Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 323 (15.12.1919)
- Date
- 1919-12-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 823 Wien^MontaA Wiener Morgenzertunst Telegramme. Die Londoner Beratun^ett. Valutaregrlung. — Das rassische tutb türkische Problem. — Kontrolle Deutschlands. Paris, H Dezember. Ter „M a t i n" me!d-t aus London über den Berlins der e n g l r s ch > f r a n z ö,s rj ch e n B eratunaen tilgendes: 1. W i r t s ch a f i l i ch e Fragen. Die Wege zur Stablrsiernng der V a l n t o roiivbrn' ncuai-cf» acmüft. 2. Politische Fragen. G m.cilisame Mitteilungen Frankre'chS und Englands an I allen sin» in einem schrsiillchm Dokument fcstgelegt .worden. Die veisöhnliehe Haltrmg der Alliierten gegenüber nnvisien Vorbehal en de? nnienkanischen Eenaies wnd iuch> den Gegenstand einer diplomamchen,Mitteilung in Washington bilden. Das russische Problem wurde vor den Vertretern Italiens, Amerikas und Iwans deute bc>prock>eii. Es soll weder mit den Bol'chewiken verhandelt werden, noch auch eine direkte UntctfHlgunfl ter Gegner Somienutzlands rrsolgen. Es soll diesen nur indirekte politische Hilfe gewährt «erde». Die türkische Frage- Die>e wurde nicht eingehend durchaesprvchen. Man gewann die lleber'zeugnnp, da» Volk bei Pen lebten Beratungen oft ohneieden Auftrag gehandett habe. Wenn Ameukr keinen Bevollmächtigten Mit genauen Direktiven rntienden wolle, müsse man siel, entschließen. allein z ü h a n d e l n. Die »Urlische Frage-werde den Gegenstand von Berat n n gen vor d c r interalliierten Konferenz bilden, dnn Dreier'at «der dem Viererrat, der in Zukunft die oberste Behörde der Frredenskomerenz sein soll. Die sorkdalt.-rnde Tagung der interalliierten Körperschaft «r Kontrolle Deutschlands sei gesichert. Foch olle auch werter an der Spitze sieben. Eine nahe Vereinigung bech» Länder zur Durchführung des Friedens sei unzwchühast. Das neue polnische Kabinett. Warschau, 14. 'Dezember. <Poln. Trl^-Agent? Gestern ist das r» e u e K a b i n e t t ,n solgender Znsammcnsrtznng gebildet worden: Präsidium — Laildiagsiibgeordneicr L'vdold Skn'kskr, Inneres — Stanislaus W o j c t e ch o w s k i. Militär» ongrlegrnhciten — Gendrallentnant L e s n i e m s k i, Finanzen — Landragsabgeoidneter Ladislaus G r a b s k i, Justiz — Johann Hebdzenski. Kultus und Unienicht — Tbaddäns L o p u c z c» n s k i. Handel und Industrie — Auron OlSzewskk, Landwirtschaft — Landtagsatmcoidncter Dr, Franz Bardel, Eisenbahnen — Kasimir Bartel, Post- und Telegraphen — Ludwig T o l 1 o c z k o, öüentl'che Arbeiten — LandragSabgeordnetcr Andreas K e n d z i o r, Ernützrungsangelegenheiten — Ladislaus S l i w i n s k i. Arbeit vnd soziale Flirsorge — Eduard P e v l o w s k i, M mftcr tür gewesene preußische Gebictsleile — Landtagsabgeordurtrr Ladislaus S e y d a. Die Ernennung des M nisters jür a u s w ä r t r g e Angelegenheit en sowie des Ministers lür ö f s enti ch e G e s u n M e i t wird später erfolgen. Bis »ür Ernenntinfl des Ministers des Äeußern.ist der Uirt'rstaatssetrekär rm M,msterllil§vimidillm Dr. Wroblewskt mit der Leitung dieses Ministeriums betraut worden. Die Dokumente zum Kriegsausbruch. Eine Erklärung Bethmann-Hollwegs. Berlin, 13. Dezember. Das Wolff-che Bureau meldet: Vom früheren Reichskan zler Dr. v. B e t h m a n n- Hollweg ist uns das nachstehende Schreiben zugegangen : »Die Veröffenklichung der deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch nötigt mich zu folgender Erklärung: Es