Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 318 (10.12.1919)
- Date
- 1919-12-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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♦ Seite 4 Wien. Mittwoch *—»---—-——-—ä—:- Wiener Morgenzettung W. Dezember 1919 fe 318' Minister Dr. Milan Hvdza. - Prag, 9. Dezember. Der Präsident “bet Republik hat folgendes -Handschreiben erlassen: Herr Dr. Mrlcm Hod-a in Prag. Ich ernenne.Sie zum Minister für Vereinheitlichung der Gesetzgebung und -der Organisation der Lerwalurng in der tschecho-ilowakrschen Republik. G. Masaryk r». x. Tusar ra. p. Phil. De. Milan Hodza war zuerst Mecho-slowalischer .^iamLationskomm fsär in Budapest, dann l sch echo-slowakischer Siaalssekrerär für die Slowakei. Geboren in Sucan im Turoczcr Konntat. wuidc er nach Dollciiduna senrr Stuben Journalist. Er gab m Buduvcft slowakische Blätter heraus, wurde 1905 nt den ungarischen Reichstag gewühlt, wo er der einzige war, der sich als Slowake bekannte. Seit dem Umsturz-ist er Mitgl cd der Prager Nationalversammlung. Seine Aufgabe soll vor.altem^ darin bestebcn, die Gesetzgebung und Verwaltung der Slowakei, welche bisher aus der'^ magyarischen Vergangenheit ausgebaut warm, mit den tschechischen Einrichtungen zu amalgamwren. Dr. Hodza batte kürzlich, wie wir berichteten, m Wien eine Unterredung mit Sir Clark, der ihn ans der Fahrt von Budapest nach Paris zu sich gebeten hat. . . Die Südslawsrr rmLerschreiben. Paris» 9. Dezember. Gestern baben die Ju p o flawen und die Bertreter der Großmächte imBineau Jules Ca mb ans den Zusatzvertrag mm Berti ag von Saint-Germain mttcklchrieben, worin die Grosunächle den Jugoslawen gewisse finanzielle Vor leite einräumen, möbeiondere was die Reihenfolge der Geltendmachnrig ihrer Reparanonsonspruche betrifft. Vsdsn sperrt dre Ausfuhr in die Schweiz. Karlsruhe, 9. Dezember. .(Tel.-Komp) Die badvche Regierung hat dee Ausfuhr für Gegenstände des täglichen Bedarfes. nach der Schweiz gesperrt, um die völlige Ausplünderung des Badener Landes zu verhüten. Zweiter jüdischer Studententag. Der zweite jüdische Studententag führte gestern die Generaldebatte über die am Montag erstatteten Referate durch und'nahm sodann die Wahlen zum jüdischen Hochschulausschuß vvr. Es wurden gewählt: Zum Präses Dr. Med. Otto G ersun y, zum "I. Binpräses Phil. Brnnno N a b i n o w i tz (Prestereserent), zum II. Bizcpräses Med. Mor-z Schiller (B'udgetrefrrent), zum Schriflsührer Med. Samuel O r n st e i n (Kanzleileiter), zu OrganlsationZreferenten Pkcd. Willy Langstern und Exp.-Akad. Ehmm Glich zum Verbandskasster Phil. Isidor Großberg-Peczenik, zum 1. Wiitschaflsreserenten Med. Paul Feldes, znm U. Wirtschastsrefereiten Ingenieur Josef Klein, zum l. Kulturrcferenten Jur. David Holpern, zum U. Koltuvreserentcn Ingenieur Josef G o t t l i e b, zum Veranställungsresereirten Ingenieur Leo F e g e r, zum Sportieferenten Doktor- Erich F r i e d m a n n, zum Mittelschulreserenten Dr. Isidor K l a der. — Zu Revisoren wurden gewählt: Jur. Etgar' Rauch, Jur. Ludwig H o s st ä d t e r, Exp.-Akad. Al'red B o n d y Md Erp.