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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-09 · Heft 317 (9.12.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 317 (9.12.1919)
Date
1919-12-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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; G?ilr 2.. Sbieii, üJicnstß» \. .. .mm. Mi- ■ ,...- --- -— 2Moner MorgenzeitunA 9. üDe^müct 1919 Sir. 31V Inland. Nennevs Kreise nach Paris. H«lk nachmittags tritt Dr. Nenner mit seinem Stab bim Staatssekretären und Experten seine Reise nach Paris an, um vor dem Obersten Rat die Situation Oesterreichs klarzulegen. Wahrend seiner Abwesenheit werden die parlamentarischen Beratungen, die von morgen an ununterbrochen bis Weihnachten dauern sollen, nur Gegenstände minderwichtigen Charakters betreffen. Die politischen Kreisebeurteilen die allgemeine Lage heute etwas weniger nervös und scheinen insbesondere den Abfall Vorarlbergs als eine vollzogene Tatsache zu betrachten,- die die Stellung Oesterreichs Zur Entente von Grund aus ändert. . Man argumentiert, das; die Schwächung Oesterreichs einerseits, die Stärkung Deutschlands durch den Anschluß Tirols und Salzburgs andererseits zu einer Revision des Friedensvertrages führen muß, die jedenfalls eine Besserung für Oesterreich bringen könnte, weil sich bereit Lagt wirtschaftlich kaum noch verschlechtern könnte. Politisch Ware natürlich eine Verschlechterung nach der Richtung möglich, als eine resultatlose Rückkehr Dr. Renners die Gefahr der Auflösung der Ordnung, nicherbringen würde. Die Rührigkeit der Radikalen vou links und rechts, die seit einigen Wochen zu konstatieren ist, legi diese Vesürchtung nahe. '; . * , . Landeshwrtettüg der yiederöfterreichLschen Sozialdemokratie. Im Arbeiterheim in Favoriten begannen S-ottnlar{ bei außerordentlich starker Beteiligung voll Delegierten der politischen sozialdemokratischen Organist tionen dieiBepatungeN des LünbSspürteitägcs' der Niederösterreichischen Sozialdemokratien Der Tagung wohnten Lei der.'Präsident der Nationalversammlung, Se'itz, die Staatssekretäre Dr. Deutsch und Hann sch,, die Unterstaatssekretäre Professor Dr. Tandler und Glöckel, Landeshauptmann Sever und Land-eshrmptmannstellvertreter Widholz, ferner zahlreiche Abgeordnete der Nationalversammlung und der Landesversammlung. Die Organisationen Wiens und des Landes sind durch 450 Delegierte vertreten. Nach Eröffnung durch den Abgeordneten Pvlke, der in seiner Ast spräche dem verstorbenen Parteiführer Wiktor Adler einen ehrenden Nachruf hielt, wurden die Mgeordneten Hölzer und Ofenböck als^ Vorsitzende gewählt. Hierauf nahm Präsident Sektz das Wort. Er sagte unter anderem: Dieselben Leute, die' noch vor kürzem Tag und Nacht ängstlich, auslugten, was das Schicksal ihnen bescheren werde, die nicht wußten, ob sie in den nächsten Stunden schlotternd' in einem Kellerloche hausen Müßten, während in den Straßen der Kampf tobt, dieselben Leute haben sich nun in einem Bürger- und Ständerat zusammengefnnhen und ihn offen als Klassenorganisation proklamiert, indem sie ihm Aufgaben, stellen, alle ohne Unterschied der Partei, Nation — und sogar der Konfession (Heiterkeit) zusammenzufassen,«die nicht dürKIasscttpartei de? P.o.'e'ar'als, der Sozialcemokraiie,angehören. (Lebhafter Beifall.) Der Krieg ist noch länge nicht beendigt. Wohl hat der