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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-17 · Heft 325 (17.12.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 325 (17.12.1919)
Date
1919-12-17
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Berte 8 Wien. Mittwoch Die Stärke der jüdischen Truppen lag hingegen « ihrer -roßen Teilbarleil und Beweglichkeit, welche in Verbindung mit bau ihnen günstigen Gelände deS Kriegsschauplatzes in den Gebirgm Judäas daraus binwieS. den Gegner im Zustande geringer Kampfbereitschaft Lbersallartig anmarrrfen, wie überhaupt, aus dem oben Gesagten hcrvprgcht, daß d e Juden infolge -er er-- mahnten Faktoren: Zusammensetzung der Truppen, Terrain und geringe Festigkeit im Vergleiche zur Phalanx, nicht in der Verteidigung, sondern im Angriff, welcher allein große Erfolge verbürgen kann und das Lebenselemenl energischer Kciegsführung genannt werden muß, den Erfolg zn suchen halten. Der Wiederaufbau Jerusalems. Ein Jntk'-V'ew mit ‘■BvoWicir Geddes. In der in Jerusalem erscheinenden «Cadaschath Haarez" veröffentlicht A. M. Epstein denJnhalt eines Gespräches, das er mit dem englischen Professor Patrik GeddeS über die Regulierungsarbeiten, die in Jerusalem durchgesührt werden sollen, hatte. Professor GeddeS ist jetzt zum ersten Male in Jerusalem, kennt aber den nahen Orient sehr gut, da er in mehreren Städten daselbst bereits umfangreiche Städteregulierungen durchgeführt hat. Der Eindruck, den Professor Geddes von Jerusalem empfangen hat, ist ein ausgezeichneter. Auf die Frage, ob eine Regulierung Jerusalems ohne Zerstörung der alten Stadt möglich wäre,-meint er: »Selbstverständlich! Ich bin ein entschiedener Gegner der Auffassung, daß Jerusalem nicht im modernen Sinne reguliert werden könnte, ohne hierbei das historische Bild der Stadt zu zerstören. Ich hege die feste Zuversicht, Jerusalem als eine Lee wahrhaft schönsten Städte der Welt zu sehen, und von diesem Gesichtspunkte sind alle pessimistischen Befürchtungen unbegründet. Die alt-neue Stadt wird nicht nur ein Museum der Vergangenheit sein, sondern esner noch viel besseren und schöneren Zukunft entgegensetzen. Das' Wichtige Hierbei ist, dass die Arbeiten nicht überstürzt, sondern allmählich gemacht werden, nach dem System, nach welchem General Allenbh nach Eroberung der Stadt die Säuberungsaktion der Strassen durchgesührt hat. Die Aktionen der »Pro Palästina" sind sehr vielversprechend. Die Gründung der Weberei zertigt bereits schöne Erfolge, man sieht schon nicht nur Arbeiter, sondern auch zahlreiche Wohlhabende in Jerusalem, ö««n Kleider aus Stoffen dieses Unternehmeris angefertigt wurden. Die Säuberung und ständig« Reinhaltung der alten Wächterchaussee um die Festung sowie der Gräben uni das alte Schloss usw. machen sehr gute Fortschritte, wobei es mich besonders freute, zu bemerken, dass alle diese Arbeiten mit warmem Gefühl für die historische Bedeutung dieser Stätten durchgesührt werden. Professor Geddes kommt auch auf den von Mac Lyrm verfassten Plan für das neue Jerusalem zu sprechen uub teil: mit, dass er sowohl in London als auch vom Gouverneur, in Jerusalem de« Auftrag erhalten habe, diese von den Londoner Blättern, besonders vom ,Observer", scharf kritisierten Pläne einer Revision und. wenn notwendig, einer i Korrektur zu unterziehen. Gegenwärtig befasse er sich mit