-Akad. Louis Vogel. Dem «btretendcn Hochschulausschuß. wmde der Dank, .das Absolutorrum und das Vertrauen des Studcntentages Jaofiert. Die Slaluteridrbatte wurde in den Berbandsausickuß verwiesen und dem Vcrbandsausschuß das Recht erteilt, diesbezügliche bindende Beschlüsse zu fassen. Was ML LLe jüdische Schule? fWerbeversammlung des Jüdische« Sch«lverei«es.> Der junge Jüdische,Schulverein veranstaltete Sonntag den 7. Dezember eine überaus eindrucksvolle Werbeversammlung, die durch einen grundlegenden Bortvag des Direktors des jüdischen Realgymnasiums, Herrn Doktor stell ne r, über jüdische Erzrehun-g und oen Zweck der jüdischen Schule sowie durch die klaren Ausführungen des Herrn Oberrabbin-er Dr. C h a j e s erhöhte Bedeutung erhielt. Samens der Leitung des Jüdischen Schulvereines eröfjnete. Universitätsdozent Professor Dr. Geiger^ Herr Direktor Dr. Kellner führte hieraus folgenoes au^. Die Schuld am Kriege trägt die bisherige Schulerziehung, der preußische ebenso wie der französische Untere lehrer. Der Unterricht muß ein Gesinnungsunterricht in dem Sinne werden, daß er die Jugend zur wahren Menschlichkeit erzieht. Die M-^schlichkeit aber ist ein jüdist'es Ideal. Bisher haben die Mittelschulen nur taugliche oder besser gesagt untaugliche Beamte erzogen. Aufgabe der Schule aber muß es werden, denr absoluten Geiste zuzustreben, der über dem Staate steht. Aus den Schulen müssen Menschen hervorgehen, auf die das.Bibelwort zutrifft: „Der in Einfalt, wandelt, recht tut und* die' Wahrheit spricht in seinem Herzen." Als vornehmste Aufgabe erachten wir in unserer neuen Schule, der jüdischen Jugend vor altem Sachlichkeit zu geben, sie zu lehren, auf das Wesen der Sache einzug-ehen und sie von den seichten Umschreibungen sowie von den „Pointen" zu befreien. Erkenntnis des Wertvollen nnv Haß dessen was nichts wert ist, tut not. Das Berächtsiche uno Gemeine muß abgelehnt werden. Sachlichkeit dem Absoluten, dem Gerste gegenüber ist Ehrfurcht und diese Ehrfurcht brau cht unser Geschlecht. Den Westjuden - kennzeichnet geradezu der absolute Mangel an Ehrfurcht. Mit. dem gewissen mokanten Lächeln stellt er. sich über alle Dinge, weiß alles im Handumdrehen und glaubt es besser zu wissen crls die anderen/ Die eben gekennzeichnete Ehrfurcht muß dem jungen Westjuden eingeimpst werden und wir.müssen die Jugend auch zur praktischen Betätigung der Ehrfurcht führen:;ur Opfecfähigkeit. In der fremden Schule führt der starke Druck, den das jüdische ftiu'o empfindet, zur Kriecherei und Assimilation, zur Vereinsamung und Verbitterung. Der jüdische Schüler hat dort keine Jugend. Gerade die jüdische Schule wird das Ghetto überwinden, welches die anderen Schulen geschaffen haben. Zwei Momente'sprechen für die jüdische Schule: zunächst die zweifellos jüdische Eigenart. Wir cnsifsm die verlümncertsu, herrlichen, urjüdifchen Jnjrin-ite stärken und die in der Diaspora erworbenen schlechten Eigenschaften beiümvfen. Die Freude an der Natur' ist der I u g e n b rv i e de r zu g c w r n n e u, denn sie ist urjüdifch. Man aeuie an das „Hohe Lieb und an den Psalm >04, welcher gleichsam hie ganze Natur in ihrer Fülle «ntbält. Und die starte, spezifisch-jüdische ^ntellektualität ist von dem Krebsschaden der Oberflächlichlieit, der Geistesflucht, dem „Journali-muS" zu befreien. Notwendig ist unsere 'iiyXt :;L'c au.i, um der jüdischen Jugend die-jüdische Ber- ^ange-n.