Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 317 (9.12.1919)
- Date
- 1919-12-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Dienstall Wiener MorgerizettrmK 9. Dezember IStA —■ nn... ' ■■■' ■■■■' ■ 1 > » »— 9it; 3« ist und nie lügt-, erwiesen, wäre, daß „gewisse G r c m e u t e" 'die Rumänen, baten, Budapest nicht zu räumen. sOie Besetzung der ungarischen Hauptstadt durch die Rumänen hätte einen Schaden von mehreren Milliarden verursacht. „Wer die gewissen Elemente' sind," •' schreibt das Blatt, -„wissen wir, denn seit Jahrzehnten werdtn nur die Juden NlZ »gewisse Elemente' bezeichnet. Die Juden wollen uns seht Sand in-die Augen streuen. Ne Irren sich! Die Milliarde nwcrte, die die Rumänen Mit Hilfe ihrer Mischen Freunde ans Budapest verschleppt haben, können -nicht durch *00,000 Kronen gutgcinacht werden." : ,. i . » 1 ' - p.: - ■ i Die ungarischen Juden befinden sich kn keiner veneidenSwerten Situation. Sie, die seit langem chauvinistischer taten als die Kernmagparen, müssen unter oer üppig in die Höhe geschossenen Reaktion kerben, die sie für den Kommunisu'.us büßen lassen will, unter dem sie . nicht minder gelitten haben als die Ungarn. Nunmehr werden sie, die Ueber- Patrioten, auch des Einverständnisses mit dem. Feinde beschuldigt und sollen an der rumänischen Besetzung die Schuld haben. An den ungarischen Juden rächt es sich, daß sie so lange ihr wahres Wesen verhüllten' nun will man sie für alles das Bad ausgietzen lassen und zweifelt an . ihrem überlaut betonten Ungartum, tyeif einige! Juden Bolschewiken waren. . .^_ . VorkszLhlung in PalSstina. .-AnS?incm Bericht, den die Verwaltung von Palästina veröffentlicht, geht hervor, daß in den MmessariflikS Jerusalem, Nablus und Äcco von dM englischen Behörden -eine. Volksz ä h l u n g veranstaltet worden ist. welche solgendeÄ Resultat batte: Mincsiarisiik Jerusalem 847.83) PersEn, Muiesiariflik Na blas 114.2)6 Pwonen, Mutesiarifllk Acco 155.62V Personen, zusammen 617.261 Personen. Unter dieser Gelamtbevöllerung von 617.261 Peuonen sind zirka 65.866 Juden, 68.566 Christen und der Nest Mohammedaner. Nach den letzten Angaben der türkischen Ctandcsäiinrr vor der Eroberung des Landes durch die Engländer waren vorhanden: cm Mutesianflik Jerusalem 398.868 Personen, gmeaüber dem englischen Zensus +• 50.377, im Mulessariflik Nablus 153.749 Personen (+ 9493), im Mulessariflik Acco 137.164 Personen (-7- 17.856). Insgesamt hätte sich also nach dem neuen Zensus die Drvölkerüng gegenüber dem türkischen Zensus um 42.014 Seelen vermindert. Die vorgenannten drei Muteffarifikks machen nun allerdings noch nicht das gesamte Palästina aus. Es kommt noch das Ostjordanland hinzu., das zu den Mutessarifliks Kerak und Hauran söwre No.'.dpalästina, das znm Mutesianflik Beirut gehört. Für d.rse Benrke lzegt ein englrscher Zensus noch nicht vor. Eine ans den ley'.en Angaben der türkischen Personenstandsregister beruhende Schätzung aus Palästina gibt solgrnde Zahlen: im Mutesianflik Kcrak 68.000 Peisonen, im, Mulessariflik Hauran 180.606 Personen, im Mutessmiflik Beirut (in dem zu Nordpalästina gehörigen Teil) 70.600 Personen. Die GesamtbevölkerunaPalästinas würde sich hiernach gegenwärtig, wenn man das ganzeMutessariflik ^aurau hinemrechnet, aus 965.261 Seelen stellen. Kampfe mit Einbrechern. In der Nacht zum 8. d. M. wurde an zwei Stellen der Ttadt die Ruhe durch Revolverkämpfe gestört. In zweiVierteln, die sehr beließt sind, inderRotenturmstratze and in der Taborstratze, wurden Einbrecher, die vom Kanal aus in