Hefer Arbeit. Auch die Regulierung der Umgebung her letzten Reste des Tempels, die gegenwärtig bekanntlich sich in einem trostlosen Zustand befinden, hält Professor Geddes nicht für Unmöglich, wenn auch nicht für leicht durchführbar. Professor Geddes hat auch einen Teil der Kolonien bereits besucht, so die Ackerbauschule Mikweh Israel, die er «ine ausgezeichnete Anstalt ihrer Art nennt, war auch in Rifchon und spricht die Meinung aus, dass die im Umkreise Kindlichen Dünen mit gutem Ergebnis werden bepflanzt werden können. Die Situation in Chaifah fand er vorzüglich «Hb er bereite die Vorlage eines Regulierungsplanes für diese Kolonie an die Regierung vor. In Sichron bewunderte «r die Arbeiten der dom verewigten Aronsohn errichteten agronomischen Versuchsstation. Einen angenehmen Eindruck machten auf ihn auch Rosch Pinah und alle anderen Siedlungen, die er gesehen. Tel-Awiw sei ein guter Anfang, doch muffe noch manches zu seiner Vervollkommnung geleistet werden. Sehr erfreulich ist, was Professor Geddes über die zu errichtende hebräische Universität sagte: »Ich habe mir mit Dr. Weizmann den Platz und das Gebäude angesehen. Ich habe auch einen Plan bei mir. Wir find der festen Hoffnung, daß wir m Jahre 1920 mit tet Tätigkeit beginnen werden. Im' Hause des verstorbenen Sir John Grey Hill und in anderen benachbarten Gebäuden wird das chemische Laboratorium untergebracht. Wir denken selbstverständlich an neue Gebäude, die Plane sind jedoch noch nicht fertiggestellt. Die uns vorschwebende Methode ist, zunächst versuchsweise im kleinen Stil zu beginnend Erst wenn die Universität sich bewährt und praktische Erfolge aufzuweisen haben wird, sollen auch arrs weiterer Ferne Hörer ausgenommen werden. Die vielen Hochschüler aus dtzin europäischen Osten, die bisher behufs Vollendung ihrer Studien nach Deutschland, nach der Schweiz oder nach Frankreich auszuwandern gezwungen waren, werden nach Jerusalem konrmen, um, wenn auch vorläufig nur - einen Teil ihrer Studien zu absolvieren." Auf die Frage, welche Disziplinen zuerst gelehrt werden sollen, antwortete Professor Geddes: , »Chemische Versuchsarbeiten unter Leitung des Professors Dr. Weizmann, Physik, Botanik, Bakteriologie ufw. Die anderen Fächer sollen erst eingeführt werden, wenn die hierzu erforderlichen. Gebäude fertiggestellt sein werden. Wir beschäftigen uns auch mit dem Gedanken der sofortigen Anlage einer Universitätsbibliothek. Auch die Errichtung eines großen, auf der Höhe der Zeit stehenden Palästinamuseums beschäftigt mich ununterbrochen. Das soll kein Museum für die Universität werden, sondern ein grosses, allgemeines Palastinamuseum für Geographie, Geologie, Botanik, Zoologie, Landwirtschaft usw. einerseits und ein grosses historisches »nd archäologisches Museum andererseits. Die Pläne für dieses Museum beabsichtiLe ich in größerem Stile zu ent» Wiener MorgeuzelturrK Zn jedes jüdische Haus gehört der Jüdische Nationalkalender aus ö»« #$0. / I-ra«gig«§<il tm <Wo A6»l«r «gl Gats. I (preis l i $tmn. ßu (tfltßtn övectz ßSilßt Aektuos". 1 A-1-. C«k»estratz« i Auch kri Je* Hchatt»»» *<* .