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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-03 · Heft 312 (3.12.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 312 (3.12.1919)
Date
1919-12-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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’ Ne. 312 Wk-n, Mittwoch . , --i , +mrmm . . ' .. ... - Anm Vortrag Dr. Alfred Nosstg: Vom integralen .Programm der jüdischen Bewegung. Heute, um 6 Uhr abends >m Hestsaale^ des Militarsafinos, .1., Schwärzende!gplatz I. Die jüdisch« Srudenteriichaft erhält gegen .Vorweisung von Legitlmäponrn an der Abendkasse ab V26 Uhr Flertarten.? * Das heb rätsche Sekrctariirt eröffnet ab Samstag den D. Dezember, 4 Uhr nachmittags, einen Talmudknrs Mit hebräischer Vortragssprache. Leiter des Kurses: Herr 'Advokat.Dr. Nisan Goldstern. Der Kurs ist allgemein zugänglich und wird im Bureau des Zionistischen Landeskomitees,. 2.. Bezirk, Zirkusbasse Nr. 33, stattfinden. Gegenstand: Bawa Kama. .Die Hörer werden ersticht, Talmudexemplare mitzubnngen. * Jüdische Hvrhschüler arrs Jugoslawien l SamStag den 6. d. M. um '/,8 Uhr nachmittags findet rm Kludlokal des Cas.6 ..C th", IX., Porzellangässe 1, eine Versammlung aller jüdischnationalen Akademiker j u g 0 s l a Wischer Staats- ««geh 8 r r g f> 11 statt. Es wird über die Gründung einer M e n s a tilr die jüdischnätionalm Akrdeunker aus dem Stgate S. H. S. beraten werden. * Verein Jüdisches Museum. Der Verein Jüdisches Musenm.U.. Malignste 16. hält Samstag den 8. d. M„ */g6 Uhr. in den Räumen der B'nai B'ri'h, 'X., Ümverfita.'Sstraße 4, seine .Genvaloersammlurig ab. Im Anschluß daran hält Oberrübbiner Dr. Chajes einen Vortrag über „Die jüdischen Katakomben in Rom als Geschrchtsquellcn". 9 . * Kurse des Patästinn Amtes. Die technische S ind r en tz r u p p edes Palästina-Amtes beabsichtigt demnächst einen Kurs zurHeraubildung v 0» Chauffeuren und M v 1 v r b v 0 t s ü h r e r n für Halästina-Jnter efferiten ins Leben zu rufen. Diejenigen, welche sich dafür mterrssürcu, werden ersucht, sich rechtzeitig beim rechnrschcn Restrat des Palästina-Amtes, ll, Zirkusgaffe 38, zu melden, da nur eine beschränkte Zahl von Teilnehmern <ni|» genommen wird. . d» Festaknvemie. Sonntag den 7. d. M. veranstaltet Irr humanitäre GrselligkeitS-- und Theaterverein .Friedenst a p.b e", in den Olymvia-Piacht'ölen, 1.. Rothgaffe 3, eine F e st a k a d e m i e mrt anschließender TanzunterhaUung. : * SV-HeSer Kassenscheine der Vemeinde Wie«. .Gleichzeitig Mit dm 10-Heller°Scheinen werden heute auch die HO-Heller-Kassenscheine der Gemeinde Wien zur Ausgabe gelangen. Der G:undton dieser Noten ist braun mit grünem Abdruck. In einem kleinen Felde links ist die Hauptsront des Rathauses sichtbar,' rechrg in violetter Farbe die Ziffer 50. ' * Die Vervoüstnng des Wienerunaldes. In der Dezirksverlretmig Huving teilte Beziiksrat P e l l e t e r mit, daß •fctt ,R »1 eBer fl" m Ober-2i. Veit, ein bekanntes Aussillgsziel der Wiener, g 8 n z lich abge holzt worden ist. Gegen pirsch schändliche Treiben der Holch'rbe, die binnen wenigen Tagen