Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 312 (3.12.1919)
- Date
- 1919-12-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Zit SßlettT MMtvoch 4 TelegraAme. Mobilisierung in der Tschecho- SlownKei. Prag, 8. Dezember. (Tsl.-Komp.) -Die Lschecho- ^owakische Negierung hat infolge der Vorgänge in der Lschecho-Solwakei «ine. ge Herme Mobili s i er.» n*g ««geordnet, die die Jahrgänge bis zmn 33. Lebensjahre umfatzt. Die Regimenter 77, 78, 3 und 8 sowie die Lcgionarregimenter 21 und, 23 sind bereits in die S^lowaker abgegangen, Es sollen int ganzen 81 Divisionen an die ungarische Grenze dirigiert werden.; Ztr-tzenkiLmpfe zwisHerr S ozi^liften und NaLionatisten in Äom. Berlin, 3. Dezember. Das „Berliner Tagdblatt" ikeröffentlicht über Basel folgenden Bericht aus UöR: Nach Eröffnung der Kammer fand Montag narhtS üne Schlägerei zwischen Sozialdemokraten nnd Ratioaalisten statt. Der sozialdemokratische Abgeordnete Murari war vormittags von.einer Gruppe Nazi ona listen^ umzingelt und mihhandelt morden. Polizei befreite ihn ans den Händen feiner Atgncr. Die Sozialdemokraten erhoben in der Kammer ' und in der Oeffentlichkeit Protest Am Abend suchten äe in Rom Kundgebungen M veranstalten, die zu einer heftigen Gegepdemolrstration 5er Bürgerlichen führten. ZS kam zu' schweren Schlägereien, W die Truppen den Platz säuberten. Abends fand eine Versammlung der sozialdenwkratischen Union und der Ar» deiterkammer statt. Nach der Versammlung wurden dir Sozialdemokraten von Nationalisten mit Schmähruscn »mpfangen, waS abermals zu Tumulten führte. .Die- Polizei muhte wieder eingrcifen, wobei ^eS zu einem schweren Handgemenge der Sozialdemokraten mit der Polizei kam. Die Abgeordneten Delld Barberi und Romika wurden hierbei erh eblich v ersetzt. Der Chefredakteur des „Avanti", Serati, wurde- Wege» Beschimpfung der Polizei in mehrstündiger Haft behalten. Die sozialdemokratische Union und die Mbelterkammer haben liegen der Zwischenfälle nöch iü der gleichen Wchj einen unbefristeten General st r eik für Rom b>e. schloffen. ' Die itattsnische ThrvnreLe. Berlin, 8. Dezember. Nach einem Bericht der »Vossischen Zeitung" über die Eröffnung der italienischen Kammer der. Ziehen die Sozialisten beim Eintritt des König & den . Sitzungssaal. In der Thronrede sprach der König die Hoffnung aus, daß nicht dauernd zwischen Siegern und. besiegten unterschieden werden dürfe. Die beste Garantie > sei der Zusammenschluß aller Pölker' zu einer 'großen A r be i t S d e m o k r «t i e. Bei Erwähnung der KrigSerfalge betonte der König die freundlichen Absichten gegenüber Tirol. Der Krieg habe die Notwendigkeit deS Zusammen« Haltens der Nasse ergeben. In diesem Zusammenhang richtete der König einen Gruß an das lateinische Amerika. Er bereute , weiters die Notwendigkeit der Produktion und der sozialen Entwicklung.- Aeutzero und innere Politik seien heute init« rinander untrennbar perbunden. Waö-die äußere Lage an« lange, sei Italien gegen niemanden feindselig gesinnt., Leides seien einige nationale Ansprüche, ans die nicht verzichtet ’ werden könne, noch unerfüllbar. Die Gerechtigkeit stehe über allen Verträgen. Der König schloß mit einem Aufruf zum Zusammenhalten aller Arbeitsfreudigen. D§S amerikanische Budget. Washington, 2. Dezember. Der Schntzsekrekär legte den Jahresoeranschlag vor, der ein Budget