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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-19 · Heft 327 (19.12.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 327 (19.12.1919)
Date
1919-12-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 827 Wien. Freitag r-,.— mi>—;— . Fortgesetzte Gewaltakte in Ungarn. „Temps" macht ^in einem Budapester Telegramm bstrauf aufmerksam, daß nach verläßlichen Meldungen »us allen Teilen der nicht besetzten ungarischen Gebiete , überall im Lande fortgesetzt Gewaltakte begangen werden. Auch an Budapest dauern die politischen Veryaf- Kmgerr unausgesetzt fort. Auf dev anderen Seide verweigern die Admin'.strativbehörden in der Provinz dre Durchführung der Aufträge der Budapest« Regierung und jeder Regierungskommissär arbeitet gewissermaßen ruf eigene Faust. Durch diese Tatsachen werde das Vertrauen in Admiral Hort Hy, der die Aufrechterhaltüng der Ordnung im Lande verbürgt hat, erschüttert und pie Schwierigkeiten der Budapester Regierung toerUtt täglich größer. ■ . - DekMinorltätenschutzin^rumLnlschen Friedensvertrag. Zürich, 18. Dezember. (Privat.) Der Friedensvertrag mit Rumänien en hält, analoge Bestimmungen Über den Mi noritäteils chutz, wie sie im Vertrag mit Tschecho-Slowakien und Jugoslawien ausgenommen Warden'sind, jedoch un^er Hinzusügvnst einer Klausel, welche allen in Rumänien lebenden IÜ de n automatischdas rumänische Bürg« rrecht garantiert. Dir Rumänen haben sich lange gesträubt, den Fri-edenSvertrag zu unterfertigen uno haben stets daraus hingejxiesen, daß die Bestimmungen über den Minoritätenschutz einen Eingriff in ihre Souveränität bedeuten. Schließlich, sahen sie sich aber zur Unterschrift genötigt. Die Rumänen haben jedoch,'wie es scheint, das eiwr durchgesetzt, daß die von Polen aufge? nomwenen Bestimmungen in ihrem Vertrage fehlen- Einen Erfolg für die jüdische Sache bedeutet die Klausel, welch« sämtlichen im Lande lebenden Juden automatisch das Bürgerrecht zuerkennt, wodurch. sie von den Schikanen der rumÄnischrn Verwaltungsbehörden befreit werden, die bekanütlich . auf diesem Gebiete große Talente entwickeln.- AuS dem Texte unseres Telegramms geht Übrigens nicht hervor, ob die Klausel eineitJ integrierenden Bestandteil des Vertrages bildet- So langenicht der genau Text des rumänischen Friedensvertrages vorliegt, muß man mit dem Urteit Kurückhalten- Das tschechische Budget. Prag, 18. Dezember. (Privat.) - Wie bereits kurz ge-, Meldet, hat der tschechische Finanzminister der Nationalversammlung bas Bubgetprovisorkum für die Zeit bis L9. Februar 1920 sowie das ordentlich« Budget vorgelegt. Darnach: werden alle staatlichen Ausgaben für das Jahr 1920 mit dern Betrage von 10.116,175.920 Kxonen festgesetzt» ^hiechsn entsagen Mf di: ordentlichen Ausgaben 4926,691.823 . Kronur und auf dis außerordentlichen 5489,484.097 Kranen. Zur Bedeckungder staatlichen Ausgaben werden die Staatsemnahmen im Betrage von 7750,770.793 Kronen festgesetzt; von . diesen entfallen auf die.. ordentlichen Einnahmen 5323,582:361 Kronen und auf die außerordentlichen Einnahmen 2437,188.418 Kronen. DgS durch dies« Einnahmen ungedeckt« StaatsersorberniS wird durch, den Ertrag von Kreditoperatio« e n gedeckt, Die Regierung wird