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Wiener Morgenzeitung · 1919-11-30 · Heft 309 (30.11.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 309 (30.11.1919)
Date
1919-11-30
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Wiener MorgenzeUrrng Seile $ Wim. Svrrmag SO. Zürvember 1919 Nr. LOS Jüdische Iucrendvereinigung ^Mrnorah". . Sitz: Amerkiagfiraze, i9, tßf*., ®efitc« Wlr.*SSfJL Die Leitung gibt bekannt, -ntz Dteustag -er» 2. De»;eml>cr 1919, halt» S Uhr odends» im Saale de- Berbavd?bc>meS (6. Bez., Königseggaffe 16) ibr stattfiadet, zu dem sie alle Gesinnungsgenossen auis herzlichste ernladet. Es wirken hervorragende «ittfikalW« Kräne mit md Kräfte des Deutschen Bolkslheaters.. Theodor Weis, Paul Askonas, Rudi Lampel und das Hakoahterzett- Anschließend: Lanzkrürizchen. im Sarttv fJnb zn batnr: R. LSivN, «olaimemfkraz«: SekttkaNw »«r BczirlsüMon Wien-West («. «nd b bis 8 Nhr. Be;., AmeÄlngftcaß« iS) im 11 dir I Nhr Bat den Eindruck, als ob er allzu rasch produzierte und so tritt in mancher seiner Leistungen eine Skizzenhaftigkeit zutaae, die weniger programmatisch — im Sinne deS HpressionismnS •*mmmrrrtrt als vielmehr wie ein nmcreS ,Stcckenbleibm* erscheint. Diese Komödie, die das Chaos nach der Revolution in kecke Striche bannen will, hat Ansätze zur übermütige« Groteske, aber es fehlt die Ausführung, drrm auch rin dichterischer Erprisstornsmvr nicht entraten kann. —ä, Bücheretnlauf. Sigbert Fenchtwemger: .Die Indensrage als wissenschaftliches und politisches Problem . (Berka- Karl Heymann. Berlm.) — Pros. Dr. M. RolenfklS: »Der Milche -iteicgionsunterricht*. (Verlag R. LLwit. Wien-Berlin) George D. Herron: „Woodrow Wllssn.und ver Weltfrieden. (Der freie Verlag, Bern.) — Albert Ehrenstri«: »Bericht aus einem Toll bans" - - ..... .. *yr München.) — V?org Kauer: .tfwmcr. trnokand-Drrlag, München.)' — Adolf Knoblauch: »Dada*. (Kurt Wolfs-Berlao. Leipzig.) — Hugo HofmanuSthal: .Die Krau ohne Schatten . Erzählung. (Verlag S. Fischer, Drrllv.) Hans Ursch: „Tipho Balraiar". rVerlag E. P. Tal A Co. Leipzigs — Waldemar Bonscls: «Die Biene Maja und chre Abenteuer*. (Verlag Schuster L Löffler, Berlin.) — Uriel Birnbaum: »Gläubige Kunst". (Verlag Löwii, Wien.) Bücher-dev »Arche*. — Kaiser Friedrichs Tagebuch. Einleiinna und Aktenstücke von Eduatd Engel. (Verlagsbuchhandlung Heinrich Diekmann, Halle a.S.) — Hermann BangS gesammelte Werke in vier Bänden. -- Emst Weiß: «Tanja". — Heinrich Dominik: «Die Attacke*. — Hermann von Bo etlicher: »Die Liebe GotteS*. (Verlag G. Fischer, Berlin.) — Franz Wert«: »Der Gerichtstag*. (Verlag Kürt Wolfs, München.) Hofdhelm—Pre»tz. Einen Leitfaden nmnen die Drrsüsser Gerhard H s l d h e i« und Walter Preuß ihre Schrift: «Die theoretischen Grundlagen deS Zionismus*. Es ist die erste praktische und systematische Emführrmg für Zwecke der lebendigen jüdischen Erziehung, die sich insbesondere für Kursleiter und Juaendorganijationen glänzend ergnet. Em Anhang gibt die übersichtliche Darstellung der heute bestehenden zionistischm Organisationen und Verbände, Preis geheftet Mark 3.