersuchen lassen, wie weÜ dst Nachrichten über eine Verwüstung jener Gebiete richtig find und wir werden eventuell Schadenersatz verlangen. Wir haben bereits die Berliner Regierung aufmerksam gemacht daß es unzulässig ist, uns da3 betreffende Gebiet in eins« verwüsteten Zustande zu übergeben. (Lebhafter Beifalls Die Gerüchte von Verwüstungen des Hultsch tner LÜnd« chen s sind vollkommen unzutreffend. . Das Gebiet besinöet sich — wie die dahin entsandten tschechischen Beamten fest. stellten —> in vollster Ordnung; eS gehört zu den best» verwalteten Preußens." (Beifalls , Nach dem Ministerpräsidenten hielt der neue Mnawp minister Sonn tag sein ExposS. Das er Über die Gn»nd( lagen des Budgets sagte, verdiente auch in Wien gehört z» »verden,' wo man immer vergißt, daß sich ein Budget auf Arbeit stützen muß. „Es ist," fa'gte Herr Sonntag, „«i» Irrtum, zu glauben, daß das Budget durch'direkttz oder indirekte Steuern gedeckt werden könuche Dazu reichen tveder die direkten »roch die indirekten Steuer» aus, sondern wir müssen erst die Grundlagen f$« ein«.B esserungder wirtschaftlichen Si tnatio/ schaffen. Ich kann mit Befriedigung, sagen, daß wir langsam aber sicher aus der Negation zum PosittvismuS kommen» zuck Verständnis für die Idee des Staates. Der Ministegab sodann eine Uebersicht über die wirtschaftliche LagÜ einzelner Industrien und besprach unter anderem auch t& Borwürfe gegen die billig« Zuckerlieferung^nach. Frankreich. Er erklärte, man müsst sich hier vor Äugep halten, wai die Repüblik Frankreich zu verdanke» habe unk nl«n dürfe daher nicht alles' vom rein wirtschaftlichen Staudt punkte betrachten, sondern müsse auch aus die politischeßs Verhältnisse Rücksicht nehmen. Was die irrebrtge Valuta der tschechische^ Krone im Ausland an langt, so kann ich nur fovia sagen, daß «§ fich hier um etwas absolut Unberechtigtes und Unbegründetes handelt. Unsere Deviseuzentrale hatt» leine gesetzliche Unterlage und wurde aus diesem Grund« aufgehoben. DaS Bankamt soll jetzt den Uebergang zu» Friedenswirtschaft vorbereiten. Das Ausland wird gaw' anders auf nnS blicken, tvenn wir unser« selbständige Zettel, bank haben »verden. Ich bin der Ansicht, daß man> t»U Sicherheit der Banknote viel besser durch daS Statut eiires Aktienbank begründen kann, als in einer Staatsbank Das, Sinken des Staatskredites hat Einfluß auch auf oft Banknoten, wogegen eine Aktienbank in kritischen Zekteis den Kredit stützen kann. Die Regierung wird daher schv»l in der JänneEession einen Antrag auf Errichtung e i n e r Z e t te l b a n k vorlegen. Weiters wird es notwendiz' sein, zur Bereinigung unserer Landesgeldinstitute zu^ schreitest wofür Gründe der wirtsckiaftlichen und finanziellen Einl»etz spreche». Desgleichen wird der Gesetzentwurf über Hst Be», mögenSabgabe ,unb *Me ZuwychSstenet vötcjestlp »verben. Die B«r»nSgensabgab« »nutz ausgstbtg fein uüd bm Staat« alles -inttagen, wessen er bedarf. Sst muß <h\ auch der Forderung der modernen Steuer entsprechen t- «in« ütttbt* Steuer Win. ES ist ein BostuL^/ » mWSSBS^^- uih 'mnnTiiimiii ■t rmssr^ <