Geschäfte zu dringen versuchten, ertappt und; Lehrten sich mit Revolvern. Am 8. d. M., halb 1 Uhr morgens, hörte die Hausbesorgerin des Hauses 1.. Bezirk,- Köllnerhofgasse ß, vom Keller her ein Geräusch und verständigte die Polizei. Wachmänner drangen jn den Keller und besetzten die AuSgönge. Die Einbrecher iahen die Wache nicht. Erst als der Strahl ihrer Blendlaterne ruf die Wache fiel, nahmen sie wahr, daß sie da nicht flüchten könnten. Sie kehrten eilig um und flüchteten in den Keller zurück. Aufdie sie verfolgenden Wachen gaben sie eine stcihe von Schüssen ab. Die Wachen blieben zum Glück unverletzt und erwiderten das Feuer. In der rabenschwarzen Finsternis ^beS Kellers gestaltete sich die gefährliche Verfolgung sehr schwierig und schließlich formte die Wache einen der Einbrecher, den 27jährigen Hilfsrrbeiter Theodor Sklunik, 3. Bezirk, Kölblgasse 14 wohnhaft, festnehnien. Ebenso mühevoll gestaltete sich die Verhaftung zweier Einbrecher, die mit einem dritten Genessen, der aber entkommen ist, einen Einbruch im Geschäfte 'des Uhren-, Coldnnd SilberwarengrotzhändlerS Ignaz Klepner, 2. Bezirk, Taborstratze 77, ausgefiihrt haben. Dort waren Einbrecher eingedrungen, die, als sie sich entdeckt sahen, in den Hauskanal flüchteten. Zu ihrer Festnahme mutzte die Feuerwehr herbeigezogen werden, die den Kanal mit Wasser füllte. Erst dann konnte man der Einbrecher habhaft werden.- Der eine ist der 28jährige Hilfsarbeiter Karl Donn- Hauser, 3. Bezirk, Erdbergsftatze 36 wohnhaft, der andere - der 23jährige Hilfsarbeiter Karl Fischer, Göllnergasis 16 wohnhaft. , * Der antisemitische Sonntagsbummel auf de« Tranz Josefskrai. Am Sonntag wurde wieder, der Übliche Conmagsbumm'-l der Demschnationalen auf dem Franz Josefsfat abgehalten. Diesmal war die Beteiligung besonders schwach, k a u m hundert M r n n. Auf der Stadtseite begleiteten den Zug >wrcder d-e Jüdischnationalen. Beim Scholtcnnng vereinigten sich die Deutschnationalen mit einem geschlossenen Zug von mehreren hundert Personen, die von der DavkeSklindgebung für das Ternsche Reich -für seine Hilfeleistung kamen. ES kam zu keinem Zwischenfall, abgesehen von kleineren Plänkeleien, deren Schauplatz wre aüsonntägllch der Kai gewesen war. * Wiederaufnahme des direkten Verkehres Wien— Bretzburg. Wie aus P r r si b u r g gemeldet wird, sind die Berhandlaugen beiressend die Wiederaufnahme eines direkten Berk chr.s W en—Prchburg auf der elektrischen Lokalbahn abgeschlossen und nur Zustimmung der kompetenten Behörden'wird der Verkehr bereis in den nächsten Tagen beginnen. Preßbucg wird dadurch wieder für die Wiener in 1'/» Stunden erreichbar sein. * Die Wiener Handels* und Gewerbekammer für die Nettungskesellschaft. Aus Grund, eines Antrages in dcr letzten Plenarversammlung hat die Wiener Handels- und Gewerbekammec beschlössen, der Wiener Fteiwilligev RettungSgcsellschaft eme Subventwu im Betrage vo« K 10.000 pukomme« zu Iciint. « Die Pretzburger Stadtvertretung «ird aufgelöst. Wie ^Slowensky Dennik" erfährt, wird der Zsupan Dr. B e l l a das Siadmeroednetenkollegmm von Pretzbirrg in tzm u«bsteu Tagen auilLs e» und aiti Grund des Gesetzes JödlsclHiRiidsni. Windung Jerzl“ veranstaltet Mcniitgr ävn 22. Dezember 1919 um 4 Uhr uacliro, in den Olympin-Prachisillen, I., ltothgasso 5, eine grosse Fest-Akademie mit ansclillessender Tanzunterhalfungi Der stediertrüx ist für unbemittelte jüdische Hochschüler und jüdische Mtflsa Academica bestimmt. PROGRAMM: Blfisefchor des Torhünstlerorcliesters „Hatikwah“, Fri. Rena Pfiffer, Volksoper, Frl. Marie Ko8'än>Kla\aervirluosln,.Frl. Lonka Wolf, Konrertsäflgerin, Frl. Erna Haudek, Vtolmvtrtuosin, Herr Karl Neumanh, Volksoper, Herr Ernst Tauber, Volksoper,Herr Rudi Mer&tallinger, ___Volksoper.