Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 309 (30.11.1919)
- Date
- 1919-11-30
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979386--02725-2988275- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ar. 809 Men, Sonntag Wiener MorgenzeitrmZ 80. November 1919' vttte* toetben, wobei noch ins Gewicht füllt, daß die Ukraine mit Ihren «normen Getreideproiiutten im Nahmen der beabsichtigten Wirtschaftsgemeinschaft einen wertvollen Lieferanten, aber auch einen guten Abnehmer darstellt. Nun liegt klar auf der Hand, daß Jugoslawien, baS Neuerdings durch politische Gegensätze zerklüftet wird, erst bann wieder zur Ruhe kommen kann, wenn & für seine 9>ro&ufte tzlbsatz und für seinen Bedarf den Lieferanten findet, der seine Krone nimmt und der mit der. allerdin-gs nur im Auslande tief gesunleu.«« Krone,- bezahlen tan». So wie bei einem erkrankten Körper, di« Gesundung von innen und nicht von außen kommen kann, so muß die erkrankte und nbgemogerte Valuta aus den wiedererwachenden Wirtschaftskräften ihre Wiedererstarkung finden. Eine tfcliechtsche- Krone, di« in Zürich" mit 7 Centimegewertet wird, ist kein Zahblngsmittel, um im Weltmarkt Geltung zu haben. Dieser Kurs raubt Tschechien, genau so wie Oesterreich, die wenigen noch vorhandenen Exportgüter, ohne daß sie in die. Lage kommen, in angemessener Äwmpeusation die so dringend notwendigen Nvhstosfc und Lebensmittel, einsührcu zu können. BiSl)«r wurden wir von Gefühle« in unseren Handlungen bestimmt und nun, da der Zwang uns zur kalten Ueberlegnng führt, erkennen wir, daß nur ein wirtschaftlicher Zusamnrenschluß die Rettung bringen kann. ' j- ' , Stellt man nun eine neue Gemeinschaft her, so wird der Zentra lenwirtschast endgültig ' daS Grab gegraben -. werden müssen. Nur der freie Handel, der freie Verkehr, «neingeengt von Paßzwang und anderen n«rzeittgen Foltern und Torkurcn, kann die Gemüter wieder beruhigen und die gegenseitige Angleichung herbeiführeu. Lauge werden noch in den Volkslörpern die giftigen Jnfektiouserschelnungen dieser von der Ausgeburt einiger Phantasten über uns heraufbcschworenen L-udplage fvrtwirkcn. Das alte Aegypten würde mit zehn Plagen heimgesucht'und erst der neuen Zeit blieb es «Vorbehalten, die elfte und ärgste, die je ein Volk und ein Sta^t heimgesücht Kat, zu ersinne», deren letzte AlrSwirkung heute Lei uns in -form deS Schleichhandels, des Schiebertrrms und des voll -mmenen moralischen Verfalles fast der gesamten Bewohners-.s-aft zu ersehen sind. ' Die Korruption hat ein Maß erreicht, daS naturgemäß den vollkommenen Verfall jeder staatlichen Organisation zur Folge haben muß, noch eh« sie aufgebant werden konnte. Als erster Grundsatz einer wtrtschastSpolitischen Annäherung muß gelten, daß Freihandel und Freizügigkeit wiederhergestellt werden. _ Wirtschaftliche Nachrichten. « AnS London wird gemeldet: In einer schriftlichen -Antwort auf ein« Frage im Uutcrhause teilte Auckland Ged des mit, daß die Regierung von