-n;lnrlur wieder'-ugeben.' Jich.besondere den West* Men fehlte jede Tradition. Es ist ein inniges Verhältnis zur Bibel Herzustelle«.. Unsere jungen Menschen müssen sie aus dem Geiste unserer Zeit wahrhaft erleben und es muß ihnen der unendliche Geistesschatz des Talmud eröffnet werden. Durch Beispiele ^beweist der Vortragende den tiefen, sittlichen Wert der talmudifchen Schriften. Bor allem aber ist notwendig, die hebräische Sprache zu lehren, und zwar als.Inhalt. Zweifellos muß die Erziehung in der Zweiheit Europa und Judentum erfolgen. Diese Zweiheit muß irnverhüllt hingestellt werden. Nur so kann das Ghetto und die oberflächliche Assimilation, welche die Menschen zerbricht, überwunden werden. Dies aber ist noch nicht genug erkannt worden, daß auch die Ueberwindung des heutigen Judentums jüdisch ist und daß sich gerade in dieser Ueberwindung das Judentum bewährt. \ Nach diesem Vortrage, den wir nur auszugsweise wiedergeben konnten, und der mit großem Beifall ausgenommen wurde, ergriff Herr Oberrabbkner Dr. C Hajes das Wort. Er sagte unter anderem: „Ich weiß, wie schwer pie Wahrheit ihren Weg macht, und lch klage nicht über die Hindernisse, die sich uns entgegenstellen. Auch ilfrer die furchtbar gehässigen Angriffe nicht, die in letzter Zeit gegen mich gerichtet werden. Man schüttelt sich — und geht weiter. Aber darüber klage ich, daß uns stets dieselben Einwürfe entgegen- 'gehalten werden. Immer wieder heißt'es: wir führen ins Ghetto zurück, ins Mittelalter, wir führen eine Absonderung von den nichtjüdischen Mitbürgern herbei. Ich wiederhole es eindringlichst: Unsere neue jüdische Mittelschule ist eine int' höchsten Sinne des Wortes.moderne Schule u n d f r e i von allem Chauvinismus. Wäre sie anders, ich wäre der Erste, der sie bekämpfen würde. Keinesfalls aber bauen wir.eine Mauer zwischen uns und den anderen. Unser Schulwerk wird es geradezu erst er mögt ichen, daß Ju 5 eit und Nich tju den. e ina nder verstehen' lernen." Nach dieseri Ausführungen, welche zur Aufklärung sehr, viel beitrugen, -schloß Herr Dozent Dr. Geiger die Versammlung. Die zahlreichen Beitrittserklärungen zum Jüdischen Schulverein sind geiviß nicht der einzige Erfolg der Veranstaltung. Das Publikum bestand zum großen Teil aus.Kreisen, die brsnun abseits standen und zum Nachdenken^ über die jüdischen Probleme angeregt wurden. Angelo Sisner — päpstlicher Baron. Pavsi Benedikt XIV. bat zum erstenmal m der Republik Oesterreich eine Adelserhebung vorgcnommen, indem er den Herausgeber der „Jn^ormat-on^ und, des „Sonntags Angela E i s n e r, zum vcipstilchen Baron ernannte. Ansicllo Ec'ner ist bekanntlich ein getaufter Jude und hat sich um dos Zustandekommen des Wiener euchallstrschen Kongresses ganz besonders vcid ent gemacht. Daß der erste päpstliche Baron her Republik Oesterr-ich ein verflossener Jude. ist. dazu noch eine jener klassischen. Gestalten auS dem alten Oesterreich, dre erst jüngst Graf Adalbert Stcrnberg io tüchtig auis