und Nächten ganze Bcrgwäldrr abnagen, muffe doch endlich energisch «in geschritten we»den. Bezirksrälin Frau Benes ch wies ans die Waldvermüstunaen am Schioßberg in Hacknrg und m Hüttetdors hin. Auf dem Schlvsiberg könne man täglich B olkswebrleute und andere Leute in Unifvlm sehen, die auf einem Handwagen schwere Baumstämme wrg'üyrru. Bei der Endstation r» HüHeldorf steigen Straßenbahner in Uniform Mit dem von ihnen gestillten Holz in die leeren Straßenbahnwagen em. Daß in den wen gfien Fällen Not, in den-meisten FälleNvGewmri'ücht der, Schleichhändler die Ui lache dieser Verwüstung des Wtenerwaldes sei, beweist die Tatsache, daß-oft Schalk nder den Leh>er fragen, ob er Holt. kauien wolle. Diese Zustande seien ein Beweis der vollständigen A n ä r ch i e , n W1 e tu — Bezirkrat L e b n i n g e r teilt mit. daß ovch der Lainzergraben abgcholzt winde, und daß an dieser Abbolzung »sogar S i ch e r b c i t s Wachleute teil* nahmen. Die Grmkmde tue nrchis, um diesem Treiben ern Ende zu bereiten. — Nach emer fnfflien Debatte, m welcher eine -Partei die andere des laxen Verhaltens gegenüber dem Waldfrevel beschuldigte, wurde der Antrag de» BezirkSrates Pellettr auf Ergreifung energischer Maßregeln gegen der Waldverwüstungen , einstimmig angenommen. , * AufrechterhLltunig der DsenstvsryLltnlsse eingerückter "NlHestekftWe. Durch .eine im StaatSgesetzblatte und in der .^Wiener Zeitung" iuiidgemachteVottzugsanweisung des Staatschntes für Justiz vom 38. November wird der durch die EottzugLanwersung vom 13. November, St.-G.-Bl. Nr. 27, vorgesehene Schutz für die von der militärischen Dienstleistung Mrückgekehrten Angestellten in mehrfacher Hinsicht erweitert. .Zunächst werden auch jeue Dienstnehmer in den Schutz elnoezogen. die am Tage der Einrückung durch ein Jahr ^(einschließlich der unmittelbar vvrangegangenen Lehrzeit) im Dienste - standen. Ferner wird eine neuerliche Erhöhung des >derr zurückgekehrten Dienstnehmern zu gewährenden Entgeltes verfügt, die der seit Erlassung der Dollzugsanweisung vom -13. November 1918 eingetretenen überaus großen Steigerung Ker' Kosten der LebepK,Haltung entspricht. Die Frist zum ^Wiederantritte des Dienstes wird von 30 ans 142 Tage verlängert. Auf den neuen Kreis der geschützten Dienstnehmer Anden, die Vorschriften der. Bollzugsanweisung nur unter Hr Boraussetzung Nntvendung, daß am Lage ihres. WirksckmkeitSbegrnnes die 42tagige Frist zum Wiederantritte des DisststirS noch nicht verstrichen war. Auf das neuerlich erhöhte Entgelt haben nur solche Heimkehrer Anspruch, die am "^age der. Kundmachung der Vollzugsanweisung den Dienst Juotf) nicht angetreten hatten. j * Gbm AusforLrmng der rumünlsche» Militärmisstsn im vamänifche HrereSange^rige. Alle rumänischen HeereS- -igngehör!gen, deren militärische. Lage ungeklärt ist, ob sie nun bei ihren Truppenkörpern als bei der Assentierung^ Präsentierung oder Mobilisierung nicht erschienen oder als Deserteure gelten, weil sie von der Front oder von Hinten '-lands-Formationen" entwichen oder aber ohne Weisungen in 'hem von Feinde besetzten Gebiete zurückgeblieben sind, werben Angewiesen, sich schleunigst bei den in Betracht kommenden ÄekrutienlngSkreisen in der Heimat zu melden, um sich zu Rechtfertigen. Näher« Weisungen werben ihnen von der Rumänischen Mlitärmission' in Wien, 1. Bezirk, Uranialft-aße Nr. 4, erteilt werden. f Letzte Nachrichten. Züricher Devisenkurse. * Zürich, r. Dezember. (Devisenkurse.) / Berlm 12.30 IS.