Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 312 (3.12.1919)
- Date
- 1919-12-03
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite L Wien. Mittwoch PolLLische^NNndschm;.' Die #0rfW»rif<e des Zionismus in Enqlaird. Ueber die Fortschritte, die der Zionismus nicht nur im jüdischen Cast'End'London, sondern auch in den „westlichen" Bezirken macht, berichtet der Korrespondent des »Manchester Guardian*: Die zionistische Bewegung wird sichtlich auch unter den Anden von West'End populär, wie aus,einer sehr stark besuchten Versammlung hcrvorgeht, die am Nachmittag des 24. November im Hause der Frau Herbert Cohen im Orme Court stattfand, und bei der Herbert Samuel über den Zionismus sprach. Mr. Samuel bekannte, das; er sich vor dem Krieg sehr wenig für den Zionismus interessiert und daß er ^^krst, als die Türkei den Krieg eintrat, sein Augenmerk der Frage der voraussichtlichen Schicksals der ottomanifchen Besitzungen zugewendet habe. Und da habe er den Wert und die Notwendigkeit des Zloni-muS erkannt und sich um fetr.e Verwirklichung bemüht. Er stütze" seinen Aufruf zur Mitarbeit hauptsächlich auf zwei Grundlagen: auf die politische und die wirtschaftliche. ES sei für die britische Politik wesent» . lich, daß'Palästina, da- Nachbarland Aegyptens, von einem befreundeten und loyalen Volk bewohnt sei, und er glaube, daß dieses so lange vernachlässigte Land nur durch jüdische Unternehmungslust, jüdische Energie und jüdisches Geld zu neuem Aufblühen gebracht werden könne. Mr. Samuel betonte dann noch, daß die Errichtung ,eines jüdischen Palästina in keiner Weise die bürgerlichen Rechte derjenigen Juden berühren würde, die in anderen Ländern lebten und daß diese Bedingung in BalsoucS Drief an Lord Notschild'ausdrücklich betont war. Der Vericht- 'erstatter betont zum.Schluffe nochmals, daß fast alle Zuhörer dieser Ausführung Gesellschaftskreisenangehortcn, die sich bisher der Bewegung ganz fcrngo.halten haben und der zio- .Aistischen Idee völlig unzugänglich waren. ' Derrikins Judenpogrome. Der Warschauer „Moment" reproduziert ein Ge- -fpräch eines seiner Mitarbeiter mit dem Korrespondenten der „Daily News" über die Zustände in Rußland, die er aus eigener Wahrnehmung kennen - gettmt hat. Die durch die Demkinschen Streitkräfte in den eroberten S.ädten veranstalteten Pogrome sind schauderhaft. Der Hcurptführer ist General Marinontow, der nach erfolgtem Einmarsch in der Ukraine nachstehenden Aufruf erlassen hatte: „Bauernl Bewaffnet euch und stellet euch dem Dlkgemeinen Feinde Rußlands, den Juden, entgegen. Kieffind Bolschewiken und Kommun sten. Verjaget die es Vesindel, das unsere Religion, unsere Kirchen schändet rmd unsere Geistlichkeit denunziert. Alt und Jung, vernichtet-die teuflische Kraft, die in der jüdischen 'Seele wohnt!" . Auf Grund dieses Aufrufes hat der Stab des Dfenerals die blutigsten Pogwine im Verlaufe des Monates September -in den -nachstehend angeführten S.