Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 325 (17.12.1919)
- Date
- 1919-12-17
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 325 Wien, Mittwoch Die Ernährung. Der Marktbericht. Die der Märkte war retltrtt htfofmt« besser, al- We Auswahl anGemibeu eiwaS reicht cher war. Auf dem Nasch« markte sind gestnn mehr Gärtne'gentiise olS tonst nme* troffen. Unter' den Ankünften an seldmäßifl gebautem Gemüse beianden sich auch Kahl, Kohlrüben und rote Rüben. Der Naichmarkt verfügte auch über eine kleine Obst- Ven b n ri g. steirischer Aevfel, die zum Pikise von K l.--1 Hir daß Ktlogtamm uim Berkau'e gelaugten. Die Großmarkthalle versagte gestern gänzlich. Auß r dem rayome,ten Rindstetsch kamen nur noch Bnirste tn Betracht. An Fischen waren nur gefall Seefische, und gerLücherte. Schellfische zu haben. Befere Aussichten für unsere Ernährung Die Erwartungen, welche sich an eine bestere Verpflegung für die nächste Wache geknüpft haben, scheinen sich nach gestern eingclctufcnen Meldungen zu erfüllen. Auf den südlichen Linien sind endlich die vom Obersten Rat bewilligten 60.000 Tonnen Mehl im Anrollen, ebenso die 6290 Tonnen Mehl aus Deutschland, welche wir gegen einen Dampfer Getreide am 1. Dezember ei.'getauscht haben. Don letzterem Quantum sind bis gestern bereits 000 Tonnen ein- CClanQt. Kommt noch hinzu das Reichsopfer der Bevölkerung Deutschlands (vier Wochen hindurch 6 Dekagramm pro Kopf und Woche), nämlich ein Quantum tot» 8000 Tonnen, ' ferner die endliche Freigabe des 80.000 Tonnen in Triest lageriidcn italienischen MehleS, so darf man die erfreuliche Tatsache konstatieren, daß die Aussichten unserer Verpflegung für die nächste Feit günstige Lind. Auch die Fleischversorgung gestaltet sich günstiger, so daß auf eine volle rationmäßige Verpflegung in der Weihnachtswoche mit Vrot, Mehl und Flelsch zu rechnen ist. Verband der jüdischen Invaliden und Heim» Kehrer in Wien. Belms Ausfertigung der \*ct>c»»vmittel*! hezugskmten und Einbeziehung tu die cinpelfitete HlSaltion wo en sich die Mital «der sofort während der Amtsstundm von 4 v'S 6 Nbr nachmittags im BerbcriidNokal. tt, Obere Tonaustraüe 65, Tin 4, unter M tl'i mgung der nächst henden Dokumente einfinden: Mitgl cdskarie, 0-Formular oder foustises Juvaltdiiät^- dokument, Heinnüdie n oder SmttSbürgmch'istserNärtin.r. Melderettel, amtlichen Emkauischcin und eventuell Nachweis drrÄrbeils« lofigkrit. „Gefüg." In diescr Woche kommen folgende Nummern zur Belieferung: l8. d. M. vormittags 4.s6 bis ölO, nachmittags 1 bis NI; 19. d. M. vormittags 1> b ln.z 830, nachmittags 831 bts 890; 20. d. M. vorni't'ags 891 b S 45b. ^u'uhrcn jugoskawnchen Fettg'fiügels. 6U2 Game, 30.172 Kilogamm. 7417 Enten. 17.586 Kilogramm, zusammen 47.768 Kilogramm. Nach Werningen des Amtes für Vollsernähumg\ wurden 87®/« den Konlumerilenorganisat onen. 63%bcu G.stiigclhiindtern zugewiesen. Nachdem der Großlil Fett dem Amte für Bolksrruährtmg zur Verfügung gestellt werden muß. darf sämtliche zrigeleillc Ware nur iw zeireüirn Zustande zu nachstehenden P,eisen verkauft werden und ist en Verkauf von gan^n Stück n drbotrn. i Stück Junges K25 —, 1 Kilogramm Feit (roh) K $5.— und 1 Kilogramm Flei'ch K 65.