—, gebunden Mark 4-60. Zu beziehen durch R. Löwit, Buchhandlung, Wien, k., Rotenturmstraße 2S. Der Sport. Die heutigen FrrßbaklweLtspisLe. . heutige Spielrag Meisterschaft. In der «flsn .. ÄY steht wieder ganz im Zeichen der ._ Klasie sicht man dem Ausgang einraei Spiele mit besonderemInteresse entgegen. Bor allem gilt dies für das in HlUteldors stanstndende Treffen W.A.C. gegen Rapid, da die HLtteldorfer, falls sie den Anschluß an der Spitzengruppe nicht verlieren wollen, unbedingt gewinnen müssen. — Die A tti d teure, die am letzten Sonntag einen imposanten Sieg errungen haben, werden auch aus trockenem Boden ihre hervorragende Spielstärke bestätigen und dem Simmerinaee Sportklub die Punkte adnrhmen. RndolfshÜgrl, dessen ungeschlagen Heimkehrer. — Auf der Hohen Warte werden B r e n n a und W. A. F. erbittert um drr Punkte ringen. Eia Erfolg der Döblinger ist warscheinllch. — In Floridsdorf sindel der Kampf um die Hegemonie statt. Der L. A. E. nnd Ad mrra werden sich ein scharfes Gefecht liefern, das die Athletiker für sich entscheiden dürsten. Schließlich trete« Hertha, und W a ck e r in Favoriten au, die möglicherweise die Punkte teilen werden. In der zweiten Klasse sind?« rvielwr sieben MeisterschaftS» spiele statt; nur G.e r m a n i a ist spielfrei. Die H a k o a h fteht vor einer sehr schweren Ausgabe. Donaustadl hat ihr immer einen äußerst zähen Gegner abgegeben, der sich tüchirg ferner Haut etwchrie. Mit Rücksicht daraus, daß Hakoab heute ohne Holpern wird anireren müssen, ist der Sieg der Blau-Weihen nicht ganz sicher. Die übrige Paarung ist folgender N. A. C.—Slovan (Mußdars), Red Star—Blue Star (Ottakring), Tricket-Ober« St. Veit'Amateurplatz), O- S. C.-Svonfrermde (Ottakring), Stmm-DewegungSsPieler (Admiraplatz), Vorwärts—-Ostmark (Rüßdorf). Der Wettspielbeginn ist mit s llbr für die ersten und */»l Uhr für die Reservemannschaften festgesetzt worden. BeroeAimg XX—Hecha«ev 5:1 (Ird). Zu diesem MeistelsHastssPitl trat Hcchawrr gestern ohne »Sigi*, dafür abtt mit Duldig, Steiner und Harttnav« an und konnte das Spiel viel offener hallen als man ans der» Resuliate schließen konnte. m manu : linke Augrisssseite. Schwach war auch der Mittrlläusrr.' — Bewegung stellte eine körverlich hoch tiberlegene Mannschaft, die ihre Hanvt« stärke irr der Deckung und im Jnnrnsturm hat. In der ersten Halbzeit ist daö Spiel ganz offen. Hechawrr vergibt zweimal ante Chancen vor dem Gegnertore. Erst in drr letzten Minvtr Mt das erste Tor für Bewegtmg. Rach Halbzeit fällt in,drr 12. Minute das zweite Goal, gleich daraus meistert Duldia einen Elser. Hechawer fällt jetzt stark MÜck und muß noch Treffer (Eigengoäls) hrnnchmen, worauf'Kalman da§ Ehrengoal schießt. Das fünfte Goal fällt aus einem Corner. Girre englische Mannschaft in Prag. Anfang April wird die Manmchast des C i v i l S e r v i c e» eines bekannten londoner Amatemklubs, in Prag gegen die Slavia Wettsplele anstragm. Civil Service war auch schon in Wien des öfteren zn Gaste und verfügt, ebenso wie die meisten Übrigeri englischen Amateurmannschaften, über keine besondere Spielstarke. .. Eine hervorragende Leistung vollbrachte der Amerikaner