maß B e r w a h r u n g dagegen eingelegt werden, daß mit den auf die politischen Vorgänge bezüglichen Litten auch solche Nan d b e m er k u n gen S ei n er M a je stä t beS Kaisers veröffentlicht werden, die keinerlei politische Aktionen bezweckten und darum keinen Bestandteil der Politik.bilden. Die Marginalien sind zum großen Teile mchtS anderes alS der i m p u l s i v e N ie d e rs ch l a g von Momenteindrücken des Kaisers beim ersten Lesen der Schriftstücke und überdies in der Voraussetzung niedergeschrieben, daß ihr Urheber sich keines Mißbrauches oder falscher Bewertung' zu versehen hätte. Ihr persönlicher Charakter war allen Beteiligten bekannt. Wenn die Marginalien des Kaisers Anhaltspunkte zv politischen Entschlüssen boten, sind diese erst auf Grund eingehender Vorträge und eingehender Erwägungen gefaßt worden, soweit sich ihre Behandlung bereits aus den iestgelegten allgemeinen Ni chtlini-'n ergab. Direktiven des Kai'ers in dem von den Aktenstücken nmfaßten Zeitraum haben sie S den Zweck verfolgt, den Weltkrieg jti verhüten. Dies zu begründen, erfordern Pflicht und Gerechtigkeit. Ferner beginnt die Veröffentlichung mit der letzten Phase der Entwicklung, die znin Weltkrieg; geführt hat. Die Entschlüsse der deutschen Negierung im Juli 1914 waren aber bedingt durch die politischen Ziele, welche die Ententemächte in der Vorzeit verfolgten. und die ihre Haltung auch in der Krise bedingten. Ueber diese Vorzeit können auch die deutschen Akten vielfältig Auskunft geben. Eine Erörterung, die das Schlußkapitel absondert und vorwegnimm.t, kann nur ein unvollständiges und zugleich schiefes Bild der geschichtlichen Zusammenhänge geben, zu deren Aufklärung die deutsche Altenpublikation dienen soll. Gez. Bethmann-Hollweg," Klofatsch über die ungarische Kriegsgefahr. Prag, 14. Dezember. Die „Bohemia" veröffentlicht ein Interview mit Minister Klofatsch, der unter anderem bezüglich der Gerüchte über die Mobilisierung und hie Kriegsgefahr seitens Ungarns bemerkte: Die Armee Horthy ist zwar erst im Werden begriffen, aber sie hat nach meiner Meinung eine fachgemäße Führung und sehr solide Grundlagen. Die Vorbereitungen der Armee für einen gutaugelegten Angriff erfordern allerdings eine beiräch Gliche Zeit, so daß ich die Gefahr eines Angriffes für diesen Monat als imwahrschein sich erachte. Es kommt aber vielleicht auch in den nachfolgenden-Monaten nicht zu -»nein Angriff. Die Gerüchte über eine tschechische Mobilisierung sind Durchaus, unbegründet» Auf die Frage, ob die Annahme berechtigt sei, baß die deutschen Reserveoffiziere und Maunlchafts-» Personen bei einer Mobilisierung nicht einberufen verben. antwortete der Minister, wie folgt: Wer v.orr den'Deutschen eine telegraphische Einberufung erhält, mutz sofort einr/tcken. Da aber bisher die früheren Erlässe über die Beurlaubung deutscher Neferveojfizi.'re und Manns'chaftspersonen in Kraft sind, kann der Einberufene beim Antritt seines' Dienstes in diesem Sinne um seine »Beurlaubung ansu'chen. Was eine künftige Mobilisierung betrifft, wird das Problem der Ein-' reihung der Deutschen in das Heer durch eine eigene Enquete gelöst werden, deren Ergebnis später der Oesfentlichkeit hekanntgegeben .werden soll. Schließlich bemerkte' bet Minister, daß in den Bataillons, die aus rein deutschen Mannschaften bestehen, die Dienstsprache deutsch sein werde. Die Notenabstempelung in Jugoslawien abgeschlossen. La'öafch, 14. Dezember. (Meldung des Laibacher Korrespondenz-Bureaus.) Die