-. „ Die Rindfleischabgabe verschoben. Die NmMrschabggbe von zehn Dckngrantm wurde v'ischvbm. DaS Fle.sch ivird erst D enskag den 28. d. M. und M t'tvock de"?4. d. M. der den Fletschbauern za beziehen sc n. ES b^vd li sich upt jngostawr-chkS Älmdfieiich, zum Ibinen Test um Nrudfletsch aas Tirol und UM argentinisches Rindfleisch. Sport. < Hakoah. . Die Ausgabe des Sch reib I chmenschen, den S^'vrt klub mit dem heüräi'chen Namen zu Preisen, ist beileibe leichrec als es das Werk jener jungen Mische n Menschen war,, die. der Hakoah den vorgest i^en Tag bereitet, in unerhö tec £8 igfeli erarü i et hrbrn, mit Ueberwindung von Widerständen, die nur der ermessen kann, welcher mit den Führern und engsten B ralern dieser Bereinigung in Fühlung steht. Kcin Skeptiker lvird heute leugnen, daß dieser s; o.tliche Entscheidungskampf, vor 15.000 Zuschauer« ausgetragen, für die jüaischr Bewegung von Bedeutung ist und lvir be.-ilen uns, beizu- .fügen, daß der Wert des fpo tlichen Ereignisses ^lr'cht geringer gewesen wä.e, wepn die jüdischen Farben nicht gesiegt Hütten. ' Ju einer sehr kurzen Spanne Zeit haben bewußt jstdrsche.S,ortli?u'e den Weg zur Meisterschaft, zurückgekcgl. Ihre Leistung belehrt uns und die Welt: „Wenn ihr wollt» wird das Märchen von der körperlichen Ärtfichli.'.ung des zerb.ochenen, in abg'.standeiierStubcn-' lüft vertrockneten, am Kasse:Haustisch versauerten, im ‘ Büchrrsmub vergrabenen jü isch.'n Geschlechts von heule >7wenn ihr es nur wirklich wollt, must der goldene Traut« vom regenerierten jüdischen Körper zur Wahrheit werden" Sie haben es uns vorgemacht, die Leute von der Hakaoh. Als Max Nordau das Wort vom „MuSkeliudenlAn" aussprach, das uns nottut, begann das jüdische Turnen. Ganz pioniermäßig sing es an. wie der Ackerbau in Palästina (wenn man kleineres mit gröberem vergleichen darf), aber die Bewegung wuchs lawincnmäjjig und in den letzten Jahren vor dem Kriege hatte es die jüdische Turnerschast schon zu einer Gcpslo^enhcit gebracht, die so recht daS Wesen ihrer Erziehungsarbeit zeigte: alljährlich tvanderlen Boren der »Nächtig ange schwollen» mitteleuropäischen Wischen Turnerschaft mit 'Rucksack und Kochgeschirr durch den palastikien isch. n Frühling von Kolonie z« Kolonie und verknüpft.'n so auf das schönste und sinnvollste düs erwachende jung jüdische Leben in Europa mit der neuen Siedlung in Palästina. Viel später setzte dann.dir jüdische Sportbewegung x!n und si^ batte auch ein viel härteres. Stück Arbeit zu Wiener Morgenzeltrrrrs Kreis Oesterreich der jQd. Turn* und Sportvereine Hebräische Arbeitszentrale. Dienstag den 23 Dezember 1919, 6 Uhr abends SOTM-CHANUKA S % im Grossen Musikvereinssaale» — Mitwirkend: Oberkantor Jakob Kostrov, Cborvercinigunff, das Symphonicorchester Louis Dit6 (Orgel), David Ro hblum: Hebräische Ansprache, Otto Abeies: Festrede, Dirigent: " Komponist S. Braslavsky, * 4 Karten: Tageskasse des Musikvereinssaales, ßuchhandlung Löwit und in den Kattenbureaus II.» TabOrstrasse. 1—3, XX., Wallensteinstrass« 24. «ose schassen. Die jüdischen Turner hatten blosz vor sich selbst zu bestehen, die S^o.'tler aber mußlen im Wettbewerb neben den a ndere n^bestehen. Da ist nun die Haloah vorbildlich. K.in Mißerfolg konnte sie entmutigen, keine Hainische Ungerechtigkeit zurückwersen und auch das viel'ach geringe Be stlindnis, das man in den eigenen jü'.ischan Kreisen ihrem Beginnen entgegmbrachle, hat ihren eisern" u Willen nicht gelähmt. S'.e Halen fcstr Prin i ien, di'.' sich du chsetzen müssen. Der Fußball'port ist für die Hakoah der Ansporn gewesen, Gemcinschasten jüdischer Jünglinge zu solchen körperlichen Lcistungen zu erzichen, lvelche vor der breiten OesfentlichLit den jüdisch u Sport durchsetzen, soll. Aber er ist