ermächtigt, Beträge für alle ourch di« Staatseinnahmen nicht ■ gedeckten Staatsausgaben bis zu, einem Betrage Hon 2666,000.000 Kronen durch Kreditoperationen zu beschaffen. Bqi dem Kapitel Staatsschulden der tschecho-slowakischen Republik betragen die ordentlichen Ausgaben 171,300.000 Kronen, die außerordentlichen 986,711.468 Kronen, demnach.' im ganzen 1158,011.468 Kronen. s Beim Vergleich des Budgets für dqS Jahr 1920 mit dem Gesamtbudget für ISIS erscheine» für daS Jahr 1920! die ordentlichen Erfordernisse um 31^6,868.104 Kronen größer, die außerordentlichen Erfordernisse um 616,987.976 •? Kronau geringer, das Gesamterforbernis um 1800,830.128 Galulhverueinung. / IakobKlatzkins ».Problemedes «oder««« Judentums", Als die zionistische Bewegung vor 26 Jahren in den, , westltckM Ländern einsetzte, ging sie von der Ueberzengung dus, daß däS jüdische Volk im Galuth rettungslos dem Uptergang geweiht sei. DaS zynische Wort PobjedonoSzews, ^nem würde «in Drittel der russische» Juden totschlagen, ein zweites Drittel verhungert, lassen und das letzte' Drittel ' zur Auswanderung zwingen,< wurde als typisch nicht nur für daS russisch^ sondern für. daS gesamte, Judentum im Galuth betrachtet. Parallel, mit diesem GalvthuihtliSmuS ging ein Palästina-Illusionismus, welcher zu dem Glauben verführte, baß daS dyrch einen „Charter" zu erhaltende Palästina die Gesamtmassen^ -eS jüdischen BolkeS in kürzester Zeit absorbieren und so die Judenfrage restlos löse» würde. Nach beiden Richtungen hin hat der Zionismus umgelernt. Rebe» der revolutionären Einstellung, welche auf anorganische Geschichtsentwicklung drängte, verlangte mehr und Mehr die «volutiouiftische Erkenntnis ihr Recht und genau so wie man allmählich begreif» lernte, daß man Palästina nur schrittweise erhalten , und daß vor . ällem Palästina immer stur einen Bruchteil des jüdischen Volkes, nicht aber seine Gesamtheit in sich aufnehmen könnte, genau fo feegonw man auch allmählich «inzusthen, daß eS mit der Theorie vom sterbenden Galuth doch wohl nicht zum besten bestellt war. Heute ist diese zionistische Berelendungstheories genau so wir im Sozialismus, überwunden. Dort wie hier hat der ungeheure Druck Gegendruck ausgelöst und so wie die Dröhnenden Arbeiterbatatklone" die Kurve des Proletariats nach aufwärts zu biegen vermochten, so haben' sich auch im jüdischen Bott gewaltige Kräfte der Verteidigung entwickelt. Hter das letzte Jahrzehnt im Zusammenhang überschaut, muß erkennen, daß dajüdisch^ Voll in dieser Zeit an Kraft und Stärke un-rheüer gewonnen hüt. AuS einem passiven, hilf- und rechtlosen Objekt hat eS sich zu einem */üto**i uuh KÄiiHrt Sttrfiiiä als «aber Kalter in. die voliti- . Wiener MopgenzettmiA Kronen größer. Dia ordentlich« Bedeckung ist um 2709,914.659 Kronen, dis außerordentliche Bedeckung um 1381,101.414 Kronen, die Gesqmtbedeckung um 4041,016.273 Kronen größer. Der daraus resultierende ordentliche lieber« schuß ist um 293,046.755 Kronen größer, daS außerordentliche- Defizit um 1847,139.390 Kronen geringer, das Gesamtdesizit um 2214,186.145 Kronen geringer. Im großen und ganzen sieht der Voranschlag so ouS, wie der aller militaristischer Staaten. Der Staatsschulbenbienst erfordert über, eine Milliarde', die Armee fast «ine -Milliarde.' Für Untrrrichtszwecke hat die Finanzverwaltung , 11ß Millionen Kronen ührig. Prag, 18. Dezencher. lPrivat.