Korn genommen hat. wud allgem ine. ve.ständmsinnige Heiterkeit Hervorrufen. Wann, kommt Herr Dr. S i e g h a r t dran?. Das kmhollsche Wien wird von dieser AdclserHebung wenig erbaut sein. Die Wohnungsnot in Graz nnd die Juden. Bei einer Versammlung der Grazer Wohnungssucher fdie sich selbstverständlich auch zu einem Verein organistert haben) die am 2. Dezember statlsand, wurde von Bersammlungsteilnehmern mehrfach der Wunsch nach A u Z w e i s u n g der Juden kund'gcgebcn. Der Vertreter des städtisch:« Wohnungsamtes. .'Gemeinderat Dr. Bicnert, versicherte zur Verterbigung dcs Wohnungsämtes, daß dasselbe an Juden und Ausländer Wohnungen nicht z u w e i s e. Bekanntlich bietet aber das Wohnungsamt die einzige Möglichkeit. Wohnungen überhaupt zu erhalten.. Mithist behütet e,ne derartige Maßnahme der städtischen Behörden eine Ausschließung von Juden aus Gra^ auch wenn sie österreich sche Staatsbürger,sind. .In der jüdischen Bevölkerung harte schon lange das Ge'ühl Platz gegriffen, daß die Wohnungsg6uche jüdischer und Mischer Wohnungswcrber veischieden behandelt werden. Durch die Erklärung Är. BiencrtS ist dem jüdischen Nanonalverband siir diesen Geietzesbruch der Beweis in die Hand gegeben. Selbstverständlich hat der Jüdische Nitionalverband in der mrrgüchrstm Weise beim BLrgermclsteramr in Graz Vorstcllungen erhoben. Von der kultttreLe« Tatlgkert drr„AManee". Wie die gäusiich ässtm latorisch gerichtete Tätigkeit der Alliance Jsraelite Universelle ihre kulturellen Aufgaben ,m Orient ansi bt, beweist d,e folgende Nachricht: De neugegründese Mädchenschule der „A l l r a n t«" r n D amas k n s nimmt Schülerinnen nur auf. wenn sie sich verpflichten, erstens die hebräischen Abendkurse nicht zu besüchrnj zweitens mit den Schülern - der bebrärschen Schiilm kemcn Umgang zu pflegen, d'.incns an Stelle des Grußes „Schalvm" „Bon Jour", zu sagen, viertens aufder Straßenur Französisch zu sprechen! Der Kampfder „Alliance'' gtgen den nationalen-Geist und die Renaissanc/ des Hcbiäi'chen ist cin-alres, stnr.chinlrch s Kapitel. So wird jener tultuilofe Geist eines jüdischen Levantinerrums gezüchtet, hinter besten modisch-europäischer Tünche sich eine völlige Gesinnungslosigkeit birgt. Makkabaerfeier des zionistischen Landeskomitees. Dienstag dm 16. d.M., prLzise '/«6 Uhr abends, findet im Sosieniaal, M.,. Marxergaste 17, die große Mattabäerfeier des zionistischen Landcskomitees statt. Die Festrede hält Herr Obertabbmer Dr. C h a j e s.' die Begrüßung in bebräi'cher Sprache H'en Ludwig B a t o, während das LichterauzLndtn Herr Oberkantor D o n F u ch s übernommen hat. Weiter haben ihre freundliche M>twirkllng zugeiagt:. Jüd scher Grsan"verein unter 'Leitungf seines- Cbormelsters Professor Erdstern. Klayrervmuose Professor Julius. W o l f s o h u. Herr Josef S ch r l d k r a u t und Fräulein Mwjam Schnabel. Kartcnvorverkauf iiu ' dieser Beränstalkung im Z onistüchen Bureau, ll, Zirkusgasse 33, und Buchhandlung Lorvrt. l., NolenturmstrM 22. und an den Schaltem der. „Wiener Morgenzertung", A., Daborstraße 1. HeimbefSrderttng der palastlnenfifchen Flüchtlinge. Das Komitee zur Heimbesördernng der iiidischen