nicht der Sinn und Zweck ihrer Arbeit und sie haben es nicht darauf angelegt, nur Höchstleistungen einzelner zu eczi'le». Der Sport als Erziehungs- und Ertüchtiguitgsmittet für die gan',e jüdische Jugend ist ihre wich.i sie An gabe. L ichlathl tik u td Schwiiumen, Touristik und Wintersport treibt die Haloah mit großem Ernst und bestem Erfolg. Als wir Sonntag den Praler-Sportplatz betraten, erinnerten wir uns und gerviß noch mancher andere Besucher an jenen herrlichen Sommertag, da anläßlich des Wiener Zioilistcnkongrcjses das Turn- und Sportfest ans der Hohen Warte gefeiert wurde. 1500 Turner und Turnerinnen, Sportslleute, Pfadfinder und Jügendbündler defilierten vor dem zionistijch.'n Aktionskomitee, Sendlinge der Vereinigungen aus allen Richtungen, die überall, in Deutschland und in Palästina, in Tarnopvt wie in Sarajevo, in Konstantinopel wie in Wien durch einen einheitlich n Willen gelenkt werden. Ihr Sprecher (er ist am Schlachtfeld geblieben) sagte damals^ „Nintmer erlöschender Lebenswille und die Kraft des nationalen Gedankens hat uns in so großer Zahl hierher geführt." Auch das Wirken der Hakoah beflügelt der heiße jüt i'che Lebenswille, und die Kraft des nationalen Gedanken? allein ermöglicht ihre Le'stnngen. Und der Sprecher des zlonistischen Aktionskomitees, Schemarjahu Letvin. anUvortere damals ungefähr: „Bei solchem Anblick wird der Wunsch lebendig, noch eintnal jung zu werden. Der einzelne kann es nicht —. aber ein ganzes Volk kann sich ve.jüngen!" Die Hakoah dacf sich rü men, in ihrer Act die Sehnsucht nach Verjüngung und krafrvollem Sein in vielen Herzen geweckt zu haben. Daß es aber um das Fußballspiel nicht allein, geht, sondern um Höheres, Allgemeingültiges und für uns Juden ganz besonders Wichtiges, hat sich Sonntag auf das erfreulichste gezeigt und ist in der ganzen Tagespresse, anerkannt worden: Die Hakoah verfügt über eine ganze Schar, die bei dem noch nicht dagewesenen Massenandrang Ordnung, Ruhe und musterhafte Disziplin zu halten wußte. Ans dem Benehmen dieser Juden spricht Würde und ihr Zusammenarbeiten ist nur möglich, weil sie jene Kraft beseelt, die allein uns weiterbringen kann und die in unseren Massen noch immer nicht zu voller Entfaltung ausgelöst ist: der Gemeindrang. Man danke den Männern, die seit Jahren in aller Stille sich d^r Haloah widmeten und die nicht gelvvhnt sind, daß man. ihren Namen fett druckt. A, Sportpkatzsperre. Laut Beschluß brs NieduLstnreichlschen Fustballverbandcsmlifirn d:r noch aüsl'tel,enden Mctt'tcrschajrssp>ele unter Ausschluß ber OeffenllMcu staitfiirdrn. Nur Mitaltedcr der jeweils beteil'atrn Vctrine baden Zutritt. Der SpvrNlub ist aut einen gute» E »fall gekommen, um das Bnbor zu e>leichtern, Er pibt an seme Anhänger Gastkat ten auS, die den ZuNitt zu den Wettspielen ermöglichen. _- Srchefterkonzertr. Unter Löwe hörte man die Erste Schnmann- Shinphonie in einer wenig eindrucksvollen Aufführung. Der Schumannsche Orckiestersatz ist schtver zum rechten Klingen zu bringen und klang an diesem Abend besonders matt. Dann gab es wieder eine Novität von Nick)ard S t-Hp. „Vom Leben" nennt sich auspruchsvoll"diese symphonische Dichtung. Als Quintessenz enthält sie die Schillersche Sentenz vom Jüngling, der mit tausend Masten ustv. usw. Richard Stöhr dachte hier scheinbar, auf den Pfaden des größeren Richard waiLeln zu können und tritt seine Ausfahrt wohlgemut mit einem Straustisch gefärbten Thema an/ Mer plötzlich ereignet sich ein