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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-13 · Heft 321 (13.12.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 321 (13.12.1919)
Date
1919-12-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 321 Wien. Tamsrag Wiener MsxgenzsnunK 13. Dezemver ISIS liU, üfi^SUtnam Telegramme. Amerika den Alliierten Sie Zinieazahlung. N e to»D o t f, 12. Dezember. (Tel.-Komp.)' Die Regierung erteilte die Genehmigung, die Zinsenzalilung für die den Alliierten während des Krieges geliehenen (ÜMiNiardenDollardrei Jahre langzn stunden. Lnde des amerilranischen VergarbeiLerftreitrs. Tvashington, 12. Dezember. (FlMlspruch.) Gebern haben Et Führer der Grubenarbeiter den Plan des PriWmttn zur Beendigung des Streiks lirsgmvmmcu.und an bic Streikleitung kolegramme abgesendet. Mit der Weisung, den Streik^ nnzustellcn. Dre Arbeit dürfte am M o n t a g überall ausgenommen verded. . ' Aus I n dicknap olis wird . gemeldet, . daß heute IbetctU die Arl'eft in den Kohlenbergwerken ausgenommen vurde. Im Piltsbürger Gebiet wird jedoch Noch Nicht gearbeitet. Bulgarien verlang die Auslieferttng König Ferdinands. Berti», 18. Dezember. De; „Walanzeiger" meldet, ans ieüi Haag: Die amerikanische Presse tmoffemltfbt eine Nachricht ur ^Associated Preß", wonach, der bulgarische Ministerpräsident 8't a m b u l i n s t i erklärt' habe, baß er sofort die A »,&» i efernN g und Verurteilung König Ferdinands »wie die gerichtliche Verfolgung Mdoslawows beantragen »erde. - ‘ v Die Regelung der serbischen Valutafrage. f - Belgrad» 12. Dezember. lSüdslciw.Preßbur.) Im FmaN^ »imsterlum begann die Kommission lür^die Regelung ver Valutarage ihre Tätigkeit. Die llmwechslnng der Krone m Dinar beginnt im Februar. Die Kommission wird der Negierung die kkelation Vorschlägen, auf Grund deren die Kronen in, Dinar smgcwechsclt werden sollen. Die Kommission ist bezüglich der kkelation noch Nicht einig. B-otscheiWikrschev Mampfbericht. Moskau» 12. Dezember. (Funkipruch.) An der Westfront festige Kümpfe, wobei zahlreiche Deserteure zn uns ^übergingen, pn der Südfront sind die Noklmppen ü b e r B e r d i t s ch e w »orgerückk und stehen 85 Werst südösilich von S ch i t o m i r.Nach satten. Kämpfen würde weiter östlich der Feind zurückgeworsen; ireRotlruppen sind b>s aus 80 Werst nordwestlich E h a rio w vorgerückt. Nördlich von Zarizyn wurde die Wolga Sberschrutrn. Die russische Frage. < London, 12. Dezember. Bonat Law teilt im U n t er* j a u s e mit, daß sich das r u s s rs ch e Problem, unter len Fragen bcstnden werde, die zwischen Lloyd George, Clemenceau . nid dem italienischen Minister des Acußern besprochen werden. Die Kabinettskrise in Polen. ' -Warschau, 12. Dezember. (Privat.) . D-e Bemühungen .H a d e r e w skis,. ein Kabinett zu bilden/ siüd geschenert' und baderewski dürfte seine Mission, noch heme in die Hände, bllsudskis znrücklegen. Man glaubt, daß.das neue Kabinett Unter jem Borsil) S k u l s k is gebildet werden wird. Wojciechowski tzll Minister des Innern