bi.'hörigen Ergebnisse bet Abstempelung der Kronennoten in Kroatien haben für die Finanzkreise große Ueberraschungen gebracht. Bei der Agramer Filiale . der Oesterreichisch-ungarischen Bank wurde nur eine halbe Milliarde Banknoten abgestempelt, während.man mit der dreifachen Summe gerechnet hatte. Aehnliche Erscheinungen wurden auch an anderen Orten beobachtet. j In den Finanzkreifen wird angenommen, baß sich eine große Menge des Geldes im Auslande befinde. Nach dem jetzigen Ergebnis der Abstempelung schätzt man den Umlauf der Kronennoten im ganzen Gebiete des Königreiches SHS. auf nicht mehr als 5.33 Milliarden Kronen. , Larüajch, 14. Dezember. (Meldung des Laibacher Korrespondenz - Bureaus). Die Abstempelung der Kronenbanknoten wird morgen mittags abgeschlossen, worauf die Grenzsperre aufgehoben werden wird. Ausfuhrverbot für Schuhe und Automobile in der Tschecho-Slowaker. Prag, 15. Dezember.. (Privat.) In den u8cl,sten Taaen wird .rin AnsNlbiveibot für Schube und Automobile erlassen werden. Vertreter tschechischer Importfirmen sind nacli Ungarn aesabren, um den Ecnkaus roher Häute für die Tjchecho-Slowakei zu besorgen. . _^_ Tagesbericht. Ein Ultimatum der Schauspieler. Heute treten die Theaterdirektoren zu. einer wichtigen Besprechung zusammen, um über die noch strittigen Punkte de8 neuen ab 1. Jänner 1920 in Kraft zu tretenden Kollektiv-Bühnendienstvertrages schlüssig zu werden. Bis auf drei Forderungen der Bühnenkiinstler sind die beiden Parteien einig und es wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob auch diese noch vorherrschenden Gegensätze überbrückt werden.' Der erste und aktuellste Punkt ist das Ersuchen um eine Weihnochtsremuneration von 500 Kronen. Die Dühnenmitglieder verlangen außerdem: Es müsse ihnen das Recht zustehrn, den ihnen vertragsmäßig zustedenden Urlaub zu beliebigen Gastipielen, demnach auch zrim Spielen an einer Wiener Bühne verwende!« In diese Forderung wollen die Direktoren unter keinen Umständen einwilligen. Die Organisation der Schauspieler hat dett Direktoren zur Ersüllmig der Forderungen ein bis 21. Dezember befristetes Ultimatum gestellt. . 3nr Geschichte von Cypern. Bekanntlich ist von jüdischer Seite vor etlichen Jahrrn die Besiedlung d?r vorwiegend von Griechen bewohnten Insel Cypern mit jüdischen Kolonisten befürwortet worden. Die Jirsei, welche ln alten Zeiten efne sehr zahlreiche jüdische Veröikerung answies, wird gegenivärtig von kaum mehr als 100 Inden benwhnt. Interessant ist, datz Cypern, welches in den ersten Monaten des Weltkrieges von England annektiert wurde, das schon seit 1873 die Insel im fntth'^cn Besitz hatte, durch die Wirksamkeit eines Juden in türkischen Besitz tan, sowie es c>llderer,Lits cvieoer ein ^aoe war, der ole Insel den Türken abnahm. Im Jahre 1570 stachelte der Herzog Josef von Naxos, bekanntlich ein portugiesischer Jude, die Türlei zu einem Kriege gegen Venedig auf. in dessen Folge dieses die Insel der Türkei abtreten Mußte, in deren Besitz sie fa>t drei Ja^chuiweri.e viieo, vis oue«) oes Jüa’iiuet Kongresses die Insel in den Besitz von En.gland kam, dessen' Außenposttik damals in den Händen von Benjamin Dtsraeli lag. Es scheint übrigens, daß der Herzog von Naxos daran gedacht hat, sich zum König von Cypern zu proklamier-eu lind in dieses sein Reich einen Teil der aus Svanien vertriebenen Inden zu verpslanzen. 