Massenmord aufgehört, aber was sonst der Krieg an Schrecken birgt, die allgemeine Verrohung, Egoismus und Neid, Mangel an Kohle und Rohstoffen, Arbeitslosigkeit und Geldentwertung, ferner Mangel aller Bedarfsartikel und in seinen Folgen.der Schleichhandel und das Sch leb er tum und schließlich als Folge dieser Erscheinung die allgemeine Verdrossenheit, Schwäche uud allgemeiner Mangel an Vertrauen zum Siaat, mit einem Wort, arte unvermMlichen Brgleil» erscheirrungen des Krieges dauern noch fort. Unser Staat bietet das Bild eines kranken Kindes, das nicht leben und nicht sterben kann. Wir müssen alle Opfer bringen, um es zu reiten. Die Sozialdemokratie hat die schwerste Belastung auf sich genommen, die je eine Bruderpartei in irgendeinem Lande übernommen hat, intzöm sie einer Negierungsforstf zustiMmte, die nicht nur von den Alliierten den besiegten Staaten auferlegt, sondern die auch die einzig mögliche ist, um. den Bürgerkrieg und damit den Zusammenbruch zu verhindern: die Koalition der proletarischen mit der größten bürgerlichen Partei, der 'sozialdemokratischen mit der christlichiozialen. Wenn es auch nach verschiedenen Blätterstimmen und Versammlungsreden der letzten Zeit anders scheinen Mag, so ist es doch so, daß-diese beiden Parteien alles was geschehen,ist, gemeinsam beraten und beschlossen haben. Sie'haben einstimmig die Regierung gewählt und tragen gemeinsam und zu gleichen Teilen die Verantwortung. Diese Politik ist unpopulär und schwierig, aber die.einzig mögliche. Am zweiten Sitzungsläge erstattete Staatskanzler Dr. R etutet ein Referat Über die Reform der lokaltcn Verwaltung. Die Neichsu nmi ttelbar keit von Wien ist aktuell geworden, ebenso aber die des Lattdes, welches sich nicht länger von der Stadt Wien majorisiecen lassen will. Wir bekommen eine Pundesversassung und Wien selbst muß ein Buudesglieb worden. Dabei muß sie ein gewisses Gebiet außerhalb ihrer Stadtgrenzen mit einfchließert,. wenn auch , nicht mituiagemeiuden. Es wird heißen: Wien samt Gebiet. Wir können nicht wissen,' was die nächste Zeit ' bringe.: niro, insbe andere, ob es auch der ante.en Partei getittgen wird, die VerrinbaruNzen loyal einzuhcklten. Ihre führenden Männer versichern, daß sie es wollen, die nächste Zukunft wird zeigen, ob sie es auch können. Negieren und kritisieren sin) nicht vereinbar. (Beifall.) Wer regieren will, muß auch die Verantwortung tragen motten. (Lebhafte Zustimmung.) Nach deu Erfahrungen dreses Iabres ist uns nicht ban^e. Wenn äiles unsicher und schwaulelu). iß, 'das. c.ltic. ist. gewiß,, daß, die Lar lei- FiUML von italienischen Ne-, giernngstLAPpM besetzt. D e v t i tt, 8. Dezember. Der „Lolrafanzeiger" Meldet aus Lugano: Amtlich wird mitgeteilt, ftaft die itali ettifchett Trupp ett hems früh iw EinvernehM e<tt mit d*2l it tt tt tt H o i n Fiume eiti gezogen sind: Die Truppen d'ArrmmzioS Laven sich mit den Rrqierrrngstrnppen ve^Lrudert: Zn Italien ist diese Künde mit BegeisterttNS ünfgenommen worden. < - Lloyd George über die Weltkrise. Paris, 8. Dezember. (Korr.