__ Kartenvorverkauf: Wr. Morgenzeitungr,II., Taborstr, 1,R. L6wit, I.,Rotenturmstr. 22, Kartenburean „Aida“, U.f Taborstr. 5, und Jüd. Hochschulansschuss, IX-, Alserstr. 28. 60E9 Vom 10. Dezember 1918 einen wahrscheinlich ans zwanzig Mitgliedern zusammengesetzten Ausschuß ernennen. In dem neuen Ausschuß soll angeblich jede Nation und jede Partei entsprechend vertreten fern. , * Eine schöne und sinnige Ehannkagabe ist der reichillusirterte, vornehm ausgestaltete Jüdische Nationalkalender, Almauach auf das Jahr 5680, 5. Jahrgang. herausgegeben von Otto A b e l e s und Ludwig Bat o. Er enthält Originalbeittäge der ersten jüdischen Autoren. Preis einschließlich Buchhändlerznschlag K 11.—. Hu beziehen durch den V e r l a g .I ü d i s ch e Z e 11 a n g*, H., Taborstraße 1. * Taubernng Iernsalems von den ösientkichen Häusern. Unter türkischer Herrschrsl war Jermalem von ösientltchen Häusern überstutet. Dank der Bestechlichkeit der türkischen Polizei durften diese Freudenhäuser in allen Stadtvierteln ihr Unwesen treiben. Die Engländer haben bald nach ihrem Einzüge die Proftitmrrten aus dem Innern der Stadt in eine entlegenere Straße verdrängt. Ueber Einschreiten des Waad Harr bat nun das englische Kommando im Berordnnngsweae sämtliche öffentliche Häuser m Jerpsalem gesperrt und strenge Bersügungen gegen die geheime Prostitution erlassen.^ * Die herausgelockle Million. In der Angelegenheit der durch eine falsche Polizeikommi^slon entlockten Million Kronen in Romaüöw-Rubel ist ein Erfolg erzielt worden. Dem Sichrrbeitsbnrean - gelang es. zwei Mitglieder der falschen K o m m i s s i o n, und zwar die briden Männe») die die Rolle der Polizeiagenten spielien, fistmnehnien. Der falsche Kommissär ist alletdirigS noch nicht in Haft. Die Hochstapler sind der Spenglertzehilfe Sigmund Spatz, kl., Engertbstraße Nr. 61 wohnhait, ein vielfach und schwer abgestraster Einbrecher, und der Kellner.Max N i n g e l h e i itt, XX., Dmchlausstraßr 18, unter dem falschen Namen Max W a ch s wohnhaft. DaS Geld wurde bei ihnen nicht vorgefunden. * Achtung auf falsche Polkzekagenten. Zwei Männer, von denen der eine ungefähr 25 Jahre alt ist und im reichsdrutschen Dialekt spricht, der andere im selben Alter stehen dürste, kamen heute in das Hotel ^Franzenshos" in der Leovoldstadt, ließe« sich in das Zimmer der dort wohnenden Studenten Plktor M i h a i l o w i c z und Moses F r ä n k e l führen. Sie stellten sich, als Polizriagenten vor und' erklärten, sie müßten bei ihnen, da sie im Verdachte des ValutaschiebrnS stünden, Hausdurchsuchungen vornehmen. Als sie alles dürchstöbert hatten und, nichts fanden, stürzten sie sich auf die beide« Studenten und würgten sie. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen eilte der Portier herbei, worauf die beiden Räuber nnier Zurücklassung ihrer Hüte dce Flucht ergriffen und über die Mauer rm Hof« ins Nachbarhaus entkamen. Sie konnten trotz sofortiger Verfolgung nicht gefunden werden. * Verheerenden Brand In Neschltza. Aus Rrsckntza wird telegraphiert: In den hiesigen Eisenwerken brach erstem ein verheerender Brand an-, dem die elektrischen Transformationsanlagen zum Opfer fielen. Die Eisenwerke selbst wurden gerettet. Die Arbeiten müffen unterbrochen werden. Der Schaden betrügt 2 Millionen Kronen. * Sihmeres Brandunglirch. In ber Wohnung deS