ädten'organisiert: Krnotop, Bachmatsch, Jelctz, Koz- Ioit>, Tamboto, Woronesch, Slobodka bei Kiew, Fastow, Diala-Zerkiew. Jekaterinoölaw usw. Donkosaken und -Dauern plünderten sodann die Geschäfte aus, wobei alte jüdische Frauen und Kinder gräßlich geschändet wurden.;• Marmoniows Offiziere haben fast sämtliche Juden Woronesch und Tambow ermordet. Die Vertreibung Dsnikin» aus Kiew. Der „Gazera PolSka* zufolge wmde Kicw von den Auf» siandrichen mit>Ä1aman Z et e n h an der Spitze eingenomnirn. Große Beute an Munition rmd Kriegsmaterialien towie große Mengen von Uniformen, Medikamenten und Ausrüstungsegenftänden sind »n »hre Hände geiallen. Denisin konnie n'chtS avon abtransvoriieren, weil alle Ear»»bah»il»l,lcn,. die von Keiv ins Innere des Landes führm, 'chon vorher von den Aufständischen besetzt wurden. Die U bmefte der Denikinbesatzung flüchteten m Unordnung längS des Dnjepr.Cchitomir, Bila Cerkew und andeie O»>e befanden sich wiedtr in den Händen der Ukrainer. — Noch einem bosichewisischen Radio ist Aiamgn Z e l e n y. der Führer der Anlstandachrn. dieKlcrv eingmonunen haben, brr dem Kampfe um Kiew gefallen. . Die polnische Kabinettskrise. AuS Warschau wird den „Polnischen Stimmen" Megraphiert: Die Demission dyS Kabinetts vollzog sich in der Weise, daß alle Mitglieder des Kabinetts ihre Pemisstonsgesuche dem Ministerpräsidenten Paderewski, nicht wie ursprünglich.angenommen wurde, dem Präsidenten Pilsuds ki, überreichten. Paderewski hat jedoch seine Demission nicht angemeldel. Das scheint zu beweisen, daß er die Mission der Bildung eines ne uen Kabinetts übernimmt. Ueber den Charakter t>er neuen Regierung kann zur Stunde nichts Näheres gesagt werden. Man weiß nicht, ob eS ein Uebergangsministerium oder ein definitives sein wird und auch die Frage, ob seine Mitglieder den Parlamentsparteien rntvwmmen werden sollen, ist noch durchaus unentschieden. Sie hängt natürlich in erster Reihe davon ab, ob undwelche Klubs dem Ministerpräsidenten PaderewSki ihre Unterstützung tzarantieren werden. Der Landtag hat sich bis zum K. Dezember vertagt. Wie verlautet, wird jedenfalls depi Ministerpräsidenten Paderewski ein verantwortlicher Vertreter beigeren werden, der die ganze Organisierung der Regierung Und deren technische Leitung überttehwen soll, so daß Paderewski neuerlich seine Häupttätigkelt nach Parts wird »erlegen können. Als Kandidaten auf den Posten eines stell- »srtreteilden Vorsitzenden des Ministerrates werden genannt: VobrzynSki, TwardowSli, Skulski und WvjclechowSli. Wiener Morgeriz eitun A ZnlMd. NsLionalversamürlnnft. Die Koasi.ionspar^'ien stehen i»n schärfsten Kampf gegeneinander'. ' Am Sonntag wurden ilü der Versammlung deS . Bürger- und . Stänkerates Sozialdemokraten verprügelt,' worauf als >NcvruchS Montag abends eine christlichioziale Versammlung im Rathaus von So'ialdemvlraten gesprengt wurde. Diese Vorsällr können kaym ohne Einwirkung aus das Verhältnis der beiden Parteien in der Nationalversammlung' bleiben. Die inncr^ositische Situation ist wieder einmal-sehr gespannt und durch die nahe bevorstehende Entscheidung über das vom FricHensvertrag vorgeschriebene' Söldnerheer' aüßeiordensirch belastet und die führende christlich.so'iale Presse befaßt' sich auch schon mit der Frage des Weiterbestandes der Koalition. Das neue Wehrgefetz ist berei s den Parteien vorgelegt worden und findet nur auf sozialdemokratischer Seite Sympathie,. während die anderen Parteien.die Beibehaltung der Soldatenrät« in der Form von-Äertrauens- Mänuern be.'