—i. Wun S.85 S9t». Prag 10.78 (11.20Holland208.60 208.kv. New-^orl.^.-ibiS.—), London 21-60 (21.90;, Pan» 84 60 65.76), Mailand 43 75 (47.25j, Brüffel 67 76 (68.80), Kopenhagen 107.— >108.6»-, Stockholm 129.— (129.—), EhMania 118.- 118.50, Madnd 10720 (108.50), Buenos'AlkcS 223.— (839.—), Kronennoten, österr. gestempelte 4.— (4.-1 Kronennoteu. ungestempelte 4,— (4*—1 t" ' \ Wiener MorgenzerruuK ' ' 3. Dezember 191$ ■ — — n ■ i. ■ - , ■ Ttfarwirrt ,, ■ , ■■ ■■■■ , , Seite 5 Die ErnührNNg. Der MardtHsricht. In der Beschickung der Märkte ist gestern keine wesentlich eA eit b c r u tt g eingetmen. In der Groß- Markthalle wmde eine kleine Memie. von Corned Bees an die rayonierlcn Kunden auZgeacben, sonst bestanden die Vorräte nur aus 300 Kilogramm'Wmstrn. Ter'F x f rfi m a t! t vkifügle bloß über cm kleines Quantum geiLrcherier Klippfische, die zu X 30.— pro Kilogramm veikanst würden. Der Geflügelmarkt war ohne Zufuhren fleblicben. " Am den Gr ün w a-r tmn ö t!t tti wmen nach wie vor Rüben und Kraut in bedarsdeckenden Mengen »ugesührt. An befferen Gemüsen ist Ätangil. Während teueres Obst, Tiroler -Aepfel^in mehr olS ausreichenden Mengen vorhanden ist. fehlt eS an billige!rm Obst. Bon Tiroler Arvieln waren mehrere Waggonladungen angekommen, sterrische Achsel waren 'dagegen schwächer veilreten. Eier waren auch gestern nirgends zu sehm. MitterlAngen der „Roh8". WarcM'Mrale, VIH., Pwristengasse 10: Abgabe von Schweizer Bohnen in l-K'lo--Dosen, frisches Häup'elkraut. Schokolade. Paradeismark. Donzwicbel, Siocksische. DoppelmalzbiN', Hauspasicln, Puddiit^vulver von 8. bis 12 Uhr.— Verkaufsstelle, I.. Nibclungmgäff> 7: Schweizer Bohnen in l-Kilo-Dosen. Schokolade. Stockfische. Marmelade, Paradeisntßtf, Döirzw ebcl von 8 bis!2 und von 8 bis 5 Uhr. — II., IV., V., Bezii k: Abgabe von Tiroler Marmelade, Schweizer Bohnen in I-Kilo-Dosen. Klein^kriten von 8 btS 12 und von 8 bis 5 Uhr. — .XVll.. XVlll.. XlX. Bemk: Schweizer Bohnen, .Maimelade. Schokolade, Kle>uiakeitcn von 8. bis 12 und von 3 bis 5 Uhr. — XVH. Benrk r Häuvtelkrnut. Aepfel, Erbsen, Marmelade von 8 bis 12 und von Z-brs 5 Uhr« Erster Wiener Konsumverein. Die Abgabe der eingeteilten Artikel erfolgt in dieser Woche kür die erst« Gruppe der Muglirder am M ttwoch. für die zweue Gruppe am Donvetsiag und für ^die bii'lc Gruppe am Freitag und SamStag. Zur Abgabe gelangen: M e b l, O e l, S a l z. WeilerS wird mit der ZucketariSgabe pro Oktober begonnen und wird dieselbe je nach Eintreffen weiterer Sendungen wrtgesetzt werd'n. Kastanien^ soweit der Vorrat reicht, auf Grund der Nummer 30 (dreißig) der rosa BenrgSkarte. Fortsetzung der Ma'meladenäbgabe auf G'und der Nummer 7 isieben) deS amtlichen EiukauiZiche'ines. Feiner >n allen