(Ale»e, (Me»-«yts." «»Mtttch. ( ( ( ( ( ( ( X werfen, als diejenigen fiir die Universität selbst, genau so, wie das -»British Museum" und der »Louvre" auf einer viel höheren Stufe stehen als die Universitäten in London und Paris, da diese Museen von einem viel grösseren Interessentenkreise in Anspruch genommen werdenals der Kreis der Unwersitätshörec iff* Auf den Einwand, dass Palästina kein Material für Museen so grossen Stils werde liefern könnest, meinte Professor Geddes: Zunächst müssen alle Originalobjekte, die im Lande gefunden werden, im Lande bleiben. Werden die Museen tatsächlich allgemeine Palästina-Museen sein, so werden sich die Archäologen ihrer auch gemeinsam bedienen. Aeberdies kann eine grosse Auswahl von Drucken und Photographien aus anderen Museon erworben werden. Im Laufe des Gespräches erwähnte Professor Geddes seinen Vortrag, den er in einer Frauenversammlung hielt, in welchem er die Frauen zur Mitarbeit an der Errichtung der Universität aufmunterte, da von dem Fortschritt der Frau . der Fortschritt des Landes abhängt. Professor Geddes geht jetzt auf einige Monate nach Bombay, wo er an der Universität über Soziologie und verwandte Wissenschaften Vorträge halten wird. Im April kehrt er nach JerusaMrr zurück, um sich daun ausschließlich den geplanten grossen Arbeiten für den Wiederaufbau Jerusalems zu widmen. A. M. Epstein schildert die Eindrücke, die er von Professor Geddes aus dem Gespräch mit ihm empfangen hat: «Ich verließ den Professor mit dem mächtigen Eindruck» dass dieser Mann der Wissenschaft mit begeistertem Interesse nicht nur cm den Aeusserlichkeiten des Aufbaues von Jerusalem und unserer Universität hängt, sondern tatsächlich unausgesetzt sich auch mit dem inneren Leben der Stadt und mit dem Geiste beschäftigt, der in unserer Universität herrschen solle. Er tat den nahezu programmatischen Ausspruch: «Die Mission der hebräischen Universität ist de Renaissance Jerusalems im Geiste Israels und des alten. Athen zugleich. Sie wird nicht einfach die 244. Universität in den Aufzeichnungen der Geschichte, sondern die erste: in der neuen Epoche des Fortschrittes auf dem Gebiete deS Erziehungs- und Bildungswesens sein." „Juda MakkabSus." (Oper in drei Akten von L. SB'. RochoWans li Und Ludwig S a n d o w. . Musik von Ludwig Sanbo w. -Uraufführung im grossen Mnsikverewssaal am 14. Dezember.) Das Textbuch dieser Oper steht im Schatten eines höher ragenden literarischen Werkes: der „Makkabäer von Otto Ludwig. Von dem gewaltigen Dramenstoff der Erhebung Israels gegen das syrische Joch sind beide Arbeiten ausgegangen, dort ist es die Tragöoie eines ganzen Geschlechtes, die von den großen Gestalten nach antils'.n Schnitt, von Hea und Judah, getragen wird, hier, in der gedrängten Form einer breiaktigen Oper war nicht Raum, das Thema so vielseitig zu behandeln und die Verfasser gerieten zuguterletzt doch in das Fahrwasser der für den leidigen Theatergebrauch arbeitenden Librettisten. Das Eine hebt jedoch das Werk über die vielen, seichteren' Zwecken dienenden Librettis: daß der Versuch gemacht wurde, bewußt einem Komponisten, der dem Judentum- und seiner Musik sein Ingresse zuwenden, wollte, ein brauchbares Buch in die Hand zu. geben. Mit dem Einzug des siegreichen Juda Malkabaus in Jerusalem setzt die Oper ein, als sechster Akt der Ludwigschen „Makkabäer", wenn man will. Das Heiligtum — seit langem durch heidnische Greuel befleckt — soll seine Tempeltveihe erhalten. Die Priester und^das Volk erwarten den Helden, der im Triumphzug nah§. Ein wirkungsvolles Bild, dessen szenische LebeWgkeit im Kvrizertsaal leider