-Vud.) Wie ckuS London . berichtet wird, hielt L l v y d George gestcktt im Neformklnb von Manchester eine längere Rede, in der cr unter anderem erklärte, daß Einigkeit jetzt nötiger sei als je-Die Weltlage sei noch immer bcdköh s ich, die Gefahr eines neuen Ringe n s sei noch nicht beseitigt nnd die großen Demokratien sollten in diesem Augenblicke alle inneren politischen Streitigkeiten vermeiden. Dank dem geschlossenen Auftreten mehrerer Parteien fei es England möglich gewesen, in einer einzigen Sitzung des Unterhauses die B ö l k e r b u n d- Vorlage d « r ch z n s e tz e n. Wenn sich Debatten seitens der einzelnen Parteien entwickelt hätten, stünde Frankreich.heute vereinsamt einem wachsamen Feind gegenüber, der sich jede Unstimmigsiit seiner Gegner bei der leisesten Andeutung zunutze machen möchte. Ill den Vereinigten Staaten sei d er Fricd e in Gefahr gebracht und der Völkerbund bedroht, weil der Kampf der Parteien vorzeitig neu erwacht sei. Das müsse zur Warnung dienen- Der Premierminister müsse sich daher für eine Koalitionsregierung anssprcchcn. Eine Negierung, die . sich nur ans eine Partei stützen würde, müßte Verwirrung stiftttu Ende des amerikanischen Bergürvetfer- \ streiks. Paris, 8. Dezember. (Korr.-Vrrr.) Wie „Wcago ,Tribune" aus Washington erfährt, haben die Führer des Bergaebeiterstreiks in einer Sitzung, die bis spät nachts andauerte, das Kompromiß a n g e n o m m e n, das vom Präsidenten Wilson vorgeschlagen worden war. Der Bergarbeiterstrcik in Amerika ist somit beendet. Der Beschluß wurde in Anbetracht der verzweifelten Kohlensitiuitiorr in den Vereinigten Staaten einstimmig gefaßt. Die Arbeit wird unverzüglich wieder ausgenommen werden. „Europa soll arbeiten." Verl in, 8. Dezember: (Körr.-Äur.) Das „Berliner Tageblatt" Meldet aus dem Hangt In 'dem Jahresbericht des Schatzsckretärs der Vereinigen Staaten heißt cs unter anderem: Das Bedürfnis Europas rst groß, jedoch wird die Lage s e h r ü b e r t r i e b e n d a r g e st e l l t. Wir müssen alle tiefes Mitleid mit den Leide» Europas haben, aber wir dürfen unserem Mitleid nicht gestatten, unser Urteilsvermögen zu schwächen. Wenn wir Europas finanzielle Not übertreiben, so wird cs nur schwerer, ihr zu abzuhelfen. Die Leute in Europa sollen wieder an fangen zu orbeiten. Sie müssen wieder die Erzeugung oller Industrien hinausschraubett. Es ist sehr bemerkenswert, daß der Schatzsekretar sich auch gegen zuwcitgchcnden Valutatransaktiouen wendete Er sagt: Ich bin gegen Schritte, ans künstlichem Wege den Kurs des Dollar in der Welt auf Pari zu halten. in diesem Jahre die Massen geweckt, die Organisationen an Mitgliedcrzahl und innerer Kraft von Tag zu Lüg zunehmen und das Proletariat Wiens und Niederösterreichs wie das der anderen Länder unerschüttere lich und für alle Fakte gewappnet steht, entschlossen, an seiner. Zukunft-zu schmieden, und aufzuhauen für . das Glück seiner Kinder. (Beifall.) Hierauf wurden die Berichte von den Abgeordneten Bratsch neider und Richter erstattet, die. mach längerer Debatte genehmigend zur Kenntnis genommen wurden. Abg. Weber erstattete das Resepat über ein neues . Orgaiüjalionsstatut. . Präsident Seih über die Koalition. Im FavoritenerArbeiterheim Mrde Sonntag vormittags der Landeßparteitag der Niederösterreichischen Sozialdemokratie, ' dessen Borsitz Abg. P o l z e r führte, eröffnet. Namens der Neichspctrt'ei begrüßte Präsident Seitz die Tagung. In seiner Anspräche sagte er u. a. über die Koalitionsregierung:' '■ Die^Sozialdem-ktatie hat die schwerste Belastltttg auf sich genommen, die je eine BiZberpattei in irgendeinem Lande auf sich genommen hat, indem sie einer Negierungsförm zusttltimte, die die einzig