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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-07 · Heft 316 (7.12.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 316 (7.12.1919)
Date
1919-12-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 316 Wen» Sonntag / PMtische RMdschM. ' Die InkonseMerrz der Vsterreichisch- < israelitischen „Arrion". ' Von unserem Prager Vevichterstatter. ' < Die österreichisch-israelittsche „Union" gebärdet, sich in Men wie ein, deutschnationaler österreichisch-patriotischer iSeteranenberein. Niemals hat man' von dieser jüdischen Organisation die Versicherung der Treue zum Judentum, eine Aeusterung der Sorge um die Zukunst des Judentums gehört, wohl aber die Versicherung, daß ihre Mitglieder sich" rls Deutschs fühlen und sich treu zum Deutschtum bekennen. Venn die jüdischnationale Partei die von allen Staatsschranken . unabhängige GemeiyLütgschast des jüdischen Volkes öffentlich und freimütig proklamierte, produzierte das Bureau der „Union" in komischer Aufregung eine Menge von Protesten und Erklärungen, die von Loyalitatsbeteuerungen für Deutschösterreich strotzten und auch den Zweck hatten, die ,, iiidischnationale Sache zu denunzieren. Man sollte meinen, daß ssin solcher Verein die staatsbürgerlichen Pflichten aller seiner Mitglieder achtet und vertritt; wir haben wiederholt - auf die Schädlichkeit des aufgeblasenen, aufdringlichen, deutschen „Patriotismus" der „Union" hingewiesen, die schon zur Zeit der Monarchie durch ihre dilettanttsche Politik große Gruppen von. Juden in Gefahr gebracht hat. Die „Union" aber stört das nicht. Wir haben in Erfahrung gebracht daß die „Union" auch in diesem Jahre noch die Mitglieds» . beiträge in der—Tfchecho-Slowakei einzieht! Die tschecho-slowakischen Juden werden also als Mitglieder der „Union" angenommen, werden also auch von ihre« Ausschuß vertreten; was diesen aber nicht hindert, in Wien in deutschnationalem Patriotismus zu Machen. ' NUN ist es ja allerdings fatal, daß durch den Zerfall Oesterreichs der Wirkungsbereich der »Union" Zusammengeschrrvnpst ist; aber es heißt doch die Frivolität zu wett treiben, wenn man auf der einen Seite um der Mitgliedsbeitrage willen ausländische Juden organisiert, die , ohnedies in einer schwierigen Situation sind, auf der anderen Seite den interterritorialen Zusammenhang des Judentums so sehr negiert, daß man ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit verrät. Wir können nicht ännehmen, daß der -2£, Oktober 1018 an dem Bewußtsein des Sekretärs spurlos vorübergegangen ist und in seiner Vorstellung Oesterreich noch im alten Umfang existiert. Es kann ihm , auch nicht .verborgen sein, daß die Juden des tschecho-flowakischen Staates 'eine deutsche und österreichische Politik zu machen wünschen, am allerwenigsten natürlich deutschnattonale. Man kann daher die „ethischen Grundsätze" dieses, Vereines, beurteilen, . der mit dem Schicksal in der politischen Gesinnung seiner Mitglieder spielt" und dem" es int Gründe doch nur auf' die Beiträge ankomini. Hie tschecho-slowakischen Huden Wählen diese Beiträge in. gewohnter Gedankenlosigkeit; tue meisten von ihnen wissen'gär nicht, daß sie Mitglieder der „Union" 'sind, sie' geben' dem Jnkassisten/ der für alle' magnchen WohltätiHteitsvereine einkgfferen