41 WaS in Wir» gefunden wird. Beim Fundamt der Pol'zeidireknon erliegen ans den Monaten Sevlcmber und Oktober wtzdcr viele lmndrrte Gegenstände, die von ehrlichen Findern adgegelun. aber bislicr nicht behoben wo,ddn sind, so 31 Anhängsel, 50 Armbänder und Armreifen, 16 Augengläser, 13 Boas, 17 Broschen, 1 goldener Krayon, . 1 Dainenkostüm, 2 Dameiijacken. 1 Damenmavtel. 1 Feldstecher, 1 gold. Füllfeder, 8 Halskeilen. 2 gold. Krawattennadcln, davon eine ntit sehr großem Brillcmcn, 7 einzelne und 1 Paar goldene Ohrgehänge. 1 Pla'in-, 16 goldene Ringe und 6 golecne Eheringe, Nncktäcke mit Boiinen. Kaffee, Zichhaimonila, 3 Schals» 11 Sch'rme» 3 Stran'itedern, 7 Akren', 23 Brief-, 35 Hand», 3 Reise- und 2 B sukaiterltaseben. 2 Ueberzicher. 25 Uhren, 15 Schachteln Zigaretten ustv. Tai n wurden 1 Ente, 1 Hahn, 32 Hunde und 9 Ziegen ol§- herrenlos angezeigt. Die Straßenbahnen weiten eine ungemein große Anzahl Fundgegenstände >vo1n dritten Vierteljahr laufcnbcn Jahres cm, darunter 39 ArbeilSbcutel. 38 Aunbander und Arnneisen, 17 Broschen, ] 1 Etui mit 2 Brillantrmaeit. 690 Geldbörsen, darunter 2 silberne 15 Dezember 1919 Seite 3 - -i —^ --4 mit Inhalt. 5 Halsketten. 1'Herrengürtel mit goldener lihr und einer mit silbernir- Bon^onn^ie.' 2 goldene Krawattcnnadel«, 16 Rinae. davon 2 Eheringe/ Rnckiäcke» Schirme, 21 Brief»,^ 50 Handtaschen» 2l Ulnen u. s. w. * Der nniisemitiiche Bnmmcl auf dem Franz JosesSkai. G'üern. vormittags demonstrierten wi'der etwa hundert Deutschnatignalr auf dem Franz Josefskai. ES wurde eine Anzahl von Arretiemngm vorgenonnnen. . \* Der Streit um ViZiNalikS Memoiren. AuS Stuttgart' wird gemeldet: Der Cottafche Be.lag bat gegi-n die kinsiweiügti Verfügung des tz rndgercchteS Stuttgart, womit die Herausgabe des dritten Bundes von Bismarcks Erinnerungen verboten wurde, Einspruch erhoben. Die Berhandlung sindct am 3. Jänner statt. * Verleihung des Goneourtpreifes. Die Akademie Govcourt hat den diesjährissen Goneomtpreis. der 5099 FrattkS henägt, dem Cckn>s>steller Marcel Vrousi. dem Autor des Roman es ,.A romlredes jeujies ülles en fleurs“ unt sechs gegen vier Stimmen n.uei kannt. * Einbrüche^ Gestern wurde in der Wohnung der Celli Moses. H., Große Mohren gaste 40, ringeln ochen. Gestohlen muibrn K 400) Kar, Juwelen, Wäsche und Stoffe im Werte von K'800oo. — Gestern .wurde die Wohnung des Obeistaarsbahnrases Max Wals, U.. Vorgarlenstraße 180, erbrochen. Aus einer eisernen Handkass'tte wurde Schmuck im Werte von K 50.000 gestohlen. — Gestern nachts wurde das Wäicheaeschäsi Keller. X., Engeuplatz 1, erbrochen. G stöhlen wurde Herren» und Damenwäsche im W rtc von K ino.000. * Tödlicher Unfall eines kleinen Kohlendicbes. Wie berichtet, ist am 12. d. M. der zehniährige Volksschüler Johann Stampfer in der Brigittenau von einem Kohienzng abgesiürzt und wurde.dabei überfahren. Die Net ungsgesellschait-brachte ihn >Ns Allgemeine Krankenhaus, .wo er im Laufe der folgenden Nacht starb. * Juwelen um eine halbe Million entlockt. Der ungarische Genchishof in Budapest verfolgt den 4t jährigen Hauptn-ann i. P. Gabor G old/tein, zu Budapest geboren, wegm Heraiislocknng von Juwelen im Werte von 500.000 Kronen steckbrieflich. __ Wiener Börse. Die neue Woche eröffnete in sehr fester Haltung, hervorgerufen durch den neuerlichen Rüchqang unserer Krone. Im Vordergründe des Interesses standen Lombarden, die den Kurs von K 600.— er reichten. Krupp-Aktien stiegen um K 320.