Veischle^ßstellen:. N'kolobäckerei, Lebkuchen, Feigen, Rosinen, frisches Sauerkraut, Gurken. Tertllabteilung: Abgabe' an sämtliche Mitglieder gegen Vorweisung der Mitgliedskarte oder deS Mitgliedsbuches, und zwar Textilwaren aller Art und Lckmhe. Schuhe zur Reparatur werden bis auf weiteres nicht angenommen. Abgabe vsu Kondemsmilch. Vom StaatSamt für Volkseinähnmg wiid Ml'gete'lr: Zur Verbcffenmq der Milchveisorgung der Kinder in Wien wird mt Amchluffe an die mit 6. Dezember d. I. endigende Ausgabeperiode aus den zur Beifügung stehenden M.lchkonscrvenvorräten in der Z?tt vom 7. Dezember bis 20. Dezember 19!9 an d>e Kinder vom vollendeten 1. bis zum vollendeten 6. Lebensjahre Kondensmilch abgegeben. Jedes Kind vom 1. bis zum vollendeten 2. Lebensjahre erhält 3, jedes Kino vom 2. bis zum vollendeten, 6 Lebensjahre 1 Dose Kondensmilch zugewiesen. Znr Ausgabe gelangt diesmal für Kinder der Mmdestbemittelten und die mit der Zusatzkarte tiir Arbeitslose bclelten Arbe'tslwen ungrzucktite amerikanische Kondensmilch zum bisherigen Preise von K 7.— pro Decke, für die übiigen Bemgsbe-echligten gezuckerte Kondensmilch, Marke »Red Mill Milk" oder ^Datrymene Lragne" zum bisherigen Breffe von X 10.90. Die Abgabe der entfallenden Quote, die für Kinder vom ersten biS zum zweiten Lebensjahr auf e-umal oder in Teilmengen be,(pgen werden kann und gtflen Doi Weisung der Milchkarie und gegen Abtrennung der auf der Karte Uh: Mindestbemittrlle voigesebeueu. der Anzahl der verabreichten Dosen entsptechendcn, bcsondeien Kondeusmilchabichnitte, bei den anderen Bezugsb rechtiaten gegen Abtlknming einer der Zahl der Dosen entsprechenden Anzahl von Tagesabschniilen der der 147: bis 148. Woche, beginnend mit dem Momagabschnrtte der 147. Woche, erfolgen. Maroni» und Zwiebclarrsggbe. Heute gelangen auf den Märkten folgende Waren zur.Verteilung: III. Bezirk: Grvßmarkthallev 6000 Kilogramm Maroni (X 9.80): IV. Benrk: Naschmarkt 10.0(0Kilogramm Maroni (K 9.60t und 12.000 fiilo* ßvötnnt Zwirbeln (K 6 20; XIV. Bezirk: 10(00 Kilogramm Maroni (X 9.m>); XVI. Bezirk: 10.000 Kilogramm Maroni (K 9.60); XXI. Bezirk: 50 0 Kilogramm Zwiebeln (K 6.20). Kavtofsel«b-ade. Von Mittwoch bis SamStag werden im Xlll. bis XIV. Bezirke ausländische Kartoffeln zum Preise von X 434 pro Kilogramm, und zwar */, Kilogramm pro Kops gegen Abtrennung deS Buchstabens „B" der Kartoffelkarte abgrgebm. DersinsnachrichteK. (NacheichtenvonV er einen erschernenausnahmsloSnuramTagederVeranstaltung.) Heute: Fugendverein Ahawath Zion, II.. Stuwerstraße 46 ß. Einschreibungen w den beginnenden hebräischen KmS finden täglich zwischen 6 bis 8 Uhr abends im Bereinshenn statt. -- M 0 r i a h. Heute, 6 Uhr, Heimabend. lX.. Währingrrstraße 15 (blau-weiß). — Verein öfterreichis cher.Chemiker. Heute um 6 Uhr abends im Horsaale für Chemie der Technischen Hochschule L^ollversammlnug Prost Dr. Ludwig Moser: Dw analytische Chemte der Gegenwart. (Mit Demonstrationen.) — Fugendgruppe der zlvnrsti.scheu Bezirk SsektivnBriglttenau. Heute um 6 Uhr Vereinsabmd. Referent Dr. W e i n r e b : Geschichte der hebräischen Literatur