nnd^Bilinski Finanzminlsteb blerben. Es verkämet auch, daß dem Eisenbahnminister ein a m e r-i*' dänischer Instruktor 'beigegeben werden soll; als dieser wird Kapitän/W r i g h t, der. Begleiter Sir Samuels, genannt. Die siackricht des „Kurycr Porguny". daß dter Ministerien (das NLMndhelts-, Arbensunö Kunstmimsterium) ausgelassen werden Zollen, bestätigt sich Nicht. Tine Steuer für jüdische GssMftsschilber in ' Warschau. Warschau, 18. Dezember. (Privat.) In Warschau besteht sine 'städtische Abgabe für G. e s ch ä f t s s ch. t l d e r, jeren Eihöhung der Magistrat jetzt vorgeschlägen hat.. Dabei bürde angeregt, für Schilder in z w e i Sprachen eine um t0 Prozent höhere Abgabe emzüheben als für sinsprachige. Diese Bestimmung geht naiüilich ausschließlich gegen sie jüdisches Geschäjtsleme. welche Geschäftsschildcr in polnischer md jüdischer Sprache haben. In der bezüglichen Stadiralsvmmission wurde das Steuerprojekt trotz des Widerspruches des udischen Stadtrates K i r sch bäum angenommen. Um jedoch en ausgesprochen' antijüdischen Charakter des Entwurfes abzumwächen, wurde beigetllgt, daß kür dreisprachige Schilder eine kbvrözentige, für vicrsprachige eine lOOprozentige Erhöhung der Übgabe emtreten solle. ' ' v Die ungarische Frie-enydelegatiorr. . 'Budapest, 18. Dezember. Das Ungarische Telegraphen* Egrrespondenz-Bureau meldet: Heute mittags fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten H u S z a r ein Ministerrat statt, kn welchem außer den Mitgliedern der Negierung noch die Grasen Albert A p p o n y >, Stephan B e t h! e n und Paul Lek e k r teilnahmcn. Der Mmisterrat stellte endgültig die dste t>er Mitglieder der ungarischen Friedcnsdelegativn scst. Als hauptdelegierte werden unter Führung des Grafen Albert A P P o n h i fungieren die Grafen Stephan B e t h l e n und , Paul Trleki, der gewesene Finanzmlnister Alexander P o p o v i c s. der gewesene Staatssekretär Baron Wilhelm e e r S, der gewesene Iustlzministcr Bcla Loftan und der Präsident des Agrikulturverelnes Gras Ladislaus Son»ssich. , Was geht in Keeskemet vor? / Budapest, 12. Dezember. (Utifj. Tel.-Korr.-Bar.s StaatS- 'fettctSr'- tm Justizministerium Karl Nasilw. äußerte. sich einem Mitarbeiter Lrs „8 Orar Wag" gegmüber^lolgender mäßen: Die Regierung yar mit großer Empörung von den Gremltaten per* noinmen. welche nach den bisherigen Feststellungen durch jeden; Militärischen Verbände sernrstehende Formationen in KecSkemet uno Umgebung verübt worden sind. Ich habe der Staatsanwaltfchaft dw Weisung gegeben, eine strenge Untersuchung zur Feststesiung der Täler einzuleiten. Es ist leider außer Zweifel, daß eS sehr viele Ovicr der Grcucltaten gibt. Die NegirrMg wird dir begangenen Mißbräuche aufs strengste ahnden. 14 Terroristen zum Tode verurtellt. Budapest, .13. Dezember. tUng. Tel.