Unglücksfall. Der Jüngling gerät, wie die Partitur besagt, „in die rastlos arbeitende, nüchterne Maschine des Lebens". Seltsam; sollte der H.lw auf einem Tnrbinendampser die Lebensfahrt gewagt haben? Wie dem auch sei, der Ak.ztdent wird überwunden, das Fugengestriipp läßt daS Fahrzeug los, 17, Dezember 1919 Belte S , und etwas ramponiert sehen wir es in stilleren Region«« segeln. Mehr scheint das Leben dem Komponisten nichi zu sagen haben, denn mit dem Erleben ist eS vorbei, er beginnt eine recht larmoyante Klage um fein schönes Ausreisethema. Als geretteter Greis kann er sich nicht zur Heimkehr entschließen und es dauert eine geraunt Weile, bis er glücklich beim Schlußaklord landet. Zum Glück belebte Wilhelm Backhaus die nach dieser Ersts ausführung gesunkene Stimmung. Er spielte Beethovens G-dür-Konzert mit klarer Technik-- schönem, wenn auch etwas trockenem Ton und inniger Gesangsbeseelung im schauerlich ernsten Andante. LisztS stets wirkungsvolle Dichtung „Les prelndes" entlockte am Schluss dem Orchrster den Vollklang des von der neudeutsche« Richtung gepflegten Jnstmmentalstils. Das erste Konzert des Orchestervereins, der tarn Kapellmeister Julius Lehnert zu guten Leistungen erzogen wird, brachte die selten gehörte Roma-Süite von Bizet. Echt französisch zeigt sich hier der Meiste« und vom Verlio)schon Rhythmcnspitzl beeinflußt. Dt» Kunst des Kontrapunktiersns ist bei ihm Rotur im besten Sinne. Der römische Karneval des Schlußsätzeerweckte die fröhlichste Stimmung. Frau Elisabeth Schumann hatte als Solistin die schtvierige Mvtettt „Exsultate, jubilate" von Mozart gewählt. Ihre Kunst bezivang aitch diese schwierige Koloratur mit Geist und Geschick. In ztvei Liedern von Weber — Chansonwürde man sie heute nennen —> zeigte sie ihr überaus liebenswürdiges Dortragstalent und hatte stürmische« Erfolg. Die Aufführung von Siegfried WagnerS Ouvertüre zum „Bärenhäuter" sollte daran erinnern, daß der 5kowponlst fünfzig Jahre alt geworden ist. ES hätt« auch eine andere Form der Publikation für diese Tatsache genügt. __ . Dr. K. M. ’ Aus den HonzertsLIen. * Unter den zahlreichen Kamtnermufikveranstaltunsien der letzte» Wochen war jene des ^Attbruch" von höchstem Interesse. Man hörte buS tncUbcülimte Ungaris ch e Streichquart eil mit Walrbaner an der Lv've, eine Vereinigung, die <S an Bollei« tuna des Zusamni'ickpicls mit unserem Noss-Ouanett aufnaumt. iu gnvisien Emzellcistimgen vielleicht überirifit. Du Künder Gäste kam einem neuen Stretchquartett von Wilhem Graß ftuflttte, das den jimqen Komvomsten aut einer wetteren Stufe bei Reife zeigt. Vieles von der llnruhr dcS Suchen- und det Jagd nach Oiiginalttat »st von »hm abgkfallen, sein Stil läutert und klärt sich und das GeiW beginnt den musizier rüden Verstund zu verdrängen. Sei» Qitar'ettiatz klingt ganz außerordentlich und ist reich a» melodischen Eiiisällen, geistvollen Verknüpfungen, entbehrt auch nicht de? warmen getragenen Gesangsstils. Im gleichen Koarerte sang Stella Eigner m t gew nnrndster Vortragskuast die allci liebsten Kinderlieber von Moufforgsky. — DaS Du» W a l t e r - N o s 6 gab ein ge Abende, von dcnc» die ersten betbeir den, Vivlmsonaten Beethovengedorten. Zwei Mctstcrindivtdualirätm, die sich aufherrlichste ergänzen, daß .man nicht, gerstvollere Musik hören zu können vermeint; de aber mitunter m improvisittende» Sttl geraten, den kein vorbedachter Plan vorgezeichnet habe» dürite. — Hans S m e t e r l t n g und Dr. Josts G ch n