U. Teil). — HedräischerArbeitskreiS. Alle diejenigen, denen die Stärkung der hebräischen Organisation am Herzen liegt, werden zu einer Zusammenkunft sür heme um V-6Uhr abends im Zionistischen Binrau. U., ZrrkuSgasie 33, eingrladen. — Zionistische B e z i r k S s e k t r 0 n .Döbling. HebröischeKurse finden jeden Montag und Donnerstag von V*6 bis l/*7 Uhr für An'änger und von %7 bis l/*8 Uhr für Fortgeschrittene statt. Anmeldungen weiden im Trmprlverein Döbling, XIX., Dollingerstraße, angenommen. Briefkasten Äer Redaktion. I. A. Die sicherste Auskunft werdm Sir doch nur auf emem Postamt erhalten. Eingese«det. Made Stein Dp. Emanuel Goldstern Verlobt e, . r Wtak. taJDaumtis« 1U4» ißfdinciti Größte Auswahl! \ Billigste Preise! j 'MO }. Leopold Steiiihart.WikN, L Biberßkaße 9. ( -—— ---—- 40y3/8 -... ... — Bühne und Kunst. Kammerspiele. (Zum' erste« Mal: „Brand im Opernhaus." Ekff Nachtstück in drei Aufzügen von Georg Kaiser.). Das Ausfallende an diesem Stücke, der Stil, wirkt ' peinlich, wenn man sich an die vorjährige Aufführung von Georg Kaisers „Sorina" im Burgtheater erinnert und an sein sehr bemerkenswertes, von Gustav Landauer hochgepriesenes D rat na „Die Bürger von Calais". Peinlich, weil dieser Stil (Pantomime, unterbrachen votr komprimierten Dialogstellen) nicht sein 'Eigentum' ist,' wie der Vergleich mit den genannten beiden anderen Werken des Autors sofort ergibt. Davon abgesehen, folgt man willig der schönen iMd starken Episode. Ein' französischer Edelmann (namenlos, Herr.von '£), plöß?'. lich erschauernd im Pariser Sumpf toller erotischer' Sensationen, holt sich ein unberührtes Mädchen aus dem Waiseninftitut, heiratet es und hütet den Schatz in einem Palafte, den er einem alten Wüstling abkauft.. Gegenüber dem glücklichen Heim des jungen Ehepaares, steht das Osternhaus. Dort wird ein glanzvolles. Ball-' fest gefeiert. Ein . Brand bricht, aus. Furchtbare Panik/, nur wenige Ballgäste entkommen. Der Herr von % ' läßt alle Fensterläden seines Hauses schließen. §kein Laut soll ins Schlafgemach seiner Sylvette dringen. Da stürzt sie, im chivesischen Ballkostüm/ herein und mit Shl- .vet^ — ihr Geliebtes der berühmte Operntenor. DaK schlichte, sanft ergebene Waisenmädchen hat also Herrn von L betrogen. Entsetzt sieht sie, daß ihr Gatte: an ihrer Rettung vom Feuertode keinen Anteil nimmt. . Für ihn ist sie tot und der furchtbar Enttäuschte holt sich mit Lebensgefahr als Symbol der vernichteten^ Liebe aus dem brennenden Theater einen verkohlte« Frauenleib, bahrt ihn angesichts der jungen Gattin aus) und weist Sylvette hämisch an den Opernsänger, der' aber fühlt, daß sie nicht ihm* gehört, sondern dem Herrnvon L. Nun kommt das bizarre Nachspiel. Die Leiche^, die sich der gehörnte Gatte brachte, ist die berühmte'/ Courtisane des'Königs mit dem berüchtigten Ring W/. Finger-, der eine obszöne Abbildung trägt. Sylvette eitfcf deckt den Ring auf der Bahre, der Herr von T legt ihv ihn an und erniedrigt sie zur Dirne, an der er sichs . entzünden möchte wie. einst an anderen Lustweibern., Erschauernd flieht Sylvette in das brennende Opern-. Haus zurück — und wird