den ehemaligen feindlichen Staaten Besitztum im Werte von 12IJ/g Millionen Pfund Sterling in Händen habe. Mehr als 15 Millionen Pfund Sterling schuldet England an Personen.in Deutschland, Oesterreich, Ungar», Bulgarien Und in der Türkei. Die Schulden von Angehörigen dieser Länder au Kreditoren in - England.belaufen sich andererseits auf mehr als 76 Millionen Pfund Sterling. — Ferner wird aus der englischen Hauptstadt gemeldet: Der Silberpreis ist auf 74 Pence die Änze g-fallen. Aus Berlin wird berichtet:' Wie die Morgetrblätter melden, ist dadurch, daß bereits eine AuSfnhrtontrolle stattfindet, um dem zügellosen Export Einhalt zu tun, schon eine Besserung gegenüber dem bisherigen Zustande erreicht worden. In der Frage der Exportzölle wurde eine .Eittscheidung noch nichtgetroffen, dagegen steht die Erlassung einer Verordnung bevor,- wonach die Ausfuhr lebenswichtiger Gegenstände mit Grfängnis bestraft wird. — Au) Budapest wird gedrahtet: In der Gegend von Gyöngyös wurde ein Kvhlendrcksn entdeckt. Die Kohle hat eine bessere Qualität als fenr der Umgebung. Die Kohlenschichte ist mindestens 16 Meter dick. — Aus P rag wird gemeldet: „Narodni Listv" bericht"!: Ein amerikanisches Konsorlinm kaust di« Gruben Larisch-MoenichS in Karwin. Auch interessiert sich das amerikanische Kapital für die Gruben im westlichen Revier. Weiters spricht man vor» Verkauf der Ferdtnands-Nordbähn. . Vertreter dieser Jnteressentengruppen verhandeln mit derNe¬ 8sMunü Wachse3*5 esc&Sit BERNHARD MAYER Wien, iL.Taborstrasss 81), All« bankmänsigen nnd bSrpörigeecbSftlichon Transaktion an1 Im In* und Aasiande. QaMoltilagen in lanfandw Rsehnung. Koslonloao Var Wahrung Ton D#pot», V#rmög6»»v«rvraltung«n, uoBrertoionen. ^L^WarensdHilnner-''^^^ Kulanteste Bedlngung?n. B»“ Informationen kostenlos. ftOSB gierung in Prag. Diese Verhandlungen sollen schon weit vorgeschritten sech.- — Der „Denkov" veröffentlicht eine Unterredung des tschechischen Außenministers Dr. Beuesch mit dem belgischen sozialdemokratischen Abgeordneten Pierard, in welcher sich -der Minister unter anderem folgendermaßen äußerte: Bei einer Einwohnerzahl von 14 Millionen haben wir nicht mehr, als 170.000 Arbeitslose. Wir übernehmen 30 Prozent der vsterreichisch-itugarischen Schulden, daS sind 6 Milliarden. Schon zur Zeit der Gründung unserer-^ Republik haben wir um 300 Millionen Franks mehr ausalS eiugesührt. Es wird möglich - fein, künftig alljährlich 600.000 bis 700.000 Ton neu Zucker auszusühren. Mehr als 70 Prozent unserer Unternehmungen sind in vollem Betriebe. Um unsere Schuldenlast, die im ganzen 15 Milliarden anSmacht, zu regulieren, haben wir ein Gesetz über eine löprozentige Vermögenssteuer erlassen, die in Raten ctngehoben werden wird. Wir rechnen für nächste» Monat mit einer Einnahme auS dieser Steuer von zwei Milliarden. —. Zufolge des letzten Ausweises der Oesterreich! fch-ungarischen Bank ist der Notenumlauf vom- 15. bis 23. November um 333-48 Millionen Kronen