Inspektors des ZentralmagendlrigierungSamtes der Staatsbahncn. Adolf E i f e n b e r ß e r, XVIII., Schopenhguersiraße 8, ist am 7. d. M. abends eine Petroleumlampe explodiert. D:e brenninde Flüssigkeit ergoß sich Über die 15jährige Tochter K a r o l i n e, deren Kleider alsbald i« Hellen Flammen standen. Der Vater versuchte mrt bloßen Händen daS Feuer ru löschen und zog sich dab« an den Fingern Brandwunden zu. Dre Tochter erlitt sch w erste Brandwunden beinahe am ganzen Körper. * Die jugoslawische Notenabftrmpelnng. Die Bescher jagoslawisch abgestkmpelter Banknoten werden aufmerksam gemacht, daß die von. der Wiener jugoslawischen Gesandtschaft vorgeschrirbme A n m r l d n n a nicht mehr Iv., Paulanergasse Nr. 4, sondern. l.,-Seilerstätte Nr. 80, 8. Stock, Tür Nr. 8, täglich vo« 11 Uhr vvl mittags bis 1 Uhr nachmittags vorgenommen wird. * Kein Polnifch-Ostrau mehr. Poluifch-Ostrau wurde über Verfügung der Prager Regierung in Schlesisch- O st r a « irmgeiaust. VereinSnachvichten. (NachrichtenvonBereinen erfchei«e»a«Snahmslos nuramTagede rB e r a n st altung.) . Heute; Zionistische S^e k t i o _ , on für die westlichen B ez i x t e W i en S. Um^,7 Uhr abends iy».großen Saale der.Gastwirtschaft ^zur Glocke", NI., Neubauaasse Nr. 5, Palastrna - L r ch tb i l d erv o rtr a g: „JüdischeBauern m Palästinas- Zionistische B ez ir kS s e kt »o n Fragen. — Gesangverein H ä k i n o r. Um 6 Uhr abends 'Chorprobe im Lvkute vss SchriftstellervereineS «Die Scholle^,. H, Lilimbrunngaffe 1». Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. Dü.bners Aursalon der Stsdt Wien Dost»! lironzert Domsnsky Zleitts Küche 1ü* tu eifert Btfi8fflfteii. WeborattircH u.litte Earanli«. karbbünder für aäe Epftcme, erstllasiiger M-terial. Leop. Kurzer, Wien, W., Westbahuftraße 23. TUebvov L1587. -L» I Die Ernährung. Der Marktbericht. Während Sonntag wie gewohiilich die G r, o ß Markthalle geschloffen blieb, waren am gestrigen Feiertage nur di«' Neste der Vortage zum Verlaut angeboten. Infolge der h.o h e n Preise ist aber dre Kauflust sehr gering, btc Nachfrage iw allgemeinen schwach. . ' Die Grünwarenmärkte boten wieder hauptsächlich verschiedene Nübmsorten, an gutem Gärtnergemüse herrscht nach wie vor Mangel. Ebenso schwach sind dre Zufuhren von. billigem Obst. ___ Rudolf Feldschrrh» N.» Praterstratze 54. Zuckerabgabe für September. Schokolade, Tee, Kakao, Trschweine, Sardinen usw. Geöffnet von 8 bis 12 und 3 bis 7 Uhr abend§. ■ Bühne Md Kunst. Die Zensurbeschloerde des Theaterdirektovä Dr. Emil Geher. j Am M d. M. findet die Verhandlung' Wer Kitz .Beschwerde des Direktors der Neuen Wiener, Bühne, Dr. Emil Geyer, gegen die niederöste^ reichische Landesregierung wegen Verhängung einer! G e ld st r a f e v o n 4 0 0 Kr o n e n seitens des Polizei^ komrnissariates Alsergrund statt. Die Strafe erfolgtes weil Direktor Geyer das ni'chtzensurierte Stück „Dimpfl" ün September d'.' I. aufgeführt hat. In! diesem Vorgehen erblickt Direktor Geyereine Vepletzung des durch die Verfassung der Republik Deutsch'-, öfterreich gewährleisteten Rechtes auf Ze'rifürfrei^ heit und' .führt in der Beschwerde aus: Eine der^ ersten 'Gesetzesakte der gesetzgebenden Gewalt der inK Leben getretenen demokratischen, Republik Deutschöster--, reich war die Aufhebung jeder Zensur als' dem Grundrechte der Staatsbürger widersprechend utÄ' als rechtsungiltig. Aus der feierlich klingenden, Motivierung ,-als dem Grundrechte der Staatsbürger widerspr«< chend erhellt, baß es sich nicht um ein Gesetz des Alltags'^ sondern, um eine feierliche Deklaration handelt, die ei« allgemeines Recht der Staatsbürger!