-Korr.'Bur.). Heute nm 10 Uhr vormittags wurden die Urteile tm Terrorrstenprozeß gesällt. Der Gerichtshof verurteilte 14 Angeklagte zum T. o d e' d u r ch d e n S t r a n g, und zwar: Joses C s e r n y wcgfn Anstiftung zum Mord in sieben Fällen; Gabitel C s o m o r wetzen vollfühiten Mordes in vier Füllen; Franz K a t a^s, A IA ... A. U « U lllflxA.i.AA O H k' A M LAAAA«U 4a tll CH ^A AA1 . A. v v i rvrflen uüuiuguai ivunucö in jiuvi y vy r u Alexander M e s z a r o s, Maximll>an M a x und Johann ß 11 i ß c r wegen vollführten Mordes in je einem Falle; Gabriel Goldberger-Schön und »Ludwig K ü v i r wegen AnsiiftlMg zM Mürbe in je einem Fälle und schließlich Ludwige P o l a n s z k i zu lebenslänolichrm Zuchthaus.' D e übritzen AnMätzten wurden zn izuchthMtssivasen, beziehungsweise Gesättgnjssttafttt dön 6 Möimten bis ltz Jahren verurteilt. Ger^ ungärische glnseMenfts Budapest, 13. Dezembev. (Nng. Dct^Kott.-Bur.) Die Netzietung hat böfchloffen, vom 1. Jänn-k 1980 an unter gewissen Beschränkuntzen bM'Finsendienst für» --die Staatsschukben wieder awzunehmen, damit' jener Teil der Bevolke.runtz, der sich tm Besitze vün Staatspäpicreu besindet und an der Zeichnung von Kriegsanleihen ttzilgenommen hat, die Zinsen seines Kapitals erhalte. ' Streik im Falkönauer Revier. Prass, 12. Dezember. (Privat.) Die, Bergleute des Falkenauer Neviers' beichlvsien heute, in. den' Streik zu treten und -die Arbeit erll auimnehmen. bis die'Ernährungsverhältnisie'gcbeffert sind. Seit 9. November ist in Falkenau kem Mehl ausgegeben worden. - Die Vermtzgevsstsuer ln der Fschscho- Slowalrei- > Praa, 18. Dezember. (Privat.) „Naröbni Liily" Meldet, baß die Nrgieruntz der Narionalversümmttmtz demnächst das -Gesetz über die Vermögenssteuer vorlepen wnd. Als Stichtag gilt der 1.. März 1919, Außer dieser Vemiögcnssteuer wird noch eitle Sitrta'xe für den Vermögenszuwachs seit 1. Jänner 1914 zu bezahlen sein. r,:- .. ^wVv'v» ' . . ■' , TagesberichL. '. MsttzMche Betrachtttngest. •.. Von Dv. Sünel Peer. ' I. TexUelle AüfMrMkg. . Es schont -wirklich, als ob bk 'herrschenden PolMM, die außerstande sind, unsere Jugend mit dem notdürftigsten täglichen Brvt zü versorgen, sich' weuigstens zur Ehre an-- rechnen, die Kinder immer, reichlicher mit geistiger Nahrung zu füttern. Zuerst bekamen sie in dicken Büchern republikani-s schon, id est sozialistischen Geist, nun geht es an ihre sexuelle Uuttlärung.' Dieses arme Oesterreich muß halt auch in diesem Punkte den hochzivilisierten Staaten mit Sieben* Meilenstiefeln vvrangeheu. So beschließt einfach der Bezirksschulrat über die Köpfe der Eltern hinweg, daß den Schülern, beziehungsweise Schülerinnen her dritten Bürgerschulklasse sexuelle Aufklärung zu erteilen ist. Diese heißumstrittene heikle Frage, die Nur im Einverständnisse mit oen zunächst beteiligten Elternverbanden und Aerzten zu lösen ist, wird einfach glatt dekretiert, .wogegen selbstverständsich von allen Seiten Sturm' geRusen wird. Da man den Fehler einsteht, wird eine Enquete zur Erörterung der ganzen Frage in Aussicht gestellt. Ware da nicht der umgekehrte Wetz der richtigere- , Wie 'stellt sich . den berghohe Bezirksschulrat die sexuelle Nnstlärung einer einzigen'Klasse vor? Wird das sexuelle Thema in der vormittägigen ' Zwischenpause nicht gleich