^ - Die NationalversammÜmg Hai dm Nachtrag zum StaaiSvoranschlag für das Jabr 1919 mit allen g eg rn die S tim men der N a di onaldem okr a I e .i und der B o lkS v a r t e i angenommen. Ebenso wurde der Gesetzentwurf über daS Budgetprovisorium für. die Zeit vom 1. Jänner bis SS. Februar 1920 in erster und zweiter Lesung angenommen. '• Telegramme. Die Verhandkmqen mit den Deutschen in Paris. Paris, 18. Dezember. (Funkspruch.) Die Sonder« Verhandlungen mit den deutschen Delegierten wurden gestern und heute fortgesetzt, ohne zu einem Ende zu gelange«. Der« schiedene Vorschläge und Gegenvorschläge wurden geprüft, von den 400.000 Tonnen an Docks, Schleppern und anderen Hafeneinrichtungen erklären die Deutschen, nur die Hälfte liefet» zu können. Dies ist jedoch nicht die einzige Schwierig* feit. Die sechs leichten Kreuzer werden laut Aussage der deutschen Abordnuirg zur Bewachung der eigenen Küste benötigt/an ihrer, Stelle wurde die Ablieferung der zur Zeit de» Waffenstillstände» in Bau gewesenen großen Kriegsschiffe vorgeschlagen, was jedoch nicht angenommen werden kann, da diese Schiffe kaut Waffenstillstandsvertrag zerstört werden müssen, daher feinen Tauschgegenstand bilden können. Die anderen deutschen Anbote auf Ersatz für daS Hafenmaterial beziehen sich auf Erzeugnisse deutscher Fabriken. Sie sind jedoch ungenügend der Menge nach und können anch deshalb nicht angenommen werden, weil dadurch die deutschen Fabriken belastet und die Enischädigungsarbeiten, die sie kaut Friedensvertrag auszuführen haben werden, beeinträchtigt werden tbürden. Die Besprechungen können jedoch nicht mehr von langer Dauer , sein und eine Erledigung in der einen oder anderen Form wird in kürzester Zeit geschaffen fein. u Amerikanischer Kredit für Europa. Paris» 18 Deumbw. (Funkipruch > Aus Washington wird gemrlder, Hatz der Senat den Vorschlägen der Wnanzmänner, Europa «nrn K r e d i t zu eröffnen, seine Zustimmung erteilt tzade. f Die neue englische tzandelsslotte. London, 18. Dezember. (Funkspruch.) Der Parlamentssekretär des Schiffährtamtes, Leslie Wilson, hat gestern lm Unterhause mitgeteilt, daß 675 Handelsschiffe mit 3,196.100 Tonnen für britische Rechnung in oen Werften Großbritanniens im Bau find. Für fremde Rechnung seren überdies 209 Schiffe mit 878.000 Tonnen im Bau. ' Ztattenische Kammer. Rom, 18. Dezember. (Stesani.) Die Kammer setzte die Diskussion über das Budgetzwölftel fort. Abgeordneter Giuffrido, hob die Vorteile internationaler Übereinkommen in der Krirsfrage hervor und verlangte von der Regierung die Ausdehnung der mit den Alliierten geschloffenen Abkommen Über die Lieferung von Kohle und Getreide auch auf andere Warengaltungen. ) scheu Geschehnisse eingreifenden Volksorganismus gewandelt. Heatr zeigt «S sich, daß auch derjenige Teil des jüdischen Bolk-rS, der für Palästina nicht in Frage kommt, keineswegs gewillt ist, auf feine nationale Sicherung zu verzichte«. Der Zionismus aber, der einstmals glaubte, in feinem Palästinaprogramm die nationalen Energien des Hesamtholkes zu vereine«,. sieht sich heute genötigt, soferue er nicht nur «inen Bruchteil, sondern