- betrifft. Da der Beschluß der gewesenen Nationalversammlung vom 30. Oktober 1918 die Zensur at$ dem Grundrechte der Staatsbürger widersprechend auf^ hebt, wird die Zeysursreiheit als Bestandteil der allgemeinen Rechte der Staatsbürger erklärt und als Grundrecht bezeichnet werden. Der Beschluß manifestiert sich schon, rein äußerlich als ein Bestandteil der Verfassung der deütschöfterreichischen Republik. Er wurde am ersten -Tagean dem die zusammengetretenel Nationalversammlung ihre gesetzgebende Funktion ausübte, gleichzeitig mit dem Beschlüsse über die grundlegenden Einrichtungen der Staatsgewalt erlassen^ er ist also mit ein Teil des' neugeschaffenen Verfassungs- Werkes und er sollte in ganz eminenter Weift das! Hrrannahen einer neuen Aera künden, «in« Zelt der Gedankenfreiheit. ES kann also keinem Zweiftk unterliegen, daß die Aufhebung der Zensur sich als ein durch die Verfassung gewährleistetes politisches Recht darstellt. Der Beschluß der Nationalversammlung hebt jede Zensur auf, darunter fällt auch die Theaterzensur. Der Wortlaut des Beschlusses bietet äuch nicht die geringste Handhabe zur einschränkenden Interpretation. Wenn nun her Gesetzgeber sagt, daß jede Zensur aufgehoben sei, so besagt dies, alle Zensureu^ nämlich Presse-, Theater- und Kinozen.suren. sind aufgehoben. Der Gesetzgeber hat durch seinen Beschluß alsonicht nur die Presse, sondern auch daS' Theaier von den hemmenden Fesseln der bisher willkürlich gehandhabten Zensur befreien wollen. ES wirb an den VersassungsgerichtShof die Bitte gestellt, zu Erkennen, daß durch das Erkenntnis des Bezirks- Polizeibommissariates Alsergrund und durch die Entscheidung der nlederösterreichischen Landesregierung eine Verletzung des dem Beschwerdeführer als Theaterdirektor zustehenden Rechtes auf Zensurfreiheit stattgefunden hat. — Die niSderüsterreichische Landesregierung. hat eine Gegenschrift nicht erstattet. . ArrS de« Theatern.?m D o r s t h e a t e r gelaugt morgen Mittwoch HauS l e r S Galilei-Drama »Die Sterne" zur Aufführung. Beginn 5 Uhr. Im Operntheater wird morgen Mittwoch zu großen Preisen Ditlberts Oper *5E i t ö tt b" gegeben. / Elisabeth Bergner (Neue Wiener Bühne) liiest. am 10. Dezember, 6 Uhr abends, im kleinen Konzertbaussaal (fifr ben Genosserrschastsverlag) zum erstenmal in Wien. Programm: Neues und AlteK. Karten - bei Lanyi und an der - Konzerthauskaffe. . _ Msfrrrnzen Schnitzler« mit der Direktion fc* Dentschen Volkstheaters. Artur Schnitzler wollte in den letzte« Tagen fein neues Casanova-Lustspiel «Die Schwestern^, das als Weihnachtsnovität des Deutschen Volkstheaters angrsetzt war, wegen Meiuungsdlffcrenzen Über die Besetzung der weiblichen Hauptrpum zurstckzichen. Nun hat sich Dr. Schnitzler nut der Direktion vorläufig dahin geeinigt, die Aufführung in die zweite Jännerhälfte zu verlegen. «Konkordia"-Vorleiung Thomas Mann. Für die Vorlesung, die ans Beranlassung der ^Konkordia", Thomas Mann aus de»Manuskripte« emiger noch unbekannter Werke, DonrierStag den 11. d.M. in den exklusiven Räumen der Staatskanzlei im Palais . des ehemaligen' MiMeipräsidiums in der Hrrrengasse ab haben wird, gibt sich außetordentlichcs Jnteresiv kund. Bei dem aecingen Fassungsraum des Festsaales könne« jedoch bloß 600 Personen?Platz finden. Die restlichen Karten lzn 10,20 und 80 Kronen) sind bei Heller, I., Bauernmarkt, Keblendorfer.. I, Krogerstraße, foww beim Portier der Staatskanzlei. I.,Hkri-e»>- l Lasst 7, zu habm.