von b Milliarden für das Eta lßjabr 1Y26 Vorsicht/ . ch - Das neue ZrunMfche ZyhrSuch. - Seit fünf Jahren erscheint, jeweils, zu Neujahr, heraus« gegeben von Dr. Otto Abele»>und Ludwig Bato, per «Jüdische N ationälkalender"^ Er ist eine Agttt'- logie von Aufsätzen moderner jüdifcher Autören über akluälle Themata. Von Jahr zu Jahr wird der Inhalt reichhaltiger, die Ausstattung schöner. Der diesjährige Jahrgang ist 800 Seiten stark und enthalt nebst den Aufsätzen eine Reihe besonders schöner.Illustrationen. Es gibt kaum ein Gebiet jüdischen Lebens und Denkens, das nicht irgendwie darin be« handelt wird. Wie üblich, eröffnet eine Jahresübersicht von Ludwig Bato den Reigen.- Von-jüdischer Politik handeln mehrere Beiträge. Heinrich M a r g u l i e S, immer bemüht, die zionistische Politik in hie Gefamtzusammenhänge dcS allgemeinen histortsch-politlschen Geschehens einzüordnen, spricht über »Poli dick u it b S e ndun ß/;. Seine scharfe Stellungnahme gegen die zweifellos verzerrt gesehene Buberische Richtung ist bekannt,, ebenso seine stark betonte Schätzung der Galuthzukunft. Seinen Forderungen nach einem kontinentalen Zusammenschluß der Staaten auf-Grund eines personellen Nationalitäten Prinzips und einem dogmenlosen, wahren Sozialismus ttt Palästina wird man dennoch Leipflichten können. H)r. Leon Re i ch berichtet über die Jüdische FriedenSdelegation in Paris, deren' eifriges und verdienstvolles Mitglied er bekanntlich ist. Robert W e l t sch» spricht in seiner warmen und lebendigen Weise-über die Revolution und die Nation« l r ü t e; er schildert die Vorgänge beim Umsturz, in Wien, die seelische Verfassung der Judenheit dabei und die Bildung der Nätionolräte als spontanen Ausdruck dafür, daß »mit eisiern Male das jüdische' Volk als »nationales Ganzes in geeintem Bewußtsein dastand"., Gr legt instruktiv und klar daS Programm, und die Aufgaben der jüdischen- Nationalpolitik dar. Doktor H. Radi sch schreibt über ^die Gefahr einer neuen Assimilation", die er darin erblickt, daß die *) Jüdischer Nation alkat tzn der, Almanach auf dnS Jahr 5680, herauSgcgcben von Otto AbeleS und Ludwia Bato, Dcrlaa »Jüdische Zeitunn"«, Lviener MorgenzeiLmrA - -- .- %ti Weß jtir Einheit des Volkrs! Heute Mittwoch, 3. Dezember, 0 Uhr aberrdS, tm Festsaale des MilitärÄaftuos» l«, SchwarzeubergpLatz 1, Vm ittWlkllIßllMM ttk jiiSisEn VciWW. Vortrag von Dr. A l s r e d Nos s i g. Der Berliner belehrte Wied in feinem ztvelten Bortraffe tiver düs ttitbcnfitsti, über den alten «ud neuen Mimen Blind, über die;livischen Po'rtei«» der Gegenwart, Anfgaben lind iNrNertSniettzvden eine» jüdischen iiöesamtorgantsakiün sprechet» MW den Metz zue Gtttheit SeS jüdischen Boikes zeige,k. Inden aller Parteien k Erscheinet alle! Sonntag den V. Dezember, halb 11 Uhr borm., tm E6r. NornödienhanS Dritte« Vortrag von De. Alfred Nofflg Über S o K'ialiSmttS und Mo fa i sm US. MrAtkbe hatten! R. 88wft, l., Notenturnistratze Gunnann, f., NämtNkrring»: Aüdischec chochschulausschnft, lX., Sllscrstraße Ni: »Aida", II., Laborstra!»e d; Eplelmann» H.. vraicr-slistne. lßfAt Jüdische Studenten haben au diesem Vortrag srtlen Eiittriit. Freikarten geqen gegen Bortneisnng von Sntdentenlegiitmationrii an der Kassa von '/,» Uhr abend». Die SchrvievlgrsUett der FriederrSlrovferenz. Vor der Abreise der Amerrkrauer. Wafhmolon. 