i e r e r ivteltcn für bie Allgemeine Pol klinik. Der wohltätig« Zweck des diente sich - keiner unklinstlerischen Mittel. Dr. Joses Schnter« zeigte mehr als Dtltttantemugeuden, soviel ihm sein sür dieSmÄk etwas uirgebärd'ger Partner an Grigenlon zu entwickel» gestattete. — Leo S i r o 1 a und Paul Gräm m e * da'ten in ihr Programm bic launige Serenadensanate DcbufiyS attfgenowmen. Die Groteske fand ebenso vottrefilich« Ausführung wie die folgende Sonate von Rachmaninoff (op. lt). die zu« erstenmal zu hören war. Dde,den K.iustler wetteiferten an Vollendung des Spiels. — Auch dir Vereinigung Hermann Z e ch n e r^»i Leopold F ö d e r l ge chah unter günstigen Sternen. Am schönste» gelang Karl Goldmat ks D-dur-Sonale. die dm Phtlharmontk« Föderl als eminenten Geiger, seinen Begleiter als wertvolle« Ällunker am Klavier ms hellste Licht setzte. Die btide« Künstler sahen sich durch reichen Besuch und ehrlichen Beifall belohnt. _ Dr. K. M Richard StrKutz: Lieder op. 68, «Sechs Lieder nach Gedichte«»»« Clemens Brentano* betiteln sich die Gtfange ov. 68 von Richard Strauß. Ihr Stil hält ungefähr die Milte zwisckc» jenem der .Ariadne" und dem der ohne Schatten". Det Hhmnus ,An die Nacht" recht sich nach dem Akkordwechsek und der Kadenzterung der ersten Berszeile der Ve'wandtfdtaft dies« letzten Over ein. „Ich wollt' ein Sträußlcin vstanzen* ist dem Boliston nachgeschricben, iowohl dem batmonischen Bau, als der Melodiejiihi ung nach. Bei Nr. 8, »Säuile, liebe Myrtbe^ bewahrheitet sich mieöec einmal der sonst sälschltch verbreite« Grundsatz: Je schlechter der Text, desto geeigneter für die Vertonung. . »Als djr mein Lied erklang" dürfte am ebrste» Popularität erlangen. Die beiden letzten Lieder gehöre« zu den ichwikrigsteit der neueren Lneratur. „Amor" erfordert eine wohlaebildeie Koloratur, die Tnller und Läute mühelos de- , herrscht. Ob dirfe Müh« gerechiscrtigt erscheint, bleibt ztvcifeihaft. Das „Lred der Frauen", ein sechsst-.vphiges Gedicht, daS die Sorgen der Frauen um ibrr m Gefahren schwebenden Ehemänner Lcsingt, endet nach Schilderung aller denkbaren Elementar« ereigniße mir frommer E>geb»mg in die Htsnde GorteS. Beide» Stintmttngeu wird der Kotnvouist mit hoher Kunst gerecht, aber man empfindet doch zu viel Muhe auf diese verblaßte Romantik verwendet. Der Verlag Adolph Fürstner hat dre Titelblätter der Lieder tut aparten Blumenstöcken verzielen lasten, die in ihrer starken Wirkung Schule machen dürften. Die Gefäuge baden sich hierzulande scheinbar noch nickt durchgeseyt. ES wäre jedenfalls! von Jutkresse, ihnen in Konzerten zu begegnen. Dr. K, M, A«s den Theatern. Dir nächsten Erstausführungen. Anläßlii^ deS eojäbfgcn Jubiläums des Journalisten- und SchrtsstelleiA Vereines ^Concordia" findet am 22. d. M. in der B o l k S-! o p e r eine Festoorstcllung statt. ES gelangtzum «stcnMal dte Oper a r r a von M a g d a i (t", Text von Rlchar» B a t k a, Musik von L>o Haus, zur Ausführung. j Im Deutschen Bo l k S t h e a r rr gelangtDienStgg den 23. b. M. das drrtakltge Drama ^Tauia" von Einst Weih mit Frau Jda Roland in der Tttelrolle zur EtstauffÜhrung. In den K a m m e r s p r e l e n findet DienStag de« 23. d. M. die Etstartffiihnmg der drriakttgen Komödie »DÄ Bild ohne Gnade" von Rudolf E g e t statt. Sptelleiter r Frtedrich R o s e n t h a l. JmJofesstädterTheater gelarcgt das Lustspitt ,.D i e T a n t e a u S H o n s l r » r" O'la tauto d’HonRettr"J DrenSlau dm 23. d. M. zur Erüauüühr.utla.