Norbert Taber, der die mglische Meile <-1809 Meter) in 4 Minuten 12 6 Sekunden MÜcklegte, wvniit er einen neuen Weltrekord ausstellte. \ Gtartpreis für Leichtathleten. Der Piäudent deS sieichtathletikverbandrs. Dr. Mar F ü r t b. hat m Beginn des heurigen Jahres einen PrciS gestiftet, der jenem Leichtathleten rnfallen sollte, der im Lanfe^dts Sportjahres 1919 am häufigsten an den Start gehen würde.' Nachdem nunmehr die Saison geschloffen wurde, liegt bereits auch das Ergebnis dieses Wettbewerbes vor. Den Starjpreis Pro 1919 hat Leo Lasch (W.A. F.) gewonnen, der 27 Puntte errang. Lasch startete nicht nur am öftersten unter allen seme» Sportkameraden. sondern er hielt auch am häufigsten unter allen seinen Sportkameraden die abgegebenen Nennungen ein, was bekanntlich nicht zu der stärksten Seite der Wiener Leichtathleten zählt. Ihm zunächst vlacirrten sich Fischer, Hardegg er, Hawelka (sämtliche W. A. F.), H i r s ch l«r lHakoah). Kästner (Biennal usw. Die stetigste Dame war Frl. Keller (Danubia). Die Pieisoertkilimg findet anschließend an einen Bortrag des bekannten Leichtathleten Jngenienr T r o n n e r Donnerstag den 4. Dezember im Fußballverband statt. Thema: Damen-Leichtathletik. — Beginn */»6 Uhr. Fechtselrtto« der Hallo ah. Vergangenen Freitag hat der rührige Svortklub Hakoah eine F e ch t s e k t i o n ins Leben gerufen. Der Ausschuß setzt sich aus folgenden Herren zusammen : Paul Geiger (Sektionsleitrr), H. Bi? und Farkas (Fechtwarte), Goldichmidt nnd Fräulein Sobotaka (Kassiere), R. Lampel (Schristtührer). Dr. Krenbcrger (Beisitzer'. Als Lehrer wurde der Fechtmeister Berger vnvffichtet. Das .Daining findet Montag nnd Miltwoch von 6 bis 8 Uhr abcnds im Industriell«n-Caf4, I„ Konkordiaplatz 4, statt. Wocheitprog^LMM der Spoetadteilmrg des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler „Judäa". Schwimmen: Training Mit der Hakonschwinimsektion. Damenschwimmen: Donneisrag von %’* bis S Uhr abends, Sonntag von 2 bis llsi Uhr nachmittags. Heu enschwimmcn: Donnerstag von 8 bis VS10 Uhr abends, Sonntag von *M bis 6 Uhr abenvs. Ort: Brünnlbad. IX., Borschkegaffe. - Leichtathletik: Saaltraining: Freitag. 6 Uhr abends, im Turnsaal deS t. Wiener Jüdischen Turnvereine-, IX., Lichtensteinstraße 20. Tarnen r Einteilung nach Bezirken. Fechten: Das Training beginnt nächste Woche. Näheres wwd noch bekanntgegebcn. . Skiknrfe: Nach Lilienfelbrr und norwegischer Methode. Kursbeitrag X Sy.—. Amneldnngen Dienstag mid Donnerstag von 11 biS 1 Uhr im Hochfchulansschnß. Auskünfte werden im HochschnkauSschuß erteilt. KN Hun-m Herrenu. Damcnhüte werde« nach neuest. vt . Mode prompt und billigst modernisiert XVIII., Währlngev Gürtel 2! und VII,, XK«ri&hilf«rstrfc»n» 86 Sportadteilung der Jndäa. Erfreulicherweise beginnt sich in den Kreisen der jüdischen Studentenschaft die Erkenntnis deö Wertes drr körperlichen Erziehung endlich durchznringeu. Deshalb bar sich im Rahmen drr Judäa eine Spvrtabteilung aegründtt, '' -fcdie Sindenirnfchaft den Le Tnrn- und Sportvereine haben Bersügung gestellt. Die Leitung der Sportabteilung setzt M aus folgend«: Herren zusammen: Dr. Erich