—. Die Ernährung. Der Marktbericht. Da da? Angebot auf den meisten Marktgebieten schon am - SamStag ganz unzulänglich war und Sonntag fast kerne Zu-, fuhren zu verzeichnen waren, beschränkte sich gestern der Verkehr auf den Muckten aus den Verknus von Kraut und Rüben. Das teure Tnoler Obst würde, obwohl billige Aepfrl gänzlich 'ehlten, fast nicht gekauft. Eiv'elne Geslttgelstände hatten geöffnet, um kleine Hübner zum Preise von 80 bis 90 Kronen für das Kilogramm feilzuhallen. Was erhalt man diese Woche? An F e t t st o f f: 12 Dekagramm Maraarine pro Kopf zum Preise von X 7,50; Kartoffel: im k., H., Hk . XVI„ XVII., Xviii., XIX.. XX itnb XXk. Becirk */. Kilogramm pro Kovf; Kondensmilch: ab 20. d. M. Kinder von 2 b,S 6 Jahren statt 1 Dose 2 Dolen Kondensmilch, Kinder diS 2 Jahre die übliche Mcnoe; Nahrmittelzubußesüt Kinder bis zum vollendetcv zweiten Jahre 1 Dose Kinder» Nährpräparat „Ensentina" zum Preise von K 6.—. „Zewkwerba". Ab Mittwoch den 17. Dezember % Kilogramm Mehl, ‘/s Kiloaramm Maisgrieß nnd als Zubuße pro, Kops V« Kilogramm Reis, 12 Dekagramm Margarine. Sonst die laufenden Artikel. , Literatur u^Wissenschast. Aus der jüdischen Literatur. In Jerusalem erschien die vierte Lieferung der e t* öffentlich ungen deS hebräischen Sprach^ k o l l e g i u m s". Sie enthält neben Berichten von Jellin und Ben-Jchnda e ne Terminologie de rMöbel-»ud Hausgeräte. R ich einer langen Unterbrechung infolge dek KriegSerrignisie'erschcmt jetzt die hebräische landwirtschaftliche Zenschrist Palästinas „H a ch a k l e i" (Der Landwirt) wieder. Die indische Aerztcveiein gmig in Jernsalem gibt eine hebräische Fachmonalsschritt »H a r f u a V (Die Med'zm) hcrans. . . - In Tibcrias erscheint i n,h e b r ä i s ch e r Svrache ein ur allen Details ausgearbcitetcr' Entwurf einer P r o z,e ßordnnng für dieFriedensgerichte Palästinas,^ zwammengestellt von Daniel Auster. Das erste Hett der «Z a f r i r i m" lHebräsiche Kinderzeitsckil ist in Warschaus enthalt unter anderem cm SchMlpicl ans der Zeit der Kantonisten m Rußland .von Jzchak Schwelgers eine Erzählung von J'ck'ak Katznel'ohn und Uebersetzungen ans der derilschen und französischen Kmdeil'tcratur. , i In Lembergs erschienen die - ersten Zwei Nummern einer Samnilung „Iwrith C h v j a" (Lebendiges Hebräisch): emv hebrältch-polnisch-dentsche TtiMinologre der Arithmetik ünd ein Verzeichnis der in hrbrälscher Konversation vor«^. kommenden Sprach'ehler mit deren Verbcffcrung. Im Verlag *8 i b b t f <ö“ in Amerika eischienen itt lttztek Zeit die Werke Heinrich Heines m acht Bänden, übersetzt ms I i d d l s ch e mit einer Wüid-gnng des Dich'ers von Doktor M. S y r k i n. Im . gleichen Verlag erschien eine Reihe übersetzter nnd origineller Charakteristiken hervorragender Schr>flsteller der Wel'literamr: Schnitzler. Jakob Wassermann, Tolstoi, Anawl France, Nietzsche, Edgar Poe u. a. m. Der Verlag gtbt auch eine, jiddische Kmdcrhihliolhek heraus. In Enrova wird der Verlag .,Jiddüch" durch seine Filiale in Kopenhagen vertreten (FrederikK berg Alee 23.)! In L o n d o n ist die Htrausgabe einer jiddischen N e b e r s e tz u n g d:s T a,l m u d s angckündigt, besorgt von Rabbiner Cchapolschnik. Oskar Maurus Fontana r Erweckung. Kurt Wolfs-Verlag,, Leip'ig. Oskar MauruS Fon tan as, des jungen Wiener Dichterserbischer Roman, ist ein Buch, das nick unendl.cher L»ebe geschrieben woidcn srin muß. SieiS sehr stark, stark auch an den lyrischen Sielten, ist eS ein zur Erzählung gewordenes Erlebnis,^ wud cs Erlebnis. dem Leser, der bald nicht mehr Leser rst^ sondern Biiterlebrr.' Von den jungen Dichtern biftfet Tage »st