auf 50-<416 Milliarden gestiegen. Die Wiederaufnahme des KorresponbenzverkehreS mit dem feindlichen Ausland. Seit Unterzeichnung des Friedens- Vertrages hat der kounncrzielle GeschäftSverlchr mit dem früheren feindlichen Ausland wieder begonnen. Er gestaltet sich jedoch nicht in allen Fällen gleich. Was insbesondcrS die Korrespondenz der Banken mit ihren Korrespondenten in England, Frankreich, Amerika, Italien, Serbien, und Rumänien betrifft, zeigt es sich, daß die dortigen Banken seitens ihrer Regierung offenbar noch nicht autorisiert sind, über die Entwicklung der Guthnbungen und Depots im Kriege Auskünfte zu erteilen. Während es ohneweitcrS möglich ist, über jetzt neu en.trierte Geschäfte wie im Frieden zu korrespondieren, bleiben Anfragen über daS Schicksal von BorkricgSguthaben entweder unter Berufung auf ein noch in Kraft stellendes behördliches Verbot unerledigt oder die pnfragenven Banken werden an behördliche Stellen, wie Zwangs» Verwalter oder Sequester verwiesen, von denen einstweilen gleichfalls klare .Aufstellungen noch nicht erhältlich sind. ES wird daher voraussichtlich noch mehrere Monate dauern, ehe eS möglich sein wird, den Status im feindlichen Ank-lande auch ganz abgesehen von den Komplikationen, die sich aus der Amvcndung der Fricdcnsvcrlragsbestimmungcn auf die' auswärtigen Depots ergeben, zu klären, und das Publikum, daö in letzter Zeit immer häufiger an die hiesigen Banken Anfragen über das Schicksal seiner auswärtigen Depots richtet, wird sich diesbezüglich noch einige Zeit in Geduld fassen müssen. Geuuvung eine* englischen HendelSdammer für Oesterreich und Ungarn. Zur Förderung der. kommerziellm Jmniffcn zwischen Grostbritani-m und Ocsterreich und Ungarn bat sich mWicn, l., Gllclastrafrr 7, eine „British Chan,brr vs Commerce gwildel*. der folgende Herren angchörm: Puindent: L° e. '-Uir. E E. D i d d a m s. Mr. Ernest B l Y t. h, Mr. Edward B l ü t-b» Mr. Älsrcd Earlr tz, Mr. W. L. Henderson, Mr. Frrderic St. O « e » t i», Mr. I. s t e b b i n a, Mr. Frederic Mac G a r v r tz. Die Britt Chambcr oi Commetce wird es sich zur Ausgabe machen, di Handelk-beprkungrn zwischen Großbrckcmnim und. Orsicrrrrch »ml Ungarn wir ksarnsi zu unter st ätzen und es ist zu erhoffen, daß fÄ die beteiligten Staaten ersprießliche Eifolge erzielt werden.! Kauf von 50.000 Ballen Baumwolle. 23tamtr fuhren, , hat die tschecho-llowakisch^ Bauntwollgmoffenschakt Amerika.^O.s^O Ballen Baumwolle angekaufl. Die Liefe trist ist auf zehn Monate bcstnumt Word.«, so daß jeden Mono 5000 Ballen zu liefern sind. Die Finanzierung des Gechäites b«e Guarenjy Tiusi Co. in Ncw-8)ork übernommen. Für di»! whlung wrnde kein bestimmter Kurs festgesetzt, der sich nach?mge und dem L-tfertttMin richten wnd. Ueber den Ar . 'crer 46.000 Ballen Baumwolle wird noch verhandelt. GefchLstsverkrehr mit Schrveden. Die Exportadtnl der W'ener Handels- und Gewerbekammer meldet dm Äonf der Danlicrsiima Bruno Söder st röm E»., Kommanditgcsellschgst, Stockholm. Börse fSr lsudwirtschaftliche Prod«kle. Wien» brr. Die allgemeine BersvrgungSlage gM dank den Huschnb!