Friedmann (Leiter), c*no. jur; Branko Feller (Schriftführer). H. f. W. Hugo Kurzmann (Kassier). H. f. W. Hugo Mandl (Vertreter des jüd. TmvkkeiseS Deulschösterreich), Redakteur Fritz Daar (Preßreferent). Sportreserenten : stuä. msa. Robert Karpath lLeichtüthlE, kisrrä. zur. Paul Geiger (Schwimmen), cand. Ing. Montz Landau (Rudern), cand. icg. Markus Rokower sTurnen), e»vd. inj». Feftr Slutzky rFtlßball), Dr. Karl Kolisch (Hockey), H. f. W. Bruno Spira (Tennis), eaml. mg. Albert Schallt (Tounstck). c»nd. jag. Ernst Roubitschek (Wintersport, Ski- und Eisläufen), esnä. mod, Hans Bix (Fechten). Viele Hochschüler haben ihren Beitritt btreitS angemeldet, so d.ist der Sporrbetrieb schon ausgenommen werden konnte. Jeden Sonntag wird doS Wochenprogramm der Sportabteüung ks der. «MlMEM". ) in flNen DreiSiaqeir. Reparatnrn, m«er Sar-miir. Harvbänkrr süc ottirrfttlanifl«? Mainioi. Leop. Kurzer, Wim, DH, Wesibuhnstraße 23. Telehpon 81587.!!«« Gerichtssaal. Der Spielsalon der tzauptmaansgattin. Durch eine vertraullcheMittrsiung erhielt die Polizei Kenntnis davon, daß in der Sersgaff« 7 aus der Wieden sich dort defiudlichen Wohnung drr HauplmannSgattin Stephanie Abel Hasard gespielt werde. In der Nacht znm 25. August drang die Polizei in Begleitung von Arbeitrriäten in dir Wohnung «in und traf dort ungefähr SO Personen an. Alle leugneten gesplell zu haben und cs wurden anfänglich auch keine Karten gefunden. Da kam der Arbeiterrüt S ch r 5 t t«r auf den Gedanken, den Par? abzusuchen, rer sich unter der Wohnung der Hauptmannögattin befindet nnd da wurde kestgestellt, haß die Tochter des HauscS Katharina Abel vom Ballon sechs Spirlr Karten in den Park geworfen hatte. Gesteni hatten sich vor dem Landesgerlchtsratr Dr. M i ch l e r beim Bezirksgerichte Margarel«: einige der Spieler zu verantworten. Bei den anderen war die Zustellung der Vorladung nicht außgewieseu. Der Richter verurteilte Stephanie Abel zn SstOÜ.--, Anton W e s s e l i, Ernst Winkler, Hilda ToreS. Karl S t 8 h r, Nupnk 'S t i a S n h, Johann N a g e l nnd Eugen Kutscher« zu je K SM.— Geldstrafe. Das verratene Gerdverfieck. Die Agentin Regina A b er b a ch und der Privatbeamto' Moritz W e d e l e s machten den Bruder dcN letzteren, Salomon Wedel e.S, sowie d'e HandrlSangestctftcn Gustav K r o ch 'und Robert P v r g e s daraus ausmerksam, dafi der Chrmiker Otto G ü t t t e t imniev einen großen Geldbetzp«- Der ungarische Terroristenprozeb. Budapest» 29. Novauber. Heute wurde die Zeugencinvernähme in Angelegenhcit: de: Ermordung der beiden Hollaus fortgesetzt. Der aus der Haft als Zeuge vorgejührte N u m a s s v. ber während dcr Wtrhcrrschast die Stelle eines Detektivchess bekleidet hatte, gibt an, daß »hm der Defektiv SaLkg Ende April erzählt habe, er fei gezwungen gewesen, die Ermordung drr beiden HvllanS mitattzusehm. Der Zeuge erklärt, er konnte in der Hollauangelegenheit eine llntersuchung nicht emleilm. »vril ihm dies der Konunandant der rote» Wache» Aanksik, verboten habe. Die Akten habe K o r v i n an sich genommen. Korwin erklärte ihm gegenüber, von den Aktm nichts zv wrffen. Die Akten hatte