mögliche ist, um den Bür g erk r i eg zu verhindern. Wenn es auch nach verschiedenen Stimmen der letzten Zeit anders scheinen. mag. ' so haben doch die beiden koalierten Parteien alles gemeinsam beraten und be-' schloffen Und müssen daher gemeinsam zu gleichen, Teilen die Verantwortung tragen. , Zlnfct Gesandter in Dem. Der bishctlge G.sandte der österrcich^schen RchMik in BtrN, Baron Haupt, wnd ut den nüfdstcn Tugen feinen Posten vertanen, da er u'echo-ilowakncprr L taolsovaePöriaer wU'.de. Sem Noch'olgcr und d^r bichcüge öftcimcljucljc’Geiaublc mLtutlaark ürewerr v. e r d l e r. , PolitischT^RwdschM. - NachMMr pottr Sonntag. In Jnnsbritck fetnb eine Von der sozialdemokratischen Ge» weikichastskomm ssion und dem Mtidcsvorstmd der sozial» LemokiütischtU Partei cindciüsenö Versammlung statt, bei welch et. d:e.B.tdung von Akbtiurräten lidgel.-hm wurde. --.Wieder: ^MatiN" M'tkeilr, ekUhült die NtNe.Entcutenotö üN Deuiichlandi weikgehende Konzesstülun. In der levten Sitzung des Parin- - maes der unadWuMge« idüMrmskreiti'ehen.Partei wurde emn Nesolntion gegen d.e Auslleftrung Tr. Lewielis. angenommen. -*• Paderewski bat - semS DmMn gegeben, wurde ttdöG' neuerdings mck der Bildung des Kabinetts betiäM. Zn Klein» asien kam es-wischen türkischen und gritchimM Trllppen Sü einem blutigen Zu'ammeicktoß. 7- Der Zentralvollzugsanöselmr der tschechö-slswümchey NUloMldmükratie Üabm eine Resolmivik . an» in welcher gegen eine Donauiöderation, als tlne Bistrepuuzue Wlederherstellung.deß Monarchie, Stellung genommen Wird , Der Kampf um deu Völkerbund.,, Höllarldi^ Niritw^urkan Mtldet MS Lotlvsn, Lord Robert | Cetil habe ÜNeN Feldzug für de.n Äötterbünd unternommen' Er hübe tu LiverpSol öeeichiedetiL Reden gehalten, in denen e» ansfÜhG, es sei zu bebauet N. dah Demschkctttd'mV Oesterreich noch immer nicht als Mitgkiedet des Völkerbundes, zügelcissep worden seiem Auch er tadle, und Mw noch stärket als vielleicht irgend jeMäNb emdtttzr,' die HältüNg Deutsch» lands und Oesterreichs bei Kriegsausbruch, aber Mas. dürfe die Äugen Nicht vor der Talsache verschließen, daß di» Deutschen und die Ungarn zu den arbeitsamllen und geistig kräftigstev Völkern lbcr Welt gehören, Nnd daß es unmöglich sein werdtz die politische und wittscha'tliche Kr ise ans der Welt zu schallech wenn nicht alle Völker daran Mitw'.rkeN. Außerdem würdet Deiitschland und Oesterreich als Mitgliedkk des Völkerbundes weniger gejöhllich sein, als wenn man sie außerhalb desselben ließo Die ungarische Kra^e. Die «V 0 s s i s ch e 9 e i t u n g" meldet aus Lugano? Die Erngnisse in Ungarn geben, wie der Mailänder chCvrriert depck Sera* auseinanderseht, zN ernsten Befürchtungen Anlaß, Italien dürfe aufkeinen Fakffdie Rückkehr der Habsburger auf den Tbron Ungarns zulasten, da dies mit einer Wiederherstellung der österreichisch-ungarischen Monarchie gleichbedeutend wäre, Italien müstr iw engsten Einvernehmen mit Frankreich die ungarische Frage regeln. Eine neue Verfassung für Andien. Nack» einer Londoner Meldung des ^Tcmvö^ bat das ltntcr* haus in. der drbien Lüung die Vorschläge betreiNb d>e V 11* waltun gFndlen s wesentlich geändert. Eine Reche von VevwalkUNgsfragen jeder Provinz werde von den gewiiblten Repräsentanten des Volkes behandelt werden. Die Angelegenheiten e rter jeden Pi ooinr werden m reservierte und in ÜbeiUa^ene Angelegenbeiten emgclrilt