der Phantasie zu ergänzen übrig blieb. Im Gefolge des Siegers treten - Nikanor, der gefangene Füh er der Syr er, und seine Toch er Daphnis auf. Das Mädchen bittet um ihr und ihres Vaters Leben und beschwört Juda bei den allmächtigen Göttern, Gnade walten zu lassen. Er aber schlägt mit einem Schwertstreich die Götterbilder zu Boden, die.noch vor dem Heiligtum stehen, und erweist so ihre Ohnmacht. Der Bitte des. Mädchens willfahrt er und gibt den Gefangenen Frist bis zum Morgengrauen. Ein. Zwiegespräch zwischen Aemilius Bärbus und Naemi, Judas Gattin, folgt. Der römische Feldherr stellt der schönen Simeitin nach und sucht ihre Eifersucht gegen die Gefangene zu wecken, was am Stolze der.Fürstin scheitert. Nach diesenl Intermezzo ordnet sich der Festzug zur Weihe des Tempels und unter festlichem Chorgesang schließt der erst-e Akt. Für den Erfolg einer Bühnenaufführung dieses ersteil Bildes könnte man sich wohl verbürgen. Ludwig Sandow hat hier mit außerordentlichem Geschick die Vorgänge in lebendige und gutllingeride Musik um,;usetzen verstanden. Der einleitende Frümarich hat Schwung und Kraft und, ist mit 17. Dezemver L9LS Nr. 323 Sicherheit bis zum Eintritt des Dialogs gesteigert. DaS Glaubensbekenntnis Judas zum einig-einzigen Gott ' zeigt wahrhafte Weihe und auch 8er römische Verführe^ weiß mit musikalisch blumenreicher Rebe zu fesseln. Im Chorsatz hat Sandow den synagogalen Stil festgehalten, der für die moderne.Oper doch zu starr und unbelebt klingt. Die Bühnenmusik zeigt reichlich. Orient talismen. die das sonst zeitgerechte Gewand der Musik. teitbült verbrämen. Der zweite Akt bringt festliches Treibest mit Harfen- und Zimbelklang,' Stimmungen, die der Komponist sicher zu treffen weiß. Eine recht alltägliche Konversatiost zwischen Juda und dem Römer wird unterbrochen durch hymnische Lohgesänge des Volkes, vost feierlichen Paukenwirbeln kräftig. untermalt. Auch ein Tänzchen wird gewagt, zu dem ostjüdische Volksmelodien nicht übel passen. Nun denkt der Bösewicht Aennlius, nicht übel passen. Nun denkt der Bösewicht Aemilius^ seine Intrige sortznsetzen., Er will Daphnis vor Judst. tanzen lassen, immer von der einfachen Rechnung ausgehend: wird Juda untreu, ist mir seine Frau sicher.. Daphnis tanzt. Zn einer eigenartig harmonisierten .Flötenmelodie, von Harfencirpeggien begleitet. Doch der fatale Morgen graut und Daphnis sieht ihren Vater znm Richtplah geführt. Nun entwickelt sie in flehentlicher Bitte ihre, indischen Philosophemen angenäherte Weltanschauung. Das Leben ist nur Leid, erklärt'siiö dem bisher dem takenfrohen Leben zugeneigten Helden. Er möge ihrem Vater das Leben schenken und eine neue Tugend, die Barmherzigkeit, pflegen. Sie - selbst wolle gern esterben und noch nach dem Tode als Seele eines Vogels ober einer Blume sein Leben verschönern. Ihre Worte finden Anklang bei Juda, er erhört die Bitte und, allein geblieben, beschließt er monologisierend, das Schwert nicht mehr, gegen Menschen zn erheben, muß' sich aber selbst gleich Lügen strafen, denn ein neue« Ueberfall des Feindes ruft ihn zu seinem Führeram^ Ein innerer Kamps wird durch bas Fernwerk der Orgeln aus dem ihm die göttliche Stimme tönt, entschieden^ Er zieht, offenbar schon mit tragischer Schuld beladen, aufs neue in den Kampf. In diesem zweiten Kampf, der im übrigen starken Beifall fand, fallen Schwächest