das ganze Bott vertrete« will, durch Einbeziehung des GaluthpragrammS sich zu «weitern. So. drängte die Entwicklung, wie es schien, zu einer^ allmählichen, aber konsequenten Ueberwindung deS GaluthnihiltSmutz im ZioüiSmuS. Wenn nun Klatzkin in seinem Buch „Probleme des modernen Judentums) den Versuch unternimmt, di« Theorie vom sterbenden Galuth neuerdings aufznstellen,, so hat man zunächst die yefürchtimg, daß dieses Buch Überholt sein müsse, bevor «S erschien — etwa so, wie es mit dem Buche von ZollschaN „Revision des Nationalismus" tatsächlich der Fall gewesen ist. Der Umstand aber, baß diese Theorie hier Mit meistev- Hafter Klarheit und Konsequenz tu einer Weise fundiert würde, wie sie eS in>ihreu besten Zeiten sich nicht träumen ließ, hebt das Buch aus den Meinungen der TageSläinpse empor und p^rpflichtet zu einer Stellungnahme, dt« zwar nicht mehr prinzipiell zu sein braucht, die aber der Bedeutung des unternommenen Versuches gerecht wird. u «; , ’ Wenn vorhin an den Buche die Konsequenz gerühmt würbe, so mutz andererseits gesagt werben, daß .diese nicht mit Geradlinttzkeit verwechselt werbt» darf. Denn geradlinig ist das Buch nicht. Es hat deutlich erlernbar in der Mitte einen Bruch, einen Gedankensprung, einen gedankliche« Fehler, wie uns scheint, und nur wen» man diese» hinntmmt, wird man auch die weitere Fortführung al» konsequent einzuschätzen haben. *1 ttüdiMr Kersgq, Kerltui t9, Dezember ISIS iDeite S Eine französische Anleihe in Amerika. Berlin, 18. 'Dezember. Der „Abend" meldet aus dem Haast, daff nach dort vorliegenden Meldungen zwischen^ Amerika und F r a n k r e i ch ein A bkommen unterzeichnet wurde, wonach Frankreich einen Kredit von 25 Mill ionen D o llai für den Ankauf von Maschinen in Amerika erhält. * Die Rückzahlung erfolgt innerhalb zehn Jahren. Die Anleihe wird durch sünsprozentige Obligationen gesichert. . , Eine japanische Intervention in Sibirien. ' Berlin, 18. Dezember. Die »Deutsche Allge^ meine Seilung* meldet aus Basel, daß der »Chicago Tribüne" zufolge der japanische' Botschafter in einer Besprechung mit dem Staatssekretär Lanfing sich geäußert habe, Japan hätte die Absichh stärke Streit kr äste nach Sibirien zu senden, weil Japan eine Bedrohung seiner Intereffm in der Mongolei, in Korea uno die Mandschurei durch die Rote Armee befürchte. Die sibirische Hölle. Moskau, 18. Dezember. (Funkspruch.) Beim Bormarsch unserer Truppen in Sibirien wurde ein Spital der Koltschakarmee mit 700 erftorenen Verwundeten aufgefunden. Der neue polnische Ministerpräsident Warschau, 18. Dezember. (Privat,) Der »CzasE beschäftigt sich in einem längeren Arttkel mit der Person des neuen Premiers S k u 1 s k i und berichtet darin unter anderem, daß Skülski, verhältnismäßig jung an Jahren, seinem Beruf nach Chemiker und Apotheker ist. Er war eine zeitlang Bürgermeister in Lodz und organisierte dort eine nationaldemökraüsche „Fabrikantenpartei". In der politischen Welt hat er bisher eine unbedeutende Rolle gespielt. Paderewski will die Politik ausgeben. Warschau, 18. Dezember. (Privat.) Padere w s k i wurde von eto Delegation, die vom Ministerrat ansging, oufgefordert, das Amt eines Generalbevollmächtigten Polens bei der Friedenskonferenz zu übernehmen. Er erklärte, es