2. Dezember. (Funkspruch des Del.» Korr.-Btir.) „Sun." 'mechrt auZ Paris, daß sich die französisch e n und britischen Delegierten der FriedenSlous'eren; sehr bemühen, die a m e r i k a n i s ch e Delegation zum-Weiter verbleiben in Paris, wenigstens für noch vierzehn T-age, zu bewegen. Die Abreise sei jedoch schon vor langer Zeit für den 5. Dezember festgesetzt worden. Französische politische Kreise befürchten, daß Deutschland die Abreise der Amerikaner als Auflösung der Konferenz und Rückzug der Amerikaner vom Friedens vertrag an« sehen würde, obgleich ein Irrtum nicht möglich sein könnte, da Herr von' Lersner schon vor Wochen von -der bevorstehenden Abreise der amerikanischen Delegation verständigt, worden sei. Die Weigerung Deutschlands, für die versenkten Schiffe VOODOO Tonnen anders Schisse und Docks zu stellen-, sei von den amerikai:ich)en Delegierten schon lange vorausgesehen worden, da sie vöcausgesagt hätten, daß diese Rachtragssorderung viel zu spät komme. Man ^komme nun in Paris, immer mehr zu der Ansicht, daß die amerikanische Intervention ihrem Ende entgegengeh« und daß mit der Spannung zu Mexiko jegliches Interesse für europäische. Angelegenheiten verlösche. Die BertrsLung Amerikas Im Obersten Nate. Paris, 2. Dezember. Wie „Chicago Tribltne" erfährt, wird nach der Auflösung der mnerikanischen FriedenZdelegation, die noch in dieser Woche erfolgt, der amerikanische B.-ots.chafte? Wahlace an dem Beratungen des.'Obersten Rates als Vertreter Amerikas teilnehmen. Ursprünglich Latte man daran gedacht, überhaupt keinen amerikanischen Vertreter mehr in den Obersten Rat der. Friedenskonferenz zu entsenden, -und der amerikanische Botschastdr sollte lediglich bevollnrächtigt sem, den Fritzdensvertrag mit Ungarn zu Unterschreiben, dessen Entwurf schon sertiggestellt ist und der der u n g a r t s che n Delegation sogleich nach ihrem Eintreffen in Neuilly überreicht werden kann. Indessen ist man von bfesem starc-en Prinzip abgegangen und der amerikanische Botschafter wird an den Sitzungen des Obersten Rates teilnehmen, muß aber bei jeder Entscheidung Weisungen aus New-Aark einholen, wie sonst, wenn er als Boischäfter handelt. „Chicago Tribüne" rncint, man verhehle sich in amerikanischen Kreisen nicht den Ernst der Situation, ummm i,i.iii.n..'i^»W,.a» u iwi ■ iy—», iituiii—i i iW*i..ii»m..w»«ii1iii».ib—miW» jüdischen' Sözialistcn von der europäischen Sozialdem»^ kratie die marxistische Ideologie Übernehmen. Max Brod spricht über das »Wesender Demokratie", diese jedoch nicht als ein nurpolijifcheS, sondern alS ein allgemein-menschliches Problem aufgefaßt, und betont, daß im Judentum die Idee der menschlichen Freiheit und die der Würde des Jndividuums.in reinster Form enthalten ist. Dies kann, was die 'Grundanlage und die Einsicht einzelner hochstehender jüdischer Wersen betrifft, zugegeben werden, in der Praxis find aber meist diese Ideen in der. Lebensgestaltung der jüdischen Gmeinschaft nicht Voll zum Ausdruck gekommen. Bon Palästina handelt nur ein kurzer Aufsatz von Dr. Emil Stein. Trotz seiner Klage über die gegenwärtige moralische Verfassung der Welt und auch der Juden glaubt er, daß durch richtige Erziehungsmethoden und gesunde KolonisationS» Prinzipien in Palästina ein hochstehendes Gemeinwesen durch die Zionisten geschaffen werden wird. Ein besonders interessanter Beitrag ist