Flüchtlinge aus Palästina vcrsendct folgenden Ausruf: Durch den Krieg warm viele Hunderte Juden gezwungen, Palästina, wo sie seit Jahrzehnten ihr Hejm gefunden hatten, zu verlasten; sie wurden als „feindliche" Staatsbürger verjagt oder flohen selbst vor Hunger und Seuchen. L:elc von ihnen, darunter die Mehrzahl htlfiofr Frauen und Knider, haben ,n Ären. m. Nikolsburg und anderwärts Zustncht gesucht und zur Not gefunden. Kümumlich ' genug haben sie. b-s heute hier ihr Leben geflistet.- Nun s.hen sie sich neuerdings als lästige Ausländer bezeichne«, und von der verdopvcltcn Not des Winters bedroht, zur sofortigen Rückwandmlng genougc.'- . , ■ . j Schiffsraum und Einreisebewilligung erscheinen gesickert . noch nicht aber die M ttel zur Deckung der , hohen Mchrko6«tz welche pro Kopf, ohne Verpflegung, sttcht weniger als K 2500.-i betragen. I In Wien, dem Hauptetappcnvnn'kt für unsere Palästi««^, Heimkehrer, haben sich denn - angesichts .der Dnngltchkett bei - L»l'sak,ron - alle maßgebenden , -übrschen KörpeMaflr» - ^Jsanl tüche Kultusgemeindr, J raelitische Allianz. Bsttm B'rith<' Z onistlsche Organisation. American- Jo,nt Distrrbmoa Comm'tee. Palästlna-Amt. die Kolsiim Oesterreich-Ungarn. und D^ohobycz. und der Bere n „Ovftrkag") m Erwetterung desschon früher ' bcstanden-n „Komitees der vier Organisationen- ' zusammcngeschlosten um dies Hindernis zu überwinden. , j Da jedoch unsere Mirtel nicht hMerchen. wenden, wrr mi, an das jiidlsche Publikum mrt dem rvdrmen und d r i n g.e m den Appell, durch rasch« und aus glebr,t S p e n d e n dre Durchführung der Aktton zu sichern. :' Unter jüdlschen Brüdern braucht es nicht vleler Worte. GM flilk, Fraum mit ihren Männern, Kinder mrt «k»rm Eklcrn nach Jahrm bitterer Trennung und drückender Not wieder zu vereinen^ 'eine ganze unglückliche Gmiemde ihrer Heimat, dem trns alle»s bnlgcn Lande, weder' zuzufükren. Zahlstelle: Allgemenev Depositenbank, Men, SchotienriNg 1, Konto „Palastinw- - Hemrkehrer". Zfidifche Kindetfrettnde. Durch die Erfolge der im September 1919 durchs geführten Samm-ekaktion war ss möglich, eine« Ml'> der uns gesteÜten großen Aufgaben zu erfüllen. Wiv können auf die Errichtung von f ünf-TagesLerm-i statten hi'weisen, welche insgesamt 7 0 o d<.,Li ärmsten Bevölkerungsschtchie entstam-!. men den Kindern Au'enthalt in warmen Räumen^) Verpflegung, Bekleidung und pädagogische Betreuung!/ bietet. . i Die Erhaltung, der Heimstsiiten stellt a.n die Lei- - stungsfähigkeit unserer jungen arbeitsfreudigen In--) stitution so gewaltige Ansprüche, dast wir gezwungen,' sind, neuerlich Wege ausfindig AU machen, um-n«S / in den Besitz der Utzbedingt nötigen Mittel zu setzen^! Nur durch die größte Unterftützrlng der gesamten jüöi-, schon Bevölkerung ist es möglich, die angestrebten Ziele j zu verwirk sichen. / Die Vcr<insleitung veranstaltet Donnerstag -den', 18. Dezember 1919. halb 6 Uhr abends, im großen Konzerthaussaal eine Chanukah-Feier, deren! Reinertrag zur Erhaltung der Heimstätten dient.' Karten erhältlich bei Konzertkasse Guttmann. Buch-s Handlung R. Löwit, 1. Bez., Rötenturmstraße 22,. und im Sekretariat des Vereines, 2. Bez., Obere TouE^ straße 91. Ferner findet Dienstag den 23. Dezember,' halb S Uhr eine Kinber-Chantzlah-Feier im großem . Musikbercinssaal statt. Karlen von 2 bis 10 Krom^- wie oiien erhältlich, ebenso in d^tr Heimstätten. - 18.089 Geburten geneu 5t000 Todesfälle in Wie«. Eine erschreckend Statistik für Men. lieferte kürzl'ch OEves Stadtphysikus Dr. B o h m in der Beznkszenlrale töte Tnderkuloenrürsorge. Nach seinen Ausführpngcn ist der Geburtenrückg a ng und'die S l e r b li ch l.t r tS zu n a h m e ap> radem ungeheuer groß und die Fouschrme der Tuberkulose ,n Wen hat in den letzten Jahren geradezu e» o r m e F o r isch r' t l e gemacht- , ' ,, ' Die Zahl der Lebendgeburten, welche sm Jahre 1911 noch 361 l8 betrug, ist rm Jahre 1918 aus 19.25? gesunken. In derselben Zeit lst dre gesamte -S t 11 dllchkeitin Wien von 33 268 aus dl 497 9 e st i eg e n. Die Todesfälle an Tuberkulose erreichten rm Jahre 1911 die Zahl 6223, im Jahre 1917 schon 11-471 und im Jadre 1918 die Zatzl .11.ki81. Bis Ende Srv embn 1919 stieg die Zahl-er' an Tubnlulose Verstorbenen au? 9(U9. so da« für das ganze Jahr berechnet d«e Zahl 12.060 überschrilten weiden dürfte. Die Anrahl der in F ü r s t r ps e genommenen Persone» ist im heurigen Jabre aus 16.0<0 gestrege« gegen 4360 ba ftabte 1917 unb 5900 tut 1918? Der Lohnkampf im Slhankgeworbe. In der Vollshalle des Rathauses fand gestern nachmittags eine zahlreich besuchte Versammlung der Gastwirtegenossenschaft statt, die zu den Lohnforderungen der Gehilfenschaft SteMng zu nehmen hatte. Wie der Referent Steg baue« mitteilte, verlang-«:«- die Gehilfen eine 40- bis lOOprozentige Teuerungszulage im Rahmen des bestehenden Kollektiv-, Äohu- und Arbeitsvertrages. Auf Antrag des Gastwirtes Kraus wurde eüistimmig beschlossen, die Forderungen der Gehilfenschaft^ als unannehmbar a b zu le h nett und neue Verharr.»- lungen auf anderer Grundlage mit der Gehilfenschaft:- einzuleiten. . Der Geist Gladstones photographiert. lJu einrr spirltlstifchen Sitzung erscheint der GE Gladstones. — Em Gespräch von 35 M,nuten. - Der Geist mrd pholographltrt? Der englisch«- Spiritist Walter Wynn berichtet einem Vertreter der „Daily News", baß sich in seinem Besitz ein Bild des Geistes des englischen Staatsmannes - William Edward Gladstone befindet, der in einer spiritistischen Sitzung in Crews erschienen ist. Wynn hatte das Bild 'dem Sohne Lord Gladstones gezeigt, bsr, sofort erklärte, daß er in de» schattenhaften Umriffett sofort die Züge seines Vaters erkannte. Das Bild stellt den Staatsmann rm Alter von 1® bis 80 Jahren dar,.. . Mister Wynn erzählt weiter, dvß er sin einem >hetlerleuchteten Zimmer deutlich die Stimme seines tote« - Sohnes erkannte, der zu ihm genau so wie zu Lebzeiten sprach. Dann hörte er Plötzlich die Stimme William Edward Gladstones, dsr in demselben Don sprach, in dem er seine Reden im Anterhause hielt, Wynn hat Gladstone in ein langes Gespräch verwickelt^ welches fast 25 Minuiefi bauerte, und machte schließlich die Photo graphische Aufnahme von Gladstones Geist. Wynn erklärt, daß er 'die Photpgraphie und das Gespräch demnächst m einer Zeitschrift zur Veröffsnt-- lichring bringen wi.rd. i /