Gegenstand eifriger, stiller und öffentlicher Besprechimgen unter deri Schülern auch der anderen Klassen sein? Sind, alle Schüler einer Klasse sexuell gleich reif?' Gibt es nicht viele dreizehnjährige Kinder, denen da§ Werden des Menschen noch nicht viel Kopfzerbrechen gemacht hat? .Soll man aste Dreizehnjährigen deshalb austlären, weil sich in Wien ein Gäschlechtskranker unter, ihnen gesunden hat? Bis zur Vollendung der Bürgerschule bedarf es keiner besonderen sexuellen Aufklärung in der Schule. Wo es am Platze ist, werden es die Eltern schon selber besorgen. Was 1 not tut, ist entsprechende Aufklärung der Eltern durch Vorträge, in den Elternvereinigungen. ' Wichtig ist die Aufklärung der Jugend in den oberen Mittelschul- und Jachschulklasstzn, deren. Schüler tatsächlich gefährdet sind. , ll. MttterschastSzMMN. Ein staar beherzte. Männer haben den „Bund' gegen den MutberschaftSzwang-"' gegründet Und machen eifrig Propaganda, für ihre vernünftigen" Ideen. Ist es wenn nicht überhaupt, so doch in. unserem Staate bei unseren verzweifelten ErniihnlngS- und LebensverhLltnisfen — nicht lächerlich, die Mutter, die selber hungert und friert, zu zwingen, aufs neue Kinder in die Welt zu sehen, wenn sie sehess muß, wie ihre geborenen Kinder aus Mangel an allen Lebensbedürfnissen zügründegehen? ' Das Lächerlichste an diesem Gesetze, das zum unbeschränkten Muttersegen zwingt und mit Strafe droht, wenn gerade da? Verantwortungsgefühl der Mutter derselben ein Kind verbiete^ ist der Umstand, daß »dieses strenge Gesetz trotzdem kein Abschreckungsmittel ist, sondern noch virlfach an bauerndem Siechtum, ja sogar am Tode mancher Frauen schitld wird, die sich statt an Aerzte, an gewissenlose Hebammen vertrauensvoll wenden. > Die Abschaffung des Mutterschaftszwanges unter gewissen Beschränkungen, die Beseitigung des bekannten Swafparagraphen würden bestimmt' keinen bedeutenderen Geburlenrückgang bringen, als er ohnehin schon besteht, sie wäre» schon vom sittlichen Standpunkt aus zu begrüßen, weil sie viele Frauen schon bei Eintritt der Mutterschaft uyd der UnmSglichkeit der Aufzucht eines Kindes von hen schwersten seelischen Konflikten befreien würden, denen sie' jetzt vielfach ausgesetzt ' sind. Aber auch der Staat, der doch hofftutlich nicht mehr so viele Soldaten brauchen wird und daher kein Interesse au der Ueberprodultion von Menschen hat, wird der ungeheuren Lasten ledig sein, welche die große Zahl der tuberkulösen/ syphilitischen und minderwertigen. Kinder ihm aufhäufen, wenn den geänderten.sozialen Verhältnissen entsprechend den. Frauen auch als Mittern das Selbstbestimmungsrecht eingerLtrmt würde. ■ Züdiscke volkstüml. Vorträge 1)1 itW««** * Morgen Sonntag den 14. Dez. is s, halb ll Nhr Vvslrv NlzVirKA. vorm..itnHorei »«onNnental" ^«ingang Pratrrftr., Kpveche«: 1. Dr. Nllred Nossig (Berliner Soziologe) über: Die Bedeutung vonjüdiswenDocbswulen » und 2. . Ado» Gelber SfSSSZ, ab»: popper-Tinkeus Karten zu, 2 und 3 Kroum an der KaÜ> Die Kultur. ' 7 Während StiMtskamler und Minister ln Paris stm.