die Wiedergabe der Antrittsrede zum Wiener Ober-Rabbinat von Doktor Z. P. GhajeS. Klar und prägnant zeichnet er die Stellung der Rädbinür in der Gemeinde. Nicht Priester, nicht Mittler,, sondern ihr Führer soll er sein. Er kann es, wenn er dm Juden wieder aufrichtet,, ihm den Solz.auf die Großtaten, die Geistigleit, den ungeheuren Zukunftswillen des Judentums wieder einflötzt und ihn-zu neuen schöpferischen Taten befeuerr. ' . Vom religiösen Judentum spricht Ernst Müller in feiner gedankenreichen und tiefschürfenden Weise. Gr zeigt den NhthmuS auf, der in der jüdischen »Zeitenscheidung" liegt. Der Sabüath ist herausgehoben aus der Kontinuität, er ist Gegensatz zunl Werktag, er ist der Tag deS Geistigen schlechthin uiü» darum »mißt sich an ihm alle Heiligkeit der Zeit". Aehnlich die Festtage, in denen NhthmuS der palästinensischen Arbeit gum An§w.-nck kommt und anderes mehr. Dieser Aufsatz ist derjenige daö Buche«, der für die Erkenntnis des wahr«» Judent-innS cnn bedoutfamsts-n ist. Fickt und gaiftteich, wie stets, spricht Abralinn Schwadron von den »zwei Polen der I u d e n s e i n d sehaft", d«m Spotte, dem der S. ©ejemfreTlSir ß«WTP man habe aber vernwiden wollen, daß die Abreise der! amerikanischen Delegation als ein Durchbrechen der! politischen Einheitsfront der .Alliierten! gedeutet werden könne. Eine.neue Note an MeM». Amsterdam» L. Dezember. Wie »HandelMad*' ans Washington meldet, hat die amerikanische Rkgierung an dü mtpikantsche nne n e we N o r e g e r i ch t e t, worin sse darauf, hinwerst, daß ihre beiden friiherkn Noten dwch du mexikanisch« Negmung mit s h st e m a t i s ch er G l e i ch^g Ü l t i tz * t kt bebandclt wotbcit seien und daß ste das Geiühl habe, daß bits mexikautsche Regierung mit den Amerikanern Spott trerbt» wolle.' Kabinettskrise in Spanien. Paris, 2. Dezember! AuS Madrid wird, gemeldet: Das Mmistcuum Sanchez de Toea bat seine Demission gegeben.' Sanchez de Tvea halte ein lrbcralckonservativrS Ministermm ge^ bildet, ohne dre Unterstützung der linken Parteien >zu genießen, und hatte sich. gegen heftige Angriffe der Anhänger MauraS und kaciervaS zu verteidigen. Der Sberste Rat nnd Angarn. Paris, 8.> Dezember. Der Oberste Rat hat unter dem Dorsthe ClemenceauS Sir George Clark über die gegenwärtige Lage Ungarns angehört. Dieser führte in einem längeren Exvosö unter anderem aus, daß die gegenwärtige Regierung Ungarns genügend Sicherheiten p» bieten fcheme, um von den Alliierten anerkannt zu werden. Die uttgarische FriedenSderegatiott «ach Neuilly eingeladen. Budapest, 2. Dezember. (Trl-Komp.) Die ungarische Regierung Hw aus Paris eine Einladung erhalten, eine Friedensdelegatlvn nach Neuilly zu entsenden. Friedrich und die Ermordung Tiszas. Pudapest, 8. Dezember. (Privat.) Die Sensation des Tages bildet das Erscheinen des KriegSministerS Stephan Friedrich vor dem Untersuchungsrichter. Friedrich hat stch durch die häustgen Anspielungen in der Presse, wonach er auch einer der A n sti f t e r«d es T i 8 z a»M o r d eS fein soll, veranlaßt gesehen, auS der Reserve herauSzutreten und beim Untersuchungsrichter zu erscheinen, wo er forderre, mit dcm Hauptman» Hüttner konfrontiert za werden. DieAuslage deSHauptmannS; Hüttner gab nämlich Veranlassung zur Vermutung, daß auch Friedrich, einer der geistigen Urheber de» Mordes sei. Dir Einvernahme vor dem Untersuchungsrichter dauert zurzeil noch fort. NumSnlen anerkennt de« MlnorlMenschntz V Paris, i. Dezember. »Chicago Trenne* meldet, daß M a n \ u, der Präsident des rumännischen Rates, erklärt hak, Rumänien werde den FrirdenSvertrag mit O e st e r r e i ch. ohne Vorbehalte unterschreiben und den Mi^noritütenschutz anerkennen. Die ostgattzLsche Frage. MShr.