mmmk. AügeNblickhenüveud, griff Kroch rasch m die bezeichueteHosenlasche mid zog dem Glstilec die dort verwahrten 20.100 Kronen mit der Ge"» schicklichkeit deS Langfingers heraus. Im Prater wurde die Beute äeieilt : Kroch .betrogaber seine Genossen, indem er ihnen M Teilung statt ll 86.000 bloß lk.i6.000 eiuvändigie. Bei der gestern gegen die fünf genannten Personen wegen Diebstahls und Diebstahlsteilnebmuiia dmchgeführtrn Schwnrgtttchtsvrrhandluücr vermteiUr: der Gerichtshof unter dem Vorsitze des LandesaerichtsratcS Dr. Kästner aus Grund des SchuldsprnchrS der Geschwornen Gustav Kroch, Salomon W e d e l e 8. Moritz W t b 111 8 nnd Robert Portes zu je a ch i M o n a 1 e n. Regina A b e r b a ch zu v k e r M o n a t e n s ch w e r e m K c r k e r. Bankßeschäft M. ROHATYN Wien.Maria Tiieresienstrasse 10 Telephon 20-8-63. Ktdanteste Durchführung toii Transaktionon jeder Art, Warenlonobardierung, Auszahlungen, Ueberwoieungen. Spozialobteilungr fiir Polen. «o« Der Volkswirt. Zur Frage der wirtschaftlichen Annäherung. Ein Wiener Industrieller schreibt uns: ES dämmertl Der erste Streifen der Morgenröte wirtschaftlicher Erkenntnis tritt in Erscheinung und in den stark umnebelten Gehirnen fängt es zu dämmern an. Dr. Heidler, der tschechische , Hcmdelsminister, hat in seiner vor wenigen Tagen gehaltenen, aufsehenerregenden Rede endlich Worte für eine wirtsäiastlichs: Donauföderation gesunden. Lange genug hat es gcdaurrr, bis die Erkenntnis zur Einsicht geführt hat, dass chauvinistische AbsperrungSinafinahmen, nach einem solchen Kriege 'U'nal, nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein politisches Harttirb7 bedeuten, wenn die Tschecho-Slowakei vermeint, aus. eigenerr . Kräften sich auf sich selbst stellen zu können. In Oesterreich. haben die bolschewikischen Einflüsse weniger politischer Heists sponie ein Glied an das andere gefügt, um die Kette M-- vervollständigen, die unser wirtschaftliches Denken an Utopie«'! fesselt. Der Oberste 8tet in Paris mag noch so fähige Köpfe in sich vereinen, aus eigener Anschauung kennt er die Wirtschaftlichen Zusammenhänge des alten Oesterreich nicht. Seine ' Berater waren die Herren B e n e s ch und Dr. K r s nt a r s ch» i Politiker, die in der Ideologie des Allslawentums das Hell. ihrer nun .-eigeustaatlichen Nation erblickten. Bene sch, der wirtschaftlich gejchulteste unter den tschechischen Politikern'^ chat vor kurzem die Aeßerung getan, er fürchte sich vor dein' Uebermaß' der Zugeständnisse, deren restlose Bewilligung, er nicht erhofft habe. Sein gesunder Instinkt sagte ihm, dass bas Zusammengehen der slawisch sprechenden - Nationen :eht. schöner Wunsch sei, aber keine wirtschaftliche Möglichkeit dar- - stellt. Eine ganze Familie mH den verschiedensten Charakter^ a«lägen soll eine t^nieiiischaft bilden, um ihr politisches r Geschäft,, mit Sangbaren Freundschaft? Während man nun im Laufe-des ersten Jahres seit dem! ' Zusammenbruche versucht hat, die Organisation des politi- - schen und, wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes der ncuerrichteten ' Staaten einzurichten, kommt man jetzt zu der Erkenntnis, daß