des Textes störend ms Gewicht. Die. Psychologie dieser Menschen ist weüig Anleuchbend und hat auch eine Schwäche der musikalischen Charakterisierung zur Folge, gehabt. Das rechte Band des Dialoges fehlt, das die arienhaföen Aeußecungen der handelnden Personen Zusammenhalten sollte. Immer aber ist die Gesangslinie wirkungsvoll geführt und so war es berechtigt, daß die mitwirkenden Sänger in den,Beifall des Publikums, einstimmten, als der Komponist auf dem Podium er-, schien. > \ Der dritte Akt führt auf das Kampffeld bei Laiza, Juda hängt noch immer seinen neu aufgetauchte» Tobesgedanken nach. In sein Zelt tritt Daphnis und wird, von Juda, offenbar als Gewissensruheftörerin, sehr ungnädig empfangen. Mondschein und Sternenlicht tun aber bald ihre Wirkung, so daß der b.öse Aemilius der Naemi einen Wahrscheinlichkeitsbeweis für seifte Behauptungen liefern kann. Daphnis, anscheinend gewohnt, nicht viele Worte zu machen, ersticht sich» ihrer Theorie getreu. Neuer Kriegslärm steigert die Verwirrung. Naemi exkulpiert den Gatten vor den eintretenden Soldaten, Juda zieht erschüttert zu neuem Kampf hinaus, und Aemilius sieht endgültig seine Sache verloren. Denn auch seine Prophezeiungen vom Untergang Israels vermögen nicht, die Treue Naemis' znm Wanken zu bringen. Bald nahen klagen»« Trauergesänge, der sterbend^ Juda tvird gebracht und seine letzten Worte, gelten der Schonung für die Geschlagenen und dem Andenken des fremden Mädchens. Eine Rose blüht am Fenster, die Seele der Daphnis grüßt ihn. In lyrischem Ausklan^ schließt das Werk. . - ‘ Di. Erwartungen,, die man an diese'Oper aisf» Vertonung eines. jüdischen Sujets und demgemäß'als jüdisches Musikwerk knüpfen konnte, wurden-nicht aflzv reichlich erfüllt. Zum Teile deshalb, weil die vorgefaßt» Idee der Darstellung einer jüdischen Heldengestalt; im Kampfe zweier Weltanschauungen zugunsten der Theater« schablvn« stark verwässert wurde und den hergebrachtest lyrisch-heroischen Charakter gewann. Zum aderen Teil weil das Jüdische in der Musik nur akzidenti-ell, als Ornament, verwendet wurde und im übrigen ein neuzeitlicher Stil in der Richtung der nachnagnerischen Musikdramatik sestgehalten erscheint. Die Erfüllung deZ Ideals mit einem Schlage zu fordern, wäre aber unbillig und so möge festgesdellt werben, daß Ludwig Sandow auf gutem Wege ist. ° Das Werk gefiel ungemein, auch in der um alle szenische. Wirkung gebrach'.«» Form. Die Aufführung war glanzvoll. Die Philharmoniker unter der umsichtigen Führung Julius Lehnerts spielen mit hörbarer Anteilnahme an der gut klingenden Partitur. Frau K t urina hatt^ als Daphnis eine Partie, in der sie kaum eine Rivalin finden dürfte, Herr Schützen darf als Aemilius, Herr Manowärda in drei kleineren Rollen und Fräultzin Hussa als Naemi sangen mit wohlverdientem Erfolg. Herr Lener fand erst im Laufe der Aufführung den rechten Ausdruck für die zwiespältigen Gefühle das Helden. Der Komponist könnt« nach dem zweite» und, dritten Akt wiederholt erscheinen. Die Flucht des Opernkomponisten in den Konzertsaal ist ein nicht alltägliches Vorkommnis. Aber als sonst nicht zu erlangend« Gewähr für die Aufführbarkeit ves! Werkes hat sie ihren Zweck erfüllt und es dürfte der Aufnahme bei den interessierten Bühnen somit nichM im Wese stehe«. ' Dr. Konrad M u r iL.

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