kommt, den geforderten Betrag, in der^Mernung, es handle sich um irgendeine humanitäre Angelegenheit. Die „Mitglieder", von denen niemals eine andere Leistung verlangt wurde, als die Zahlung ws Jahresbeitrages, geraten auf diese Weise in eine politische -Orgaisation, die das Geld für Zwecke mißbraucht, die ihren Interessen zumindest nicht entsprechen. Es ist daher . notwendig, die Juden der Tschecho-Slowakeiauf die' Folgen «einer solchen Handlungsweise aufmerksam zu machen, sie darüber aufzuklären, was die „Union" eigentlich ist und in welcher'Weise sie sich betätigt. Die gesamte jüdische Oeffcntlichkeit aber kann ans dieser kleinen Illustration ersähen, wohin es führt, wenn man unaufrichtige Politik macht: Äe lächerlich die Asiimilation ist, die sich heute so und .morgen so gebärden muß> und selbst die Konsequenz ihrer — -I .1 I . I I I I.IWI,.!. ' 1 \ Ein hebräischer Zubilirr. v: In. altei' Stille, wie esder bescheidenen Natur. . des > Jubilars geziemt, in seiner 5^raukenstube, an welche ihn «kn Langwieriges Leibenfesselt, haben am 1. Kislev (LS. $bo* ," urmber) Freunde und Verehrer Chaim Tschernowitz, des },ßoiD Z«i^, seinen 50. Geburtstag zugleich, das Jubiläum - seiner zwanzigjährigen Arbett fiir bas jüdische; Volk ge- *’ Uiert. Gin Ehrentag für die hebräische Literatur nicht minder, Wiefür den Gefeierten! , - ' w iRaw Zair der. von. ihm gewählte nom de plüme, zugleich «in-nom de guerve — bedeutet ein.Programm: Ein« Kampfansage nachrechts, und .nach: links, ein. veredelter, auf wissenschaftlichem Boden wurzelnder, Konservatismus, bedingungslos national;-der >in gleicherweise trabitionszerstören- .-eu'rRadikalisnms. wie fanatische Rechtgläubigkeit ablehnt. .Ra»v Zair ist'ails Kampf Hervorgegangen und im Kampf liewachseü. Der Zögling russischer--Jeschtüoth, vor'allem des Kownoev„Kolel", des Rabbi Jizchak Elchänan Spektör» von welchem er auchdie Rabbiuerautorisätion erhielt; würde zuerst äls geistlicher Rabbiner nach Odessa berufen (1897). Dieser Posten'war nicht ein gewöhnliches- Rabbineramt Mit dem normalen Pflichtellkveis, sondern stellte an seinen Träger weit höhere Anforderungen. In - dem 5t<wchfe, den die Obessaer Inden gegen die Behörden zur Durchsetzung - ihrer Rechte führen mußten, in den - schwierigen Zeiten der Revolution und der Pogrome eröfsueten sich für den „geistlichen" Rabbiner Tschernowitz eine, ebenso schwere wie dgnLbare. Aufgabe. . Wenn.die Gemejrrde.al^e Fahrlichkeiten- Lbqxwimden hat . und. emigermaßen sich konsolidierte, so ist das picht zuletzt Tschernowitz' Verdienst gewesen. , 'im aber vor der Geschichte eiast weit höher a»lgi5t>:<n»iet »vcrdou. wird,- als bftser ansreiüeube Kamps gegen innere und .'irrhere Widerstünde, ist die Odcssaer I'cschrüah „Jabue.,"'. di-.' oiiicnl.v ioi« üvc.of betrachtet rverdeii lagg. Wkener Morgenzettirns > - ■ —. .