ämpsin. Bezeichnend für dis Zerfahrenheit unserer Politik ist Übrigens atrch das Hinelnspiclen des Separatismus, -der Länder in die Militärfrage. In Tirol spricht man schon-offen davon, die landesfremden E le m e n ke aich der Volkswehr zu entfernen uud das'künftige Kontingent nur aus Tirolern zusammeuzufetzcn. Vorarlberg, das wieder einmal los von Wien will, erklärt, überhaupt keine Armee aufzustellen/ da bas Land mit Gendarmerie gut. auSlommt., Den gleichen Standpunkt vertreten auch die anderen Ländert die auch auf die großen Kosten der Erhaltung der Vo^wehr Hinweisen. ' Zieht man dies in Betracht, sowie die großen Schwierigkeiten, die die neue Bundesverfassung bringen wird, so kann .man aus einen ziemlich hemmungsreichen Verlauf der weiteren Session der Nationalversammlung sich gefaßt machen. Die durch den Friedensvertrag bedingten Gesetzentwürfe liegen noch nicht vor. Insbesondere vermißt man) jede Andeutung darüber, wie die Negierung die Frage der Nichte der Minoritäten regeln will. Bezüglich der Liquidation der Desterreichifch-ungarischen B-^nk verlautet, daß der gegenwärtige Züftaüd noch einige Zeit weiter dauern wird, da die Auseinanderfetzüng mit den Nationalstaaten noch nicht beendigt ist. Die^ Beendigung der Aemterliquidierung sölk durch ein Gesetz eingelcitet werden, das den Abbau des Personals der liquidierenden Stellen betrifft. / / ' ' , } Die Mehrrefoem. Der Streit um die künftige Armee, bek gegenwärtig die um die Popularität'bemühten Großdeutschen und Wiener Demokraten besonders stark beschäftigt, wird-demnächst im Zusammenhang mit der.Verfassung-resorm vor die Läuberkonserenz gebracht werden.' 'Diese Körperschaft wird sich bemühen, Richtlinien für die Organisation der Armee als Nichtpoliiischer Körper festzulegen und der Nationalversammlung die Berücksichtigung dieser Leitsjitze bet der Behandlung der Bundesverfassung Vorschlägen. Dr. Nenn-rs Hilferuf an die Entente. Die heute zusammentretende Konferenz unserer Regierung mit de»l Vertretern der Entente hat den Zweck, der Entente ohne jede Beschönigung ein klares Bild unserer Lage zu geben und darzulegen, daß eS ohne Hilfe der Entente uninöglich.ist, die Regierung fortzuführen. An der Konferenzl werden von österreichischer Seite der Staatskanzler Dr. Nenner, StaatZsekretär für Finanzen Dr. Reisch, die Staatssekretäre für Volksernährung, Handel, Industrie und Bauten, Verkehr, Land- und ' Volkswirtschaft, von der Ententeseite die Vertreter Amerikas (Mister Hallstead), Englands (Oberst C u n r> i n g ha me), Frankreichs (Monsieur All iz 6) und Italiens (Signor T o rr^tt^) teilnehmen. Der Staatskanzler wird, unterstützt von den Staatssekretären der volkswirtschaftlichen Ressorts, einen Ueberblick darüber geben, wie sich unsere Lage - durch die Verzögerung einer Entscheidung über inisere Hilfe beim Oberste» Rate von Tag zu Tag verschlechtert hat, wie diese Lage einfach unhaltbar ist. Daran wird sich eine Bitte um abermaliges Einschreiten beim Obersten Rate mit einer Bitte um möglichste Beschleunigung der Erledigung schließen. Erster Deutschösterreichischer Gewerkschaftskongreß. In Forifehunq d^r Bcvalungcn bsickiästigte sich der gesirige zweite Tag dks Kongrcffl-S mit der Frage dcS Ausbaues der g>'wcckschasil>chcn Organisation. Dcm AntiNge des Ncf.'rrnien, des S'ekrctäiS der GeweUicliastSsommiision Äbgroroneten Hueder. die Facholganisationen m BeuirbSorgarnsaüonen und m weiterer Ausgcsialttmq m Indusic >ea> uppenorganimlionen umsilbilden, .'wrnde von Sesie