werden. Die reserv:erlert ÄNgelegcnheueV werden auch weiteibin der vollziehenden Gewalt unterstehen, wogegen die Übertragenen Airgelegenhettcn Sache der Minister. sein werden. Die-gesetzgebenden Körperschaiten werden wieder äuS; Wahlen her'vorgehen, die auf, einer breiteren Grundlage als bisher ) ausgcb.mt sein werden. Die Neue Berfastung ist vorlänstg für eitte» Icitraum von zehn Jahren iN AuSstcht genommen. Nach s d rsem Zeitrauin soll em neues Gesetz diese Art der Autonomie i werter üUsbauen. > TelegMmme. Dr. ätitefA Über die Hii^e für Oesterreich. Haag, 8. Dezember. (Korr.-Dur.). Hollandsch Mieuws. bureau meldet aus London: Die ..Mvrningpost" benjffent«. licht eine Unterredung mit dem tschechischen Minister des Aeußern» Be ne sch. Soweit Oestercich in Betracht komme, glaube er nicht, 'daß Schwierigkeiten zu erwarten seren. Oesterreich befinde sich in einer schwierigen Lage und viel, müsse in den nächsten drei kritischen Monaten geholfen werden. Rur ein Laiid in Europq, erllärte der Minister, ist imstande, dies wirklich zu tun, und das ist die Tfchccho-Slowakei. Ichbin fest ontschlosten, darüber zu wachen, daß dies auch tatsächlich geschieht. Wir haben bereits Waren im Betrage. von 850 Millionen Kronen aus Oestereich bezogen und Waren im Werte von 800 Millionen Kronen. geliefert. Ich hoffe, daß wir auch weiter imstande feinwerden, Oesterreich Stein-- kohlen, Kleider usw. zu schicken. Ich beabsichtige, eine Politik der H i l f e und des Zusammenwirkens zu führen. Wilsons Kampf um den Friedensvertrag. Paris, 8. Dezember. Wie „Chicago Tribüne" aus Washiilgtvu wetbet, hat düs Mitglied des Repräsentautenhau seS T tut Ham eine Bill elugebracht, durch die das Repräsentantenhaus erklären soll, daß Amerika sich i »n F r l e d e n s z u ft a n d befindet. Tinkham laßt bekauntgoben, daß H im' Einverständnis mit den Repnblikauetn des Senats handelt. Paris, 8. Dezember. Die „Times" meldet aus -Washington, daß die Acußerungeu des Präsidenten'W t lsa n gegenüber dem Senator Hitchcock vermuten ließen, daß Wilson jedem Kompromiß abgeneigt sei und die Berantwortnng für düs Schellern der Rattstzleruiig dem Senator Lo b ge. zuschleben wolle. Dies sei 'iüber uM die. AufsassunA Hllchcocks und der Senatoren im allgemeinen. Diese glauben vielmehr, daß der Präsident die Kontroversen bis zu den WeihnachtSserieu audauecn lassen wolle, um indessen ein Kompromiß borznbereiten. Die Rcpublikauer sind sehr erfreut über die Verzögerung, weil sie meinen, daß Welt-; eceigtiiffe den Widerstand gegen die Friedensvertrüge nur. festigen werden. Während Hitchcock Und dte übrigen Anhänger 'deS Friedens gewisse Anzeichen dafür bemerkt haben wollen, daß das Land mit der Verzögerung per Natifizierung unzusriedeu sei.und ein Kompromiß verlangt. Gleichwohl sind auch sie dar Ansicht, daß ein Kompromiß den Wünscheu vou Lodge. sehr nahe werde kommen müssen. Man denke darait, den Frieden mit Sesterretch zunächst auf die Tagesordnung zu bringen und ihn zur Grundlage des Kompromisses zu machen. Wasytttstottj» 8. Dezember. iFunkipriich.) „New Nork Tickes" leilk unt, daß Präsident Äilsvn anacblich beabiichngd, den F r t c ö e 11 * 0 «r 11 a 0 nt 11 Oestcrretch dem . Senate jetzt zn umeibleneu, noch bevor er es unternehmen weide, die Verhanvluvütü über > de» Fcredea van ÄersatlleS L» beleben.

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