- I. ■ —... —HLHL labilen Haltung nicht zu ziehen.vermag; daß eS für Juden nur einen Weg-gibt, um aus den Häßlichkeiten des Ghetto herauszukommen und frei und ehrlich zu 'werden: den Weg des offenen, vorbehaltlosen Bekenntnisses zum jüdischen Volke. Die neuen Magyaren — die atterr BeLharerr. Der »T emps" schreibt Über die ungarischen Delegierten, die in Paris eimreffen sollrn: Es ist bedauerlich,.Ungarn beiden VerhantzÜmgen durch dieselben Männer vertreten zu sehe», die niemals aufgehört haben, ihre Politik gegen unS zu richten, bedauerlich genug für Ungarn, denn diese Männer haben eS ins Verderben geführt, bedauerlich für rms, denn eS hat fo wahrlich den Anschein, als habe steh i« den Gefühle« des ungarische« Volkeuns gegenüber auch nicht daS Geringste geändert. . . Der russische Sorvietkorrgretz. Wie „Telegraaf* meldet, bringt ein drahtloses Telegramm aas Moskau eine offizielle Mitteilung über den in Moskau stattfind mden Sowietkongreß, worin es heißt: Die Entente denkt an einen Waffenstillstand mit Rußland. Wir werden Frieden schließen, aber unter der Bedingung, daß die Entente'sich nicht in unsere Angklegenhetten nnmischt.. Wir sind bereit, Zugeständnisse zu machen, werden aber keinen Frieden unterzeichnen, durch den wir untergraben.werden. Die Regierung der Bauern und der Arbeiter ist die einzige Gewalt in dem arbeitende« Rußland «nd wird es immer sein. Znlmrd.; Die Löstrermung VArarlbsrgs. Der tzestrigen Sitzung des Vorarlberger Landtages lag folgender Antrag des Landesrates vor: „Die Staaisregierung soll veranlaßt werden, das Selbstbestäinmüngsrecht Vorarlbergs anzuerkettnen und beim Obersten Rat in Paris zu vertreten. Der Landesrat wird beauftragt, Maßnahmen vorzubereiten für den Fall, daß Vorarlberg vom Selbstbestimmungsrechte Gebrauch macht." Dieser Antrag wurde m i t 20 gegen 7 Stimme« angenommen. . In einem weiteren Anträge wird der Landesrat ermächtigt, bas Selbstbestimmungsrecht erforderlichenfalls selbst geltend zu machen. Ferner bestimmt ein Antrag, daß disk Gemeinden aufznfocdern seien, die Stimmlisten stets in Evidenz zu Hallen, damit eine Volksabstimmung, wenn nötig, sofort öurchgeführt werden könne. Außerdem wird in einem Anträge der Landesvat beauftragt, Vorkehrungen zu treffen für den Fall, daß vom Selbstbestimmungsrecht Gebrauch gemacht werden sollte. . Sämtliche Anträge wurden gegen die Stimmen der SoziaLemokraten mit starker Meh rheit angenommen. : Eine Erklärung des Schweizer Bnndesrates. r/: - Per«, 6. Dezember. Die Schweizerische Depeschenagentur meldet: Gegenüber den in jüngster Zeit erfolgten amtlichen Erklärungen 6er österreichischen Regierung -sieht sich der Bunhesrat veranlaßt, ftstznstellen, daß er niemals das.Geringste getan hat, was als Ermutigung zur Loslösung Borgrlbergs von Oesterreich aufgefaßt werden könnte. Unabhängig von jeder politischen Erwägung ist der Vundesrat bereit, soweit tunlich, dem tüchtigen kleinen Nachbarvolk zu Hilfe zu kommen, um es ihm zu ermöglichen, die gegenwärtigen Schwierigkeiten seiner Lebensmittelversorgung zu überwinden. Er ist auch bereit, soferne ihn Vorarlberg hierzu auffordern sollte. Das unter Mitwirkung von M. Margulies, Mendele Mocher, Sforim, Achad Haam und anderen ausgearbettete,0 1905 bestätigte Schulprogramm sah zwei Wteilungen vor. In der ersten (vier. Klassen) wurden anßer den jüdischen Fachern die allgemeinen Disziplinen in dem Ausmaße von sechs Gynmasialklassen gelehrt, wahrend die zweite Abteilung ausschließlich der Vervollkommnung in den jüdischen Fächern (zwei Jahrgänge) als Vorbild für das Rabbineramt dienerr . sollte. Mle Gegenstände, Bibel und Talmud mit eingeschlossen, wurden ohne Rücksicht auf etwaige Widersprüche gegen die Tradition im wissenschaftlichen Geiste gelehrt. Schon die Tittsache, daß