mehrerer Delegierter m rcchl rnischsidener Weise widersprochen. D>e Deba te, welche --men sehr großen Umkang anaenonnnfn hatte, wurde, ohne daß sie zu einem positiven Ergebnis sichrie. abgrbiochcu und der Kommüsion zur neuerlichen Antraasiellung überwieien. « Hierauf referierte Gemeinderat Grünwald über: So-ralpolttik und Sozialversicherung. Die Separailonskeweaung in Vorarlberg. Vizekanzler Fink ist am lebten Freitag nach Vorarlberg abgereist, da seine Anwesenheit dort sich wegen wichtiger polilischee Entscheidungen als notwendig erwiesen hat. Vorarlberg muß sich nälnlich neuerdings mit der Anschlußfrage befassen. Allerdings ist die Situation diesmal eine wesentlich andere. Die Sozialdemokraten, die bisher in zwei ZeUe gespalten waren, bon deiren der eine in dem verein sür^den Anschluß au Württemberg, der andere in dem Verein für den Anschluß an die Schwelsich befand, sind am Sonntag aus beiden Vereinen ausgetreten. Aber auch bei den E h r i stl ich s oz ta len hat sich eine Schwenkung in der Anschlußfrage vollzogen. Sie wurden näinlich «ewahr, daß die Iudustriellettlreije der' Schwei-, 8 Dezember LS 18» Sfa. 312 die den Anschluß sortieren, diesen hauptsächlich auS wirtz schastlichen Gründen, und zwar wegen Erwerbung der Wasser« kräfte und des Holzreichtums des Landes betreiben. Dazu kommt nach, daß sich in der Schweiz unter*den Welschen ein« lebhafte Anitasion gegen den Anschluß bemerkbar macht, weü diese näinlich befürchten, daß, wenn Vorarlberg als neuer Kanton angefchloff'n wird, die' Franzosen wegen Verschiebung des Kräft-'verhältnisfeS dementsprechende Kompensationen verlangen würden. Aber selbst für den Fallf als der Landtag nun den Anschluß an bis Schweiz beschließen würde, wäre danach immer keine endgültige Entscheidung, da bekanntlich diese Entscheidung gegen den Friedensvertvag von Satnt-Germaip verstoßen würde. . . ■ - T rol für Sie Replik. 1 Der Landesverband der Staatsangestellten Tirols spraH' sich in se'urer samstägigen Massenversammlung unter schärfster Ablehnung jrder Reaktion für die Republik auS. Die Abgeordneten wurden aufgefordert,, in der Nationalversammlung einen Dringlichkeltsantrag auf. Einsetzung eines Ausnahmsgerichtes für Wucherer, Schleichhändler, Preistreiber und LebenSmittelfälscher einzubring^n. Neue Steuern in Salzburg. . Salzburg, 2/Dczember. Dcr G >e m e i n d e r a t be» schloß die E nsiihruna einer R e k l a m e- und Inserate»»- si e»»e r mit einem Esiiag von^ll die. Einhedung der F r e m d e n si e u e r in der Forin eines 3k>- dis kripiozentiacn Znschlugts zu den Zimmerpreisen. terncr eines bvpro-eniigcn Zuschlaues zu dcn siaacl»ch<n Eigcn1l»»»isül'erlragunaSgrd!ik,rkn sowie d>e Einiührcmg einer Abgabe out nnverb.iut-: Gcanrüncke in der Hohe von einnnhalb bis dre» P.ozenl dcS tcftßcflcUten Wertes. Sie Antisemiten und der Talmud. Die Wiener an'isemitische Presse hat seit gerannrse Ze!t.ein ndlres.System eingeschlagen. Man will die Hetze nicht einsch'afen lassen und muß sein „Material" en.sprechend anfteilen. Bei der Herstellung der Morgenausgaben scheint noch eine letzte Scham zu obwalten uüd man beinüht sich wenigstens, in der Fornr einige Mäßigung zu beobachten. In den Ab-cndausgaben erst, die nn'er eigenem Namen einh.'rgehen und anscheinend n.ehe Lärm' machen müssen, ergießt sich hemmungslos der volle