ÄtÄ und Kohle Mit, unterhält sich ein Teil der gewesenen Olnziere!, Wiens in seiner Weise. .Sie bevölkern die Henrigenschenken^ kommen am Sonntag zuni Antsiemitenbumntel ' Und. preisen voll Neid ihre .ungaklschrn Kameraden, die unter HorthyK und Friedrichs Bdfekt große Siege üvek. jüdische Mädchen üntz Müchs KasieUschränke leiern konnten. Dtt Herren dichten mich. Hier eines Probe ihrer Kunst/ dis wir ihrem Organ, der „Ptaatsweyr - entnehmen: ' . : Da blickt der Stssfel zvntig.aüf mich nieder, / M murmelt E der M stolze Dom r '' 7'.- ' „Bringt euch doch selbst die alten Zeiten toite*?*v A„, Wenn schon nicht andekS, so durch d en Pö gr a m!/ AMö« zur Versorgung Mdischsv Kinder im Auslände. | Dle^ Aktion M Bersörgviig jüdische Kinder sin Aus« laiide, welche der Jüdische/ Natiö.n dIiäi ‘ gemeinsam mit der «Sozialen HilsSgemein schüft Attittat Müller^ im Mai'1918 ins Leben gerufen hat, zieht immer weitere Kreise und gereicht tausenden Kindern zum Segens Gn ans Holland eiugekängtes Schreiben teilt mit, -daft neuerlich 1396 Kinder im Dezember nach Hol l ü n v kommen dürfen, Du am 18. November 618 Kinveu Wen Verlässen haben, werden insgesämt öööö Kinder diesem Muter die Segnungen eines bietMönMichen Er» holüngsaufenthaltes in Holland genietzen MneU, j Leider hat die Not Unter den jüdischen Devolksrüngs< schichten so zutzenontmen, daß trotz dieser großen Zahl nicht alle Kinder, welche um Aufnahme üngesucht haben, -mitge^ kommen werden können. Die Leitung der Aktion teilt Mi» daß SS nicht mehr möglich ist, neue Gesuche cnw gegerlzunehmeU, da Mehr ms 8006 Gesuche eingelüüfen ftnd^ Ein Kind, welches bereits an einer Ferienaktion teilge-i nommen hat, kann kein zweites Mal mitreisen, außer, es wird von den Pflegeeltern, in Holland bei der Leitung dev Aktion üngefordert. Grundsätzlich kann von einer Familirs nur ein Kmd eingereiht werden^ Leider weist die Liste untess' 1206 Plätzen ttüt 282 für Knaben auf, so daß gerade vielleicht bedürftige Knaben werden zurückgestellt werden muffen. j Herr Oberrabbiner Dr. C Hajes hat auch mit deutschem Städten Fühlung genommen, damit bei der in Deutschland ins Lehen gerufenen Aktion auch jüdische Kinder berücksichtig^ iverden. , . —r—* . :y$S, Dsutschlaud für die Wiener Kinder. "8 In der gestrigen Gemeinderätssitzung verlas ÄüWD> möister Reumann folgende Depeschen, welche in Angelegenheit des HilfswerveS für Wiener Kinper «cs dMtschen Städten eingelangt sind. '? Aus Augsburg: Oesterreichisch'e Gesellschaft Augsburg kann bei guten Familien 800 arme unterernährte Kinder im Mer von fünf bis acht Jahren sofort unterbriugem Dauer des Aufenthaltes drei bis Zier Monate. Präsident Hämmerle. —' Aus Schwetzingen: Auf unsere Veranlassung bereits über 100 Familien fterrdigst bereit erklärt, über Winter je ein Wiener Kmd in Pflege zu nehmen. Namens^ Verzeichnis Agt per Post. Bitten umgehend weiteres z« veranlassen, Fürsorgestelle verständigen. „Schwetzinger.Zeitung". —. MuS Darm st a d tr Veranlaßt durch einen Ausruf in der „Hessischen Landeszeitung" haben sich eine Anzahl Bürger Darmfladts und Umgebung 'bereit erklärt, eine Anzahl Wiener Kinder den Winter über in Pflege zu' nehmen, hessische Landeszeitung", Darmstadt. — Aus Augsburg: Ihr Brief nicht eingetroffen. 