neben dem Rabbiner Tschernowitz Dr. Klausner und der Dichter Bialtk unteyrichteten, zeigt, welch kühne Neuerungen hier versucht wurden. Der Odessaer Boden, diese alte Pflanzstätte aufttcirerischer Äeftrebungen, mußte dem Werke besonders förderlich sein. Freilich, die Ziele, welche die Schule sich gestellt hatte, sind nicht ganz verwirklicht worben. Wenngleich die relättv ■ kurze Zeit ihres Bestandes in der neuen Form zum Teil barcur schuld sein mag, daß nicht eigentlich viele Rabbiner, die diesem Beruf treu blieben, aus ihr hervorgingen, oso hat sie d-orh als ^Pflanzstätte echt jüdischer, auf wissenschaftlicher Grmrdlage basierender Bildung eine außerordentliche Bedeutung gehabt. Biele ihrer Zöglinge repräsentiereil den besten Typus des modernen und doch tief gründlich in der nationalen Literatur gebildeten Juden. Nicht die petrifizierte „Wissenschaft des JudenMms", die an den deutschen Rabbinerseminaren verzapft. wird, sondern wissenschaftlich durchwehte Neubelebung der jüdischen Tradition und ihres Schrifttums war das Losungswort der Odessaer ^Jeschibah. ' ' Lag schon in diesim Streben der Keim zum Kampf gegen jedwede starre Tradition, so mußte Tschernowitz erst recht als Schriftsteller, als New Zair, schärfstem Widerstand lei der Orthodoxie begegnen^ durch - die' Art, in welcher er biblische talmüdisthe '• Recht ju syschmisieft'n ^derstlcht hatl /7. Dezember 1919 Seite 9 tuumuiiLpBlllllts ZIGARETTENPÄPIERE ZIGARETTENHÜLSEN Sie ut<iPtpeffen selbst die fnöc.v ten Erwartungen « des Rsuchsrs. I * 570 bei der Friedenskonferenz und dem Völ^rbnrib das Selbstbestimmungsrecht Vorarlbergszu unterstützen. Der Bundesrat ist aber entschlossen, sich jedes Schrittes zu enthalten, der die LoslösunA dieses Landes von der politischen Einheit-, der rs zurzeit angehört, zum Ziele hätte. Salzburg «M auch «eg. V Salzburg, 6. Dezember. (Privat.) Im „Eaftdur^r Volksblalt" erllärt Landesausschuß-Stellvertreter Dr. D i-" der eventuelle Abfall Vorarlbergs würde auch den Anschlusr Salzburgs an Bayern nach sich ziehen. Im gleichen Sruiie äußert sich der Christlichsoziale Rehr l, während P r e n ß l c r (Sosiatdemvkrat) für die Einheit Oesterreichs sich ausspricht, .f Die militärischen PftichLVevreLtungen. Der sozialdemokrattsöhe Abgeordnete Witte r n i g g ist zum-Referenten des Heeresausschnsies der Nationalversammlung über das Ergebnis' der Erhebungen der Kam« miffion sur militärische Pflichtverletzungen bestellt worden. Cr arbeitet nun einen umfassenden Bericht aus, ißt wahrscheinlich in Druck gelegt werden wird und der sich vor allem mit der Frage der Schuld am Zusammenbruch, an den- Vorfällen beim Waffensttllstandsabschluß und mit de» Ergebnissen der Einvernahme der Generale Arz und Waldstetten, die kürzlich erfolgt ist, befassen wird. Der Bericht dürfte noch vor Weihnachten in der Nattonalversammlrma erstattet werden. - ' Der Sturz der Krone. v */; In hiesigen politischen Kreisen Mrt man das audamLudL Weichen der Krone in Zürich außer anderen Gründen auch «w# die in der Schweiz bestehende Strömung zur Erwerbung Bor-' arlbergs zurück. In den letzten Monaten haben S ch w eizrr Kapitalisten mit verhältnismäßig geringen Mittel», allerdings in Schweizer Franken, alles was in Vorarlberg an Grund und Boden sowie Sachgütern zu kaufen war» erworben und eS