die täglich tiefer sinkende Valuta den wirklichen Pegel? für dos Niveau darstellt, auf welches letzten Endes ein .jeder - der einzelne» Länder' der früheren österretchisch-rmgacischLn. Monarchie kommen muß, wenn sie fortfahren, sich gegen-' seitig von -einander' abzuschließen. Das, was in vielen Jahrhunderten organisch als ein genceinsalnes Wirtschaftsgebiet zusaiiunenwnchs, soll nun plötzlich als Einzelstaät lebensfähig bleiben? Spät kommt nun die Erkenntnis, wenn auch noch nicht zu spät, daß die Glieder eines zerstückelten Wirtscliafts--' körpers nicht lebensfähig sein können! In Paris hat nian vermeint, daß ds ausreiche» würbe, wenn man den Tschechen die Slowakei anschließt und Deulschösterreich glaubt man lebensfähig zu erhalten, wenn. man ihm DeutschMestungarn - verspricht. Die früher eine Genreinscheft bildenden Sul'zessions-. staaten vermochten, trotz einer in der Weltgeschichte beispiellos dastehenden fünfjährigen Kriegführung, eine Wirtschafts-? Autarkie zu bilden und trotz der enormen Lebensmittrlmeugeu, r die an der Front verbraitcht und vernichtet wurden, nni Girr- ( fchränkungeu die Bevölkerung zu ernähren. .Dabei waren nicht. nur alle tvehrhalleu Männer, sondern auch fast alle Krüppel ' in den Kriegsdienst Mtetlt und das entvölkerte Hinterland mußte die Nahrung förmlich aus dem Boden stampfen. Wasd. ist nun natürlicher, als daß die eine .ZahlungSemheit aller früheren Staatsstellen bildende Krone, die plötzlich zur Be»' frtedigung des Warenhungers auf dem neu erschlossenen Ans- : landSmarkte itt Zahlung gegeben werden soll, ein« immeu tiefere Bewertung findet, »venn daS dlllsland sieht, .pr. welcher Weise Notcuberge aufgchäuft werden, die bei einer.,, Fortsetzung der jetzt geltenden WirtfchaftSpraxts unniöglich'-- jencals wieder abgetragen werden können. Dr. Nenner hat das Schlagwort von der Orientierung nach' dmn Westen ausgegeben, dem die Masse uiu so williger' folgte, als sie sah, daß ihr Nachbar, die Tschecho-Lloivakei, die hohe Gcnlst der Entente genießt und so entstand a» Stelle , einer Mttacheit — eine Wettbettelei, die uns nichtnür > lvirtschaftlich, sondern auch moralisch auf die letzte Stufe > sißkeiz läßt. Nicht aus dem durch den Krieg vollkommen' zerstörten Westen, sondern nur ans dein Osten kann unser 1 H^il kommen. In Untzaru zeigen sich die ersten Ansätze einer Konsoli--' biernug und ein Zusammangehen Oesterreichs mit Ungarn muß eine natürliche wirtschaftliche Ergänzung bringen, durchs. Austausch von FabtikaiionSgütern mit Produkte« der Land" Wirtschaft, wobei al» Zahlungsmittel die „Krone" ängenonrmeü wird. Eine Zollgemeinschaft zwischen diesen Staaten allein; muß es zrrstaildebringen, daß Bcoi fiir einen rfiatiu ülehviftcit - Preis gegrn Austausch der von Uns erzeugten Waren zn bc- . kvmmei» ist, ünd so der l'iichstäblich verhungernden Bevölkerung Oesterreichs im letzten Moment das nalllc pcven gerettet wird. Daß PolA, mit seinen Prtroleim^uc!!'.-.. Sälzlagom «ud sonftigeic Natürpraduktnr eine wtchtiae- Ergänzung deü 1 MilchaftS^ebietetz darsiellr. mnst ionDatiert!

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