sei ihm unmöglich» diese Stelle anzunehmen. Es scheint, daß sich Paderewski von der Politik gänzlich zurückziehen will. MinorifierungspoMki in Dabrorva. Krakau, 18. Dezember. (Privat.) Die Stadt Dabrotva bei Tarnotv zählt etwa 60 Prozent Juden. Am 4. d. M. beriet der Gemeinderat über «inen vonj polnischer Seite ein geb rächten Antrag, drei umliegende Orte in die Stadt einzugemeinden. Der Antrag be-/ zweckt natürlich, die bisher jüdische Majorität künst-s lich zu verringern, beziehungsweise in eine.Minoritäjs zu verwandeln. Dies wurde auch vom Antragsteller', mitden Worten ist nicht in Ordnung, daß in einerj polinschen Stadt die Juden die Majorität haben", zw° gestanden. i . Als die jüdischen Gemeinberäte durch Stimmier- Mehrheit den Antrag zu Fall brachten, erklärten ihr«- polnischen Kollegen, nicht weiter mit den jüdischen Gei meinderäten arbeiten zu können, einer ihrer Rednrv droht« sogar mit Repressalien gegen die Juden der Stadt. Daher haben alleJuden-— mit Ausnahme des Gemeinderates Holländer -— ihre Mandate! niedergelegt. * i Im ersten Kapitel nimmt Klatzkin einen prächtige« Anlauf: In einer meisterhafte» Durchführung der begriff ltchm Scheidung räumt er mit' jene» Anschauungen auß welche sich immer noch nicht von der Vorstellung frei machen können, daß daS Judentum eine spiritualistische Angelegenheit sei. Die Säkularisierung, di« Verweltlichung des jüdischen BolksbegriffeS kann nicht besset durchgesührt unkt begründet werden, als es dort geschehe» ist. Run ist Klatzkin- und, zweifellos mit Recht, der Ueberzeugung, daß daS Juden« ' tum sich bisher im Galuth nur. dank jener Formen er» batten konnte, welche' eben das spiritualistische, das heißt daS religiöse Judentum besessen hat. Wenn nun diese Art Judentum nicht mehr in der Lag« ist, fottzube stehen und seine Formen bekznbehalten, wird daS übeigblcibende, nämlich daS nunmehr säkularisierte Judentum in der Lage sein, Formen von ähnlicher nationaler Widerstandsfähigkeit schaffen? Klatzkin verneint diese Frage. Und die Art, iq welcher diegeschieht, steht bedauerlicherweise mit der sonstiges Gründlichkeit des BucheS nicht im Einklang. Er geht von vornherein davon aus, daß eine Ratio» die Kriterien Land und Sprache nicht zu entbehren vermöge, baß das Galuth« . judmtum daher keine Ratio» bilden und sich dementsprechend auch nicht national behaupten könne. Diese Ansicht beinhaltei einen Lehrsatz der Rationalitätentheorie und ist lediglich mit deren Piatzstäben zu messen. Slber eS gibt keine moderne Rationalitätentheorie mehr, welche Liefen Standpunkt, der allerdings vor zwanzig Jahren der allein herrschende ge. wesen ist, heute noch vertreten würde. DaS wirb von Klatzkin völlig übersehen. In dem Augenblick, wo,er ge- ■* danklich den SökularisierüngSprozeß dnrchgeführt »md daS Problem des jüdischen Volkes im Galuth als das Problem eineweltlichen Volkes ohne Landend Sprache formulierte, hätte er einen - Schritt weitergehen und begreifen müssen, daß im gleichen Augenblick dieses Problem aufhörte, ein spezifisch jüdisches zu sein: es war das Problem deS nationalen MinoritatenschutzeS schlechthin, ein Problem, vo-- pei anderen Böllern deute aenau so heimisch ist, wie Hai

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