verstanden, die Schweizer RegiewngSkrerse für.die Angliedmma Vorarlbergs zn gewinnen,. Die finanzleLe» Bestimmungen im vyn Saiut-Germal». Die Ansprüche Ingostarvieno. / Paris» 5. Dezember. I» seiner heutiges Sitzung hat sich' der Oberste Rat unter anderem mit der Regelung verschiedener finanzieller Bestimmungen besaßt, die mit dem B ert r a g von Saint-Germain verbunden sind. Nach den ursprünglichen VereinSarungen zwischen den alliierten Md Jugoslawren hätte dieses erst Anspruch ach Schadenersatz gehabt, wenn die Alliierten schon zn einem Teil befriedigt worden waren, nämlich zu dem Teil, der dem Betrage der Vorkrjegsschuldeu des alte» Oesterreich «rtspricht, dt» Jugoslawien zu übernehmen hat. Nun wurde in der heutige» Sitzung den Jugoslawen zugestanden, daß der Zeitpunkt, voÄ dem aus ihre Ansprüche laufen, nähergeruckt werden würde. Die .Jugoslawen haben überdies einen Vorschuß verlaugt, und chre Delegation ist heute nachmittags zu einer Sitzung zufanlmengetreten, um über die nächsten zu unternehmeudm Schritte zu beraten. Man glaubt aber, daß die Jugoslawen dem Friede»^ von Saint-Germain beitretm werden, worauf sie auch M Unterzeichnung des bulgarischen FchdensvertrageL zugelaffen werden. Eine, seltene Stofsbeherrschung, gründliche Kenntnisseder «ft-» gemeinen Rechtswissenschaft, ein klarer, von Pilpuliftik freiet Verstand, ein fein durchbildeter hebräischer SM, befähigten ihn im besonderen Maße zu dieser Ausgabe. Seine zuerst, im ,Haschiloach", mehrere Jahre später teilweise deutsch «. schienene Abhandlung über die „Geschichte des Schulchan Aruch," seine Vorlesungen über verfchiedenarttge Rechtsfragen (Schiurim Batalnmd), seine Einleitung in den Talmud, zahlreiche Aussätze über die Detailfrageu, die auch in deutscher Sprache in der von Pwfessor Köhler hevausgegebenrn „Zeitschrift für verg leichende Recht Swisseu^ schaff erschienen sind, — all diese Werke Haben der Forschung des talmudischen Schrifttums ganz neue Bahnen gewiesen, nicht allein durch ihre wissenschaftliche Dedeutsaru' keit, sondern auch dadurch, daß sie der traditionellen Erklärungsweise in vieler Hinsicht einen Stoß versetzt habe>l. Darum bedeuten sie in der hebräischen Literatur eilt Creignis, welches ganz besonders im orthodoxest Lager im Widerspruch herausforderte. Wohl steht Tschernowitz, wie an» gedeutet, auf durchaus konservativem Boden und erkennt unverrückbare Grenzen für das Leben des Individuums wie - auch der Gesamtheit an. Aber gleichwohl fordert.er unbedirlgte Anerkennung des Entwicklungsprinzips und läßt'niemals allein die Rücksicht auf Herkommen zum Nachteil der Wissevschastlichkett walten. Das zeigt auch in jeglicher Hinsicht, sein jüngstes Werk „Kizzur Haialmud", Lessen erster Vanv vor wenigen Monaten erschienen ist. Es ist sozusageir das Werk, welches allein imstanoe ist, ^allen Hebräisch Verstehenden den Talmud zugänglich zu. machen, auch wenn sie nicht ein« traditionelle talmudische Bildung genossen haben. Freijichs es mag manchem ftaglich erscheinen, ob nicht dutch die Entwicklung der Talmud aufhören wird, Gemeingut elue-r beträchtlichen Teiles der Juden zu fei::, rote cO Ijuubefte hindurch gewesen ist. Eö ist ducchiuiS bc-afön i; daß. die Kenntnis des Talmud mehr, oder .miydrr ans eineg' /

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