200 Wiener Kinder werden hier ait| Weihnachten bestimmt erwartet. Oesterreichische Gesellschaft Augsburg. — Aus F r a n k s u r t a. M.: Frankfurter Faunliew .wollen auf Weihnachten etwa 60 arme Wiener Kinder kostend los aufnehmen; bitte Maßnahmen zu treffen. DeUtschöster-j reichischer Bund: Langer. —- Aus Hadersleben: Vorläufig 50" Kinder angebracht, 35 Mädchen, 15 Knaben ' si Alter von .vier bis zehn Jahren. Erwarte Nachricht, wan dieselben kommen können. HanS Magnussen» — Ski! München: Bayrischer Städtebund 1 hat seine' Mitglieds zur regen Beteiligung an der deutschen Hilfsaktion fft unsere Stammesbrüdä in Oesterreich aufgerusen. Knorr, Bürgermeister. Aus Karlsruhe: Wir haben gestern. Aufrrtf erlassen, der die Bürgerschaft der Badischen Landes'-! Hauptstadt Karlsrrrhs auffordert, Wiener Kinder bei sich aum zunehruen. Zahlreiche Anmeldungen guter Familien liegens bereits vor. „Badische Landeszeitung". Aus Donau-t eschingen: Bezirk Donaueschingeu, 34.000 Einwohners Landwirtschaft tveibeirde Bevölkerung, bereit etwa 30 bis 30j arme untevernährtL Wiener Mnder während, des. WinterA iu Pflege zu nehmen. .Bezirksamt.;• ZÄdisches Mufeam. x *. SCtrt B. b. M. hielt irr den RäuNlett b'er WwLÄ VÄth die „Gesellschaft für Sammlung unÄ Kettserviernng von Kunst-und historrschtzn Denkmälern des Judentums" die lt. ösbenra liche Generalversammlung ab- Der Vorsitzende, Her« Hofrat' Professor Dr, A-, Pölitz er, erstattet« den mÄ vielem Beifall aufgenommenen Tätigkeitsbericht beA Kuratoriums für die ab gelaufene Berichtsperiode! .1914 bis 1918. 1 Hierauf hielt Herr 'Oberrabbiner Dr.H'.P.Ch üjeA einen höchst interessanten - und belehrenden Vortrag: Die jüdischen Katakomben in, Rom ak^ Geschichtsquelle.-Ausgehend von dem Nachweis« der Mntinuitä! einer Judensiedlung seit 63 vor Ch'., in. Rom als hervorragender Diaspomgömeinde verbveitetL sich der Redner nach einer Beurteilung des hohrm Wertes der Zkatakomben als Geschichtsquelle und mm einem kurzen Rückblick auf di« schon tm 17. Jahrhundert beginnende Geschichte der Jüdischen Katakvmbenfor-! schung über die aus den Inschriften erhellende Organs sation der einzelnen römischen Gemeinden jener TagÄ die in gewisser Hinsicht mit der gegenwärtig in Ainsrivm Mew-Uork) geltenden Ordnung zu vergleichen ist. DÄ Inschriften der bisher entdeckten fünf Katakomben mit ihren identifiziertest elf, respektive zwölf Gemeinde^ erweisen neben teilweisem Aufschluß über die damaligen Berufs- und ErwerbZverhältnisse den jüdischem Einfluß auf die heidnische Wett, was dadurch gekenrÄ zeichnet' ist, daß in den Katakomben eine größere An--! zähl von Nichtjuden, darunter solchen aus hohen Stän^ den, den Vollproselyten, sogenannten „Gottesfürchtigen'^ beerdigt erscheinen. Die anziehenden 'Aussiihnmgell' fanden reichen Beifall.

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