-Ostm«, 2, Dezember. (Tschecho-slow. Pretzbnraau.) - „Kurier Poronny" meldet, daß laut einem- Beschluß des Obersten Rates Oftgalizien die weitestes Antonomiss und ein selbstündtgeS Parlament, erhalten wird. An die Spitze der Verwaltungs! soll ein polnischer Gouverneur durch, 26Jahre gestellt werden. Die Warschauer Regierung hat div polnische FrichanKdelegation in Paris aufgefvrder^ einen Friedensvertragdurch welchen Ostgaltzien nuÄ ( auf 25 Jahre an Polen angegliedert werden soll, nichts zu unterschreiben. Zu diesem Zwecke wurde eine Sps»i. zialkommission der polnischen Regierung nach Pariss entsendet. Der Warschauer „Kurier Codzienny" bemerkt:! dazu, daß sich bis Engländer gegen %it Abtretung des deuts chen Gebietes an Pole» stellen werden, wenn sich bi« polnische Friedensdelega-. tion wieder weigern werde, den Friedensvertvag z» unterschreiben. ' Ghettojude begegnet und der instinktiven Abwehr, biss der Arier gegen den Assimilationssüchtigen richtet. Arnold Z w vig, der nun schon berühmte Dichter, der in berschiedene Aufsätze über die jüdischen Maschen sich bereits als einer der feinsten Psychologen erwiesen hat, gibt ein Bruchstück aus einem »Ostjudenbuch". Mit einem Tief»! blick sondergleichen enthüllt er bitf innere Einstellung des Ostjuden zu der ihm umgebenden äußeren We^t, seine. Verachtung oller Macht und deren Ausdruck, den Staat mit! seinen rohen Bütteln, hshlköpftgen Beamten, seinen ohne mächtigen Versuchen, durch ZwangSmatzregeln die Erfordert niffe eines Gemeinschaftslebens zu sichern. Der Ostjude, dev in einer wahrhaften, inneren Verbundenheit mit seinen Volksgenossen lebt, seht sich deshalb leicht mit diesen Maßregeln in Widerspruch. Er.wehrt sich aber nicht gewaltsanv gegen Gewalt, da er die Gewalt negiert, und dieses nicht»! wehren ist es, das ihn erhalten hat durch die Jahrtausende und ewig erhalten wirb. Dieser Gedanke ist ein äußerst tiefer.! Er erhellt mit.neuem Licht 'daS Rätsel des ahaSverischen Volkes. . ' ' %u8 der Menge literarischer Beiträge seien einige Ge» dichte deS MalerS Nriel Birnbaum besonders hervorgehoben, in denen er fein Erleben des Krieges mit innerste^ Gläubigkeit an GotteS Güte — -trotzalledem — ln erschütternder Form bringt. Otto AbeleS dichtet eine Vistbn. in der er die neue schaffende jüdische Jugend verherrlicht GS ist nicht möglich, die gange Fülle deS Almanckchs inj einer kurzen Besprechung auszuschöpfen, er enthält noch einch Menge.anderer wertvoller Beiträge, darunter auch Uebee» setzungen jüdischen Schrifttums und moderner hebräischer. Autoren. Es breitet sich eine ganze reiche Welt vor uns aus^ jüdrfchsS Sein, Denken, Schaffen, Schauen, wie es war, wie es ist, wie eS werde will. So rechtfertigt sich die Form eine». Almanachs, die an und für sich nicht jedermanns Geschmack ifL So lange sich daS neue jüdische Werden nicht in großen Schöpfungen kristallisiert haben wird, ist attr die Veretntguntz von mannigfacher -erftreute» Godankenartzeit dn WdÜrslltK, Adolf DStzm