- ocm fernen Ausland als gebessert, wenn auch für die nächste . .^ranchswoche die Kürzung der Medlquot^ aufrechte,halten werde« muß. Dagegen gestaltet sich die Mark^ läge, die auSschließsich auf Bezüge aus dem nahm AMarm basiert, immer une,qu,cklicher, nachdem nusere Nachbarstaatm die Grenzen wicdcrgelperrt haben. Der hiesige Konsum ist auf die hier lagernden Bestände angewiesm. Durch die Futtermitteluet aedrängt, sucht er dinch Uebcrlneten der Preise sich Ware sichern', hat aber in den wenigsten Fällen Erfolg, nachdem vorhandene Offert auch derdringendsten Bedarsdeckung n\i genügt. In Rauhsutier ist die Lage insoferne günstiger, alS a> dem -Landwege Zufuhren erfolgen können. Naturgemäß sind diese nicht ausreichend und sind auch in diesen Artikeln PreiG» ftelgerungcn zw beobachten. In Sämereien fehlt das Offert vollkommen. Innsbrrickier Warenbörse. Innsbruck. 29. November. Heute warm a»»gebor<«; Barchent. Chisione, Hoscnzeug, Hanf, Zwirn, Eßfeigen, Käsez Sardellen, .Hmiberrsast, Porzellan, Akanncsmannröbren, Stre« metall. Huseiscii, Stollen, verzinkte Waffereimer und Wassergläser Nachfrage besteht nach Zwtebeln- Obst, Marmeladen, Harz un» Skiern. Zum Abschluß gelangten Garne ab Buchs, ferner Ter MP Kakaofett. BAdapefter Börse. Budapest, 29. November. Die Börse trug heme et» fremdliches Gepräge. Auf dem Bankenmarkte konnten sich trotz des gerinpeu Verkehres btc Kurse säst aller Werte um einige Kronen erhöhen. Kohürtlverle mit Ausnahme von Ungarifcheie Allgemeinen Kohlen-Akrien, die Li 300.— eindustten, waren lebest gesucht und konnten sich durchwegs um K 1Y0.— beffern. Kleins Maschmcnwerte, wie Tobueo-. Ciaky-, Schlick-, Lang-und Livtcik» Aktien, setzten bei regen ltnrsätzcn.ihie seit Tagen währende Am» wäriSbcwegung fori. Von Holzwertm waren Nafchitzeruuhj Va'e,tüttd,scht Holz-Akt'en lebhaft gefragt. Ungarische Zuckers Aklttn gewannen itl 100.—. Auch Staatsbahn- und Eisenbahn« vcrkehrs-Aktirn waren gesucht; erstere hoben sich um K, IM —l Bon Schisfahriwerten stiegen Adna-Aktien um lli 190.—. Bt>« chemischen Werten wurden Natchitzer Tanmn-Mtien lebhaft gp» handelt. Der Scklust rollzog sich in fester Haltung. Die Prtz« longat'vnSgebllhr für Holz-Aktien bitma Ri 4.—. ' Es wnrde« srlgmde Schlnßlurse notiert: Baterl. Ba«k^ 5&4.—, Agraibank 99\—, Tlng. Kredit 1098.—, Ung. Dank und Hdl. 758.—, Holzbank 1712.-, Verkchrsbank 578.—. Hhpochekeu* bank 530.—, Eskomptebank 665.—, Ocsierr Kredit 780.—^ Kommerztalbänk 4300.—, BoSn. Agrarbank 592.-, Ung. Landesbank 530.—, Vater!. Svarkasia 17.600, Konkordia Dampfm. 110.-^-. Bcocsiner Zement 1750.—, NordMsti Kol len 1286.—, Gran-SzaSzparer 1636.—, Oberung. Kohlen 2N70-—. Dräsche Ziegel 1265.—, Magnesit 1760.—, Ungj Allg. Kohlen 8858.—. Salgv Kohlen 2206.—, Urikanh Kohle« 2670.—. Uug. Waffenfabril 866.-, Ganz DanubiuS 41M.—^ Ganz Elektnzt. SÜ0.