Jauchenkübel. Der „Telegraf", die Abendausgabe des „Deutschen Bolksblattes", entwickelt hierbei ein« besondere. Spe-- zialilät; das Blatt setzt seinen Lesern allabendlich einew „Judenspiegel" vor, der ansisemitische Aussprüche berühmter Männer enthält. Der alte Cicero muß herhalten, Napoleon wird zitiert, aber schließlich scheint dem Blatte der Faden ausgehen zu wollen und eK sucht auch den Taln.iud, das Werk, das jedem waschechten Antisemiten ein Gruseln ein sagt und als Quelt aller Lügen hingestellt wird, gegen das Judentum mobil zu machen. Der „Telegraf" zitiert: „Drei Wesen sind unverschämt: Israel unter den Völkern, der Hund unberi den- Vierfüßlern, der Hahn unter dein Federvieh" Talmud, Tr. Beza 25, l. Dazu schreibt uns der bekannte Talmul forscher Professor Aptotvitzer: Die Judenfeinds, die so viel über den Talmud schimpfen, versch ceigen merkwürdigerweise den schwersten Fehler desselben: sein« Unart, nie das sagen zu wollen^ was die „gelehrten" Judenfeinde aus ihm zitieren« Daß der Redakteur des Talmuds es unterlassen hat«, die wilden J»»denspiegclzitate aus „Talinud" in seine Sainmlung auf.zunehmen, ist noch einigermaßen verzeihlich; wo sollte er diese Zitate suchen? Aber da ist ein aniifemitischer „Gelehrter" so gründlich »und genau, Traktat und sogar Seitenzahl an,zugeben, und trotzdem, verharrt der Talmud in seiner Opposition, ungerührt von so viel Gründlichkeit umd Wissenschaftlichkeit, und sagt etwas ganz anderes als das, was die Jnbenseinda ihn sagen lassen. Der Talmud, als Werk der Juden, ist ebenso hartnäckig wie die Juden selbst, wie es in der vom „Talmudisten" des „Dculschen Bolksblattes^ z.itierten Stelle (Traktat Bezah 3üb) hsißtr „Drei Hartnäckige (Ausdauernde) gibt es: Israel'umer den Völkern, der Hund unter den Tieren^ der Hahn unter den Vögeln. Manche sagen: auch der: Kapperstrauch unter den Bäumen." Wenn der Kapperstrauch unverschämt ist, dann freilich muß es auch Israel sein, Aber das hebräischo Wort, das der Gewährsmann, des „Deutschen Volkslblattes" mit „unverschämt" übersetzt hautet: azzin, Mehrzahl von a z z, stark, hart, hartnäckig, ausdauernd, schivec besiegbar, wählend „fr.ch. unrer.'chämi" hebräisch „azz pan Im" — „sta.ken Gesichtes" heißt. Der Judenspiegler hat also in die von ihm zitierte Stell« ein „Gesicht" hineingeschmuggelt, während er den Kflpperstrquch, der Etz- und Heizbares liefert, unterschlagen hat. Begreiflich im bvot-und kohlenlosen Wien. Der fragliche Ausspruch, dessen Autor R.Sünvn l>en Lakisch ist, lwird auch im Midrasch rabbah zum 2. B. Moses Kap. 42 gegen Ende angeführt, wo ein jüngerer Zeitgenosse R. Sirnons, N. Ammi, folgender bemerkt: „Damit ist nicht ein Tadel gegen JsvaelanS ge sprachen, sonder nein Lob, weil man Israel zuruft: entweder hörst du auf^ Jude zu sein, oder du wirst gekreuzigt." Daheißt: Die Hartnäckigkeit und Unüberwind'.ichkeit Israelliervährt und zeigt sich darin, daß eS trotz aller Verfolgungen feinem Glauben, sich selbst treu bleibt. R. Simon ben Lasisch scheint geahnt zu haben, bah Jude»»spiegler mit seinem Ausspruch Cp egelfochlerer gegen sein Volk treiben werden, ^>aher vertvahrbe er sich dagegen, indem er an einer anderen S ell-r (Midrasch rabbah zum Hohenlied zu 1, 6) sagt: „Gott hat tei* Wohlgefallen an dem, der Israel verleumdet." N. Slp.tow itzcr. . U9»'I> Ml.- ._