von einem Buckligen, der jidjl den aus ge setzten Preis verdienen will, als verkohlter Rest der königlichen Couriisane geborgen. Erkennungszeichen: ' der obszöne Ring. Manches geistvolle Zwiegespräch und' manche bitter tragische Wendung zeichnet den Text aur und Herr von X ist scharf gezeichnet. Warum aber für dieses effektvolle Theater just der besondere neuartig; sein sollende Stil gewählt wurde, ist nicht zu begreifen und das gibt zu denken. Die Spielleitung des Herrn Dr. Richard SRetcfj hat sich bemüht, die Absichten des>Autors allzu beut-/ lich zu machen. Weniger wäre -mehr gewesen. Raoüik ASlan zeigte als Herr von Zb treffliche Haltung. Seines Moissi-Modulatron geht auf bje Nerven. Das Puppen- ' spiel der Liselotte Denera als Sylvette war zu gewissenhaft gedrillt. Vortrefflich Herr Gvetz in der- Rolle des alten Herrn, eines kultivierten witzigen Wüst-' . lings, der gelungensten Figur deS Stückes. Verdienst-, lich Herr Stei nböck, der für den unpäßlichen Herr»! ^childkraut einsprang und den Opernsänger gab. Gespielt wurde sozusagen in einem Zuge. Die Zwischenakte blieben verdunkelt. Stimmung, Stimmurigj. Die Zuhörer teilten sich in ztver Lager pro und kontra^ ■ : O. A.' : Gesangskvrrzerte. A» kaum mehr zu überblickendem Arrfmarsch zieht die bch«r der Sänger und Sängermnen vorüber, die allabendlich das Publikum und die Kntik -nr Würdigung ihrer L eistun ge» versammeln. Nm' Weniges bleibr als wirklich erinnernSwerh! ft: es durch PersSnIichkeit »becf Programm, im GrdächMis haften. E>ne bedaunliche Uniformität läßt daS Gesamtbild diese» Abende, meist zur Schablone erstarren. Bon der Operette kam Frau Dora Keplinger-Eibenschützund ihr Ehrgeiz auch das höhere Können bewundern zu lasten, war berechtiaL Mit vortrefflicher Schulung uud beredtem ÄuSdruck ersana sie sich im Konzertsaal den Ruhm höherer Oidnung. Elitz E l 111 a S Arteuabend war ein vrrschivenderischeS Geschenk an» wertvollsten Zierstückm der OvernUteralur, die mit höchst« Kunsp und unversehrt strahlendem Glanz des wunderbare^ Organs den Hörern Meil wurde. Wie schade, daß diese Melsteritz unserer Over entfremdet wurde! Hier wäre ein schwerer Fehl« wieder gutzumachen! Artur Fleischer, der von Direkto, Weingartner offenbar nach Gebühr geichätzt wird, sang in seinem Komerte eine Gruppe von Liedern seines sünstlerische« Vorgesetzten, die der Komponist beMiete. Sie fanden lebhafte^ Beffall, dank dem musterhaften Vortrag des mit Rechj jo gefeierten Säugers. Insbesondere bic reizende „Mauder».: wasche" wurde begeistert cikklamiert/- Im Konzert« i c c a v e r S, dar mit üblichem Enthnsia-mu> ausgenommen wurde, spielte der Geigerin Fräulem L s » miß nicht, geiingerem Beifall alder Kouzertgeber selbst. Em jung« Nuff'e. Kola .H 0 l 0 w i r s ch. zeigte schöne Anlage», doch dedars i sri« rntwicklung-dihiger Tenor noch der letzten Schulung. Sem« Begleiterin, Fräulem Me Schwarz, wnd, wenn sie die Sch««. des KonzertierenS übtrwmdct, ihrem Lehrer Lalewicz sicherlich »i^ Ebre Wachen. Are jeiat« glsicklichst; Anlagen und reiches technrschch

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