—, Rimamuranv Ersen 1660.—, Schlick Maschtn. 450.—, Oest. GaS 2060.—, Clothilde chem.Fbr. 8S0.-^ LommerL-ii. .Vl8ko»1o LauL-A. s. Eeatoale Pressbnrg ° Filiale Wien,!.,Wlppllngßrstrass9 24-26 ° Telephoa 12358,13296,17408 Modche und Rest. Von Vojta Rakous» ' r_: Einzig berechtigte Ueberscyang nuS dem Tschkchischm von Emil Gauven.) (7. Fortsetzung.) DcrSakll im Vojwwltzer WirtSylltise„Beim Anton .^Marousv^ war in den Glanz von fünf Pctwlcuutlalnpen die Zimmerdecke und die Wände waren mit geschmückt, das ganze machre eine« . m Eindruck. Die OrtSkapelle, aus neun Mann besttzhenb ,spielte schon von . sieben Ähr an, üDdhk ersten Gäste erst um halb acht Uhr herumsich zeigten. Dann aber wuchs der Besuch lawinenüntig üsi Und unt neun Uhr war der Saal und die sstebünrLume» wo die Männer fasten, vollgepfrof,st. Es herrsche ein lebrnsgesährltches Gedvünge. Es war dies mch langen Jahren wieder einmal der erste Judeuball ünb alles, waS Beine Hütte» aus der ganzen Umgebung jgüb sich hier ein Stelldichein. Da gnb'S eine Pracht und Herrlichkeit, daß einem die Augen iibergtngen. Mft unter den Letzten trafen Modche und Nrsi eist. Tonerl in ihrer Mitte. Dvnerk tu ihrem blangevlümttn Tarlatankleib und dem kunstvvtl gektftnmben Haar sah trvtz ihrer dreistlg Jahre »"os»ern genug au^; vasilr aber Modche und kstcsi! Beide in th»en altertll«,lichen. von ihrer Hochzeit herrÜhrettdcu Kleidern, er ini Ztzliirder, sie dn Eapnchon. Die Leute waren zwar gewähnt» sie Jahr für Jahr in solchem Aufzuge in den Tempel kommen zu sehen, dort aber fiel niemand ihr vorsinkslutliches Aeußere auf, ja manchem schic,» es sogar, als wäre an den hohe» Fvieriaipen o\}»c Modchaö Zylinder ,mb Resis Capuchon bar Boi Kinn per Tempel gar nicht derselbe . . . aber hier. Uiruitpm dieser «lodern austTeuvtzten Me,tyß . . . lhier sahen Molche uuv Nesi wie FKMlinse aus ent- Lchiyiiude.-.eu. ILmzst verWU^eidt« ZeitSn auÄ Av8vi-reanF »Nor buiiTrg-oschllftl. Tnrnsabtlonon. Entgegcmiahmo Ton (ji lileinlagtott. Xnsxnds ton Elnlags* bucherii. Uobcrnahme tou Yom6gfeasV6rTraltiLDiffeiui Warenabteilung. Export TOüSorienmSbelit n. iamlnirtscbaftl. Gcrütoui d Import Tön deutschen HelZMatoHallen etc. B] ,i—. ■ ■HJi ■ , Als Modche in den Saal trat und dort s» viel Licht ln den Tanzwirbcl? Eltz werden da noch ganz zevi und so viel tanzendes Menscheugewiuunel sah, da wurde I quetscht werden! MMHe drehte sich mit Mühe um —^ w« hf-tiifiA - v Gott, welche FreudeI Eö war der Spomyschler Hev^ sein alter Kopf plählich schwindlig, ein Wunder, daß er nicht unlsiet. Er faßte Aesl äntzstlich am Aernlrt und wagte keinen Schritt nach vorne zu machen. Auch Ncsi war ein wenig stutzig geworden^ aber immerhiti könme sie noch Modches Gtab und Stütze sein. „Fürchte dich nicht, Modche", lispelte sie, „gib nur acht, daß du nlkgendö stolperst und alles > mal war es eine Unterhaltung, an der auch Modche tätisi mann und mit Hilfe seiner gewandten Arrne gelangt»! er aus diesem furchtbaren Wirrsal. Ohm recht zu wissen wie, saß er schon im Nebenzimmer am Tisch an bei Eeite Hermanns unter lauter alten Bekannteu. Auch hier war die Unterhaltung in vollem Gang und dieS- »vird gut ablnusen.^ Und eS lief wider Erwarten ffut ab. Plötzlich, wie aus dem Boden gezaubert, war auch der zeivünschte sich beteiligen konnte. Gerade war ein hssttger OvrtstMt darüber <it£ brannt, welche Sedre ans den künftigen Samstag fällt. junge Herr da — später zeigte es sich, daß VS de» : Httb so lauschte Modche in lauterer Gottesfurcht, ließ > Bruder des Voikvlvitzer Fried wor, ein lediger Guts Verwalter aus irgendeinem Hose — er verbeugte sich artig vor Tonerl — Resi konnte ihr Auge gar nicht von ihm wenden — und schon wiegte er sich mit ihr unter den anderen im Neigen. Und fast in beinsclben Augenblicke sah sich Nesi von Frau Fried, Frau Kanturek und uoch änderest bekannten Damen umringt! und alle führten sie im Triumphzuge zu den Bänken, die sich längs der vier Wände des <^aalvS hinzogew und räumten ihr mit entsprechender Höflichkeit den Ehrenplatz «in. Aber dies war gerade da- Unglück Mobches. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, sah er sich seiner Stütze beraubt und wäre jetzt am liebsten umgekehrt und davon gelaufen. Ar tat zivar mit Mühe einige Schritte nach vorwärts, mußte aber Halt machen, da bk tanzenden Paare ihm völlig den absperrten. Und jetzt konnte cr weder nach vorwärts noch nach rückwärts. Der Kopf wirbelte ihm und jede Weile stieß irgendein Tänzer gegen ihn, so daß der liebe Modche inA Schwanken geriet. Er dachte sch^n, er werde daalles nicht aushallen, als ihn jeumnd von rückwärts an der Schaltor parke und jenmndes Stiiliim Hm ins Ochr »4ef: »Herr Kares, welcher böse Geist tragt Me mitten und da ein Wort fallen, trank ganz langsam sein Gier und mußte sich im Geiste gestehen, daß es auf dem Jndenbakt nicht gar so schrecklich ist, wie er sich'S ft» Gerste vorgestellt hatte.' Ein, zwei Stündchen saß er so im ganze» stiK vergnügt, daun aber ließ sein Wohlbefinden nach. M war schon eis Uhr, drei Glas Bier harte Modche schon-' bewältigt — eine bis dahin ist seinem Leben unerhört« Leistung. Darum warb ihm auch der Kopf allmähliÄ schiver und es befiel ihn eine solch« Schläfrigkeit, baß' sich seine Augenlider unwillkürlich schlossen. Kein Wunder üucht Zu Hause ging ec regelmäßig um sieben Vhr schlafen untz schlief zufri^en bis früh; und hier soll er, mir nichts, dir nfthlö. die ga»se Rocht durchivachkn, kalte- Bier schlilcvku und sortluährend zuhüren, mk sie im Saale heruinfiedelien: trakala . . . NflU!# . .. Ihm brummte schon der Kopf davon. Herniann. welcher die schläfrige Stimmung steine-?' Nachbarn demerkte und ih»i «in ivenig ausl-eitern nmtlte, machte ihm den Vorschlag, sich mit. ihm in die Tür de§ Zliumers zu stellen und ei» wmrig daS Treibe« ft« Saale miwnznichauen. Mvdche getzoichi»: wie tr «bet den föc{pvn sah, wurde er wieru-r i<v-ninr>:' g „^ bildk'cn;i i;i)irt R«»ge vor den Augen. lülo» .